Erfolg ist für mich, Platz in meinem Terminkalender freizuräumen

Er ist Deutschlands Vordenker, wenn es darum geht „Die besten Mitarbeiter zu finden und zu
halten“. Prof. Dr. Jörg Knoblauch ist geschäftsführender Gesellschafter eines mittelständischen Unternehmens, vielfach ausgezeichnet z. B. als das bestgeführte Kleinunternehmen Deutschlands mit dem „Best Factory Award“ und hat 2002 mit seiner Firma den Ludwig-Erhard-Preis-Wettbewerb gewonnen.

Auch als Buchautor ist er sehr erfolgreich. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaft in den USA, gründete er 1987 die Firma tempus, um „die christliche Variante eines Zeitplaners” zu etablieren. Nun ist der Unternehmer und Referent überall in Deutschland unterwegs und zeigt in seinen Vorträgen, dass Erfolg keine Wunschvorstellung bleiben muss und wie Firmen pragmatisch und konstruktiv zum Erfolg gebracht werden können.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Weltliche Erfolge kommen und gehen. Wirklicher Erfolg muss einen Ewigkeitswert haben. Dazu gehört es, Frieden zu schließen mit Menschen – und mit Gott.

Was wollten Sie als Kind werden und warum?
Unternehmer! Ich wollte nicht die Logomotive fahren, wie die anderen Jungs, ich hätte lieber die Ticketpreise festgelegt und die Fahrzeiten optimiert. Vor allem aber wollte ich selbst über meine Zeit und Tätigkeit bestimmen und mir keine sinnlosen Beschäftigungen vorschreiben lassen. Davon gab es im Kindergarten leider eine ganze Menge. Die Kindergartenzeit war eine Qual – für alle Beteiligten. Eines Tages schrieb die Kindergärtnerin frustriert einen Zettel, klebte ihn mir auf und sagte: Deine Mutti soll das lesen. Auf dem Zettel stand: „Behaltet das Kind zu Hause! Es kann keinen Zweizeiler memorieren und keine fünf Buntstifte auseinanderhalten!“

Was war für Sie ausschlaggebend bei Ihrer Berufswahl?
Wenn du zwei linke Hände hast, dann bleibt nur das Studium …

Was waren für Sie bisher Ihre wichtigsten Karriere-Schritte?
Mein Auslandsstudium in den USA. Aufgewachsen in einem beschaulichen schwäbischen Örtchen kam ich in dieses Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Das Gefühl der Freiheit, das ich hier kennen- und lieben gelernt habe, hat mir noch einmal bestätigt, dass ich nicht für die Enge eines Nine-to-five-Jobs geschaffen bin. Heute mache ich zum Beispiel Innovationsreisen für mittelständische Unternehmer ins Silicon Valley, aber auch nach China und Israel. Nicht denkbar ohne mein Studium in den USA.

Was ist bislang das persönliche Highlight Ihrer Karriere?
Vor einigen Jahren: Speaker bei der Daimler Europa-Konferenz in Salzburg. Vor so vielen einflussreichen Menschen zu sprechen und zu erleben, wie sie sich mitreißen lassen, ist schon ein tolles Gefühl. Heute: Ich leite Mastermind-Gruppen in ganz Deutschland. Mittelständische Unternehmer treffen sich mehrfach jährlich zur kollegialen Beratung.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für Ihren Erfolg maßgeblich sind?
Ich bin hartnäckig, zäh und kann mich durchbeißen. Ich kann allerdings auch loslassen, ohne Verbitterung. An einer guten Idee dranzubleiben, auch wenn es anstrengend wird, aber auch bereit zu sein, loszulassen, wenn es Zeit ist, einen anderen Weg weiterzugehen – das hat sich bei mir als gute Kombination erwiesen.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriere-Weg?
Ja und Nein. Mir hat es immer Spaß gemacht, Dinge aufzubauen und gleichzeitig Menschen zu fördern. Am Ende solcher Prozesse stand dann manchmal aber eine Trennung oder Abspaltung – weil der Mentor nicht mehr notwendig war oder plötzlich als Last empfunden wurde. Das schmerzt auf der persönlichen Ebene. Aber ich kann mich gut auf die sachliche Ebene konzentrieren und mich darüber freuen, dass Unternehmungen und Projekte, die von mir aufgebaut wurden, bis heute erfolgreich weitergeführt werden – wenn auch ohne mich.

Was war die größte Schwierigkeit, die Sie auf Ihrem Weg zum Erfolg überwinden mussten?
Ich habe ein Ingenieurstudium begonnen und auch erfolgreich beendet – um dann noch einmal komplett von vorne anzufangen, weil mir klar geworden war, dass ich falsche Schwerpunkte gesetzt hatte: Ich wollte ja nicht in die Entwicklungsabteilung, sondern in die Unternehmensleitung. Ich wollte nicht mit Zahlen arbeiten, sondern mit Menschen.

Was würden Sie Ihrem Jüngeren Ich raten, der Erfolg haben möchte?
Finde heraus, wo dein Herz schlägt, was deine Stärken sind – und umgib dich mit den richtigen Leuten.

Wobei haben Sie außerdem gerne Erfolg?
Ein ganz persönlicher Erfolg ist für mich, wenn es mir gelingt, Platz in meinem Terminkalender freizuräumen für Gebetszeiten und gemeinsame Stunden mit gleichgesinnten Unternehmern.

Was treibt Sie beruflich weiter voran?
Ich arbeite leidenschaftlich gern und ich liebe es, mit meinem tollen Team Ideen umzusetzen. Das hält mich jung. Außerdem will ich immer besser werden und von anderen lernen. Benchmarking spielt eine große Rolle in meinem Leben.

Was ist ein Must-Have in Ihrem Beruf?
Man muss auch mit schwierigen Persönlichkeiten auskommen können.

Was ist für Sie Luxus?
Gesund aufstehen und arbeiten zu können ist Luxus und Glück pur. Jeder Tag ist ein Geschenk.

Können Sie Ihr Erfolgsgeheimnis für uns zusammenfassen?
Ora et labora (bete und arbeite).

Was glauben Sie ist die wichtigste Eigenschaft die erfolgreiche Menschen heute brauchen?
Fleiß, Ehrlichkeit, Bescheidenheit und Demut.

Welche Ziele in puncto Erfolg setzen Sie sich für die Zukunft?
Ich habe noch zwei Bücher im Kopf und freue mich über die vielen Projekte, die wir in meinem Unternehmen umsetzen. Aber ich bin jetzt über 70. Es braucht dann auch Zeit, sich aufs Sterben vorzubereiten.

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

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