Leidenschaft, Spaß und Talent.

In zwölf Profijahren gelangen Carl-Uwe Steeb drei Turniersiege

Die 80er- und 90er-Jahre waren die große Zeit des deutschen Tennis. Neben den Superstars Boris Becker und Steffi Graf prägte auch Carl-Uwe Steeb diese Ära. Der 1967 in Aalen geborene, von allen nur „Charly“ gerufene Linkshänder legte im Davis-Cup-Finale 1988 in Göteborg mit einem epochalen Fünf-Satz-Sieg über den Weltranglistenersten Mats Wilander den Grundstein für den ersten deutschen Gewinn der inoffiziellen Mannschaftsweltmeisterschaft. Heute ist Steeb unternehmerisch tätig, unter anderem als Partner der Hamburger Protagonists Group, die Dienstleistungen im Bereich Sport- und Veranstaltungsmarketing anbietet.

Er ist dem Thema Sport also treu geblieben. Seine Tenniskarriere bezeichnet er als „sehr gute Schule“ fürs Berufsleben. An dessen Beginn sollte nach Steebs Meinung stets die Begeisterung für etwas stehen, so wie bei ihm die Begeisterung fürs Tennis: „Bei der Berufswahl sind Leidenschaft, Spaß und Talent wichtig. Um dann wirklich erfolgreich zu sein, muss noch die Bereitschaft zu harter Arbeit dazukommen.“

Auch die schnelle Verarbeitung von Rückschlägen, die man im Sport zwangsläufig erlebt, hat Steeb in seiner Zeit als Profi gelernt. „Ich habe in zwölf Profijahren drei Turniere gewonnen. Das bedeutet umgekehrt, dass man jede Woche mit einer Niederlage umgehen muss.“ Daher gelte es auf dem Tennisplatz wie im Berufsleben, sich immer wieder zu motivieren, seine bisherige Arbeit zu hinterfragen und gegebenenfalls zu verändern und sich neue, realistische Ziele zu setzen.

Seine eigenen Ziele waren schon immer hoch. „Als Kind wollte ich erst Fußballer und dann Tennisprofi werden. Mein großes Vorbild war der argentinische Weltklassespieler Guillermo Vilas, wie ich ein Linkshänder“, erzählt er von seinen frühen Berufswünschen. Weil bei Steeb die Faszination für den Sport mit einem außergewöhnlichen Talent zusammenkam, wagte er nach Erlangung der Mittleren Reife den Schritt in den Tenniszirkus.

Den einen besonderen Moment, in dem er wusste, dass er es dort schaffen würde, gab es im Rückblick für Steeb nicht. „Das war eher eine stetige Entwicklung. Aber ich konnte mich relativ schnell etablieren.“ Diese Entwicklung führte ihn zu Weltranglistenplatz 14, drei Turniersiegen und legendären Auftritten im Davis Cup. Den schon erwähnten Sieg gegen Wilander bezeichnet er als größten Erfolg seiner Karriere: „Gegen die Nummer eins in Schweden zu gewinnen und erstmals den Cup nach Deutschland zu holen, war zweifellos das Highlight.“

Von Rainer Wendl

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