Oliver Holy fertigt und vertreibt mit ClassiCon GmbH hochwertige Designmöbel.© Henning Bock für ClassiCon

Was nicht passt, wird passend gemacht!

„Wenn es einem gutgeht, soll es anderen auch gutgehen“. Nach dieser Philosophie führt Oliver Holy auch ClassiCon. Oliver Holy ist Geschäftsführer und Alleininhaber der Münchener ClassiCon GmbH, mit der er klassische und zeitgenössische Designmöbel fertigt. Der älteste Entwurf in der Kollektion stammt aus dem Jahr 1908. Der 47-Jährige stammt aus einer Familie von Modeunternehmern; sein Vater und sein Onkel haben gemeinsam dem Metzinger Bekleidungshersteller Hugo Boss zu Weltruhm verholfen. Nach seinem Jura-Studium an der LMU in München beginnt er 1999 ein Trainee-Programm bei ClassiCon. Nachdem er sämtliche Firmenbereiche kennengelernt hat, wird Holy im Jahr 2001 Geschäftsführer und wenig später Alleininhaber.

Wie definieren Sie Erfolg?
Erfolg lässt sich für mich nicht nur am Umsatz und am Gewinn messen, sondern setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen: Erfolg ist, auf das richtige Produkt oder den richtigen Designer zu setzen, Handwerker und Zulieferer fair zu behandeln und am Ende des Tages trotz allen kommerziellen Drucks noch mit sich selbst im Reinen zu sein.

Sie sind der Urenkel von Hugo Ferdinand Boss, dem Gründer der weltbekannten Modemarke Hugo Boss. Statt für Fashion haben Sie sich für zeitgenössisches Möbeldesign entschieden. Warum keine Bekleidung?
Ich liebe Mode über alles, habe mich aber von kleinauf mehr für Möbel, Design und Architektur interessiert. Ich habe mir schon als kleiner Junge überlegt, wie ich mein Kinderzimmer effektiver gestalten könnte; besonders im Hinblick auf meine Bedürfnisse als Rollstuhlfahrer. Dieser Gestaltungsdrang ist mit den Jahren immer stärker geworden.

Sie sitzen seit Ihrem 8. Lebensjahr im Rollstuhl. Inwieweit hat Sie dies während Ihrer beruflichen Karriere geprägt?
Ich kann gewisse Dinge viel schneller als andere akzeptieren und mich schneller auf neue Herausforderungen einstellen. Ich habe schon früh gelernt, nach Lösungen zu suchen und nicht aufzugeben. Man muss mit den Mitteln arbeiten, die einem zur Verfügung stehen und sollte versuchen, seine Zeit bestmöglich zu nutzen. Sicher habe ich durch den Rollstuhl eine andere Sicht auf die Welt und bin möglicherweise viel erkundungsfreudiger, als ich es vielleicht ohne ihn wäre.

Was würden Sie noch als Ihre persönlichen Stärken ansehen?
Gegenfrage: Was ist wichtiger – sich seiner Stärken oder seiner Schwächen bewusst zu sein? Meine Stärke ist sicherlich, dass ich gut mit Menschen umgehen kann und mit offenen Augen durch die Welt gehe. Außerdem kann ich meinem Bauchgefühl zu einhundert Prozent vertrauen, oftmals auch gegen den Rat aller anderen. Wenn ich von einer Sache überzeugt bin, führe ich sie zum Erfolg….
Von Thomas Clausen

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.