Bekannt wurde er vor allem durch das Buch „Dieses bescheuerte Herz“ und den gleichnamigen Film Bild © melanie-koravitsch.com

Jeder Profi war mal Anfänger

Einer, der weiß, wie Erfolg geht, ist Lars Amend. Nicht zuletzt als Autor von „It’s All Good“, einem Ratgeber über Erfolg, Glück und Persönlichkeitsentwicklung. Der Schriftsteller hat elf Bücher in elf Jahren veröffentlicht. Bekannt wurde Amend vor allem durch sein Buch und den gleichnamigen Film „Dieses bescheuerte Herz“. Als Schriftsteller ist Lars Amend eher ein „Spätberufener“: Er begann erst mit 29 Jahren, zu schreiben.

„Nach der Schule bin ich ohne Plan nach London gezogen, um in der Musikbranche zu arbeiten. Dort habe ich gelernt, in einem fremden Land klarzukommen, ohne jemanden zu kennen und ohne viel Geld zu verdienen. Zehn Jahre später kam mein erstes Buch auf den Markt, das sofort ein Platz-1-Spiegel-Bestseller wurde“, erzählt Amend. Diese Erfahrung habe ihm gezeigt, dass man keine Angst vorm Scheitern haben darf, sondern es einfach probieren muss. Darin sieht er auch den Schlüssel zu seinem Erfolg: „Go your own way! – Hör auf dein Herz, zieh dein Ding durch und mache nichts, um anderen zu gefallen. Lass dich von Menschen, die deinen Weg schon gegangen sind, ruhig inspirieren, aber werde dein eigener Rockstar.

Wahrer Erfolg hat für Lars Amend nichts mit Geld, schnellen Autos oder großen Häusern zu tun – sondern mit Seelenfrieden. „Wenn du im Innen ruhst, brauchst du keine Bestätigung in Form von Erfolg im Außen mehr. Anders gesagt: Wenn du nichts brauchst, um glücklich zu sein, kann dir dieses Glück auch nicht mehr weggenommen werden. Das ist die höchstmögliche Form von Erfolg, da er durch nichts zerstört werden kann.“

Amend ist allerdings nicht so besonnen und in sich ruhend zur Welt gekommen. Darum hat er sich von seinem ersten Geld, das er mit Anfang 20 beim Radio verdient hat, einen Anzug von Helmut Lang gekauft – für knapp 2000 Euro. „Ich wollte eben dazugehören.“ Heute bedeuten ihm Statussymbole nichts mehr und er ist davon auch nicht beeindruckt. Den Helmut-Lang-Anzug hat er allerdings immer noch. „Ein zeitloser Klassiker.“

Was ihn heute wirklich beeindruckt sind Weltstars wie etwa Paulo Coelho und Rudolf Schenker von der Rockband The Scorpions, mit denen er zusammenarbeiten durfte. „Zeit mit zwei weltweit erfolgreichen Superstars zu verbringen, die auf allen Ebenen den puren Erfolg verkörpern, kann man mit keinem Geld der Welt bezahlen“, schwärmt er noch heute von diesem Karrierehighlight. Ein weiteres solches Highlight war natürlich auch die Verfilmung seines Buches „Dieses bescheuerte Herz“, die zu einem der erfolgreichsten deutschen Kinofilme der letzten Jahre wurde. „Das war schon auch ganz geil.“

Lars Amend scheint auf einer nicht endenden Erfolgswelle zu surfen. Rückschläge? Gab’s immer wieder. „Ein Verleger hat mir einmal aus Eitelkeit und gekränktem Ego ziemlich große Knüppel vor die Beine geworfen und mir das Leben ganz bewusst schwer gemacht. Damals hat mich diese Ungerechtigkeit sehr belastet. Heute weiß ich, dass dies mein Weg sein sollte, um eine wichtige Lektion zu lernen“, stellt Amend fest. Darum ist Durchhaltevermögen eine wichtige Eigenschaft von erfolgreichen Menschen. „Es sind selten die Besten ganz oben, sondern die, die nach Rückschlägen immer wieder aufgestanden sind und es erneut probiert haben, oft über viele Jahre.“

Die Stärken für seinen eigenen Erfolg sieht Amend in seiner Authentizität und in seiner Empathie. „Ich höre gut zu und sehe genau hin.“ Gerade seine Empathie hat auch zu einem markanten Wendepunkt seiner Karriere beigetragen. „Als emphatischer Mensch habe ich einen starken Zugang zu meinen Gefühlen. Als ich jedoch verstanden habe, dass man Entscheidungen, die im Geschäftsleben getroffen werden, niemals persönlich nehmen darf, hat sich mein beruflicher Erfolg auf einen Schlag verdreifacht.“

Gerne lässt er junge Menschen an seinem Erfolg teilhaben und gibt Tipps für deren Karrieren. Besonders hilfreich ist laut Amend der Gedanke, dass jeder Profi einmal ein Anfänger war, der vielleicht für seine Vision ausgelacht wurde. „Das gehört alles dazu.“

Ein großes Thema, das erfolgreiche Menschen umtreibt, ist die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben – gerade weil Zeit eine endliche Ressource ist. Für Lars Amend ist das kein Thema. „Da gibt es bei mir keine Trennung. Eine Work-Life-Balance gibt es bei mir nicht. Bei mir ist alles Life. Ich liebe meine Arbeit, weswegen ich auch keinen Urlaub von meinem Leben brauche.“ Der Mann scheint mit sich und seinem Leben absolut im Reinen zu sein. Ruhe findet er in der täglichen Meditation. „Diese Insel der Kraft, die in mir verborgen liegt und zu der ich immer reisen kann, ist ein großes Geschenk. Ich wünschte, jeder Mensch würde zu dieser Erkenntnis kommen.“
Von Renate Kerscher