Sein Stil? Abstrakter Expressionismus. Bild © Phil Semelink

Der neue Rockstar der Kunstszene

Bunte Tattoos zieren seinen Körper und sogar sein Gesicht, die Kippe im Mund ist ein häufiges Accessoires zu seinen schrillen Klamotten: Alexander Höller sieht aus wie ein Enfant terrible – hat aber die Manieren eines Traum-Schwiegersohns. Dieser Mix ließ ihn schon mit Anfang 20 zum Shootingstar der Kunst-Branche aufsteigen. Längst zeigt er auf der Art Miami und Arnold Schwarzenegger hat seine Kunst an der Wand. Seinen Stil beschreibt der 24-Jährige als abstrakten Expressionismus, den er mit hochwertigsten Farben aus Frankreich auf reines belgisches Leinen bringt. Manchmal dauert es Jahre, bis die Bilder fertig sind und zum Teil für mehrere Zehntausend Euro an Kunstliebhaber gehen. Sein Diplom an der staatlichen Akademie der bildenden Künste in München hat Alexander aber trotzdem kürzlich gemacht.

Wolltest Du schon immer Künstler werden?
Als ich anfing, mich ernsthaft mit Kunst zu beschäftigen, habe ich gar nicht darüber nachgedacht, dass ich mein Leben komplett der Kunst widmen werde. Und dann habe ich mit 17 Jahren die Schule abgebrochen, um Vollzeit-Künstler zu sein. Mit der Kunst kann ich meine Gefühle und Emotionen sichtbar machen. Als Kind wollte ich aber eigentlich Fußballtorhüter werden. Mein großes Idol war damals Oliver Kahn. Jedes Jahr war ich der Erste, der im Sportgeschäft unserer Kleinstadt sein neues Trikot gekauft hat. Es macht mich stolz, dass Oliver nun eines meiner Bilder besitzt.

Gab es einen materiellen Wunsch, den Du Dir nach dem ersten Erfolg erfüllt hast?
Aktuell gebe ich nicht so viel auf Materielles. Ich habe noch keine teure Uhr und fahre auch noch kein Luxus-Auto. Ich schließe diese Dinge nicht aus, aber im Moment strebe ich sie einfach nicht an. Ich kaufe mir allerdings sehr gerne qualitativ hochwertige Kleidung und auch beim Fliegen und Reisen spare ich nicht. Mein Hauptziel war immer, dass ich mir so viel Material für meine Kunst kaufen kann, wie ich möchte. Das habe ich mir zum Glück relativ schnell erfüllt.

Was sind Deine Stärken?
Konzentration, Disziplin, unangenehmen Situationen aussitzen können. Meine Ungeduld. Die ist gleichzeitig aber auch oft meine größte Schwäche.

Gab es Rückschläge auf Deinem Weg zum Erfolg?
Bis jetzt ging es zum Glück immer steil nach oben. Aber ich bewahre die Ruhe und bilde mir darauf nichts ein. Eine Sternschnuppe verglüht schnell…

Was macht Dich traurig?
Privat, wenn ich Streit mit Menschen habe, die ich eigentlich sehr liebe. Beruflich, wenn ich stundenlang im Atelier sitze und nicht weiterkomme.

Was rätst Du einem jungen Künstler, der gern in Deine Fußstapfen treten möchte?
Man muss und kann sich alles erarbeiten. Aber wenn die anderen Party machen, musst du im Atelier stehen.

Wobei hast Du außerhalb des Ateliers gern Erfolg?

Ich fahre gerne Monoski. Da versuche ich immer bis ans Limit der Geschwindigkeit zu gehen.

Und was treibt Dich beruflich dazu, ans Limit zu gehen?
Mein großes Ziel. Ich möchte noch zu Lebzeiten eine Einzel-Ausstellung im Museum of Modern Art in New York haben.

Was war für Dich bisher der größte Wow-Moment Deiner Karriere?
Als ich Ende 2018 realisiert habe, dass ich 127 Bilder innerhalb von 12 Monaten verkauft hatte. Das war echt krass.

An welchen Orten findest Du neue Inspiration?
Ich bin direkt am Wald aufgewachsen. Seit ich denken kann, bin ich sehr eng mit dem Wald verbunden. Vor allem kann ich dort durchatmen. Ich liebe frische Luft.

Wo arbeitest Du?
Aktuell habe ich ein leerstehendes Gebäude in München als Atelier – vor ein paar Monaten habe ich aber auch noch das daneben gemietet. In etwa einem Jahr will ich in eine Lagerhalle außerhalb von München umziehen, die mindestens zehnmal so viel Fläche hat und direkt am Wald liegt.

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.