Sarna Röser ist die Nachfolgerin des in dritter Generation geführten Familienunternehmens „Karl Röser & Sohn GmbH“./ Foto: Anne Großmann Fotografie

„Die nächste Unternehmer-Generation steht vor gewaltigen Herausforderungen“

Sie ist die designierte Nachfolgerin des Betonröhrenherstellers „Karl Röser & Sohn“, Start-up-Investorin und Vorsitzende des Wirtschaftsverbands DieJungen Unternehmer“, dem größten Verband für Gründer, Jungunternehmer und Unternehmensnachfolger in Deutschland. Außerdem sitzt Sarna Röser im Aufsichtsrat der Fielmann AG und seit Sommer im Beirat der Deutschen Bank – mit gerade mal 34 Jahren.

 

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Das zu erreichen, was ich mir vorgenommen habe.

Wollten Sie immer schon ins Unternehmen einsteigen oder haben Sie sich eher eines Tages der geerbten Verantwortung gebeugt?

Meine Eltern haben mir immer die Freiheit gelassen, selbst zu entscheiden, was ich später einmal werden will. Mir wurde aber im jugendlichen Alter schnell klar, dass ich das Gleiche werden wollte wie meine Eltern: Unternehmerin.

Was haben Sie studiert? War das schon die Vorbereitung auf die Karriere im Familienunternehmen?

Ich habe internationale Betriebswirtschaftslehre und im Anschluss Corporate Social Responsibility studiert, damit ich das nötige Rüstzeug habe, um unser Unternehmen weiterzuführen oder ein neues Unternehmen gründen zu können. Mit BWL ist man meiner Meinung nach nie schlecht beraten…

Warum sind Sie ins Familienunternehmen eingestiegen?

Ich möchte unsere Tradition fortführen und Verantwortung übernehmen. Ich bin mit dem Unternehmertum aufgewachsen. Der Familienbetrieb war immer Bestandteil meines Lebens. Er gehört zu

Für sie bedeutet Erfolg: Das zu erreichen, was ich mir vorgenommen habe. / Foto: Anne Großmann Fotografie

mir – und ich bin Unternehmerin mit Herz und Seele.

Mussten Sie härter arbeiten, um sich zu beweisen, weil Sie die Tochter des Chefs waren?

Das war eigentlich nie ein Thema. Meine Schwester und ich sind quasi im Unternehmen aufgewachsen. Im Familienunternehmen kennt man sich – und respektiert sich. Natürlich ist Grundvoraussetzung, dass man als zukünftige Chefin die nötigen Qualifikationen, Kenntnisse und den Biss mitbringt, das Unternehmen erfolgreich in der nächsten Generation zu führen. Dass die Mitarbeiter sich auf einen verlassen können. Das ist für mich aber einfach auch schon meine Erwartung an mich selbst.

Vor welchen Herausforderungen steht die nächste Unternehmer-Generation der mittelständischen Familienunternehmer?

Auf jeden Fall vor Gewaltigen! Wir werden die Folgen der Pandemie abfedern, den klimagerechten Umbau der Wirtschaft stemmen und die digitale Transformation bewältigen müssen. Da haben wir einiges vor uns.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Anpacken und Handeln. Ich habe gelernt, auch mal ins kalte Wasser zu springen und beherzt und ausdauernd an Dingen dranzubleiben.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie etwas anders machen?

Nein. Ich denke, aus jeder Erfahrung, auch wenn sie mal negativ ist, lernt man. Man wird stärker und es spornt einen an, es beim nächsten Mal besser zu machen. Ich finde, Scheitern ist in Deutschland oft überbewertet. Scheitern kann passieren und gehört dazu. Gerade als Unternehmer ist man oft genug gezwungen, schnell wieder aufzustehen, aus Fehlern zu lernen und die Erfahrung in das nächste Projekt einzubringen.

Was würden Sie einer jungen Frau, die in Ihre Fußstapfen treten möchte, raten?

Sei hartnäckig, sei selbstbewusst, glaub an dich und vor allem: Nutze dein Netzwerk!

Erleben Sie je Diskriminierung?

Sarna Röser gemeinsam mit ihrem Vater Jürgen Röser / Foto: Anne Großmann Fotografie

Diese Erfahrung musste ich zum Glück noch nicht machen, nein.

Eines meiner Ziele als Bundesvorsitzende der Jungen Unternehmer ist, mehr Menschen für das Unternehmertum zu begeistern. Vor allem aber möchte ich mehr Frauen ermutigen, als Nachfolgerinnen ein Familienunternehmen zu übernehmen oder sich mit einem eigenen Unternehmen selbstständig zu machen. Hier müssen wir schon in den Schulen ansetzen: Das Bild einer erfolgreichen Unternehmerin ist eine echte Seltenheit in einem Schulbuch – es geht darum, den Mädchen und Jungen mehr Mut zuzusprechen und eben auch Vorbilder aufzuzeigen.

Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau – stimmt das auch umgekehrt?

Ich glaube, dass das untereinander Austauschen, sich gegenseitig als Sparringspartner zu sehen und sich „gegenseitig“ zu unterstützen unheimlich wichtig ist – egal ob als Frau oder als Mann. Jeder hat seine Stärken, von dem der andere profitieren kann.

Warum sitzen auch heute in noch deutlich mehr Männer in den Führungspositionen? Was muss sich ändern?

Wir sind uns alle einig, dass mehr Frauen den Weg in die Führungsgremien der deutschen Wirtschaft finden sollten. Doch dafür braucht es keine von oben verordnete Quote. Ich bin der Meinung, wir müssen an der Wurzel ansetzen und das „Warum“ lösen. Warum haben wir noch weniger Frauen als Männer in Top-Positionen? Warum gründen weniger Frauen als Männer? Solange sich die Rahmenbedingungen nicht ändern, sich Familie und Beruf nicht endlich reibungslos vereinbaren lassen, hilft uns auch keine Quote – die unsere Freiheiten als Unternehmer bei der Besetzung des Managements im Übrigen massiv beschneidet. Ohne flexible Kita-Öffnungszeiten – uns fehlen momentan über 300 000 Plätze für unter Dreijährige –, ohne gute Ganztagsschulen, ohne Männer, die auch mal länger Elternzeit nehmen als zwei Monate, wird uns kein gesetzlicher Zwang helfen. Und auch dann sind Sichtbarkeit, Selbstvertrauen und Netzwerke die Schlüssel – man muss mehr Frauen vernetzen, Vorbild für die Jüngeren sein und zeigen, wie erfolgreich viele Unternehmerinnen sind. Eine Quote hilft außerdem auch nicht dabei, junge Mädchen für MINT-Fächer zu begeistern.

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

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Ob Bonita Grupp oder ihr Bruder in der vierten Generation den Bekleidungshersteller Trigema übernimmt, steht noch nicht fest. / Foto: © TRIGEMA

„Planlosigkeit liegt mir nicht“

Noch ist die Zukunft von Bonita Grupp nicht in Stein gemeißelt – entweder sie oder ihr jüngerer Bruder werden den Bekleidungshersteller Trigema in der vierten Generation übernehmen. Doch fest steht: Die 32-Jährige, die im Familienunternehmen die Verantwortung für das Online-Geschäft und den Personal-Bereich trägt, hat eine große Zukunft als Unternehmerin vor sich.

 

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Erfolg ist nicht entscheidend, aber die Bestätigung, dass man etwas richtig gemacht hat, ist wichtig.

Was Ihr BWL-Studium am King’s College in London schon die Vorbereitung auf die Karriere im Familienunternehmen?

Sicherlich war das eine gute Voraussetzung für den Einstieg ins Familienunternehmen. Mit meinem Master in Wirtschaftsgeschichte an der London School of Economics habe ich aber eher mein persönliches Interessengebiet verfolgt.

Warum sind Sie ins Familienunternehmen eingestiegen?

Unsere Eltern haben meinen Bruder und mich schon in jungen Jahren in die Themen des Familienunternehmens miteinbezogen und wir sind mit der Firma aufgewachsen. Unser Haus steht auf der gegenüberliegenden Straßenseite und als Kinder haben in der Firma gespielt und später auch in den Ferien mitgeholfen.

Mussten Sie anfangs härter arbeiten, um sich zu beweisen, weil Sie die Tochter des Chefs waren?

Es war immer klar, dass wir uns Ansehen und Position erarbeiten müssen. Wenn man jung ins Unternehmen kommt, darf man auch noch Fehler machen. Ich habe in einer untergeordneten Position angefangen und mir mein jetziges Aufgabengebiet gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und meinen Eltern erarbeitet.

Was wollten Sie als Kind werden?

Familie Grupp: Wolfgang Grupp, seine Frau Elisabeth, Tochter Bonita und Sohn Wolfgang junior / Foto: © TRIGEMA

Als Kind hat mich die Design-Abteilung in unserer Firma fasziniert. Ich musste jedoch feststellen, dass meine Begabung nicht im kreativen Bereich liegt.

Wo sehen Sie Ihre Stärken?

Wo meine Stärken liegen, müssen andere beurteilen. Für mich ist es stets wichtig, ein Ziel vor Augen zu haben. Planlosigkeit liegt mir nicht.

Wobei haben Sie außer im täglichen Business noch gern Erfolg?

Ich glaube, es ist nicht immer gut, stets nach Erfolg und Aufmerksamkeit zu suchen, sondern man muss versuchen, mit sich und seiner Umgebung im Einklang zu stehen.

Als erfolgreiche Frau findet man sich manchmal in befremdlichen Situationen wieder: Was war das Dümmste, das je zu Ihnen gesagt wurde?

Ein Politiker hat mir einmal bei einer Veranstaltung nahegelegt, dass ich mich bewusst gegen eine Familiengründung entschieden hätte, da ich aktiv in die Nachfolge eingestiegen bin.

 

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Ihren Werdegang hat Alice Brauner nicht geplant. Sie wurde zum Einstieg ins Filmgeschäft 2005 einfach ins kalte Wasser geschmissen. Resultat: Ein beachtlicher Karriereweg als einer der rfolgreichsten Filmproduzentinnen Deutschlands. / Foto: CCC Filmkunst/ Daniela Incoronato

Liebe und Leidenschaft aktivieren und los geht’s!

Diese Berlinerin gehört zu den erfolgreichsten Filmproduzentinnen Deutschlands. Die Journalistin und Geschäftsführerin der CCC Filmstudios Dr. Alice Brauner führt das filmische Erbe ihres Vaters Artur Brauner fort und hat sich zugleich längst von ihrem verstorbenen Vater beruflich emanzipiert.

Für Dr. Alice Brauner bedeutet Erfolg, im Leben eine gute und ausgeglichene Balance zwischen dem zu schaffen, was einem einerseits privat wichtig und wertvoll ist, andererseits geschäftlich ökonomisch sinnvoll erscheint. Es ist wichtig, eine gesunde und glückliche Familie zu haben, und diese mit beruflichem Erfolg in Einklang bringen zu können, ohne dass dabei jemand oder etwas zu kurz kommt. „Meine Familie, meine Söhne, und einige Freundschaften sind mein Lebenselixier und mein beruflicher Erfolg ist das I-Tüpfelchen darauf.“

Sie wollte als Kind bereits Journalistin werden, weil sie schon als kleines Mädchen gerne geschrieben hat. „Ich war sehr neugierig, habe schon früh viel gelesen. Für mich gab es gar keinen anderen Weg. Ich habe mich für Geschichte, politische Wissenschaften und Romanistik entschieden.“

Zu ihren Lieblingsbeschäftigungen gehört das Lesen. Sie berichtet von ihrer Büchersendung, die sie ein Jahr lang auf n-tv hatte.

„Jede Woche ein Buch lesen zu dürfen und dann den entsprechenden Autor bzw. die Autorin zu interviewen, das empfand ich als puren Luxus.“

Ausschlaggebend für Ihre Berufswahl war ihre Mutter, die ihr in ihrer Jugend sehr viel von der Journalistin Oriana Fallaci erzählt hat. Sie hat viel recherchiert und diese Journalistin sehr bewundert. So wollte sie auch werden. „Ich habe klein angefangen, beim Spandauer Volksblatt, was mir enorm Spaß machte.“ Ihren Werdegang hat sie nicht geplant, sondern wurde aufgrund von Anfragen in die Bahnen gelenkt.

Die Familie ist für die Filmproduzentin das Lebenselixier. Hier gemeinsam in Kindertagen mit ihrem Vater Artur Brauner. / Foto: privat

Ihren Einstieg ins Filmgeschäft war im Jahr 2005/6, als der Herstellungsleiter bei der Filmproduktion DER LETZTE ZUG ausfiel und sie die Produktion auf Wunsch ihres Vaters übernehmen sollte. Sie wurde sozusagen ins eiseskälteste Wasser geschmissen und hat ein Jahr lang von der Pike auf alles gelernt und musste sich viel selber beibringen. „Ich hätte mir nie vorstellen können, einmal Filmproduzentin zu werden. Zum einen, weil ich nie mit meinem Vater zusammenarbeiten wollte und zum anderen, weil es in Deutschland sehr wenige unabhängige Filmproduzentinnen gibt.

Man muss sich da in einem noch immer überaus männerdominierten Bereich durchsetzen und braucht dazu einen unglaublich starken Willen.“

Rückschläge auf Ihrem Karriereweg gibt es für Frau Dr. Brauner nicht. Sie hat bereits von ihrem Vater beigebracht bekommen, immer wieder aufzustehen und sich niemals unterkriegen zu lassen. „Auch wenn es sehr abgedroschen klingt: Ein Rückschlag bringt uns am Schluss weiter, sofern wir darüber nachdenken, was falsch gelaufen ist und was man hätte besser machen können.“ Auch die Rückschläge, die sie erlebt hatte, empfindet sie als wichtig. Die Vorurteile gegen sie, dass durch ihre Herkunft ihr beruflicher Werdegang einfacher gewesen wäre und sie den Erfolg in die Wiege gelegt bekommen hat, findet sie absurd. „Als Tochter muss man sich viel stärker durch seine eigenen Leistungen hervorheben. Das kann sehr mühsam sein, weil man dabei auch manchmal sein ehrliches Ich aus den Augen verliert und sich vorkommt, als müsse man der Branche und der Gesellschaft fortwährend und über ein normales Maß hinaus beweisen, dass man sich seinen Erfolg durch eigene Qualitäten erarbeitet hat.“

Gerade im Filmgeschäft braucht man ein dickes Fell, erzählt Dr. Alice Brauner. Man bekommt so viele Absagen bei Projekten, an denen man zum Teil jahrelang gearbeitet hat – weil das Geld nicht da ist oder weil das Thema im Moment nicht passt. „Man glaubt einen sensationellen Stoff oder einen Besteller entdeckt zu haben und weiß, dass er die Welt bewegen wird und es dann nicht schafft, das Projekt auf die Beine zu stellen.“ Da können einem schon mal Zweifel kommen, ob man überhaupt das Richtige macht. Aber diese Zweifel vergehen relativ schnell wieder, wenn auf der anderen Seite ein Erfolgserlebnis da ist.

Einen markanten Wendepunkt gab es, als ihr Vater sie in die Firma holte. Bis dahin war sie eine recht erfolgreiche Journalistin und Moderatorin. 2005 sollte sie mit einem Mal einen großen Kinofilm zu Ende produzieren, DER LETZTE ZUG, obwohl sie das vorher noch nie gemacht hatte. Ein Jahr schlaflose Nächte, dunkelschwarze Augenringe, irrationale Panikattacken, Deo freie Schweißanfälle. Aber am Ende ist alles gut ausgegangen und der Schritt in die nächste Karriere hatte für Dr. Alice Brauner begonnen. Diesen September feierte die CCC Filmkunst ihr 75-jähriges Jubiläum.

In ihrem SPIEGEL-Bestseller „Also dann in Berlin …“ beschreibt sie die Überlebens-, Flucht- und Lebensgeschichte ihrer heute verstorbenen Eltern. / Foto: CCC Filmkunst

Nun legt sie basierend auf neuen Familiendokumenten eine berührende Biografie mit ihrem Buch „Also dann in Berlin…“ über die Ehe ihrer beiden Eltern vor. Darin beschreibt sie abseits von roten Teppichen und Filmerfolgen ihres Vaters die Überlebens-, Flucht- und Lebensgeschichte von Maria und Artur Brauner. Dieses ist Ihr persönliches Highlight in Ihrer Karriere. Vor allem weil es gerade erst in kürzester Zeit zum SPIEGEL-Bestseller geworden ist. „Als meine Mutter gestorben ist, habe ich schon angefangen zu schreiben. Als dann auch noch mein Vater starb, war für mich klar, dass ich die Geschichte meiner Eltern aufschreiben muss.“ Sie wollte ihren Eltern ein Denkmal setzen, das sie absolut verdient haben. Und damit setzt Dr. Alice Brauner nicht nur ein Denkmal, sondern tut auch noch etwas Gutes. Denn alle Einnahmen daraus gehen an Yad Vashem und das DFF – Deutsche Filminstitut Filmmuseum –DFF, Institutionen zu denen ihre Eltern eine besondere Verbindung hatten.

Ihr persönliches Erfolgsgeheimnis lautet: „Ich versuche, schnell wieder nach vorn zu schauen. Ich bin glücklicherweise ein durch und durch positiv eingestellter Mensch. Diese gute Eigenschaft wurde mir in die Wiege gelegt, und ich denke, diese Fähigkeit zur Resilienz und zum positiven Denken machen das Geheimnis aus. Außerdem Geduld, Ausdauer, innere Stärke, Rückgrat und Anstand.“

 

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Nach der Friseurausbildung folgte das Mathematikstudium, dann der Doktortitel in Physik – nun ist sie Analog-Astronautin: Dr. Carmen Köhler. / Foto: © Florian Voggeneder

“Ich will Abenteuer leben”

Waschen, föhnen, legen – das hätte der berufliche Alltag von Dr. Carmen Köhler werden können. Ihre Karriere begann mit einer Ausbildung im Friseur-Salon. Heute hat die gebürtige Berlinerin einen Doktortitel in Physik und eine eigene Firma, die sich mit Wetter- und Erdbeobachtungsdaten beschäftigt. Außerdem wurde die 41-Jährige vom Österreichischen Weltraum Forum als Analog Astronautin ausgewählt. Für eine Mars-Mission ist sie bereits bestens gewappnet, nur mit dem Flug ins All hat es bisher nicht geklappt. Aber das kann ja noch kommen.
Was genau macht eine Analog Astronautin?

Ich forsche auf der Erde für Erkenntnisse, die später bei astronautischen Missionen benötigt werden. Wir trainieren Problem-Situationen und proben neue Arbeitsabläufe, die bei einem Flug zum Mond oder zum Mars wichtig werden könnten – auf einem anderen Himmelskörper kann man das ja nicht. Eine Reise zum Mars dauert acht Monate, dann wäre man ein Jahr dort und reist wieder acht Monate zurück. In der Kommunikation rechnen wir im Durchschnitt mit einer Verzögerung von zehn Minuten in jede Richtung. Da kann man nicht mal eben um Hilfe bitten.

Was passiert bei so einer Übung?

Ich hatte bisher zwei Missionen in Mars-ähnlichen Gebieten auf der Erde. Einmal im Oman – und einmal am Kaunertaler Gletscher. Dort ist mir etwas sehr Lustiges und auch ein bisschen Peinliches passiert: Am ersten Tag waren die Medien dabei. Ich trug einen etwa 50 Kilo schweren Raumanzugsimulator – allein den anzuziehen dauert zwei Stunden. Durch die Sonne, die an diesem Tag sehr stark schien, schmolz allerdings das Eis. Ich versank immer mehr und fünf Reporter haben mich dann wieder rausgezogen. Die Schuhe habe ich dabei auch noch verloren. Die waren mir zu groß, weil damals noch alles auf Männer ausgelegt war. Das sah ziemlich witzig aus – wie man auch den Abendnachrichten entnehmen konnte. Auf dem Mars hätte ich so nicht überlebt…

Warum wollten Sie unbedingt Astronautin werden?

Der große Traum der 41-Jährigen Dr. Carmen Köhler: Einmal zum Mond fliegen. / Foto: © Florian Voggeneder

Ich durfte als Kind nach der Schule oft mit meiner Mama Raumschiff Enterprise und MacGyver im Fernsehen sehen. Für mich war ein Astronaut immer wie ein MacGyver auf der Enterprise. Man muss irgendwie alles können. Man muss sozial sein, man muss sich selbst Blut abnehmen können, man ist Ingenieur, man fliegt ins Weltall… Diese Kombination hat mich total fasziniert, deshalb wollte ich Astronautin werden, traute mir das aber nicht zu. Ich hatte aber noch eine zweite Leidenschaft: Mit drei oder vier Jahren habe ich mir schon selbst den Pony geschnitten – und zwar gerade. Mit zehn Jahren durfte ich dann auch schon bei Mama an die Haare. Ich habe dann eine Ausbildung zur Friseurin gemacht und wollte Maskenbildnerin werden.

Wie kam es nach der Ausbildung zur drastischen Kehrtwendung?

Ich hatte einen Kunden, der war BWL-Professor. Bei einem dieser typischen Friseur-Gespräche, die man eben so führt, fragte er mich, was ich gerade lese. Das war ein Buch über einen mathematischen Beweis. Ab da hat er mir immer mathematische Probleme mitgebracht. Nach der Friseurausbildung habe ich dank der Unterstützung meines Umfelds gemerkt, dass ich einfach probieren muss Mathematik zu studieren, weil ich das für mich und meinen Kopf brauchte. Ich schneide aber auch heute noch immer sehr gern Haare…

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Wenn sie gerade nicht Mars-Missionen simuliert, leitet die gebürtige Berlinerin ihre eigene Firma, die sich mit Wetter- und Erdbeobachtungsdaten beschäftigt / Foto: © Florian Voggeneder

Abenteuer leben zu können. Erfolg ist für mich die Mischung aus Glücklichsein, meine Interessen weiterentwickeln und Geld dabei verdienen, mit dem ich mir meine geliebten Bücher und Equipment wie Gleitschirme leisten kann. Das hängt alles zusammen. Mein Erfolgsgeheimnis ist, wenn ich denn überhaupt eines habe, dass ich etwas verfolge, was mir Spaß macht. Nur dann ist man auch gut darin. Mich treibt an, dass es noch wahnsinnig viel gibt, was ich nicht weiß und vieles, das ich noch ausprobieren will.

Sie klingen so furchtlos. Gibt es etwas, das Ihnen Angst macht?

Unwissenheit. Wenn man etwas nicht weiß, kann man damit nicht umgehen.

Wovon träumen Sie?

Ich habe eine Mond-Sehnsucht. Einmal zum Mond zu fliegen ist mein Traum.

Was ist ein Must-have in ihrem Beruf?

Als Mathematikerin und Programmiererin ist eine Frustrationstoleranz sehr wichtig. Es dauert oft lange, eine fehlerfreie Lösung zu finden. Aber ich liebe es zu programmieren: Wenn der Code richtig ist, dann läuft das Programm. Wenn nicht, dann nicht.

Ist es für Ihren Partner manchmal schwer, an der Seite einer so energiegeladenen und erfolgreichen Frau zu bestehen?

Das Erfolgsgeheimnis von Dr. Köhler ist, dass sie nur etwas verfolgt, was ihr Spaß macht. „Nur dann ist man auch gut darin”, so die Doktorin der Physik. / Foto: © Claudia Stix

Wir ergänzen uns gut und sind uns sehr ähnlich. Er ist auch Analog-Astronaut und kennt es nicht anders. Außerdem will er selbst auch ins All.

Was wäre, wenn der Traum bei einem klappt und beim anderen nicht?

Wir sind da ganz entspannt und freuen uns für den anderen. Ich hoffe, dass es bei ihm klappt.

Passen Work-Life-Balance und Erfolg eigentlich zusammen?

Wenn man nur Sachen macht, die einem Spaß machen, hat man das Thema nicht. Aber das Zeit-Management muss man im Auge behalten.

Kann man denn beides haben – eine Karriere als Astronautin und eine Familie?

Absolut! In Amerika sieht man das gut. Da ist das normal. Und man muss schließlich in jedem Beruf sehen, wer sich um die Kinder kümmert.

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Bei ihren Mitarbeiter:innen ist sie bekannt für ihr offenes Ohr und die pragmatischen Lösungsansätze: Geschäftsführerin von „Aldiana Club Resorts“ Stefanie Brandes. / Foto: Aldiana GmbH

„Aufgeben gilt nicht“

Hinter ihr liegen beruflich die mit Abstand härtesten Jahre ihres Lebens: Erst musste Stefanie Brandes, die Geschäftsführerin des Premium Clubanbieters Aldiana, ihre Firma durch Turbulenzen steuern, die die Pleite eines Gesellschafters ausgelöst hat – und dann kam direkt im Anschluss Corona. Geschlafen hat sie schon seit Sommer 2019 kaum mehr ruhig, aber die Leidenschaft, für Aldiana zu kämpfen, brennt nach wie vor in ihr.

Was bedeutet für Sie genau Erfolg?

Erfolg ist für mich, die gesteckten Ziele zu erreichen und dabei das Beste gegeben zu haben. Dabei geht es mir aber nicht nur um harte Fakten wie Umsatz oder Qualität, sondern auch um die „weichen Ziele“. Bin ich zufrieden? Wie begeistert sind die Mitarbeiter_innen und Gäste? Und das Wichtigste: Den Erfolg auch im Team zu feiern und sich darüber zu freuen. Der Applaus der Kollegen spornt für die Zukunft an.

Was bedeutete die Thomas-Cook-Pleite für Aldiana?

Die Thomas-Cook-Insolvenz war definitiv existenzgefährdend für uns. Nicht wegen der gesellschaftlichen Minderheitsanteile, die Thomas Cook hielt, sondern vielmehr wegen des operativen Alltags. Von heute auf morgen hatten wir kein Buchungssystem, keinen Flugeinkauf und keinen Transferservice in einigen Zielgebieten mehr. Außerdem mussten wir kurzfristig auch neue Büroräume für die Aldiana-Zentrale suchen, da wir bis dato im Thomas-Cook-Gebäude ansässig waren. Die Situation hat uns über Nacht erwischt. In weniger als zwei Monaten haben wir ein eigenes Buchungssystem aufgebaut und in vielen Nacht- und Wochenendstunden Gäste manuell wieder auf ihre ursprünglichen Flüge eingebucht. Das war sehr anstrengend, hat aber auch Kräfte in den Teams freigesetzt, die ich so noch nie gesehen habe. Wir hätten uns allerdings nicht vorstellen können, dass es noch schlimmer kommen kann. Bis Anfang Februar 2020 waren wir im Krisen-Modus, dann hatten wir so weit wieder alles im Griff – und im März ging Corona los.

Haben Sie in den letzten knapp drei Jahren überhaupt ein einziges Mal gut geschlafen?

Ihr Führungsstil mag unkonventionell sein, hat ihr Unternehmen aber tapfer durch die Krisen gebracht. / Foto: privat

Offen gesprochen, war die Zeit sehr herausfordernd und hat viel Energie und Nerven gekostet. Das hat zahlreiche schlaflose Nächte nach sich gezogen. Ich fühle mich verantwortlich für mein Team und nehme das ernst. Deshalb fiel und fällt mir das Abschalten schwer. Es beschäftigt mich auch heute noch sehr intensiv.

Wie reagiert man als Geschäftsführerin am besten auf eine Hiobsbotschaft?

Zunächst einmal mit Ruhe. Ich funktioniere dann. Wichtig ist, die Lage so schnell wie möglich zu analysieren, die Fakten zusammenzutragen und ein Krisenteam zusammenzustellen. Bei mir werden die Knie immer erst weich, wenn alles zu meiner Zufriedenheit gelöst ist.

Was haben Sie aus den beiden direkt aufeinander folgenden – wirklich existenzbedrohenden – Krisen gelernt?

Aufgeben gilt nicht und es gibt oft noch Lösungen, die man im ersten Moment nicht sieht. Ganz entscheidend sind die Menschen um dich herum. Es müssen wirklich alle mitziehen, sonst hast Du keine Chance. Ich bin mächtig stolz darauf, was jeder Einzelne in der Aldiana-Familie geleistet hat. Beeindruckt hat mich auch, wie wir gegenseitig auf uns aufgepasst, uns geholfen haben und wie jeder für jeden eingesprungen ist. Aber es wird auch Zeit, dass möglichst bald wieder eine Art von Normalität eintritt, da die Akkus mittlerweile schon sehr leer sind…

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Beim Reiten kommt die Unternehmerin zur Ruhe und findet Inspiration in der Natur. / Foto: privat

Ich habe gelernt, meinen Weg zu gehen, der an der einen oder anderen Stelle als Geschäftsführung auch sehr unkonventionell ist, weil ich mich nicht über meinen Titel identifiziere, sondern über meine Leistung. Ich brauche zum Beispiel keine VIP-Behandlung, wenn ich in einen unserer Aldiana-Clubs komme. Laut meiner engsten Mitarbeiter_innen bin ich ein Mensch, der sehr gut zuhören kann und sehr gute Antennen hat. Kommunikation und Transparenz ist mir sehr wichtig, so dass möglichst effizient gearbeitet werden kann. Darüber hinaus schätzen die Kollegen_innen meine pragmatischen Lösungsansätze und dass man mir oft an der Nasenspitze ansieht, ob ich etwas gut oder schlecht finde.

Was unterscheidet Ihren Führungsstil eventuell von dem männlicher Kollegen?

Hier sind wir schnell bei Klischees. Es gibt unterschiedliche Führungsstile. Ob man diese immer nur an dem Thema Mann oder Frau festmachen kann, bezweifele ich. Wichtig für mich ist es, dass mich Menschen respektieren, weil ich die Dinge so tue, wie ich sie tue. Ich denke, ich kann gut motivieren. Fordern und fördern ist mein Thema. Ich musste aber zum Beispiel auch lernen, die Weichmacher aus meiner Sprache zu entfernen und klar zu kommunizieren, was ich will. Am Anfang habe ich sehr häufig den Konjunktiv verwendet – ein Fehler, den viele Frauen machen…

Wo oder wobei finden Sie Ruhe und Inspiration?

Ich liebe die Natur und in der Corona-Zeit habe ich das Spazierengehen für mich entdeckt. Wenn ich die Gelegenheit habe, dann reite ich im Gelände oder spiele Golf – zugegeben noch im Anfängermodus. Und ich habe meine Begeisterung für die Musik wiedergefunden. Zum Leidwesen meiner Nachbarn lerne ich jetzt Saxofon.

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Heute unterstützt sie als Expertin Kosmetikunternehmen: Klara Ahlers / Foto: privat

„Ich wollte eigentlich ein weiblicher Schimanski werden…“

Sie gilt als die Pionierin der Naturkosmetik: Klara Ahlers entstaubte das Image der Bio-Schönmacher und verpasste ihnen den nötigen Glamour – mit blonder Wallemähne und mörderischen Hacken, die sie ebenso wie ihre Wanderstiefel liebt. Doch von ihrer attraktiven Optik sollte man sich nicht täuschen lassen: Die ehemalige Geschäftsführerin von lavera Naturkosmetik ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau – und noch immer unterwegs, um Naturkosmetik zu demokratisieren. Nach über zwei Jahrzehnten an der Spitze des wohl heute bekanntesten deutschen Unternehmens ihrer Branche, unterstützt Klara Ahlers nun als Expertin Kosmetikunternehmen, das volle Potenzial des wachsenden Naturkosmetikmarktes auszuschöpfen.

 

Als Kind hat man mit Kosmetik nicht so viel am Hut: Was wollten Sie werden, als Sie klein waren?

Ein weiblicher Schimanski. Deshalb habe ich nach der Realschule auch als Vorbereitung darauf eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht. Dann kam aber doch alles anders und ich eröffnete 1988 aus L Freude am Verkaufen mein Naturkosmetik Fachgeschäft in Göttingen, den Cremetopf. Es war einer der ersten Läden dieser Art in Deutschland, nach und nach baute ich das Sortiment mit dem verdienten Geld aus. Den Cremetopf, den ich 2003 verkaufte, gibt es bis heute in der Burgstraße in Göttingen.

Wer ist Ihr größtes Vorbild?

Ich stamme aus sehr bescheidenen Verhältnissen, wir vier Schwestern wuchsen mit unseren Eltern auf dem Land auf. Unser Vater wurde krank, verstarb früh und wir lebten zeitweise mit der Unterstützung von Sozialhilfe. Jedoch bin ich mit starken Frauen aufgewachsen, die viel für ihre Familie in ihren landwirtschaftlichen Betrieben und in ihrem Leben geleistet haben. Das hat mir imponiert und mich geprägt – bis heute!

Gab es einen materiellen Wunsch, den Sie sich nach dem ersten größeren Erfolg erfüllt haben?

2005 erfüllte sie sich ihren größten materiellen Traum und kaufte sich eine Rolex. / Foto: privat

Auf dem Berliner Kurfürstendamm gibt es ein Rolex-Geschäft. Jedes Mal, wenn ich dort vorbeigekommen bin, träumte ich davon, dort irgendwann eine Uhr zu kaufen und dabei einen Champagner und einen Espresso zu trinken. Dieses Verwöhn-Programm konnte ich durchs Schaufenster beobachten. 2005 war es dann so weit. Das Shoppingerlebnis beinhaltete aber auch drei Anrufe bei meiner Bank, da von meiner Kreditkarte nur 2500 Euro abgebucht werden konnten. Das war der unromantische Teil.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Harte Arbeit, Durchhaltevermögen, privater Verzicht und Anstrengungsbereitschaft machen für mich den Weg zum Erfolg aus. Es würde sich natürlich sexier anhören, wenn ich sagen würde, du brauchst nur eine Idee, an die du glaubst, den Glauben an dich selbst und natürlich viele Likes auf Instagram. Erfolg ist ein Marathon, kein Sprint. Als Marathonläuferin kenne ich die Phasen aus Freude spüren, die lange Strecke verfluchen und zeitweise einfach nur durchhalten müssen, jedoch kenne ich auch das große Glück beim Ankommen ins Ziel. Deshalb liebe ich das Wort Anstrengungsbereitschaft – und die wohnt nicht unter einem Dach mit Work-Life-Balance. Wenn ich Erfolg im „klassischen Sinne“ möchte, muss ich bereit sein, sehr viel zu leisten!

Sind Sie gut darin, zumindest eine gewisse Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu halten?

Ich bin zum 4. Mal verheiratet, haben Sie da noch Fragen? Wenn man sich, wie ich, beruflich sehr stark engagiert, braucht man einen Partner, der das nicht nur toleriert, sondern voll und ganz respektiert. Nach 3 nicht funktionierenden Ehen habe ich vor acht Jahren meine Schulhofliebe wiedergefunden, seit drei Jahren sind wir nun sehr glücklich verheiratet. In ihm habe ich den unterstützenden, bestärkenden und liebenden Mann gefunden, den ich brauche – er ist meine große Liebe.

Lassen sich Karriere und Kind überhaupt ohne schlechtes Gewissen vereinbaren?

Mir war es immer wichtig, Mitarbeiter/Innen ihre Möglichkeiten aufzuzeigen. Für viele Frauen ist untergründig irgendwie klar, dass sie, wenn sie nach der Babypause zurück ins Unternehmen kommen, keinen Platz mehr als Führungsperson haben. Das sehe ich zu 100% anders. Ich habe versucht, die Frauen, wenn sie es wollten, auch während der Elternzeit ins Geschehen miteinzubeziehen. Ich bin selbst Mutter und weiß, was geht – und wo es schwierig wird. Um Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, braucht es ein stabiles Netz aus Betreuungsangeboten, Familie und Freunden. Natürlich hatte auch ich oft ein schlechtes Gewissen – gegenüber meinem Beruf, meinem Kind und manchmal auch beidem gleichzeitig, aber dieser Zwiespalt gehört wohl dazu

Wo haben Sie jenseits Ihrer Karriere gern Erfolg?

Beim Sport. 2017 habe ich den Zugspitz- Berglauf geschafft. Nach 16 Kilometern nur bergauf und fast 2.500 Höhenmetern auf der Strecke, war das Gefühl am Ziel anzukommen, unbeschreiblich erfüllend.

Wo können Sie entspannen?

Die Natur und die Bewegung in ihr, sind für mich existenziell und Quelle der Inspiration. Ich kläre auf meinen Märschen eine Menge Dinge für mich, die ich am Wickel habe – oder die mich am Wickel haben!

Was treibt Sie an?

Etwas verändern, verbessern und beizutragen zu können. Den Vorsatz, die Welt verbessern zu wollen, ist mir zu abgehoben, aber Teil der Bio-& Naturkosmetik Bewegung zu sein und etwas Positives, etwas wirklich Gutes, am Markt anzubieten, das gibt mir Energie.

Wovon träumen Sie?

Beruflich gesehen, entwickle ich eines Tages vielleicht noch meine eigene Marke, wenn die Zeit dafür gekommen ist.
Privat möchte ich in Zukunft gerne einen Teil meiner Zeit in Meran, in Südtirol, verbringen und dort zeitweise leben.

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„Sozial-Kompetenz ist für mich ein Must-have“

Fachkompetenz, Sorgfalt und Empathie sind für Dagmar Wöhrl Must-haves in ihrem Beruf. / Foto: Dagmar Wöhrl

Eigentlich wollte sie Tierärztin werden, aber dafür reichten ihre Noten nicht. Stattdessen studierte Dagmar Wöhrl Jura. Richtige Entscheidung: Heute ist die 67-Jährige eine der bekanntesten Unternehmerinnen Deutschlands. Nach ihrer politischen Karriere kennt das TV-Publikum sie als Jurorin der Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“. Und nicht nur im übertragenen Sinn kann sie mit ihrer Tierliebe doch noch Gutes tun: Neben ihren vielen sozialen Projekten für Menschen in Not engagiert sich die ehemalige Miss Germany für das Nürnberger Tierheim. Obwohl sie als Ehefrau des Unternehmers Hans Rudolf Wöhrl nicht unbedingt arbeiten müsste, war es ihr stets wichtig, finanziell unabhängig zu bleiben und ihr Leben eigenverantwortlich zu führen. Eine Erfolgsgeschichte!

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten großen, materiellen Wunsch, den Sie sich erfüllt haben?
Ein neues Auto! Dieser Wunsch hat zu meinem Ausflug in die Model-Branche geführt. Weil es bei der Miss Germany 1977 einen Neuwagen zu gewinnen gab, habe ich überhaupt teilgenommen. Ich brauchte damals unbedingt ein Auto, weil mein alter Mini den Geist aufgab. (lacht)

Was bedeutet heute für Sie Luxus?
Ich glaube, ich bin kein klassisches Luxus-Girl. Ich habe nicht den Schrank voller Taschen und ich trage auch nicht immer die neusten Schuhe. Luxus bedeutet für mich, mir viele meiner Wünsche selbst erfüllen zu können, ohne jemanden um Erlaubnis fragen zu müssen. Wenn man dann noch die Möglichkeit hat, Menschen zu unterstützen, die nicht auf der Sonnenseite stehen, das ist sehr erfüllend. Mein großes Glück ist, dass meine Mama noch lebt und sie noch Teil meines Lebens ist.

Engagiert sich unter anderem für das Nürnberger Tierheim / Foto: Dagmar Wöhrl

Was war die größte Schwierigkeit, die Sie auf Ihrem Weg zum Erfolg überwinden mussten?
Eine Herausforderung war sicherlich mein Wechsel in die Bundespolitik. Das war eine große Umstellung, auch für meine Familie. Im Jahr war ich mindestens 22 Wochen nicht zu Hause. Das hieß eine komplette Umstellung unseres Familienlebens. Unter der Woche war mein Mann Mutter und Vater in einem. Ich war aus der Ferne für die Hausaufgaben zuständig. Damals war das alles sehr umständlich – Handys gab es noch nicht – und funktionierte nur, wenn wir uns die Aufgaben per Fax hin- und herschickten. Das waren die privaten Herausforderungen. Beruflich musste ich mich als Frau erst einmal behaupten und darum kämpfen, meine vorhandene Expertise als Rechtsanwältin und Unternehmerin auch einbringen zu können.

Wie vereinbaren Sie heute Beruf und Privatleben?
Bei mir haben beide nie in direkter Konkurrenz gestanden. Als Mitglied eines Familienunternehmens gibt man die Firma nicht an der Garderobe ab, sobald man das eigene Zuhause betritt. Die Arbeit hat bei uns immer mit am Essenstisch gesessen, egal ob am Morgen oder am Abend. In der heutigen Zeit kann man von jedem Ort aus arbeiten, sodass ich selbst im Familienurlaub die nötigsten Dinge erledigen kann.

Was war – außer den Noten – eigentlich ausschlaggebend für Ihre Berufswahl?
Mir wurde meine Liebe für Bücher schon in die Schultüte gelegt. Außerdem habe ich akribisch meine Hefte geführt und meine Vorliebe für chronologische Abläufe entdeckt. Als lösungsorientierter Faktenmensch schien mir Jura da perfekt zu passen. Meine weiteren Karriereschritte waren allerdings meistens ungeplant. Dass ich nach meinem zweiten Staatsexamen eine eigene Kanzlei gründen würde, war für mich zwar schon während des Studiums klar, die Übernahme der Rechtsabteilung unseres Familienunternehmens schon weniger. 1990 begann ich, politische Luft zu schnuppern. Dies verdankte ich einem hartnäckigen Anwaltskollegen, der mir zusprach, für die CSU im Stadtrat zu kandidieren. Den vier Jahren im Stadtrat folgten 23 Jahre im Deutschen Bundestag, unter anderem als Parlamentarische Staatsekretärin des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie – das war sicher mit der einschneidendste Schritt.

23 Jahre war sie im Deutschen Bundestag, unter anderem als Parlamentarische Staatsekretärin des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie. / Foto: Dagmar Wöhrl

Gab es auch Rückschläge während Ihrer Karriere?
Natürlich! Ursprünglich sollte ich Luftfahrtkoordinatorin der Bundeskanzlerin werden. Da aber mein Mann zum damaligen Zeitpunkt Luftfahrtunternehmen besaß, erfanden Lufthansa und Opposition einen Interessenkonflikt, indem man suggerierte, dass mein Mann davon profitieren könnte. Dabei wäre das Thema Luftverkehrsrechte gar nicht in meinem Verantwortungsbereich gefallen, sondern hauptsächlich Technologie. Bei einem Mann hätte man nie hinterfragt, was die Frau beruflich macht, bei einer Frau dagegen schon (lacht). Am Ende wurde ich Maritime Koordinatorin der Kanzlerin. Eine Berufung, die ich nicht missen möchte.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten unterstützt?
Mein Mann! Er ist seit bald vierzig Jahren an meiner Seite und ich habe jede berufliche Entscheidung mit ihm zusammengetroffen. Anfang der 80er Jahre war es nicht selbstverständlich, dass sich eine Frau so ohne Weiteres selbst verwirklicht, schon gar nicht, wenn sie mit einem erfolgreichen Unternehmer verheiratet ist. Ich habe aber schon immer meinen Unterhalt selbst verdient, wollte meine Selbständigkeit und Unabhängigkeit nicht aufgeben. Auch als unsere zwei Kinder schon auf der Welt waren, hat mein Mann mich bestärkt, meine beruflich neuen Herausforderungen anzugehen. Ohne seine Unterstützung und die meiner Mama, die sich rührend um ihre Enkel gekümmert hat, wäre meine politische Karriere nicht möglich gewesen.

Apropos Menschen unterstützen: Sie selbst engagieren sich in vielen Projekten für Menschen in Not. Wie wichtig ist Ihnen soziales Engagement?
Sozial-Kompetenz ist für mich ein Must-have. Gerade wenn man erfolgreich ist. Ich würde mir aber wünschen, wenn sich noch mehr sozial engagieren würde, egal, in welchem Bereich sie tätig sind. Dafür braucht es auch keine großen Geldbeiträge. Oftmals hilft es schon, wenn man sich z.B. Zeit nimmt, um älteren Menschen vorzulesen oder einfach zuzuhören. Auch Tierheime freuen sich immer über ehrenamtliche Helfer. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, ohne soziales Engagement zu leben. Mich erfüllt es mit Freude, wenn ich benachteiligten Kindern wenigstens für kurze Zeit mit meinem Tun, ein Lächeln aufs Gesicht zaubern kann. Deshalb bin ich auch stellvertretende Vorsitzende von Unicef Deutschland und Vorstandsmitglied bei der TUI Care Foundation. Und mit unserer eigenen kleinen Stiftung, die wir zu Ehren unseres verstorbenen Sohnes gegründet haben, unterstütze ich auch viele Projekte in Deutschland und der Welt. Unsere Emanuel-Wöhrl-Stiftung konnte z.B. schon in Afrika, Nepal oder Sri Lanka hilfreiche Arbeit leisten. Darauf bin ich wirklich stolz!

Welche weiteren Must-Haves braucht es in Ihrem Beruf?
Fachkompetenz, Sorgfalt und Empathie. Außerdem ist ein gutes Netzwerk das „A“ und „O“ in der heutigen Berufswelt. Daher kann ich nur jedem raten, sich frühzeitig zu vernetzen und dieses Netzwerk auch zu pflegen. Dafür braucht es Kommunikationsfreude, Kreativität und Leidenschaft für die Sache.

Als Jurorin in der TV-Sendung “Die Höhle der Löwen” ist Dagmar Wöhrl schon seit Jahren tätig. / Foto: Dagmar Wöhrl

Von diesen Tipps profitieren sicher auch Ihre Schützlinge bei „Die Höhle der Löwen“. Wie beeinflusst Sie die Arbeit mit den Gründern?
Ich liebe es, mit meinen Start-ups Strategien zu erarbeiten und dann zu sehen, wie diese auch funktionieren. Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn meine Gründer erfolgreich sind! Das beflügelt mich, in dieser Richtung noch weiter aktiv zu sein.

Wie leiten Sie Ihr eigenes Team?
Ich sehe mein Team eher als Partner. Daher habe ich auch schon sehr lange die gleichen Menschen um mich herum. Vertrauen, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit sind Attribute, auf die ich großen Wert lege. Dazu gehört für mich auch, offen für konstruktive Kritik zu sein. So kann ich mich weiterentwickeln und wir erreichen gemeinsam die größten Erfolge.

Welche Ziele in Sachen Erfolg setzen Sie sich persönlich für die Zukunft?
Wirklich neueZiele verfolge ich zurzeit nicht. Wichtig für mich ist, meine Nachfolge in meinen charitativen Projekten zu regeln, damit diese nachhaltig fortgeführt werden können. Dies liegt mir sehr am Herzen.

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Man muss auch mal gegen den Strom schwimmen

 

Maßanzüge und Kostüme sind ihre große Leidenschaft. Egal ob moderner Business Anzug, Kleidung im Vintage Stil, historische Kostüme oder individuelle Freizeitkleidung, Bettina Overbeck macht es möglich. Bettina Overbeck aus Hamburg übt den Beruf des Maßschneiders mit großer Begeisterung aus. Seit 2004 ist sie selbständig und seit 2005 Gewandmeisterin. Es entstehen in Ihrem Atelier hochwertige Maßanzüge nach den persönlichen Vorstellungen ihrer Kunden und Kostüme für Shows und Musicals. Edle Materialien und eine hervorragende Verarbeitung mit Liebe zum Detail garantieren hohe Qualität, eine lange Lebensdauer und herrlichen Tragekomfort.

 

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Meine Kunden glücklich zu machen! Erfolg am Kunden ist, dass jeder individuell bleiben kann, und trotzdem gut angezogen ist. Junge Menschen auf dem Weg begleiten.

 

Was wollten Sie als Kind werden?

Ich hätte auf alle Fälle nicht gedacht, dass ich Gewandmeisterin werde. Diesen Wunsch hatte ich erst mit 18 Jahren, und habe den Traum dann erst mit Anfang 30 in die Realität umgesetzt/verwirklicht.

 

Was war für Sie ausschlaggebend bei Ihrer Berufswahl?

Ein Jahr vor dem Abitur habe ich einen Nähkurs gemacht, bei dem wir entwerfen durften. Dieser wurde von einer Dozentin abgehalten. 2x im Jahr Modenschau auf einem Altbau Dachboden in HH Eppendorf stand auf dem Programm. Dafür durfte ich dann erste Kollektionen entwerfen und technisch umsetzen.

 

Was waren für Sie bisher Ihre wichtigsten Karriere-Schritte?

Als einer der wichtigsten Karriere-Schritte würde ich meine Ausbildung am Ernst-Deutsch-Theater als Herrenmaßschneiderin nennen. Daraus folgten dann Jobs beim NDR, bei AIDA und dem Operettenhaus, sowie Theaterproduktionen. Sogar den Grand Prix durfte ich betreuen.

 

Gab es einen materiellen Wunsch der Sie am Anfang bis zum ersten (großen) Erfolg begleitet hat? Meine Firma ist mein größter Erfolg. Ich habe jeden Cent und jede freie Minute in die Firma investiert.

 

Was ist bislang das persönliche Highlight Ihrer Karriere?

Eins meiner persönlichen Highlights war es für die Bühne zu arbeiten und dafür zu sorgen, dass alles perfekt läuft und jeder Darsteller sich selbst im besten Licht präsentieren kann. Diese Einstellung lebe ich auch heute noch mit meinen Privatkunden, indem ich diese individuell perfekt kleiden darf.

 

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für Ihren Erfolg maßgeblich sind?

Ich habe früh gelernt auf eigenen Beinen zu stehen und habe alles selbst erarbeitet. Auch bei Rückschlägen habe ich mich nicht unterkriegen lassen. Ich arbeite termingerecht und pünktlich. Eine der wichtigsten Tugenden.

 

Was ist Ihr persönliches Erfolgsgeheimnis?

Glaubt an euch selbst und an eure Stärken! Aus Rückschlägen lernen! Fehler möglichst kein zweites Mal machen und offen für neue Wege und Ideen sein!

 

Falls es einen markanten Wendepunkt in Ihrer Karriere gab, wie sah der aus?

Ich habe für meinen beruflichen Erfolg richtig gekämpft. Ich hatte zwei kleine Kinder und war alleinerziehend. Mütter sind geniale Manager, da sie dies durch das Multitasking und immer online sein notgedrungen lernen. Ich hatte wenig Geld während der Gewandmeister Ausbildung, weil nebenbei jobben nicht möglich war und habe nachts für die Semesterarbeiten durchgearbeitet.

 

Was würden Sie Ihrem Jüngeren Ich raten?

Meinem jüngeren Ich würde ich raten, die Dinge manchmal gelassener zu sehen. Erstmal abwarten, analysieren und dann entscheiden.

 

Sie haben großes soziales Engagement. Wie äußert sich das?

Ich habe mehrfach Flüchtlingen und sozial Schwachen geholfen, indem ich diese in meinen Betrieb als Mitarbeiter eingestellt habe. Teilweise als Geselle, teilweise als Auszubildende.

 

Wie vereinbaren Sie Ihren Beruf mit dem Privatleben?

Mein Beruf ist mein Privatleben. Da ist ein fließender Übergang, weil ich auch gerne an Sonntagen im Atelier bin. Meine Leidenschaft ist mein Beruf.

 

An welchen Orten finden Sie neue Inspiration?

Ich bin ein Natur-Mensch und habe viele Orte, wo ich neue Inspirationen finde. Zum Beispiel in den Bergen im Schwarzwald und in der französischen Schweiz fühle ich mich immer wohl. Zusätzlich natürlich auch bei meiner Familie, die mir immer sehr viel Kraft gibt. Ich fahre gerne Fahrrad, da ich selbst selten Auto und fast keine Bahn nutze. Das alles ist mein Stressausgleich.

 

Was ist ein Must-Have in ihrem Beruf?

Ich denke die drei wichtigsten Eigenschaften sind: Gespür für Menschen, Integrität und die Zuverlässigkeit. Speziell für meinen Beruf finde ich die Empathie, das Gespür für Farben und Formen, Handwerkliches Können und das Gefühl für Material und Design ausschlaggebend.

 

Wenn Sie nicht das geworden wären, was Sie heute sind, was wären Sie dann?

Dann wäre ich sicherlich Opernsängerin geworden. Ich hätte dann Gesang/ Musik studiert, da ich gesanglich ab dem Alter von 11 Jahren musikalisch ausgebildet wurde. U.a. war ich von 16- 23 Jahren Altistin im Hauptchor Sankt Michaelis.

 

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie etwas anders machen?

So eine Frage ist immer leichter zu stellen, als zu beantworten. Ich folge dem Fluss des Lebens und den Aufgaben, die da kommen.

 

Was ist heute Ihr Antrieb jeden Tag weiterzumachen, nachdem Sie nun erfolgreich sind?

Ich habe nie ausgelernt und interessiere mich immer wieder für Neues

 

Was glauben Sie ist die wichtigste Eigenschaft die erfolgreichen Menschen heute brauchen? Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Zuverlässigkeit, gedankliche Kreativität

 

Welche Rolle spielt sozialer Status bzw. die Herkunft bei dem Wunsch Erfolgreich zu sein?

Keine. Vermutlich definiert sich der Erfolg nur etwas anders. In armen Regionen dieser Welt kann Erfolg schon bedeuten, etwas zu Essen ergattert zu haben, oder sauberes Trinkwasser.

 

Wem -außer der eigenen Familie- würden Sie Erfolg am meisten gönnen und warum?

Erfolg sollte nicht nur bestimmten Menschen vorbehalten sein, deshalb freue ich mich für jeden, der für sich erfolgreich ist.

 

Welche Ziele in puncto Erfolg setzen Sie sich für die Zukunft?

Ich möchte mein Atelier weiterhin langsam und kontinuierlich zum Erfolg führen.

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Die Mischung machts: Ihr Führungsstil ist offen und teamorientiert – aber sie kann auch ohne Probleme harte Entscheidungen treffen. Foto© Victor Brott

„Stillstand ist nichts für mich!“

Sie hat ein ganz normales Privatleben, ist dreifache Mutter – und ja, es ist möglich: Gleichzeitig ist Susanna Schneeberger auch im Vorstand der SKF, einem schwedischen Konzern mit 44400 Mitarbeitern, 15 Technologiezentren und 103 Produktionsstandorten, der fast 40 globale Industriesegmente beliefert – und außerdem hat sie mehrere Posten in Aufsichtsräten inne. Die sympathische Karrierefrau ist das perfekte Beispiel, dass man beides haben kann. Und eigentlich sollte das aus Susanna Schneebergers Sicht heute auch gar nichts besonderes mehr sein…

Wer ist Ihr Vorbild?
Mir fallen drei besonders bewunderungswerte Frauen ein. Da sind zunächst Christine Lagarde und Angela Merkel – die beide mehr Einfluss und Macht haben als viele jemals für möglich gehalten haben. Und die beeindruckende Ruth Bader Ginsburg, die sowohl auf persönlicher und gesellschaftlicher Ebene, entgegen aller Erwartungen, mit Selbstvertrauen, Intelligenz, Integrität und Klasse unglaubliches erreicht hat.

Was war ausschlaggebend für Ihre Berufswahl?
Ich wollte immer international arbeiten und hatte bereits in meiner Kindheit den starken Wunsch, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu beeinflussen und Sachen voranzutreiben. Du kannst doppelt so viel schaffen, wie du denkst, hat mir mein Vater als Motivation mit auf den Weg gegeben. Und das bin ich dann auch angegangen; zunächst mit zwei Masterabschlüssen, in International Business und European Affairs. Darauf folgten schnell erste internationale Stationen in den USA, Großbritannien, Frankreich, Schweden und Deutschland.

Was treibt Sie an?
Ich liebe es, Neues zu lernen, mich weiter zu entwickeln und mich von interessanten und kompetenten Menschen inspirieren zu lassen. Ich schätze die Dynamik, die entsteht, wenn Menschen aus verschiedenen Branchen mit unterschiedlichen Perspektiven, Erfahrungen und Hintergründen zusammenfinden. Stillstand ist nichts für mich!

Wie hart ist es als Frau in einer Männer-Domäne zu bestehen?
Ich bin es inzwischen gewohnt, da ich mich bereits im Alter von 13 Jahren politisch engagiert habe und immer wieder in männlich geprägten Umgebungen tätig war. Man muss ein gesundes Maß an Selbstvertrauen haben, da man als Frau auffällt und sich häufiger beweisen muss. In vielen Situationen herrscht nämlich, oft unbewusst, Skepsis und Konkurrenzdenken. Da es heute ein viel größeres Bewusstsein an Vielfaltsthemen gibt, äußert sich dies in vielen Fällen subtiler als früher. Auch, wenn es letztlich immer um Herausforderungen geht, und die sind, egal ob Mann oder Frau, die gleichen.

Wie setzt man sich als Frau durch beziehungsweise wie erarbeitet man sich Respekt?
Mit Professionalität, Ausdauer, Ergebnissen und Führungsstärke. Ich habe das Glück gehabt, dass ich oft umgeben war von Menschen, die an mich und meine Fähigkeiten geglaubt haben und mir Chancen gegeben haben, mich zu beweisen.
Glücklicherweise habe ich eine explizite Diskriminierung nie erlebt, „Mansplaining“ und unbewusste Vorurteile, die dazu geführt haben, dass ich anders behandelt wurde, jedoch sehr wohl.

Werden Sie oft unterschätzt?
Manchmal wird meine eher offene und zumeist freundliche und teamorientierte Art, zumindest in Deutschland, als „lasche Führung“ interpretiert. Wenn es dann zur Sache kommt, merken die Leute aber ziemlich schnell, dass ich auch hart bei Entscheidungen sein kann, eine hohe Erwartungshaltung habe und vollen Einsatz verlange. Für mich ist Freundlichkeit und eine nicht-hierarchische Arbeitsweise kein Gegensatz zu Ergebnisorientierung und Führungsstärke, eher umgekehrt.

Haben Sie Ihre Optik eher den Männern angeglichen oder spielen Sie mit Ihrer Weiblichkeit?
Am Anfang meiner Karriere habe ich meistens dunkle Hosenanzüge und diskrete Blusen getragen. Die letzten 15 Jahre habe ich aber auf Farben gesetzt, Röcke oder Kleider getragen, da das einfach besser zu meiner Persönlichkeit passt.

Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau. Gilt das umgekehrt auch?
Ich glaube an starke Partnerschaften und denke, dass hinter einer starken Frau vielleicht ein noch stärkerer Mann steht als andersrum. Denn die Situation entspricht ja nicht unbedingt der Norm; ein Mann muss mit einer starken Frau umgehen können – das kann er in der Regel nur, wenn er mit sich im Reinen ist.

von Johanna Reichert

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success nachlesen!

CeU-Mitglied Dagmar Wöhrl, der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg Dr. Peter Tschentscher und Kristina Tröger. Foto: Ulrich Tröger

Es gibt Erfolge, die sprechen für sich

Im Jahr 2015 gründete Kristina Tröger den Club europäischer Unternehmerinnen e. V., dessen Netzwerk innerhalb kürzester Zeit auf über 700 Unternehmerinnen und Frauen in oberen Führungspositionen anwuchs. Austausch auf Augenhöhe prägt das hochwertige Clubkonzept, ein unverkrampftes Miteinander, eine hochkarätige Vernetzung, auch mit Männern, die zudem bei den meisten Veranstaltungen als Gäste willkommen sind.
Mittlerweile gilt der CeU als eines der „wichtigsten Power-Netzwerke für Frauen“ (BUNTE) bzw. als „hochkarätiges Unternehmerinnen-Netzwerk“, das „Königinnen des Unternehmertums“ (Frau im Spiegel) in einem „der bundesweit renommiertesten Frauennetzwerke“ (Hamburger Abendblatt) vereint. Dazu passt, dass der Club in einer so einschneidenden Krise wie der Corona-Pandemie schnell einen Weg gefunden hat, proaktiv mit der Situation zu verfahren und gestärkt aus ihr hervorzugehen.

Noch im März 2020 startete der Club die Kampagne „CeUs für CeUs“. Die Mitglieder wurden dazu aufgerufen, bevorzugt Produkte und Dienstleistungen von Mitgliedern einzukaufen und mit Rat und Tat zu unterstützen, wo nötig. Es wurde eine Präsidentinnen-Sprechstunde eingeführt, die allen Mitgliedern für akute Fragestellungen offensteht. Und darüber hinaus startete der Club in den sozialen Netzwerken wie Instagram und Facebook die Initiative „Inside CeU’s“. Dort wurde gezeigt, wie CeU-Mitglieder den neuen Alltag im Corona-Zeitalter erleben und damit umgehen. Die Resonanz auf diese Initiativen war überaus positiv! Sie stärkten den Gemeinschaftsgeist und unterstützten mental und praktisch.

Und natürlich ging CeU auch mit voller Kraft seine Digitalisierung an. Die erste von vielen virtuellen Veranstaltung fand bereits im April 2020 statt. Diese sind mittlerweile fester Bestandteil des Clubprogramms. Zudem wurden neue digitale Formate entwickelt wie beispielsweise CeU Headlines, in deren Rahmen führende Köpfe zu Themen sprechen, die brandaktuell in den Medien diskutiert werden. Mit diesem innovativen Veranstaltungsformat, das CeU in dieser Form und Tagesaktualität mit klassischen analogen Veranstaltungen niemals hätte anbieten können, ist es gelungen, die Vorteile der virtuellen Plattformen optimal zu nutzen, und in dieser schwierigen Situation einen Mehrwert zu generieren.

Das Beispiel des CeU zeigt, wie wichtig es gerade in Krisen ist, sich schnell auf die neue Situation einzustellen und die sich ergebenden Chancen mit innovativen Ansätzen zu nutzen: idealerweise als Teil einer großen und starken Gemeinschaft wie dem Netzwerk des Clubs. Das ist die beste Basis um am Ende gestärkt aus einer solchen Krise hervorzugehen.

Mehr Informationen erhalten Sie unter www.ceu-hamburg.eu

Hat schon einen beeindruckenden Weg hinter sich: Westenergie AG Vorstandsmitglied Katherina Reiche. Foto © Westenergie AG

Gewiss kein „Samtpfötchen“

Früher stellvertretende Bundestagsfraktionsvorsitzende der CDU/CSU, Staatssekretärin in zwei Ministerien und Hauptgeschäftsführerin beim Verband kommunaler Unternehmen, nun Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG und Vorsitzende im Nationalen Wasserstoffrat: Seit mehr als zwei Jahrzehnten mischt Powerfrau Katherina Reiche Männerdomänen auf. Dabei ist sie stets Familienmensch geblieben – und genau das ist Teil ihres Erfolgsrezept.

Ohne das iPhone geht bei Katherina Reiche nichts. Denn jemand, der die Geschicke des größten deutschen Verteilnetzbetreibers mit mehr als 15 Standorten leitet und sich dazu in verschiedenen Räten der Bundesregierung engagiert, ist viel unterwegs. „Ich verbringe viel Zeit im Auto. Ohne mein iPhone kann ich nicht arbeiten. Ich kommuniziere viel über SMS und WhatsApp. Übrigens nicht nur beruflich, sondern ich organisiere auch unsere Familie via Smartphone“, verrät Reiche. Doch die dreifache Mutter organisiert die Familie nicht nur, sie lebt die Familie. Im heimischen Brandenburg macht der Tausendsassa seinen Kopf frei für neue Ideen und tankt Energie.

Stichwort Energie: Die begleitet Reiche schon seit Jahrzehnten: Erst während ihres Studiums der Chemie, dann in ihren politischen Betätigungsfeldern und jetzt als Vorstandsvorsitzende bei der Westenergie AG sowieso. „Wer nicht für ein Thema brennt, kann schwerlich Erfolg haben“, sagt sie. Umso mehr erfüllt es die 47-Jährige mit Stolz, dass sie in ihrer Funktion nun einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Energiewende leisten kann. Dieses soziale Gewissen, gepaart mit dem Gespür für aktuelle Entwicklungen, ist Reiches Antrieb, Erfolgsrezept und Ziel zugleich. Denn: „Erfolg geht immer einher mit Verantwortung.“
Von Jonas Raab

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Dr. Silvia Bentzinger ist die Geschäftsführerin der Marke Seidensticker. Fotos: © Seidensticker

Raus aus der Frauenfalle:
Bloß nicht der Perfektion nachrennen!

2300 Mitarbeiter, 10 Millionen produzierte Teile jährlich und rund 180 Millionen Euro Umsatz: Dr. Silvia Bentzinger ist CEO der berühmten Hemden- und Blusenmarke Seidensticker. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zählt innerhalb der Unternehmensgruppe zu den wichtigsten Themen – rund 75 Prozent der Belegschaft sind weiblich.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Sich selbst treu bleiben. Viele Frauen scheitern daran, weil sie der Illusion von Perfektion nachrennen: Perfekte Geschäftsfrau, perfektes Aussehen, perfekte Mutter, die jeden Kuchen selbst backt, perfekte Gastgeberin, perfekte Ehefrau. Letztlich kommt es darauf an, loszulassen und seinen eigenen Weg zu finden.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriereweg?
Covid-19 ist die größte Herausforderung meiner Karriere. Ich erinnere mich aber auch daran, dass es nicht leicht war, nach der Geburt meiner beiden Kinder beruflich wieder Fuß zu fassen, auch wenn meine Kinder natürlich nicht als Rückschläge zu bezeichnen sind! Es ist zunächst ein kräftezehrender Spagat, morgens am Verhandlungstisch zu sitzen und später am Wickeltisch oder am Fußballplatz zu stehen. Zwei völlig verschiedene Welten, zwischen denen man pendeln muss. Es braucht etwas Zeit, sich daran zu gewöhnen.

Was raten Sie einer jungen Frau, die in Ihre Fußstapfen treten möchte?
Ich werde oft von Frauen am Ende der Elternzeit gefragt: „Kann ich das überhaupt?“ Ja, natürlich. Ich versuche, ihnen Mut zu machen. Wichtig ist: Wer von allen geliebt werden will, ist als Führungskraft nicht geeignet. Daneben zählt: Gegenseitige Unterstützung ist oft der Schlüssel zum Erfolg. Deshalb rate ich allen Frauen, sich ein gutes Netzwerk aufzubauen – privat und beruflich.

Wie besteht man als Frau in einer Männerdomäne?
Ich kann nur raten, nicht locker zu lassen und immer wieder gute Ideen einzubringen. Auch, wenn man manchmal zurückstehen und abwarten muss. Sich für Situationen, die zum Beispiel die Kinder betreffen, zu rechtfertigen oder gar zu entschuldigen, halte ich für völlig falsch.

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Angela Nelissen und Christiane Haasis lieben Teamarbeit und machen JobSharing in der Führungsebene. Foto: Unilever

Jobsharing im Chefsessel

Christiane Haasis und Angela Nelissen – kurz: CHAN – betreiben Jobsharing auf höchster Ebene und haben so die perfekte Balance zwischen ihren persönlichen, beruflichen und sozialen Lebensbereichen gefunden. Die beiden sind Chefinnen der Eis- und Teesparte von Unilever. Gearbeitet wird jeweils zu 60 Prozent. Und das nicht, weil sie es müssen, sondern
weil sich CHAN schon vor über zehn Jahren für Jobsharing entschieden und es gemeinsam perfektioniert haben. In der Praxis läuft das so: Die Wochentage sind aufgeteilt, Montag bis Mittwoch ist Christiane Haasis im Büro, Mittwoch bis Freitag Angela Nelissen. Corona hat das ein bisschen durcheinandergewirbelt – aber Flexibilität und Agilität sind für die beiden Tagesgeschäft.

Als Haasis und Nelissen das Jobsharing für sich starten wollten, mussten die beiden Frauen ihren Chef erst davon überzeugen. Jobsharing in Führungspositionen ist ein eher ungewöhnliches Modell. Die beiden durchliefen eine klassische Unilever-Karriere, als sie bei der Marke Dove erstmals zusammentrafen, Nelissen als Markenverantwortliche und Haasis als Operative Chefin für West- & Osteuropa. „Wir waren oft gemeinsam unterwegs, um unsere Pläne von Polen bis Portugal mit den jeweiligen Länderteams umzusetzen. Nach weiteren Stationen im Marketing kreuzten sich dann unsere Wege wieder vor etwa zehn Jahren. Gemeinsam entwickelten wir das Jobsharingmodell für und mit Unilever und führen gemeinsam sehr erfolgreich eine große Business Unit als Vice President für DACH“, erklärt Haasis.

Die Beförderung zum Vice President Refreshment stellt für CHAN auch das bisherige Highlight ihrer Karriere dar. Auf der einen Seite sei die Aufgabe und operative Führung dieser Business Unit mit so einem großen Team sehr herausfordernd gewesen. „Auf der anderen Seite war das ein klares Zeichen pro Jobsharing und zwar intern wie auch extern. Damit hat das Thema Jobsharing nochmal richtig Fahrt aufgenommen“, sagen Haasis und Nelissen. Viele Firmen, u. a. Xing und Microsoft, hätten die beiden daraufhin gebeten, als Keynote Speaker von ihren Erfahrungen zu berichten und das Thema einer breiteren Gruppe von Topmanagern, Topmanagerinnen und Firmen vorzustellen. „Wir lieben Teamarbeit“, sagt Haasis – für sie eine wichtige Eigenschaft, um erfolgreich zu sein. „Zusammen mit ganz unterschiedlichen Individuen eine Vision zu entwickeln und diese dann gemeinsam umzusetzen, das ist unsere Stärke.“ Talent Diversity ist dabei mehr als ein Buzzword für die beiden Frauen.

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Angelika Schindler-Obenhaus ist Chief Operating Officer bei der GERRY WEBER International AG. © GERRY WEBER

Diese Frau gehört ganz sicher nicht nur in die Küche

Disziplin, Innovation, Stabilität, Erdung – und Penetranz, das sind die Stärken, die Angelika Schindler-Obenhaus stetig die Karriereleiter nach oben steigen ließen. Die 57-Jährige hat kürzlich in den Vorstand der Gerry Weber International AG gewechselt und ist nun als Chief Operating Officer für die wichtigsten Bereiche des Unternehmens verantwortlich: Design, Produktion, Beschaffung und Marketing.

Wenn man von etwas wirklich überzeugt ist, darf man sich von nichts und niemandem aufhalten lassen“ – das ist der Rat der erfolgreichen Geschäftsfrau an junge, weibliche Talente, die in ihre Fußstapfen treten möchten. So hat sie es auch selbst gehalten. Obwohl sie von männlichen Vorgesetzten eigentlich immer gefördert wurde, gab es auch bei Angelika Schindler-Obenhaus Momente, in denen sie sich als Eindringling in eine Männerdomäne fühlte. Zum Beispiel, als sie nach ihrer Berufung in den Vorstand der KATAG AG – nach eigenen Angaben Europas größter Fashion-Dienstleister – als „Quotenfrau“ betitelt wurde. Oder viele Jahre zuvor, bei ihrer Prüfung zur Handelsassistentin als erste Frau im „Herrenausstatter“: „Ich bekam vom damaligen Spartenleiter zu hören, dass Frauen ja normalerweise eher in die Küche und ins Bett gehören“, erinnert sich Angelika Schindler-Obenhaus. Gebremst hat sie dieser Moment der Diskriminierung aber nicht, zu groß war ihr Antrieb – die Leidenschaft für Menschen und Fashion. Heute sei die Situation deutlich besser als zu Beginn ihrer Karriere: „Frauen bieten sich heute viel mehr Möglichkeiten, wenn sie es wollen.“ Auch, weil sie gelernt hätten, besser zu netzwerken. Nur, dass weibliche Führungskräfte – im Gegensatz zu den männlichen Kollegen – noch immer gefragt werden, wie sie es denn schafften, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, das ärgert die Karrierefrau.

Von Johanna Reichert

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Film- und Fernsehunternehmerin Susanne Porsche ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes.

„Ich gebe einfach nicht auf!“

Prof. Susanne Porsche ist als Film- und Fernsehunternehmerin seit über zwanzig Jahren eine feste und erfolgreiche Größe im Mediengeschäft.

Mit einem klaren Ziel vor Augen machte sie sich bereits mit 27 Jahren selbstständig.

„Mein Vater war mein großes Vorbild. Auch er war selbstständig und von ihm wusste ich, dass man als Selbstständige dann selbst und ständig arbeitet. Auch am Wochenende. So habe ich es von Beginn an gemacht. In den ersten Jahren wollte und konnte ich keinen Urlaub nehmen“, weiß sie aus ihren Anfängen zu berichten. Susanne Porsche gründete mehrere Produktionsfirmen, wie 1990 die MPS mediaproductions oder 2007 die summerset GmbH. 2010 übernahm sie die Neue Münchner Fernsehproduktion. Dabei hatte sie ursprünglich Ärztin werden und in die Krebsforschung gehen wollen. Das Medizinstudium begann sie zwar, doch schon bald entdeckte sie ihre Faszination für die Medienlandschaft. Nach einem Vorsprechen wurde sie als Moderatorin engagiert. „Ich muss sagen, dass viele glückliche Umstände meinen Weg geprägt haben, wobei sehr schnell für mich feststand, dass ich Produzentin werden möchte.“ Bis dahin folgten allerdings noch viele Schritte. Sie arbeitete als Regieassistentin, Regisseurin und Redakteurin. „Ich habe alles gemacht und immer Learning by Doing. Ich weiß aber, dass ich damals einfach immer im richtigen Moment am richtigen Platz war.“

Doch allein das perfekte Timing hat aus Susanne Porsche nicht die Erfolgsfrau gemacht, die sie heute ist. Angesprochen auf ihre Stärken kommt die prompte Antwort: „Ich gebe einfach nicht auf! Außerdem bin ich mutig, habe Humor und ich bin ziemlich fleißig, auch wenn das früher nicht sehr angesagt war.“

Seit 1980 ist die heute 68-Jährige als selbstständige Produzentin aktiv. Seit einigen Jahren investiert Susanne Porsche auch in Start-up-Unternehmen. „Das ist für mich Berufung. Ich investiere Geld und möchte, dass es auch fließt. Gleichzeitig treibt mich das aber auch beruflich an. Wenn ich den jungen Menschen mein Wissen vermitteln kann, dann ist das auch ein Erfolg.“

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Frische und gesunde Lebensmittel sind die entscheidenden Zutaten in Daniela Laubingers Erfolgsrezept – privat wie beruflich. Bild © Jürgen Frank

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Daniela Laubinger hilft mit ihrer Natural Weight Loss Company Promis und Topmanager*innen in Hamburg beim Abnehmen. Als sie ihr Konzept vor rund zehn Jahren entwickelte, sorgte es schnell auch in London und Abu Dhabi für Aufsehen.

Medizinstudium bei der Bundeswehr, nebenbei Gebietsleitung in einer Werbeagentur, dann ein Schlenker zu L’Oréal und schließlich die eigene Firma: Daniela Laubinger bezeichnet ihren beruflichen Weg als „durchaus ungewöhnlich“. Anders machen würde sie trotzdem nichts. Warum auch, schließlich ist sie seit mittlerweile zehn Jahren genau da, wo sie immer hinwollte. „Meine eigene Firma zu haben, war schon immer mein größter Wunsch. Selbstständig arbeiten zu können, ist ein großes Geschenk. Und meine Arbeit macht mir sehr, sehr viel Spaß“, sagt sie.

In ihrer Karriere hätte sich einiges gefügt, sagt die 47-Jährige. Auch wenn Daniela Laubinger gerne von Fügung oder Glück spricht, sind das sicherlich nicht die Hauptgründe für ihren Erfolg: Ihr fundiertes Wissen aus dem Medizinstudium, ein einmaliges Konzept, Leidenschaft für ihr Vorhaben, Selbstvertrauen und Freude am Netzwerken ließen schon in den ersten Monaten ihrer Selbstständigkeit opulente Angebote aus Abu Dhabi und London ins Haus flattern.

Aber der Reihe nach. Die erste Fügung: Auf die Idee, sich mit ihrer Natural Weight Loss Company als Ernährungsberaterin selbstständig zu machen, kam Daniela Laubinger nur, weil sie für ihre eigene Hochzeit abnehmen wollte, in sechs Wochen elf Kilo verlor und damit einer Dame auf einer Gartenparty doch recht imponierte. Und weil diese Dame zu der Zeit als Beraterin für eine Schönheitsklinik in Abu Dhabi tätig war, wurde man in den Vereinigten Arabischen Emiraten schnell auf Daniela Laubinger aufmerksam und lud sie ein.

Da sie nicht als Privatperson sondern als Unternehmerin nach Asien reisen wollte, gründete sie im Schnellverfahren eine Firma, schrieb Tag und Nacht an einer Präsentation und saß ein paar Tage später damit im Flugzeug. „Man hat mich im Emirates Palace untergebracht und von Termin zu Termin chauffiert. Dann nahm das Ganze sehr viel Fahrt und gipfelte beim dortigen Gesundheitsminister“, erzählt sie. Nach reichlich Überlegungszeit lehnte Daniela Laubinger das Angebot, mit ihrem Programm in sieben Emiraten zu starten, aber ab. „Ich habe mich auf mein Bauchgefühl verlassen. Ich muss nicht alles um jeden Preis machen. Zwei Wochen im Monat dort vor Ort zu sein, kam für mich einfach nicht infrage.“ Mutig zu sein und auf getroffene Entscheidungen zu vertrauen, hat Daniela Laubinger seitdem unaufhörlich nach vorne gebracht. In ihrer Hamburger Praxis geben sich seit Jahren Topmanager*innen und Promis die Klinke in die Hand.

Auf dem Flug nach Abu Dhabi die zweite Fügung: Während Daniela Laubinger ihrer Präsentation den letzten Feinschliff verpasste, bot ihr ein Sitznachbar an, sich das Ganze als Native Speaker nochmal anzuschauen. Wie die Dame auf dem Gartenfest war er begeistert von Daniela Laubingers Konzept. Später stellte sich heraus, dass er einer der Top Ten plastischen Chirurgen Großbritanniens ist. Auch er bot ihr an, als Ernährungsberaterin in seiner Londoner Praxis zu arbeiten. „Er meinte, das wäre genau das Richtige für seine Patienten. Er gab mir einen Schlüssel für seine Praxis und hat mir die Hand geschüttelt.“ Drei Jahre lang arbeiteten die beiden dann erfolgreich zusammen, bis der gebürtige Amerikaner seine Londoner Praxis aufgab, um wieder in die Heimat zurückzukehren. Das Angebot, die Praxis im Anschluss komplett zu übernehmen, lehnte Daniela Laubinger aus zeitlichen und familiären Gründen ab.

Von Jonas Raab

Das ganze Interview finden Sie in der Printausgabe von Secrets of Success.

Jumana Al-Sibai legte seit 2003 eine steile Karriere bei der Robert Bosch GmbH hin – heute ist sie Executive Vice President. Bild: © BDI

„Ich werde gerne mal mit meiner Sekretärin verwechselt“

Ihr Vorbild ist ihr Vater, der aus Syrien nach Deutschland kam und sich trotz unbekannter Sprache durchgekämpfte – und erfolgreicher Arzt wurde. Vielleicht hat Jumana Al-Sibai ihren Ehrgeiz von ihm. Seit 2013 klettert sie bei der Robert Bosch GmbH die Karriereleiter hinauf. Heute ist sie „Executive Vice President“ im Geschäftsbereich „Chassis Systems Control“.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriereweg?
Es lief immer recht gradlinig für mich. Was es gab, waren Situationen, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Als ich die Stelle als Vertriebsleiterin übernahm, haben mich einige Kollegen und Kolleginnen gefragt, ob ich mir das wirklich zutraue – anstatt mir zu gratulieren. Auch nach der Geburt meiner Kinder bekam ich seltsame Sprüche zu hören wie „Eine Mutter gehört doch zu ihren Kinder“. Inzwischen habe ich mir ein dickeres Fell zugelegt!

Was treibt Sie an?
Die größte Energie ziehe ich aus meinem herausragenden Team, meinem Spaß an der Arbeit und dem Gefühl, etwas verändern zu können. Viel gibt mir auch die Tatsache, dass meine Familie stolz auf mich ist – allen voran meine Kinder!

Was raten Sie jungen Frauen, die in Ihre Fußstapfen treten möchten?
Ich coache eine Reihe von Frauen, ihnen gebe ich drei Dinge mit. Erstens: Mach Deinen Job so gut wie möglich – so, dass Du selbst mit Deiner Leistung zufrieden bist. Zweitens: Denk nicht zu viel über die nächsten Schritte nach, sondern konzentriere Dich auf Punkt eins. Drittens: Sei Du selbst, verstell Dich nicht, bleib authentisch – denn nur so wirst Du ernst genommen. Versuch vor allem nicht, ein besserer Mann zu sein.

Erleben Sie je Diskriminierung?
Ich werde gerne mal mit meiner Sekretärin verwechselt. Einmal wollte mich auch jemand bei einem Kundenbesuch losschicken, um den Beamer zu reparieren. Bewusste Diskriminierung habe ich aber noch nicht erlebt.

Hat sich in Sachen Gleichberechtigung seit dem Beginn Ihrer Karriere etwas verändert?
Das würde ich gerne noch entschiedener mit „ja“ beantworten. Immerhin ist es inzwischen normal, dass auch Vorstände Kinder haben und pünktlich gehen müssen, wenn es ein Schulfest gibt! Aber die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für engagierte Männer wie Frauen eine Herausforderung. Für mich braucht es klare Regeln, um die Sphären zu trennen. Dazu gehört, dass ich zu einer festen Zeit nach Hause komme, dass Dienstreisen ein gewisses Maß nicht überschreiten und es klar definierte Gründe gibt, warum ich während der Familienzeit den Laptop aufmache. So gelingt es mir, Balance zu halten.

Von Johanna Reichert

©nebenan.de

Ina von nebenan

„Gute Nachbarn sind ein Schatz“, heißt ein Sprichwort in Ungarn. Dem kann Ina Remmers nur zustimmen. Seit fünf Jahren arbeitet sie daran, dass dies auch immer mehr Menschen in Deutschland bewusst wird. Die 37-Jährige ist Mitbegründerin der Plattform nebenan.de, auf der 1,7 Millionen Nachbarn registriert und aktiv sind. Ihre Karriere begann sie in Kreativ- und Designagenturen und war viele Jahre als selbständige Markenberaterin und Kommunikationsstrategin tätig.

Aufgewachsen ist Ina Remmers in der Schwäbischen Alb. Landleben und Idylle pur sozusagen. Jeder kennt jeden, man hilft sich, wo man kann. Als Kind träumte sie davon, eines Tages Polizistin zu sein und für Gerechtigkeit zu sorgen. Mit dem Abi in der Tasche entscheidet sie sich aber für die Kreativbranche, startet ihr Berufsleben in einer Agentur und baut sich in Berlin ein neues Leben auf, einer Stadt, in der zwar Millionen von Menschen leben, das aber häufig anonym Tür an Tür. „Ich kenne Nachbarschaft sozusagen in allen Facetten“, sagt sie. Nach ein paar Jahren wagt sie den Schritt in die Selbstständigkeit. „Es war meine Chance, etwas selbst zu gestalten“, sagt sie. Die neue Freiheit genießt sie.

Aber sie merkt auch: „Die beste Leistung liefere ich ab, wenn ich das Gefühl habe, ich kann mit meiner Arbeit etwas Gutes tun.“ Aber passt Kommerz und Soziales überhaupt zusammen? Die Antwort liefern ihr eines Tages Christian Vollmann und Till Behnke, die von einer Plattform träumen, die Nachbarn zusammenbringt. „Die Entscheidung, ob ich mitmache, fiel in einer Sekunde. Ich habe mir die Idee angehört und sofort gewusst: Ja, das macht Sinn. Das will ich machen.“ Gemeinsam gründen sie 2015 die Plattform. Die Idee kommt an. Nicht nur in den Großstädten, sondern auch in kleineren Städten und sogar auf dem Land. Mit 1,7 Millionen Nutzern ist nebenan.de Deutschlands größtes soziale Netzwerk für Nachbarn. Hier lernen sich täglich Menschen übers Internet kennen, die Tür an Tür wohnen und sich gegenseitig helfen wollen. Laut einer Erhebung erbringen die Nachbarn, die über die Plattform nebenan.de in Kontakt kommen, eine gesellschaftliche Leistung in Höhe von fünf Millionen Euro. Geld, das sich Institutionen, Einrichtungen oder der Staat „einsparen“.

Für Ina Remmers zählt aber der menschliche Aspekt mehr. Wie die Rückmeldungen von Usern zeigen, können ältere Menschen durch die Hilfe ihrer Nachbarn länger alleine zu Hause wohnen bleiben, sind weniger einsam. Junge Familien hingegen haben jemanden, der sie bei der Kinderbetreuung unterstützt oder ihnen den Anfang in einer neuen Stadt erleichtert. Beispiele wie diese gibt es viele. Und genau diese Beispiele machen Ina Remmers glücklich, weil sie weiß, sie kann mit ihrer Arbeit etwas Gutes tun. Der Unternehmenszweck ist nämlich nicht, möglichst hohe Gewinne einzufahren, sondern die Gesellschaft zu unterstützen.

Das ganze Interview können Sie ab dem 4. Dezember 2020 in der Print Ausgabe von Secrets of Success lesen.

Umweltfreundlich verpackt – der Nachhälter ist aus einer biologisch abbaubaren Folie hergestellt, Grünkunft

Die Welt ist im Wandel. Nachhaltigkeit und grüner Lifestyle sind die neuen Schlagworte unserer Gesellschaft. Wir stellen drei Firmen vor, die im Großen – wie im Kleinen – einen wertvollen Beitrag leisten, um den Planeten zu retten.

Schluss mit Plastik!

Im bayerischen Rott hat das Start-up Grünkunft den Heiligen Gral gefunden. Der Betrieb mit 17 Mitarbeitern produziert Ersatzverpackungen aus landwirtschaftlichen Abfällen. Das berühmteste Produkt ist der Nachhälter – ein Beutel, der den klassischen Nusspralinen- oder Pastatüten zum Verwechseln ähnlich sieht – nur dass er aus einer biologisch abbaubaren Folie ist. In nur zwei Jahren ist das Unternehmen von einem Concept Store, der umweltfreundlich verpackte Biolebensmittel verkaufte, zum großen Hoffnungsträger für das Gewissen umweltbewusster Konsumenten gewachsen. Aktuell ist Grünkunft auf der Suche nach einer noch größeren Produktions- und Lagerfläche – das ist dann der dritte Standort. Christoph Kleber (38), der das Unternehmen mit seiner Frau Edna (34) 2017 gründete, bedient allerdings keines der üblichen Ökoklischees. Er ist ein Weltverbesserer mit wirtschaftlichem Background, der Architektur und BWL studiert hat und zuletzt in der Handelsnetzwerkentwicklung eines Automobilkonzerns tätig war.

Wo steht Grünkunft gerade?
Grünkunft ist die Pionierin plastikfreier Verpackung. Aktuell bringen wir zusätzlich zum Nachhälter viele weitere alternative Verpackungslösungen, allesamt hergestellt aus landwirtschaftlichen Abfällen, auf den europäischen Markt. Branchenübergreifend unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre Produkte von Plastikverpackungen zu befreien. Wir kooperieren in der Automobil, Kosmetik- und Textilindustrie bereits mit mehreren internationalen Konzernen und wollen deren Portfolio gemeinsam in eine wegweisende, plastikfreie Zukunft lenken. Wir entwickeln uns vom plastikfreien Food Supplier gerade zum Systemdienstleister und Großhändler für nachhaltige Verpackungslösungen, nicht nur für Lebensmittel, sondern für alle Bereiche, in denen Plastik ersetzt werden kann.

Wie konnten Sie überhaupt etwas entwickeln, bei dem die großen Konzerne bis heute scheinbar nicht weiterkommen?
Das ist eine berechtigte Frage, die ich Ihnen nicht beantworten kann. Letztendlich waren die technischen Hürden ja überwindbar, wie wir erfolgreich bewiesen haben. Der Anfang war allerdings hart. Da wir noch relativ jung waren, haben wir tatsächlich einen Totalverlust riskiert. Gestört hat uns das nie, wir waren uns unserer Sache sicher und besessen von dem Gedanken, unsere Idee voranzutreiben.

Hat Sie jemand für verrückt erklärt?
Viele sogar! Wir hatten mit den unterschiedlichsten Reaktionen gerechnet, die Bandbreite war jedoch noch viel größer als erwartet. Interessanterweise sind die Menschen, die uns früher belächelt haben, genau die, die heute damit angeben, uns zu kennen.

Wie sieht es mit dem wirtschaftlichen Erfolg bei Grünkunft aus?
Wir haben uns in den ersten rund drei Jahren sehr gut behauptet. 2019 konnten wir mehr als 100 Prozent Umsatzwachstum verzeichnen, für kommendes Jahr rechnen wir mit einem Vielfachen davon.

Ist es schwierig, die richtigen Investoren zu finden?
Nein, praktisch wöchentlich klopfen welche an unsere Tür. Es muss vor allem auf persönlicher Ebene stimmen und die Person oder Institution zu unserer Vision passen. Wer nur wirtschaftliche Interessen verfolgt, ist bei uns falsch.

Wo sehen Sie die Stärken Ihres Start-ups?
Fokus ist alles. Wir haben uns von Anfang an auf eine Problemstellung konzentriert und dafür einzigartige Lösungen entwickelt. Einige Unternehmer glauben, möglichst viele verschiedene Leistungen oder Produkte anbieten zu müssen, aber das Gegenteil ist meistens richtig. Man muss nicht alles können – im Gegenteil: Um Erfolg zu haben, reicht es, wenn du eine einzige Sache richtig gut kannst.

Haben die Menschen heute ein stärkeres ökologischen Bewusstsein – im Vergleich zu vor ein paar Jahren?
Definitiv. Bei der Eröffnung unseres Concept Stores in Wasserburg Anfang 2018 war bei vielen die Problematik mit dem Plastik noch nicht im Bewusstsein verankert. Ereignisse und Bewegungen wie Fridays for Future haben dazu beigetragen, dass die Situation jetzt eine ganz andere ist. Heute ist es in vielen Erdteilen schon verpönt, Plastiktüten zu benutzen.

Was muss sich noch ändern, damit wir die Umwelt wirklich retten?
Es gibt sehr vieles, was noch getan werden muss. Verpackung und Abfallvermeidung ist eine sehr wichtige Facette davon, jedoch nicht die einzige. Individual- und globaler Warenverkehr gehören zu den Bereichen mit dem größten Einsparpotenzial bei Energieverbrauch und Emissionen. Es gibt bereits zahlreiche vielversprechende Innovationen für eine grüne Wende. Jetzt liegt es an uns, diese Chancen zu nutzen. Gerade jetzt, während der Coronakrise, müssen wir die Chance nutzen, unser Handeln im Sinne einer enkeltauglichen Zukunft neu auszurichten.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Sich selbst immer wieder zu übertreffen, das ist wahrer Erfolg…

Das ganze Interview können Sie im Print-Magazin nachlesen. Secrets of Success kommt am 4. Dezember 2020 in den Handel.

Katharina Behrends, Geschäftsführerin Universal Networks International Germany
© Foto Gert Krautbauer. Editorial Use Only, Photocredit Mandatory.

„Frauen sollten mutiger sein“

Warum Frauen sich gegenseitig das Leben schwer machen, statt gemeinsam für mehr weibliche Führungskräfte zu kämpfen, das ist Katharina Behrends ein Rätsel. Wer ihr beim Wandern, einem ihrer liebsten Hobbys, begegnet, würde wohl nicht ahnen, dass er eine der mächtigsten Frauen des deutschen Pay-TVs vor sich hat. Sie ist weder der gefürchtete Typ Karrierezicke noch ein Männerschreck – beides wird erfolgreichen Frauen in Deutschland gern unterstellt. Im Gegenteil: Führungspersönlichkeiten wie die Geschäftsführerin von NBC Universal wünscht man sich.

 

 

Interview

Wie hart ist es für eine Frau in einer Männerdomäne zu bestehen?

Es ist ein Unterschied, ob man für ein amerikanisches Unternehmen arbeitet oder für ein Deutsches. In den USA ist man deutlich weiter und das ist die Normalität, die ich kenne. Für mich war es also nicht hart. Insbesondere nicht bei NBC Universal – weil die Hälfte meiner Kolleginnen und Vorgesetzten Frauen waren. Ich habe großartige, beeindruckende Persönlichkeiten kennengelernt, die keine Karrierezicken geworden sind.

 

Nervt es, dass jeder Reporter mit der Frage ums Eck kommt, wie es als Frau in einer Chefposition ist? Einen Mann fragt man sowas nicht.

(Lacht) Da haben Sie eigentlich recht. Aber durch den Nachholbedarf in Vorständen und Aufsichtsräten in deutschen Aktiengesellschaften ist diese Frage berechtigt. Da muss mehr passieren. Am Ende geht es um Leistung und um Führungsqualitäten, die man als Frau natürlich genauso hat wie als Mann. Mittlerweile bin ich ein großer Verfechter einer verbindlichen Quote.

 

Ist es als Quoten-Frau nicht noch schwieriger, ernst genommen zu werden?

Das habe ich auch Jahre lang so gesehen. Aber ich fürchte, wir kommen auf Dauer nicht um eine Quote herum. Wenn man Deutschland mit dem Rest von Europa vergleicht – und mit den USA sowieso – gibt es fast überall sehr viel mehr Frauen in Führungspositionen.

 

Woran liegt das?

In Deutschland scheinen sich besonders Mütter noch immer schwer zu tun Vollzeit zu arbeiten. Im Ausland wird man nie – insbesondere nicht von anderen Frauen – gefragt, warum man Vollzeit arbeitet, wenn man Kinder hat. Außerdem ist die ältere männliche Generation lieber in Männerrunden und will nicht zwingend eine Frau in ihrer Mitte. Bei den jüngeren Männern ist das zum Glück anders. Aber es geht halt relativ langsam voran.

 

Machen es sich Frauen auch gegenseitig schwer? Oft werden erfolgreiche Frauen als unsympathisch abgestempelt…

Das ist ein bisschen so. Leider. Dabei sind es ganz unterschiedliche weibliche Persönlichkeiten, die in Führungspositionen kommen. Für mich war es wichtig, dass ich wusste, was für tolle Kolleginnen da überall auf der Welt sitzen.

 

Was könnten Frauen in Deutschland besser machen?

Wir sollten uns noch besser vernetzen und konkret unterstützen. Und ich würde gern Frauen dazu ermutigen, ja zu sagen, wenn ihnen eine Gelegenheit geboten wird. Ich habe mal einen guten Tipp bekommen: Den nächst höheren Job kann man immer nur dadurch, dass man ihn macht. Frauen sollten mutiger sein und sich trauen, vor dem Vorgesetzten auszusprechen, dass sie bereit für die nächste Rolle sind.

 

Was würden Sie Ihrem jüngeren ich raten?

Gelassener sein. Die Selbstzweifel, die ich am Anfang der Karriere hatte, habe ich heute nicht mehr. Das ist etwas typisch Weibliches. Und wenn es mal schwierig wird, einfach den Job weiter gut machen und Sachen aussitzen. Auch schwierige Situationen ändern sich oft ganz von allein wieder.

 

Halten Sie als weibliche Führungskraft die Augen nach talentierten Frauen offen, die einen Schubs brauchen?

Auf jeden Fall. Ich ermutige. Frauen trauen sich häufig eher zu wenig zu als zu viel. Mir hat mal ein netter Kollege gesagt: „Perception is reality“ – Wahrnehmung ist Realität. Man kann noch so viel arbeiten, wenn nicht sichtbar wird, was man kann, nützt das nichts.

 

Wo sehen Sie Ihre Stärken?

Ich bin authentisch, habe einen guten Kompass, mein Blick fürs Wesentliche ist ausgeprägt und ich bin gut darin Erfolgsstrategien zu entwickeln. In der Medien-Industrie ändert sich ständig wahnsinnig viel – und wenn sich der Markt ändert, muss es das Unternehmen auch. Außerdem bin ich durchsetzungsstark – das ist lustigerweise das, was mir Männer immer sagen. Manchmal denke ich, bei einem Mann würde sowas keiner sagen. Aber bei Frauen scheint das aufzufallen.

 

Haben Männer ein Problem mit starken Frauen?

Abstrakt finden es alle toll, aber konkret vielleicht nicht immer. Es gibt noch Männer, die sich schwer tun mit einer Frau als Vorgesetzter. Ich kenne da auch ein paar Beispiele und hatte schon Machos im Team. Aber die jüngere Generation ist nicht mehr so.

 

Wie entspannen Sie privat? Mit Fernsehen?

Es wäre merkwürdig, wenn ich nicht gerne Serien und Filme ankucken würde. Ich wandere auch gerne. Es ist wichtig, dass man mal nach Außen etwas anderes sieht – oder nach innen wie beim Yoga. Man lernt dabei wie bei einer Waschmaschine die Gedanken wegzuwaschen. Außerdem bin ich seit vielen Jahren Teil eines Lesekreises, wo wir uns über inspirierende Bücher unterhalten.

Regine Sixt verantwortet das internationale Marketing und prägt die Corporate Identity des Unternehmens © Sixt

Geht nicht – Gibt’s Nicht!

1912 gründete Martin Sixt mit einem Fuhrpark von drei Automobilien die Martin Sixt Autofahrten. 1951 wurde die Autovermietung Auto Sixt gegründet, die Erich Sixt 1969 übernahm und 1986 an die Börse führte. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Regine Sixt, die 1976 ins Unternehmen eintrat, wurden weitere Grundsteine für den heutigen Erfolg gelegt. Regine Sixt verantwortet das internationale Marketing und prägt die Corporate Identity des Unternehmens. Zudem ist sie für Corporate Fashion, die Imagefilme und die internationale Kommunikation verantwortlich. Eine perfekte Gesprächspartnerin zum Thema Erfolg.

Sixt ist eine weltweit erfolgreiche Marke und ein führender internationaler Mobilitätsdienstleister. Worauf basiert der Erfolg des Unternehmens?

Auf harter Arbeit, auf Disziplin, und auf Mut. Wir nutzen die relative Freiheit, die man als Unternehmer hat. Und wir handeln nach dem Prinzip: Geht nicht – gibt’s nicht!

Sixt ist seit 1986 an der Börse und wächst stetig weiter. War das der entscheidende Schritt, der den Weg zum noch größeren Erfolg geebnet hat?

Es war damals sicherlich ein mutiger Schritt – anders als heute, wo ja jedes zweit- und drittklassige Start-up so schnell wie möglich an die Börse möchte, noch ohne richtig Ertrag zu generieren. Der Erfolg an der Börse hat es uns ermöglicht, den weltweiten Expansionskurs mit rasantem Tempo zu realisieren. Wir sind heute in 110 Ländern präsent. Ohne Börsengang hätte unser globaler Erfolg vermutlich etwas länger gedauert. Nur zur Erinnerung: Die Mehrheit der Aktien ist bis heute im Familienbesitz, und daran wird sich auch nichts ändern.

Gab es Rückschläge auf dem Weg zum Erfolg?

Wenn man zurückblickt, muss man fairerweise sagen, dass nicht jedes Projekt erfolgreich war. Straucheln und ab und zu hinzufallen, das gehört dazu, wenn man sich seinen eigenen Weg bahnt. Wichtig ist nur, dass man nie liegen bleibt, sich wieder aufrappelt und weitergeht. Ein paar Kratzer abzubekommen – das gehört einfach dazu.

Das Markenimage von Sixt ist trotz des Alters des Unternehmens von eingestaubt weit entfernt. Wie konnten Sie den Erfolg ins Zeitalter der Globalisierung und Modetrends herüberretten?

Wer am Ball bleiben will, sollte permanent an der Erneuerung der Marke arbeiten. Die Erfolge von gestern sind für uns irrelevant, sogar gefährlich. Das sieht man bei vielen Marktführern, die plötzlich weg vom Fenster waren, weil sie Entwicklungen und Trends ignoriert oder verschlafen haben.

Wer sich heute mit Mobilität beschäftigt, der muss global denken und handeln.

Ihr Mann sagte einmal: „Erfolg ist der größte Feind des Erfolges. Sich darauf auszuruhen wäre fatal.“ Inwieweit steuert Sixt dagegen? Sich auf dem Erfolg auszuruhen – das wäre undenkbar bei Sixt. Dazu dreht sich das Rad zu schnell. Neben meinem Mann Erich Sixt arbeiten unsere Söhne Alexander und Konstantin im Vorstand des Unternehmens. Die beiden legen ein Tempo vor, dass einem schwindlig werden kann. „Immer weiter“, das ist die Devise. Stillstand ist ein Fremdwort bei Sixt.

Ihr Unternehmen wächst seit Jahren rapide, gibt es für ein Familienunternehmen eine natürliche Grenze?

The sky is the limit, sage ich immer. Wer an Begrenzungen glaubt, der wird sie auch erleben. Wer groß denkt und entsprechend handelt, der orientiert sich nicht an den Grenzen, sondern an Chancen. Mit dem nötigen Instinkt erkennt man diese und bleibt in Bewegung. Wir im Mobility-Business haben das internalisiert, denke ich.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie etwas anders machen?

Natürlich gibt es kleine Dinge und den einen oder anderen Fehler, den man nicht wiederholen würde. Ein richtiger Fehler wird es in meinen Augen erst dann, wenn man ihn immer wieder macht, weil man nichts aus ihm gelernt hat.

Was glauben Sie ist die wichtigste Eigenschaft die jemand braucht, um Erfolg zu haben?

Primär geht es um die richtige Lebenseinstellung. Man muss hoch hinauswollen, um nach oben zu kommen. Hindernisse und Schwierigkeiten sind dabei die Stufen, auf denen wir höher steigen. Wir dürfen nur nicht aufhören, vorwärts zu gehen.

Eine Maus werden Sie nicht unbedingt dazu bekommen, ein starker Löwe zu sein. Wer kein Talent zum Führen hat, der sollte sich eine andere Rolle suchen, in der er gut ist und sich wohl fühlt.

Sie leiten als Vorstandsvorsitzende die „Regine Sixt Kinderhilfe Stiftung“. Wie wichtig ist soziales Engagement, wenn man selbst erfolgreich ist?

Wer auf der Sonnenseite des Lebens steht, der hat die Verpflichtung, der Gesellschaft zu dienen und sich um diejenigen zu kümmern, die unverschuldet auf der Schattenseite gelandet sind. Ganz ehrlich: bei manchen sogenannten Erfolgsmenschen scheint ja deren äußerer Erfolg deutlich größer zu sein als ihre Menschlichkeit. Erfolg ohne Mitmenschlichkeit – das wäre für mich kein erfolgreiches, kein lebenswertes Leben.

Können Sie Ihr Erfolgsgeheimnis zusammenfassen?

Mein Erfolg hat kein Geheimnis. Es geht ganz einfach darum, das zu tun und anzupacken, was getan werden muss. Punkt.

 

© oro photography Oliver Rösler

Die bescheidene Powerfrau

Unternehmerin, Politikerin, Moderatorin, TV-Löwin – Lencke Wischhusen ist vielseitig. Deutschlandweit bekannt wurde Steiner durch ihr Engagement im TV-Format „Die Höhle der Löwen“. Führungsverantwortung hat die Bremerin früh übernommen – als Geschäftsführerin des familieneigenen Verpackungsmittelunternehmens W-Pack Kunststoffe, das Anfang 2019 verkauft wurde. Politisch ist Lencke Wischhusen bei der FDP seit 2015 engagiert, sie ist Mitglied im Bundesvorstand und Vorsitzende der FDP-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft. Klingt nach einem bewegten Leben, dabei ist Wischhusen erst 34 Jahre alt und eine gute Ansprechpartnerin, wenn es um das Thema Erfolg geht. „Erfolg heißt für mich, wenn wir als Team ein gemeinsam gestecktes Ziel erreichen, ohne dass andere Menschen dafür leiden müssen“, lautet Steiners persönliche Erfolgsdefinition.

Als Kind wollte Wischhusen immer werden wie ihr Papa. „Ich war ein richtiges Papa-Kind.“ Ihr Vater, Dieter Wischhusen, kommt aus einfachen Verhältnissen, ist auf einem Bauernhof groß geworden, fuhr zur See und hat sich mit W-Pack seinen Unternehmertraum erfüllt. „Ich habe meinen Papa bewundert, wie er seinen Weg gegangen ist und das durchgezogen hat. Das fand ich immer spannend.“ „Respektvoll-wertschätzend“ bezeichnet Steiner heute die Beziehung zu ihrem Vater.

2010, nach abgeschlossenem Hochschulstudium und sechs Jahren Berufserfahrung, holt ihr Vater sie mit 24 Jahren in die Geschäftsführung der W-Pack Kunststoffe GmbH & Co. KG und der W-Pack Beteiligungs GmbH. Lencke Wischhusen trägt nun Verantwortung für gut 50 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Als Stärken, die auch für ihren Erfolg maßgeblich sind, sieht Wischhusen ihre Beharrlichkeit, ihre Fokussiertheit und die Gabe, Menschen motivieren zu können. „Für Ziele müssen immer alle an einem Strang ziehen, um gemeinsam etwas zu schaffen. Durch meinen Führungsstil schaffe ich es, dass Menschen über sich hinauswachsen und sich mehr zutrauen.“ Als kommunikativ-konsequent beschreibt Wischhusen ihren Führungsstil. Das heißt, sie nimmt ihr Team bei Veränderungen, Prozessen und Entscheidungen mit, die letzte Instanz ist aber sie. „Trotz allem lasse ich viele Freiräume und übertrage Verantwortung – unabhängig davon, ob jemand viel Erfahrung hat. Ich versuche immer, die Stärken einer Person zu erkennen und dementsprechend Verantwortungen zu übertragen.“ Das verschaffe ihr Freiraum für neue Aufgaben, Projekte und Ideen. „Ich denke, so muss eine gute Führungskraft heutzutage auch sein: teamorientiert arbeiten aber gleichzeitig eine Respektsperson sein und bereit dazu, die Verantwortung für die getroffenen Entscheidungen zu tragen.“

Außerhalb ihrer Karriere ist Lencke Wischhusen auf dem Boden geblieben, wirkt natürlich und bescheiden. Wahrer Luxus ist für die Politikerin, die Lebensmittel kaufen zu können, die sie möchte. „Ich schätze qualitativ hochwertige Lebensmittel und bin in der glücklichen Lage, mir diese einfach so aussuchen zu dürfen. Wahrer Luxus.“ Wenn der Einkauf in einem Kochabend mit der Familie endet, ist Steiner doppelt glücklich, denn gemeinsam Zeit zu verbringen und Erlebnisse zu schaffen, sei das schönste Geschenk.

Ihre Familie und ihr Lebensgefährte sind Wischhusen heilig und nach eigener Einschätzung auch an ihrem Erfolg beteiligt: „Wenn mein Lebensgefährte nicht an mich glauben und mich unterstützen würde, würde mir meine Arbeit keinen Spaß machen. Heutzutage ist es immer noch Glück, wenn eine Frau einen Partner hat, der sie in ihrem Tun unterstützt. Das habe ich Gott sei Dank.“ Im Fall von Wischhusen steht hinter einer erfolgreichen Frau ein starker Mann.

Apropos erfolgreiche Frauen. Spielt das Geschlecht beim Weg nach oben immer noch eine Rolle? „Ich denke schon, dass Frauen auch heutzutage immer noch mit einer großen Anzahl an Vorurteilen kämpfen, und vielleicht haben sie es im ersten Schritt schwerer. Aber jeder, der an die Spitze will, muss kämpfen, egal ob Frau oder Mann“, sagt Wischhusen.

Zugleich sieht sie in diesen Startschwierigkeiten aber auch ihr Erfolgsgeheimnis: „Steine, die mir in den Weg gelegt werden, sehe ich gerne als Meilensteine. Ich lass’ mich nicht aufhalten von Gegnern oder Kritikern.“ Der Erfolg gibt ihr Recht. Immer, wenn Lencke Wischhusen wieder ein Stück ihres persönlichen Weges geschafft hat, belohnt sie sich übrigens dafür: „Ich schenke mir dann eine Kleinigkeit.“ Schmuck ist ihre Schwäche. „Ohrringe, eine Uhr oder einen Ring habe ich mir schon selbst geschenkt. Etwas Kleines, woran ich mich erfreue. Und manchmal brauche ich einfach einen Grund für Geschenke an mich selbst“, sagt die herzliche Bremerin lachend.

Von Renate Kerscher

© Ulrich Tröger/Club europäischer Unternehmerinnen e.V.

Eine Erfolgsgeschichte: Das Netz der Frauen

Kristina Tröger, Initiatorin und Präsidentin vom Club europäischer Unternehmerinnen e. V. (CeU), bringt als brillante Netzwerkerin und Impulsgeberin ganz pragmatisch Unternehmerinnen zusammen und stärkt sie in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Kristina Tröger hatte Führungspositionen in Handelskonzernen inne und ist heute Geschäftsführende Gesellschafterin einer Immobilienentwicklungs- und Bau-Gesellschaft. Außerdem ist sie Mitglied in diversen Aufsichtsräten und Beiräten. In 2015 gründete sie den Club europäischer Unternehmerinnen e. V., der heute schon über 700 Macherinnen vereint und als eines der wichtigsten Power-Netzwerke für Frauen in Deutschland gilt.

Kristina Tröger hatte sehr früh ein Ziel vor Augen: Sie wollte nach ihrem Politik- und Betriebswirtschaftslehre-Studium schnell in eine gehobene Position in der Wirtschaft. Und so begann sie in den 80er Jahren ihre berufliche Laufbahn und durchlief in verschiedenen Handelskonzernen die klassischen Stationen einer Konzernkarriere. Als Kristina Tröger auf diesem Weg alles erreicht hatte, was ihr in den Unternehmensstrukturen jener Zeit offenstand, wurde sie Unternehmerin. 1994 verwirklichte sie ihre Vision, selbständige Unternehmerin zu sein und ist seitdem in der Bauprojektierung tätig. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen ihrer eigenen Konzernkarriere ist ihr die Förderung und Vernetzung von Frauen in der Wirtschaft wichtig. Kristina Tröger sah sich deshalb viele Organisationen an und engagierte sich in einigen auch persönlich. Und doch wünschte sie sich immer ein ganz besonderes Netzwerk, in dem sie alle ihre Vorstellungen realisieren könne. Also gründete sie gemeinsam mit 40 Unternehmerinnen 2015 ihr eigenes Netzwerk, den Club europäischer Unternehmerinnen e. V. (CeU). Die Zielsetzung des überparteilichen Clubs ist eindeutig definiert: „Wir wollen erfolgreiche Frauen erfolgreicher machen“ und durch Vernetzung, Information, Inspiration und aktiver Beteiligung an politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Diskussion Frauen in der Wirtschaft fördern.

Seitdem kamen viele Vorzeigeunternehmerinnen wie Alice Roßmann (Drogeriemarktkette Rossmann), Julia Becker (Funke Mediengruppe), Birgit Bode (Optiker Bode GmbH), Regine Sixt (Sixt SE), Dagmar Wöhrl (Dagmar Wöhrl Consulting), Julia Dettmer (Reederei Dettmer Group), Kirsten Dahler (Immobilien Dahler & Company GmbH), Anita Freitag-Meyer (Verdener Keks- und Waffelfabrik), Cornelia Poletto (TV-Köchin und Unternehmerin), Annette Kroeber-Riel (Google), Clarissa Käfer (Käfer AG), Annette von Rantzau (Internat Schloss Rohlstorf), Franziska von Lewinski (fischerAppelt AG), Sandra Mohsni (Tiffany & Co.), Dr. Anne Fleck (Autorin und TV-Ärztin), Dr. Sonja Lechner (Kunstkonnex Artconsulting), Antonia Rados (RTL-Chefkorrespondentin), Dr. Katarzyna Mol-Wolf (Emotion), Angela Titzrath (CEO HHLA AG), Annette Pascoe (Pascoe Naturmedizin), Susanne Gräfin von Moltke (Relais & Châteaux Park Hotel Egerner Höfe), Prof. Yu Zhang (China Communications), Helga Rabl-Stadler (Präsidentin der Salzburger Festspiele), Julia Susann Gräfin von Arco auf Valley (Gräfliche Brauerei Arco-Valley), Viola Fuchs (VIOLAS‘ GmbH), Dr. Anna-Maria Fäßler (Sonnenalp Hotel & Resort), Madeleine Gummer von Mohl (betahaus GmbH & Co. KG), Dr. Henrike Fröchling (YogaEasy GmbH & Co. KG), dazu.

Auch viele Unterstützer aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bereichern das Netzwerk, wie z. B. Dr. Rainer Esser (DIE ZEIT), EU-Kommissar Günther Oettinger, Sigmar Gabriel (Vizekanzler a. D.),
Dr. Oliver Blume (CEO Porsche), Olaf Scholz (Bundesminister der Finanzen und Vizekanzler), Michael Westhagemann (Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg), Ian K. Karan (Unternehmer und Wirtschaftssenator a. D.), Alexandra von Rehlingen (SvR PR) und Dr. Rüdiger Grube (Aufsichtsratsvorsitzender HHLA AG).

Der Erfolg spricht für sich: Innerhalb kürzester Zeit wuchs das Netzwerk auf über 700 Unternehmerinnen und Frauen in oberen Führungspositionen an. Austausch auf Augenhöhe prägt das Clubkonzept, ein offenes Miteinander, eine Vernetzung auch mit Männern, die zudem bei den meisten Veranstaltungen als Gäste willkommen sind.

Zum konkreten Angebot des Clubs gehören:

  • Regelmäßige Netzwerktreffen
  • Vorträge von hochkarätigen Referenten
  • Seminare und Aufsichtsratscoachings
  • Themenbezogene Gruppenveranstaltungen
  • Betriebsbesichtigungen
  • „2 for success“ als modernes Format für Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmerinnen auf Augenhöhe
  • Kontaktherstellung zu Unternehmen und Unternehmerinnen vor Ort und auf Wunsch auch im europäischen Raum
  • Preisverleihungen an, und Auszeichnungen von Unternehmerinnen, um im Sinne einer Vorbildfunktion die Sichtbarkeit erfolgreicher Unternehmerinnen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu erhöhen. So wurde 2018 erstmalig der CeU-Unternehmerinnenpreis „Die Europa“ verliehen, der eine begeisterte Resonanz in Wirtschaft und Medien fand.

Hochkarätige Mitglieder, Veranstaltungsorte und Referenten, inspirierende Themen und Diskussionen, hochwertige weiterbildende Angebote wie Coachings und Mentorenprogramme: Das hochwertige Konzept, das sich durch die gesamte Clubphilosophie zieht, wirkt auf erfolgreiche Unternehmerinnen sehr attraktiv und ist ein klarer Erfolgsfaktor des Netzwerkes. Mittlerweile gilt der CeU als eines der „wichtigsten Power-Netzwerke für Frauen“ (BUNTE), „hochkarätiges Unternehmerinnen-Netzwerk“ und Netzwerk der „Königinnen des Unternehmertums“ (Frau im Spiegel) sowie „eines der bundesweit renommiertesten Frauennetzwerke“ (Hamburger Abendblatt).

Chefsessel statt Fußballfeld

Sie ist die Frau hinter TV-Sendern wie DMAX, TLC, Eurosport 1 und 2, Discovery Channel oder Animal Planet: Susanne Aigner-Drews ist seit 2011 Geschäftsführerin von Discovery Networks Deutschland. Das Sendernetzwerk erreicht 45 Millionen Haushalte, zwölf Millionen Pay-TV-Abonnenten sowie weitere vier Millionen User im Digitalbereich. Unter der Leitung der heute 49-Jährigen wurde das Münchner TV-Unternehmen 2013 in die Liste „Deutschlands beste Arbeitgeber“ aufgenommen.

Susanne Aigner-Drews wollte Journalistin werden, doch sie landete nach ihrem Studium beim Sender DSF nicht bei den Sportkommentatoren, sondern in der Vermarktung. Zum Glück. Denn als Medienmanagerin macht man der heute 49-Jährigen so schnell nichts vor. Ihre Karriere war steil, Aigner-Drews blickt auf 19 Jahre Cheferfahrung zurück. Als sie zur Geschäftsführerin bei der Mediaagentur Mediaplan ernannt wurde, war sie knapp 30. Diese Aufgabe forderte sie heraus. „Diese Zeit war eine sehr steile Lernkurve im Hinblick auf Managementfähigkeiten, Mitarbeiterführung, Durchsetzungsvermögen und persönliche Entwicklung.“

Was ihr geholfen hat, sich an die Spitze hochzuarbeiten? „Eine meiner Stärken ist die Leidenschaft für das, was ich mache. Ich kann sehr gut Zusammenhänge erfassen, strukturieren und daraus nächste Schritte, Handlungen und Aufgaben ableiten und Ziele formulieren.“ Als Chefin ist ihr auch ein gutes Betriebsklima wichtig. „Generell sehe ich mich als Teamplayer, der anderen zuhören kann, aber dann die Entscheidung übernimmt und die Verantwortung trägt. Gerade auch, wenn es um Veränderungen und manchmal nicht so einfache neue Prozesse geht, macht es mir Spaß, mich auf den Change einzustellen und das Team zu motivieren.“

Aigner-Drews versprüht Optimismus, eine gewisse Leichtigkeit – so als ob ihr niemand Steine in den Weg legen könnte. Sie winkt ab: „Mit Schwierigkeiten sind wir tagtäglich konfrontiert. Ich denke aber schon lange nicht mehr in Begriffen wie Hindernisse oder Schwierigkeiten, sondern in Themen, die gelöst werden müssen. Ich analysiere das Thema, finde heraus, wie es entstanden ist, welche Ausmaße und Konsequenzen es hat, welche Lösungsansätze es gibt. Am Ende frage ich mich: Welche Lösung bin ich bereit zu verantworten? Dahinter stehe ich dann auch. Und ich habe gelernt, dass es Situationen gibt, die ich schlichtweg nicht beeinflussen kann und in denen es deshalb keinen Sinn macht, Energie dafür zu verwenden, sie dennoch ändern zu wollen.“

Claudia Rothhammer

Unternehmerin Viola Fuchs bei der Speakers Night in Hamburg © Martin Brinckmann

Risotto statt Stiletto

Die Frau hat Pfeffer: Viola Fuchs hat nicht nur Energie, sie hat sich mit Pfeffer ein kleines Imperium aufgebaut. Ihr Gewürzladen VIOLAS’ Gewürze & Delikatessen, den die heute 52-Jährige 1997 in Hamburg eröffnet hat, ist ein Franchiseunternehmen mit 28 Standorten in Deutschland.

Der Morgen bei Viola Fuchs beginnt mit Kaffee. Aber ihrer hat mehr Pep: Sie trinkt ihn mit einer Prise ihres arabischen Kaffeegewürzes. Der Duft von Zimt, Kardamomsaat, Mazis, Nelken und Piment erinnert an 1001 Nacht, Pfeffer sorgt für den Extrakick. Wenn das den Start in den Tag nicht erleichtert? Für ihren Tag braucht Fuchs auch Energie. „Eine richtige Auszeit, in der ich nichts mache, gibt es nicht“, sagt die Powerfrau. Schon nach dem ersten Schluck aus der Kaffeetasse checkt sie ihre Mails, ihre Facebook- und Instagramseite, geht die Umsätze der Stores durch. „Erst dann wecke ich meine Kinder.“ Das gemeinsame Frühstück ist ihr heilig. „Beruflicher Erfolg ist schön und eine Bestätigung dafür, dass man etwas richtig gemacht hat. Aber es gibt immer jemanden, der noch erfolgreicher ist oder einem den Erfolg neidet. Erfolg ist auch vergänglich, das muss man immer vor Augen haben. Ich lebe in einer glücklichen Partnerschaft und habe drei wundervolle Kinder. Das ist mir wichtig“, sagt Fuchs.

Dass sie zur „Gewürz-Königin“ von Hamburg werden würde, hätte sie selbst nie gedacht. Eigentlich hatte sie in London Design studiert und arbeitete in der Hansestadt als Schuhdesignerin. Doch statt Stilettos kreiert sie heute Risotto-, Reis-, Pasta- und Gewürzmischungen. „Mein Motto ist: Wenn du willst, dass es gut wird, dann mach es selbst!“, sagt Fuchs. „Und Hamburg war an tollen Gewürzprodukten unterversorgt.“ Zuerst gab sie den Hamburgern Nachhilfe in Sachen Pfeffer, doch es bleibt noch viel zu tun. „Der durchschnittliche Supermarkt hat heute das Gewürzsortiment, das wir bereits vor 20 Jahren hatten.“

Ihr Talent wurde Viola Fuchs in die Wiege gelegt. Ihre Großeltern hatten in Wiesbaden einen Gewürzladen, ihre Mutter übernahm eine Filiale in Frankfurt. „Schon als kleines Mädchen liebte ich es, im Gewürzladen mitzuhelfen. Es war wie mein großer Kaufmannsladen. Der Geruch dort war Balsam für meine Seele“, schwärmt Fuchs. Von ihrer Mutter lernte sie viel über Gewürze und ferne Länder. „Noch heute finde ich viele meiner Inspirationen auf Reisen. Auch 21 Jahre nach der Gründung von VIOLAS’ gehe ich noch gerne in die Experimentierküche und probiere Kreationen aus.“

Claudia Rothhammer

“In meiner Familie gab es immer starke Frauenvorbilder”

©Boris Kralj

Geboren am 23.08.1972 in Düsseldorf hat Anita Tillmann ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Nach einem Diplom in Textil- und Bekleidungswirtschaft und einem Aufbaustudium in Marketing führt ihre Karriere sie vom Consulting für Modeunternehmen bei Kurt Salmon zu erfolgreichen Modemarken wie Joop! und Kathleen Madden. Nach Stationen bei Pixelpark, Adidas und Mexx gründet sie 2003 in Berlin die Messe Premium und entwickelt eine internationale Lifestyle-Plattform, durch die die deutsche Hauptstadt zu einem der weltweit wichtigsten Modestandorte avanciert. Heute veranstaltet die Premium Group neben den zwei Leitmessen Premium und Seek die Innovationskonferenz Fashiontech Berlin. Neben ihrer Tätigkeit als Managing Partner engagiert sich Anita Tillmann für verschiedene Hilfsorganisationen. Anita Tillmann ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Berlin.

Wie definieren Sie Erfolg?
Seine Ziele nicht nur zu erreichen, sondern sie noch zu übertreffen.

Sie sind Gründerin der PREMIUM und maßgeblich an der Entstehung der Berlin Fashion Week beteiligt. Was waren die größten Hürden auf dem Weg zur Etablierung?
Ich habe unser Konzept seinerzeit in Düsseldorf bei der damals größten Modemesse der Welt, der IGEDO, vorgestellt. Der Geschäftsführer hat mich jedoch nicht ernstgenommen und nur belächelt. Der Stadt Berlin mangelt es dagegen neben dem nötigen Geld und den Kapazitäten leider immer noch an einem Gespür dafür, was das in die Stadt strömende Kreativpotenzial perspektivisch bedeutet.

Hatten Sie einen Mentor?
Ich wurde sehr von dem leider schon verstorbenen Franco Bruccoleri geprägt, der mit seiner Agentur als Erster internationale Designermode nach Deutschland brachte. Mir hat insbesondere seine Furchtlosigkeit imponiert. Ein weiterer Einfluss war Wolfgang Joop. An ihm habe ich die Fähigkeit bewundert, seiner Andersartigkeit Raum zu geben. Mich inspirieren in erster Linie angstfreie Persönlichkeiten.

Was sind Ihre größten unternehmerischen Stärken?
Unternehmer sind ein bestimmter Schlag Mensch. Es gehört Mut, Entschlossenheit und Risikofreude dazu. Vieles ist erlernbar. Nicht erlernbar ist, für seine Leidenschaft zu brennen und seine Vision zu verteidigen.

Was ist das Erfolgsrezept hinter Marken PREMIUM und SEEK?
Wir sehen uns nicht nur als reiner Marktplatz, sondern als Impulsgeber, als Marken-Macher und kreativer Netzwerker. Unter dem Motto „Content, Commerce & Community“ bieten wir ein riesiges Programm rund um die Messen. Berlin ist für uns nicht nur eine Fashion-Stadt, sondern eine Content-Stadt mit den verschiedensten kreativen und geschäftlichen Bereichen. Eine weitere Säule für den Erfolg ist natürlich auch unser großartiges Team.

Wie bringen Sie Arbeit und Familie unter einen Hut?
Indem man Prioritäten setzt. Außerdem bauen wir das Unternehmen um unsere Familie herum. Der Übergang zwischen Arbeit und Privatleben ist sehr flexibel und dynamisch gestaltet.

Denken Sie, es als Frau im Geschäftsleben schwerer als Ihre männlichen Kollegen gehabt zu haben?
Bedingt. Gerade in Deutschland wird die Modeindustrie von Männern mittleren Alters in schlecht sitzenden Anzügen dominiert. Saturiert, nicht mehr hungrig, verwoben in einem Klüngel, der mich immer wahnsinnig gemacht hat. In meiner Familie gab es immer starke Frauenvorbilder, an denen ich mir früh ein Beispiel genommen habe. In der Premium Group sind heute zu 95% Frauen beschäftigt. Generell finde ich, dass es Frauen in der Gesellschaft heute noch sehr schwer gemacht wird.

Von Thomas Clausen

Die Digitalisierung bringt neue Herausforderungen

Dahler & Company

Kirsten Dahler leitet seit 25 Jahren gemeinsam mit ihrem Ehemann Björn Dahler das Unternehmen Dahler & Company GmbH. Nach einem BWL Studium arbeitete sie zunächst bei einem Immobilienunternehmen. 1993 folgte dann die gemeinsame Gründung. Mit mittlerweile über 60 Maklerbüros in Deutschland, Österreich und Mallorca konzentriert sich das Franchiseunternehmen Dahler & Company insbesondere auf die Vermittlung hochwertiger Immobilien.

Was bedeutet für Sie Erfolg? 
Erfolg lässt sich nicht nur anhand von Zahlen messen. Erfolg kann sich darin widerspiegeln, etwas zu bewegen, zu kreieren und Gutes zu tun. Wenn in der Folge optimalerweise die Welt ein stückweit verbessert oder Menschen damit eine Freude gemacht wird, beeinflusst das positiv meine eigene Zufriedenheit und meinen persönlichen Erfolg.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Eine gesunde Portion Neugierde, Pragmatismus, Hartnäckigkeit und der Fokus auf die mir wichtigen Dinge. Ich schiebe nicht gerne auf, eher gehe ich Aufgaben und Herausforderungen direkt an. Erfolg hat immer etwas mit den Menschen zu tun, die einen umgeben, und der Art und Weise, wie man mit diesen umgeht. Ich war schon immer kommunikationsstark und habe diese Eigenschaft in meinem Alltag und im Unternehmerdasein genutzt. Kommunikationsstark heißt dabei aber nicht nur „gut reden zu können“, sondern vor allem „gut zuhören“.

Was waren für Sie bisher Ihre wichtigsten Karriereschritte?
Der erste große und wichtigste Schritt war der Sprung in die Selbstständigkeit, als mein Mann und ich unser Unternehmen 1993 gründeten. Das theoretische Wissen aus dem Studium und die bisherige Arbeitserfahrung konnten wir hier in die Praxis und auf unsere Art umsetzen. Ab diesem Zeitpunkt hatten wir die Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen und Gestaltungsfreiräume zu nutzen.

Wobei haben Sie außerhalb Ihres täglichen Business gerne Erfolg?
Beim Golfspielen. In meiner Freizeit kann es vorkommen, dass sich mein sportlicher Ehrgeiz zeigt. Dass ich mich parallel zum Beruf um die Kinder und unsere Ehe kümmern konnte, verbuche ich als persönlichen Erfolg.

Was ist heute Ihr Antrieb, jeden Tag weiter zu machen?
Neue Herausforderungen treiben mich an, wie zum Beispiel derzeit im Bereich Digitalisierung, wo es darum geht, immer weiterzudenken und am Ball zu bleiben. Außerdem möchte ich auch zukünftig mein Know-how an junge Mitarbeiter weitergeben, um diese zu unterstützen. Und dann geht es auch darum, unseren Erfolg mit anderen zu teilen und etwas zurückzugeben.

Von Franziska Mansen