Kick-Starter

Lea Schüller – Die Sturmhoffnung der DFB-Frauen ©privat

Der Traum von der deutschen Fußballnationalmannschaft – viele haben ihn, aber nur für ganz wenige wird er Realität. Lea Schüller hat es geschafft. Die Kickerin des SGS Essen ist eine der großen Hoffnungsträgerinnen des deutschen Sturms. Mit sieben Jahren sah sie die Europameisterschaft der Herren – und seitdem war ihr klar: Sie muss auf den Platz. Heute ist die 22-Jährige genau dort – und extrem torgefährlich. In 19 Spielen hat sie bereits zehn Tore für die deutschen Fußballfrauen geschossen.

Wie diszipliniert musst Du sein?
Nun, Disziplin gehört mit Sicherheit auch dazu, aber ich bin der Meinung, wenn man ein Ziel verfolgt, das man sich selbst gesetzt hat, dann ist automatisch die Motivation und der Wille da, es auch zu erreichen.

Hast du manchmal das Gefühl, etwas zu verpassen – gesunde Ernährung und Training statt Partynächte und Katerfrühstück gegen Mittag?
Manchmal bin ich schon traurig darüber, wenn ich meinen Freunden absagen muss, aber an sich habe ich nicht das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Ich gehe wahrscheinlich seltener weg als andere Studenten, aber ich muss nicht ganz drauf verzichten. Genauso ist es bei der Ernährung auch. Ich achte schon drauf, was ich esse, aber ich esse gerne gesund und wenn ich Lust auf Pizza habe, dann esse ich die auch.

Wer hat Dich am meisten unterstützt?
Meine Eltern – und das tun sie bis jetzt. Sie sind bei jedem Spiel dabei und ich freue mich jedes Mal, wenn ich sie am Spielfeldrand sehe.

Wann hast Du gedacht: Jetzt habe ich es geschafft?
Ich glaube „geschafft“ ist der falsche Begriff. Mein Ziel, in der Bundesliga zu spielen, hatte ich irgendwann erreicht. Genauso wie das Ziel, in der Nationalmannschaft zu spielen. Aber es gibt immer neue Ziele, die es zu erreichen gilt.

Du stehst noch am Anfang Deiner Karriere. Hast Du trotzdem einen Plan für danach?
Ich studiere Wirtschaftsingenieurwesen und würde gerne in der Automobilbranche Fuß fassen. Das ist zumindest mein jetziger Stand.

Welche Erfolgsziele hast Du Dir noch gesetzt?
In der Champions League spielen. Die Deutsche Meisterschaft gewinnen. Dann die Europameisterschaft.

Wie gehst du mir Kritik am Frauenfußball um?
Trifft mich in keinster Weise.

Was ist das Tolle daran, ein weiblicher Fußballprofi zu sein?
Man wird nicht von jedem erkannt. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich erkannt werde oder Fans im Stadion eine Unterschrift wollen oder jemand sagt, dass ich ein Vorbild bin. Aber ich kann auch ganz normal in der Stadt rumlaufen, ohne erkannt zu werden, wie es beispielsweise bei den Männern der Fall ist.

von Johanna Reichert

In der Printausgabe finden Sie dieses Interview auf Seite 120.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.