„Ständiges reflektieren ist die einzige Chance zum Erfolg“

© Jenn Werner

Marcell Jansen beendete mit nur 29 Jahren seine Karriere als Fußball-Profi. Es waren keine Verletzungen, die ihn zu dieser Entscheidung trieben, es war wohl durchdacht, wie alles in seinem Leben.

„Als Kind war es mein Traum, mal in einem großen Stadion aufzulaufen.“ Das hat Jansen nicht nur einmal geschafft. Er gewann mit dem FC Bayern das Double und durfte als jüngster Spieler der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2006 auflaufen. Mit ihr wurde er WM-Dritter und Vize-Europameister 2008.

Mittlerweile ist er Unternehmer und Präsident des Hamburger SV. Ein außergewöhnlicher Weg. Klar, präzise und erfolgreich. Die dafür benötigten Werte hat er von seinen Eltern mit auf den Weg bekommen. „Meine Eltern haben mir das vorgelebt, was wichtig ist. Selbstkritik, Selbstreflektion und kein Neid. Auch kein Jammern, obwohl es immer wieder genug Gründe im Leben gibt.“ Der erste Erfolg in Jansens Leben war auch der Sprung in den Profifußball. „Ich konnte mein Hobby zum Beruf machen. Auch, wenn das Hobby dann weg ist,“ sagt Jansen. Mit diesen ersten Erfolg, dem Abschluss des Profivertrages kam er auch seinem großen Wunsch näher. „Ich wollte für meine Eltern ein Haus kaufen, als Dankeschön für alles, was sie für mich getan haben. „Von ihnen habe ich gelernt zu reflektieren. Das ist bei Rückschlägen sehr wichtig. Doch ich kann mich in solchen Momenten auch 100% auf ihre Unterstützung verlassen.“ Wenn man Niederlagen richtig einschätzt, dann kann man sie positiv nutzen. „Niederlagen waren für mich die wichtigsten Schritte nach vorne. Egal, ob privat oder Sportlich.“ Dabei helfen Reflexion und Sozialkompetenz. „Ohne diese beiden Eigenschaften kann man vom Herzen nicht glücklich sein!“

Sein Schritt raus aus dem Profifußball kam für viele überraschend, für Jansen selbst war es, wie alles in seinem Leben, wohl überlegt. Das gibt er auch an junge Menschen weiter, die Erfolg anstreben. „Man muss für sich alleine erst einmal den Erfolg definieren und vor allem seinen eigenen Kompetenzbereich finden.“ Sein Kompetenzbereich liegt nun im Gesundheitswesen und Fußball ist wieder zu seinem Hobby geworden. Für Marcell Jansen ist klar: „Erfolg hat man, wenn man sich selbst richtig kennt.“

Von Daniela Fuß

 

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