Das 29-jährige Nachwuchstalent der Filmbranche bleibt bescheiden und plant keine Karriere als Blockbuster-Regisseur in Hollyood. / Foto: Murad Abu Eisheh

Auf dem richtigen Weg

Durch den Gewinn des Studenten-Oscars steht der Regisseur Murad Abu Eisheh in einer Reihe mit Regie-Legenden wie Spike Lee. Trotzdem ist Hollywood für ihn vorerst kein Thema.

Mit der „Movie meets Media“ veranstalten die Macher dieser Zeitschrift eines der größten Events der Filmbranche in Deutschland. Deswegen ist es uns wichtig, auch Nachwuchstalente vorzustellen. Als einer der großen Hoffnungsträger gilt spätestens seit dem 21. Oktober der Regisseur Murad Abu Eisheh. An diesem Tag verkündete die US-amerikanische Academy of Motion Picture Arts and Science, dass sein Film „Tala’vision“ den Student Academy Award 2021 in Gold gewonnen hat, den sogenannten Studenten-Oscar. In dem knapp halbstündigen Film geht es um die zerstörte Kindheit eines Mädchens in vom Islamischen Staat besetztem Gebiet.

Mit dem Gewinn steht der 29-Jährige nun in einer Reihe mit Regie-Stars wie John Lasseter („Toy Story“), Spike Lee („Malco

Murad Abu Eisheh ist der erste Regisseur aus der arabischen Welt, der jemals einen Oscar für einen szenischen Film gewann. / Foto Privat

lm X“) und Cary Fukunaga („James Bond – Keine Zeit zu sterben“), die zu Beginn ihrer Karriere ebenfalls den Studenten-Oscar gewannen. „Das fühlt sich immer noch wie ein Traum an“, erzählt der angehende Absolvent der Filmakademie Baden-Württemberg lachend. „Richtig glauben werde ich es erst, wenn ich die Statue in den Händen halte, die Bekanntgabe fand ja ausschließlich digital statt.“

Er ist der erste Regisseur aus der arabischen Welt, der jemals einen Oscar für einen szenischen Film gewann. Seine Mutter brach bei der Nachricht in Tränen aus, natürlich ist die ganze Familie ungeheuer stolz. Dabei waren seine Eltern anfangs nicht begeistert von seinen Karriereplänen: „Mein Vater wollte, dass ich Arzt, Anwalt oder Ingenieur werde, statt mich einer vermeintlich brotlosen Kunst zu widmen“, grinst der Jordanier. Inzwischen stehen alle hinter ihm, und zwar nicht erst seit seinem jüngsten Erfolg.

Bei der Bekanntgabe, dass Murad Abu Eisheh mit seinem Team den Student Academy Award 2021 in Gold gewinnt. / Foto: privat

Schon 2015 konnte der Regisseur Murad Abu Eisheh sein Können erstmals einer breiten Öffentlichkeit zeigen, als er von der jordanischen Regierung beauftragt wurde, Werbespots für die nationalen Streitkräfte
zu drehen. „Das war in der Hochphase des Kriegs gegen den IS“, erinnert er sich. „Es ging darum, der Bevölkerung das Gefühl zu vermitteln, dass die Streitkräfte in der Lage sind, sie und das Land zu schützen.“ Trotz des Gewinns des Studenten-Oscars plant Murad Abu Eisheh keine Karriere als Blockbuster-Regisseur in Hollywood: „Ich möchte mich auch weiterhin den Geschichten widmen, die mich interessieren.

 

Ich habe keinen großen Traum, sondern folge einfach dem Weg, der vor mir liegt, wohin der mich auch führen mag.

Die nötigen Entscheidungen treffe ich unterwegs.“ Erfolg, da ist sich der Studenten-Oscar-Gewinner sicher, sei langfristig sowieso nicht planbar.

 

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