Der Sinn fürs Unternehmertum liegt dem 74-Jährigen im Blut. Schon als Kind wusste der gebürtige Berliner, dass er einmal Unternehmer werden will. / Foto: KPM Berlin

Ein Gespür für das Richtige

Bankier, Hotelier, Porzellan-Produzent, Autosammler: Jörg Woltmann beweist bei nahezu allem, was er anfasst, ein gutes Händchen

Jörg Woltmann weiß, was Kunden wollen: 1979 gründete der gebürtige Berliner mit einem Partner die Privatbank ABK Allgemeine Beamten Bank AG, deren Angebot ganz auf die Bedürfnisse von Beamten und Angestellten aus dem Öffentlichen Dienst zugeschnitten ist und deren Alleinaktionär er heute ist. 2006 übernahm er die angeschlagene Königliche Porzellan-Manufaktur in Berlin und machte sie wieder zu den ersten Adressen für Liebhaber von edlem Geschirr. Außerdem betreibt der Bundesverdienstkreuzträger vier Hotels in Berlin, Potsdam und Thüringen, in denen die Gäste nach allen Regeln der Kunst verwöhnt werden. Dass er künftige Entwicklungen richtig einschätzen kann, bewies der inzwischen 74-Jährige aber schon zu Studienzeiten, als er während der Ölkrise mehrere Autohäuser in Berlin kaufte, um sie nach dem Studium gewinnbringend wieder zu verkaufen. Der Sinn fürs Unternehmertun liegt bei ihm in der Familie.

Wann wurde Ihnen klar, dass Sie Unternehmer werden möchten?

Ich wusste schon als Kind, dass ich später Unternehmer werden will, weil meine Mutter auch selbstständig war und die Unabhängigkeit liebte.

Trotzdem sind Sie zunächst in eine andere Firma eingetreten. Warum?

Ich war nach dem Abitur überzeugt, dass eine Banklehre eine solide und umfassende Grundlage für das spätere Berufsleben ist. Deshalb habe ich mich im Bankhaus Hermann Lampe zum Bankkaufmann ausbilden lassen.

Damit sollten Sie Recht behalten, denn Sie haben später eine eigene Bank gegründet. War das Ihr wichtigster Karriere-Schritte?

Die königliche Porzellan-Manufaktur in Berlin rettete er vor der Insolvenz. / Foto: KPM Berlin

Ja, absolut. Die Gründung der Allgemeinen Beamten Bank im Jahre 1979 war für meine Karriere entscheidend, weil sich daraus alle weiteren unternehmerischen Tätigkeiten entwickelt haben.

Gab es weitere Highlights in Ihrer Karriere?

Ja, der Kauf der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin 2006 war auch etwas ganz Besonderes. Das Unternehmen stand damals kurz vor der Insolvenz.

Gibt es auch einen privaten Kauf, an den Sie sich gern erinnern?

Ich habe mir vor 25 Jahren einen Mercedes 300 SL Roadster geleistet. Mit 12 Jahren hatte ich bei der Hochzeit eines befreundeten Ehepaares meiner Mutter Blumen gestreut. Das Hochzeitsgeschenk an die Braut war so ein 300 SL. Das war 1959. Seitdem fasziniert mich dieser Wagen.

Sind Sie generell ein Oldtimer-Fan?

Ja! Inzwischen besitze ich eine ganze Sammlung an alten, aber auch neuen Autos.

Welche Rolle spielt sozialer Status auf dem Weg zum Erfolg?

Generell spielt der soziale Status meines Erachtens keine entscheidende Rolle mehr. Bei mir war es natürlich so, dass meine Mutter schon selbstständig war und mir das Unternehmer-Gen weitergegeben hat.

Jörg Woltmann legt bei seinen Führungskräften neben Fachkenntnissen besonders viel Wert auf soziale Kompetenz. / Foto: KPM Berlin

Wo sehen Sie Ihre Stärken?

Ich stelle mich nicht in den Vordergrund, suche in den Leitungspositionen Mitarbeiter, die besser sind als ich. Ich glaube, dass ich über eine hohe soziale Kompetenz verfüge. Ich verlasse mich überwiegend auf mein Bauchgefühl.

Was ist ein Must-Have in ihrem Beruf?

In allen meinen unterschiedlichen Unternehmen ist es wichtig, dass ich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habe, denen ich vertrauen kann und die in meinem Sinne die Vision umsetzen.

Wie wählen Sie Führungskräfte in Ihren Unternehmen aus?

Neben den Fachkenntnissen ist soziale Kompetenz für mich sehr wichtig. Denn ich möchte, dass meine Führungskräfte ihre Teams kollegial leiten – das ist auch ein Anspruch, den ich an mich selbst stelle.

Wie würden Sie Ihr Erfolgsgeheimnis zusammenfassen?

Normal bleiben, niemanden überfordern, soziale Kompetenz zeigen und die preußischen Tugenden wie zum Beispiel Pünktlichkeit und Ehrlichkeit leben.

Was ist die wichtigste Eigenschaft die erfolgreiche Menschen heute brauchen?

Nie aufgeben, auch nicht bei Rückschlägen.

Was treibt Sie persönlich beruflich weiter voran?

Koenigliche Porzellan Manufaktur, Berlin

Der Erfolg und die Umsetzung von Visionen.

Gibt es noch ein berufliches Ziel, das Sie unbedingt erreichen möchten?

 

Nein. Ich habe keine Sehnsüchte mehr. Ich habe mehr erreicht, als ich mir je vorgestellt habe.

Wenn Sie einen Blick auf Ihre bisherige Karriere werfen: Würden Sie Ihrem Jüngeren Ich trotzdem raten etwas anders zu machen?

Ja, da fällt mir etwas ein: In den Anfangszeiten meines Unternehmertums sollte man nicht so naiv sein zu glauben, andere Unternehmer wollten das Beste für dich – und nicht nur für sich selbst. Junge Menschen sollten sich selbst treu bleiben und den Geschäftspartner nicht versuchen zu überfordern. Man sieht sich immer zwei Mal im Leben.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten unterstützt?

Mein väterlicher Freund Prof. Dr. Siegfried Stange. Er war der Lebensgefährte meiner Mutter, nach dem Studium hatte ich das Glück mit ihm arbeiten zu dürfen. Ohne ihn hätte ich mir nicht zugetraut, mit 32 Jahren eine eigene Bank zu gründen.

Apropos Partner: Wie wichtig ist ist der auf dem Weg zum Erfolg?

Der richtige Partner hält den Rücken frei und organisiert das Privatleben. Da man, wenn man nach Hause kommt, Sorgen nicht an der Garderobe abgeben kann, ist es wichtig, dass man in ein Gesicht schaut, in dem die Mundwinkel nach oben und nicht nach unten zeigen. Deswegen sind Beruf und Privatleben für mich auch nicht zu trennen.

Was ist Ihr Ausgleich zur täglichen Arbeit?

Ich gehe täglich schwimmen und zweimal pro Woche in die Sauna. Da entspanne ich und überdenke alles.

Wenn Sie nicht das geworden wären, was Sie heute sind, was wären Sie dann?

Dann wäre ich in der Immobilienbranche selbstständig, weil ich gerne historische Gebäude saniere.

 

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