Für Amrei

Credit: Max Sonnenschein

In ihrer Wahlheimat Berlin gehen Deutsche ahnungslos an Meryem Uzerli vorbei. Doch Touristen und türkischstämmige Berliner geraten in helle Aufregung, wenn sie ihre „Roxelane“ treffen. Uzerli wurde nicht nur in der Türkei, sondern in 80 weiteren Ländern über Nacht zum Megastar. Die blonde Schauspielerin mit den tiefblauen Augen verdrehte mehr als 400 Millionen Fans weltweit den Kopf – so viele Zuschauer haben die türkische Serie „Muhtesem Yüzyil“ („Das prächtige Jahrhundert“) gesehen. Darin spielte die gebürtige Kasslerin in über 100 Folgen die Lieblingsfrau von Sultan Süleyman.

Frau Uzerli, warum wurden Sie Schauspielerin?
Meryem Uzerli: In meiner Schulzeit hatte ich eine beste Freundin namens Amrei. Ihr Vater war Intendant am Staatstheater Kassel. Wir waren oft dort, hatten eine kleine eigene Theater-AG. Es war für uns beide immer klar, dass dies unser Leben bestimmen würde. Aber Amrei kam bei einem Autounfall ums Leben. Das war ein Schock für mich. In einem Gebet versprach ich ihr, unseren Weg, den wir uns vorgenommen hatten, für sie weiterzugehen. Des Weiteren habe ich schon als kleines Kind zu meiner Mutter gesagt, dass ich zu viele Emotionen in mir trage, als dass im Alltagsleben dafür Platz wäre.

Dieses Versprechen haben Sie auch gehalten und sich am Hamburger Schauspiel-Studio Frese beworben. Dort waren Sie die jüngste Schülerin aller Zeiten. Warum Frese?
Ich hatte mir von allen Schauspielstudios die Unterlagen zuschicken lassen, meine Augen geschlossen und das Schauspiel-Studio Frese herausgezogen. Das war es dann und so sollte es sein. Ich war sehr jung, ja, und ich hatte Hemmungen, mein inneres Potenzial frei herauszulassen. Das Schauspiel-Studio hat mir in den drei Jahren sehr geholfen, eine innere Stärke aufzubauen, die einem hilft, einen guten Start für den eigenen Weg zu finden. Aber an seiner eigenen Stärke, am Mut und allem zu arbeiten, was einen das wahre innere Potenzial entfalten lässt, ist ein Lebensweg, denke ich.

Was haben Sie nach der Schauspielausbildung gemacht?
Ich habe direkt nach der Schauspielausbildung angefangen, Filmfeste zu besuchen. Mir wurde schnell klar, dass die Events von Sören Bauer, sei es nun die „Movie meets Media“ oder die „Directors Cut Night“, sehr wichtig waren, um Networking zu betreiben. Ich hatte allerdings nie eine Einladung. In München bin ich deshalb einmal über den Zaun geklettert und habe mir mein Kleid zerfetzt. Auf der Berlinale bin ich einmal rausgeflogen, weil ich an den Türstehern, die die Bändchen kontrollierten, vorbeigerannt bin. Ach, es war anstrengend und stressig, muss ich sagen. Ich bin froh, jetzt offiziell dabei sein zu dürfen.

Wie sind Sie zu der Serie „Muhtesem Yüzyil“ gekommen?
Ich hatte über eine Theaterproduktion eine Schauspielerin kennengelernt, die mich später für das Casting empfohlen hat. DAS GANZE INTERVIEW LESEN SIE IM PRINT-MAGAZIN. AB DEM 30. NOVEMBER 2019 IM HANDEL.

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