„Stärke ist keine One-Man-Show“

Erst Arzt, dann Wissenschaftler, schließlich Topmanager: Prof. Dr. Christoph Straub hat sich stets weiterentwickelt und leitet heute als Vorstandsvorsitzender die Geschicke der Barmer Krankenkasse. Stillstand ist für ihn im wahrsten Sinne des Wortes ein No-Go.

 

Dass Professor Dr. Christoph Straub irgendwann den Arztkittel überstreifen würde, stand früh fest. Als Kind einer Arztfamilie hat er von klein auf erlebt, wie erfüllend es sein kann, Menschen in schwierigen und mitunter lebensbedrohlichen Situationen zu helfen. Diesen Kindheitstraum hat er sich längst erfüllt. Den Kittel hat er allerdings an den Nagel gehängt.

Heute trägt Christoph Straub Anzug, wenn er zur Arbeit fährt. Für die Gesundheit der Menschen kämpft er als Vorstandsvorsitzender der Barmer Krankenkasse aber nach wie vor. Den Wechsel von der klinischen Medizin erst in die Gesundheitssystemforschung und schließlich ins „reale“ Gesundheitswesen bezeichnet er als einschneidenden Schritt. „Das hat meine Laufbahn geprägt“, sagt der 59-Jährige, überlegt kurz und schiebt nach: „Sonst wäre ich wohl Arzt am Bodensee.“

Nach Vorstandsstationen bei der Techniker Krankenkasse und der Röhn-Klinikum AG wechselte er 2011 zur Barmer – ein Meilenstein in seiner Karriere. Mit dem Wechsel ging die Herausforderung einher, das Unternehmen zu einer leistungsfähigen und nachhaltig agierenden Organisation zu entwickeln. Um das zu erreichen, hat er „eine in der Geschichte der Krankenkasse nicht dagewesene Umstrukturierung“ angestoßen, wie er erklärt. Dafür alle Stakeholder ins Boot zu holen, war eine Mammutaufgabe. Geschafft hat er es dennoch. „Ich denke, eine meiner Stärken ist es, als Vorstandsvorsitzender starke Männer und Frauen um mich herum zu sammeln, um mit ihnen in einem konstruktiv-kritischen Austausch die besten Lösungen für die Kunden und das Unternehmen zu finden. Stärke ist keine One-Man-Show, Stärke basiert auf Teams und auf Vielfalt“, sagt Straub.

Ein Miteinander im Unternehmen ist Christoph Straub besonders wichtig. Erfolg sei schließlich immer das Ergebnis einer offenen, konstruktiv-kritischen Diskussion von vielen, ist er sich sicher.

Das ganze Interview Lesen Sie im Print-Magazin. Ab dem 4. Dezember 2020 im Handel.

PD Dr. med. Christian Weißenberger ist Leiter des Zentrums für Strahlentherapie Freiburg. © Zentrum für Strahlentherapie Freiburg

Erfolgreich Gesundheitsbewusstsein schaffen

Er gilt als einer der wichtigsten Krebsexperten Deutschlands und macht gemeinsam mit zahlreichen Prominenten auf die Bedeutung der Krebsprävention aufmerksam. Für PD Dr. med. Christian Weißenberger heißt Erfolg vor allem, kranken Menschen helfen zu können.

Dass Gesundheit ein hohes Gut ist, muss man Christian Weißenberger nicht erklären. Der bundesweit bekannte Leiter des Zentrums für Strahlentherapie in Freiburg im Breisgau setzt sich seit Langem für ein stärkeres Gesundheitsbewusstsein seiner Landsleute ein und feilt stets an neuen Therapiemöglichkeiten. „Persönlich erfolgreich zu sein heißt für mich, Dinge zu erreichen, ohne mir untreu zu werden“, erklärt Weißenberger. „Als Arzt geht es in dem Fall konkret darum, seinen Patienten die bestmögliche Therapie zu bieten – die zuverlässig und schonend und auch für alle Patienten bezahlbar ist.“

Wie man erfolgreich handelt, musste Christian Weißenberger bereits als 17-jähriger Gymnasiast lernen – und das nicht nur auf der Schulbank. Er und sein Bruder mussten nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters dessen Landwirtschaftsunternehmen übernehmen. Ein Sprung ins Ungewisse, der jedoch durch Fleiß und eine gesunde Selbsteinschätzung gelang: „In dieser Zeit habe ich gelernt, dass so manches gute Geschäft gerade dasjenige ist, das nicht zustande kommt“, blickt Christian Weißenberger zurück. „Egal ob es sich um Kunden oder um Patienten handelt: Wenn die Chemie zwischen den Beteiligten letztendlich nicht stimmt, sollte man es lieber lassen.“

Neben der Patientenbetreuung und der Forschung liegt dem 54-jährigen Mediziner der „Freiburg Health Day“ besonders am Herzen, den er 2016 aus der Taufe gehoben hat. Alljährlich geht es da an mehreren Standorten in Freiburg bei Sportveranstaltungen, Vorträgen und Showauftritten ausschließlich um das Thema Gesundheit. Unterstützt wird der „Freiburg Health Day“ von prominenten Sportlern wie der Olympiasiegerin Heike Drechsler oder von Schauspielern und Influencern wie Thorsten Nindel („Lindenstraße“), Patrick G. Boll („Berlin – Tag und Nacht“) oder Model und „Bachelor“-Kandidatin Dany Michalski. „Wenn ich da mit all diesen tollen Menschen auf der Bühne stehe und sehe, mit wie viel Freude die da alle mitmachen, dann ist das schon ein absolutes Highlight!“, freut sich Weißenberger.

Fußball und Kickern sind Claassens Leidenschaft. Zweimal war er bereits Präsident eines Fußballclubs – bei Hannover 96 und bei RCD Mallorca. Fotos: © Syntellix AG

Erfolgreich mit harter und strukturierter Arbeit

Prof. Utz Claassen ist ein Macher, ein Entrepreneur und Stehaufmännchen. Claassen schwimmt gerne auf der Erfolgswelle, bis sie ihn vom Brett reißt. Dann steht er auf und surft die nächste Welle. Sein Abitur macht er mit 17 Jahren mit dem Notendurchschnitt von 0,7. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften und zwischenzeitlich auch der Medizin steigt er bei McKinsey ein und wechselt dann zu Ford, später zu Volkswagen. 1994 wird er Finanzvorstand und Vertreter des Präsidenten bei Seat. Es folgt der Posten des Vorstandsvorsitzenden bei Sartorius und 2003 schließlich bei EnBW. Heute steht Claassen an der Spitze des Medizintechnikherstellers Syntellix, den er 2008 gegründet hat.

Mit Erfolg, aber auch Widrigkeiten kennt er sich aus. Claassen hat viel durch in seiner beruflichen Laufbahn. Er polarisiert. Wenn Claassen auf Fragen antwortet, dann nie wie aus der Pistole geschossen. Er denkt intensiv nach, wägt ab, seine Wortwahl ist wohlüberlegt und freundlich.

Darin sieht er auch eine der Stärken, die für seinen Erfolg maßgeblich sind: „Ich kann mich vernünftig artikulieren.“ Außerdem habe er Kampfgeist, sei fleißig und bringe eine hohe Einsatzbereitschaft mit. Mit diesen Stärken kann er seinen selbstgestellten Ansprüchen gerecht werden und seine Ziele als Topmanager erreichen. Topmanager ist Claassens Berufsbezeichnung. Seit er 17 Jahre alt war, war ihm seine Berufswahl klar. „Ich wollte und will gestalten, verändern und verbessern. Das kann man als Topmanager.“ Als Kind hatte er verschiedene Berufe auf dem Zettel: Statiker, weil der Onkel einer war; Apotheker, weil der Menschen gesund macht; als Gymnasiast wollte er Gehirnchirurg werden, als Kind schwebte ihm eine Karriere als Fußballprofi vor.

Das mit dem Fußballprofi hat nicht geklappt, aber dafür war er zeitweise Fußballpräsident. 1997 für 74 Tage bei Hannover 96. Er wollte sanieren, stieß auf Widerstand, wurde bedroht, zog sich schließlich zurück. Seit 2010 war er Investor bei RCD Mallorca und hatte dort verschiedenen Posten inne – auch wieder als Präsident. Fußball ist eine Herzensangelegenheit für Claassen. Hier kommt er kurz ins Schwärmen, wird dann aber wieder sachlich. „Ein realisierter Traum oder eine genutzte Gelegenheit können sich im Nachhinein als wenig vorteilhaft herausstellen“, sagt er. Ob er irgendetwas nachtrauert? „Nein, es lohnt sich nicht, einer Sache nachzutrauern, weil sich die Vergangenheit nicht ändern lässt. Ärger und Angst sind schlechte Berater.“

Er muss es wissen. Claassen sieht stets das Positive in der jeweiligen Situation. „Jeder einzelne Schritt meiner Karriere war wichtig, weil er mir immer etwas anderes gebracht hat. Und zwar den Eintritt in eine neue Welt mit neuen Perspektiven.“ Trotzdem benennt er durchaus Highlights seiner Karriere. „Karrieretechnisch und medial war meine Position als EnBW-Chef ein Highlight, als ich 38.000 Mitarbeiter hatte. Von der Intensität her war die Seat-Sanierung mein Highlight.“ Auch den emotionalsten Moment seiner Laufbahn als Topmanager teilt Claassen: „2013, als Syntellix den Innovationspreis der deutschen Wirtschaft erhalten hat, hatte ich mich vollständig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, um mich um meine sterbende Mutter zu kümmern. Nur für einen Abend habe ich sie mit der Frau eines Freundes allein gelassen, als ich den Preis in Empfang genommen habe.“ Darum werde er den Preis immer mit seiner Mutter in Verbindung bringen, den er ihr als Zeichen seiner Wertschätzung mit nach Hause gebracht, gezeigt und gewidmet habe.

Neben seiner Mutter war Ferdinand Piëch eine wichtige Person in Claassens Leben. Dessen Tod am 25. August 2019 hat den Topmanager getroffen. „Die Person auf der Welt, die ich außerhalb der Familie am meisten respektiert habe und respektiere, der ich am meisten zu verdanken habe, die mir die meisten wichtigen Referenzpunkte, Förderungen, Forderungen, Herausforderungen, Lehren und Einsichten mitgegeben hat, ist Ferdinand Piëch. Sein kürzliches Ableben ist ein unfassbarer Verlust für unsere Wirtschaft und Gesellschaft gewesen, den viele wahrscheinlich nicht einmal richtig verstanden haben“, sagt Claassen über seinen Mentor.

Heute hat Claassen selbst Mentor-Qualitäten. Jungen Menschen, die ins Topmanagement wollen, gibt Utz Claassen folgenden Tipp mit auf dem Weg: „Sich nicht von der Leichtigkeit des Seins verführen lassen. Mit harter und strukturierter Arbeit kann man die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass das berufliche Glück kommt. Daran habe ich mich immer gehalten.“ Gleichzeitig gibt Claassen aber zu, dass dieser Beruf mit dem Privatleben nicht immer einfach zu vereinbaren sei. „Ich habe zu viel Fokus auf meinem beruflichen Einsatz. Und extrem wenig Freizeit.“ Er könnte sich vorwerfen, zu wenig Freizeit und Privatleben zu haben. „Ich bin privat glücklich, aber objektiv betrachtet habe ich habe ich viel zu wenig Zeit für private Dinge.“ Ein Schicksal, das viele erfolgreiche Menschen mit Claassen teilen. Trotzdem nimmt er sich hin und wieder eine Auszeit. Zum Beispiel, um Tischfußball spielen, zu Hause am eigenen Kickertisch, aber auch auf Turnieren.

Gerne würde Utz Claassen mal einen ganzen Tag „offline“ sein. „Das wäre Luxus für mich.“ Allerdings sei das derzeit unvorstellbar und mit seiner unternehmerischen Verantwortung nicht zu vereinbaren. Verantwortungsgefühl ist ein Must-have in seinem Beruf. „Wer unternehmerisch tätig ist und Personalverantwortung trägt, muss rund um die Uhr Verantwortungsgefühl haben“, sagt Claassen. Verantwortungsgefühl mache seiner Meinung nach auch eine gute Führungskraft aus. „Und Führungsfähigkeit im Umgang mit Menschen. Nicht jeder, der ein guter Fachmann ist, ist auch eine gute Führungskraft.“ Seinen eigenen Führungsstil beschreibt Claassen so: „Jeder ist so frei, wie er gut ist.“

Über Statussymbole spricht Utz Claassen nicht so gerne. Er möchte seine finanziellen Möglichkeiten auch nicht mit seiner offenkundigen Leidenschaft für Autos in Verbindung bringen und bleibt vage, wenn es um seinen privaten Fuhrpark geht. Ein Bentley? „Ich lebe in starken Loyalitäten, und es versteht sich von selbst: Wenn ich ein Fahrzeug käuflich erworben habe, dann eines, das ich mit dem Konzept Piëch-Engineering in Verbindung bringe und das mich auch über meine Arbeitszeit im Volkswagen-Konzern hinaus mit Herrn Piëch verbindet, wann immer ich es fahre.“
Von Renate Kerscher

Prof. Dr. Marion Kiechle

Prof. Dr. Marion Kiechle ; Direktorin der Frauenklinik
Foto: Eckert / Heddergott

Wer Karriere machen will, darf sich nicht verstecken

Mit einer Freundin hat sie den Bestseller „Tag für Tag jünger“ geschrieben. Doch nicht nur wegen ihrer Anti-Aging-Strategien ist Marion Kiechle für Frauen interessant: Die Gynäkologin hat sich auch der Krebsforschung verschrieben und könnte mit ihrer Arbeit vielen Frauen helfen – Frauen wie Angelina Jolie, die eine Veranlagung für Brustkrebs in sich tragen und in ständiger Angst leben.

Kiechle zählt zu den Top-Brustkrebsspezialisten Deutschlands – und sie war die erste Frau hierzulande, die auf einen Gynäkologie-Lehrstuhl berufen wurde. Die 59-Jährige blickt auf eine beachtliche Karriere in der Medizin zurück. „Dabei ist bei uns in der Familie weit und breit kein Arzt vorhanden.“ Dafür aber eine Mutter, die ihrer Tochter von klein auf Mut zusprach. „Meine Mutter ist heute 81. Sie hat zwar ein gutes Abitur gemacht, durfte aber nicht studieren, da man davon ausging, dass sie eh mal heiratet. Dabei wäre sie gerne Apothekerin geworden.“ Ihre Mutter legte großen Wert auf Bildung, sie habe ihr immer geraten: „Mach dich nicht abhängig von einem Mann. Verdien dein eigenes Geld.“

Nach einem Praktikum im Krankenhaus schrieb sich Kiechle für Medizin an der Uni Freiburg ein. Es folgten Promotion und Habilitation. Aus ihren hochgesteckten Zielen hat sie nie ein Geheimnis gemacht. Ganz im Gegenteil: „Wenn man Karriere machen will, sollte man das auch nach außen kommunizieren, insbesondere den Menschen, die einem weiterhelfen und begleiten können.“ Das rät sie insbesondere jungen Frauen. Gerade die seien in Bewerbungsgesprächen meist bescheidener und zurückhaltender als ihre männlichen Kollegen. „Dabei hat Karriere so gar nichts mit Familienplanung zu tun. Kinder kann man nicht planen.“ Schon allein die Frage, wann man den richtigen Mann für die Familiengründung finde, könne keine Frau wissen. Sie selbst habe ihre große Liebe erst mit 46 Jahren getroffen – gemeint ist Sportkommentator Marcel Reif.

In Bayern kennt man Kiechle aber vor allem an der Seite eines anderen Mannes: Ministerpräsident Markus Söder. Er ernannte die Direktorin der Frauenklinik München 2018 zur Wissenschaftsministerin. Sieben Monate später – nach einer Wahlniederlage – war ihr Ausflug in die Politik zu Ende. Am nächsten Tag hat sie ihre Arbeit als Klinikdirektorin und ihre Forschungsarbeiten wieder aufgenommen. Sie wirkt zufrieden und mit sich im Reinen. „Niederlagen dürfen einen nicht aus dem Konzept bringen“, sagt sie. „Man darf sie vor allem nicht persönlich nehmen.“

Claudia Rothhammer

5 Fragen an Dr. Jana Michel. Inhaberin Zahnarztpraxis Dr. Jana Michel in München.

contentPR

Was wollten Sie als Kind werden?

Andere Mädels träumten davon einmal Tänzerin, Schauspielerin oder Sängerin zu werden – mit der Haarbürste als Mikrofon. Das war bei mir anders: Ich habe tatsächlich als Kind schon mit meiner Cousine „Zahnärztin“ gespielt, bei uns im Garten! Stöckchen dienten als Bohrer-Werkzeug.

Eigentlich wollte ich nie etwas anderes werden, nur einmal hab ich mich noch hinterfragt. Das war in der Oberstufe: ich habe ein mehrwöchiges Praktikum bei einem Rechtsanwalt gemacht- nur um wirklich auf Nummer sicher zu gehen. Danach war ich sicher!

Wie haben Sie den Beruf Zahnärztin für sich entdeckt?

Ich habe den Beruf im wahrsten Sinne des Wortes in die Wiege gelegt bekommen- mein Großvater hatte eine Zahnarztpraxis, die meine Mutter und mein Onkel später übernahmen. Ich habe also viel Zeit dort verbringen dürfen. Und das hat mich nicht abgeschreckt – ganz im Gegenteil. Ich hab zwar auch Patienten mit Angst und Schmerzen erlebt – dass meine Mutter ihnen helfen konnte, hat mich sehr beeindruckt.

Wie haben Sie sich dazu entschieden, eine eigene Praxis zu gründen?
Das war wirklich ein Meilenstein für mich. Aber der Entschluss, mich selbstständig zu machen, stand schon früh fest. Ich wollte „mein eigener Chef“ sein. Die Möglichkeit selbst zu gestalten, ob es um Personalführung, Einrichtung oder die Philosophie der Praxis geht, das ging mir über alles.

Beschreiben Sie uns die Herausforderungen, die eine Selbstständigkeit in jungen Jahren mit sich bringt. Wie überwinden Sie Hindernisse und Schwierigkeiten?

Mit Disziplin und Durchhaltevermögen! Gleichbedeutend sehe ich die Leidenschaft, mit der man einen Beruf ausüben sollte.
Die war auch nötig – denn Insbesondere „junge“ niedergelassene Frauen kämpfen oft mit Vorurteilen, nicht genug Erfahrung zu haben. Dabei sind es gerade sie, die auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand sind – die Münchener Uni LMU ist wieder im Ranking der Top Unis der Welt.
Dasselbe gilt für die Anerkennung als Chefin, da die meisten Mitarbeiter/innen älter sind als man selbst. Da muss man erstmal seine Frau stehen und darf sich nicht verunsichern lassen.

Bei alledem muss man sich vor allem einen kühlen Kopf – und eine ruhige Hand – bewahren.

So gut die Unis sind – einige wichtige Dinge lernt man da nicht: Soft Skills wie Mitarbeiterführung, Patientenbeschwerdemanagement, BLW oder Kommunikation. Da wird man ins kalte Wasser geschmissen und muss beweisen, dass man das packt.

Selbstständigkeit heißt nun mal im wahrsten Sinne des Wortes „selbst und ständig“!

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?

Der Fokus meines Tages liegt auf der Patientenbehandlung. Nebenbei fallen jedoch auch viele bürokratische Dinge an, wie Planungen (Implantationen), Dokumentation, Koordinaten mit Laboren, Krankenkassen und Depots.
Wichtig ist für mich ebenfalls, immer ein offenes Ohr für meine Mitarbeiterinnen zu haben und für sie da zu sein. Das Team ist ganz entscheidend. Ohne das läuft nichts, da kannst du so gut sein wie du willst.

Welche Ziele in puncto Erfolg setzen Sie sich für Ihre Zukunft?

Viele glückliche und zufriedene Patienten, die mit einem strahlenden Lächeln meine Praxis verlassen. Das wär das Schönste!

 

Von AS

Manchmal ist ein Umweg eine Abkürzung

Zäh, ausdauernd und mit Biss: Prof. Dr. med. habil. Peter Diehl ist seine Karriere angegangen wie eine Mittelstrecke. Der frühere Leistungssportler ist heute Knie- und Schulterspezialist und Mitbegründer des Orthopädiezentrums München Ost (OZMO). Auf dem Weg dahin hat er gelernt: Erfolg erreicht man nur durch Zielstrebigkeit.

Abitur 1990, Medizinstudium in München, Auslandsaufenthalte in New York und Südafrika, Assistenzarzt und Laborleiter im Klinikum rechts der Isar, leitender Oberarzt an der Orthopädischen Klinik und Poliklinik der Universität Rostock und schließlich 2016 Ernennung zum Professor im Fachgebiet Orthopädie: Der Lebenslauf des Mediziners liest sich beeindruckend. Trotz aller Zielstrebigkeit sagt er: „Entscheidend ist, dass man flexibel bleibt – und dabei sein Ziel immer im Blick behält.“

Sein Wechsel nach Rostock nämlich war gar nicht geplant: „Ich war bis 2005 am Klinikum rechts der Isar und habe das Forschungslabor dort mit aufgebaut“, erzählt er. „Mein damaliger leitender Oberarzt, Wolfram Mittelmeier, ist Chef in Rostock geworden und hat mich gefragt, ob ich mit ihm mitkommen möchte.“ Diese Entscheidung zu treffen, habe ihn in seiner Karriere einen entscheidenden Schritt weitergebracht.

Manchmal aber sind es auch einfach Zufälle, die den Weg ebnen. LESEN SIE MEHR IM PRINT-MAGAZIN. AB DEM 30.11.2019 IM HANDEL. 

Von Stefanie Straßburger