Geld mit Geld verdienen

Die Berufswünsche von kleinen Jungen sind vielfältig – Feuerwehrmann, Polizist oder Baggerfahrer sind Klassiker. Der Wiener Markus Lehner hatte als Kind ganz andere Vorstellungen von seiner Zukunft. Er wollte einfach „nur“ erfolgreich werden. Heute lebt Lehner in Monte Carlo, ist privater Investor und Mehrheitsaktionär einer börsennotierten Investment-Holding sowie Jetpilot und hat als Rennfahrer sogar eine Meisterschaft gewonnen. Kurz gesagt: Er ist extrem erfolgreich.

Herr Lehner, Sie wollten als Kind einfach nur erfolgreich werden. Ein eher ungewöhnlicher Wunsch eines Jungen.
Markus Lehner: Meine Eltern sind nicht arm, aber auch nicht reich, wenn wir über Geld sprechen. Ich hatte Freunde, die wirklich reich waren, und das hat mich sehr motiviert. Im Grunde aber fand ich erfolgreiche Leute schon immer interessant. Und wollte dann selbst nicht nur ein bisschen erfolgreich sein, sondern eben richtig erfolgreich.

Was macht einen „richtig erfolgreichen“ Menschen aus?
Der wesentliche Unterschied zwischen etwas erfolgreichen und richtig erfolgreichen Menschen, die in ihrem Bereich wirklich an die Weltspitze kommen, wie etwa Michael Schumacher, Elton John oder Bill Gates, ist ihre grenzenlose Begeisterung, ihre volle Motivation und ihre nahezu endlose Energie, mit der sie ihre Ziele verfolgen. Das Geld selbst ist genau genommen nur ein Mittel, das dann eh automatisch kommt.

Es ist also die Leidenschaft für Ihren Job, die Sie jeden Tag antreibt?
Ganz genau. Ich wusste nach der Militärzeit nicht, was ich machen sollte. Mit Anfang 20 war ich in den USA und habe dort das Investment-Business kennengelernt. In Wien gab es damals das Sparbuch und viel mehr gab es eigentlich nicht. In Amerika waren schon Investmentfonds sehr beliebt und daher auch weit verbreitet. Das hat mich so begeistert, dass ich mir gesagt habe, ich möchte in meinem Leben Geld mit Geld verdienen. Meine Berufung sind Investments – um die Welt zu reisen, Leute zu treffen, Deals zu machen und Leute von dem zu überzeugen, was ich auch für mich richtig finde, um erfolgreich zu sein.

Was ist bislang das persönliche Highlight Ihrer Karriere?

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LESEN SIE DAS GANZE INTERVIEW IM PRINT-MAGAZIN. AB DEM 30. NOVEMBER 2019 IM HANDEL.

Von Renate Kerscher

Leidenschaft, Spaß und Talent.

In zwölf Profijahren gelangen Carl-Uwe Steeb drei Turniersiege

Die 80er- und 90er-Jahre waren die große Zeit des deutschen Tennis. Neben den Superstars Boris Becker und Steffi Graf prägte auch Carl-Uwe Steeb diese Ära. Der 1967 in Aalen geborene, von allen nur „Charly“ gerufene Linkshänder legte im Davis-Cup-Finale 1988 in Göteborg mit einem epochalen Fünf-Satz-Sieg über den Weltranglistenersten Mats Wilander den Grundstein für den ersten deutschen Gewinn der inoffiziellen Mannschaftsweltmeisterschaft. Heute ist Steeb unternehmerisch tätig, unter anderem als Partner der Hamburger Protagonists Group, die Dienstleistungen im Bereich Sport- und Veranstaltungsmarketing anbietet.

Er ist dem Thema Sport also treu geblieben. Seine Tenniskarriere bezeichnet er als „sehr gute Schule“ fürs Berufsleben. An dessen Beginn sollte nach Steebs Meinung stets die Begeisterung für etwas stehen, so wie bei ihm die Begeisterung fürs Tennis: „Bei der Berufswahl sind Leidenschaft, Spaß und Talent wichtig. Um dann wirklich erfolgreich zu sein, muss noch die Bereitschaft zu harter Arbeit dazukommen.“

Auch die schnelle Verarbeitung von Rückschlägen, die man im Sport zwangsläufig erlebt, hat Steeb in seiner Zeit als Profi gelernt. „Ich habe in zwölf Profijahren drei Turniere gewonnen. Das bedeutet umgekehrt, dass man jede Woche mit einer Niederlage umgehen muss.“ Daher gelte es auf dem Tennisplatz wie im Berufsleben, sich immer wieder zu motivieren, seine bisherige Arbeit zu hinterfragen und gegebenenfalls zu verändern und sich neue, realistische Ziele zu setzen.

Seine eigenen Ziele waren schon immer hoch. „Als Kind wollte ich erst Fußballer und dann Tennisprofi werden. Mein großes Vorbild war der argentinische Weltklassespieler Guillermo Vilas, wie ich ein Linkshänder“, erzählt er von seinen frühen Berufswünschen. Weil bei Steeb die Faszination für den Sport mit einem außergewöhnlichen Talent zusammenkam, wagte er nach Erlangung der Mittleren Reife den Schritt in den Tenniszirkus.

Den einen besonderen Moment, in dem er wusste, dass er es dort schaffen würde, gab es im Rückblick für Steeb nicht. „Das war eher eine stetige Entwicklung. Aber ich konnte mich relativ schnell etablieren.“ Diese Entwicklung führte ihn zu Weltranglistenplatz 14, drei Turniersiegen und legendären Auftritten im Davis Cup. Den schon erwähnten Sieg gegen Wilander bezeichnet er als größten Erfolg seiner Karriere: „Gegen die Nummer eins in Schweden zu gewinnen und erstmals den Cup nach Deutschland zu holen, war zweifellos das Highlight.“

Von Rainer Wendl

5 Fragen an – Moritz Mühleck.

Die Fitness-Studio-Kette FIT/ONE ist auf der Überholspur. Es fing alles mit zwei Filialen an – mittlerweile gibt es 23 FitOne-Studios in Deutschland, Polen und Wien. Wir haben mit dem Geschäftsleiter gesprochen: Moritz Mühleck, 31 Jahre alt.

Sie sind eigentlich gelernter Schauspieler, wie kam es zu Ihrem Berufswechsel? 

Ich habe trainiert und mich generell für Fitness-Themen interessiert. Als ich mit meiner Schauspiel-Ausbildung fertig war, arbeitete ich zunächst auf Theater-Bühnen und konnte erste kleine TV-Rollen ergattern. Eines Tages kam dann aber mein Vater auf mich zu. Er hatte gerade zwei Fitness-Studios gekauft und ihm fehlte ein Geschäftsleiter. Für mich war das eine tolle Gelegenheit etwas Eigenes aufzubauen. Mittlerweile ist daraus die Marke FIT/ONE entstanden und wir sind mit 23 Studios in Deutschland, Polen und Wien vertreten. Weitere sind in Planung.

Welche Vision steckt hinter den FIT/ONE Studios?

Unsere Vision sind Mega-Fitnessstudios auf Flächen von 2.000qm² bis zu 8.000qm² wo alles geboten wird: seien es Pools, Freihantelbereiche, Kursräume oder modernste Geräte. Hier ist für jeden das passende Sportangebot dabei.

Was sind Ihre persönlichen Stärken?

Ich bin definitiv sehr ehrgeizig und fleißig. Momentan konzentriere ich mich voll und ganz auf meine Arbeit, bin von morgens bis abends im Büro. Aber natürlich erst nachdem ich mich morgens um meine kleine Tochter gekümmert habe.

Das bisherige Highlight Ihrer Karriere?

Die Eröffnung unseres Studios in Ingolstadt war mein bisheriges Highlight. Es erstreckt sich auf einer Fläche von 7.000qm² und hat mittlerweile 5.000 Mitglieder. Hier gibt es eine Rundlaufbahn durch das gesamte Studio, frei nach dem Motto: „run the world“ at FIT/ONE. Außerdem bietet es bei einer so großen Fläche natürlich auch einen Wellnessbereich mit Sauna, Solarium und Massarium.

Welche Ziele setzen Sie sich für die Zukunft?

Die FIT/ONE-Geschäfte weiterhin erfolgreich zu führen und natürlich weiter zu expandieren. Unsere nächste Idee ist es, ein JumpOne zu eröffnen – also ein Studio für Jumping-Fitness.

Von AS

Valentin Schütt startete seine Karriere bereits mit 16 Jahren. © Valentin Schütt_Sevenmiles

Viel lernen, viel denken und danach viel arbeiten

Valentin Schütt ist wohl das, was man einen „Serial-Entrepreneur“ nennt: Geboren 1979, startete er bereits im Alter von 16 Jahren einen Internethandel mit Telekommunikationsartikeln. Bis heute hat er verschiedenste Projekte und Unternehmen im Internetbereich aufgebaut und verkauft. Er ist Investor und besitzt mehrere Unternehmen. 2014 hat er begonnen, Seven Miles aufzubauen; das Unternehmen ist heute der führende Anbieter von Geschenkgutscheinen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit dem eigenen Produkt „Wunschgutschein“ bietet Seven Miles einen universell einlösbaren Shoppinggutschein an. Valentin Schütt lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Es ist naheliegend, dass er den Start eines Geschäfts mit 16 Jahren als wichtigen Karriereschritt bezeichnet. „So habe ich gelernt, wie man kaufmännisch denkt und arbeitet“, sagt Schütt. Die weiteren Lernprozesse folgten Schlag auf Schlag: Mit Anfang 20 war es die Arbeit mit einem schnell wachsenden Unternehmen, mit Mitte 20 die Erfahrung eines Firmenverkaufs an einen börsennotierten amerikanischen Großkonzern – inklusive des Kennenlernens der Art, wie dort das Geschäft gemanagt wird. Mit Ende 20 wagte er den Schritt vom Unternehmer hin zum Investor, begleitet von all den Herausforderungen, die diese Rolle mit sich bringt. Dass er mit Mitte 30 nochmals ein Unternehmen von Null auf einen neunstelligen Umsatz aufbaute und entsprechende Strukturen schaffte, bezeichnet Schütt „quasi als zweiten Sommer“. Seit Kurzem nun, mit Anfang 40, arbeitet er mit einem global renommierten Investmentfonds im Rücken daran, das Wachstum dieser Firma noch weiter auszubauen.

Alles in allem entspricht dieser Werdegang dem, was Schütt sich einst als Abiturient gewünscht hatte. Damals wollte er Unternehmensberater werden, da er die Aussicht reizvoll fand, viele unterschiedliche Unternehmen und Geschäftsmodelle kennenzulernen. „Als Unternehmer und Investor ist man ständig dabei, sich oder andere zu beraten und zu optimieren, neue Chancen innerhalb der Geschäfte zu erkennen und umzusetzen. Deshalb bin ich nun vielleicht mein eigener Unternehmensberater geworden. Mit ein paar zusätzlichen Aufgaben.“

Dass er diesen „zusätzlichen Aufgaben“ heute gerecht werden kann, hat auch mit Misserfolgen zu tun. Denn diese haben den Unternehmer weitergebracht, wie er erklärt: „Seit meinen ersten Rückschlägen in jungen Jahren, die durch die damalige Börsenkrise ausgelöst wurden, habe ich ständig versucht, mich zu verbessern und mehr darüber zu lernen, welche Risiken und Chancen Geschäftsmodelle haben, wie ich diese möglichst neutral bewerte und beeinflusse – und natürlich, mich immer zu reflektieren und zu lernen, was man bei sich und in seinen Unternehmen verbessern muss.“

Aus diesen Worten spricht ein großer Ehrgeiz. Schütt bestätigt, dass dies ein wesentlicher Charakterzug von ihm ist: „Offen gesprochen war ich immer sehr ehrgeizig. Das ist in beruflichen Dingen auch bis heute so geblieben. Privat bin ich entspannter, ich kann gut damit leben, wenn andere besser Golf spielen oder jemand mich beim Pokern besiegt. Erfolg im Privaten, das sind für mich echte und tiefe Freundschaften, die ich gern und mit viel Energie pflege.“

Gemäß dieser Definition ist Erfolg deckungsgleich mit Glück, denn: „Glück bedeutet für mich, mit Menschen umgeben zu sein, mit denen ich gerne Zeit verbringe“, meint der 40-Jährige. Er macht keinen Unterschied, ob dies in den Firmen, privat oder in der Familie geschieht. Wichtiger sei, alle diese Menschen gesund und glücklich zu sehen. „Wenn dann noch Wasser und Sonne dazukommen, dann sind wir nah an der Perfektion.“

Aus diesen Worten klingt heraus, dass Schütt bei allem Arbeitseifer auch die angenehmen Seiten des Lebens zu genießen weiß. Als größten Luxus bezeichnet er den Zustand, frei und unabhängig zu sein. „So kann man zu fast jedem Zeitpunkt die Dinge umsetzen, die einem am meisten am Herzen liegen. Mir ist bewusst, dass ich sehr privilegiert bin, in dieser Situation zu sein.“
Jungen Menschen, die dieses Privileg ebenfalls erreichen wollen, rät er: „Sucht euch Menschen, die ihr bewundert und die in ihrer Disziplin exzellent sind. Dann kopiert und lernt von ihnen. Sucht euch für jede Facette, die ihr gut beherrschen möchtet, die jeweils eine Person. Und seid nie zu schüchtern, um Rat und Hilfe zu fragen.“ Folgerichtig bringt Schütt sein Erfolgsrezept auf diesen Nenner: „Viel lernen, dann viel nachdenken und danach viel arbeiten.“

Von Rainer Wendl