Aktuell konzentriert sich der Unternehmer auf sein Versandunternehmen, welches durch einen Algorithmus für jeden Kunden den günstigsten Versandtarif ermittelt. / Foto: © Media Group – Jörg Blümel

One last thing

Jörg Blümel hat ein klares Ziel: Er möchte für E-Commerce-Bestellungen das größte Vergleichsportal für Versandleistungen in Europa aufbauen. Sein Credo auf dem Weg dorthin: Entscheidungen treffen, auch wenn sie unbequem sind.

Während der Präsentationen der Neuheiten seines Konzerns sagte Apple-Gründer Steve Jobs gerne „One more thing”, um dann noch einen Knaller wie das neueste iPhone-Modell aus dem Hut zu zaubern. Für Jörg Blümel ist Jobs ein Vorbild. „Weil er Visionen hatte und der Gesellschaft etwas Bleibendes hinterließ“, erklärt der Hamburger, der mit seiner Kollegin Jessica Thomas und der United Postal Group das größte Versandunternehmen für E-Commerce in Europa aufbauen möchte. Den legendären Satz des Apple-Gurus hat Blümel für sich etwas adaptiert:

„Bei mir heißt es: One last thing. Es ist diese eine Sache, noch etwas Großes und Beständiges aufzubauen!“

Jörg Blümel und Jessica Thomas gemeinsam mit ihrem Team in der Druckstation zur Cricket-WM in der Karibik. / Foto: privat

Zurzeit fließt seine ganze Energie in das Vergleichsportal, das weltweit für Onlinehändler, Unternehmen und die Medienbranche tätig ist. Über die eigens entwickelte Software vergleicht ein Algorithmus für jeden Kunden über 60.000 verschiedene Einzelprodukte von zahlreichen internationalen Postgesellschaften und ermittelt so die günstigsten Versandtarife. Dabei sparen Händler und Kunden im Vergleich zu den bekannten Versanddiensten bis zu 50 % der Portokosten. 2021 ist Blümel auch ins Privatkundengeschäft eingestiegen und eröffnete in Deutschland und weiteren Ländern Europas Shops zur Einlieferung von Sendungen. Dabei geht es ihm nicht nur um schnelle Expansion:

„Erfolg kann man schaffen, man muss ihn aber auch erhalten“, betont er.

2021 eröffnete Blümel europaweit Shops zur Einlieferung von Sendungen. / Foto: privat

Sein Geschäft und die Branche kennt der 55-Jährige in- und auswendig. Schon 1990 gründete er mit dem Blümel Couvertier Service sein erstes Unternehmen. Im Laufe der Jahre gab es immer wieder schwierige Situationen, aber die gehören für Blümel dazu: „Klar, macht man mal Fehler, aber sie sind oft unvermeidbar auf dem Weg zum Erfolg.

Wenn Du merkst, du gehst den falschen Weg, stoppe ihn und gehe in eine andere Richtung.“

Die Entwicklung seiner Firmengruppe führte ihn seitdem rund um den Globus; ein Luxus, den er zu schätzen weiß: „Ich hatte das Privileg, überall auf der Welt unterwegs zu sein und vieles zu sehen.“ An eine Episode in den 2010er-Jahren erinnert er sich besonders gern: „Auf den karibischen Inseln haben wir damals digitale Zeitungsdruckstationen aufgebaut, auch auf der Privatinsel Mustique. Dort habe ich nur ganz knapp ein spontanes Konzert mit Bruce Springsteen, Phil Collins und Mick Jagger verpasst!“

„One last thing“ ist in Wahrheit eigentlich das erste richtig große Ding. Von wo aus er es eines Tages steuern möchte, weiß er schon: „Zeitweise in New York oder Miami zu leben und zu arbeiten, wäre toll!“ Aber das ist ein anderes Kapitel.

 

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

Nachdem er verschiedene Firmen aufgebaut hat, hat Michael Urban mittlerweile den Job als Geschäftsführer aufgegeben und ist Vollimker. / Foto: © privat

Von Büchern und Bienen

„Wenn ich meine Karriere erst mit 25 oder 30 Jahren begonnen hätte, dann wäre es sicherlich nicht so gut gelaufen,“ sagt Michael Urban. „Denn dann macht man viele Dinge einfach nicht mehr mit so einer Leichtigkeit. Man dreht gedanklich drei Runden mehr und verwirft es dann wieder, weil es doch zu schwierig werden könnte.“

Michael Urban hat nicht viel verworfen – er hat viel gemacht. Und das mit Erfolg. Mit 17 Jahren hat er seine erste Firma gegründet, mit der er die damalige Stadtschülerzeitung herausbrachte. Damals titelte eine Zeitung: „Michael Urban, jüngster Verleger Deutschlands“. Das war sein Einstieg in das Verlagswesen, das er in den Jahren darauf immer mehr aus- und umbaute. „Mit der Zeit kamen plötzlich Kunden mit Druckanfragen auf mich zu. Briefbögen usw. Da dachte ich mir, wenn ich eine Druckermaschine kaufe, dann können wir auch Drucksachen anbieten.“ Ab dem Zeitpunkt druckte Urban Kataloge, Prospekte und alles, was angefragt wurde.

Bis 1993 hatte er eine Druckerei aufgebaut. Richtig durchstarten konnte er aber erst, als er glaubte, alles verloren zu haben, weil sich ein Großauftrag als Schwindel herausstellte und er auf 10000 gedruckten Büchern saß. Doch ein Kontakt zum Weltbild Verlag

Als „jüngster Verleger Deutschlands“ druckte Urban Kataloge, Prospekte und alles, was angefragt wurde.

war seine Rettung. Der Verlag kaufte ihm die Bücher ab und Urban investierte und vergrößerte sein Spektrum.

Mit seinen Computer- und Programmierkenntnissen erstellte er 1994 eine Internetseite und bot dort eigene Bücher an. Das war der Anfang von seinem Unternehmen buch.de. Der zweite große Player am Online-Markt nach Amazon. „Ich überlasse gerne anderen den ersten Platz, als zweiter muss man sich nicht so viel rechtfertigen,“ sagt er lachend. Der 50-jährige hat dennoch alles richtig gemacht, weil er stets die Augen offen hatte und die Chancen, die sich ihm geboten haben, auch genutzt hat. „Ich bin immer losgelaufen und habe die Äpfel und Kirschen, die am Baum hingen, im Vorbeilaufen gepflückt,“ so seine Erklärung. „

Man muss mutig sein und man muss auch immer wieder aufstehen können, analysieren und weitermachen.“

Nachdem er seine Anteile an buch.de Jahre später verkauft hatte, erfüllte er sich einen Kindheitstraum. „Als kleiner Junge war ich mit meinen Eltern im Urlaub und wir hatten vor dem Küchenfenster einen Zitronenbaum. Man musste nur das Fenster aufmachen und konnte die Zitronen pflücken. Das wollte ich auch haben.“ So kaufte sich Urban ein Grundstück auf Gran Canaria und baute dort ein Ferienhaus. Mit einem Zitronenbaum. Das war zugleich der Anfang seiner neuen Karriere. Denn dort kam er auch zu seinem ersten Bienenstamm und entdeckte seine Leidenschaft für die Imkerei. Den Bienenstamm musste er damals kaufen, da sich durch den starken Wind einfach keine Bienen auf sein Grundstück „verfolgen“ und somit auch nicht den Zitronenbaum bestäuben konnten. Aus einer Not

wurde somit seine neue Karriere vorangetrieben – zumindest stand sie da schon unerkannt in den Startlöchern.

Er erfüllte seinen Kindheitstraum von einem eigenen Zitronenbaum. / privat

Für Michael Urban wäre alles so weitergegangen, wenn ihm das Leben nicht einen Spiegel vorgehalten hätte. Bis dahin arbeitete Urban 12 – 14 Stunden am Tag, auch an den Wochenenden. Dann kam die Diagnose Multiple Sklerose und alles wurde anders. Michael Urban war mehr im Krankenhaus als zu Hause. Sein Arzt gab ihm noch fünf Jahre. „Damals brach alles für mich zusammen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich verschiedene andere Firmen aufgebaut. Ich verkaufte alle Firmenanteile. Doch durch die Medikamente, die ich gegen die Krankheit nehmen musste, bekam ich eine

Depression. Fast ein Jahr lang konnte ich nicht das Haus verlassen. Erst langsam wurde es besser. Diese Zeit hat mir aber auch die Augen geöffnet.“ Als es ihm besser ging, übernahm er erstmals in seinem Leben eine Festanstellung als Geschäftsführer in einem Unternehmen. Ein Nine-To-Five-Job, der ihm aber nicht ausreichte. So widmete er sich immer mehr der Imkerei.

Mittlerweile ist Urban zu einem der größten Königinnen- und Bienenzüchter Deutschlands geworden. „Mein Sohn ist auch in die Imkerei eingestiegen und wir produzieren jedes Jahr mehr als 10000 Bienenköniginnen und Bienenvölker, die wir an unsere Kunden verkaufen. So habe ich den Dreh von meinem Zitronenbaum zu meinen Bienen geschafft und somit auch zu meinem heutigen Business.“ Den Job als

Mit seinem Sohn Maximilian plant Michael Urban große Erfolge mit Bienen / Foto: Fotos: © privat

Geschäftsführer hat er aufgegeben und ist mittlerweile Vollimker. Mit seinem Sohn plant er nun andere große Erfolge. Sein Sohn hat mit Kollegen gerade eine Imkergenossenschaft gegründet und Urban steht als Senior und Unterstützer beim Start zur Verfügung. Sie wollen eine neue Honigmarke auf den Markt bringen. „Summstoff“ heißt sie. „Mein Traum ist es, dass die Leuten in fünf Jahren im Supermarkt konkret nach einem Glas „Summstoff“ fragen.“

Wenn man sich seinen Werdegang so ansieht, könnte das auch so kommen. „Ich bin auf meinem Karriereweg immer irgendwo reingestolpert und habe die Gelegenheit genutzt. Dabei kann man auch hinfallen. Aber man muss auch wieder aufstehen und weitermachen.“ Übrigens sind die fünf

Jahre, die ihm der Arzt damals gegeben hat, schon überschritten.

„Ich bin davon überzeugt, dass man sehr viel erreichen kann, wenn man eine Perspektive hat und positiv denkt.“

Wer weiß, ob er so weit gekommen wäre, wenn er nicht schon mit 17 Jahren seine Karriere gestartet hätte.

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

Die beiden Gründer von CIRCLY: Oliver Kremer (l.) und Maximilian Munz / Foto: CIRCLY

Creme aus Café

Oliver Kremer und Maximilian Munz von CIRCLY glauben daran, dass sich gute Hautpflege und umweltbewusster Konsum nicht ausschließen. In Zusammenarbeit mit ausgewählten Lieferanten aus der Getränkeindustrie sammeln die beiden 33-Jährigen Rohstoffe, die wir alle im Alltag konsumieren: Aus verbrauchtem Kaffee und Obstschalen schaffen sie und ihre sechs Mitarbeiter seit 2019 Naturkosmetik, die neue Standards in puncto Ressourcenschonung setzt.

 

Wie ist die Idee entstanden?

In der Vergangenheit arbeiteten Oliver und ich in zahlreichen Beratungsprojekten in den Bereichen Nachhaltigkeit und Wiederaufbereitung. Hierbei lernten wir unter anderem, dass es noch sehr viele Stoffströme gibt, die in der Lebensmittelindustrie verschwendet werden, die jedoch sehr gut für weitere Produkte verwendet werden können. So begannen wir, so viel wie möglich über die Bereiche des Upcyclings zu lernen. Da wir beide zu empfindlicher Haut neigen, war die Idee zu CIRCLY geboren: Upcycling meets Skincare. Ein neues, aber innovatives Konzept mit einem echten Mehrwert für Haut und Umwelt. Mit CIRCLY möchten wir zeigen, dass Naturkosmetik noch einen Schritt weitergedacht werden kann.

Foto: CIRCLY

Wie hat sich Ihr Geschäft bisher entwickelt?

Aktuell sind wir in über 700 Retail-Stores. Wir planen einen weiteren Ausbau im Handel sowie im Online-Vertrieb. Corona hat gezeigt, dass viele Kunden bestimmte Produkte, die sonst offline nachgefragt wurden, nun auch online nachfragen. Wir konnten innerhalb kürzester Zeit über 10.000 KundInnen von unserem Konzept überzeugen. Wir sind uns sicher: Upcycled-Beauty ist ein neuer Megatrend!

Klingt gut. Lief bei dieser Entwicklung alles nach Plan oder gab es auch Überraschungen?

Eine der Überraschungen war die Erkenntnis, im Marketing besser nur den Hauptnutzen herauszustellen, also tolle Hautpflege, statt sich voll auf das Upcycling zu konzentrieren. Gleichzeitig hilft uns dieser Zusatznutzen, unsere Marke spitz im Markt zu positionieren.

Hat sich im Kopf der KundInnen etwas getan im Vergleich zu vor ein paar Jahren?

Upcycling-Power für die Haut: Die CIRCLY-Produkte sind zu 100% nachhaltig. / Foto: CIRCLY

Auf jeden Fall! Nicht nur bedingt durch die Presse, sondern auch durch die Politik erkennt man einen Wandel in der Gesellschaft, bei dem das bestehende Denkmuster hinterfragt und nach neuen, grünen Lösungen gesucht wird.

Was muss sich noch ändern, um die Umwelt zu retten?

Wir alle müssen damit aufhören, Greenwashing zu betreiben und Lösungen, die nicht wirklich umweltfreundlich sind, als umweltfreundlich zu verkaufen! Sinnvoller erscheint mir, kleine Schritte zu gehen und sich um die Nachteile dieser Lösungen bewusst zu sein. So schaffen wir ein besseres Verständnis, welche Schritte noch nötig sind.

 

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

 

Mit guter Laune Müll vermeiden: Gründer:innen von „Saatgutkonfetti” Christoph, Katja und Philip (v.l.n.r.). / Foto: © Saatgutkonfetti

Kompostierbares Konfetti

Erlebe schöne Momente, hinterlasse dabei keinen Müll, sondern säe Wildpflanzen und mach somit gleichzeitig etwas für die Umwelt – das ist die Idee von Philip Weyer (32), Katja Filippenko (34) und Christoph Trimborn (31), mit der sie im April 2019 ihre Firma Saatgutkonfetti gründeten. Inzwischen beschäftigen sie in Kassel 24 MitarbeiterInnen, wo das Saatgutkonfetti in Handarbeit hergestellt wird.
Wie ist die Idee entstanden?

Philip: Konfetti ist so ein symbolisch starkes Produkt. Alle Leute verbinden schöne und positive Momente damit, gleichzeitig werfen wir aber Müll in unsere Umwelt. Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Parallel zu diesen Gedanken habe ich auf dem Weg zur Uni regelmäßig Blumensamen vom Fahrrad geworfen, aus denen dann kleine Pflänzchen an Büschen und Grünflächen wuchsen. Ich bin der Meinung, dass wir sowohl eine höhere Diversität an Wildpflanzen in unseren Städten brauchen, als auch eine größere Toleranz gegenüber Wildwuchs. Entstanden ist aus diesen Gedanken dann letztendlich unser Saatgutkonfetti!

Sind Sie mit dem bisherigen Erfolg zufrieden?

Katja: Wir konnten mit diesem Produkt ein grünes soziales Start Up aufbauen und über 24 Leuten die Möglichkeit geben, mit Sinn und Spaß zu arbeiten und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag für die Umwelt zu leisten. Außerdem war es schön zu sehen, wie viele Menschen Konfetti auch in der ersten COVID-Phase bestellt haben. Wir haben uns riesig gefreut, dass so viele Unternehmen das Saatgutkonfetti ihren KundInnen und MitarbeiterInnen als Geschenk nach Hause

Das Konfetti / Foto: © Saatgutkonfetti

geschickt haben, um sie in dieser Zeit ein wenig aufzumuntern!

Was bedeutet das in Zahlen ausgedrückt?

Katja: Dieses Jahr werden wir voraussichtlich einen Umsatz von einer halben Million Euro machen. Wir wollen unsere Ziele aber nicht nur an wirtschaftlichen Zahlen messen, sondern auch an der Menge an Saatgut, die wir ausbringen. Aktuell haben wir Saatgut für ca. 10.000 Quadratmeter herausgebracht und 1300 Kilogramm schädliches Konfetti durch unser Saatgutkonfetti ersetzt!

Was ist Ihr Antrieb?

Chris: Individuelle und planetare Gesundheit. Zum einen möchten wir so viel herkömmliches Konfetti wie möglich ersetzen, um einen Beitrag gegen unnötige Müllverschmutzung zu leisten. Mit guter Laune soll dann noch mehr als nur “kein Müll” entstehen. Wir wollen unseren Beitrag gegen den Verlust der Artenvielfalt leisten, indem wir heimische Wildpflanzenarten ausbringen, die Heimat- und Nahrungsquellen für

Das Start-up bei “Höhle der Löwen” / Foto: © Saatgutkonfetti

Insekten und andere kleine Tieren sind. Gleichzeitig möchten wir Wissen über unsere Pflanzen- und Tierwelt kommunizieren, zum Beispiel mit unserem Kartenspiel. Denn schützen können wir nur das, was wir kennen.

Warum lohnt es sich in Ihre Firma zu investieren?

Katja: Zum einen sind wir ein stetig wachsendes, regeneratives Business, Der Konfettimarkt ist groß, Konfetti kommt bei vielen verschiedenen Anlässen zum Einsatz. Außerdem verfolgen wir eine zukunftsfähige Vision, nach der wir einen fairen Umgang mit unserer Umwelt anstreben und Produkte kreieren, die mehr können, als “nur nachhaltig” zu sein.

Welche Visionen haben Sie für die Zukunft?

Philip: Zum einen möchten wir mehr Saatgutkonfetti zu einem geringeren Preis anbieten, zum anderen wollen wir neue Zielmärkte erreichen, in denen wir dezentral agieren können. Darüber hinaus werden wir weitere Produkte präsentieren, die auf aktuelle Problematiken hinweisen und unseren KundInnen die Möglichkeit geben, einen positiven Einfluss darauf zu haben.

Wie grün ist Ihr Büroalltag?

Alle lieben Konfetti! Aus „Saatgutkonfetti” werden anschließend Wildpflanzen – so entsteht kein Müll und es wird etwas für die Umwelt gemacht. / Foto: © Saatgutkonfetti

Chris: In unserem Büro- und Fabrikgebäude versuchen wir so viel “grün” wie möglich zu integrieren. Das heißt: Strom aus erneuerbaren Energien, gebrauchte Möbel, viele Pflanzen, eine vegan/vegetarischen Küche und das Weglassen von Reinigungsmitteln beim Säubern unserer Produktionsgeräte, damit wir das Wasser zum Gießen unserer Pflanzen weiterverwenden können.

Welche Erkenntnis nehmen Sie mit aus der Gründungsphase Ihres Unternehmens?

Chris: Die eigene Wohnung in der Kölner Innenstadt an Karneval als öffentlicher Pop Up Shop für Saatgutkonfetti ist nur vor der Party eine gute Idee!

 

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

Nelson Müller wollte schon seit Kindheitstagen Koch werden. Seinen Ausgleich findet der 42-Jährige in der Musik und im Sport. / Fotos: © Mario Andreya

Lebe im Hier, Jetzt und Heute!

Seit über einem Jahrzehnt ist Nelson Müller aus den deutschen TV-Küchen nicht mehr weg zu denken. Feinschmecker aus ganz Europa schwärmen von den Restaurants des Sterne-Kochs. Trotz seines Ruhms ist der 42-Jährige bodenständig geblieben. Erfolg ist für ihn vor allem eine Bestätigung des eigenen Tuns.
Wann wussten Sie, dass Sie Koch werden wollen?

Schon als Kind! inspiriert von meiner Familie habe ich mir damals eine Küche gewünscht und wollte kochen lernen. Mir hat das einfach immer schon Spaß gemacht. Ich konnte mir nie einen anderen Beruf für mich vorstellen!

Welchen Einfluss hatten Ihre Lehrmeister auf Ihren persönlichen Küchenstil?

Innerhalb der Top-Gastronomie ist es wichtig, gute Adressen im Lebenslauf zu haben. Aber man nimmt aus jeder Küche natürlich mehr mit als einen Eintrag im Lebenslauf. Die Summe der verschiedenen Küchen ist am Ende das, was den eigenen Küchenstil prägt.

Was war bisher Ihr größer Erfolg?

Für einen Koch ist der Michelin-Stern ein Ritterschlag. Ich habe mich unglaublich gefreut, als mein Restaurant Schote in Essen 2011 einen Stern bekam.

Welche Herausforderung in Ihrer Karriere ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Der Schritt in die Selbständigkeit mit dem ersten Restaurant. Ich hatte zwar auch schon vorher Caterings gemacht und Kochkurse gegeben. Aber Restaurant, Catering und Kochschule unter einen Hut zu bekommen, war und ist manchmal nicht einfach. Elementar wichtig dabei ist, das passende Team zu finden. Heute bin ich froh, diesen Schritt getan zu haben.

Wie vereinbaren Sie all diese Projekte mit Ihrem Privatleben?

Der größte Erfolg für den Koch: Der Michelin-Stern für sein Restaurant „Schote“ in Essen. / Fotos: © Mario Andreya

Ha, da fragen Sie den Richtigen! Koch zu sein, heißt ja: Arbeit am Abend, in der Nacht, am Wochenende, an Feiertagen und so weiter. Menschen aus meinem privaten Umfeld müssen da oft einiges Verständnis aufbringen.

Sie sind auch als Musiker aktiv. Ist das für Sie eine Art Ausgleich?

Ja, absolut. Wäre ich nicht Koch geworden, wäre ich heute Musiker. Ich liebe die Musik! Außerdem treibe ich als Ausgleich täglich Sport. Inzwischen macht mir das sogar Spaß!

Welches Ziel verfolgen Sie aktuell, z.B. einen weiteren Stern für eines Ihrer Restaurants?

Ein weiterer Stern wäre natürlich schön, aber ich habe keine Ziele, die ich verfolge. Zu viele Menschen leben im Vielleicht, im Morgen und vergessen dabei das Hier, Jetzt und Heute.

 

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

Der erfahrene CEO will sein Wissen an junge Nachwuchs-Unternehmer weitergeben. / Foto. privat

„Erfolg ist Freiheit“

Er ist der Prototyp des erfolgreichen Gründers: Claus-Georg Müller hat schon einige Unternehmen groß gemacht und sogar mehrfach den Kitzel erlebt, wenn das eigene Baby – zum Beispiel der Telekommunikationsausrüster ADVA Optical AG – an die Börse geht. Zurzeit führt er die Geschäfte der S4 Space AG, einer von ihm erst 2018 gegründeten Firma, die sich dem schnellen Anschluss an das Internet der Dinge verschrieben hat und dazu Lösungen anbietet.

Wenn man Claus-Georg Müller nach seinem Vorbild fragt, lautet die Antwort „Tesla-Gründer Elon Musk“.

Erfolg ist für den Wahl-Münchner nämlich Freiheit – also die Unabhängigkeit von der Bürokratie der Großunternehmen und die Chance, selbstbestimmt die Geschicke lenken und etwas bewegen zu können.

Zu sehen, wie die eigenen Ideen unternehmerisch Früchte tragen. Wie bei Musk, der seine

Aktionäre zwar mit seinen scheinbar unbedachten Äußerungen auf Twitter immer wieder das Fürchten lehrt, sie aber doch zu großen Gewinnen führt

, indem er – wie Müller es beschreibt – „risikobewusst Vollgas gibt“. In der heutigen Zeit braucht es aus seiner Sicht zum Erfolg nämlich vor allem eins: „Eier!“ Aber was ist der Antrieb des passionierten Gründers, der vor allem in den Bergen und in der Natur Inspiration findet? „Anderen zeigen zu können, was möglich ist“, wenn man es wirklich will und bereit ist durchzuhalten. Irgendwann, wenn seine Geschäftsideen ihm die Luft dazu lassen, will der erfahrene CEO sein Wissen jungen Nachwuchs-Unternehmern weitergeben.

In den Bergen und in der Natur findet der passionierte Gründer seine Inspiration. / Foto: privat

Leicht hatte es der kreativen Kämpfer, der Stress liebt und großes Talent besitzt, überraschende Lösungen zu finden, allerdings nicht immer. Eine schwere Krankheit, mit der Claus-Georg Müller auch heute, fünf Jahre später, noch zu tun hat, ließ seinen Karriereweg, der bis dahin immer nur steil nach oben ging, steinig werden. Nicht nur die Sorge um die eigene Gesundheit machte ihm zu schaffen – der fünf-fache Vater musste auch auf die harte Tour erkennen, dass nicht alle Menschen das sind, was sie vorgeben zu sein. „Viele angebliche Freunde, die mir eigentlich helfen wollten, haben sich überall bedient und sich die Taschen vollgemacht“, muss der Entrepreneur heute leider Bilanz ziehen. Daraus hat er vor allem eins gelernt:

Am besten verlässt man sich immer nur auf sich selbst – und auf die engere Familie.

Blut ist eben meist doch dicker als Wasser… Doch selbst wenn Müller die Zeit zurückdrehen könnte, würde der Unternehmer heute nur eines anders machen: Seine Erfolge mehr genießen.

 

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

Er gilt als einer der führenden Denker im digitalen Bereich: Geschäftsführer und Optimist Marcus Diekmann. / Foto: © Simon Thon

“Netzwerken bedeutet, viel Vertrauen zu investieren”

Er glaubt an die Vier-Tage-Woche, Solidarität unter Konkurrenten und Leidenschaft als Erfolgsvoraussetzung: Marcus Diekmann ist einer der Geschäftsführer des Radherstellers Rose Bikes, den er gemeinsam mit seinem Team in den kommenden zwei Jahren zur bedeutendsten FahrradBrand Deutschlands machen will. Er hat die Pro-Bono-Initiative „Händler helfen Händlern“ ins Leben gerufen und berät das Familienunternehmen BabyOne und den Bundesligisten Borussia Dortmund in digitalen Fragen. Angefangen hat der gelernte Steuerfachangestellte, der heute als einer der führenden Denker im digitalen Bereich gilt, übrigens als Mitarbeiter einer Tankstelle.
Was bedeutet für Sie Erfolg?

Sei der beste Manager oder auch Kellner, der du sein kannst. Sei, was immer dich glücklich macht. Wenn du nämlich glücklich bist, bist du erst gut darin. Ich bin aber auch ein Typ, der immer gewinnen will. Beim Sport, beruflich und privat. Trotzdem kann ich auch verlieren, dann will ich aber daraus lernen, was der andere besser gemacht hat – und schlage ihn beim nächsten Mal. Erfolg ist heute für mich aber auch, mit einem Team gemeinsam zu gewinnen und Dinge voller Liebe machen zu können. Das hört sich so kitschig an, ist aber mein voller Ernst. Ich liebe Fahrräder, ich liebe die Familie Rose
und ich liebe es, dass ich zusammen mit meinen besten Freunden die Firma leite.

Sie sind jemand, der sich durchbeißt. Erlauben Sie sich auch schwache Momente?

Man glaubt es kaum, aber kitschige Filme können mein Herz zerreißen. „Tatsächlich Liebe“ und „The Notebook“ habe ich beide bestimmt 50-mal gesehen. Wir tun ja alle immer so, als wären wir nur stark – das ist Quatsch. Aber ich bin ein unverbesserlicher Optimist und konnte mich immer gut durchsetzen.

Wie viel Engagement erwarten Sie von Mitarbeiter:innen jenseits der offiziellen Arbeitszeit?

Ich glaube, wir brauchen eine komplette Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Das Modell 9 bis 17 Uhr ist überholt, ich sehe dafür riesiges Potenzial in der Vier-Tage-Woche. Ich bin ein gutes Beispiel dafür, weil ich drei Tage die Woche CEO bei Rose bin – und ich habe mit dem Team einen der krassesten Changes in Deutschland hingelegt. Es geht darum, die richtige Idee
zum richtigen Zeitpunkt mit Vollgas anzugehen. Da bringt es einen nicht weiter, fünf Tage die Woche zehn Stunden am Stück zu arbeiten. Ich weiß nicht, ob ich früher wirklich immer sinnvolle Sachen gemacht habe – oder ob ich nicht Sachen wie die Farbe des Klopapiers entschieden habe.

Was machen Sie an den anderen vier Tagen?

Sein Beruf ist seine Passion und dabei macht der Unternehmer alle Dinge mit viel Liebe / Foto: © Simon Thon

Ich bin ein guter Vater. Die Kinder spielen gerade draußen und nach dem Interview werde ich mitmachen. Wenn ich mir Zeit für die Kids nehme, ist das Handy aus und wir sind wirklich nur miteinander, ganz intensiv. In der restlichen Zeit bin ich für BabyOne und den BVB da und engagiere mich als Investor. Mein Beruf ist meine Passion.

Es heißt, hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau. Stimmt das auch bei Ihnen?

Meine Ex-Frau Eliza ist Bürgermeisterin in Coesfeld. Sie ist eine verdammt starke Frau. Wir sind bis heute zusammen tolle Eltern und als Freunde auch noch immer ein tolles Paar.

Eine großartige Frau gehört zum Erfolg dazu,

aber auch ohne meine Eltern, die mich immer mit Liebe überschüttet haben, ohne meine besten Freunde und ohne mein Team wäre mein Erfolg so nicht möglich gewesen. Sie sind zusammen mein sicherer Hafen.

Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich raten?

Fang früher an, dich gesund zu ernähren und schlafe mehr. Arbeite immer nur vier Tage und stecke die übrige Zeit in dein Netzwerk. Sieh zu, dass du immer weiter lernst und immer ein starkes Team um dich hast, trau dich, es wirklich laufen zu lassen – das braucht einen riesigen Vertrauensvorschuss, zahlt sich aber aus. Wenn ich all das früher schon gewusst hätte, hätte ich noch viel schneller sein können.

Wie beginnt man am besten damit, ein Netzwerk aufzubauen?

Früher brauchte man immer für so was Rotary Clubs, aber heute kann jeder bei LinkedIn einfach starten. Ich schreibe einfach Leute an und frage, ob wir uns zu bestimmten Themen austauschen können. Man muss da sehr offen reingehen und viel Vertrauen investieren, aber das bringt wirklich etwas. Ich habe schon als Kind jeden immer gefragt, was er da macht und wie das geht – meine Eltern hat das manchmal zu Tode genervt. Aber ich mache das bis heute, jeder Mensch kann irgendetwas besser als ich – und das kann ich von ihm lernen.

Haben Sie eine negative Eigenschaft, die in Ihrem Job aber super-hilfreich ist?

Ich springe den Berg einfach runter und schaue erst dann, was da unten genau kommt. Bisher hatte ich immer Glück, aber
bei mir ist es schon immer ein bisschen wie ein Ritt auf der Rasierklinge. Der Mut hat mich zwar immer vorangebracht, aber vielleicht fliegt mir die Konsequenz meiner Art irgendwann voll um die Ohren.

Womit belohnen Sie sich nach einem anstrengenden Tag?

Nach einem glücklichen Tag treffe ich mich unglaublich gern mit meinen Freunden oder meiner Familie. Nach einem schlechten Tag fahre ich entweder Rennrad und kriege ihn damit weg – oder ich muss sechs Stunden Netflix am Stück gucken bis nachts um 2 Uhr.

 

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

Josef Haas geschäftsführender Gesellschafter der KAMPA GmbH / Foto: Michael Tinnefeld

Schnelligkeit ist gefragt, um erfolgreich zu sein

Es gibt Menschen, die mit ihrer Leidenschaft andere in ihren Bann ziehen. Josef Haas gehört zu diesen Menschen. Man muss ihn nur über seine Leidenschaft, dem Wertstoff Holz, reden hören. Josef Haas ist geschäftsführender Gesellschafter der KAMPA GmbH. Einem der bekanntesten Fertighaushersteller in Deutschland, dem Marktführer für Plusenergiehäuser aus Holz.

Ich bin auf einem land- und forstwirtschaftlichen Hof groß geworden. Holz hat für mich immer schon eine große Bedeutung gehabt. Ich liebe diesen Wertstoff“, sagt der 50-Jährige. Eigentlich wollte Haas Landwirt werden. Doch es sollte anders kommen. Er machte eine Ausbildung und fing bei Haas Fertigbau an. Im Übrigen nicht verwandt damit. Dort stieg er bis in die Geschäftsführung auf. 2001 wechselte er zur Wolf System GmbH, bis er dann 2007 beim börsennotierten Unternehmen Kampa AG anfing. „Ich komme aus ganz einfachen Verhältnissen. Aber ich habe immer mit Leidenschaft meinen Beruf ausgeübt. Leidenschaft, die nötige Motivation und natürlich auch ein gewisser Ehrgeiz. Ich bin eine Art Zwischengeneration. Wenn man bescheiden aufgewachsen ist, dann hat man eine ganz andere Einstellung zur Arbeit. Als ich anfing, da waren Work-Life-Balance, Homeoffice und Co noch gar nicht geboren. Für mich gibt es kein Reden, sondern Machen.“ Machen ist für Josef Haas das A und O. Als 2008 die große Finanzkrise kam und die Kampa AG insolvent ging, sicherte er sich die Rechte an der Marke KAMPA und führte diese fort. Die Kampa GmbH wurde gegründet, die Markenphilosophie konsequent weiterentwickelt. Und das vor allem mit seiner Leidenschaft für Holz. „Es war ein Schlag ins Gesicht, als die Kampa AG insolvent ging. Weil ich dafürstand. Deshalb habe ich auch alles darangesetzt, die Marke KAMPA aufrechtzuerhalten.

Man darf nicht aufgeben, wenn man an etwas glaubt.“

Er glaubt auch daran, dass der Klimawandel machbar ist. „Es macht mich wahnsinnig glücklich, jungen Familien die Zukunft des Wohnens zu erklären. Wenn man sich anschaut, welchen Wandel wir gerade durchleben, dann muss man gerade auch bei dem Bau von Häusern anfangen umzudenken. Deswegen setzen wir serienmäßig auf echte Plusenergie und maximalen
Ressourcenschutz. Wir bauen in unseren Hausbau-Manufakturen mit Holz – einem nachwachsenden Rohstoff, der zig Tonnen
schädliches Kohlendioxid bindet. Eine perfekt gedämmte Gebäudehülle, die selbst erzeugte, regenerative Energie sowie ein
effizientes Energiemanagement mit Wärmerückgewinnung machen ein KAMPA Haus zu einem echten Plusenergiehaus, welches das Klima entlastet und seine Bewohner zu Selbstversorgern macht. Unsere Häuser übertreffen schon heute die staatlichen Vorgaben von morgen. Und sichern den Bauherren die maximale Förderung. Man muss die Zeit der Veränderung mitgehen. Schnelligkeit ist gefragt, um erfolgreich zu sein. Corona hat uns gezeigt, dass sich alles ändern kann. Vor zwei Jahren sprachen alle über das urbane Leben in der Stadt. Mittlerweile erleben wir eine Stadtflucht. Ich mache mir Gedanken zum CO2-Ausstoß in Häusern. Wir als Hersteller kämpfen Tag für Tag für die Zukunft des Wohnens.“ Josef Haas ist ein Mann, der fest daran glaubt, dass man mit Leidenschaft und der nötigen Motivation viel erreichen kann. „Ich versuche sowohl mich als auch meine Mitarbeiter jeden Tag dazu zu motivieren, das Beste aus sich rauszuholen. Das treibt mich voran.“ Dieser Antrieb, gepaart mit einer Leidenschaft, die einen mitreißt, kann aus einem einfachen Jungen aus Niederbayern einen Menschen machen, der mit seinem Willen die Welt verändern möchte.

 

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

Mark Gregg ist Geschäftsführer der BONAGO Incentive Marketing Group GmbH. / Foto: BONAGO

Erfolgreiche Mitarbeiterbindung durch Flexibilität und Individualisierung

Die Coronapandemie hat sämtliche Branchen in den letzten 1 ½ Jahren herausgefordert.
Herr Gregg, wie hat BONAGO diese Zeit erfolgreich überstanden?

Wir hatten das Glück, dass unsere Branche nur wenig von der Krise betroffen war. Unsere Kunden haben ihre Mitarbeiter weiterhin unterstützt, wo es ging. Das finde ich bemerkenswert. Ich muss aber auch sagen, dass wir nicht untätig waren. Wir haben letztes Jahr als eines der ersten Unternehmen Coronatests für Mitarbeiter angeboten und haben dieses Jahr das erfolgreiche Multi Flex-Ben Portal für Mitarbeiter weiterentwickelt und um neue attraktive Benefits erweitert. Das Erfolgsrezept war also, dass wir neue Chancen ergriffen haben, ohne unser Stammgeschäft zu vernachlässigen.

Sie sprechen von Flexibilität. Wie wichtig ist das in der heutigen Zeit?

Unser Beispiel zeigt, wie wichtig Flexibilität in der heutigen Zeit ist. Man muss auf unterschiedliche Einflüsse von außen reagieren und dabei stets die Sicherheit gewährleisten. Das gilt nicht nur für die Beziehung zwischen Unternehmen und Kunden, sondern auch für die zu den eigenen Mitarbeitern. Jeder Mitarbeiter hat individuelle Bedürfnisse. Um die Mitarbeiter zu fördern und vor allem zu halten müssen Unternehmen auf die individuellen Wünsche eingehen können. Beispielsweise freuen sich alle über die 50€ Sachbezug. Eine Kollegin möchte jedoch ein neues E-Auto über den Arbeitgeber leasen und der andere Kollege benötigt den Kindergartenzuschuss. Die Personalabteilung im Mittelstand kann diese Individualität gar nicht leisten. Deshalb haben wir das Multi Flex-Ben Portal mit 25 Benefits entwickelt, in dem jeder Mitarbeiter seine Benefits selbst zusammenstellen kann.

Welche Rolle spielt für Sie das Gesundheitsmanagement bei der Mitarbeiterbindung?

Die Gesundheit steht bei der Mitarbeiterbindung an oberster Stelle. Das haben spätestens jetzt alle verstanden. Neben der körperlichen Gesundheit, vergessen viele aber immer noch die psychische Gesundheit. Unternehmen wollen aber langfristig von der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter profitieren. Das eine funktioniert nicht ohne das andere. Ein gutes Beispiel hierfür ist die PGB (Psychische Gefährdungsbeurteilung). Obwohl die Analyse verpflichtend ist und sogar hohe Bußgelder drohen, führen mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen diese nicht regelmäßig durch. Infolgedessen haben wir uns dazu entschieden, jedem Kunden mit Full Service im Portal die PGB für 3 Jahre zu schenken. Das ist unser Beitrag zur Mitarbeitergesundheit.

 

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

 

Ein Erfolgsgeheimnis hat der Politiker und Unternehmer nicht. „Zum Erfolg gehört eine Portion Glück“, so der gebürtige Hamburger. / Fotos: privat

Mehr als die Stimme der deutschen Industrie

Wirtschaftsexperte, Honorarprofessor, Politiker… Hans-Olaf Henkel blickt auf viele Karrieren zurück. Er ist kein Typ, der sich ausruht. Denn Glück bedeutet für den gebürtigen Hamburger „immer eine Aufgabe zu haben“.

Wer hätte gedacht, dass DER Wirtschaftsrepräsentant Deutschlands eigentlich Saxofonist werden wollte? Aber der Zufall – im wahrsten Sinne des Wortes – hatte andere Karrierepläne.

Nach seinem Abschluss stolperte Henkel – zufällig – über einePolitik Anzeige des IT-Giganten IBM, wird dort später Europachef. „Alles, was ich erreicht habe, habe ich meiner Lehrzeit bei Kühne & Nagel in Hamburg, meinem Studium an der Akademie für Wirtschaft und Politik und der IBM zu verdanken“, betont der Unternehmer heute. Diese Erfahrung als Lehrling bei Kühne & Nagel hat in ihm die Sehnsucht nach anderen Ländern geweckt.

Erfolg bedeutet für ihn, „ein gesetztes Ziel erreicht oder überschritten zu haben.“ Er selbst hat sich nach seinem ersten Erfolg übrigens einen Jugendtraum erfüllt: „1962 kaufte ich mir am Bodensee eine Segeljolle.“

Und vielleicht wäre Henkels Karriere auch anders verlaufen, hätte er 1972 IBM mit jenen fünf Kollegen verlassen, die damals SAP gründeten. Aber: „Sie haben mich nicht gefragt und wenn sie mich gefragt hätten, hätte ich wohl ‚nein‘ gesagt. Deren Mut hatte ich damals nicht.“

Welche persönlichen Stärken für seine Erfolge maßgeblich waren? „Ich habe keine

Er behält immer die Ruhe: Hans-Olaf Henkel bei einem Schachduell. / Foto: privat

Stärken, habe keine bestimmten Begabungen. Vielleicht ist meine einzige Stärke, keine besonders auffallenden Schwächen zu haben?“ Henkels Karriere hatte viele Wendepunkte: „Entscheidend war, dass ich bei allen Veränderungen etwas Neues lernen konnte.“

Nach seiner Zeit bei IBM, die er meist in Asien, Frankreich und den USA verbrachte, war er von 1995 bis 2000 Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), anschließend Präsident der Leibniz-Gemeinschaft („Nach meiner Karriere in der Wirtschaft eröffnete mir das ganz neue Perspektiven.“) und lehrte dazu über zehn Jahre als Honorarprofessor (ehrenamtlich) an der BWL-Fakultät an der Universität Mannheim.

Die wissenschaftliche Arbeit trieb ihn in die Politik, 2014 wurde er ins Europaparlament gewählt. Das Entscheidende bei jedem Karrierewechsel war dabei für ihn „immer wieder etwas Neues lernen zu können”.

Was sein Erfolgsgeheimnis ist? „Ich habe keins. Wahrscheinlich gehört zum Erfolg eine gehörige Portion Glück, und das hatte ich immer wieder mal.“ Denn natürlich gab es Rückschläge: „Meist waren sie auf zu viel Selbstzufriedenheit zurückzuführen. Sobald ich das merkte, ging es wieder bergauf.“

Überheblichkeit, Selbstzufriedenheit und Arroganz sind für ihn ganz klar keine Erfolgsgaranten. Henkel ist lieber selbstkritisch – auch im Rückblick auf seine getroffenen Entscheidungen: „Ich würde mich nicht wieder für die Einführung des Euro einsetzen, was ich als BDI-Präsident tat.“ Und was würde er heute seinem jüngeren Ich raten: „Beruflich nur das zu tun, was drei Voraussetzungen erfüllt: Es muss Freude machen; man muss das Gefühl haben, es zu können und man muss davon unabhängig von anderen leben können.“ Es gibt übrigens einen Bereich, in dem Hans-Olaf Henkel noch nicht ganz erfolgreich ist. Tenorsaxophon würde er gerne spielen können.

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

Gemeinsam in eine erfolgreiche Zukunft

230 Mitarbeitende, fünf Standorte, vier Technologiepartner, ein Ziel. Anfang 2021 haben sich die beiden IT-Beratungsunternehmen PTS Group AG und affinis AG zusammengeschlossen. Wir haben Heiko Harms (CEO) und Jochen James Fischer (Aufsichtsratsvorsitzender) im Interview über die Ziele und die zukünftige Entwicklung der neuen affinis AG befragt.

 

Herr Harms, wie sind Sie zu dem Entschluss gekommen, dass die PTSGroup und affinis gemeinsam ihren Weg beschreiten sollen?

HARMS: Wir hatten uns zum gleichen Zeitpunkt dem Ziel gewidmet, unsere jeweiligen Kompetenzfelder zu stärken und mit einem strategischen Partner zu wachsen. Ausschlaggebend für den Zusammenschluss waren unsere sich ergänzenden Beratungs- und Serviceansätze, die Fokusbranchen und die ähnlichen Unternehmenskulturen. Uns verbinden die gleichen Unternehmenswerte, eine unermüdliche Motivation unsere Kunden voranzubringen sowie die Affinität für innovative Lösungen.

Und wie sieht die strategische Entwicklung der neuen affinis AG aus?

Jochen James Fischer ist Aufsichtsratsvorsitzender der affinis AG

HARMS: Durch den Zusammenschluss können wir unseren Kunden durchgängige Digitalisierungslösungen mit den Technologien SAP, Microsoft, ServiceNow, Adobe und ADITO liefern, abgerundet mit unserem tiefen ProzessKnow-how und unserer Beratungsexpertise. Neben dem Projektgeschäft werden wir die Erbringung von Serviceleistungen konsequent ausbauen und kommen somit dem Markttrend entgegen. Ein gutes Beispiel dafür ist unsere Plattform „smart us“, in die wir aktuell investieren – eine innovative digitale B2X Plattform, die alle entscheidenden Akteure aus dem Bereich Real Estate vernetzt. Hierbei konnten wir unsere umfangreiche Erfahrung in Microsoft Dynamics 365 mit unserer fast 20-jährigen Erfahrung im Bereich Real Estate bündeln.

Welches Potenzial sehen Sie zukünftig für die affinis AG?

FISCHER: Als innovative IT- und Technologieberatung bewegen wir uns mit unseren Leistungen in einem klaren Wachstumsmarkt. Der Bedarf an Digitalisierungsprojekten wird in den nächsten Jahren weiter wachsen und damit auch die Nachfrage nach IT-Dienstleistungen. Wir verstehen uns als Problemlöser und Ansprechpartner in der Implementierung digitaler Prozesslösungen mit zukunftsweisenden Technologien. Mit der Entwicklung innovativer Serviceplattformen und intelligenter Systeme schaffen wir ein Alleinstellungsmerkmal für uns und einen Mehrwert für unsere Kunden.

Heiko Harms ist Vorstandsvorsitzender der affinis AG

Und was ist die nächste Schlagzeile, die wir über affinis lesen werden?

FISCHER: „affinis – Die IT- und Technologieberatung aus Deutschland!“ So oder so ähnlich zumindest, denn wir wollen die Anzahl unserer Standorte langfristig verdoppeln. Für uns steht fest, dass wir unser Ziel noch lange nicht erreicht haben. Wir möchten weiter wachsen – sowohl organisch als auch mit neuen strategischen Partnern.
HARMS: Wir haben in den letzten Wochen unsere Leistungen im Bereich Business Intelligence gebündelt, um unsere Kunden bei der Implementierung von Systemen zur automatisierten Entscheidungsfindung zu unterstützen. Wir legen damit die ersten Bausteine für den Einsatz künstlicher Intelligenz und werden dies zukünftig viel stärker ausbauen. Die spannendste Zeit liegt also noch vor uns. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit unseren Kunden die gesamten Potenziale der digitalen Transformation freizusetzen.

www.affinis.de

 

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

Mit seinen Computerspielen Millionen Menschen Freude bereiten – dieses Gefühl liebt der Unternehmer Heiko Hubertz. / Foto: privat

„Mein Erfolgsgeheimnis ist ein Tick Wahnsinn“

Gerade baut Heiko Hubertz wieder eine Computerspiele-Firma auf, die er zum Erfolg führen will. Diesmal will er den US-Markt erobern. Auch mit Bigpoint, das Unternehmen, das er zu einem der größten Spiele-Giganten Europas machte, startete er diesen Versuch, konnte im Silicon Valley aber nicht punkten. Nun will es der 46-Jährige nochmal wissen. Nur das Valley sieht ihn nicht wieder…
Warum fasziniert Sie Gaming so?

Auf der einen Seite reizt mich, dass ich das Business verstanden habe und auf der anderen liebe ich den Reiz, den jedes neue Spiel bedeutet. Wir wissen vorher ja nie, ob es ein Erfolg wird – und dann das Gefühl zu haben, dass man Millionen Menschen Freude bereitet, ist einfach geil. Ich wüsste nicht, was ich Besseres machen könnte.

Sie haben mit Bigpoint auch finanziell den großen Wurf gelandet. Warum gründen Sie immer wieder neue Gaming-Firmen?

Warum spielt Bayern München nächstes Jahr schon wieder in der Bundesliga? Ich glaube, es gibt Menschen – und dazu zähle ich –, die es einfach toll finden, Erfolg zu haben. Und ein Unternehmen zu verkaufen, wenn es läuft, gehört für mich dazu. Dann habe ich wieder Platz im Kopf für das nächste Abenteuer.

Also fiel es Ihnen nicht schwer, sich von Ihrem Baby Bigpoint zu trennen?

Es war ja nicht wie bei einem plötzlichen Unfalltod, sondern ein Prozess. Sobald man den ersten Investor aufnimmt, weiß man, dass er sein Geld vervielfachen will – und zwar über den Verkauf. Für mich war klar, dass ich dann mit aussteige.

Haben Sie danach sofort wieder losgelegt?

Damals bin ich erst mal auf Weltreise gegangen und dachte, jetzt genießt Du das Leben und gründest irgendwann eine Familie. Das habe ich aber nicht mal ein Jahr ausgehalten…

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriere-Weg?

Immer wieder. Der Schlimmste war sicherlich, als ich 2012 über 100 Mitarbeiter entlassen musste. Aber ich habe weitergemacht und einen Teil der Leute später in meiner neuen Firma wieder eingestellt.

Kann man Erfolg steuern?

Das Unternehmen „Bigpoint“ machte der 46-Jährige zu einem der größten Spiele-Giganten Europas. / Foto: privat

Definitiv. Wer nicht bereit ist, über Grenzen zu gehen und Sachen zu opfern, und ich betone hier bewusst das Wort opfern, wird keinen Erfolg haben. Wenn ich nicht jeden Tag trainiere, dann werde ich keine Top-Sportler – und wenn ich nicht jeden Tag im Büro bereit bin, Entscheidungen zu treffen und harte Arbeit reinzustecken, wird das auch nichts. Egal wie viel Glück und Talent ich habe.

Was haben Sie persönlich für den Erfolg geopfert?

Viel Freizeit. Ich konnte mir nie vorstellen, was Menschen machen, die um 18 Uhr nach Hause gehen. Fernsehen? Fußball spielen? Glück ist mit dem Tüchtigen, deshalb wollte ich lieber bis 22 Uhr im Büro sitzen. Das ist heute noch so, aber ich habe jetzt auch eine kleine Tochter, die ich ins Bett bringen möchte…

Gibt es etwas, worauf Sie trotz aller Opfer achten?

Ich nehme Recovery-Phasen sehr ernst. Wenn ich nicht genug Schlaf bekomme, bin ich einfach nicht in der Lage, ausgeglichen zu reagieren und gute Entscheidung zu treffen. Ich arbeite zwar auch am Wochenende, schlafe aber dann auch sehr lange.

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Ich arbeite gern gegen Ziele. Das heißt aber nicht, dass ich mich morgens hinsetze und mir ein Ziel überlege, das wäre mir zu strukturiert. Stattdessen habe ich immer ganz viele Ziele gleichzeitig, die ich zu bestimmten Zeitpunkten erreicht haben will. Mit diesem psychologischen Trick motiviere ich mich.

Setzen Sie sich auch private Ziele – wie am Wochenende mal das Handy auszuschalten?

„Mut haben und machen!“ – so lautet das Geheimnis des erfolgreichen Unternehmers. / Foto: privat

Ich setze mir nur realistische Ziele (lacht). Aber ich bin zum Beispiel ein leidenschaftlicher Golfer. Ich nehme mir jedes Jahr mit meinem Trainer etwas vor, um daran zu arbeiten – Schwung, Handicap oder eine bestimmte Platzierung bei einem Turnier. Im Urlaub trage ich mir genau im Terminkalender ein, was wir wann machen wollen, damit wir nichts wegen mangelnder Koordination verpassen. Ich kann mich nicht gut treiben lassen.

Was wollten Sie als Kind werden?

Manager von Coca Cola. Mein Vater arbeitete als Angestellter im öffentlichen Dienst und war in der Gewerkschaft. Meine Weltauffassung war schon als Kind völlig contraire. Meine Mutter sagte deshalb immer, ich würde mal Manager von Coca-Cola – das war das Sinnbild des Kapitalismus. Das fand ich toll – auch wenn ich nie dort gelandet bin. Aber ein großer Fan der USA bin ich noch immer, obwohl ich nach wie vor in Deutschland lebe.

Wäre nicht das Silicon Valley für Sie der Place to be?

Das war auch mein großer Wunsch. Es hängt mir bis heute nach, dass ich es da unten nicht geschafft habe. Bigpoint habe ich zwar gut verkauft, aber das US-Business war bei Weitem nicht so erfolgreich, wie wir uns das vorgestellt haben. Ich war seitdem noch ein paar Mal in San Francisco, fühle mich da aber nicht mehr wohl, weil es für mich mit einer Niederlage verbunden ist.

Wollen Sie es trotzdem wieder versuchen?

Absolut. Mit meiner neuesten Firma werde ich den amerikanischen Markt als Erstes angehen. Ich will noch mal probieren, in den USA Erfolg zu haben – ins Valley gehe ich aber nicht wieder zurück. Dort hätte ich nicht genügend Energie, weil mich die Erinnerung bedrücken würde.

Und wie sind Sie eigentlich Unternehmen geworden?

Ich habe an einer privaten Fachhochschule in Hamburg studiert. Mehr oder weniger. Dann bot mir eine finnische Firma an, die IT-Leitung hier in Deutschland zu übernehmen. Ich hatte dort einen Chef, der mich überall mitreinschauen ließ. Und da ich dachte, wenn das die freie Wirtschaft ist, kann ich das auch. Also habe ich gekündigt und meine erste eigene Firma gegründet.

Hatten Sie Eigenkapital?

Nein, nur erste Kunden. Bis heute behalte ich mir eine gewisse Naivität – mit voller Absicht. Ich rate auch jedem: Gründe so jung wie möglich. Je mehr du die Risiken verstehst, desto mehr Angst hast du davor. Je mehr Du zu verlieren hast, desto schwieriger wird es. Du wirst dann nicht die mutigen Entscheidungen treffen, die für einen Unternehmer dazugehören. Auch meine aktuelle Firma habe ich nur gegründet, weil ich naiv war: Wir beschäftigen uns mit künstlicher Intelligenz, davon hatte ich vorher keine Ahnung. Sogar heute verstehe ich noch relativ wenig, dabei habe ich schon 30 Mitarbeiter. Die verstehen die Materie aber zum Glück. Im Nachhinein, jetzt, wo sich alles ein Bild ergibt, merke ich erst, wie verrückt ich war, zu glauben, dass das, was wir da machen, überhaupt geht. Naivität gehört eben dazu. Gerade wir Deutschen haben immer viel zu viel Angst zu scheitern.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Auch privat setzt sich der leidenschaftliche Golfer realistische Ziele / Foto: privat

Mut haben und machen. Vielleicht ist es auch ein Tick Wahnsinn, den ich habe. Wenn ich meiner Freundin sage, wie viel Geld ich in die Firma pumpen muss, um unsere Ziele zu erreichen, schlägtsie die Hände über dem Kopf zusammen. Dabei ist ja noch nichts sicher, ich hoffe nur, dass es funktioniert. Es ist wie beim Bungee-Jumping. Einfach Hopp und Sprung.

Verlangt es einer Frau viel ab, Ihre Partnerin zu sein?

Ich hatte immer nur Langzeitbeziehung. Die Frauen verstehen, wie ich bin. Ich verstehe aber auch umgekehrt, dass es nervt, wenn ich ständig am Handy rumtippe. Ich habe durchaus gute Eigenschaften, allerdings glaube ich, dass es trotzdem nicht einfach mit mir ist. Aber mit welchem Unternehmer ist es schon einfach…

Ist Erfolg ist eine Gemeinschaftsleistung?

Definitiv. Mein Erfolg hing auch immer mit der jeweiligen Frau an meiner Seite zusammen. Wenn ich ständig zu Hause Streitereien hätte, könnte ich mich nicht auf die Firma fokussieren. Ich weiß aber genau, dass man sich auf mich freut, wenn ich heimkomme. Das ist mir extrem wichtig.

 

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

Seit über 25 Jahren sucht Frank Obrist mit seinem Team nachhaltige Lösungen für die großen Probleme unserer Zeit und entwickelt dabei innovative Technologien. / Foto: © Christoph Pallinger

Grüne Zukunft made in Austria

Mobilität muss CO2-neutral werden, das ist klar. Allerdings braucht es dafür eine global umsetzbare Lösung. Genau daran arbeitet die österreichische Innovationsfabrik OBRIST Powertrain GmbH aus Lustenau am Bodensee mit weltweit rund 70 Mitarbeiter:innen. Die Mission des Gründers Frank Obrist: „Umweltfreundliche Technologie zu entwickeln. Dinge nicht nur anders zu machen, sondern auch besser und enkeltauglich.“

Schon seit 1996 sucht Frank Obrist mit seinem Team Lösungen für die großen Probleme unserer Zeit und entwirft neue Technologien, darunter die Serieneinführung der CO2-Klimaanlage in der Mercedes S-Klasse, also einer Kühlung, die mit Kohlendioxid als Kältemittel arbeitet. Diese Erfindung hievte die Firma technologisch in eine weltweite Führungsposition, aber der Tatendrang des Vorarlbergers ist längst nicht gestillt. Besonders die Themen CO2-Emissionsreduktion und alternative Energiequellen sieht er als entscheidend für die Zukunft unseres Planeten. Der neueste Coup des Lustenauer Unternehmers ist der „HyperHybrid“: Hier wird das Fahrzeug zwar elektrisch angetrieben, kombiniert aber einen sehr kleinen – und mit einem Verbrauch von zwei Liter auf hundert Kilometer auch sehr sparsamen – Zwei-Zylinder-Stromgenerator mit einer Batterie und einem Elektromotor. Um den Fahrzeugherstellern zu zeigen, welche Vorteile ein Auto mit einem derartigen Antrieb hat, wurde als Prototyp ein Tesla Model 3 umgerüstet.

Bis spätestens 2025 soll der „HyperHybrid“ in Serienproduktion gehen. Warum er am Ende trotz Mini-Verbrennungsmotor besser für die Umwelt ist als ein reines E-Auto? Seine Antriebsart kann laut den Entwicklern von Obrist in allen Fahrzeugklassen und für alle Anforderungen verwendet werden, nicht nur bei Autos und Lkws, sondern zum Beispiel auch bei Schiffen oder Kleinflugzeugen – das geht mit der reinen Batterieelektrik nur sehr bedingt. Und: Gerade in weniger gut entwickelten Ländern wie Afrika oder Süd-Amerika ist eine geringe Reichweite ein Problem – es fehlt an der Ladeinfrastruktur. Aber mit dem „HyperHybrid“ ist es nicht getan, bei Obrist hat man große Pläne. In fünf Jahren will man „im Bereich einer globalen grünen Energieversorgung sowie bei der Frage der optimalen grünen Antriebstechnologie maßgeblich mitgestalten“ undneue Innovationen zur Vermeidung von Emissionen zu Land, Luft und Wasser entwickeln. Dafür opfert Frank Obrist als großer Denker hinter der Firma auch schon mal die ein oder andere Nacht:

Er will umweltfreundliche Technologie „enkeltauglich“ machen: Unternehmer Frank Obrist / Foto: © Marcel Hagen, www.studio 22.at

„Ich versuche mit all meiner Kraft Lösungen zu finden, mit denen sich globale Probleme einfach und wirtschaftlich vertretbar realisieren lassen.“

Was für ihn Erfolg ist? „Die Welt besser zu verlassen, als man sie betreten hat. Die Verantwortung für unseren Planeten zu übernehmen, ist die größte und schönste Herausforderung, der man sich stellen kann. Ich sehe mit unseren Lösungen große Chancen, die Menschheit über Kontinente, Herkunft und alle Religionen hinweg in dieser Verantwortung zu einen und in eine bessere Zukunft zu führen.“ Dass in der ersten Welt zwar auf Elektro-Mobilität umgerüstet wird, aber andere Länder nicht von der Stelle kommen, sieht man bei OBRIST Powertrain als eine Aufgabe, die schnell angegangen werden muss. „Es gibt dringenden Entwicklungsbedarf im Bereich einer nachhaltigen, leistbaren und vor allem machbaren Realisierung einer globalen Energieversorgung für alle Lebensbereiche. Diese muss weltweit koordiniert werden.

Wie wollen wir den Grundlaststrom beim Ausstieg aus Kohle, Atom und Erdgas kompensieren, ohne die Umwelt zu belasten – und wie speichern und verteilen wir diesen Strom? Diese Fragen sind höchstens regional geklärt“, gibt Frank Obrist zu bedenken. Laut ihm heißt die Lösung – auf lange Sicht – „HyperHybrid® & aFuel®, um eine klimaneutrale Mobilität“ zu erreichen. aFuel® ist ein von Obrist entwickeltes Konzept, das modernste Technik der synthetischen Methanol-Herstellung mit CO2-Einlagerungs

Bis spätestens 2025 soll der neueste Coup des Unternehmers in Serienproduktion gehen: der „HyperHybrid“. / Foto: © VN/ Steuer

verfahren kombiniert. Auf diese Weise wird aus der Luft nicht nur CO2 für die Methanol Gewinnung entzogen, sondern durch die zusätzliche Speicherung von CO2 in Form von Grafit schafft aFuel® sogar eine negative CO2-Bilanz. Damit ist aFuel® der erste globale Energieträger, der zu einer Reduktion der CO2-Anteile in der Atmoshpäre führt. „Beweglich zu sein, ist für die meisten Menschen existenziell. Um eine weltweite, grüne und emissionsfreie Mobilität schaffen zu können, muss diese für alle auch leistbar sein. Wir dürfen bei der ganzen Diskussion nicht vergessen, dass es der Erde egal ist, wo wir das CO2 ausstoßen!“

Gerade wird in seinem Unternehmen an mehreren Prototypen-Fahrzeugen in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und Universitäten gefeilt. „Die neue Generation von ,HyperHybrid Powertrain‘ wird dann durch einen reinen aFuel®-Generator mit Strom versorgt. Damit kann das Fahrzeug sogar CO2-positiv und ohne Partikelausstoß auf den Straßen unterwegs sein“, verrät Frank Obrist. Für eine in naher Zukunft ausreichende Produktion des synthetischen Kraftstoffs aFuel® benötigt es allerdings im Sonnengürtel der Erde entsprechende Produktionsanlagen.Diese können dann mit preiswerter Solarenergie den Kraftstoff aFuel® herstellen. Effizienzverluste durch Wasseraufbereitung, Elektrolyse und Co können unter diesen Umständen vernachlässigt werden.

Und wenn die ersten „Modern Forests“ entstehen, also moderne Wälder, wie Frank Obrist die von ihm erdachten EnergieFabriken nennt, ist er seiner selbst definierten Bedeutung von Erfolg, nämlich die Welt besser zu hinterlassen, als er sie vorgefunden hat, schon ein großes Stück nähergekommen …

Derzeit baut Obrist ein Netzwerk an Partnern auf für die Realisierung von Modern Forest Anlagen. Interessenten können sich unter office@obrist.at mit der Firma in Verbindung setzen.

 

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

Der mehrfache Unternehmensgründer Dr. Stefan Kloth ist im norddeutschen Raum gut vernetzt. / Foto: osteolabs GmbH

Explosive Mischung

Dr. Stefan Kloth hat sowohl BWL als auch Physik studiert und ist damit in seiner Generation ein Exot. In seinen Firmen hält es ihn nie länger als 10 Jahre. Das nächste Projekt hat er schon im Blick: einen Sprengstofftest.
Was wollten Sie als Kind werden?

Zuerst Forscher, weil ich mit 13 an „Jugend forscht“ teilgenommen habe. Mit 16, 17 wollte ich Unternehmer werden, weil ich elektronische Bausätze verkaufen wollte. Dazu ist es aber nicht gekommen, weil es dafür keinerlei Unterstützung von meinen Eltern gab.

Trotzdem haben Sie diesen Wunsch nach dem Studium verwirklicht.

Ja, obwohl ich zu Beginn des Studiums noch keinen klaren Berufswunsch hatte. Ich wählte Physik, weil man damit so viel machen kann. Erst während des letzten Teils des Studiums fühlte ich, dass ich mich selbständig machten wollte. Nur womit? Darauf hatte ich noch keine Antwort.

Deswegen haben Sie sich zunächst doch für eine Beschäftigung als Arbeitnehmer entschieden.

Genau, als Vertriebsingenieur bei Philips in Hamburg. Mich hat damals schon mehr der Vertrieb als die Technik interessiert. Seit meinem Auslandsstudium in England wusste ich, dass ich nicht in einem Labor arbeiten wollte.

Mit 25 Jahren machten Sie sich dann selbstständig und gründeten den Kontaktlinsen-Versand „Lenscare“. Wie kommt man als Vertriebsingenieur bei Philips darauf, sich mit so einer Idee selbstständig zu machen?

Herr Dr. Kloth (r.) zusammen mit Herrn Prof. Dr. Anton Eisenhauer (l., Head of Research und Gründer von osteolabs GmbH) / Foto: osteolabs GmbH

 

Ich war Kontaktlinsenträger und fand diese kleinen Plastikschalen immer so teuer. Ein teures, aber kleines Produkt, das sich gut versenden lässt – das war für mich der ideale Einstieg in den Versandhandel. Das Wort „E-Commerce“ gab es damals noch nicht.

Im Jahr 2000 standen Sie mit „Lenscare“ kurz vor dem Börsengang, als die Blase am Neuen Markt platzte. Wie sehr traf Sie der Crash?

Wir hatten erhebliche Mittel und Energie für dieses Projekt verwendet. Dann kam eine lange Rezession und die Investoren hielten uns nicht mehr die Treue. Wir sind stattdessen auf Banken und Venture Capital Geber zugegangen. Aber das war natürlich eine ganz andere Bewertung, nämlich eine richtig miese. Das heißt, es war schon auch ein tiefer Rückschritt. Später habe ich das Unternehmen verkauft. Danach hatte ich Zeit und habe Betriebswirtschaft studiert und promoviert.

Dachten Sie damals daran aufzugeben?

Ja, mit Sicherheit.

Was war Ihre Motivation, trotzdem durchzuziehen?

Zunächst mal war „Lenscare“ meine einzige Einkommensquelle und ich war relativ jung, hatte also noch kein Vermögen aufgebaut. Außerdem waren da die ganzen Mitarbeiter. Hätte ich aufgegeben, hätte das ja auch sie betroffen. Da musste ich einfach weitermachen. Ich brauchte damals mit 31 Jahren ja auch nicht viel Geld. Es gab noch keine Familie zu finanzieren.

Prof.Eisenhauer & Minister_Buchholz_ & Dr.Kloth_Bueroeroeffnung2001

Gab es einen Mentor, der Sie am Anfang Ihrer Selbstständigkeit unterstützte?

Ja, den Direktor einer Großbank in Hamburg. Der sorgte dafür, dass es mit dem Kredit immer flutschte, wenn ich zu einem seiner Sachbearbeiter ging. Er war auch Kontaktlinsenträger und fand meine Idee gut. Ich musste für die Kredite natürlich trotzdem persönlich haften. Aber immerhin bekam ich überhaupt welche.

Was würden Sie Ihrem Jüngeren Ich aus heutiger Sicht raten?

Nicht so sehr auf Berater zu hören. Ich gewichte Stimmen heute anders und reflektiere mehr, was andere Menschen sagen. Damals habe ich vieles einfach geglaubt. Woher sollte ich es mit 31 Jahren auch besser wissen? Meine Eltern waren ja keine Unternehmer. Die hatten schon die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, als ich bei Philips gekündigt hatte.

Was hat Sie trotz der Rückschläge zu einem erfolgreichen Unternehmer gemacht?

Der Glaube ans eigene Produkt ist ganz entscheidend. Und man muss sich mit den Details auskennen, auch wenn die Firma 20, 30, 40, 50 Mitarbeiter hat. Denn kein Mitarbeiter kann mir die Verantwortung gegenüber dem Finanzamt abnehmen. Sparsamkeit ist auch wichtig. Ich sitze an einem Schreibtisch von Ikea, den wir selbst aufgebaut haben. Ich brauche keine Innenarchitekten.

Sie betreiben mit osteolabs seit 2018 eine Firma, die sich auf Schnelltests für Zuhause zur Früherkennung von Osteoporose spezialisiert hat. Wie kommt man von Kontaktlinsen zu Knochenschwund?

Durch persönliche Kontakte und durch Zufall. Ich habe mir hier im norddeutschen Raum einen Namen gemacht als jemand, der sowohl technisch als auch betriebswirtschaftlich affin ist. Damit bin ich in meiner Generation ein Exot, denn zu meinen Studienzeiten war die Kombination von Physik und BWL nicht möglich. Ich bin also gut vernetzt. Deswegen werden mir Themen angetragen, die technisch interessant sind und ich prüfe dann, was sich ökonomisch daraus machen lässt. Beim OsteoTest, der online bestellt und per Post versandt wird, kommen mir meine Erfahrungen von LensCare natürlich sehr zugute.

Welche beruflichen Pläne haben Sie für die Zukunft?

Ich bleibe nirgends länger als zehn Jahre. Wenn irgendwann die Controller kommen, um aus 90 Prozent Effizienz 99 Prozent zu machen, bin ich weg. Das finde ich furchtbar langweilig.

Also, was kommt als nächstes?

OsteoTest / Foto: osteolabs GmbH

Ein Sprengstoffspurentest, den ich mit dem Institut für organische Chemie der Universität Kiel entwickle. Da sind wir aber noch ganz am Anfang, bis zur Marktreife muss noch viel geforscht werden. Insofern passt das ganz gut zu meinen Plänen bei OsteoLabs.

Oha. Welchen Luxus gönnen Sie sich? Möbel sind’s ja nicht.

Auch keine Rolex und kein Porsche. Ich wohne hier in Kiel in der ersten Reihe mit Blick auf die Ostsee. Wenn ich schwimmen gehen möchte, bin ich sofort am Wasser. Das ist für mich Luxus. Und ich gehe gern schön essen. Wobei da ab einem gewissen Rechnungsbetrag der BWLer in mir durchkommt, der nach dem abnehmenden Grenznutzen fragt. Man kann für 300 € mit der Familie sehr schön essen, es muss nicht 500€ kosten.

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Eine eigene Finca im Süden wäre toll. Da würde ich Wein anbauen und mit dem Trecker über meinen eigenen Weinberg fahren. Generell möchte ich aber keine Besitztümer sammeln, denn was du besitzt, besitzt dich. Es ginge mir nur um den Spaß an der Freude.

 

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

 

Der Sinn fürs Unternehmertum liegt dem 74-Jährigen im Blut. Schon als Kind wusste der gebürtige Berliner, dass er einmal Unternehmer werden will. / Foto: KPM Berlin

Ein Gespür für das Richtige

Bankier, Hotelier, Porzellan-Produzent, Autosammler: Jörg Woltmann beweist bei nahezu allem, was er anfasst, ein gutes Händchen

Jörg Woltmann weiß, was Kunden wollen: 1979 gründete der gebürtige Berliner mit einem Partner die Privatbank ABK Allgemeine Beamten Bank AG, deren Angebot ganz auf die Bedürfnisse von Beamten und Angestellten aus dem Öffentlichen Dienst zugeschnitten ist und deren Alleinaktionär er heute ist. 2006 übernahm er die angeschlagene Königliche Porzellan-Manufaktur in Berlin und machte sie wieder zu den ersten Adressen für Liebhaber von edlem Geschirr. Außerdem betreibt der Bundesverdienstkreuzträger vier Hotels in Berlin, Potsdam und Thüringen, in denen die Gäste nach allen Regeln der Kunst verwöhnt werden. Dass er künftige Entwicklungen richtig einschätzen kann, bewies der inzwischen 74-Jährige aber schon zu Studienzeiten, als er während der Ölkrise mehrere Autohäuser in Berlin kaufte, um sie nach dem Studium gewinnbringend wieder zu verkaufen. Der Sinn fürs Unternehmertun liegt bei ihm in der Familie.

Wann wurde Ihnen klar, dass Sie Unternehmer werden möchten?

Ich wusste schon als Kind, dass ich später Unternehmer werden will, weil meine Mutter auch selbstständig war und die Unabhängigkeit liebte.

Trotzdem sind Sie zunächst in eine andere Firma eingetreten. Warum?

Ich war nach dem Abitur überzeugt, dass eine Banklehre eine solide und umfassende Grundlage für das spätere Berufsleben ist. Deshalb habe ich mich im Bankhaus Hermann Lampe zum Bankkaufmann ausbilden lassen.

Damit sollten Sie Recht behalten, denn Sie haben später eine eigene Bank gegründet. War das Ihr wichtigster Karriere-Schritte?

Die königliche Porzellan-Manufaktur in Berlin rettete er vor der Insolvenz. / Foto: KPM Berlin

Ja, absolut. Die Gründung der Allgemeinen Beamten Bank im Jahre 1979 war für meine Karriere entscheidend, weil sich daraus alle weiteren unternehmerischen Tätigkeiten entwickelt haben.

Gab es weitere Highlights in Ihrer Karriere?

Ja, der Kauf der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin 2006 war auch etwas ganz Besonderes. Das Unternehmen stand damals kurz vor der Insolvenz.

Gibt es auch einen privaten Kauf, an den Sie sich gern erinnern?

Ich habe mir vor 25 Jahren einen Mercedes 300 SL Roadster geleistet. Mit 12 Jahren hatte ich bei der Hochzeit eines befreundeten Ehepaares meiner Mutter Blumen gestreut. Das Hochzeitsgeschenk an die Braut war so ein 300 SL. Das war 1959. Seitdem fasziniert mich dieser Wagen.

Sind Sie generell ein Oldtimer-Fan?

Ja! Inzwischen besitze ich eine ganze Sammlung an alten, aber auch neuen Autos.

Welche Rolle spielt sozialer Status auf dem Weg zum Erfolg?

Generell spielt der soziale Status meines Erachtens keine entscheidende Rolle mehr. Bei mir war es natürlich so, dass meine Mutter schon selbstständig war und mir das Unternehmer-Gen weitergegeben hat.

Jörg Woltmann legt bei seinen Führungskräften neben Fachkenntnissen besonders viel Wert auf soziale Kompetenz. / Foto: KPM Berlin

Wo sehen Sie Ihre Stärken?

Ich stelle mich nicht in den Vordergrund, suche in den Leitungspositionen Mitarbeiter, die besser sind als ich. Ich glaube, dass ich über eine hohe soziale Kompetenz verfüge. Ich verlasse mich überwiegend auf mein Bauchgefühl.

Was ist ein Must-Have in ihrem Beruf?

In allen meinen unterschiedlichen Unternehmen ist es wichtig, dass ich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habe, denen ich vertrauen kann und die in meinem Sinne die Vision umsetzen.

Wie wählen Sie Führungskräfte in Ihren Unternehmen aus?

Neben den Fachkenntnissen ist soziale Kompetenz für mich sehr wichtig. Denn ich möchte, dass meine Führungskräfte ihre Teams kollegial leiten – das ist auch ein Anspruch, den ich an mich selbst stelle.

Wie würden Sie Ihr Erfolgsgeheimnis zusammenfassen?

Normal bleiben, niemanden überfordern, soziale Kompetenz zeigen und die preußischen Tugenden wie zum Beispiel Pünktlichkeit und Ehrlichkeit leben.

Was ist die wichtigste Eigenschaft die erfolgreiche Menschen heute brauchen?

Nie aufgeben, auch nicht bei Rückschlägen.

Was treibt Sie persönlich beruflich weiter voran?

Koenigliche Porzellan Manufaktur, Berlin

Der Erfolg und die Umsetzung von Visionen.

Gibt es noch ein berufliches Ziel, das Sie unbedingt erreichen möchten?

 

Nein. Ich habe keine Sehnsüchte mehr. Ich habe mehr erreicht, als ich mir je vorgestellt habe.

Wenn Sie einen Blick auf Ihre bisherige Karriere werfen: Würden Sie Ihrem Jüngeren Ich trotzdem raten etwas anders zu machen?

Ja, da fällt mir etwas ein: In den Anfangszeiten meines Unternehmertums sollte man nicht so naiv sein zu glauben, andere Unternehmer wollten das Beste für dich – und nicht nur für sich selbst. Junge Menschen sollten sich selbst treu bleiben und den Geschäftspartner nicht versuchen zu überfordern. Man sieht sich immer zwei Mal im Leben.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten unterstützt?

Mein väterlicher Freund Prof. Dr. Siegfried Stange. Er war der Lebensgefährte meiner Mutter, nach dem Studium hatte ich das Glück mit ihm arbeiten zu dürfen. Ohne ihn hätte ich mir nicht zugetraut, mit 32 Jahren eine eigene Bank zu gründen.

Apropos Partner: Wie wichtig ist ist der auf dem Weg zum Erfolg?

Der richtige Partner hält den Rücken frei und organisiert das Privatleben. Da man, wenn man nach Hause kommt, Sorgen nicht an der Garderobe abgeben kann, ist es wichtig, dass man in ein Gesicht schaut, in dem die Mundwinkel nach oben und nicht nach unten zeigen. Deswegen sind Beruf und Privatleben für mich auch nicht zu trennen.

Was ist Ihr Ausgleich zur täglichen Arbeit?

Ich gehe täglich schwimmen und zweimal pro Woche in die Sauna. Da entspanne ich und überdenke alles.

Wenn Sie nicht das geworden wären, was Sie heute sind, was wären Sie dann?

Dann wäre ich in der Immobilienbranche selbstständig, weil ich gerne historische Gebäude saniere.

 

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

Das Motto von Oleksandr Kotsyuba: „Durch Digitalisierung und Innovationen zur Nachhaltigkeit: Aufgeben – keine Option!“ / Foto: privat

Erfolgreich durch die Pandemie dank motiviertem Personal

Als Anbieter von Reise- und Software-Lösungen hatte es Oleksandr Kotsyuba in den letzten zwei Jahren nicht leicht, sollte man glauben. Aber der Unternehmer hat die Krise gemeistert – vor allem durch den Einsatz seiner Mitarbeiter.

Egal, welche Statistik mit den am stärksten von Corona betroffenen Branchen man sich ansieht, eine steht immer ganz oben: der Tourismus. Mit Ausbruch der Pandemie war Reisen nahezu unmöglich geworden und die Branche praktisch tot. Aber mit seiner entdecke.net DMC GmbH aufzugeben, kam für Oleksandr Kotsyuba nicht infrage. Seine Firma ist spezialisiert auf das B2B-Geschäft mit weltweiten Sportreisen sowie Kultur- und Aktivreisen in mehr als 20 Ländern Mittel- und Osteuropas.

Weil Kotsyuba an den langfristiges Erfolg seines Geschäftsmodells glaubte, entschied er sich, seinen Mitarbeitern an den acht Standorten von Deutschland bis Aserbaidschan eine Perspektive zu bieten und nahm einen Kredit auf, um sein Unternehmen durch die Krise zu bringen. „Die Mitarbeiter mussten das Gefühl bekommen und daran glauben, dass ihr Arbeitsplatz nicht nur heute und morgen sicher ist, sondern auch für die nächsten Monate und das nächste Jahr“, erklärt er seine Entscheidung. Außerdem hat jeder Angestellte weit mehr Verantwortung als üblich bekommen. „So waren die Mitarbeiter enorm motiviert und dankbar.

Im Nachhinein bin ich froh, so gehandelt zu haben“, sagt der Firmengründer. Denn dank der Leistungen seiner Mitarbeiter konnte er sich auch in Krisenzeiten über Erfolge freuen: „Im einen Teilbereich der Sportreisen hatten wir 2020 das beste Jahr unserer Unternehmensgeschichte. Nie zuvor haben wir so viele Sport-Mannschaften, Clubs, Verbände betreut oder bei der Buchung von Hotels, Transfers und Verpflegung unterstützt. Und das nicht nur in Osteuropa, sondern europaweit.“

Respekt und Vertrauen steht bei dem Unternehmer immer an erster Stelle. / Foto: privat

Voll auf die Mitarbeiter setzte Kotsyuba auch bei seinem zweiten unternehmerischen Standbein BITECC.de, dessen Software anderen Firmen hilft, Prozesse im Backoffice zu vereinfachen oder auszulagern. Auch hier bekamen alle Angestellten während der gesamten Pandemie das volle Gehalt, ohne Abstriche, Zwangsurlaub oder Kurzarbeit. „Obwohl einige unserer Kunden pleite gingen, konnten wir das verlorene Geld und die Umsätze kompensieren. Das ist ein gemeinsamer Erfolg, auf den wir alle stolz sind“, verrät der Unternehmer, der inzwischen schon wieder genug Mut hat, neue Pläne zu schmieden: „Ich baue ein Unternehmen, das Beratung im Bereich „Digitale Transformation“ anbieten und Produkte zu den Themen Digitalisierung, Innovation und Sustainability auf den Markt bringen wird.“

Worauf es dabei vor allem ankommt, steht für Oleksandr Kotsyuba schon jetzt fest: „Auf die richtige Personalführung und motivierte Mitarbeiter natürlich!“

 

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

Er verhilft als „Unternehmens-Gestalter“ Menschen dabei, ihr Leben in vielen bereichen ins Positive zu verändern. / Foto: © Fuat Akar

Der Gladiator des Erfolgs

Seit 15 Jahren hilft Fuat Akar anderen Unternehmern, ihre Firma erfolgreich zu führen. Er sieht sich dabei nicht als Berater, sondern
als Gestalter – und verfolgt ein antikes Ideal.

Ws bedeutet für Sie Erfolg?

Ein Leben in finanzieller Unabhängigkeit zu leben, das meinen Kindern und anderen Menschen als Vorbild dient. Ein Leben, das mir ermöglicht, mit Leichtigkeit Hilfsbedürftigen wie Waisenkindern in Äthiopien oder Flutopfern in Deutschland Hilfe zukommen zu lassen.

Wen würden Sie als Ihr Vorbild bezeichnen?

Meinen ehemaligen Chef Reinhold Würth. Und zwar, weil ich damals als jüngster Finanzleiter der Würth-Gruppe hautnah in den halbjährlichen Konferenzen erleben durfte, wie dieser Vorzeigeunternehmer denkt und handelt. Er hat innerhalb eines Lebens einen Konzern mit knapp 80.000 Mitarbeitern und mehr als elf Milliarden Euro Umsatz aufgebaut. Seine ethischen Grundsätze zu allen Partnern und sein Umgang mit Menschen war mir immer ein Leitbild. Ich habe in den zehn Jahren viel von ihm gelernt und bin sehr dankbar dafür.

Gemeinsam mit seiner ebenfalls erfolgreichen Frau Marta bildet Fuat Akar ein gutes Team. Sie sind seit 21 Jahren verheiratet. / Foto: © Ronny Barthel

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für Ihren Erfolg maßgeblich sind?

Ich weiß, wie Geld funktioniert. Ich habe gelernt, Unternehmen zu sanieren, aufzubauen, Teams zu motivieren und zu führen. Daneben sehe ich mich als mutig an: Immer bereit zu sein, zu wachsen und neue Wege zu gehen. Darüber hinaus ist mir Ehrlichkeit wichtig: Unsere Kunden und Dienstleister wissen, dass man mit mir am Telefon Verträge abschließen kann.

Was bedeutet Unglück für Sie?

Unglück gibt es nicht. Alles passiert aus einem Grund. Es sind Lektionen des Lebens. Sie fallen dir so oft auf die Füße, bis du es verstanden hast und bereit bist für den nächsten Wachstumsschritt.

Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich raten?

Dasselbe, was ich unseren 14 und 16 Jahre alten Kindern rate: Umgib dich auch mit Menschen, die schon dort sind, wo du hinwillst. Suche dir Mentoren, die Abkürzungen zeigen. Lerne, wie Geld für dich arbeitet. Wenn du anfangs für jemanden arbeitest, dann nie primär des Geldes wegen, sondern, um Erfahrung zu sammeln für den Weg zu deinen Zielen. Vergeude möglichst keine Zeit mit Tätigkeiten, die dich nicht deinen Lebenszielen näherbringen.

Wie vereinbaren Sie Ihren Beruf mit dem Privatleben?

Ich habe schon sehr früh in meiner Selbstständigkeit konsequent eine Vier-Tage-Woche geführt. Freitag war Frei-Tag. Im weiteren Verlauf haben wir, meine Frau und ich, unsere Strategie weiter umgesetzt. Es war Teil unseres privaten Plans, durch Digitalisierung unserer Unternehmensberatung und Investments an der Börse sowie Immobilien nicht abhängig zu sein vom fatalen Prinzip „Zeit gegen Geld“.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten unterstützt?

Als Allererstes meine Eltern. Sie haben als Christen aufgrund religiöser Benachteiligung die Türkei verlassen und sind, als ich zwei Monate alt war, mit einer Tasche in der Hand nach Deutschland ausgewandert. Sie haben mir beigebracht, dass Ehrlichkeit, Mut und Fleiß sich immer auszahlen. Schon früh hat sich mein Vater selbstständig gemacht und Risiken übernommen. Ich konnte bereits als Kind viel von ihm lernen. Er war mein erster und wichtigster Mentor. Später im Leben buchte ich dann viele weitere Mentoren, und zwar in den verschiedensten Sparten, im Verkauf, bei Investments, an der Börse und so weiter.

Fuat Akar (2. v. l.) mit seinen zwei Kinden und seiner Frau Marta (r.). / Foto: privat

Was ist heute Ihr Antrieb, jeden Tag weiterzumachen?

Meiner Frau Marta und mir geht es nicht ums Geld. Wir könnten von unseren Laptops aus an der Börse handeln und weiter in Immobilien oder Unternehmen investieren. Die Menschen, die wir begleiten und deren Leben sich in vielen Bereichen ins Positive verändert, sind der Grund, warum wir tun, was wir tun. Ich habe dazu ein Bild in meinem Kopf: Menschen in die finanzielle Freiheit zu begleiten, ist wie in der Antike als Gladiator Sklaven aus der Gefangenschaft zu befreien.

Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau, sagt der Volksmund. Trifft das bei Ihnen zu?

Zu 100 Prozent! In meinem Fall ist meine Frau nicht nur stark, sondern selbst erfolgreich, und darauf bin ich sehr stolz. Ohne meine Frau wäre ich nicht da, wo ich heute stehe. Und sie wäre ohne mich nicht da, wo sie heute steht, sondern vermutlich noch viel weiter … Niemand kennt mich so gut wie sie. Sie hört, was ich denke. Aber um das
zu beherrschen, hatte sie auch viel Zeit – wir sind seit 21 Jahren verheiratet.

Wie wichtig ist Ihnen soziales Engagement?

Wir haben schon immer soziales Engagement gelebt. So haben wir es von unseren Eltern vorgelebt bekommen. Obwohl sie wenig hatten, haben sie immer über Kirchen oder sonstige Organisationen Bedürftigen Spenden zukommen lassen. Dieses Jahr haben wir den Bau eines Waisenhauses in Äthiopien gefördert und 50 Prozent der Baukosten gespendet. Das war Martas Projekt und Herzenswunsch. Wir haben 40.000 Euro gespendet und den Bau ermöglicht. Zusätzlich haben wir in unserem Netzwerk mit weiteren erfolgreichen Menschen das Projekt vorgestellt und weitere 20.000 Euro eingesammelt. Dieses Projekt rettet Menschenleben.

 

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

Einer seiner größten Antriebe sei es, anderen Menschen mit seinem Tun eine Freude zu bereiten. Seinen Mitarbeitern will er ein stabiles Umfeld bieten. / Foto: © STEINERfood

„Du musst für die Sachen brennen.“

Matthias Steiner ist ein Bilderbuchsportler – Olympiasieger, Welt- und Europameister im Gewichtheben, Sportler des Jahres 2008 und ausgezeichnet für hervorragende Leistungen im Sport mit dem staatlichen Ehrenzeichen des Silbernen Lorbeerblatts. Heute hat er sich als Lebensmittelunternehmer etabliert, hält zudem Vorträge und schreibt Bücher über Ernährung..
So bemerkenswert all dies ist, die Geschichte dahinter ist es noch viel mehr. Ein unbändiger Wille, viel Geduld und das Talent, die Dinge zu akzeptieren, die er nicht selbst ändern kann, haben den 39-jährigen Leistungssportler und Unternehmer zu der eindrucksvollen Persönlichkeit gemacht, mit der wir uns heute austauschen dürfen.

Nicht immer geht alles nach Plan. Matthias Steiners Lebensgeschichte ist von vielen Rückschlägen geprägt. Sein Trainer, der ihm so nah wie ein zweiter Vater ist, stirbt nach schwerer Krankheit, als Matthias gerade einmal 17 Jahre alt ist. Wenig später stellen die Ärzte bei ihm Diabetes Typ 1 fest, der sich bei ihm nach einem verschleppten Virusinfekt entwickelt. Diese Autoimmunerkrankung legt ihm nicht nur privat, sondern auch seiner Karriere Steine in den Weg. Nicht nur empfehlen ihm die Ärzte, mit dem Gewichtheben aufzuhören. Die Diagnose verwehrt dem Österreicher überdies die Förderung, die er benötigt, um als Sportler wirklich erfolgreich zu werden. Beim Bundesheer und später als Deutscher bei der Bundeswehr, wird er als „untauglich“ ausgemustert.

Matthias Steiner denkt stattdessen: „Jetzt erst recht.“

Der gebürtige Wiener beantragt 2005 die deutsche Staatsbürgerschaft. Drei lange Jahre muss er darauf warten, lebt und trainiert bereits in Deutschland, darf aber an keinem internationalen Wettkampf teilnehmen, obwohl er leistungsmäßig in den Medaillenrängen gewesen wäre. Die deutsche Einbürgerung führt zum Wendepunkt seiner Karriere. Schon ein halbes Jahr später gewinnt er 2008 bei Olympia in Peking Gold – ein unermesslicher Sieg: Er hebt sage und schreibe 258 Kilogramm für diesen Erfolg, ein Wagnis, mit dem er seine persönliche Bestleistung übertrifft. Der gelernte Installateur wird als Sportler des Jahres ausgezeichnet und erhält die Ehrenauszeichnung des Silbernen Lorbeerblatts. Für ihn ist klar, wie er dies erreichen konnte. Sein Antrieb begründet sich in dem tief verankerten Wunsch, es zu schaffen. Er brennt für die Sache. Nur so, sagt er, kann man seine selbst gesetzten Ziele erreichen.

Erfolg bedeutet für Matthias Steiner, die Dinge umzusetzen, die man sich vorgenommen hat, gleich welcher Dimension.

Der Sieg bei den Olympischen Spielen ist das Highlight seiner Karriere, aber für ihn überdies ein persönlicher Meilenstein.

Als Steiner mit der Vorbereitung beginnt, lebt seine erste Frau Susann noch, die ihn immer unterstützte und den Rücken freihielt, und die mit ihm diesen Weg begann. In einem unverschuldeten Autounfall kommt sie ums Leben. Trotz dieses enormen Verlusts trainiert Steiner weiter. Der Sieg schließlich erlaubt ihm, seine Wut und Trauer in Energie umzuwandeln – und Abschied zu nehmen.

Die Bilder in Peking zeugen von starken Emotionen: Steiner hält nicht nur die Goldmedaille, sondern auch ein Foto seiner verstorbenen Frau in die Kameras. Seine Schicksalsgeschichte und wieviel Kraft es kostete, so viele Hürden zu überwinden, sind ihm ins Gesicht geschrieben.

Große Erfolge sind zu großen Teilen der eigenen Persönlichkeit zu verdanken.

Wie wir mit Schwierigkeiten umgehen, ist ausschlaggebend für unser Leben. Gebe ich auf oder sage ich „Jetzt erst recht“? Eltern, Trainer, geliebte Menschen prägen uns alle und so auch Matthias Steiners Lebensweg. Steiner weiß, dass die Persönlichkeitsentwicklung verantwortlich für die Leistungsentwicklung ist. Er fügt hinzu: Im Sport sei es leichter als in der Wirtschaft, einen vertrauenswürdigen Mentor zu finden, weil es nicht einfach um den eigenen Vorteil, sondern überwiegend um das gemeinsame Ziel geht.

Sein erster Trainer Walter Legel, selbst Gewichtheber, verankert in ihm seine Zielstrebigkeit. Peter Lauterer begleitet ihn später viele Jahre als Trainer, sogar ehrenamtlich. Er führt ihn an die Weltspitze und prägt Steiners optimistische, widerstandsfähige Persönlichkeit maßgeblich.

Das Talent, die Dinge zu akzeptieren, die er nicht ändern kann, und sich voll und ganz für solche einzusetzen, die in seiner Hand liegen, führen ihn zum Erfolg und geben ihm die nötige Energie, immer wieder neue Wege zu beschreiten. Und um die vorausgegangenen Erfolge sinnbringend zu nutzen. Denn „die Dinge umzusetzen, die man sich vorgenommen hat, gleich welcher Dimension,“ ist seine Definition von Erfolg. Diese Selbstbestimmtheit spornt Steiner an, ebenso wie die vorhergegangenen Erfolge. Olympiasieger, Weltmeister- und Europameister wollte er werden. Dies hat er geschafft, daher beendet er 2013 seine Profisportkarriere, um sich neue Ziele fernab des Leistungssports zu setzen.

„Die Titel im Sport motivieren mich immer weiter.“

Mit seiner zweiten Frau, der Journalistin und N24-Moderatorin Inge Steiner geborene Posmyk macht er sich selbständig gibt zunächst sein Wissen zu Motivation, Diabetes und Ernährung in Vorträgen weiter. 45 Kilogramm nimmt er ab und tanzt sich 2015 – fast wie nebenbei – ins Finale der TV-Show „Let´s Dance“. Der Auftritt ist von Leichtigkeit und Lebensfreude geprägt. So ist es kein Zufall, dass er klar sagt:

„Wer erfolgreich sein will, muss mit Freude bei der Sache sein.“

Erfolgreiche Menschen brennen für ihre Arbeit, ihr Unternehmen, ihr Projekt. Dieses Fakt und der Wunsch, etwas Sinnbringendes zu tun, führen ihn zu seinem logischen nächsten Schritt. Sein Buch „Das Steiner Prinzip“ wird 2015 rasch zum Bestseller, gefolgt von seinem zweiten Buch, dem „12-Wochen-Plan“. Parallel zu seiner Autorentätigkeit entwickelt er Low-Carb-Lebensmittel. Nicht nur wollte er schon als Kind Koch werden. Er sieht das auch pragmatisch, frei nach dem Motto: Wenn der einseitige Lebensmittelmarkt keine wohlschmeckende Lösung zum Abnehmen zu bieten hat, entwickelt er eben sein eigenes kohlenhydratarmes Brot. So entstand mit seinem Freund, einem Bäckermeister, eine proteinreiche Variante, die er nun über seine 2020 gegründete STEINERfood GmbH vertreibt.

Seine Arbeit als Lebensmittelunternehmer sei in gewisser Weise gar nicht so anders als die eines Leistungssportlers. „Du fängst klein an und steckst all deine Energie rein und nach und nach stellen sich die Erfolge ein,“ fasst er diesen Tatbestand zusammen. À propos Energie. Woher nimmt er all diese Energie?

Nach wie vor findet der ehemalige Leistungssportler Ausgleich in der Bewegung, sei es beim Radfahren, Gewichtheben oder Bergwandern. Matthias Steiner liebt es aber auch, einfach Zeit in seinem Garten zu verbringen und seine Bienen gedeihen zu sehen. Bei allem Erfolg ist er bescheiden und bodenständig geblieben. Er schöpft Freude aus den einfachen Dingen wie fließendem Wasser und einem ruhigen Zuhause. Matthias Steiner weiß eben, wie man sich aufs Wesentliche konzentriert – ein unverzichtbares Talent für erfolgreiche Menschen.

 

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

„Ich musste meine geliebte Sportart früher aufgeben, weil ich mich verbrannt habe“

Sven Hannawald strebt heute nicht mehr nach sportlichem Erfolg, sondern vor allem nach einem Leben in Balance. / Foto: HONKPHOTO

2002 schrieb Sven Hannawald Sportgeschichte. Er war der erste, der alle vier Skispringen der Vierschanzentournee gewinnen konnte. Ein Erfolg, der ein Leben verändern kann. Auch das Leben von Sven Hannawald sollte sich ändern. Allerdings nicht wegen der zahlreichen sportlichen Erfolge bei Olympischen Spielen und diversen Weltmeisterschaften. Das, was sein Leben zwangsläufig verändert hat kam 2004.

Hannawald durchlebte ein Burnout und brauchte Jahre, um dahin zu kommen, wo er jetzt ist. Ein Leben in Balance. „Ich habe viel zu spät erkannt, dass ich nicht 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche an Skispringen denken muss. Ich hätte auch etwas von dem, was ich reingesteckt habe, weglassen können und es hätte meine Leistung sicherlich nicht wesentlich beeinträchtigt. Aber damals habe ich geglaubt – je mehr ich mache, desto besser werde ich. Das war der Weg, den ich mir vorgenommen hatte. Und am Ende hat er mir zwei Seiten aufgezeigt: Den Erfolg, den ich damit errungen habe aber auch meinen Körper, den ich damit kaputt gemacht hatte.“

Die Sehnsucht ist immer mal wieder da, Große Olympiaschanze / Foto: privat

Hannawald begann mit 7 Jahren das Skispringen. Das Erzgebirge ist eine Wintersportregion. Hier regierte damals nicht der Fußball. Als er das erste Mal ein Skispringen im Fernsehen sah, war es für ihn ein Match. Es war die Faszination, mit zwei Skiern durch die Luft zu fliegen. Schon gleich zu Beginn merkte er auch, dass er ein gewisses Mehrtalent als andere hatte. Es fiel ihm leicht, weit zu springen. „Erfolg hieß für mich schon damals, so weit zu springen, wie es mir möglich ist. Dabei war es mir egal, wenn ich dann mal gestürzt bin und nur fünfter wurde. Für mich war es dennoch ein Erfolg, weil ich das erreicht hatte, was ich mir persönlich vorgenommen hatte.“ Sven Hannawald sagt von sich selbst, dass er so gestrickt sei. Es war von Anfang an das innere Gefühl, das ihn über Jahre gleitet hat, was er zu tun und zu lassen hat. Und er gibt zu, dass dieses Gefühl ihn auch in die Sackgasse geführt hat.

Hannawald 2002 bei der Vierschanzentournee mit Zugspitze im Hintergrund. / Foto: Thomas Kohl

„Alles, was ich anfange, möchte ich auch so professionell und perfekt wie möglich machen. Ich war als Kind schon so. Es gab für mich nichts anderes. Deshalb bin ich auch die extremen Wege gegangen. Ich kann es nicht nachvollziehen, nur Spaß bei der Sache zu haben. Mit 12 Jahren bin ich von zu Hause weg und auf die Kinder- und Jugendsportschule gegangen. Ich hatte Heimweh, mir haben meine Eltern gefehlt. Aber mir war das Skispringen wichtiger. Deswegen war es für mich auch ok, den härteren Weg zu gehen. Wenn ich gesprungen bin, dann war das mein Leben. Ich habe gelernt, früh zu akzeptieren, dass es auch Punkte für den Erfolg gibt, die weh tun.“

Der Startschuss für die großen Erfolge fiel in der Saison 1997/98.
2. Bei der Vierschanzentournee. Silber bei der Skiflug-WM in Oberstdorf und im Mannschaftsspringen bei den Olympischen Spielen in Nagano 1998. Auch bei der nordischen Ski-WM 1999 in Ramsau gewann er im Einzelwettbewerb von der Großschanze Silber hinter Martin Schmitt. Beim Mannschaftsspringen von der Großschanze gab es dann die Gold Medaille.

Erstmals Skiflugweltmeister wurde er 2000 im norwegischen Vikersund.
Die Saison 2001/02 sollte dann die erfolgreichste in seiner Karriere werden. Hannawald gewann als erster Skispringer alle vier Teilwettbewerbe der Vierschanzentournee in einer Saison. „Natürlich waren das auch

Sven Hannawald feiert nach seinem letzten Sprung bei der ersten Station des Vierschanzen-Skisprungturniers im süddeutschen Oberstdorf 2001 den ersten Wettbewerb in Oberstdorf. / Foto: Christof Stache

die wichtigsten Punkte meiner Karriere. Es waren die Momente, die man auch genießen kann, ganz oben zu stehen.“ Gleichzeitig gab ihm dieser Erfolg auch wieder den Glauben an sein Tun zurück. „Diese Momente nehmen einem auch jeden Zweifel. Denn dann sieht man auch den Weg, den man bis dahin gemacht hat.

Du darfst den Glauben nie verlieren. Die Tournee zu gewinnen, war so ein Moment. Ein Glaube, an den ich mich seit Kindheit an – über fast zwei Jahrzehnte – geklammert hatte.“
Doch diese Leistung und der damit verbundene Druck kostete enorm viel Energie. Hannawald trainierte noch intensiver – sowohl psychisch als auch physisch. Und so trug diese Leistung sicherlich auch etwas zu seinem Burnout bei.

Burnout – Es ist ein schleichender Prozess. Man nimmt vielleicht kleine Veränderungen bei sich wahr aber man denkt nicht weiter darüber nach und unternimmt auch nichts, um es zu ändern. Hannawald weiß, dass es von einem selbst kommen muss. „Mit meinem Perfektionismus und meinem Ehrgeiz bin ich einfach schwer zu stoppen. Deshalb habe ich auch viel zu spät auf die Zeichen reagiert. Als es mir ganz schlecht ging, half auch kein zweiwöchiger Urlaub mehr. Es waren einfach zu tiefe Risse, die ich mir selbst zugefügt hatte.“

Weil er den Adrinalinpush braucht, kam nach dem Skispringen der Radrennsport. / Foto: privat

Nach der Diagnose Burnout folgten mehrere Wochen Klinikaufenthalt. Am Ende stand dann der sportliche Abgang 2005. „Ich musste meine geliebte Sportart früher aufgeben, weil ich mich verbrannt hatte. Ich musste erst einmal lernen, damit umzugehen – das zu akzeptieren. Vor allem, weil der Kopf schneller frisch ist als der Körper. Gedanklich hatte ich mich schon wieder mit dem Skispringen beschäftigt. Aber der Körper wollte noch nicht mehr.“
Die sportlichen Erfolge haben Hannawald zwar einerseits seinen Traum vom Fliegen genommen aber anderseits auch gezeigt, wie man im Leben landet. Diesen „Sprung“ hat er auch in seiner Biografie „Mein Leben – mein Absturz – meine Landung im Leben“ beschrieben. Ihm ist es wichtig, seine Erfahrungen weiterzugeben.
2016 gründete er mit Sven Ehricht zusammen eine Unternehmensberatung mit dem Schwerpunkt „Corporate Health und Sportlervermarktung. In Workshops und Seminaren berichtet Hannawald über seine Erfahrungen und gibt Tipps für Stressmanagement und nachhaltige Burnout-Prävention.

Gerade in der heutigen Zeit, in der alles so schnell gehen muss, ist es wichtig, auf sich zu achten. „Das Dauergeziehe an einem macht uns krank – doch das muss man erst einmal lernen.“ Hannawald betont, dass er in den Seminaren seine Erfahrung nur als Beispiel aufführen und keine Vorschriften machen kann. „Allerdings wissen die Seminarteilnehmer, was ich gemacht und erreicht habe und dass die Erfolge nicht durch frühes Schlafengehen gekommen sind. Es ist egal, welchen Beruf man hat. Es gilt immer das Gleiche: Man muss auf seine persönlichen Pausen achten. Natürlich kann ich niemandem vorschreiben, wann er Pausen zu machen hat, denn am Ende muss die Arbeit immer erledigt werden. Vor allem, wenn man Erfolg haben möchte. Aber es muss die Balance stimmen.“
Hannawald hat gelernt, auf sich zu achten, auf seinen Körper zu hören und eine gewisse Balance im Leben zu finden. Ruhe und Entspannung findet der heute 46-jährige bei seiner Familie.

„Der Sport hat so lange, so viel Platz in meinem Leben eingenommen. Nach dem Skispringen, kam der Rennsport, weil ich den Adrinalinpush gebraucht hatte. Damals hatte ich keine Zeit für eine Familie. Ich war jemand, der sich nicht hätte binden können. In einem Interview habe ich mal gesagt, dass Familie erst kommt, wenn ich ganz aufgehört habe. Jetzt

bin ich soweit, dass ich gelernt habe, mit der neuen Familie den beruflichen Weg zu integrieren. Ich versuche jeden Tag, das bestmöglich zu managen.“

Sven Hannawald ist schon lange wieder im Leben angekommen. Er hat große sportliche Erfolge feiern können, er hat erfahren müssen, wie es ist, wenn der Perfektionismus und Ehrgeiz nach seinem persönlichen Erfolg einen krank machen kann und er hat den größten Erfolg feiern können, in dem er daraus gelernt hat. „Ich habe gelernt, meiner Stimme wieder zu vertrauen und meinen Weg zu gehen. Aber mit Bedacht. Weil es am Ende auch mein Lebensweg ist.“

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist ab sofort im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

„Jeder sollte versuchen, das Beste zu geben“

 

Peter Merck Geschäftsführer Golf Lounge Hamburg Billwerder / Kommunikationstalent trifft Organisationsfreude: Peter Merck wollte schon als Kind die Olympischen Spiele planen. Heute betreibt er die „Golf Lounge” – Ein Ort, der neben Golf-Trainingsanlage auch EventLocation ist. / Foto: Golf Lounge

In Hamburg betreibt Peter Merck das Golf Lounge Resort. Uns hat der 54-Jährige erzählt, wie seine Begeisterung für Sport ihn antreibt und was die lila Kuh damit zu hat.

Was war ausschlaggebend für Ihre Berufswahl?
Ich wollte schon als Kind die Olmypischen Spiele organisieren. Da kam damals schon meine Leidenschaft für Organisation und für den Sport durch. Als ich mein Wirtschaftsstudium abgeschlossen hatte, wollte ich diesen Strang wieder aufnehmen. Ich habe mich gefragt: Welche Sportarten sind in Deutschland ausbaufähig? Am Anfang bin ich natürlich über Fußball gestolpert, aber da hat keiner auf mich gewartet. Also habe ich weiter geguckt und bin beim Golf gelandet. Das war eine analytische Abwägung, nichts Emotionales.

Woher hat man als Kind den Traum, eine Olympiade zu organisieren?
Ich habe einfach immer Spaß am Organisieren gehabt. Bei einem Kindergeburtstag hatte sich mal jemand die lila Kuh von Milka gewünscht. Alle anderen haben natürlich Schokolade geschenkt. Ich bin zum Bauern um die Ecke gegangen und habe gefragt, ob ich eine Kuh ausleihen und sie als lila Milka Kuh präsentieren kann.

Heute managen Sie Ihr eigenes Golf-Unternehmen. Ihre Golf Lounge in Hamburg zieht gerade an einen neuen Standort. Bisher war es eine dreistöckige Driving Range, Ihr neues Golf Lounge Resort hat einen richtigen Golfplatz. Ein großer Schritt?
Kommt drauf an, wie man es sieht. Die alte Golf Lounge wurde als innerstädtische Trainingsanlage gebaut, für Golfer und Leute, die Golfen lernen wollen. Wir haben aber relativ schnell gemerkt, dass wir auch eine tolle Event-Location sind, mit der wir Unternehmen eine Plattform für Gespräche oder Weiterbildungen bieten können. Im Grunde genommen machen wir jetzt das Gleiche, bloß in groß: Wir bieten wieder Golf an und lassen im Umfeld sehr viele Events laufen.

Ihre Kunden können also auf gewisse Art bei ihnen in den Tag rein leben. Das ja auch Ihre persönliche Definition von Glück, oder?
Ja. Ich schöpfe meine Kraft aus der Natur und den Momenten, die ich in ihr verbringe, egal ob auf dem Land, auf dem Wasser oder in den Bergen.

Dabei hat man als Unternehmer gerade dafür eher wenig Zeit. Wie kriegen Sie Wunsch und Wirklichkeit unter einen Hut?
Ich bin auf der einen Seite sehr ehrgeizig und ungeduldig, weil ich meine Projekte durchbekommen möchte. Andererseits habe ich eine Familie, die mich auffordert, mir Freiräume zu nehmen und am Familienleben teilzunehmen.

Welche weiteren Eigenschaften zeichnen Sie aus?
Mich zeichnet aus, dass ich neugierig bin, dass ich Dinge von unterschiedlichen Blickwinkeln angucke. Ich versuche, immer über den Tellerrand zu schauen. Und es ist für mich wichtig, klare Entscheidungen zu treffen und dafür im Zweifel auch meinen Kopf hinzuhalten.

Dürfen Ihre Mitarbeiter Sie kritisieren?
Absolut! Natürlich ist für mich im Unternehmen Loyalität ist wichtig. Aber ich schätze eine offene Kultur, in der mein Team klar artikuliert, was ihm gefällt und was nicht. Bevor wir große, weitreichende Entscheidungen treffen, versuche ich, jedem zuhören und abzuwägen.

War es für Sie eine Option, beruflich bei dem von Ihren Vorfahren gegründeten Chemie- und Pharma-Konzern Merck einzusteigen?
Nein. Ich fände es nicht klug, die eigene Familie in irgendwelche Positionen zu protegieren. Es ist viel sinnvoller, sich zurückzunehmen und ein operatives Management marschieren zu lassen. Man muss auch überlegen, wo man seine Stärken hat. Ich bin nicht der geborene Analytiker. Ich bin eher jemand, der Menschen zusammenführt und der auf der Ebene der Kommunikation viel bewegen kann.

Gibt es ein Familien-Credo, das Sie leben?
Für mich ist es wichtig, dass wir über die Familie schon im Kindesalter versuchen, Werte zu vermitteln. Dazu gehört ua. Respekt, Toleranz, Verantwortung und eine gewisse Gelassenheit. Das sind Dinge, die nicht von heute auf morgen kommen. Das ist ein langer Prozess. Ich versuche meinen Kindern zu erklären, dass wir eine Vorbildfunktion haben und dass man diese nicht erst als Erwachsener übernimmt, sondern dass das schon in den Kinderschuhen anfängt. Jeder sollte versuchen, sein Bestes zu geben.

Sie engagieren sich auch ehrenamtlich. Wie bringen Sie sich wo ein?

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

Diese ist ab sofort im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Intervies finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

„Die beste Motivation ist Emotion“

Er möchte kommende Generationen für das Thema Wirtschaft und Finanzen interessieren: Manuel Heyden. / Foto: nextmarkets

Für Finanzen und die Börse begeistert sich Manuel Heyden schon seit seiner Jugend, 2014 gründete er mit seinem Bruder Dominic den Online-Broker nextmarkets.com. Die gemeinsame Leidenschaft ist ein Grundpfeiler ihres Erfolgs

Haben Sie ein Vorbild?
Ja, Bill Gates. Zum einen, weil er mit Microsoft eine unglaubliche Gründungsleistung erbracht hat, die bis heute die Welt bestimmt. Zum anderen, weil er an seinen Zielen festgehalten hat, auch wenn er damit nicht den Konventionen entsprach. Ich denke zum Beispiel daran, dass er bereits mit 14 Jahren mit Traf-O-Data sein erstes Start-Up mit einem System zur Messung von Verkehrsströmen gründete. Auch, dass er sein Harvard-Studium abgebrochen hat, um seine Gründungsidee voranzubringen, zeugt von großer Überzeugung und großem Willen, an dem ich mir ein Beispiel nehme.

Was waren bisher die wichtigsten Schritte in Ihrer eigenen Karriere?
In meiner Gymnasialzeit begann ich mich für Finanzen und die Börse zu interessieren. Im Unterricht kamen diese Themen zwar so gut wie nicht vor, aber der Geist der New Economy erfasste mich trotzdem. Um meine ersten Ideen umzusetzen, gründete ich deshalb mit 19 mein erstes Start-Up für Online-Marketing. Die ersten Erfahrungen in der Selbstständigkeit waren für mich Gold wert. Genauso wie die zwei Jahre bei der ABN AMRO Bank, bei der ich in Frankfurt und London einen Online-Broker mit aufbaute. Mit diesem Background gründete ich 2014 das FinTech nextmarkets mit meinem Bruder Dominic, der als Ingenieur den Grundstein für die Technologie gelegt hat. Die Vision, den aktienbasierten Vermögensaufbau für eine breitere Bevölkerung zugänglich zu machen, treibt uns bis heute an.

Manuel Heyden (r.) gemeinsam mit Bruder Dominic (l.). Die Geschwister mischen mit „nextmarkets” die Trading-Branche auf. / Foto: nextmarkets

Wie schaffen Sie es dabei, sich selbst immer wieder neu zu motivieren?
Die beste Motivation ist Emotion. Meine persönliche Leidenschaft für FinTech-Innovation bringt mich dazu, immer weiter an der Verbesserung von nextmarkets zu arbeiten. Im Zusammenspiel von Finanzen und Technologie steckt viel Synergiepotential, was darauf wartet, entdeckt zu werden. Hinzu kommt, dass ich mit meinem Handeln etwas bewirken möchte, das über den persönlichen Nutzen hinausgeht und der Gemeinschaft insgesamt Vorteile bringt.

Welche Ziele setzen Sie sich für die Zukunft?
Mit Nextmarkets haben wir wichtige Zwischenziele erreicht. Dazu zählt, dass die Plattform weiter stark wächst und 2020 über eine Million Trades abgewickelt hat. Für die Zukunft steht die Expansion unseres Unternehmens in sechs weiteren europäischen Märkten an, wofür wir insgesamt 30 Millionen Euro an Investorengeldern sammeln konnten. Außerdem möchte ich eine Stiftung ins Leben rufen, die vor allem jungen Menschen das Thema „Finanzen“ näher bringt. Vieles von dem, was auf der Welt geschieht, hat wirtschaftliche Hintergründe, auch der Klimawandel. Daher ist es eine wichtige Aufgabe, kommende Generation für das Thema Wirtschaft und Finanzen zu interessieren.

“Secrets of Success” ist ab sofort im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Intervies finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

Vegane Sneaker

Sie stehen mit ihrer Marke „Monaco Ducks“ für Nachhaltigkeit, Fairness und Slow Fashion: Gründer Julian Hermsdorf (r.) und Carl Warkentin. / Foto: Monaco Ducks

Monaco Ducks ist das erste klimaneutrale Designer Sneaker Label. Bei der Herstellung der handgefertigten Schuhe kommen Materialien wie Loden, nachhaltiges und zertifiziertes Leder oder eine vegane Lederalternative zum Einsatz. Den beiden Gründern Julian Hermsdorf und Carl Warkentin geht es darum, dass man Design, Lifestyle und Qualität ohne schlechtes Gewissen erleben kann.

Wie ist die Idee entstanden?
Wir haben die Idee im Studium gegründet, sind aber erst mal beide beruflich andere Wege eingeschlagen. Es hat als Hobby begonnen. Wir waren auf der Suche nach nachhaltig und fair produzierten Produkten, zu einem fairen Preis und mit einem hohen Anspruch an Qualität, Komfort und Design. Paradoxerweise gab es das nicht auf dem Markt, daher haben wir es selbst produziert.

Ist bisher alles gelaufen, wie geplant?
Wir sind seit 2017 auf dem Markt. Nicht nur in den letzten zwei Jahren mit Covid 19, sondern generell läuft es im Startup nie wie geplant. Aber das macht uns aus, wir kommen nicht aus der Modeindustrie und gehen Dinge anders an als etablierte Marken.

Wie hoch war zu Beginn das persönliche Risiko?
Sehr hoch. Die ersten Jahre haben wir eigenes Geld investiert und ohne Gehalt gearbeitet.

Die Gründer sind sich einig: Man kann nur langfristig wirtschaftlich erfolgreich sein, wenn man sich dem neuen Wertesystem anpasst. / Foto: Monaco Ducks

Was ist eure Vision?
Wir stehen für echte Nachhaltigkeit, Fairness, Slow Fashion ohne Kompromisse im Design, Lifestyle oder Qualität zu machen. Wir möchten hier weiter als Vorbild vorangehen.

Wie schwierig ist es, dafür die richtigen Investoren zu finden?
Geld am Markt gibt es genug. Uns ist wichtig, dass die Investoren zu uns passen und unsere Vision unterstützen. Im besten Fall gibt es auch einen strategischen Fit und der neue Partner kann uns auch inhaltlich voranbringen.

Warum lohnt es sich in Monaco Ducks zu investieren?
Wir sind first-mover im wachsenden Nachhaltigkeitsmarkt. Und wir gehen in Sachen Nachhaltigkeit und Innovation immer einen Schritt weiter als andere es kommunizieren. Wir sind davon überzeugt, dass der Return on Invest so für die Investoren, Mitarbeiter, Kunden, Umwelt und Gesellschaft gleichermaßen vorhanden ist.

Monaco Ducks” schafft nachhaltige Sneaker-Mode, ohne Kompromisse im Design oder der Qualität zu machen. / Foto: Monaco Ducks

Mit welchen Kleinigkeiten kann man die Welt besser machen?
Da gibt es viele! Wichtig ist es, sich zu informieren. Nachhaltigkeit ist zwar inzwischen als Thema in der Gesellschaft angekommen. Doch das kommuniziert auch jedes Unternehmen heutzutage. Für den Konsumenten ist es schwer, sich ein Bild davon zu machen, was wirklich nachhaltig ist und was nicht. Wenn Fast Fashion Unternehmen recycelte Mode anbieten, sollte man hinterfragen, wie viel davon wirklich recycelt ist und ob Fast Fashion überhaupt nachhaltig sein kann. So ist auch ein veganer Sneaker nicht automatisch nachhaltig. Am einfachsten und vielleicht wichtigsten ist jedoch, den Konsum einfach einzuschränken.

Was muss sich noch ändern, um die Umwelt zu retten?
Unserer Auffassung nach muss v.a. die Wirtschaft eine Vorbildfunktion einnehmen. Es kann kein Wert mehr darin liegen, immer schneller und weiter zu wachsen. Alle Stakeholder, egal ob Gesellschaft, Gesellschafter, Umwelt, Kunden oder Mitarbeiter werden das künftig nicht mehr schätzen. Das Wertesystem ändert sich. Wir glauben, man kann langfristig nur wirtschaftlich erfolgreich sein, wenn man sich dem neuen Wertesystem anpasst. Neue Startup Unternehmen tun sich damit sicherlich leichter als große, etablierte Unternehmen.

“Secrets of Success” ist ab sofort im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Intervies finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

„Man kann nicht immer und überall Vollgas geben“

Karsten Schramm ist Erfinder des E-Mail-Dienstes GMX und Mitgründer der sicheren und vertraulichen Kommunikationsplattform ginlo. Das Projekt baut er seit 2020 auf und gründete die ginlo.net GmbH. / Foto: privat

Er ist der Mann, der an seinen Rechner einen der berühmtesten Internet-Dienste unseres Landes programmierte: Karsten Schramm gründete 1997 GMX – und läutete so ein neues Kommunikationszeitalter ein. Jetzt will ausgerechnet er E-Mails überflüssig machen…

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Wenn mir etwas gelingt, von dem ich persönlich überzeugt bin – erst recht, wenn Kritiker der Sache keine Chance gaben.

Wie startet man ein Unternehmen wie GMX?
Man muss es einfach tun. Ich habe nicht lange geprüft, ob ich mir da zu viel vornehme, sondern meinen Rechner angeworfen und den Dienst programmiert. Mein Vorteil war, dass ich bereits Miteigentümer einer Münchner Internet-Firma war. Somit stand mir die notwendige Infrastruktur zur Verfügung.

Wie sind Sie auf die Idee zu GMX gekommen? Damals war das Internet ja tatsächlich noch „Neuland“…
Ich habe den Bedarf für einen Dienst gesehen, der E-Mail-Nutzer unabhängig von ihren Internet-Anbietern macht. Mich hat gestört, dass die großen Provider ihre Kunden damals quasi in Geiselhaft nahmen. Man konnte seine E-Mail-Konten oft nur kostenpflichtig über deren teure Einwahlpunkte nutzen.

Was hat für Sie den Reiz ausgemacht?
Das war ein klassisches Underdog-Projekt, das es auf einmal mit den ganz Großen aufgenommen hat. Die Nähe zu den Nutzern war klasse. Das extrem starke Wachstum des Projekts war eine große Herausforderung. Da hieß es jeden Tag powern -– teilweise bis zu 20 Stunden.

Ist Bauchgefühl ein entscheidender Faktor für Erfolg?
Zumindest ein wichtiger. Ist man bei einer Sache sehr engagiert und hat auch das notwendige Wissen, dann fühlt man oft instinktiv, ob eine Wahl die richtige ist.

Karsten Schramm gründete mit Eric Dolatre und Peter Köhnkow 1997 den E-Mail-Dienst GMX. 7 Foto: privat

Was war Ihre erste große Anschaffung, die Sie sich gegönnt haben, als GMX groß wurde?
Das kann ich Ihnen nicht einmal sicher sagen, weil es für mich nicht wichtig war. Später habe ich natürlich für meine Familie und mich ein Haus gebaut.

Wie schwer fiel Ihnen der Abschied von Ihrem Baby GMX?
Das war seinerzeit kurz nach dem Crash des Neuen Marktes. Ich war gerade auf Roadshow, als in England die erste Internet-Pleite die Börsen abstürzen ließ. Entsprechend musste der Börsengang von GMX abgesagt werden, was zu großer Verunsicherung bei unserem Ankerinvestor geführt hat. Es war eine schmerzliche Zeit. Ich sah meine Ziele das Unternehmen in der gegebenen Konstellation dann nicht mehr erreichbar.

Hatten Sie Angst vor dem „Danach“?
Nein. Ich habe die Zeit genutzt, erst einmal wieder aufzutanken und mich mehr um meine Familie zu kümmern. Die vorgegangenen Jahre waren schon ziemlich extrem.

Mit Brabbler wollten Sie eine sichere Alternative zu WhatsApp etablieren. Das hat leider nicht geklappt. Woran lag das?
Den Anspruch, WhatsApp oder einen der anderen großen Messenger in kurzer Zeit zu ersetzen, sollte kein Unternehmen haben – schon gar nicht mit dem Fokus auf Privatnutzer. Außerdem war ein Produkt geplant, das weit mehr sein wollte als nur ein Messenger. Brabbler hat sich zu viel vorgenommen.

Gehören Rückschläge zum Erfolg?
Rückschläge sorgen für Bodenhaftung und lassen einen das Nachdenken nicht verlernen. Sie sind Lektion, nicht Katastrophe.

Woran arbeiten Sie gerade?
Ich habe vor etwas über einem Jahr die ginlo.net GmbH gegründet, die das Dual-Messenger-Projekt ginlo entwickelt und vermarktet. Es handelt sich dabei um die Kombination von zwei Datenschutz-Verordnungs-konformen Hochsicherheits-Messengern – einer für den kommerziellen Einsatz und einer für Privatnutzer. Diese arbeiten reibungslos zusammen und haben das Potenzial, E-Mail bei der Kommunikation zwischen Organisationen und privaten Nutzern weitgehend zu ersetzen – selbst bei sensiblen Daten und inklusive Live-Audio-Video-Konferenzen. Die Anfänge dieses Projekts reichen bis 2011 zurück, dann wurde es ein Opfer der Insolvenz der Brabbler AG. Wir haben den Dienst in den vergangenen Monaten bereits stark ausgebaut und sind mit dem Schwerpunkt Business-Kunden auf einem guten Weg. Bei meiner Historie klingt das jetzt vielleicht seltsam, aber es ist an der Zeit, die Verwendung von E-Mail überflüssig zu machen. Der Komfort- und Sicherheitsgewinn wäre beachtlich….

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

Diese ist ab sofort im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Intervies finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

„Wenn ich die Grenzen nicht spüre, weiß ich, ich bin nicht weit genug gegangen“

CureVac co-founder Ingmar Hoerr / Der Pionier in der Entwicklung von RNA-Impfstoffen will vor allem eins: anderen Menschen helfen.

Seine Partner und Investoren heißen Dietmar Hopp, Bill Gates und Elon Musk. Angeblich wollte sich Donald Trump sogar den Impfstoff seines Biopharma-Unternehmen CureVac exklusiv sichern – doch Ingmar Hoerr bleibt cool. Der Biologe, der als Pionier in der Entwicklung von RNA-Impfstoffen gilt, die das entscheidende Werkzeug im Kampf gegen Corona sind, will nur eines – den Menschen helfen. Vor allem auch denen, die in wirtschaftlich unterprivilegierten Ländern leben.

Wie hat es ein kleiner Realschüler zum Gründer einer heute so erfolgreichen Firma gebracht?

Es war ein langer Weg. Aber steinige Wege zeichnen mich aus. Vielleicht hätte ich gar nicht gegründet, wenn ich mir nicht immer alles hätte erkämpfen müssen – gern abseits vom Mainstream. Der Rest meiner Kommilitonen ging zum Beispiel in die USA – und ich nach Indien. Ich habe mich irgendwie darin gesonnt, einsame Pfade zu nehmen, die andere nicht gegangen sind. Das zieht sich durch mein ganzes Leben.

Welchen Tipp haben Sie für junge Leute, die in Ihre Fußstapfen treten möchten?

Überlege es Dir genau: Gehe ich dahin, wo alle lang gehen – oder in Richtungen, die noch keiner gegangen ist? Suche das Pionierhafte. Wenn man es als junger Mensch erfolgreich schafft, sich durchzubeißen, gibt einem das unheimlichen Auftrieb, der einem hilft, in der Zukunft Probleme zu umschiffen oder zu lösen.

Sie wollten mit CureVac als Erstes einen Impfstoff gegen Tollwut entwickeln. Tollwut ist in Deutschland aber etwa so aktuell wie die Pest, kein Mensch sieht darin ein Investment, mit dem sich

Immer wollte der Technologie-Fan sein Unternehmen CureVac großmachen – und hat es geschafft. / Bild: privat

Geld verdienen lässt. Wie haben Sie sich also als Firma finanziert?

Das war schwierig. Wir waren bei allen Investoren, die man so kennt und ich hätte sie schütteln können: Kapiert doch endlich, was wir da machen. Aber die haben sich gar nicht darauf eingelassen. Wir haben uns dann entschieden, unternehmerisch zu handeln und unsere entwickelte RNA selbst an Labore und Unternehmen verkauft. Für uns war wichtig, keine komische Startup-Klitsche zu sein, sondern uns von Anfang an mit Kunden auseinanderzusetzen. Gleichzeitig konnten wir daraus lernen. Unser Hauptziel war es nicht, die Welt retten, sondern unsere Kunden zufriedenzustellen. Wir haben gedacht, unsere Stunde schlägt schon noch.

Wie viele Stunden haben Sie, Herr Hoerr am Tag gearbeitet? Sie hatten ein Unternehmen zu führen, Sie hatten Ihre Forschung und parallel dazu Meetings mit potenziellen Investoren…

Sehr viele. Der Spirit hatte mich total durchdrungen. Ich habe alles persönlich genommen. Wenn ich abgeblitzt bin bei Investoren, dann war das ein Anti-Ingmar-Hoerr-Ergebnis. Ich war CureVac. Auf der anderen Seite war mir irgendwann klar, dass ich delegieren muss. Ich habe mir einen DIN A 4-Zettel genommen, mich in die Mitte geschrieben und darum einen Stern gemacht. Was für Fähigkeiten brauche ich, die mich komplettieren? Mir war klar: Ich bin kein Finanztyp und kein Wissenschaftler. Ich bin Gründer. Die guten Leute, die die eigenen Schwächen kompensieren, damit man sich auf seine Stärken fokussieren kann, sind sicher einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren der Firma.

Gründungsfoto / Bild: privat

Wie bekommt man eigentlich einen Termin bei einem Investor wie Bill Gates?

Man fängt immer klein an und darf nicht zu versessen darauf sein, von heute auf Morgen mit Elan Musk, Bill Gates oder Dietmar Hopp zusammen zu kommen. Man muss Netzwerke gründen. Deswegen sage ich auch jedem Gründer: Geht ungerichtet auf Messen und Gründerkonferenzen und redet mit irgendwelchen Leuten. In einen Small Talk bei einer Konferenz zu kommen, halte ich für viel wertvoller, als vorne ans Pult zu gehen, wo Bill Gates spricht. Den wird man nicht kriegen, weil tausend Leute das Gleiche vorhaben, deshalb bleibt man besser am hintersten Tisch und guckt auf den, der neben einem sitzt. Diese Leute sind die Wichtigeren. Ich glaube, dass jeder von uns über höchstens fünf Kontakte Bill Gates kennt. Man sollte darauf vertrauen, dass das Glück einem begegnet, wenn man sich öffnet und locker bleibt.

Wie pflegen Sie Ihr Netzwerk, Herr Hoerr?

Man darf da nicht zu ungestüm sein. Die wichtigen Leute sind umgeben von Menschen, die unbedingt etwas wollen. Ich glaube, man muss sich um den Menschen an sich kümmern und darf dabei nicht immer eine Agenda im Hinterstübchen haben. Die Persönlichkeit muss sich erst öffnen – und dann entstehen freundschaftliche Verhältnisse, in denen man sich immer wieder sieht oder einen E-Mail-Austausch hat. Man muss sich den Luxus leisten, das Netzwerk zu pflegen. Und dann bekommt man auch seine Audienz bei Bill Gates.

In Ihrem Fall in einem Heizungskeller in Paris…

Das war schon ein bisschen merkwürdig. In unserem digitalen Zeitalter wollte er ein Print-Handout. Mit diesem Ausdruck sind wir dann in den Keller eines Hotels geführt worden. Wir dachten, da will uns jemand veraschen. Aber Bill Gates saß da – direkt im Heizungskeller an einem Tisch. Ich habe natürlich einen Pitch gemacht, aber er wollte den ganzen Einführungskram gar nicht wissen und ist sofort auf Seite 13 oder 14 gesprungen, direkt zu den Daten. Wir sind mühsam hinterhergehoppelt. Und die ganze Zeit hat er keine Mine verzogen. Wir haben erst Tage später erfahren, dass er mitmacht.

Sie wurden im März 2020 durch eine Hirnblutung in dem Moment aus dem Alltag gerissen, als der Startschuss für den Corona-Impfstoff ertönte: Wie hat es sich angefühlt, im großen

CureVac The RNA Printer® V2.0 Tübingen Die besondere Technologie macht den Impfstoff CureVac auch für ärmere Länder attraktiv. / Bild: CuraVac

Moment Ihrer Firma nicht dabei zu sein?

Ich hatte riesige Probleme mit mir selbst, deswegen habe ich das gar nicht so mitgekriegt. Mit hat erst im Juni gedämmert, was draußen los ist. Ich war im Delir und damit quasi in meinem eigenen Lockdown. CureVac konnte nicht auf mich warten. Ich war ein Schatten meiner selbst und hatte große Gedächtnisprobleme. So jemand kann keine Firma leiten.

Was hat Ihnen die Kraft gegeben, sich wieder ins Leben zurück zu kämpfen?

Ich habe immer gekämpft. Nur ging es dieses Mal nicht um irgendwelche Projekte, sondern um mich. Als ich noch nicht reden konnte, habe ich meine Frau lautlos angeschrien: „Ich muss was machen, ich muss kämpfen, das geht so nicht.“ Die Ärzte sagen, dass ich eine ganz geringe Chance zu überleben hatte, sie wundern sich wirklich, dass ich es geschafft habe. Aber ich habe meine ganze Energie darauf verwendet.

Ihre Prioritäten haben sich bestimmt verschoben, oder?

Nicht nur meine Prioritäten, sondern auch mein Lebensziel. Ich wollte immer CureVac groß machen und bin dabei fast draufgegangen. Mein Fokus liegt jetzt auf meiner Familie und mir. Wir holen nach, was wir jahrelang nicht gemacht haben. Ich war nie daheim, sondern auf der ganzen Welt unterwegs. Jetzt für meine sieben Jahre alten Zwillinge da zu sein, ist ein ganz wesentlicher Punkt. Ich freue mich, dass ich das noch rechtzeitig realisiert habe – und nicht erst, wenn meine Söhne in die Pubertät kommen und fragen: Wo war denn der Vater?

Viele Unternehmer denken, Work-Life-Balance ist eher ein Erfolgs-Verhinderer…

Es braucht immer die Grenzerfahrung. Wenn ich die Grenzen nicht spüre, dann weiß ich, ich bin noch nicht weit genug gegangen. Man muss dahin, wo es wehtut. Ich mache gerade Reha-Sport, da ist es genauso – sonst bringt es nichts….

 

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Intervies finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt schon die Printausgabe von “Secrets of Success“! Diese kommt am 13. Dezember 2021 in den Handel.

 

Gründer und Geschäfstführer Japheth Ergaw Bild: ALZOE

ALZOE, Naturkosmetik mit Seele

Immer schön natürlich bleiben, so könnte man die Idee zu ALZOE in aller Kürze zusammenfassen. „Denn wir finden, wahre Naturkosmetik sollte mehr können, als ein gutes Image zu genießen.“
Die Naturkosmetik-Manufaktur ALZOE mit dem Sitz in Karlsruhe steht für 100% zertifizierte Naturkosmetik aus Deutschland. Unsere Verbundenheit zur Naturkosmetik spiegelt sich auch in unseren Produkten wider: Wir stehen für 100% vegane, nachhaltige Qualitätsprodukte mit ausgewählten Bio-Rohstoffen auf Pflanzenbasis sowie natürlichen Düften. Das grüne Unternehmen wurde im Februar 2020 von Jungunternehmer Japheth Ergaw gegründet. Wir durften ihn für das Magazin „Secrets of Success“ interviewen.

Wie ist die Idee entstanden?

Die Idee, eine Naturkosmetikmarke zu gründen, ist sehr lange gereift. Unser Credo war stets und ist bis heute: 100% Natur – ohne, wie dies in der Branche leider üblich ist, den kleinen Spielraum zu nutzen, den einem der Gesetzgeber lässt.
Mit Hilfe der Erfahrung und Expertise einer Mitarbeiterin, die früher in einer großen Industriekosmetikfirma tätig war und schon immer Nachhaltigkeit gelebt hat, ist letztlich mit viel Liebe und Zeit ALZOE entstanden.

Ist alles gelaufen, wie geplant oder welche Überraschungen gab es?

Es ist nicht alles gelaufen wie geplant. Wir haben zu Beginn viele Fehler gemacht, aber sind dadurch gewachsen. Dieser Prozess hat viel Zeit in Anspruch genommen. Wir wollten mit ALZOE erst dann an den Start gehen, wenn wir alle Prozesse durchlaufen haben und keine Abstriche mehr machen müssen. Wir hatten eine Entwicklungszeit von knapp 2 Jahren; diese Zeit haben wir uns genommen. Wir wissen, dass nicht viele Firmen sich das leisten können, weil sie schnell ins Wirtschaften und auch ins Geld verdienen kommen müssen. Glücklicherweise haben wir noch andere Standbeine. ALZOE ist für uns eine Herzensangelegenheit. Das, was wir auf diesem Weg gelernt haben, macht unsere Marke jetzt aus.

Wie groß war das persönliche finanzielle und berufliche Risiko?

Glücklicherweise nicht so groß, da ALZOE ein drittes bzw. viertes Standbein ist. Wir sehen ALZOE, wie gesagt, als Herzensangelegenheit und sind mit unserer Muttergesellschaft in anderen Branchen aktiv. Wir können „unser Baby“ in Ruhe wachsen lassen und das macht uns aus. Man merkt der Marke hoffentlich an, dass wir sie mit Liebe und Leidenschaft kreiert haben und Gott sei Dank nicht alles auf eine Karte setzen mussten. Das ist für ein Startup natürlich eine schöne und komfortable Ausgangslage. Wir sind sehr froh und dankbar, so arbeiten zu können.

Welches Ziel verfolgen Sie?

Bild: ALZOE

Wir wollen unsere Manufaktur deutschlandweit, irgendwann vielleicht sogar europaweit, ausdehnen. Wir möchten uns dabei aber in erster Linie immer selbst treu bleiben – das, was uns von vielen anderen unterscheidet, nämlich, dass wir vom eigentlichen Produkt bis zur Verpackung eine 100%ige Naturkosmetikmarke sein wollen, soll unser „Gesicht“ bleiben. Wir möchten informativ sein, die Menschen zum Beispiel mit unseren Blogbeiträgen zum Nachdenken anregen und auch unsere Produktpalette weiter ausbauen.
Transparenz und Loyalität zu unseren Produkten ist uns wichtig. Wir sind stolz darauf, dass wir in unserem Produktionsstandort Wiernsheim ein eigenes Labor haben und egal, wie stark wir wachsen sollten, wir möchten weiterhin sowohl im eigenen Haus als auch handmade produzieren.

Wie schwierig ist es, die richtigen Investoren zu finden? Was müssen diese außer Geld noch mitbringen?

Für uns glücklicherweise nicht so schwierig, da wir diese in Form unserer Muttergesellschaft gefunden haben: Sie war und ist Geldgeberin und stellt uns auch weiterhin die finanziellen Mittel zur Verfügung, die wir benötigen. Wir mussten nicht auf Investorensuche gehen und konnten die Gründung „in house“ abwickeln. Etwas anders als beim klassischen Startup.

Was braucht Ihre Firma, um weiter wachsen zu können?

Wir wollen in den Einzelhandel verstärkt rein und hoffen, dass das die wirtschaftliche Lage zulässt. Wir möchten nach vorne schauen und möchten uns da in den jeweiligen Stores platzieren. Ebenso suchen wir immer nach weitere Kooperationspartnern, die die gleichen Werte und Ziele haben.

Aus Fehlern lernt man: Was war bisher der größte Fehlgriff?

Einen großen Fehlgriff gab es nicht. Dafür aber viele kleine Fehler. Das liegt vor allem auch daran, dass wir zunächst branchenfremd waren und vieles in den zwei Jahren der Entwicklungsphase von der Pike auf lernen mussten. Mittlerweile sind wir sehr gut aufgestellt und können alles selbst umsetzen. Wir sind nun, nach einem umfassenden Prozess, auch in der Lage, zum Ende diesen Jahres eine eigene Naturkosmetikzertifizierung zu erstellen sowie das hauseigene Labor zu zertifizieren. Hier sind vor allem in der Anfangszeit viele Fehler passiert. Wir haben andere Standards als der Fremdzertifizierer, der uns aktuell noch zertifiziert und freuen uns über die Möglichkeit, nun in unserem eigenen Labor zum Beispiel die Rohstoffe testen zu können, die wir verarbeiten. Wir müssen uns nicht mehr nur auf Prüfberichte verlassen, sondern können immer nochmal selbst testen. Das gibt uns und unseren Kunden ein gutes Gefühl, weil wir halten können, was wir versprechen.

Welche Visionen gibt es für die Zukunft?

Wir wollen mit einem gesunden Wachstum nach vorne schauen und uns nur im positiven verändern. Unsere Nachhaltigkeit, Transparenz und Authentizität wollen wir stets beibehalten.

Mit welchen Kleinigkeiten kann man Tag für Tag die Welt ein bisschen besser machen?

Mein Credo: Jeden Tag stehe ich mit einem Lachen auf, bin zuvorkommend und versuche, dieses Lächeln auf den Lippen den ganzen Tag zu bewahren. Nächstenliebe und Freundlichkeit sind die Werte, die mir sehr wichtig sind und die ich auch lebe.

Beschreiben Sie Ihren grünen Lifestyle…

Ich bediene vielleicht rein äußerlich nicht das Klischee eines Menschen mit einem grünen Lifestyle. Aber ich glaube, dass sich die Definition dessen in den letzten 10 Jahren auch deutlich verändert hat. Das stelle ich auch fest, wenn ich unsere Kunden anschaue. Auch sie bedienen meist nicht die „klassischen grünen Klischees“.
Ich definieren ihn für mich so, dass ich mich mit der Natur (und auch der Naturkosmetik) befasse, mich gerne in ihr aufhalte und sie in ihrer Schönheit und Vielfalt mehr und mehr schätzen und zu bewahren lerne. Dazu gehört zum Beispiel auch, Dinge und Prozesse zu hinterfragen. Grüner Lifestyle bedeutet für mich nicht nur der Einkauf im Bioladen, sondern eine ganzheitliche Umstellung, die meist nicht von heute auf morgen kommt, sondern schrittweise erfolgt.

Hat sich bei den Leuten im Kopf etwas getan im Vergleich zu vor ein paar Jahren?

Wir stellen fest, dass „green thinking“ in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und viele Menschen sich damit befassen. Wir haben eine sehr diverse Zielgruppe, die sich gerne mit diesem Thema befasst. Es ist definitiv im Trend „grün“ zu denken und zu handeln, sich um die Umwelt zu kümmern und zu sorgen.

Was muss sich noch ändern, um die Umwelt zu retten?

Das ist natürlich eine schwierige Frage! Ich glaube, wenn jeder zunächst einmal sprichwörtlich vor der eigenen Haustüre kehrt, ist schon viel gewonnen.
Wer die Welt verändern möchte, sollte immer bei sich selbst anfangen!

Bild: ALZOE

Wovon sollte man definitiv die Finger lassen?

Ich glaube, man kann und sollte vor allem in der Kosmetik von den meisten Dingen die Finger lassen, die nicht aus der Natur kommen. Die Natur gibt uns das, was wir Menschen brauchen, auch das, was unsere Haut braucht. Wir schauen auf das, was wir ihn ihr finden können – das reicht. Man sieht das z.B. in unseren Produkten. Gerade wenn man jahrelang keine Naturkosmetik verwendet hat, sollte man seiner Haut jedoch etwas Zeit geben, um sich umzustellen und an die Natur zu gewöhnen. Viele steigen schon nach den ersten Versuchen wieder aus, weil sie sich schnelle Resultate erhoffen oder weil die Haut erst wieder lernen muss, ihre ureigenen Prozesse auszuführen. Ist die Umstellung erst einmal geschafft, sind unsere Kunden dann sehr zufrieden.

Was wünschen Sie sich von den Menschen für die Zukunft?

Mehr (Nächsten)Liebe, mehr Vernunft, mehr Rücksicht, mehr Loyalität und Transparenz – wir sollten einander und unsere Umwelt wertschätzen.

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Gesundheit und ein stabiles & schönes Familienleben – so bin ich aufgewachsen, so wurde ich erzogen. Alles andere ist nice to have, aber nicht mein Hauptfokus.

Was wollten Sie als Kind werden? Und warum?

Ich wollte schon immer Unternehmer werden – genau wie mein Vater, zu dem ich schon immer aufgeschaut habe und dies bis heute tue. Ich bin sehr dankbar, ebenfalls diesen Weg einschlagen und in seine Fußstapfen treten zu können.

Wer ist ihr größtes Vorbild?

Nach der letzten Frage wohl keine Überraschung – mein Vater. Was und wie ich lebe und das, was ich gelernt habe, habe ich zu großen Teilen meinem Vater und natürlich meiner Mutter zu verdanken. Schon als Kind haben mein Bruder und ich zu meinem Vater aufgeschaut und ihn uns zum Vorbild genommen. Er ist nicht nur mein Vater, sondern auch Mentor und best buddy!

Wo sehen Sie die Stärken Ihres Start-ups, die für den Erfolg maßgeblich sind?

Wir sind eine 100% Manufaktur. Dies spiegelt sich im Produkt, als auch in der Verpackung wider. Ebenso zeigt sich das auch in unserem Team. Wer sich selbst auf die Fahne schreibt, aus Überzeugung anders sein zu wollen als andere Naturkosmetikhersteller, muss von Werten angetrieben sein, die weit über den „gesetzlich zugelassenen Rahmen“ hinausgehen. Für mich sind dies vor allem Leitwerte wie Toleranz, Ehrlichkeit, Menschlichkeit, Treue, Zusammenhalt, Geradlinigkeit und Zuverlässigkeit. All dies spiegelt sich auch in der Art, dieses Start-Up-Unternehmen zu führen, wider. Ich arbeite eng und auf Augenhöhe mit meinen Mitarbeitern und Kollegen zusammen und gebe ihnen viel Raum für die Umsetzung ihrer kreativen Ideen.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Weg? Wenn ja, wie haben Sie die überwunden?

Es gab kleinere Rückschläge, die uns jedoch stärker gemacht haben. Durch die Fehler haben wir einiges gelernt und sind da wo wir jetzt stehen.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten unterstützt?

Schon von Anfang an waren dies vor allem unsere Mitarbeiter. Wir haben ein sehr wertvolles Team, für das ich dankbar bin. Wir sind offen, haben flache Hierarchien, jeder kann seine Meinung sagen. Uns verbindet ein meist freundschaftliches Verhältnis.
Daneben natürlich unsere Familien und Freunde, die bisher immer mit wertvollen Ratschlägen und Feedback an unserer Seite standen.

Was ist ein Must-Have in ihrem Beruf?

Ganz klar – mein Handy. Ohne dieses komme ich nicht durch den Alltag. Oft müssen schnelle Entscheidungen gefällt werden und da ist es natürlich essentiell, erreichbar zu sein. Diese ständige Erreichbarkeit ist natürlich in meinem Beruf Fluch und Segen zugleich.

Was ist für Sie Luxus?

Zeit. Mit meiner Lebensgefährtin, mit Freunden und mit meiner Familie – das ist mein höchstes Gut und der größte Luxus. Je älter ich werde, desto mehr lerne ich zu schätzen, was es bedeutet, Zeit zu haben und sie sich zu nehmen. Zu letzterem muss ich mich manchmal disziplinieren.

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Intervies finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt schon die Printausgabe von “Secrets of Success“! Diese kommt am 13. Dezember 2021 in den Handel.

Der DFB-Direktor Nationalmannschaften und Akademie geht seinen eigenen Weg und hat ein sehr klares Bild von dem, was er machen möchte. / Foto: © GES / Markus Gilliar

LANGFRISTIG ERFOLG ZU HABEN, IST HEUTE VIEL SCHWERER

Oliver Bierhoff ist Fußball-Europameister und hat mit dem ersten Golden Goal in der Geschichte das entscheidende Tor bei der EM 1996 in England geschossen. 2004 übernahm er nach seiner aktiven Profikarriere den Posten des Managers beim DFB. „Ich habe den Posten übernommen, obwohl ich zu der Zeit Zweifel hatte, weil er gar nicht in meine damalige Lebensplanung passte. Aber diese Chance war gleichzeitig faszinierend, weil sie dem entsprach, woran ich glaube: Etwas bewegen und gestalten zu können. Mein Engagement war eigentlich auch nur für zwei Jahre vorgesehen“, so der heute 53-Jährige. Bierhoff ist nach wie vor beim DFB – mittlerweile als Direktor Nationalmannschaften und Akademie.

Er ist jemand, der sich gerne von erfolgreichen Menschen inspirieren lässt. Nicht unbedingt wirtschaftlich erfolgreich, sondern Personen, die etwas bewegt haben. Allerdings will er niemanden kopieren. Er geht seinen eigenen Weg und hat ein sehr klares Bild von dem, was er machen möchte. Trotz einer erfolgreichen Zeit im Profifußball hat er als Kind gar nicht von einer Profikarriere geträumt. „An sich hatte ich immer gedacht, dass ich studiere und nebenher hochklassig Fußball im Amateurbereich spielen werde. Dann wurde ich mit 17 Jahren Jugendnationalspieler. Einer meiner Vorteile war, im Westen Deutschlands aufgewachsen zu sein, wo es eine reiche Fußballtradition und viele Vereine gibt. Somit waren meine Chancen größer, einen Profivertrag zu bekommen.“ Allerdings waren seine ersten Profijahre in Deutschland, u. a. beim HSV und bei Borussia Mönchengladbach, eher durchwachsen.

Sein Durchbruch kam in Italien. Er begann in der Serie B bei Ascoli Calcio und wechselte 1995 in die Serie A zu Udinese Calcio. 1998 wurde er Torschützenkönig in Italien. Zu dem Zeitpunkt war er auf dem Höhepunkt seiner Karriere. „Der Schritt nach Italien war für mich der wichtigste meiner Karriere. Weg aus Deutschland, sich erst einmal allein durchboxen. Das war

Direktor Oliver Bierhoff und Manuel Neuer beim Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft in Herzogenaurach / Foto: © GES / Markus Gilliar

eine Herausforderung. Meine Stärken sind Ausdauer und Disziplin. Zudem bin ich sehr kritikfähig“, so Bierhoff. Diese Eigenschaft kommt ihm gerade in seinem Job beim DFB zugute. „Ich bin jemand, der Kritik annimmt, der sich mithilfe von Kritik selbst aufbaut, statt sich von ihr herunterziehen zu lassen. Ich kann mit ihr sehr gut leben. Zumal ich Kritik nicht persönlich nehme. Ich lasse mich nicht verwirren und mich nicht von meinen Zielen und Haltungen abbringen. Die Wertigkeit von Dingen und Situationen definiere ich für mich selbst und nicht über Außenstehende.“

So auch in seinem Job als Direktor des DFB. „Als ich 2004 den Job als Manager des DFB angenommen hatte, war mir die Dimension dessen gar nicht so bewusst. Aber das Projekt mit der WM im eigenen Land war einfach zu spannend“, erzählt Bierhoff. Über die Jahre hat er viel Kritik einstecken müssen und er weiß auch, dass er polarisiert. „Man wirft mir oft Diplomatie vor, dass ich beide Seiten der Medaille betrachte und versuche, einen Mittelweg zu finden. Aber ich übernehme auch Verantwortung und habe den Mut, Dinge anzugehen. Ich bin immer meinen Weg gegangen, auch wenn er vielleicht etwas anders aussah, als der, den andere im Sinn hatten.

Ich war der Erste, der den DFB richtig für die Werbung geöffnet und die Nationalmannschaft damit strukturell nach vorne getrieben hat. Dafür habe ich viel einstecken müssen. aber ich habe diesen Weg gewählt, weil ich von ihm überzeugt war und weil er der richtige ist.“

Kritik von außen gab es auch um die WM 2018. U. a. wurde dem DFB zu wenig Fannähe vorgeworfen, wofür Bierhoff mitverantwortlich gemacht wurde. „Ich nehme Dinge, die passieren, nicht leichtfertig hin, sondern hinterfrage immer wieder unsere Ziele und Maßnahmen, die wir ergreifen.“ Deshalb ist es ihm auch wichtig, neu zu justieren. „Ich wünsche mir, dass der DFB wieder zur Ruhe kommt und dass wir der umarmende und fürsorgliche Verband sind, der wir auch für viele Menschen sein können und müssen. Mit unglaublich erfolgreichen

v.l. Oliver Bierhoff, Hansi Flick (Deutschland) beim Training der deutschen Fussball-Nationalmannschaft in Stuttgart / Foto: © GES / Markus Gilliar

Nationalmannschaften, sowohl der Männer als auch der Frauen.“ Zudem möchte er weitere Projekte zu Ende bringen, die er mit der DFB-Akademie und dem Campus maßgeblich angestoßen hat. „Natürlich verspüre ich auch den Druck und ich verfluche ihn manchmal. Aber dann genieße ich es auch wieder, Entscheidungen treffen und etwas Neues gestalten zu können.“

Bierhoff ist der Meinung, dass es heute viel schwieriger ist, langfristig Erfolg zu haben. „Die Nebengeräusche sind durch die sozialen Medien allgemein viel schneller und intensiver. Man steht sofort im Fokus, wenn etwas passiert. Ich empfinde die Kritik an meiner Person nicht immer gerecht und das enttäuscht mich auch. Aber ich arbeite mit ihr und an mir.

Ich schaffe es, gut zu trennen und zu relativieren. Das hat mir schon oft während meiner Karriere geholfen. Sonst ist es unmöglich, zur Ruhe zu kommen und sich auf seine Aufgaben und Ziele zu fokussieren.“ Oliver Bierhoff war schon immer ein Teamplayer. Doch er weiß auch, dass es einsamer wird, je höher man steigt. Am Ende geht man seinen Weg allein. Deshalb hat er sich auch immer seine Eigenständigkeit bewahrt. Für ihn ist Erfolg, wenn man seine eigenen Fähigkeiten voll ausschöpft, um Dinge zu erreichen.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Intervies finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt schon die Printausgabe von “Secrets of Success“! Diese kommt am 13. Dezember 2021 in den Handel.

Frank S. Jorga – Co-CEO und Gründer WebID Solutions GmbH / Foto: WebID Solutions GmbH

Wenn du Gründergeist in dir hast, dann gründe

Er gründete mit seinem Bruder 1986 im jugendlichen Alter von 17 Jahren sein erstes Unternehmen, um die Digitalisierung in Deutschland voranzutreiben. Frank S. Jorga und sein Bruder Sven beschäftigten sich mit Videoanimation, benötigten für eine Sekunde Film fünf Stunden Rechnerzeit und waren damit damals technisch ziemlich weit vorn. Als ersten Kunden konnten sie immerhin Fielmann gewinnen.

Später lernte er im Silicon Valley, kehrte nach Deutschland zurück und entwickelte noch später die allseits bekannte Video-Identifikation, die heute bei der Online-Eröffnung von Bankkonten oder Online-Brokern wie Trade Republic zum Einsatz kommt. Als gebürtiger Lübecker ist Frank Jorga mit seiner Heimat im Norden verbunden und hat Standorte in Kiel, Hamburg und Berlin eröffnet. Sein Hochsicherheits-Video-Call-Center befindet sich in Solingen. Zuletzt gelang ihm der Einstieg vom Finanzinvestor AnaCap zur weltweiten Expansion. Frank S. Jorga führt seinen eigenen Podcast, in dem er mit Persönlichkeiten aus verschiedenen Gesellschaftsbereichen zu aktuellen Streitthemen aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft, Technologie und Kultur in spannende Pro-Kontra-Diskussionen geht.

 

Was ist bislang das persönliche Highlight Ihrer Karriere? Und warum?
Das Highlight meiner bisherigen Laufbahn war, als mir die Lösung zweier Probleme gelang, die mich beruflich schon lange beschäftigt hatten: Inmitten des beginnenden Online-Zeitalters musste man immer noch mit seinem Ausweisdokument persönlich erscheinen, wenn es um Identifikationen im hochsicheren Bereich ging. Und für eine rechtsgültige Unterschrift musste man einen Papiervertrag handschriftlich unterzeichnen. Diese „Offline-Einschränkungen“ wollte ich abbauen. Deshalb habe ich nach Feierabend, viele Nächte lang, aus technologischer und rechtlicher Sicht an einer Lösung gearbeitet. Eines Tages war es soweit. Ich hatte einen theoretischen Ansatz entwickelt, der meines Wissens weltweit ein Novum darstellte. Danach begannen die nächsten Schritte: Unternehmensgründung, Patentanmeldung und vieles mehr.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für Ihren Erfolg maßgeblich sind?
Meine Stärke ist mein breites Know-how, das ich bereits vor der Gründung meines Unternehmens im Rahmen von Studium und Beruf erworben habe. So bin ich nicht nur Volljurist und Betriebswirtschaftler, sondern habe auch Expertise in den Bereichen Finanzdienstleistungen und Vertrieb. Alles zusammengenommen hat aus WebID ein erfolgreiches Unternehmen werden lassen. Ich war sicher nicht der erste, der die Idee hatte, Online-Identifikation anzubieten, oder elektronische Unterschriften für die breite Masse anbieten wollte. Aber dank meiner Kenntnisse entstanden tragfähige und rechtssichere Lösungen. Und es entwickelte sich ein Unternehmen, das profitabel arbeitet und ohne Investor groß geworden ist.

Was raten Sie einem (jungen) Menschen der Erfolg haben möchte?

Drei Dinge würde ich nennen:
1. Wenn du Gründergeist in dir hast, dann gründe.
2. Such dir Gründer, die zu dir passen. Eure Zielrichtung muss fachlich UND kulturell identisch sein.
3. Fokussiere dich nicht auf soziales Ansehen oder Geld, sondern darauf, was du mit Leidenschaft machen möchtest.

Was treibt Sie beruflich weiter voran?
WebID steht für ein erfolgreiches Unternehmen „made in Germany“. Diese Erfolgsgeschichte möchte ich weiter ausbauen. Ich mag mein Heimatland und möchte deshalb dazu beitragen, dass

Die Brüder Sven Jorga (links), CTO von WebID, und Frank S. Jorga (rechts), CEO von WebID, gehörten zum Gründerteam von WebID.

Deutschland vorankommt und die Innovationen unseres Wirtschaftsstandorts international Verbreitung finden.
Dazu soll auch WebID beitragen. Zunächst ist es unser Ziel, WebID zum Unicorn zu machen, und danach zu einer globalen Marke.

An welchen Orten finden Sie neue Inspiration? Woraus schöpfen Sie Kraft bzw. was ist Ihr Ausgleich zur täglichen Arbeit?
Die Insel Hiddensee ist ein magischer Ort für mich. Dort habe ich viele Ideen entwickelt und es werden dort sicherlich auch noch weitere entstehen. Leider bin ich viel zu selten auf der Insel, wo es so entspannend ist. Niemand interessiert sich für Business, sondern nur dafür, wo es den nächsten Fisch gibt. Außerdem bin ich ein enthusiastischer Kinogänger und Film-Fan. Ich gehe durchaus auch alleine in die Spätvorstellung, um einen Film zu sehen. Filme ermöglichen es einem, andere Themen einzublenden.

Was ist ein Must-Have in ihrem Beruf?

Ganz klar: Leidenschaft für sein Business.

Können Sie Ihr Erfolgsgeheimnis für uns zusammenfassen?

Ein starker Wille, Dinge neu zu denken und zu verändern, gepaart mit der Überzeugung, dass sich 99,9 % aller Herausforderungen meistern lassen. Mit dieser Herangehensweise konnte ich einen Umstand verändern, der bis dato allgemein als unveränderbar galt: Die Notwendigkeit, sich persönlich mit einem Ausweis zu identifizieren und Verträge handschriftlich zu unterzeichnen. All das ist heute nicht mehr notwendig. Die Menschen müssen nicht mehr durch die Gegend laufen, um ihre Identität nachzuweisen. Außerdem sparen wir tonnenweise Papier.

Was, glauben Sie, ist die wichtigste Eigenschaft, die erfolgreiche Menschen heute brauchen?
Wer Erfolg haben möchte, braucht eine ganz klare Struktur. Außerdem ist ein starker Um- und Durchsetzungswillen notwendig. Dazu kommt eine Vision, Leidenschaft und ein Quäntchen Glück.

Was macht in Ihren Augen eine gute Führungskraft aus?
Zunächst muss dir klar sein: Du hast schon verloren, wenn du versuchst, der beliebteste Mensch im Unternehmen zu sein. Außerdem sollte eine gute Führungskraft keine übermäßige Kontrolle ausüben. Das gängelt die Mitarbeiter und erstickt die Motivation. Wichtig ist außerdem die Fähigkeit, passende Mitarbeiter für das Unternehmen auszuwählen und Talente zu fördern. Nicht zuletzt sollten moderne Führungskräfte in der Lage sein, Verantwortung abzugeben und Mitarbeitern Verantwortung zu übertragen.

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Intervies finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt schon die Printausgabe von “Secrets of Success“! Diese kommt am 13. Dezember 2021 in den Handel.

Erfolg ist für mich, Platz in meinem Terminkalender freizuräumen

Er ist Deutschlands Vordenker, wenn es darum geht „Die besten Mitarbeiter zu finden und zu
halten“. Prof. Dr. Jörg Knoblauch ist geschäftsführender Gesellschafter eines mittelständischen Unternehmens, vielfach ausgezeichnet z. B. als das bestgeführte Kleinunternehmen Deutschlands mit dem „Best Factory Award“ und hat 2002 mit seiner Firma den Ludwig-Erhard-Preis-Wettbewerb gewonnen.

Auch als Buchautor ist er sehr erfolgreich. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaft in den USA, gründete er 1987 die Firma tempus, um „die christliche Variante eines Zeitplaners” zu etablieren. Nun ist der Unternehmer und Referent überall in Deutschland unterwegs und zeigt in seinen Vorträgen, dass Erfolg keine Wunschvorstellung bleiben muss und wie Firmen pragmatisch und konstruktiv zum Erfolg gebracht werden können.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Weltliche Erfolge kommen und gehen. Wirklicher Erfolg muss einen Ewigkeitswert haben. Dazu gehört es, Frieden zu schließen mit Menschen – und mit Gott.

Was wollten Sie als Kind werden und warum?
Unternehmer! Ich wollte nicht die Logomotive fahren, wie die anderen Jungs, ich hätte lieber die Ticketpreise festgelegt und die Fahrzeiten optimiert. Vor allem aber wollte ich selbst über meine Zeit und Tätigkeit bestimmen und mir keine sinnlosen Beschäftigungen vorschreiben lassen. Davon gab es im Kindergarten leider eine ganze Menge. Die Kindergartenzeit war eine Qual – für alle Beteiligten. Eines Tages schrieb die Kindergärtnerin frustriert einen Zettel, klebte ihn mir auf und sagte: Deine Mutti soll das lesen. Auf dem Zettel stand: „Behaltet das Kind zu Hause! Es kann keinen Zweizeiler memorieren und keine fünf Buntstifte auseinanderhalten!“

Was war für Sie ausschlaggebend bei Ihrer Berufswahl?
Wenn du zwei linke Hände hast, dann bleibt nur das Studium …

Was waren für Sie bisher Ihre wichtigsten Karriere-Schritte?
Mein Auslandsstudium in den USA. Aufgewachsen in einem beschaulichen schwäbischen Örtchen kam ich in dieses Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Das Gefühl der Freiheit, das ich hier kennen- und lieben gelernt habe, hat mir noch einmal bestätigt, dass ich nicht für die Enge eines Nine-to-five-Jobs geschaffen bin. Heute mache ich zum Beispiel Innovationsreisen für mittelständische Unternehmer ins Silicon Valley, aber auch nach China und Israel. Nicht denkbar ohne mein Studium in den USA.

Was ist bislang das persönliche Highlight Ihrer Karriere?
Vor einigen Jahren: Speaker bei der Daimler Europa-Konferenz in Salzburg. Vor so vielen einflussreichen Menschen zu sprechen und zu erleben, wie sie sich mitreißen lassen, ist schon ein tolles Gefühl. Heute: Ich leite Mastermind-Gruppen in ganz Deutschland. Mittelständische Unternehmer treffen sich mehrfach jährlich zur kollegialen Beratung.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für Ihren Erfolg maßgeblich sind?
Ich bin hartnäckig, zäh und kann mich durchbeißen. Ich kann allerdings auch loslassen, ohne Verbitterung. An einer guten Idee dranzubleiben, auch wenn es anstrengend wird, aber auch bereit zu sein, loszulassen, wenn es Zeit ist, einen anderen Weg weiterzugehen – das hat sich bei mir als gute Kombination erwiesen.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriere-Weg?
Ja und Nein. Mir hat es immer Spaß gemacht, Dinge aufzubauen und gleichzeitig Menschen zu fördern. Am Ende solcher Prozesse stand dann manchmal aber eine Trennung oder Abspaltung – weil der Mentor nicht mehr notwendig war oder plötzlich als Last empfunden wurde. Das schmerzt auf der persönlichen Ebene. Aber ich kann mich gut auf die sachliche Ebene konzentrieren und mich darüber freuen, dass Unternehmungen und Projekte, die von mir aufgebaut wurden, bis heute erfolgreich weitergeführt werden – wenn auch ohne mich.

Was war die größte Schwierigkeit, die Sie auf Ihrem Weg zum Erfolg überwinden mussten?
Ich habe ein Ingenieurstudium begonnen und auch erfolgreich beendet – um dann noch einmal komplett von vorne anzufangen, weil mir klar geworden war, dass ich falsche Schwerpunkte gesetzt hatte: Ich wollte ja nicht in die Entwicklungsabteilung, sondern in die Unternehmensleitung. Ich wollte nicht mit Zahlen arbeiten, sondern mit Menschen.

Was würden Sie Ihrem Jüngeren Ich raten, der Erfolg haben möchte?
Finde heraus, wo dein Herz schlägt, was deine Stärken sind – und umgib dich mit den richtigen Leuten.

Wobei haben Sie außerdem gerne Erfolg?
Ein ganz persönlicher Erfolg ist für mich, wenn es mir gelingt, Platz in meinem Terminkalender freizuräumen für Gebetszeiten und gemeinsame Stunden mit gleichgesinnten Unternehmern.

Was treibt Sie beruflich weiter voran?
Ich arbeite leidenschaftlich gern und ich liebe es, mit meinem tollen Team Ideen umzusetzen. Das hält mich jung. Außerdem will ich immer besser werden und von anderen lernen. Benchmarking spielt eine große Rolle in meinem Leben.

Was ist ein Must-Have in Ihrem Beruf?
Man muss auch mit schwierigen Persönlichkeiten auskommen können.

Was ist für Sie Luxus?
Gesund aufstehen und arbeiten zu können ist Luxus und Glück pur. Jeder Tag ist ein Geschenk.

Können Sie Ihr Erfolgsgeheimnis für uns zusammenfassen?
Ora et labora (bete und arbeite).

Was glauben Sie ist die wichtigste Eigenschaft die erfolgreiche Menschen heute brauchen?
Fleiß, Ehrlichkeit, Bescheidenheit und Demut.

Welche Ziele in puncto Erfolg setzen Sie sich für die Zukunft?
Ich habe noch zwei Bücher im Kopf und freue mich über die vielen Projekte, die wir in meinem Unternehmen umsetzen. Aber ich bin jetzt über 70. Es braucht dann auch Zeit, sich aufs Sterben vorzubereiten.

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt schon die Printausgabe von Secrets of Success! Diese kommt am 13. Dezember 2021 in den Handel.

Die eigene Leidenschaft als Motor nutzen

Schon als Kind wollte er Menschen helfen und genau das tut er jetzt. Seit 2013 führen Sebastian Bär und sein Bruder Christof Bär das Familienschuhunternehmen BÄR GmbH, das der Vater 1982 gegründet hat. Er ist hauptverantwortlich für die erfolgreiche Zweitmarke Joe Nimble.
Sebastian Bär selbst ist Marathonläufer und erlitt einen Ermüdungsbruch im Vorfuß und besuchte viele Ärzte. Nichts brachte etwas bis er bei einer Internetrecherche auf Lee Saxby stieß. Mit Unterstützung des weltweit renommierten Lauftechnik-Trainers und Experten für natürliche Bewegungsabläufe und Biomechanik kam Bär wieder auf die Beine. Aus diesem Erlebnis entstand die Idee für die neue Marke Joe Nimble – nach dem englischen Adjektiv „nimble“ für beweglich und aktiv. Seit rund zehn Jahren verfolgt Firmengründer Sebastian Bär dabei eine Mission: Läufer sollen ihren Sport dauerhaft schmerzfrei ausüben können.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, ambitionierte Ziele zu erreichen und damit die bisherigen Grenzen des Machbaren zu verschieben. Auch Scheitern kann Erfolg bedeuten, nämlich dann, wenn ich aus der neuen Situation etwas für das zukünftige Vorgehen lerne. Das Schönste am Erfolg: Er vergrößert sich, wenn man ihn teilt. Zum Beispiel im Team: Bei „Joe Nimble“ feiern wir fast täglich kleine Erfolge: Wenn wir positives Feedback direkt von Kunden persönlich an uns gerichtet bekommen oder uns über den Fortschritt spannender Projekte gemeinsam freuen.

Was war für Sie ausschlaggebend bei Ihrer Berufswahl?
Zur Aufbesserung meines Taschengeldes habe ich immer wieder an den Wochenenden auf Verbrauchermessen Schuhe verkauft. Das war ein Knochenjob. Faszinierend und für mich prägend war, immer wieder von Kunden – teilweise sehr emotional – danach zu hören, dass sie aufgrund unserer Schuhe endlich wieder laufen konnten oder keine Schmerzen mehr hatten. Da dachte ich mir: „Das ist grandios, das will ich der ganzen Welt zugänglich machen!“.

Was waren für Sie bisher Ihre wichtigsten Karriereschritte?
Der prägendste Karriereschritt war, als mir die Verantwortung der BÄR-Tochtergesellschaft in Japan übertragen und ich vor Ort eingesetzt wurde. Das war schon mehr als ein Sprung ins kalte Wasser. Durch diese Verantwortung und die vielen Herausforderungen habe ich jedoch viel Nützliches gelernt. Das Business vor Ort war unglaublich hart und die Kultur kam mir fast vor, als sei ich auf einem anderen Planeten gelandet. Sich bemühen und auf die Menschen einlassen, die Sprache zu lernen, um den lokalen Blickwinkel auf das Geschäft besser zu verstehen, hat mir schließlich Türen geöffnet. Demut und Höflichkeit sind sehr präsente Eigenschaften der japanischen Gesellschaft, die ich sehr bewundere.

Was ist bislang das persönliche Highlight Ihrer Karriere?
Als ich den ersten Prototypen des von mir entwickelten Laufschuhkonzeptes aus der Sohlenmontage genommen und ausgeleistet habe und das Ergebnis deutlich besser war, als ich es mir zu diesem Zeitpunkt erhoffen durfte, da war das fast wie die Freude über ein neugeborenes Baby.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für Ihren Erfolg maßgeblich sind?
Für mich gehören zum Erfolg Disziplin, Durchhaltevermögen und ein unbedingter Wille, etwas Großes zu schaffen.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriereweg und wie haben Sie diese überwunden?
Ja, deutlich mehr als ich mir wünsche…Aber auch das gehört zum Erfolg dazu. Ich habe daher gelernt, diese zu relativieren und mir zu sagen: „Morgen, nächste Woche, nächsten Monat sieht es schon ganz anders aus.“ Das hat sich immer bewahrheitet.

Was war die größte Schwierigkeit, die Sie auf Ihrem Weg zum Erfolg überwinden mussten?
Es hat mich aus familiären und wirtschaftlichen Gründen unglaublich viel Mut gekostet, unserem Beirat den Vorschlag zu machen, dass ich die Marke Joe Nimble“ völlig neu ausrichten möchte, räumlich getrennt und mit einem komplett neuen Team. Ich bin dann als One-Man-Show in einen Co-Working Space gezogen und hab mich am ersten Tag gefragt, was in aller Welt ich hier eigentlich tue… In vielen Bereichen fehlte mir Unterstützung – ich musste operativ neu anfangen und in vielen Bereichen schnell dazu lernen, da vieles bis dahin außerhalb meiner Verantwortung gelegen hatte.

Was raten Sie einem (jungen) Menschen, der Erfolg haben möchte?
Niemals den Mut verlieren. Die eigene Leidenschaft, das was einen antreibt, ernst nehmen und als Motor nutzen.

Wobei haben Sie außerdem gerne Erfolg?
Ich möchte gern ein guter Vater und Ehemann sein. Hierbei stelle ich mir jedoch immer wieder die Frage, wie man im familiären Bereich den Erfolg eigentlich misst – schließlich ist die Definition so individuell wie die Menschen. Da ich in meiner Freizeit sehr gerne laufe, habe ich bei Marathons und Trail-Läufen gerne Erfolg – die Ziele sind dabei immer je nach Situation unterschiedlich: Mal ist es eine Position im Lauf und mal eine zeitliche Verbesserung. Im Ziel ist das Erreichte dann immer eine unheimliche Befriedigung für den Aufwand die Monate davor.

Was treibt Sie beruflich weiter voran?
Tatsächlich schöpfe ich die meiste Energie daraus, wenn Kunden uns schildern, wie unsere Schuhe ihr Leben, ihren Sport oder ihre körperlichen Leiden verbessert haben. Das ist meine größte Freude und Motivation, jeden Tag.

Wie vereinbaren Sie Ihren Beruf mit dem Privatleben?
Ganz ehrlich: Ich denke 24/7/365 an Schuhe. Ich träume sogar nachts davon. Ob das gut ist, weiß ich nicht. Meine Familie ist sich dessen bewusst und akzeptiert es, was eine unglaubliche Unterstützung ist. Dennoch habe ich oft Gewissensbisse. Meine Trainingsläufe lege ich daher in die ganz frühen Morgenstunden, oft bei tiefer Dunkelheit, um nicht noch mehr Zeit vom Familienleben abzuziehen.

 

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten unterstützt?
Mein Vater, der Unternehmensgründer unserer Muttergesellschaft „BÄR Schuhe“, ist mir eine große Stütze. Das konnte ich jedoch vor allem in den ersten Jahren nicht immer so annehmen. Erst rückblickend erkenne ich, dass er wirklich immer (!) das Beste für uns wollte und nach diesen Maximen gehandelt hat.

 

 

 

In welchen Orten finden Sie neue Inspiration?
Beim Laufen! Wenn ich Probleme nicht lösen kann, wenn die Last zu groß wird, wenn der Kopf nicht mehr kann, dann gehe ich laufen. Das hilft immer!

Was ist für Sie Luxus?
Einen Tag mit meinen Kindern und meiner Frau in der Natur beim Wandern zu verbringen ist für mich das größte Glück.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie etwas anders machen?
Nein, absolut gar nichts. Denn alles, was ich erlebt habe – im Guten wie im Schlechten, hat mich zu dem gemacht, was ich bin und dorthin geführt, wo ich stehe.

Was ist heute Ihr Antrieb jeden Tag weiter zu machen, nachdem Sie nun erfolgreich sind?
Die Welt und die Herausforderungen im Business verändern sich so rasant, dass das Erreichte schnell überholt sein kann. Ich hätte mir vor fünf Jahren nicht vorstellen können, welch eine Vielzahl an Produkten wir heute erfolgreich vertreiben – und ich bin heute schon gespannt, wie das in weiteren fünf Jahren aussehen wird.

Können Sie Ihr Erfolgsgeheimnis für uns zusammenfassen?
The harder you work, the luckier you get.

Was glauben Sie ist die wichtigste Eigenschaft die erfolgreiche Menschen heute brauchen?
Mut, Leidenschaft und Disziplin – zu jeweils gleichen Teilen.

Welche Ziele in puncto Erfolg setzen Sie sich für die Zukunft?
Ich möchte in meinem Handeln demütig bleiben.

Weitere Informationen zu den Schuhen finden Sie unter www.joe-nimble.com

Gisbert Brunner ist Uhrenjournalist seit 1981 und Autor von rund dreißig Uhrenbüchern. Seine Beiträge zeichnen sich durch profundes Wissen und ein echtes technisches Verständnis aus, die online u. a. auf Uhrenkosmos zu finden sind. Fotos: © Lang & Heyne

Erfolgreich mit tradierter hoher Uhrmacherkunst, die heute selten geworden ist.

Gisbert Brunner über den Erfolg der Uhrenmanufaktur Lang & Heyne

Ausgewiesenen Kennern sind die Armbanduhren von Lang & Heyne selbstverständlich ein Begriff. Allerdings bleiben diese Zeitmesser mit feinen Manufakturkalibern bei vielen ein ewiger Wunschtraum. Vorzügliches ist bekanntlich rar.

Die Uhren von Lang & Heyne sind ausgesprochen selten. Per annum entstehen in Dresden weniger als 100 Exemplare. Hier heißt es geduldig zu warten, bis der bestellte Zeitmesser endlich eintrifft. Was sie für ihr gutes Geld erwarten dürfen, wissen die Kunden sehr genau. Lang & Heyne liefert nur eigens entwickelte Kaliber auf höchstem Niveau. Uhrwerke mit einer Wertschöpfung von 90 Prozent im eigenen Haus, die in kleinen Ateliers und familiärer Atmosphäre nach allen Regeln überlieferter Handwerkskunst entstehen. Umfangen von Gehäusen, welche dem Anspruch an das konventionell tickende Innenleben, mit und ohne unterschiedlichste Komplikationen, keinen Deut nachsteht. Am Handgelenk betrachtet vermitteln die Uhren die Erkenntnis, dass das Ganze weitaus mehr ist als die Summe seiner Teile.

Die Kreationen sollen überlieferten handwerklichen Kriterien genügen. Seit der Gründung 2001 bis heute musste man diese überlieferten Werte nicht preisgeben. Darunter zählen das Gewand aus angeriebenem Silber und das aus hartem Roségold gefertigte Räderwerk, ganz so wie in den alten Taschenuhren von damals. Bei der Feinbearbeitung und Assemblage duldet die kleine aber feine Manufaktur keine Kompromisse. Die Politur der Stahlteile erfolgt nach guter alter Sitte. Durch die Verwendung von Zinnplatten entsteht der berühmte schwarz wirkende Hochglanz. Bei der Teileform geht es einzig und allein um die Ästhetik und nicht um die Ökonomie bei deren Finissage. Aus diesen Gründen verbringen die Handwerker in den kleinen Ateliers oft Tage damit, bis alle Komponenten die gewünschte Perfektion erhalten haben. Erst dann kann sich ein Uhrmacher an die Montage machen. Bis zum ersten Tick-Tack bleiben alle Schritte einer Person vorbehalten.

Lang & Heyne beweist damit nicht nur ein außergewöhnlich hohes handwerkliches Geschick, sondern auch Flexibilität. Diese erlaubt es, weitere Sonderwünsche wie zum Beispiel spezielle Gravuren nach Rücksprache mit großer Freude zu erfüllen.