Seit über 25 Jahren sucht Frank Obrist mit seinem Team nachhaltige Lösungen für die großen Probleme unserer Zeit und entwickelt dabei innovative Technologien. / Foto: © Christoph Pallinger

Grüne Zukunft made in Austria

Mobilität muss CO2-neutral werden, das ist klar. Allerdings braucht es dafür eine global umsetzbare Lösung. Genau daran arbeitet die österreichische Innovationsfabrik OBRIST Powertrain GmbH aus Lustenau am Bodensee mit weltweit rund 70 Mitarbeiter:innen. Die Mission des Gründers Frank Obrist: „Umweltfreundliche Technologie zu entwickeln. Dinge nicht nur anders zu machen, sondern auch besser und enkeltauglich.“

Schon seit 1996 sucht Frank Obrist mit seinem Team Lösungen für die großen Probleme unserer Zeit und entwirft neue Technologien, darunter die Serieneinführung der CO2-Klimaanlage in der Mercedes S-Klasse, also einer Kühlung, die mit Kohlendioxid als Kältemittel arbeitet. Diese Erfindung hievte die Firma technologisch in eine weltweite Führungsposition, aber der Tatendrang des Vorarlbergers ist längst nicht gestillt. Besonders die Themen CO2-Emissionsreduktion und alternative Energiequellen sieht er als entscheidend für die Zukunft unseres Planeten. Der neueste Coup des Lustenauer Unternehmers ist der „HyperHybrid“: Hier wird das Fahrzeug zwar elektrisch angetrieben, kombiniert aber einen sehr kleinen – und mit einem Verbrauch von zwei Liter auf hundert Kilometer auch sehr sparsamen – Zwei-Zylinder-Stromgenerator mit einer Batterie und einem Elektromotor. Um den Fahrzeugherstellern zu zeigen, welche Vorteile ein Auto mit einem derartigen Antrieb hat, wurde als Prototyp ein Tesla Model 3 umgerüstet.

Bis spätestens 2025 soll der „HyperHybrid“ in Serienproduktion gehen. Warum er am Ende trotz Mini-Verbrennungsmotor besser für die Umwelt ist als ein reines E-Auto? Seine Antriebsart kann laut den Entwicklern von Obrist in allen Fahrzeugklassen und für alle Anforderungen verwendet werden, nicht nur bei Autos und Lkws, sondern zum Beispiel auch bei Schiffen oder Kleinflugzeugen – das geht mit der reinen Batterieelektrik nur sehr bedingt. Und: Gerade in weniger gut entwickelten Ländern wie Afrika oder Süd-Amerika ist eine geringe Reichweite ein Problem – es fehlt an der Ladeinfrastruktur. Aber mit dem „HyperHybrid“ ist es nicht getan, bei Obrist hat man große Pläne. In fünf Jahren will man „im Bereich einer globalen grünen Energieversorgung sowie bei der Frage der optimalen grünen Antriebstechnologie maßgeblich mitgestalten“ undneue Innovationen zur Vermeidung von Emissionen zu Land, Luft und Wasser entwickeln. Dafür opfert Frank Obrist als großer Denker hinter der Firma auch schon mal die ein oder andere Nacht:

Er will umweltfreundliche Technologie „enkeltauglich“ machen: Unternehmer Frank Obrist / Foto: © Marcel Hagen, www.studio 22.at

„Ich versuche mit all meiner Kraft Lösungen zu finden, mit denen sich globale Probleme einfach und wirtschaftlich vertretbar realisieren lassen.“

Was für ihn Erfolg ist? „Die Welt besser zu verlassen, als man sie betreten hat. Die Verantwortung für unseren Planeten zu übernehmen, ist die größte und schönste Herausforderung, der man sich stellen kann. Ich sehe mit unseren Lösungen große Chancen, die Menschheit über Kontinente, Herkunft und alle Religionen hinweg in dieser Verantwortung zu einen und in eine bessere Zukunft zu führen.“ Dass in der ersten Welt zwar auf Elektro-Mobilität umgerüstet wird, aber andere Länder nicht von der Stelle kommen, sieht man bei OBRIST Powertrain als eine Aufgabe, die schnell angegangen werden muss. „Es gibt dringenden Entwicklungsbedarf im Bereich einer nachhaltigen, leistbaren und vor allem machbaren Realisierung einer globalen Energieversorgung für alle Lebensbereiche. Diese muss weltweit koordiniert werden.

Wie wollen wir den Grundlaststrom beim Ausstieg aus Kohle, Atom und Erdgas kompensieren, ohne die Umwelt zu belasten – und wie speichern und verteilen wir diesen Strom? Diese Fragen sind höchstens regional geklärt“, gibt Frank Obrist zu bedenken. Laut ihm heißt die Lösung – auf lange Sicht – „HyperHybrid® & aFuel®, um eine klimaneutrale Mobilität“ zu erreichen. aFuel® ist ein von Obrist entwickeltes Konzept, das modernste Technik der synthetischen Methanol-Herstellung mit CO2-Einlagerungs

Bis spätestens 2025 soll der neueste Coup des Unternehmers in Serienproduktion gehen: der „HyperHybrid“. / Foto: © VN/ Steuer

verfahren kombiniert. Auf diese Weise wird aus der Luft nicht nur CO2 für die Methanol Gewinnung entzogen, sondern durch die zusätzliche Speicherung von CO2 in Form von Grafit schafft aFuel® sogar eine negative CO2-Bilanz. Damit ist aFuel® der erste globale Energieträger, der zu einer Reduktion der CO2-Anteile in der Atmoshpäre führt. „Beweglich zu sein, ist für die meisten Menschen existenziell. Um eine weltweite, grüne und emissionsfreie Mobilität schaffen zu können, muss diese für alle auch leistbar sein. Wir dürfen bei der ganzen Diskussion nicht vergessen, dass es der Erde egal ist, wo wir das CO2 ausstoßen!“

Gerade wird in seinem Unternehmen an mehreren Prototypen-Fahrzeugen in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und Universitäten gefeilt. „Die neue Generation von ,HyperHybrid Powertrain‘ wird dann durch einen reinen aFuel®-Generator mit Strom versorgt. Damit kann das Fahrzeug sogar CO2-positiv und ohne Partikelausstoß auf den Straßen unterwegs sein“, verrät Frank Obrist. Für eine in naher Zukunft ausreichende Produktion des synthetischen Kraftstoffs aFuel® benötigt es allerdings im Sonnengürtel der Erde entsprechende Produktionsanlagen.Diese können dann mit preiswerter Solarenergie den Kraftstoff aFuel® herstellen. Effizienzverluste durch Wasseraufbereitung, Elektrolyse und Co können unter diesen Umständen vernachlässigt werden.

Und wenn die ersten „Modern Forests“ entstehen, also moderne Wälder, wie Frank Obrist die von ihm erdachten EnergieFabriken nennt, ist er seiner selbst definierten Bedeutung von Erfolg, nämlich die Welt besser zu hinterlassen, als er sie vorgefunden hat, schon ein großes Stück nähergekommen …

Derzeit baut Obrist ein Netzwerk an Partnern auf für die Realisierung von Modern Forest Anlagen. Interessenten können sich unter office@obrist.at mit der Firma in Verbindung setzen.

 

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

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Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

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