„Richte dich nicht nach anderen.“

Credit: Jorinde Gersina.

Frau Maag, Sie sind eine der erfolgreichsten Filmproduzentinnen Deutschlands. Besonders bekannt sind Sie für „Die Welle“ (2008), „Die vierte Macht“ (2012) und „Salt and Fire“ (2016) von Werner Herzog. War es schon immer Ihr Wunsch, Filme zu produzieren?

Ich habe schon immer Geschichten geliebt und mich für Menschen interessiert. Das sind meiner Meinung nach die wichtigsten Voraussetzungen, um fiktional zu erzählen. Filmproduzentin zu werden war nie mein Wunsch, das kam eher zufällig und dann sehr schnell. Ich habe nach meinem Abitur ein Praktikum in einer großen Werbefilmproduktion gemacht und das hat mir so gut gefallen, dass ich einfach immer weiter gemacht habe. Geprägt hat mich das französische und amerikanische Kino der 80er und vor allem der 90er Jahre, hier ist auch meine Liebe zum politischen Film begründet.

 

Gab es Menschen die Sie besonders inspiriert haben auf Ihrem Weg?

Ich hatte das Glück, dass ich schon sehr früh mit Leuten gearbeitet habe, die ihre Vision über die Argumente der gängigen Verkaufs- und Marketing Strategien gestellt haben und damit sehr erfolgreich waren. Das hat sich mir tief eingeprägt. In den USA ist man viel offener gegenüber ungewöhnlichen Ideen. In Frankreich hat Film an sich einen viel höheren Stellenwert in der Gesellschaft. In beiden Ländern habe ich viel Zeit verbracht und das hat mich sehr geprägt.

Mit wem haben Sie besonders gern zusammengearbeitet und warum?

Ich arbeite gerne mit visionären Leuten zusammen, die mutig sind und nach vorne denken. Zudem ist es mir sehr wichtig, dass meine Partner sozial kompetent und fair sind. Das ist neben dem Inhalt inzwischen das Hauptkriterium für mich bei einem Deal. Werner Herzog war insofern sehr beeindruckend, weil er wirklich zu hundert Prozent seine Vision verfolgt und gleichzeitig sehr fair und klar mit seinem Team ist.

Was waren für Sie die bisher wichtigsten Schritte in Ihrer Karriere?

Während meines Studiums an der Hochschule für Fernsehen und Film in München habe ich bereits meinen ersten TV Film für Christian Becker produziert, „Das Phantom“, dann kamen Preise, weitere Filme, Serie, Kino. „Die Welle“ bei Christian Becker war sicherlich ein Meilenstein. „Die vierte Macht“ bei UFA Cinema war mein erster internationaler Kinofilm.
„Salt and Fire“ war meine erste Kino Koproduktion mit Hollywood.

Inzwischen schreibe und entwickele ich auch eigene Stoffe und Konzepte. Ich habe nie aufgehört zu arbeiten, weil ich gerne arbeite. Wenn man seine Arbeit liebt, macht man einfach immer weiter.

Wenn heute ein junger Mensch den Wunsch hat, Filme zu produzieren – was würden Sie ihm/ihr raten?

Richte Dich nicht nach anderen, sondern vertraue zu hundert Prozent auf Dich und Deine Intuition. Ich selbst habe das erst spät begriffen.

Woraus schöpfen Sie Kraft?

Ich tanke Kraft in meinem Haus am Ammersee. Ich brauche die Natur und entspannte Menschen um mich herum, um mich zu erholen. Meine Familie und meine Freunde sind das Wichtigste in meinem Leben.

Was ist Ihnen neben dem Erfolg im Berufsleben besonders wichtig?

Neben meiner Familie und meinen Freunden sind mir inzwischen meine Zeit für mich und meine Zufriedenheit extrem wichtig. Der Erfolg ergibt sich daraus.

Was planen Sie als nächste Projekte, worauf können wir uns freuen?

Ich plane derzeit zwei Serienprojekte, ein Stoff davon ist wieder hochpolitisch.

Wie genießen Sie Ihren Erfolg und welche Ziele haben Sie noch für die Zukunft?

Ich freue mich jeden Tag meines Lebens. Ein Zukunftstraum wäre es, einen größeren Teil meines Lebens in der Provence zu verbringen.

 

Von Franziska Mansen

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