Walter Gunz gründete 1979 mit zwei Partnern den Elektronikmarkt „Media Markt“.

„Der Kopf allein kennt keinen Wert“

Er hat aus dem Nichts ein Imperium erschaffen – weil er seine Ideale leben wollte. Media-Markt-Gründer Walter Gunz ist im Kern seines Wesens vor allem Philosoph und Menschenfreund. Dass er außerdem ein Händchen fürs Geschäft hat, machte den heute 74-Jährigen zur Unternehmer Legende. Doch für seine Karriere musste er auch große Opfer bringen.

 

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Erfolg ist das Glück, dass aus dem rechten Handeln etwas Dauerhaftes erfolgt, das einen Wert hat. Und Erfolg ist für mich auch, wenn sich bei einem wie mir, der nicht aus einer reichen Familie kommt und der sein letztes Geld für seinen ersten Media Markt zusammengekratzt hat, materieller Erfolg einstellt. Weil er gemeinsam mit anderen Menschen über viele Jahre richtig gehandelt hat.

 

Was war Ihr letztes großes Erfolgserlebnis?

Dass mich mein junger Hund, dieses sensible, feine, sehr zurückhaltende Wesen, so bedingungslos als Leader liebend anerkannt hat. Das ist nicht selbstverständlich.

 

Wie startet man ein Unternehmen wie Media Markt?

Jeder Handlung geht eine Vision voraus. Ich war vorher bei Karstadt. Da war man eher eine Nummer. Deshalb hatte ich die Vision, mit Menschen zusammen etwas zu erschaffen, bei dem jeder Einzelne mit Freude, ohne dass man viel regulieren muss, Verantwortung übernimmt. So eine Vision wird dann das Ziel. Man muss sich immer drei Fragen stellen: Kann ich? Darf ich? Soll ich? Kann ich – habe ich die Leute, habe ich das Geld und verstehe ich fachlich etwas davon? Darf ich – ist das ethisch zu verantworten, ist das anständig? Und dann kommt die Frage, die sich die wenigsten stellen: Soll ich – will ich das wirklich, ist das für mich vorgesehen? Nur was man gerne tut, wird gut.

 

Kann man Erfolg steuern?

Man kann ihn nicht planen oder machen, aber wenn man die drei Fragen mit ja beantwortet hat und man an sich und die Idee glaubt, stimmen die Voraussetzungen. Jesus hat gesagt „es geschieht dir, wie du geglaubt hast“, er sagte nicht „wie du verdient hast“. Aber selbst, wenn das alles zutrifft, ist der Erfolg kein Automat. Ich hatte genügend Misserfolge, auch bei Dingen, an die ich geglaubt habe.

 

Wann wurde Ihnen bewusst, dass Sie es ganz nach oben geschafft haben?

Vielleicht nach zehn Jahren. Als wir die Metro-Kaufhof-Gruppe reingeholt haben – was eigentlich die erste Fehlentscheidung war. Wir dachten, das könnte eine Win-Win-Situation werden, weil wir wussten, dass wir ins Ausland müssen, wenn wir weiter wachsen wollen. Die Kultur im Konzern war aber eine ganz andere als unsere.

 

Wie schlimm fühlt es sich an, wenn die eigene Vision den Bach runtergeht?

Den Bach ist sie erst runtergegangen, nachdem wir drei Gründer nicht mehr da waren. Dann sind die „grauen Männer“ aus „Momo“ gekommen, Menschen, die ihrem Ego verhaftet sind und kontrollieren wollen. Diesen Prozess konnten wir, als wir noch präsent waren, verhindern. Die großen wirtschaftlichen Erfolge, die es bis zu unserem Ausscheiden gab – und wohlgemerkt nicht mehr danach – haben uns den Rücken gestärkt. Nach unserem Weggang ist das Unternehmen energetisch, geistig, inhaltlich und wirtschaftlich abgeschmiert zu einem Unternehmen wie jedes andere. Wenn einem Dinge entgleiten, die man in Liebe abgegeben hat, ist das schlimm…

Das ganze Interview können Sie im Print Magazin Secrets of Success lesen. Dieses ist ab dem 4. Dezember 2020 im Handel.

 

Prof. Hermann Bühlbecker – der Lambertz Geschäftsführer sponsort lieber Events statt TV-Werbung

Der süße Geschmack des Erfolgs

Aachener Printen sind seit über 330 Jahren das Geschäft der Firma Lambertz, sie machte das Weihnachtsgebäck berühmt und war Hoflieferant der Könige von Preußen, Belgien und der Niederlande. Doch dann ging es bergab. Mit nur 28 Jahren übernahm der Spross der Familie, Hermann Bühlbecker, das Ruder, um das Vermächtnis seiner Vorfahren zu retten.

 

Die Zeiten hatten sich geändert, ein Unternehmen, das nur von einem einzigen Saisonartikel lebt, den es nur an den Fachhandel verkauft, hatte schlechte Chancen zu überleben. Viele Konkurrenten von Lambertz hielten trotzdem an dieser Strategie fest. Heute gibt es sie nicht mehr. Die Firma von Hermann Bühlbecker dagegen floriert. Er hat die Zeichen erkannt, den Lebensmittelhandel für sich gewonnen und Produkte, die nichts mit Weihnachten zu tun haben, entwickelt. Aus dem kleinen Betrieb mit 100 Mitarbeitern in der Hochsaison, ist ein Konzern mit acht Fabriken und 4000 Beschäftigten geworden. Lambertz ist als Gruppe seit dem Jahr 2000 Marktführer im Saisongebäck in Deutschland und der größte Lebkuchenfabrikant weltweit. Das nächste Ziel von Hermann Bühlbecker: den Anteil der saisonunabhängigen Produkte noch zu erhöhen – der Trend geht weiter Richtung gesundem Genuss –, und internationaler zu werden. Derzeit werden nur 25 Prozent des Umsatzes außerhalb Deutschlands erwirtschaftet, aus Sicht des Unternehmers sind aber „sicher 40 Prozent möglich.“ …

DAS GANZE INTERVIEW LESEN SIE IM PRINT-MAGAZIN. AB DEM 4. DEZEMBER 2020 IM HANDEL.

Katharina Behrends, Geschäftsführerin Universal Networks International Germany
© Foto Gert Krautbauer. Editorial Use Only, Photocredit Mandatory.

„Frauen sollten mutiger sein“

Warum Frauen sich gegenseitig das Leben schwer machen, statt gemeinsam für mehr weibliche Führungskräfte zu kämpfen, das ist Katharina Behrends ein Rätsel. Wer ihr beim Wandern, einem ihrer liebsten Hobbys, begegnet, würde wohl nicht ahnen, dass er eine der mächtigsten Frauen des deutschen Pay-TVs vor sich hat. Sie ist weder der gefürchtete Typ Karrierezicke noch ein Männerschreck – beides wird erfolgreichen Frauen in Deutschland gern unterstellt. Im Gegenteil: Führungspersönlichkeiten wie die Geschäftsführerin von NBC Universal wünscht man sich.

 

 

Interview

Wie hart ist es für eine Frau in einer Männerdomäne zu bestehen?

Es ist ein Unterschied, ob man für ein amerikanisches Unternehmen arbeitet oder für ein Deutsches. In den USA ist man deutlich weiter und das ist die Normalität, die ich kenne. Für mich war es also nicht hart. Insbesondere nicht bei NBC Universal – weil die Hälfte meiner Kolleginnen und Vorgesetzten Frauen waren. Ich habe großartige, beeindruckende Persönlichkeiten kennengelernt, die keine Karrierezicken geworden sind.

 

Nervt es, dass jeder Reporter mit der Frage ums Eck kommt, wie es als Frau in einer Chefposition ist? Einen Mann fragt man sowas nicht.

(Lacht) Da haben Sie eigentlich recht. Aber durch den Nachholbedarf in Vorständen und Aufsichtsräten in deutschen Aktiengesellschaften ist diese Frage berechtigt. Da muss mehr passieren. Am Ende geht es um Leistung und um Führungsqualitäten, die man als Frau natürlich genauso hat wie als Mann. Mittlerweile bin ich ein großer Verfechter einer verbindlichen Quote.

 

Ist es als Quoten-Frau nicht noch schwieriger, ernst genommen zu werden?

Das habe ich auch Jahre lang so gesehen. Aber ich fürchte, wir kommen auf Dauer nicht um eine Quote herum. Wenn man Deutschland mit dem Rest von Europa vergleicht – und mit den USA sowieso – gibt es fast überall sehr viel mehr Frauen in Führungspositionen.

 

Woran liegt das?

In Deutschland scheinen sich besonders Mütter noch immer schwer zu tun Vollzeit zu arbeiten. Im Ausland wird man nie – insbesondere nicht von anderen Frauen – gefragt, warum man Vollzeit arbeitet, wenn man Kinder hat. Außerdem ist die ältere männliche Generation lieber in Männerrunden und will nicht zwingend eine Frau in ihrer Mitte. Bei den jüngeren Männern ist das zum Glück anders. Aber es geht halt relativ langsam voran.

 

Machen es sich Frauen auch gegenseitig schwer? Oft werden erfolgreiche Frauen als unsympathisch abgestempelt…

Das ist ein bisschen so. Leider. Dabei sind es ganz unterschiedliche weibliche Persönlichkeiten, die in Führungspositionen kommen. Für mich war es wichtig, dass ich wusste, was für tolle Kolleginnen da überall auf der Welt sitzen.

 

Was könnten Frauen in Deutschland besser machen?

Wir sollten uns noch besser vernetzen und konkret unterstützen. Und ich würde gern Frauen dazu ermutigen, ja zu sagen, wenn ihnen eine Gelegenheit geboten wird. Ich habe mal einen guten Tipp bekommen: Den nächst höheren Job kann man immer nur dadurch, dass man ihn macht. Frauen sollten mutiger sein und sich trauen, vor dem Vorgesetzten auszusprechen, dass sie bereit für die nächste Rolle sind.

 

Was würden Sie Ihrem jüngeren ich raten?

Gelassener sein. Die Selbstzweifel, die ich am Anfang der Karriere hatte, habe ich heute nicht mehr. Das ist etwas typisch Weibliches. Und wenn es mal schwierig wird, einfach den Job weiter gut machen und Sachen aussitzen. Auch schwierige Situationen ändern sich oft ganz von allein wieder.

 

Halten Sie als weibliche Führungskraft die Augen nach talentierten Frauen offen, die einen Schubs brauchen?

Auf jeden Fall. Ich ermutige. Frauen trauen sich häufig eher zu wenig zu als zu viel. Mir hat mal ein netter Kollege gesagt: „Perception is reality“ – Wahrnehmung ist Realität. Man kann noch so viel arbeiten, wenn nicht sichtbar wird, was man kann, nützt das nichts.

 

Wo sehen Sie Ihre Stärken?

Ich bin authentisch, habe einen guten Kompass, mein Blick fürs Wesentliche ist ausgeprägt und ich bin gut darin Erfolgsstrategien zu entwickeln. In der Medien-Industrie ändert sich ständig wahnsinnig viel – und wenn sich der Markt ändert, muss es das Unternehmen auch. Außerdem bin ich durchsetzungsstark – das ist lustigerweise das, was mir Männer immer sagen. Manchmal denke ich, bei einem Mann würde sowas keiner sagen. Aber bei Frauen scheint das aufzufallen.

 

Haben Männer ein Problem mit starken Frauen?

Abstrakt finden es alle toll, aber konkret vielleicht nicht immer. Es gibt noch Männer, die sich schwer tun mit einer Frau als Vorgesetzter. Ich kenne da auch ein paar Beispiele und hatte schon Machos im Team. Aber die jüngere Generation ist nicht mehr so.

 

Wie entspannen Sie privat? Mit Fernsehen?

Es wäre merkwürdig, wenn ich nicht gerne Serien und Filme ankucken würde. Ich wandere auch gerne. Es ist wichtig, dass man mal nach Außen etwas anderes sieht – oder nach innen wie beim Yoga. Man lernt dabei wie bei einer Waschmaschine die Gedanken wegzuwaschen. Außerdem bin ich seit vielen Jahren Teil eines Lesekreises, wo wir uns über inspirierende Bücher unterhalten.

© oro photography Oliver Rösler

Die bescheidene Powerfrau

Unternehmerin, Politikerin, Moderatorin, TV-Löwin – Lencke Wischhusen ist vielseitig. Deutschlandweit bekannt wurde Steiner durch ihr Engagement im TV-Format „Die Höhle der Löwen“. Führungsverantwortung hat die Bremerin früh übernommen – als Geschäftsführerin des familieneigenen Verpackungsmittelunternehmens W-Pack Kunststoffe, das Anfang 2019 verkauft wurde. Politisch ist Lencke Wischhusen bei der FDP seit 2015 engagiert, sie ist Mitglied im Bundesvorstand und Vorsitzende der FDP-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft. Klingt nach einem bewegten Leben, dabei ist Wischhusen erst 34 Jahre alt und eine gute Ansprechpartnerin, wenn es um das Thema Erfolg geht. „Erfolg heißt für mich, wenn wir als Team ein gemeinsam gestecktes Ziel erreichen, ohne dass andere Menschen dafür leiden müssen“, lautet Steiners persönliche Erfolgsdefinition.

Als Kind wollte Wischhusen immer werden wie ihr Papa. „Ich war ein richtiges Papa-Kind.“ Ihr Vater, Dieter Wischhusen, kommt aus einfachen Verhältnissen, ist auf einem Bauernhof groß geworden, fuhr zur See und hat sich mit W-Pack seinen Unternehmertraum erfüllt. „Ich habe meinen Papa bewundert, wie er seinen Weg gegangen ist und das durchgezogen hat. Das fand ich immer spannend.“ „Respektvoll-wertschätzend“ bezeichnet Steiner heute die Beziehung zu ihrem Vater.

2010, nach abgeschlossenem Hochschulstudium und sechs Jahren Berufserfahrung, holt ihr Vater sie mit 24 Jahren in die Geschäftsführung der W-Pack Kunststoffe GmbH & Co. KG und der W-Pack Beteiligungs GmbH. Lencke Wischhusen trägt nun Verantwortung für gut 50 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Als Stärken, die auch für ihren Erfolg maßgeblich sind, sieht Wischhusen ihre Beharrlichkeit, ihre Fokussiertheit und die Gabe, Menschen motivieren zu können. „Für Ziele müssen immer alle an einem Strang ziehen, um gemeinsam etwas zu schaffen. Durch meinen Führungsstil schaffe ich es, dass Menschen über sich hinauswachsen und sich mehr zutrauen.“ Als kommunikativ-konsequent beschreibt Wischhusen ihren Führungsstil. Das heißt, sie nimmt ihr Team bei Veränderungen, Prozessen und Entscheidungen mit, die letzte Instanz ist aber sie. „Trotz allem lasse ich viele Freiräume und übertrage Verantwortung – unabhängig davon, ob jemand viel Erfahrung hat. Ich versuche immer, die Stärken einer Person zu erkennen und dementsprechend Verantwortungen zu übertragen.“ Das verschaffe ihr Freiraum für neue Aufgaben, Projekte und Ideen. „Ich denke, so muss eine gute Führungskraft heutzutage auch sein: teamorientiert arbeiten aber gleichzeitig eine Respektsperson sein und bereit dazu, die Verantwortung für die getroffenen Entscheidungen zu tragen.“

Außerhalb ihrer Karriere ist Lencke Wischhusen auf dem Boden geblieben, wirkt natürlich und bescheiden. Wahrer Luxus ist für die Politikerin, die Lebensmittel kaufen zu können, die sie möchte. „Ich schätze qualitativ hochwertige Lebensmittel und bin in der glücklichen Lage, mir diese einfach so aussuchen zu dürfen. Wahrer Luxus.“ Wenn der Einkauf in einem Kochabend mit der Familie endet, ist Steiner doppelt glücklich, denn gemeinsam Zeit zu verbringen und Erlebnisse zu schaffen, sei das schönste Geschenk.

Ihre Familie und ihr Lebensgefährte sind Wischhusen heilig und nach eigener Einschätzung auch an ihrem Erfolg beteiligt: „Wenn mein Lebensgefährte nicht an mich glauben und mich unterstützen würde, würde mir meine Arbeit keinen Spaß machen. Heutzutage ist es immer noch Glück, wenn eine Frau einen Partner hat, der sie in ihrem Tun unterstützt. Das habe ich Gott sei Dank.“ Im Fall von Wischhusen steht hinter einer erfolgreichen Frau ein starker Mann.

Apropos erfolgreiche Frauen. Spielt das Geschlecht beim Weg nach oben immer noch eine Rolle? „Ich denke schon, dass Frauen auch heutzutage immer noch mit einer großen Anzahl an Vorurteilen kämpfen, und vielleicht haben sie es im ersten Schritt schwerer. Aber jeder, der an die Spitze will, muss kämpfen, egal ob Frau oder Mann“, sagt Wischhusen.

Zugleich sieht sie in diesen Startschwierigkeiten aber auch ihr Erfolgsgeheimnis: „Steine, die mir in den Weg gelegt werden, sehe ich gerne als Meilensteine. Ich lass’ mich nicht aufhalten von Gegnern oder Kritikern.“ Der Erfolg gibt ihr Recht. Immer, wenn Lencke Wischhusen wieder ein Stück ihres persönlichen Weges geschafft hat, belohnt sie sich übrigens dafür: „Ich schenke mir dann eine Kleinigkeit.“ Schmuck ist ihre Schwäche. „Ohrringe, eine Uhr oder einen Ring habe ich mir schon selbst geschenkt. Etwas Kleines, woran ich mich erfreue. Und manchmal brauche ich einfach einen Grund für Geschenke an mich selbst“, sagt die herzliche Bremerin lachend.

Von Renate Kerscher

„Bildung ist der Schlüssel für Erfolg“

 

Sie zeigt der FDP, wie man Wahlen gewinnt. Mit Katja Suding als Spitzenkandidatin schaffte die Partei nach zwei vergeblichen Versuchen 2011 den Wiedereinzug in die Hamburgische Bürgerschaft. Das war für die heute 43-Jährige der Startschuss für eine zweite Karriere. Seit 2015 ist die PR-Expertin stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende, seit 2017 Mitglied des Bundestags.

Katja Suding ist zielstrebig. Während andere das Studentenleben genossen, arbeitete sie neben ihrem Studium der Kommunikationswissenschaften bereits als PR- und Kommunikationsberaterin. Nach ihrem Abschluss macht sie sich selbstständig, kümmert sich um Kunden aus der Mode-, Einrichtungs- und Automobilbranche. 2002 und 2004 kommen ihre Söhne Johann und Jacob auf die Welt. Als ihr Jüngster zwei Jahre alt ist, tritt sie in die FDP ein. Sie will etwas bewegen. „Guck’ nicht auf das, was andere für dich tun können, sondern mach’ es selbst“, ist ihr Leitspruch. „Ich wollte nie abhängig sein von irgendwem oder irgendwas. Mein erstes Geld verdiente ich als Schülerin: Vom Fließband einer Geflügelschlachterei bis zu Jobs als Zimmermädchen und im Supermarkt nutzte ich jede Gelegenheit, mir das Taschengeld für mein Schuljahr in Amerika zu erarbeiten.“
Ihr Ziel als Politikerin: Ihre Kinder sollen in einer Gesellschaft aufwachsen, in der alle Menschen in Freiheit und Verantwortung so leben können, wie sie es wollen. „Ich kämpfe für weltbeste Bildung für jedes Kind, unabhängig von Elternhaus und Wohnort. Deshalb engagiere ich mich für bundesweit einheitliche Bildungsstandards und für digitale Bildung in der Schule“, konkretisiert die zweifache Mutter ihre politischen Ambitionen. „Denn Bildung ist der Schlüssel für Selbstbestimmung und Erfolg. Kein Kind darf davon ausgenommen sein.“ Ein ambitioniertes Ziel. „Ja, man muss mutig sein und sich hohe Ziele setzen. Die erreicht man aber nicht über Nacht, dafür muss man bereit sein, zu kämpfen.“ Rückschläge gehören da dazu, eine Erfahrung, die sie auf dem politischen Parkett gelernt hat. „In der Politik gewinnt man nicht jede Wahl. Bei parteiinternen Wahlen bin ich schon mal gescheitert. Dann heißt es aufstehen und weitermachen.“ Am besten lege man sich für Rückschläge ein dickes Fell zu. Gegenwind und Widerstände müsse man aushalten können. Und was würde sie ihren Kindern raten? „Finde heraus, was dir Spaß macht, arbeite an dir und dann wirst du darin auch gut sein.“

 

Von Claudia Rothhammer

„Ständiges reflektieren ist die einzige Chance zum Erfolg“

© Jenn Werner

Marcell Jansen beendete mit nur 29 Jahren seine Karriere als Fußball-Profi. Es waren keine Verletzungen, die ihn zu dieser Entscheidung trieben, es war wohl durchdacht, wie alles in seinem Leben.

„Als Kind war es mein Traum, mal in einem großen Stadion aufzulaufen.“ Das hat Jansen nicht nur einmal geschafft. Er gewann mit dem FC Bayern das Double und durfte als jüngster Spieler der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2006 auflaufen. Mit ihr wurde er WM-Dritter und Vize-Europameister 2008.

Mittlerweile ist er Unternehmer und Präsident des Hamburger SV. Ein außergewöhnlicher Weg. Klar, präzise und erfolgreich. Die dafür benötigten Werte hat er von seinen Eltern mit auf den Weg bekommen. „Meine Eltern haben mir das vorgelebt, was wichtig ist. Selbstkritik, Selbstreflektion und kein Neid. Auch kein Jammern, obwohl es immer wieder genug Gründe im Leben gibt.“ Der erste Erfolg in Jansens Leben war auch der Sprung in den Profifußball. „Ich konnte mein Hobby zum Beruf machen. Auch, wenn das Hobby dann weg ist,“ sagt Jansen. Mit diesen ersten Erfolg, dem Abschluss des Profivertrages kam er auch seinem großen Wunsch näher. „Ich wollte für meine Eltern ein Haus kaufen, als Dankeschön für alles, was sie für mich getan haben. „Von ihnen habe ich gelernt zu reflektieren. Das ist bei Rückschlägen sehr wichtig. Doch ich kann mich in solchen Momenten auch 100% auf ihre Unterstützung verlassen.“ Wenn man Niederlagen richtig einschätzt, dann kann man sie positiv nutzen. „Niederlagen waren für mich die wichtigsten Schritte nach vorne. Egal, ob privat oder Sportlich.“ Dabei helfen Reflexion und Sozialkompetenz. „Ohne diese beiden Eigenschaften kann man vom Herzen nicht glücklich sein!“

Sein Schritt raus aus dem Profifußball kam für viele überraschend, für Jansen selbst war es, wie alles in seinem Leben, wohl überlegt. Das gibt er auch an junge Menschen weiter, die Erfolg anstreben. „Man muss für sich alleine erst einmal den Erfolg definieren und vor allem seinen eigenen Kompetenzbereich finden.“ Sein Kompetenzbereich liegt nun im Gesundheitswesen und Fußball ist wieder zu seinem Hobby geworden. Für Marcell Jansen ist klar: „Erfolg hat man, wenn man sich selbst richtig kennt.“

Von Daniela Fuß

 

„In meiner Familie gab es immer starke Frauenvorbilder“

©Boris Kralj

Geboren am 23.08.1972 in Düsseldorf hat Anita Tillmann ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Nach einem Diplom in Textil- und Bekleidungswirtschaft und einem Aufbaustudium in Marketing führt ihre Karriere sie vom Consulting für Modeunternehmen bei Kurt Salmon zu erfolgreichen Modemarken wie Joop! und Kathleen Madden. Nach Stationen bei Pixelpark, Adidas und Mexx gründet sie 2003 in Berlin die Messe Premium und entwickelt eine internationale Lifestyle-Plattform, durch die die deutsche Hauptstadt zu einem der weltweit wichtigsten Modestandorte avanciert. Heute veranstaltet die Premium Group neben den zwei Leitmessen Premium und Seek die Innovationskonferenz Fashiontech Berlin. Neben ihrer Tätigkeit als Managing Partner engagiert sich Anita Tillmann für verschiedene Hilfsorganisationen. Anita Tillmann ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Berlin.

Wie definieren Sie Erfolg?
Seine Ziele nicht nur zu erreichen, sondern sie noch zu übertreffen.

Sie sind Gründerin der PREMIUM und maßgeblich an der Entstehung der Berlin Fashion Week beteiligt. Was waren die größten Hürden auf dem Weg zur Etablierung?
Ich habe unser Konzept seinerzeit in Düsseldorf bei der damals größten Modemesse der Welt, der IGEDO, vorgestellt. Der Geschäftsführer hat mich jedoch nicht ernstgenommen und nur belächelt. Der Stadt Berlin mangelt es dagegen neben dem nötigen Geld und den Kapazitäten leider immer noch an einem Gespür dafür, was das in die Stadt strömende Kreativpotenzial perspektivisch bedeutet.

Hatten Sie einen Mentor?
Ich wurde sehr von dem leider schon verstorbenen Franco Bruccoleri geprägt, der mit seiner Agentur als Erster internationale Designermode nach Deutschland brachte. Mir hat insbesondere seine Furchtlosigkeit imponiert. Ein weiterer Einfluss war Wolfgang Joop. An ihm habe ich die Fähigkeit bewundert, seiner Andersartigkeit Raum zu geben. Mich inspirieren in erster Linie angstfreie Persönlichkeiten.

Was sind Ihre größten unternehmerischen Stärken?
Unternehmer sind ein bestimmter Schlag Mensch. Es gehört Mut, Entschlossenheit und Risikofreude dazu. Vieles ist erlernbar. Nicht erlernbar ist, für seine Leidenschaft zu brennen und seine Vision zu verteidigen.

Was ist das Erfolgsrezept hinter Marken PREMIUM und SEEK?
Wir sehen uns nicht nur als reiner Marktplatz, sondern als Impulsgeber, als Marken-Macher und kreativer Netzwerker. Unter dem Motto „Content, Commerce & Community“ bieten wir ein riesiges Programm rund um die Messen. Berlin ist für uns nicht nur eine Fashion-Stadt, sondern eine Content-Stadt mit den verschiedensten kreativen und geschäftlichen Bereichen. Eine weitere Säule für den Erfolg ist natürlich auch unser großartiges Team.

Wie bringen Sie Arbeit und Familie unter einen Hut?
Indem man Prioritäten setzt. Außerdem bauen wir das Unternehmen um unsere Familie herum. Der Übergang zwischen Arbeit und Privatleben ist sehr flexibel und dynamisch gestaltet.

Denken Sie, es als Frau im Geschäftsleben schwerer als Ihre männlichen Kollegen gehabt zu haben?
Bedingt. Gerade in Deutschland wird die Modeindustrie von Männern mittleren Alters in schlecht sitzenden Anzügen dominiert. Saturiert, nicht mehr hungrig, verwoben in einem Klüngel, der mich immer wahnsinnig gemacht hat. In meiner Familie gab es immer starke Frauenvorbilder, an denen ich mir früh ein Beispiel genommen habe. In der Premium Group sind heute zu 95% Frauen beschäftigt. Generell finde ich, dass es Frauen in der Gesellschaft heute noch sehr schwer gemacht wird.

Von Thomas Clausen

Die Digitalisierung bringt neue Herausforderungen

Dahler & Company

Kirsten Dahler leitet seit 25 Jahren gemeinsam mit ihrem Ehemann Björn Dahler das Unternehmen Dahler & Company GmbH. Nach einem BWL Studium arbeitete sie zunächst bei einem Immobilienunternehmen. 1993 folgte dann die gemeinsame Gründung. Mit mittlerweile über 60 Maklerbüros in Deutschland, Österreich und Mallorca konzentriert sich das Franchiseunternehmen Dahler & Company insbesondere auf die Vermittlung hochwertiger Immobilien.

Was bedeutet für Sie Erfolg? 
Erfolg lässt sich nicht nur anhand von Zahlen messen. Erfolg kann sich darin widerspiegeln, etwas zu bewegen, zu kreieren und Gutes zu tun. Wenn in der Folge optimalerweise die Welt ein stückweit verbessert oder Menschen damit eine Freude gemacht wird, beeinflusst das positiv meine eigene Zufriedenheit und meinen persönlichen Erfolg.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Eine gesunde Portion Neugierde, Pragmatismus, Hartnäckigkeit und der Fokus auf die mir wichtigen Dinge. Ich schiebe nicht gerne auf, eher gehe ich Aufgaben und Herausforderungen direkt an. Erfolg hat immer etwas mit den Menschen zu tun, die einen umgeben, und der Art und Weise, wie man mit diesen umgeht. Ich war schon immer kommunikationsstark und habe diese Eigenschaft in meinem Alltag und im Unternehmerdasein genutzt. Kommunikationsstark heißt dabei aber nicht nur „gut reden zu können“, sondern vor allem „gut zuhören“.

Was waren für Sie bisher Ihre wichtigsten Karriereschritte?
Der erste große und wichtigste Schritt war der Sprung in die Selbstständigkeit, als mein Mann und ich unser Unternehmen 1993 gründeten. Das theoretische Wissen aus dem Studium und die bisherige Arbeitserfahrung konnten wir hier in die Praxis und auf unsere Art umsetzen. Ab diesem Zeitpunkt hatten wir die Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen und Gestaltungsfreiräume zu nutzen.

Wobei haben Sie außerhalb Ihres täglichen Business gerne Erfolg?
Beim Golfspielen. In meiner Freizeit kann es vorkommen, dass sich mein sportlicher Ehrgeiz zeigt. Dass ich mich parallel zum Beruf um die Kinder und unsere Ehe kümmern konnte, verbuche ich als persönlichen Erfolg.

Was ist heute Ihr Antrieb, jeden Tag weiter zu machen?
Neue Herausforderungen treiben mich an, wie zum Beispiel derzeit im Bereich Digitalisierung, wo es darum geht, immer weiterzudenken und am Ball zu bleiben. Außerdem möchte ich auch zukünftig mein Know-how an junge Mitarbeiter weitergeben, um diese zu unterstützen. Und dann geht es auch darum, unseren Erfolg mit anderen zu teilen und etwas zurückzugeben.

Von Franziska Mansen

Das Herz ist der beste Ratgeber

Sein Telefonbuch liest sich wie ein Who-is-Who der Medien-Landschaft: Nico Wirtz (47) kann alles und jeden vernetzen, hat unendliche viele Ideen – das ist sein Kapital. Er hat schon mehrere Preise gewonnen und ist in der Branche gefragt. Nach seiner Position als Strategie-Chef bei Tele5, rockt er jetzt als Marketing-Chef die Telepool GmbH – das Unternehmen gehört Hollywood-Star Will Smith und Regisseur Marc Forster.

Nico Wirtz ist Chief Marketing Officer (CMO) bei der Telepool GmbH

Wer war als Kind ihr größtes Vorbild?

Es gibt da keine konkrete Person. Ich bewundere Menschen, die in Grundspannung, liebevoll und leidenschaftlich erfolgreich sind.

Was sind Ihre Stärken, die für Ihren Erfolg maßgeblich sind?
Ich bin, denke ich, ein hervorragender Kontakter und Netzwerker. Ich liebe es Menschen, Ideen und Dinge zu vernetzen, damit etwas Neues entstehen kann. Oft sehe ich Kombinationen, die andere (noch) nicht sehen. Da kommt schon oft was Gutes bei raus.

Was treibt Sie beruflich weiter voran?
Ich habe beschlossen, mich auch im Job nur noch mit guten Menschen zu umgeben. Das treibt nicht an, sondern gibt einem Flow.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten unterstützt ?

Mit Sicherheit war und ist meine Frau eine, wenn nicht die Stütze. Nicht Küche, Kinder, Herd…! Sie hat ihr eigenes, erfolgreiches Business und ist komplett unabhängig. Sie ist für mich immer Rückhalt, kritischer Partner und Impulsgeber persönlicher Entwicklung. Ohne sie wäre ich nicht, was ich heute bin. Ansonsten wollte ich eine ganze Zeit am liebsten wenig Unterstützung von Dritten, bis ich gemerkt habe, dass das der falsche Weg ist. Heute habe ich einen kleinen Kreis mit wichtigen (Geschäfts-)Freunden, mit denen ich regelmäßig über Business philosophiere, die ich aber auch um Rat frage oder denen auch ich Impulse und ehrliche offene Einschätzungen anbiete. Das kann ich nur jedem raten. Aber wähle gut aus: Du bist der Durchschnitt der 5 Menschen, mit denen Du Dich am meisten umgibst.

Welche Sehnsüchte haben Sie?

Ich habe die Sehnsucht, komplett frei zu sein. Da arbeite ich noch dran.

Was ist die wichtigste Eigenschaft, die erfolgreiche Menschen haben sollten?

Herz. Liebe macht keine Fehler. Und wenn sich mal was anders entwickelt, als angenommen, kommt aus dem Herz der richtige Impuls, wie es weitergeht.

Welche Rolle spielt sozialer Status?

Ich fand es früher cool einen Geschäftsführertitel zu haben. Ich bin sicher auch heute nicht ganz frei von Eitelkeit. Aber Titel sind Schall und Rauch. Mir geht es um Lösungen.

 

Von Johanna Reichert

Was sind die Erfolge in der Welt der Uhren

Alexander Gutierrez Diaz, General Manager bei Richemont Northern Europe

– Erfolg: laut Duden ein positives Ergebnis einer Bemühung; Eintreten einer beabsichtigten, erstrebten Wirkung.

Wo finde ich Erfolg, die Bemühung und die erstrebte Wirkung in der Welt der Uhren. Ich würde sagen: fast überall.

Beginnen wir am Anfang: wir schreiben das ausgehende 18. und beginnende 19. Jahrhundert und befinden uns noch vor der Industrialisierung im Schweizer Jura oder in Sachsen – den Hochburgen der Uhrmacherei. Genies, Freigeister, Entrepreneure, Könner ihres Fachs entwickeln und konstruieren nie dagewesene technische Wunderwerke, trotzen frech der Physik und akzeptieren kein Limit. Es entstehen Tourbillons, Ewige Kalender, Minutenrepititionen und Astrolabien auf kleinster Fläche für die Westentasche. Erfolg als Konsequenz von Akribie, Erfahrung und Können.

Wenn das nicht schon nicht genug Erfolg wäre – nein, man wagt den Schritt in die große Welt, gründet nach teilweise wochenlangen Anreisen Niederlassungen in Übersee, Asien und Australien, um dem internationalen Publikum Zugang zu den Meisterwerken zu ermöglichen. Dies ohne Volkshochschulkurs „Chinesisch“ oder einer gut funktionierenden Fremdsprachen APP nebst GoogleMaps. Erfolg als Konsequenz von Mut, Offenheit und Vision.

Jahrzehnte und Jahrhunderte verfliegen. Es verschieben sich Grenzen, Staaten kommen und gehen, Kriege werden geführt, die Industrialisierung verändert das Leben auf unserem Planeten und nichts bleibt wie bisher in Gesellschaft, Politik und Kultur. Unsere Freunde in der Welt der Uhren sind außen vor: weiterhin entstehen Zeitmesser, die dem Träger seine persönliche Zeit entschleunigen und ein Gefühl von Sicherheit geben – sozusagen als der, im wahrsten Sinne des Wortes, engster Freund. Erfolg als Konsequenz von Tradition, Beständigkeit und Langfristigkeit.

Seit 200 Jahren erleben somit nicht nur die Uhrmacher und Schöpfer Erfolg, sondern geben auch uns, den Trägern und Käufern, die Möglichkeit unsere persönlichen Erfolge mit ihren Uhren zu zelebrieren. Sei es im Privaten oder Beruflichen.

Wir belohnen und ehren unsere Kinder, Partner und Familienmitglieder bei den vielfältigsten Anlässen. Wer gönnt sich nicht nach beruflichem Erfolg, gutem Geschäftsabschluss oder der ersehnten Beförderung gern einen Zeitmesser, der diesen Moment am Handgelenk festhält und erinnert. Erfolg als Konsequenz von Emotion, Verbundenheit und Genuss.

Zeitmesser und Erfolg scheinen ein untrennbares Paar zu sein, das die Zeiten übersteht und nicht vergeht – und ähnlich wie an einer hochwertigen Uhr erfreut man sich am Erfolg nicht nur heute, sondern wünscht sich beide auch für die kommende Generation.