In seinem Element: Heiner Brand ist durch seine emotionalen Auftritte am Spielfeldrand nicht nur Handball-Fans ein Begriff. / Fotos: Detlev Hebel, DHM TOP Referenten, Raymond Casey, Sky, Deutsche Sporthilfe, Unique

Erfolg kann viel bewirken

Heiner Brand ist ein Mann, der auffällt. Sicherlicht hat das auch etwas mit seinem außergewöhnlichen Schnauzbart zu tun. Sein Markenzeichen, von dem er sich nach über zwei Jahrzehnten sogar schon einmal getrennt hatte. Schweren Herzens, aber gleichzeitig mit einem freudigen und vor allem erfolgreichen Gefühl. Nach dem Gewinn der Handball-EM in Slowenien 2004 musste der damalige Bundestrainer ein Versprechen einlösen und ließ sich seinen Schnauzbart live vor Kameras und Fotografen abrasieren. „Ich habe mich in mein Schicksal ergeben und den Bart für den Titel gerne geopfert“, sagte er damals. Danach ließ er ihn wieder wachsen und mit dem Bart kamen noch einige Erfolge dazu.

Dass er solch eine erfolgreiche Trainerkarriere einschlagen würde, war nicht von vorne herein geplant. Auch wenn der sportliche Weg an sich schon vorgegeben war. In einer Handballfamilie aufgewachsen und dann auch noch in Gummersbach, der Handball-Hochburg in Deutschland. Mit 7 Jahren trat er dem VfL Gummersbach bei. Dort begann seine erfolgreiche Karriere. „Der Sprung in die Bundesligamannschaft vom VfL war schon der erste wichtige Karriereschritt. Eineinhalb Jahre danach war ich bereits Nationalspieler. Das war für mich der Weg in den richtigen Spitzensport.“, so Brand. Dabei hatte er eigentlich einen ganz anderen Berufsweg einschlagen wollen. Brand schloss noch während seiner aktiven Zeit ein BWL Studium in Köln ab, mit den Schwerpunkten Steuern und Wirtschaftsprüfung. „Eigentlich sollte mein beruflicher Werdegang auch in diese Richtung gehen. Aber ich habe nach meinem Abschluss gemerkt, dass ich den Sport hätte aufgeben müssen und mich somit für die Sportkarriere entschieden“, sagt Brand, der zwischenzeitlich auch die Versicherungsagentur seines Vaters übernommen hatte. Doch der Sport stand an erster Stelle und der Erfolg gab ihm recht. Mit Gummersbach wurde er u.a. sechs Mal Deutscher Meister, mit der Nationalmannschaft gewann er 1978 den WM-Titel. Nur zwei Wochen nach seinem Abschiedsspiel 1984 wurde er Co-Trainer der Nationalmannschaft. Sein erster Schritt ins Trainergeschäft. Ohne Trainererfahrung. Die Ära Brand als Coach begann dann 1987. Als Bundesliga-Trainer gewann er drei Mal die Deutsche Meisterschaft. Das zweite Trainerkapitel startete 1997. Brand übernahm die Nationalmannschaft und er führte das Team an die Weltspitze.

„Um Erfolg zu haben – und das gilt für alle Lebenslagen – braucht man den Willen und das Durchhaltevermögen. Man muss mit Rückschritten zurecht kommen können.

In einer Handballfamilie in Gummersbach aufgewachsen, war sein Weg schon vorgegeben: Bereits jung startete Brand seine Karriere beim VfL Gummersbach und wurde wenig später Nationalspieler

Gerade im Profisport warten die etablierten Spieler nicht darauf, dass ein junger Spieler nachkommt. Da muss man schon einige Hindernisse überwinden. Das war auch bei mir in Gummersbach, obwohl es meine Heimatstadt ist, ganz ausgeprägt. Es war wirkliche in hartes Durchkämpen,“ erzählt Brand auf die Frage, was man mitbringen muss, um Erfolg zu haben. Seine Stärken hat er im Laufe seiner Karriere bewiesen und es zahlte sich aus.

2007 gelang ihm mit seinem Team das, was ein Jahr zuvor die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nicht geschafft hatte. Der WM-Titel im eigenen Land. Was folgte waren Ehrungen, Auszeichnungen und viele Termine. „Es war ein Jahr, das bei mir am meisten verankert ist. Es war alles so außergewöhnlich. Auf der einen Seite war ich sehr stolz und habe es genossen, so viele Ehrungen zu bekommen, die mir alle sehr viel bedeuten. Auf der anderen Seite hätte ich mir manchmal mehr Ruhe gewünscht. Gerade in der Zeit danach stand ich immer im Mittelpunkt. Das hat mir oft die Lockerheit und Vorfreude auf Veranstaltungen genommen“, erinnert sich Brand. Der Erfolg hat für ihn zwei Seiten. Man profitiert von vielen Dingen und erkennt, dass man seine Ziele, die man sich gesteckt hat, erreicht hat. Allerdings sollte man sich auch reflektieren können.

„Der Erfolg kann dazu beitragen, dass man schnell abhebt. Da gibt es sicherlich viele Beispiele. Es kommt dann darauf an, wen man um sich hat.

Die eigene Familie kann schon eine gewisse Bodenhaftung sein. Aber man sollte sich immer klar machen, woher man kommt, wie man es geschafft hat. Und vor allem sollte man berücksichtigen, dass auch ein klein wenig Glück zum Erfolg gehört. Ich habe bei mir immer wieder den Karriereverlauf überdacht und mir die Wege bewusst gemacht, die ich gegangen bin. Nach dem Motto: Wenn Du zu der Zeit nicht an der Stelle gewesen wärest, dann wäre alles vielleicht anders gelaufen. Man darf den Erfolg nicht als selbstverständlich ansehen und zu hoch einschätzen.“

Handball-Legende trifft auf Fußball-Legende: Heiner Brand (l.) neben Franz Beckenbauer (r.)

Kritisch war Heiner Brand schon immer. Mit sich selbst aber auch mit seinem Umfeld. So trat er 2011 als Bundestrainer zurück. Doch bereut hat er den Schritt nie.

„Ich hatte immer wieder mit der Liga zu kämpfen, die viele Dinge dominiert hat und nicht gerade die Arbeit der Nationalmannschaft unterstützt hat. Das war schon sehr aufreibend für mich.

Hinzu kamen noch zwei nicht so gute Turniere. Da stand mein Entschluss fest. Aber wirklich ausschlaggebend war für mich, dass ich so ein bisschen die Freude verloren hatte. Das sollte immer ein Zeichen sein, um aufzuhören.“
Noch heute ist Brand nicht nur den Handball-Fans ein Begriff. Er hat für viele Bilder gesorgt, die in den Köpfen geblieben sind. So zum Beispiel als er 2007 geschultert von Lars Kaufmann nach dem Halbfinale gegen Frankreich von der Menge in der Köln-Arena bejubelt wurde. Er war der Mann, der über Jahre für den erfolgreichen Handball stand und für einen enormen Hype in der Sportart gesorgt hatte.

„Die richtige Begeisterung kommt mit dem Erfolg zustande“, so der heute 68-jährige. Mittlerweile sieht sich Brand lieber zukünftig in einer ruhigen Rolle.

Seit Jahren vermittelt er seine Erfahrungen als Redner. Beim Sport wie im Businessleben steht das Streben nach Erfolg im Mittelpunkt. „Grundsätzlich gibt es beim Sport und in einem Unternehmen viele Parallelen. Letztendlich geht es um den Umgang mit Menschen, um Teambuilding, Motivation, wie führe ich eine Mannschaft, welches Verhalten lege ich an den Tag und was erwarte ich von meinem Gegenüber. Das sind Dinge, die ich vermitteln kann.“

Zudem ist Brand auch noch als Sky-Experte tätig. Doch in der Zukunft möchte er – wie er lachend sagt – immer mehr in die Rolle des Privatiers eingehen. Heiner Brand hat Handball gelebt und weiß, wenn man sich nicht nur auf sein Talent verlässt, sondern auch die harte Arbeit, die dahinter steckt erkennt und andere Leute mit Respekt behandelt, dann kann man auch Erfolg haben. Doch eins ist ihm besonders wichtig: Man muss Spaß und Freude an dem haben, was man macht. Denn nur dann ist man gut darin.

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