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Für Erfolg gibt es keine Gebrauchsanweisung

Sein berufliches Vorbild ist Virgin-Gründer Richard Branson, musikalisch bewundert Martin J. Krug die Rolling Stones. Sein Markenzeichen: Neugierde an völlig unterschiedlichen Themen und Herausforderungen.

Scheinbar unlösbare Probleme hinterfragt der Unternehmer, der sich sowohl als Filmproduzent als auch Marketingexperte einen Namen gemacht hat, geht er mutig oft als Querdenker an. Seine Erfolgsrezepte sind „Selbstvertrauen und eine Menge Arbeitseinsatz. Dinge ohne, Gebrauchsanweisung’ angehen. Ideen entwickeln und konsequent umsetzen.“ So hat der Wahl-Münchner die wichtigsten Herausforderungen seiner Karriere gemeistert – wie erstmal die Bank von seiner beruflichen Vision zu überzeugen und später, zum Beispiel das weltweite Merchandising für Mercedes in der Formel 1 und DTM oder das Kanzler-Portrait des ” Goldenen Schröders fürs Bundeskanzleramt.

. Ausruhen auf Erfolgen kommt für Martin J. Krug nicht infrage: „Letztlich bin ich Dienstleister und freue mich wie zum Beispiel ein Fußballer über ein geschossenes Tor. Juhu & Jubel. Jedoch alles in dem Bewusstsein, dass nach dem Spiel vor dem Spiel ist“, sagt er.

Auch soziales Engagement ist für Martin J. Krug ein wichtiger Pfeiler seines Lebens: 2002 gründete Krug zum Beispiel Power-Child e. V., einen Verein, der sich präventiv gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen einsetzt. „Ohne Nächstenliebe und soziale Verantwortung macht das Leben wenig Sinn. Nicht immer gleich die Welt retten wollen. Oft sind es auch kleine Dinge, die für andere große Bedeutung haben“, erklärt er.
Aber so entspannt der Filmproduzent auf den roten Teppichen wirkt – auch er erlebt Herausforderungen: „Der Job ist nicht selten eine spannende Abenteuerreise, auch manchmal unter bedrohlichen Gewitterwolken.“ Sein Rezept gegen Rückschläge? „Jägermeister“, antwortet er lachend. „Nein, im Ernst – nicht verdrängen. Shit happens, so what. Rein in die lästige Herausforderung. Der Weg ist das Ziel.“

Glück ist für Martin J. Krug nicht in erster Linie beruflicher Erfolg, sondern „die Kombination aus Gesundheit, Zufriedenheit, Liebe, Familie und einem coolen Job.“ In genau definierter Reihenfolge: „Zuerst das Wohl der Familie und dann der Job. Klar, verbringt man in der Regel mehr Zeit in seinem Leben mit dem Job als mit der Familie. Dennoch gibt es bei mir klare Prioritäten. Der Job ist ja teilweise eine zwingende Notwendigkeit, die Familie jedoch das wunderbare Lebenselixier.“ Dazu passt eines seiner nächsten Projekte: das Kinderbuch, das er Tochter Lilly widmet, fertig zu schreiben. Und sein nächster Film.

„Erfolg kommt nur mit der Extrameile“

Was wollten Sie als Kind werden?

Mit drei Jahren bekam ich einen Kassettenrecorder geschenkt und nahm ein „Interview als Reporter“ auf. Natürlich wusste ich damals noch nicht wirklich, was ein Journalist macht. Aber die Leute in Radio und TV haben mich damals offenbar beeindruckt.

Hat ihr Wunsch von damals im weitesten Sinne etwas mit Ihrem heutigen Schaffen zu tun?

Ich bin in der Tat Journalist geworden! Das bin ich bis heute, mit Leidenschaft. Allerdings ist meine Tätigkeit als Unternehmer in den letzten zwölf Jahren stark in den Vordergrund getreten. Meine Firma bietet Content Marketing an, also Unternehmensjournalismus.

Was waren für Sie bisher Ihre wichtigsten Karriere-Schritte?

Ich hatte das Glück, direkt nach dem Abitur in den Journalismus zu stolpern. Ich war einige Jahre als BILD-Reporter in verschiedenen Städten unterwegs. Das war wirklich sehr lehrreich – unglaublich, mit wie vielen verschiedenen Menschen ich dort in Berührung gekommen bin. Ich habe zwei Bundespräsidenten und drei Kanzler interviewt, den DalaiLama getroffen und mir die Sorgen von Sozialhilfeempfängern angehört. Ich bin Showstars begegnet und habe für sterbenskranke Kinder mit Krankenkassen gekämpft. Diese Bandbreite an Schicksalen von arm bis reich hat mich stark geprägt. Vor allem meine Zeit als Polizeireporter hat mir gezeigt, wie hart das Leben zuschlagen und wie schnell es vorbei sein kann. Das macht nachhaltig demütig und dankbar.

Was ist bislang das persönliche Highlight Ihrer Karriere?

Es ist toll zu spüren, wenn jahrelange harte Arbeit belohnt wird. Ich habe Anfang 2019 meine Firma TESTROOM an den größten deutschen Digitalvermarkter Ströer verkauft. Es ist natürlich sehr befriedigend, wenn auch andere nach intensiver Begutachtung feststellen, welchen Wert man geschaffen hat. Ich bin schon sehr stolz, was die Mannschaft da aufgebaut hat.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für Ihren Erfolg maßgeblich sind?

Es ist wohl der lange Atem in Kombination mit Flexibilität. Viele Dinge funktionieren einfach nicht sofort oder nicht so, wie man sie sich vorgestellt hat. Oder gar nicht. Ich versuche, mich jederzeit auf neue Gegebenheiten einzustellen. Dabei muss man sich selbst permanent in Frage stellen. Selbstbewusstsein und Vertrauen ist gut. Selbstverliebtheit führt in den Untergang. Entscheidend ist das Durchhaltevermögen. Für mich war es nie eine Option, schnell aufzugeben. Ich gehe dann die Extrameile, hier trennt sich definitiv die Spreu vom Weizen. Erfolg kommt nur mit der Extrameile. In den ersten Jahren meiner Unternehmertätigkeit habe ich mir kein Gehalt ausgezahlt, um die Ausgaben wie Gehälter und Miete etc. bewältigen zu können. Da haben wir vom Gehalt meiner Frau Nikki gelebt. Auch als es nach guten Jahren dann eine Delle im Geschäftsbetrieb gab, habe ich finanziell temporär einen massiven Schritt zurück gemacht. Und gleichzeitig noch mehr gearbeitet. Jeder kann mal zwölf bis 14 Stunden sechs Tage die Woche arbeiten. Aber dies über einen langen Zeitraum von Monaten oder Jahren durchzuhalten, da lernt man sich neu kennen.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriere-Weg? Wenn ja, wie haben Sie die überwunden?

Oh ja! Neben den vielen kleinen gab es auch einen richtig großen Rückschlag. Mit meiner Firma hatte ich mich lange auf Suchmaschinenoptimierung, SEO, spezialisiert. Wir waren von Google abhängig. Dann kam der Tag, als die Suchmaschine die Spielregeln, den Algorithmus, änderte. Ich war mit meiner Familie gerade im Urlaub, als mich mein damaliger Partner anrief und mir die Hiobsbotschaft mitteilte. Das war eine doppelte Strafe, nichts tun zu können, die eigene Firma am Abgrund und gleichzeitig die Herausforderung, der Familie nicht die letzten Urlaubstage zu verderben.

Du lächelst blinzelnd in die Sonne, schleckst Vanilleeis mit deinen Lieben und im Kopf hämmert es nur – was jetzt?

Freunde, Berater, Finanzexperten sagten mir damals: Das war es, mach‘ dicht. Das schaffst Du nicht. Insolvenz drohte. Ich habe wirklich lange überlegt, ob ich trotzig reagiere, wenn ich die drohende „Schmach“ einer Pleite verzweifelt versuchte abzuwenden. Oder ob es der Mut zum Risiko wäre, dennoch nicht aufzugeben. Es war auf jeden Fall kloppehart. Und man ist ganz alleine mit der Entscheidung. Hilfe ohne Gegenleistung? Gibt es nicht. Jedenfalls keinen Blanko-Kredit für strauchelnde Mittelständler. Die Banken boten uns zwar eine Kreditlinie an. Aber nur mit persönlicher Absicherung von meinem Partner und mir. Da hilft auch keine GmbH. Alles sprach dagegen, gutes Geld dem schlechten hinterher zu werfen. Ich hatte aber das unbedingte Gefühl, es schaffen zu können. Ich bin meinem Partner unendlich dankbar, denn er vertraute mir, wir gingen „all-in“ und sicherten den Kredit persönlich ab. Wir mussten uns von einem Teil der Belegschaft trennen. Doch statt Kündigungen setzten wir auf Auflösungen mit Abfindung. Eigentlich ein Wahnsinn in so einer Situation.

Solche Phasen kann man in der Rückschau immer schön als lehrreich bezeichnen. In der Situation selbst gibt es neben der Arbeit nichts anderes mehr. Keine Freunde, keine Freude. Machen. Durchhalten. Das geht nicht ohne Resilienz. Man muss gut auf sich hören, um in solchen Phasen nicht wirklich richtig krank zu werden.

Wir haben es gut hinbekommen. Und ja, natürlich gehört auch Glück dazu, das Geschäftsmodell zu ändern, die guten Leute im Team zu halten und neue zahlende Kunden zu finden.

Was würden Sie Ihrem Jüngeren Ich raten?

Vor ein paar Jahren hätte ich noch gesagt: Nüscht, mach‘ weiter so. Heute würde ich mir raten, möglichst frühzeitig kontinuierlich an der Weiterbildung dranzubleiben. Und vor allem: in das eigene Netzwerk zu investieren, das ist unheimlich wichtig. Das habe ich etwas spät erkannt.

Was treibt Sie beruflich weiter voran?

Anfang des Jahres habe ich meine Firma größtenteils verkauft. Dann haben wir meine Firma mit der Content Fleet GmbH, einer Ströer-Tochter, verschmolzen. An diesem Konstrukt bin ich weiterhin als geschäftsführender Gesellschafter beteiligt. Die jetzt laufende Postmerger-Integration ist für mich sehr wichtig. Ich bin nicht so der Exit-Typ, verspüre keinen Fluchtimpuls. Ich möchte den gemeinsamen Erfolg gern stabilisieren und dem Team helfen, im Content Marketing nachhaltig und noch profitabler aufgestellt zu sein. Es ist großartig zu sehen, wenn Synergien nicht nur im Mantra herbeigebetet werden, sondern tatsächlich greifen. Content Fleet hat jetzt 140 festangestellte Mitarbeiter, wir binden unsere Services stark an den Ströer-Konzern. Wir bieten integriertes Content Marketing wie keine zweite Agentur: Vom Plakat bis in den E-Commerce-Shop. Das macht wirklich Spaß.

Wie vereinbaren Sie Ihren Beruf mit dem Privatleben?

Definitiv keine Plattitüde: Ich bin sehr dankbar, dass meine Frau und ich so wunderbar harmonieren. Wir unterstützen uns gegenseitig. Und das nicht nur morgens am Frühstückstisch. Wir teilen auch den Schreibtisch, sitzen tatsächlich seit vielen Jahren auch im Job nebeneinander. Wir haben uns vor 22 Jahren bei Axel Springer in der Redaktion von Computerbild kennengelernt.

Wir ernten natürlich immer wieder ungläubige Blicke: wie schafft ihr das, euch permanent zu sehen? Für uns gibt es nichts Anderes – twentyfourseven. Das hat den unglaublichen Vorteil, dass man abends nicht mehr erklären muss, warum Kollege Heinz heute so nervig war und wer Heinz überhaupt ist. Wir teilen sowohl berufliche als auch private Erfolge und Niederlagen. Nikki hat mir auch den überlebensnotwendigen Halt gegeben, als wir – nicht ich – in den beruflichen Abgrund geschaut haben.

An welchen Orten finden Sie neue Inspiration?

An möglichst vielen fremden und neuen Orten. Überall auf der Welt gibt es etwas zu entdecken. Ich bin eher der Forscher als der Farmer. Noch so eine Eigenschaft, die ich mit meiner Frau teile. Zusammen haben wir über 65 Ländern der Welt bereist und werden nicht müde. Wir sind auf aktiven Vulkanen spazieren gegangen, sind in allen Weltmeeren getaucht, unter anderem mit Wahlhaien und dem Weißen Hai. Wir sind aus dem Flugzeug gesprungen und haben uns, etwas sehr waghalsig, über den Rand der Victoria Wasserfälle in Sambia gehängt. Wir müssen aber nicht Angkor Wat in Kambodscha besuchen oder in Peru auf Macchu Pichu blicken, um inspiriert zu werden, auch die kleine Ostseepension oder die Sauna im Fitness-Studio um die Ecke bieten Ruhe und Raum für neue Gedanken. Es sind häufig die kleinen Fluchten, die die Gedanken beflügeln.

Was ist für Sie Luxus?

Kann es eine andere Antwort geben als: Zeit? Vor allem Zeit zu zweit. Und Zeit in Verbindung mit Freiheit und Gesundheit. Mehr geht nicht.

Welche Ziele in puncto Erfolg setzen Sie sich für die Zukunft?

In der nächsten Zeit geht es darum, die Agentur erfolgreich auszubauen. Langfristig: Gesund und neugierig bleiben. Und weiterhin etwas vom eigenen Erfolg zurückgeben. Wir haben uns bisher immer an karitativen Initiativen anderer beteiligt. Von Regenwald über Ozean bis Patenschaften oder Brunnen bohren in Kambodscha. Wer weiß, vielleicht gibt es ja auf einer der nächsten Reisen eine Inspiration für eine eigene Initiative.

© gekkogroup

Gastgeber aus Leidenschaft

Geboren und aufgewachsen in Frankfurt am Main, konnte Micky Rosen schon früh von seinen Eltern lernen, die ebenfalls als Gastronomen im Frankfurter Bahnhofsviertel tätig waren. Nach seinem Abitur absolvierte er eine Lehre zum Hotelkaufmann im Frankfurter Hotel Intercontinental und übernahm später sechs Jahre lang das gleichzeitige Management für fünf Hotels. 2001 gründete er mit seinem heutigen Geschäftspartner Alex Urseanu die Gekko Group, die mit Häusern wie dem Roomers in Frankfurt und Baden-Baden, dem Berliner Provocateur oder dem Berliner The Bristol zu den innovativsten Marken der Hotellerie und Gastronomie in Deutschland zählt. 2018 wurden die beiden Macher mit dem begehrten „Hotelier des Jahres“- Award ausgezeichnet.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Jeden Tag das zu tun, was man voller Leidenschaft tun möchte und von Menschen umgeben zu sein, die man liebt und schätzt. Damit noch Geld zu verdienen, ist das Höchste, was man erreichen kann.

Schon Ihre Eltern waren Gastronomen. Was war der wichtigste Rat, den Sie erhalten haben? Immer authentisch zu sein und alles mit Herzblut umzusetzen.

Was ist die größte Herausforderung, ein international so angesehenes Haus wie das Roomers zu führen?
Das wir nicht mehr an allen Orten gleichzeitig sein können. Die Seele des Hauses wird aber vor allem durch unsere Philosophie des Gastgeberdaseins nachhaltig geprägt.

Was sind Ihre Stärken?
Man sagt mir ein sehr gutes Gespür für Trends und Design nach.

Gab es berufliche Rückschläge, aus denen Sie gelernt haben?
Rückschläge sind ein Teil des Lebens. Wenn man tut, was man liebt und zu 100 Prozent davon überzeugt ist, kann es langfristig nur ein Erfolg werden. Man sollte an sich und seine Visionen glauben, sich nicht davon abbringen lassen. Das Roomers in Frankfurt eröffnete zum Beispiel mitten in der Finanzkrise; damals gab es am Konzept große Zweifel von allen Seiten. Aber wir sind unserer Idee treu geblieben und feiern heute 10-jähriges Jubiläum, mit zwei weiteren Häusern in München und Baden-Baden und einem neuen Projekt, dem Roomers ParkView, welches 2020 ebenfalls in Frankfurt eröffnet.

Was inspiriert Sie bei der Arbeit?

Mich inspirieren die Menschen, die mich täglich umgegeben. Sei es meine Familie und Freunde, unsere Mitarbeiter oder Geschäftspartner. Und darüber hinaus das Reisen oder zum Beispiel zuletzt meine Zeit beim „Burning Man“-Festival.

Womit belohnen Sie sich für Ihren Erfolg?

Meine Belohnungen sind Zeit und das Reisen mit meiner Familie und Freunden.

Von Thomas Clausen

Galerist und Verlagskaufmann Jürgen Hunke hier bei der Speakers Night im Radisson Blu, Hamburg. © Martin Brinckmann / Speakers Night

Ein Hauch von Fernost in Hamburg

Dieser Mann ist ein wahrer Individualist. Zu sehen ist das deutlich: so trägt er beispielsweise nur rot, schwarz und weiß. Er besitzt eine der größten Buddha-Sammlungen Deutschlands, ist Inhaber der Hamburger Kammerspiele, Galerist und vor allem eins – erfolgreicher Unternehmer. Jürgen Hunke der Gründer und Erfinder eines deutschen Spezial-Vertriebs, der jungen Leuten Altersvorsorge-Produkte anbot. Zur Jahrtausendwende verkaufte er das Unternehmen und macht seitdem nur noch das, was ihm Freude bereitet.

Wir treffen ihn im Block House, in der Nähe seiner Mikado-Galerie am Mittelweg. Er ist hier Stammgast, kennt den Gründer und Inhaber Eugen Block gut. Seine Bestellung: ein vegetarischer Teller mit Grillgemüse, gedünstetem Spinat und einer Ofenkartoffel. Der 76-Jährige achtet sehr auf seine Gesundheit: “Neulich fand man bei Tests in der Charité in Berlin heraus, dass mein körperliches Alter gerade einmal 48 Jahre beträgt.“ Sein Geheimrezept neben einer gesunden Ernährung? „Ich stehe jeden Morgen um fünf Uhr auf, werde anschließend zwei Stunden massiert und gehe in die Dampfsauna.“ Diese Kontinuität beizubehalten ist auch etwas, was er jungen Menschen rät, die erfolgreich sein möchten: „Nach Ritualen leben, möglichst früh aufstehen und das jeden Tag.“ Sofort fragt man sich, wie soll das im Alltag gelingen? „Bei Veranstaltungen bin ich immer als Erster da, denn dann kann ich auch als Erster gehen. Dadurch halte ich meine Rituale immer ein“, sagt Hunke. Das Wichtigste seien für ihn aber immer Ehrlichkeit und Gradlinigkeit. Diese beiden Eigenschaften zählen zu den Stärken des Unternehmers: „Ich kann mich für Dinge ehrlich begeistern und andere dann ebenfalls überzeugen.“

Hunke gestaltet sein Leben seit dem Jahr 2000 so, wie es ihm gefällt. Davor arbeitete er 42 Jahre als selbständiger Unternehmer in den Bereichen Marketing und Unternehmensberatung. Was für ihn Erfolg bedeutet? „In erster Linie Unabhängigkeit!“ Für ihn gehört zur steilen Karriere aber auch eine gewisse Portion Glück: „Der richtige Zeitpunkt entscheidet darüber, ob man Erfolg hat oder nicht“.

Als Kind, wollte er „irgendetwas mit Sport“ machen: „Sportreporter hätte mich interessiert.“ Stattdessen wurde er erfolgreicher Unternehmer. Mit dem Sport hat es aber trotzdem geklappt: Seine Leidenschaft gehört dem HSV, den er als Präsident und im Aufsichtsrat unterstützte.

Doch wie wurde eigentlich aus dem kleinen Jungen aus Gütersloh ein erfolgreicher Unternehmer? Nach der Schule wollte Jürgen Hunke zunächst nach Australien. Mit 18 Jahren war man damals noch nicht volljährig, sondern erst mit 21, also brauchte er die Erlaubnis seiner Eltern. „Meine Mutter war traurig, dass ich nach Australien wollte. Das konnte ich natürlich verstehen. Doch ich wollte es unbedingt“, erinnert sich Hunke. Letztendlich unterschrieben seine Eltern die Einverständniserklärung und es fehlten nur noch letzte Gesundheitschecks im Auswanderungslager in Bremen. Kein so schönes Erlebnis: „Ein Zahnarzt meinte, er müsste mir einen Backenzahn ziehen. Sonst würde ich nicht ausreisen können. Das wollte ich nicht. Nach über einer Stunde Diskussion, habe ich mich dann gegen Australien entschieden.“ Jürgen Hunkes Weg führte ihn dann statt ans anderes Ende der Welt an eine Werbefachschule in Hannover. Aber: „Ich habe nebenbei immer gearbeitet und schnell gemerkt, dass mir auch das Verkaufen liegt.“ Also probierte er sein Talent erstmal bei Markenprodukten aus. Mit Erfolg!

Diese Zeit und das Gelernte von der Werbefachschule inspirierten Jürgen Hunke. Mit nur 26 Jahren entwickelte er seine Idee zur Selbstständigkeit: „An der Werbefachschule habe ich gelernt, was einen Markenartikel ausmacht. Ein Markenartikel zeichnet sich dadurch aus, dass es kein Argument gibt, es nicht zu kaufen und dass es das beste Preis-/Leistungsverhältnis hat“, erklärt Hunke. Seine Idee: dieses Prinzip auf Versicherungen übertragen. 42 Jahre ist er mit der Zeus Vermittlungsgesellschaft mbH selbstständig, kurbelte den gesamten Versicherungsmarkt mit seinen Ideen an.

Am 31.12.1999 verkauft Jürgen Hunke sein Unternehmen: „Damals verabschiedete ich mich bei einer großen Feier. Um Mitternacht zauberte mich Hans Klok aus dem Saal nach draußen, wo ich in ein Auto stieg und direkt zum Flughafen in Frankfurt fuhr. Ich gönnte mir eine viermonatige Auszeit auf Koh Samui.“ Seine Leidenschaft für den asiatischen Kontinent ist nicht zu übersehen. Egal, ob seine Mikado Galerien in Hamburg, Berlin und Timmendorf, das „Haus der Harmonie“, oder seine Wohnhäuser – das asiatische Flair spiegelt sich überall wider. Aktuell beschäftigt sich Hunke vorwiegend mit dem Import und Verkauf asiatischer Kunstwerke und dem Schreiben und Verlegen von Büchern. Sein Wunsch für die Zukunft? „Niemand soll mehr hungern müssen. Das sollte das Mindeste sein. Wer mehr hat, sollte auch mehr geben und das in allen Bereichen.“ Sein Antrieb, jeden Tag neue Ziele in Angriff zu nehmen, ist die pure Liebe am Leben: „Ich möchte noch ein bisschen leben und meine Kinder, Enkelkinder und Freunde weiterhin sehen. Und noch ein bisschen verreisen.“ In Asien gibt es schließlich noch so viele wunderbare Flecken zu entdecken…

“Seien Sie authentisch”

Im Jahr 2010 gründete Mark Gregg die BONAGO Incentive Marketing Group GmbH in München. Als Vice President der Incentive Marketing Association Europe befasst er sich seit mittlerweile mehr als zehn Jahren mit innovativen Incentives für Mitarbeiter, Kunden und Verbraucher. Zusammen mit seinem Team aus Belohnungsexperten unterstützt er seither branchenübergreifend Firmen aller Größenklassen bei Herausforderungen im Personal- und Marketingbereich.

Was ist bislang das Hightlight Ihrer Karriere?

© Bonago

Ich wollte schon immer Themen vorantreiben und etwas (er)schaffen, weshalb die Gründung von BONAGO im Jahr 2010 etwas ganz Besonderes für mich war und ist. In diesem Zusammenhang habe ich mich sehr über den diesjährigen „Spirit of IMA“-Award gefreut, einer Auszeichnung der globalen Incentive Marketing Association für die Verdienste, das Thema und damit einhergehende Entwicklungen zu fördern und zu kommunizieren. Eine für mich sehr schöne Anerkennung.

Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich raten? Und was raten Sie jungen Menschen, die Erfolg haben möchten?

Der konkrete Rat an mich selbst wäre: „Sei mutig und mache Dich früher selbstständig!“
Allgemein gesprochen würde ich jedem, der erfolgreich sein möchte, empfehlen nur das zu tun, wofür er sich begeistern kann. Wenn man sich mit Leidenschaft und Engagement einer Aufgabe widmet, wird man irgendwann Erfolg haben.

Was ist die wichtigste Eigenschaft die erfolgreiche Menschen brauchen?

LESEN SIE DAS GANZE INTREVIEW IN DER PRINT-AUSGABE.

Tim Werner, Gottfried Zmeck
Semi Final Round of Judging for the 44th International EMMY Awards / Get Together im BMW Haus am Kurfürstendamm in Berlin am 04.07.2016
© API Michael Tinnefeld Agency People Image (c.) Michael Tinnefeld

Erfolgreich in der Nische

Gottfried Zmeck und Tim Werner sind in einer Mediennische erfolgreich: Pay-TV für Heimatfilme, Schlager und romantische Filme. Zmeck hat den Kanal 1999 gegründet und ausgebaut, Werner kam 2008 dazu. Zum 1. Oktober 2019 hat sich Zmeck in den Aufsichtsrat zurückgezogen und Werner die Führung des Senders überlassen.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Gottfried Zmeck: Erfolg ist wichtig, aber nicht zu jedem Preis. Preis und Anstrengung müssen im Verhältnis zum Ergebnis stehen.
Tim Werner: Etwas mehr als das gesteckte Ziel zu erreichen, ist für mich Erfolg. Die Ziele sollte man dabei weder zu hoch noch zu niedrig stecken.

Was ist bislang das persönliche Highlight Ihrer Karriere? Und warum?
Gottfried Zmeck: Ein Highlight für mich war die Gründung des eigenen Unternehmens und fünf Jahre später die Tilgung der letzten Kreditrate.
Tim Werner: Ein Highlight war die Gründung von Romance TV Polska, den wir zu einem der erfolgreichsten Sender für Frauen in Polen gemacht haben.

Was raten Sie einem (jungen) Menschen, der Erfolg haben möchte?
Gottfried Zmeck: Man braucht immer Glück, um Erfolg zu haben, und außerdem Menschen, die einem helfen. Das Umfeld ist wichtig. Man wird es nie alleine schaffen.
Tim Werner: Ehrlich, glaubwürdig und authentisch bleiben. Erfolg ja, aber nicht um jeden Preis.

Was ist ein Must-have in Ihrem Beruf?
Gottfried Zmeck: Durchhaltevermögen, Neugier und Bescheidenheit – Letzteres ist gerade in der Medienwelt extrem wichtig.
Tim Werner: Wenn man ein Unternehmen mit 30 bis 40 Mitarbeitern leitet, ist Motivationsfähigkeit sehr wichtig.

Was macht in Ihren Augen eine gute Führungskraft aus?
Gottfried Zmeck: Das Schlüsselwort ist Motivation. Eine Führungskraft muss sich selbst motivieren, aber auch das Team. Dann wird man erstaunt sein, welche Leistungen Mitarbeiter erbringen.
Tim Werner: Neben Motivation halte ich Lob für sehr wichtig. Ich habe festgestellt, dass man nicht genug loben kann. Positives Feedback ist ein sehr hohes Gut.
Gottfried Zmeck: Lob ist wichtig, aber auch Kritik. Sie gibt Mitarbeitern das Gefühl, dass sie erstgenommen werden.

Können Sie Ihr Erfolgsgeheimnis für uns zusammenfassen?
Gottfried Zmeck: Tüchtig sein, vernünftige Ziele setzen und nicht so selbstherrlich sein und denken, dass man es ohne die Hilfe anderer Menschen schaffen würde.
Tim Werner: Ich verfüge noch nicht über den unternehmerischen Erfolg eines Herrn Zmeck, aber wenn ich eines bei ihm lernen durfte, dann ist es Risikobereitschaft, die für den Erfolg einfach notwendig ist.

Von Renate Kerscher

Zwischen Lausbubigkeit und Zielstrebigkeit

Simon Brunke verkaufte schon mit 13 Jahren gewinnbringend Ü-Ei-Figuren auf dem Flohmarkt © Exporo AG

Simon Brunke ist Mitbegründer und CEO der Exporo AG. Der gebürtige Hamburger studierte zunächst europäische Unternehmensführung, absolvierte unter anderem Praktika bei Daimler und Axel Springer und gründete bereits 2004 sein erstes Unternehmen, die Aeris GmbH & Co KG. Sein erster Exit folgte 2011 mit der wika AG, wo er als Gründer und Finanzvorstand von 2007 an tätig war. Seit 2014 baute er gemeinsam mit Björn Maronde, Tim Bütecke und Julian Oertzen die Exporo AG auf, Deutschlands führende Plattform für digitale Immobilieninvestments. Mittlerweile hat Exporo über 190 Mitarbeiter – und befindet sich weiterhin im stetigen Wachstum.

Herr Brunke, was wollten Sie als Kind werden?
Simon Brunke: Begeistert haben mich in meiner Kindheit Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga und Dagobert Duck. Eine Mischung aus Eigenständigkeit und Freiheit, Lausbubigkeit und Zielstrebigkeit.

Ihr größtes Vorbild ist?
Mein Vater – seine Grundeinstellung zum Leben hat mich schon immer inspiriert und motiviert. Sowohl in guten als auch in schlechteren Phasen hat er immer positiv gedacht und das Beste aus jeder Situation gemacht. Er hat zwar viel gearbeitet, doch er war immer für die Familie da. Ich hatte viele Freiheiten, aber auch meine Pflichten: Abends spät ins Bett war ok, trotzdem war morgens Rasenmähen angesagt.

Was war für Sie ausschlaggebend bei Ihrer Berufswahl?
Schon mit 13 Jahren habe ich auf Flohmärkten jeden Monat mit Überraschungseier-Figuren gehandelt und während meines BWL-Studiums 2004 meine erste Firma gegründet. Ich war nie angestellt, die Rolle als selbstständiger Unternehmer ist mir sozusagen in die Wiege gelegt worden und hat mir von  Kindheit an große Freude bereitet.

Was waren für Sie bisher Ihre wichtigsten Karriereschritte?
Während meines Studiums gründete ich einen klassischen Maklervertrieb, der auf circa 500 Mitarbeiter anwuchs. 2011 verkaufte ich meine Anteile, 2013 schied ich als Vorstand aus. Die Ineffizienzen des klassischen Vertriebs – egal ob Immobilien, Versicherungen oder andere Produkte – waren unübersehbar, das Potenzial von Fintech-Unternehmen hingegen sehr groß. Mit der Gründung von Exporo im Jahr 2014 verband ich beides: Zusammen mit meinen Mitgründern entwickelten wir eine Plattform für digitale Immobilieninvestments, die es jedem ermöglicht, wie ein Großanleger in professionelle Immobilien zu investieren.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für Ihren Erfolg maßgeblich sind?
Optimismus, Einsatzbereitschaft und Leidenschaft. Vor allem aber meine absolute Überzeugung und Begeisterung für das, woran wir als Firma jeden Tag arbeiten.

Was raten Sie jungen Menschen, die Erfolg haben möchten?
Ich glaube, dass es wichtig ist, eine eigene Idee zu haben und sich zu trauen, diese einfach mal umzusetzen. Eine solche Idee muss das Potenzial haben, ganze Märkte und Industrien zu ändern und dementsprechend auch das Nutzerverhalten.

Wie vereinbaren Sie Ihren Beruf mit dem Privatleben?
In meinen Augen muss es möglich sein, das Privates und Berufliches in Einklang zu bringen. Mir persönlich hilft Sport dabei, und natürlich Familie und gute Freunde. Geht es mir privat gut, kann ich beruflich gut performen. Performe ich beruflich, hat das wieder einen positiven Effekt auf mein Privatleben.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten unterstützt?
Mein Vater und mein Professor, Herr. Dr. Müller-Siebers, haben mich dabei unterstützt, meinen eigenen Weg zu gehen. Und dieser führte schon früh in die Selbstständigkeit, sodass auch das Stehen auf eigenen Beinen mich gefördert und gestärkt hat.

Haben Sie eine lustige Anekdote aus Ihrem Erfolgsleben?
Bei einem Vortrag vor vier Jahren kam aus dem Publikum – alles Vertreter von offenen und geschlossenen Fonds – folgender Kommentar: „Simon, es ist ja eine lustige Idee von euch, digital mit Kleinanlegern eine bis zwei Millionen Euro pro Immobilie einzusammeln. Aber für uns würde sich das nicht lohnen, wir machen immer mindestens 20 Millionen Euro pro Immobilie. Spielt ihr mal ruhig weiter.“ Mittlerweile haben wir bewiesen, wie gut es tatsächlich funktioniert, und etliche Branchenvertreter der „alte Finanzwelt“ möchten über uns Tech, Marketing und Know-how einkaufen.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie etwas anders machen?
Für mich war es lehrreich, zu erfahren, wie gut bestimmte Dinge funktionieren, wenn man sie vernünftig übergibt und seinen Mitarbeitern vertraut. Zu denken, man muss in einem Unternehmen alles selbst machen oder kontrollieren, ist aus meiner Sicht ein großer Fehler.

Wie leiten Sie Ihr Team?
Ich glaube an ein „Führen durch Vorbild“ und an den Teamgeist. Daran arbeite ich täglich. Wir pflegen ein starkes Miteinander bei Exporo. Die Hierarchien sind bewusst flach. Ich bin ein großer Freund davon, Dinge gemeinsam zu machen und demokratisch zu arbeiten.

Wie wichtig ist Ihnen soziales Engagement?
Bei allem Blick auf Wachstum und Zukunft des Unternehmens verlieren wir bei Exporo gesellschaftliche Verantwortung und soziales Engagement nicht aus den Augen. Seit vielen Jahren verfolgen meine Vorstandskollegen und ich deshalb privat verschiedene Hilfsprojekte. Doch auch in die Unternehmenspraxis unserer Plattform ist das freiwillige Engagement längst eingebunden: So hat Exporo in den vergangenen Jahren mit diversen Aktionen beträchtliche Summen Geld eingesammelt und für den guten Zweck gespendet.

 

Von AS

Geld mit Geld verdienen

Die Berufswünsche von kleinen Jungen sind vielfältig – Feuerwehrmann, Polizist oder Baggerfahrer sind Klassiker. Der Wiener Markus Lehner hatte als Kind ganz andere Vorstellungen von seiner Zukunft. Er wollte einfach „nur“ erfolgreich werden. Heute lebt Lehner in Monte Carlo, ist privater Investor und Mehrheitsaktionär einer börsennotierten Investment-Holding sowie Jetpilot und hat als Rennfahrer sogar eine Meisterschaft gewonnen. Kurz gesagt: Er ist extrem erfolgreich.

Herr Lehner, Sie wollten als Kind einfach nur erfolgreich werden. Ein eher ungewöhnlicher Wunsch eines Jungen.
Markus Lehner: Meine Eltern sind nicht arm, aber auch nicht reich, wenn wir über Geld sprechen. Ich hatte Freunde, die wirklich reich waren, und das hat mich sehr motiviert. Im Grunde aber fand ich erfolgreiche Leute schon immer interessant. Und wollte dann selbst nicht nur ein bisschen erfolgreich sein, sondern eben richtig erfolgreich.

Was macht einen „richtig erfolgreichen“ Menschen aus?
Der wesentliche Unterschied zwischen etwas erfolgreichen und richtig erfolgreichen Menschen, die in ihrem Bereich wirklich an die Weltspitze kommen, wie etwa Michael Schumacher, Elton John oder Bill Gates, ist ihre grenzenlose Begeisterung, ihre volle Motivation und ihre nahezu endlose Energie, mit der sie ihre Ziele verfolgen. Das Geld selbst ist genau genommen nur ein Mittel, das dann eh automatisch kommt.

Es ist also die Leidenschaft für Ihren Job, die Sie jeden Tag antreibt?
Ganz genau. Ich wusste nach der Militärzeit nicht, was ich machen sollte. Mit Anfang 20 war ich in den USA und habe dort das Investment-Business kennengelernt. In Wien gab es damals das Sparbuch und viel mehr gab es eigentlich nicht. In Amerika waren schon Investmentfonds sehr beliebt und daher auch weit verbreitet. Das hat mich so begeistert, dass ich mir gesagt habe, ich möchte in meinem Leben Geld mit Geld verdienen. Meine Berufung sind Investments – um die Welt zu reisen, Leute zu treffen, Deals zu machen und Leute von dem zu überzeugen, was ich auch für mich richtig finde, um erfolgreich zu sein.

Was ist bislang das persönliche Highlight Ihrer Karriere?

(…)

LESEN SIE DAS GANZE INTERVIEW IM PRINT-MAGAZIN. AB DEM 30. NOVEMBER 2019 IM HANDEL.

Von Renate Kerscher

Leidenschaft, Spaß und Talent.

In zwölf Profijahren gelangen Carl-Uwe Steeb drei Turniersiege

Die 80er- und 90er-Jahre waren die große Zeit des deutschen Tennis. Neben den Superstars Boris Becker und Steffi Graf prägte auch Carl-Uwe Steeb diese Ära. Der 1967 in Aalen geborene, von allen nur „Charly“ gerufene Linkshänder legte im Davis-Cup-Finale 1988 in Göteborg mit einem epochalen Fünf-Satz-Sieg über den Weltranglistenersten Mats Wilander den Grundstein für den ersten deutschen Gewinn der inoffiziellen Mannschaftsweltmeisterschaft. Heute ist Steeb unternehmerisch tätig, unter anderem als Partner der Hamburger Protagonists Group, die Dienstleistungen im Bereich Sport- und Veranstaltungsmarketing anbietet.

Er ist dem Thema Sport also treu geblieben. Seine Tenniskarriere bezeichnet er als „sehr gute Schule“ fürs Berufsleben. An dessen Beginn sollte nach Steebs Meinung stets die Begeisterung für etwas stehen, so wie bei ihm die Begeisterung fürs Tennis: „Bei der Berufswahl sind Leidenschaft, Spaß und Talent wichtig. Um dann wirklich erfolgreich zu sein, muss noch die Bereitschaft zu harter Arbeit dazukommen.“

Auch die schnelle Verarbeitung von Rückschlägen, die man im Sport zwangsläufig erlebt, hat Steeb in seiner Zeit als Profi gelernt. „Ich habe in zwölf Profijahren drei Turniere gewonnen. Das bedeutet umgekehrt, dass man jede Woche mit einer Niederlage umgehen muss.“ Daher gelte es auf dem Tennisplatz wie im Berufsleben, sich immer wieder zu motivieren, seine bisherige Arbeit zu hinterfragen und gegebenenfalls zu verändern und sich neue, realistische Ziele zu setzen.

Seine eigenen Ziele waren schon immer hoch. „Als Kind wollte ich erst Fußballer und dann Tennisprofi werden. Mein großes Vorbild war der argentinische Weltklassespieler Guillermo Vilas, wie ich ein Linkshänder“, erzählt er von seinen frühen Berufswünschen. Weil bei Steeb die Faszination für den Sport mit einem außergewöhnlichen Talent zusammenkam, wagte er nach Erlangung der Mittleren Reife den Schritt in den Tenniszirkus.

Den einen besonderen Moment, in dem er wusste, dass er es dort schaffen würde, gab es im Rückblick für Steeb nicht. „Das war eher eine stetige Entwicklung. Aber ich konnte mich relativ schnell etablieren.“ Diese Entwicklung führte ihn zu Weltranglistenplatz 14, drei Turniersiegen und legendären Auftritten im Davis Cup. Den schon erwähnten Sieg gegen Wilander bezeichnet er als größten Erfolg seiner Karriere: „Gegen die Nummer eins in Schweden zu gewinnen und erstmals den Cup nach Deutschland zu holen, war zweifellos das Highlight.“

Von Rainer Wendl

5 Fragen an – Moritz Mühleck.

Die Fitness-Studio-Kette FIT/ONE ist auf der Überholspur. Es fing alles mit zwei Filialen an – mittlerweile gibt es 23 FitOne-Studios in Deutschland, Polen und Wien. Wir haben mit dem Geschäftsleiter gesprochen: Moritz Mühleck, 31 Jahre alt.

Sie sind eigentlich gelernter Schauspieler, wie kam es zu Ihrem Berufswechsel? 

Ich habe trainiert und mich generell für Fitness-Themen interessiert. Als ich mit meiner Schauspiel-Ausbildung fertig war, arbeitete ich zunächst auf Theater-Bühnen und konnte erste kleine TV-Rollen ergattern. Eines Tages kam dann aber mein Vater auf mich zu. Er hatte gerade zwei Fitness-Studios gekauft und ihm fehlte ein Geschäftsleiter. Für mich war das eine tolle Gelegenheit etwas Eigenes aufzubauen. Mittlerweile ist daraus die Marke FIT/ONE entstanden und wir sind mit 23 Studios in Deutschland, Polen und Wien vertreten. Weitere sind in Planung.

Welche Vision steckt hinter den FIT/ONE Studios?

Unsere Vision sind Mega-Fitnessstudios auf Flächen von 2.000qm² bis zu 8.000qm² wo alles geboten wird: seien es Pools, Freihantelbereiche, Kursräume oder modernste Geräte. Hier ist für jeden das passende Sportangebot dabei.

Was sind Ihre persönlichen Stärken?

Ich bin definitiv sehr ehrgeizig und fleißig. Momentan konzentriere ich mich voll und ganz auf meine Arbeit, bin von morgens bis abends im Büro. Aber natürlich erst nachdem ich mich morgens um meine kleine Tochter gekümmert habe.

Das bisherige Highlight Ihrer Karriere?

Die Eröffnung unseres Studios in Ingolstadt war mein bisheriges Highlight. Es erstreckt sich auf einer Fläche von 7.000qm² und hat mittlerweile 5.000 Mitglieder. Hier gibt es eine Rundlaufbahn durch das gesamte Studio, frei nach dem Motto: „run the world“ at FIT/ONE. Außerdem bietet es bei einer so großen Fläche natürlich auch einen Wellnessbereich mit Sauna, Solarium und Massarium.

Welche Ziele setzen Sie sich für die Zukunft?

Die FIT/ONE-Geschäfte weiterhin erfolgreich zu führen und natürlich weiter zu expandieren. Unsere nächste Idee ist es, ein JumpOne zu eröffnen – also ein Studio für Jumping-Fitness.

Von AS

Valentin Schütt startete seine Karriere bereits mit 16 Jahren. © Valentin Schütt_Sevenmiles

Viel lernen, viel denken und danach viel arbeiten

Valentin Schütt ist wohl das, was man einen „Serial-Entrepreneur“ nennt: Geboren 1979, startete er bereits im Alter von 16 Jahren einen Internethandel mit Telekommunikationsartikeln. Bis heute hat er verschiedenste Projekte und Unternehmen im Internetbereich aufgebaut und verkauft. Er ist Investor und besitzt mehrere Unternehmen. 2014 hat er begonnen, Seven Miles aufzubauen; das Unternehmen ist heute der führende Anbieter von Geschenkgutscheinen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit dem eigenen Produkt „Wunschgutschein“ bietet Seven Miles einen universell einlösbaren Shoppinggutschein an. Valentin Schütt lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Es ist naheliegend, dass er den Start eines Geschäfts mit 16 Jahren als wichtigen Karriereschritt bezeichnet. „So habe ich gelernt, wie man kaufmännisch denkt und arbeitet“, sagt Schütt. Die weiteren Lernprozesse folgten Schlag auf Schlag: Mit Anfang 20 war es die Arbeit mit einem schnell wachsenden Unternehmen, mit Mitte 20 die Erfahrung eines Firmenverkaufs an einen börsennotierten amerikanischen Großkonzern – inklusive des Kennenlernens der Art, wie dort das Geschäft gemanagt wird. Mit Ende 20 wagte er den Schritt vom Unternehmer hin zum Investor, begleitet von all den Herausforderungen, die diese Rolle mit sich bringt. Dass er mit Mitte 30 nochmals ein Unternehmen von Null auf einen neunstelligen Umsatz aufbaute und entsprechende Strukturen schaffte, bezeichnet Schütt „quasi als zweiten Sommer“. Seit Kurzem nun, mit Anfang 40, arbeitet er mit einem global renommierten Investmentfonds im Rücken daran, das Wachstum dieser Firma noch weiter auszubauen.

Alles in allem entspricht dieser Werdegang dem, was Schütt sich einst als Abiturient gewünscht hatte. Damals wollte er Unternehmensberater werden, da er die Aussicht reizvoll fand, viele unterschiedliche Unternehmen und Geschäftsmodelle kennenzulernen. „Als Unternehmer und Investor ist man ständig dabei, sich oder andere zu beraten und zu optimieren, neue Chancen innerhalb der Geschäfte zu erkennen und umzusetzen. Deshalb bin ich nun vielleicht mein eigener Unternehmensberater geworden. Mit ein paar zusätzlichen Aufgaben.“

Dass er diesen „zusätzlichen Aufgaben“ heute gerecht werden kann, hat auch mit Misserfolgen zu tun. Denn diese haben den Unternehmer weitergebracht, wie er erklärt: „Seit meinen ersten Rückschlägen in jungen Jahren, die durch die damalige Börsenkrise ausgelöst wurden, habe ich ständig versucht, mich zu verbessern und mehr darüber zu lernen, welche Risiken und Chancen Geschäftsmodelle haben, wie ich diese möglichst neutral bewerte und beeinflusse – und natürlich, mich immer zu reflektieren und zu lernen, was man bei sich und in seinen Unternehmen verbessern muss.“

Aus diesen Worten spricht ein großer Ehrgeiz. Schütt bestätigt, dass dies ein wesentlicher Charakterzug von ihm ist: „Offen gesprochen war ich immer sehr ehrgeizig. Das ist in beruflichen Dingen auch bis heute so geblieben. Privat bin ich entspannter, ich kann gut damit leben, wenn andere besser Golf spielen oder jemand mich beim Pokern besiegt. Erfolg im Privaten, das sind für mich echte und tiefe Freundschaften, die ich gern und mit viel Energie pflege.“

Gemäß dieser Definition ist Erfolg deckungsgleich mit Glück, denn: „Glück bedeutet für mich, mit Menschen umgeben zu sein, mit denen ich gerne Zeit verbringe“, meint der 40-Jährige. Er macht keinen Unterschied, ob dies in den Firmen, privat oder in der Familie geschieht. Wichtiger sei, alle diese Menschen gesund und glücklich zu sehen. „Wenn dann noch Wasser und Sonne dazukommen, dann sind wir nah an der Perfektion.“

Aus diesen Worten klingt heraus, dass Schütt bei allem Arbeitseifer auch die angenehmen Seiten des Lebens zu genießen weiß. Als größten Luxus bezeichnet er den Zustand, frei und unabhängig zu sein. „So kann man zu fast jedem Zeitpunkt die Dinge umsetzen, die einem am meisten am Herzen liegen. Mir ist bewusst, dass ich sehr privilegiert bin, in dieser Situation zu sein.“
Jungen Menschen, die dieses Privileg ebenfalls erreichen wollen, rät er: „Sucht euch Menschen, die ihr bewundert und die in ihrer Disziplin exzellent sind. Dann kopiert und lernt von ihnen. Sucht euch für jede Facette, die ihr gut beherrschen möchtet, die jeweils eine Person. Und seid nie zu schüchtern, um Rat und Hilfe zu fragen.“ Folgerichtig bringt Schütt sein Erfolgsrezept auf diesen Nenner: „Viel lernen, dann viel nachdenken und danach viel arbeiten.“

Von Rainer Wendl