Der Hamburger Unternehmer Ian Karan. Bild © Berit Stüven

Vom Tellerwäscher zum Millionär

Vom Tellerwäscher zum Multimillionär – was abgedroschen klingt, ist doch eine treffende Zusammenfassung von Ian K. Karans Leben. Genauso gut könnte man über ihn ein ganzes Buch schreiben. Im Juni feierte der Hamburger Unternehmer und ehemalige Wirtschaftssenator seinen 80. Geburtstag.

Ian Karan ist in Ceylon geboren. Sein Start ins Leben war denkbar schlecht. Seine Mutter starb bei der Geburt, sein Vater drei Jahre später im Zweiten Weltkrieg. Mit 16 kommt er durch ein Sportstipendium nach London, 1970 zieht es ihn nach Hamburg, wo er in einem Restaurant als Tellerwäscher arbeitet. In einer Spedition findet Ian Karan Arbeit, engagiert sich, steigt auf, wird mit einer eigenen Containerfirma reich.

Es läuft gut für ihn, bis ihm ein winziges Detail zum Verhängnis wird. 1993 verkauft er seine Firma an einen englischen Konkurrenten, beauftragt die „beste Kanzlei der Stadt“ für die Kaufabwicklung. Doch die Anwälte hatten nicht festgelegt, wann der Kaufpreis an Ian Karan ausbezahlt werden sollte – der Käufer zahlt deshalb keinen Penny. „Das war mein erster und größter Rückschlag, der mir viele Lektionen erteilt hat, die mich 15 Jahre später für meinen größten Erfolg stärkten“, sagt Karan, der dem Vorfall heute sogar etwas Positives abgewinnen kann. „Überwunden habe ich diesen Rückschlag durch Beharrlichkeit und den Willen, das Unrecht zu tilgen, das mir angetan wurde. Meinem jüngeren Ich würde ich aber raten, nicht nur auf das große Bild zu schauen, sondern auch auf das Kleingedruckte“, sagt er. „Erfolg zu haben braucht Glück, und dem Glück kann man nachhelfen, indem man zielorientiert arbeitet.“ Sein Ziel war, wieder auf die Beine zu kommen. Das gelang ihm 1997 mit der Gründung seiner neuen Containerfirma Capital Lease GmbH. „Es war wichtig, dabei auf finanzkräftige Partner zu setzen. Die zu finden, war nicht einfach.“ Aber er schaffte es und arbeitete sich (wieder) von unten nach ganz oben.

Ian Karan ist heute Multimillionär, hat aber nicht vergessen, woher er kommt. Er spendet viel, für ihn ist das eine Selbstverständlichkeit. „Es ist wichtig, dass in Deutschland, wo die Kluft zwischen Arm und Reich größer wird, die besserverdienenden Menschen die Minderbemittelten nicht aus den Augen verlieren. Das Leben ist nur schön, wenn auch der Schwächste mitgenommen wird und kein Anlass zu sozialem Neid erzeugt wird. Hamburg ist in dieser Hinsicht vorbildlich, mit den meisten Stiftungen pro Kopf in Deutschland“, sagt Karan. Mit seiner eigenen Stiftung trägt auch er etwas dazu bei.
Claudia Rothhammer