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“Pamela Dutkiewicz-Emmerich ”

Leichtathletin / Sport

Sport ist ein begrenzter Vertrag,den man mit dem Körper eingeht

Man kann sich Pamela Dutkiewicz-Emmerich nicht wirklich in einem langsamen Modus vorstellen. Die Frau, die in 12,61 s die100-Hürden hinter sich bringt, die 2017 bei den Weltmeisterschaften in London die Bronzemedaille in12,72 s gewann, die so viel Energie versprüht. Dennoch ist es genau das, was die gebürtige Hessin hat erfolgreich werden lassen.

Pamela beim Trainieren mit der Nationalmannschaft im Süden Teneriffas, in Las Americas 2019.

Als Sportler ist mein Nervensystem immer total angeregt und da brauche ich etwas, was den Körper runterbringt. Spaziergänge, ein Buch lesen, im Café sitzen – Entschleunigung. Einfach alles, was langsam ist“, sagt die 30-Jährige. „Wir sind voller Gegensätze und wenn man das in einer guten Balance hält, tut man seinem Körper und Geist einen großen Gefallen und kann daraus die Kraft schöpfen, die man für seine Arbeit und Erfolge benötigt. Zumal muss der Körper ausgeruht sein, wenn man von ihm eine maximale Leistung erwartet. Deshalb liebe ich Power Naps“, ergänzt sie.

Pamela Dutkiewicz-Emmerich kommt aus einer Sportlerfamilie. Ihre Mutter war Leichtathletin in Polen, ihr Vater Profifußballer. Sport und viel Bewegung waren somit schon von Kindheit an ein wichtiger Teil ihres Lebens. Nachdem sie sich in jungen Jahren in verschiedenen Disziplinen der Leichtathletik ausprobiert hatte, wurde ihr Talent im Hürdenlauf erkannt und gefördert. Doch Talent alleine macht keine großen Erfolge aus. „Spitzensportler zu werden bedeutet auch, Mut zu haben. Du musst mutig sein, ‚all-in‘ zu gehen.“ Als sich mit 15 Jahren ihre ersten Erfolge einstellten, wagt sie den ersten großen Schritt, der ihre Karriere nach vorne brachte. „Ich wusste, bei mir zu Hause im Baunatal ist es wunderschön, aber das hatte nichts mit Höchstleistungssport zu tun. Du brauchst Leute um dich herum, die alle das gleiche Ziel verfolgen.

In dem Moment, in dem ich das richtige Umfeld hatte, habe ich eine Gruppendynamik erlebt, die mich erst richtig mobilisiert hat.“

Im Sportleistungszentrum in Bochum hatte Dutkiewicz-Emmerich genau solch ein Team um sich herum. „Es ist schwer, alles alleine zu bewältigen.

Pamela gemeinsam mit ihren Eltern und ihrem Mann Maik nach der Siegerehrung in Berlin 2018.

Auf einem Spitzensportler lastet so viel Druck, den du verteilen musst. Da hilft der Trainer, der Sportpsychologie und der Manager. Doch du musst auch immer auf deinen Körper und deinen Geist hören. Dieses Gespür ist sehr wichtig und hilft dir auf deinem Weg zum Erfolg.“ Genau dieses Gespür führte im September 2021 dann auch zu ihrem Entschluss, sich aus dem Spitzensport zurückzuziehen. „Ich habe nie mit mir gehadert, da ich es als Privileg angesehen hatte, diesen Weg gehen zu dürfen. Die Disziplin, die man unbedingt mitbringen muss, wenn man Erfolg haben möchte, hat mir nie etwasPamela gemeinsam mit ihren Eltern und ihrem Mann Maik nach der Siegerehrung in Berlin 2018.ausgemacht, weil ich das machen konnte, was ich liebe. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass etwas nicht stimmt und sich das Rädchen nicht mehr richtig drehen lässt.“

Ursprünglich hatte sie sich 2021 die olympischen Spiele in Tokio als Ziel gesetzt. Die Qualifikation war geschafft, doch dann machte der Körper einfach nicht mehr mit. „Es gab so viel Verschleiß. Ich konnte nicht mehr das machen, was ich liebte. Es hat mich frustriert, wenn ich zum Training gegangen bin und wusste, dass die Übung nicht mehr geht“, sagt Dutkiewicz-Emmerich und fügt hinzu. „Ich musste einsehen, dass der IST-Zustand ein anderer war, als ich es mir gewünscht habe. Es ging einfach nicht mehr. Und da habe ich gemerkt ‚Es ist ein begrenzter Vertrag, den man mit seinem Körper eingeht‘.

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen. Ab sofort können Sie dieses im Handel erwerben oder bei uns vorbestellen.

 

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