Hatte schon immer einen Faible für Digitales: Userlane Gründer Hartmut Hahn Foto © Userlane GmbH

Der Krisen-Meisterer

Computer waren immer schon die Leidenschaft von Hartmut Hahn. Vor vier Jahren gründete er deshalb Userlane – eine Firma, die dafür sorgen will, dass wirklich jeder seine Software auch anwenden kann. Heute hat der 39-Jährige bereits siebzig Mitarbeiter, Tendenz drastisch steigend. Dass bei einem so jungen und schnell wachsenden Unternehmen nicht immer alles läuft wie ursprünglich geplant, stresst ihn nicht – der Unternehmer ist Stress gewöhnt. Sein Abitur machte der gebürtige Niederbayer 2001 zur Dotcomkrise, zur Finanzkrise 2007 war er fertig mit dem Studium und suchte einen Job — und pünktlich zur Coronakrise ist er nun dabei, mit Userlane international zu expandieren.

 

Wie sind Sie auf die Idee zu Userlane gekommen?
Ich war schon als Kind begeistert von allem, was digital war, und habe – unter Bedenken meiner Eltern – einen Großteil meiner Freizeit vor dem Bildschirm verbracht. Mit dieser Begeisterung für Digitales bin ich dann auch ins Berufsleben gestartet und war zunehmend enttäuscht davon, wie frustrierend die Arbeit mit komplexer Software sein kann. Die Anzahl der Anwendungen, mit denen man sich auskennen muss, steigt ständig, alles verändert sich laufend und die Bedienbarkeit lässt meistens zu wünschen übrig. Im Großen und Ganzen schien es mir, dass meine Kollegen und mich vieles eher behindert hat, statt uns produktiver zu machen. Die Idee von Userlane ist aus diesem Problem heraus entstanden – wir wollten das Arbeiten mit Technologie einfacher, effektiver und motivierender machen, indem wir jedem Menschen bei jeder Software genau die Hilfe geben, die er gerade braucht.

Wie startet man ein Unternehmen wie Ihres?
Ein Unternehmen zu starten, ist theoretisch einfach: Ein Problem finden und lösen, für das die Menschen bereit sind, Geld zu bezahlen. Für mich ist aber eine andere Sache entscheidend: Wie begeistert bin ich von dem Problem, das ich lösen möchte? Die Antwort macht den Unterschied, ob ich nach Rückschlägen aufgebe oder nach Lösungen suche – und im Endeffekt ist Erfolg dann nur eine Frage der Zeit und ob man lange genug durchhält, bis es klappt.

Wie viel Mut braucht es, heute ein Unternehmen zu gründen?
Für mich fühlt es sich riskanter an, nicht zu gründen und Jahre meines Lebens in einem Unternehmen an etwas zu arbeiten, mit dem ich mich nicht identifiziere und dessen Sinn ich nicht teile. Wenn man sich bewusst macht, dass alles in der eigenen Verantwortung liegt, gibt einem das sehr viel Freiheit – es gibt keine Ausreden, etwas nicht zu ändern, wenn es einem nicht passt.

Ist Userlane einer der Gewinner der Coronakrise?
Nein. Auch wenn wir als digitales Unternehmen in den letzten Monaten stärker an Umsatz und Mitarbeitern zugelegt haben, spüren wir die impliziten Kosten der Krise. Emotional, weil ich spüre, dass die anfängliche Homeoffice-Euphorie nachlässt und unseren Mitarbeitern der soziale Austausch fehlt, und strukturell, weil wir einiges – wie die Eröffnung eines Office in den USA – verschieben mussten.

Sie haben gerade in einer Finanzierungsrunde zehn Millionen eingesammelt. Wie investieren Sie die?
Die Basis von Userlane sind die Menschen, die mit uns arbeiten. Daher investieren wir in erster Linie in neue Mitarbeiter – einerseits, um unser Produkt weiterzuentwickeln, und andererseits, um neue Märkte zu erschließen.

Von Johanna Reichert

Das ganze Interview finden Sie in der Printausgabe von Secrets of Success.