Er gilt als einer der führenden Denker im digitalen Bereich: Geschäftsführer und Optimist Marcus Diekmann. / Foto: © Simon Thon

“Netzwerken bedeutet, viel Vertrauen zu investieren”

Er glaubt an die Vier-Tage-Woche, Solidarität unter Konkurrenten und Leidenschaft als Erfolgsvoraussetzung: Marcus Diekmann ist einer der Geschäftsführer des Radherstellers Rose Bikes, den er gemeinsam mit seinem Team in den kommenden zwei Jahren zur bedeutendsten FahrradBrand Deutschlands machen will. Er hat die Pro-Bono-Initiative „Händler helfen Händlern“ ins Leben gerufen und berät das Familienunternehmen BabyOne und den Bundesligisten Borussia Dortmund in digitalen Fragen. Angefangen hat der gelernte Steuerfachangestellte, der heute als einer der führenden Denker im digitalen Bereich gilt, übrigens als Mitarbeiter einer Tankstelle.
Was bedeutet für Sie Erfolg?

Sei der beste Manager oder auch Kellner, der du sein kannst. Sei, was immer dich glücklich macht. Wenn du nämlich glücklich bist, bist du erst gut darin. Ich bin aber auch ein Typ, der immer gewinnen will. Beim Sport, beruflich und privat. Trotzdem kann ich auch verlieren, dann will ich aber daraus lernen, was der andere besser gemacht hat – und schlage ihn beim nächsten Mal. Erfolg ist heute für mich aber auch, mit einem Team gemeinsam zu gewinnen und Dinge voller Liebe machen zu können. Das hört sich so kitschig an, ist aber mein voller Ernst. Ich liebe Fahrräder, ich liebe die Familie Rose
und ich liebe es, dass ich zusammen mit meinen besten Freunden die Firma leite.

Sie sind jemand, der sich durchbeißt. Erlauben Sie sich auch schwache Momente?

Man glaubt es kaum, aber kitschige Filme können mein Herz zerreißen. „Tatsächlich Liebe“ und „The Notebook“ habe ich beide bestimmt 50-mal gesehen. Wir tun ja alle immer so, als wären wir nur stark – das ist Quatsch. Aber ich bin ein unverbesserlicher Optimist und konnte mich immer gut durchsetzen.

Wie viel Engagement erwarten Sie von Mitarbeiter:innen jenseits der offiziellen Arbeitszeit?

Ich glaube, wir brauchen eine komplette Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Das Modell 9 bis 17 Uhr ist überholt, ich sehe dafür riesiges Potenzial in der Vier-Tage-Woche. Ich bin ein gutes Beispiel dafür, weil ich drei Tage die Woche CEO bei Rose bin – und ich habe mit dem Team einen der krassesten Changes in Deutschland hingelegt. Es geht darum, die richtige Idee
zum richtigen Zeitpunkt mit Vollgas anzugehen. Da bringt es einen nicht weiter, fünf Tage die Woche zehn Stunden am Stück zu arbeiten. Ich weiß nicht, ob ich früher wirklich immer sinnvolle Sachen gemacht habe – oder ob ich nicht Sachen wie die Farbe des Klopapiers entschieden habe.

Was machen Sie an den anderen vier Tagen?

Sein Beruf ist seine Passion und dabei macht der Unternehmer alle Dinge mit viel Liebe / Foto: © Simon Thon

Ich bin ein guter Vater. Die Kinder spielen gerade draußen und nach dem Interview werde ich mitmachen. Wenn ich mir Zeit für die Kids nehme, ist das Handy aus und wir sind wirklich nur miteinander, ganz intensiv. In der restlichen Zeit bin ich für BabyOne und den BVB da und engagiere mich als Investor. Mein Beruf ist meine Passion.

Es heißt, hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau. Stimmt das auch bei Ihnen?

Meine Ex-Frau Eliza ist Bürgermeisterin in Coesfeld. Sie ist eine verdammt starke Frau. Wir sind bis heute zusammen tolle Eltern und als Freunde auch noch immer ein tolles Paar.

Eine großartige Frau gehört zum Erfolg dazu,

aber auch ohne meine Eltern, die mich immer mit Liebe überschüttet haben, ohne meine besten Freunde und ohne mein Team wäre mein Erfolg so nicht möglich gewesen. Sie sind zusammen mein sicherer Hafen.

Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich raten?

Fang früher an, dich gesund zu ernähren und schlafe mehr. Arbeite immer nur vier Tage und stecke die übrige Zeit in dein Netzwerk. Sieh zu, dass du immer weiter lernst und immer ein starkes Team um dich hast, trau dich, es wirklich laufen zu lassen – das braucht einen riesigen Vertrauensvorschuss, zahlt sich aber aus. Wenn ich all das früher schon gewusst hätte, hätte ich noch viel schneller sein können.

Wie beginnt man am besten damit, ein Netzwerk aufzubauen?

Früher brauchte man immer für so was Rotary Clubs, aber heute kann jeder bei LinkedIn einfach starten. Ich schreibe einfach Leute an und frage, ob wir uns zu bestimmten Themen austauschen können. Man muss da sehr offen reingehen und viel Vertrauen investieren, aber das bringt wirklich etwas. Ich habe schon als Kind jeden immer gefragt, was er da macht und wie das geht – meine Eltern hat das manchmal zu Tode genervt. Aber ich mache das bis heute, jeder Mensch kann irgendetwas besser als ich – und das kann ich von ihm lernen.

Haben Sie eine negative Eigenschaft, die in Ihrem Job aber super-hilfreich ist?

Ich springe den Berg einfach runter und schaue erst dann, was da unten genau kommt. Bisher hatte ich immer Glück, aber
bei mir ist es schon immer ein bisschen wie ein Ritt auf der Rasierklinge. Der Mut hat mich zwar immer vorangebracht, aber vielleicht fliegt mir die Konsequenz meiner Art irgendwann voll um die Ohren.

Womit belohnen Sie sich nach einem anstrengenden Tag?

Nach einem glücklichen Tag treffe ich mich unglaublich gern mit meinen Freunden oder meiner Familie. Nach einem schlechten Tag fahre ich entweder Rennrad und kriege ihn damit weg – oder ich muss sechs Stunden Netflix am Stück gucken bis nachts um 2 Uhr.

 

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