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“Ralf Dümmel”

Unternehmer und Investor

Sein größter Erfolg? Nach all den Jahren morgens immer noch gerne zur Arbeit zu fahren und zu lieben, was er tut: Investor Ralf Dümmel. / Foto: © Stefan Groenveld

Ich kann nicht gut verlieren

Er ist der Liebling des TV-Publikums und konnte bei der VOX Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ schon sagenhafte 141 Deals abschließen: Ralf Dümmel ist einer von Deutschlands berühmtesten Investoren, was er anfasst, wird fast immer zum Erfolg. Seine große Karriere startete der erfolgreiche Unternehmer aber ganz unspektakulär als Möbelhaus-Azubi mit Mittlerer Reife.

 

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Erfolg ist relativ. Man kann ihn sowohl im Großen als auch im Kleinen haben. Für mich sind es schon Erfolge, wenn ich gesteckte Ziele erreiche oder – noch besser – sie übertreffe. Ich sehe es zudem für mich persönlich als großen Erfolg an, einen Job zu haben, der mir auch nach 34 Jahren noch so viel Spaß bereitet.

Was wollten Sie als Kind werden, Ralf Dümmel?

Als Kind war mein Traumberuf Lkw-Fahrer. An den Raststätten habe ich immer gesehen, dass die Fahrer fernsehen konnten. Da dachte ich mir als kleiner Ralf: „Fernsehen und Lkw fahren – was für ein toller Job.“ Mir war damals nicht klar, dass das ein wirklich harter Job ist. Heute habe ich den allergrößten Respekt vor diesem Beruf.

Was war bisher Ihr wichtigster Karriereschritt?

Mein erster Deal – denn ich wollte unbedingt eine Lehre bei „Möbel Kraft“, dem Arbeitgeber meines Vaters, machen. Die nahmen allerdings keine Hauptschüler. Da sagte ich dem Personalchef, ich mache nur den Realschulabschluss, wenn ich danach eine Ausbildung im Möbelhaus machen darf. Er meinte, so frech sei ihm noch keiner mit gerade einmal 15 Jahren gekommen, und ließ sich darauf ein. Das war mein erster Deal und direkt nach dem Realschulabschluss begann ich eine Lehre als Einzelhandelskaufmann und wurde Küchenverkäufer.

Gab es einen Wunsch, den Sie sich mit dem ersten eigenen „großen“ Geld erfüllt haben, Ralf Dümmel?

Stolze 3.000 D-Mark habe ich nach meiner Ausbildung verdient. Davon habe ich mir einen weißen Fiat Uno mit 45 PS gekauft. Insgesamt hat das Auto 11.500 D-Mark gekostet. Geld, das ich nicht einfach auf dem Konto hatte, und so habe ich einen Kredit aufgenommen mit 1,9 Prozent effektivem Jahreszins. Ich war so stolz darauf und bin es immer noch. (lacht)

Was ist für Sie heute Luxus?

Wenn ich Zeit mit meiner Familie verbringen kann. Wenn ich mit meinen Söhnen, meiner Lebensgefährtin und ihrem Sohn gemeinsam in den Urlaub fahre, dann ist das einfach purer Luxus.

Was raten Sie Menschen, die Erfolg haben möchten?

Sein ganzer Stolz: Dümmel mit der ersten teuren Investition nach seiner Ausbildung – einem Fiat Uno 45 PS. / Foto: privat

Mein Leitsatz ist: Können kommt von Wollen.  Man sollte für die eigene Idee brennen und dafür kämpfen – das ist die Grundvoraussetzung.

Die größte Herausforderung dabei ist, nicht die Kosten aus den Augen zu verlieren. Bevor kein Geld verdient wird, muss man das Geld zusammenhalten: Geld haben kommt nicht von Geld ausgeben. Besonders bei innovativen Geschäftsmodellen, die viel Entwicklungszeit kosten, ist das nicht einfach.

Glauben Sie, Erfolg zu haben, ist heute einfacher, Ralf Dümmel?

Durch die Digitalisierung und die Schnelligkeit der Welt ändern sich stündlich irgendwelche Sachen. Die Start-ups müssen breiter und digitaler aufgebaut sein – und müssen sich sehr schnell anpassen können.

Was ist aus Ihrer Sicht die wichtigste Eigenschaft die erfolgreiche Menschen brauchen?

Man darf keine Angst davor haben, auch mal einen Fehler zu machen.

Wer viel arbeitet, macht eben Fehler und niemand ist fehlerfrei. Wichtig ist ja, was man aus ihnen lernt und wie man sie künftig vermeidet.
Was ist Ihre persönliche größte Stärke?

Das müssten andere beurteilen. Man sagt mir aber wohl nach, dass ich meine Leidenschaft für Produkte ganz gut in Vertriebsgesprächen zeigen kann.

Wie vereinbaren Sie Ihren Beruf mit dem Privatleben?

Tatsächlich habe ich gerade ein neues Hobby für mich entdeckt – Spazierengehen. Früher habe ich Menschen immer schief angeschaut, die mir erzählt haben, dass sie stundenlang durch die Gegend laufen, heute finde ich das selbst richtig entspannend und kann dabei gut abschalten. So lade ich nach Feierabend oder auch am Wochenende meine Akkus auf, und in Hamburg, einer so schönen Stadt, gibt es viele tolle Ecken, die jeder öfter besuchen sollte.

Was bedeutet für Sie Unglück, Ralf Dümmel?

Wenn ich einen Deal bei „Die Höhle der Löwen“ verliere, dann bedeutet das ganz großes Pech für mich. Ich kann einfach nicht gut verlieren … Das mussten auch meine Kinder schon früh beim „Mensch ärgere Dich nicht“-Spielen mit mir lernen. Irgendwann sind meine Söhne allerdings älter geworden und dann war das Gewinnen nicht mehr ganz so einfach. (lacht)

Der sympathische Investor kann zwar nicht gut verlieren, weiß aber, dass Fehler im Job viel Erfahrungen bringen und wichtig sind. / Foto: © Stefan Groenveld

Welche Sehnsüchte haben Sie?

Ich bin zurzeit auf Diät und versuche weniger Süßigkeiten zu essen, deshalb sind Chips, Salmi-Lollis, Schokolade, Popcorn und noch viele weitere Sachen aktuell meine Sehnsüchte.

Was ist heute Ihr Antrieb, jeden Tag weiterzumachen, obwohl Sie doch längst Erfolg haben?

Ich liebe meinen Job einfach und kann mir nicht vorstellen, dass ich morgens nicht mehr zur Arbeit fahre. Für mich ist Arbeit kein Stress, auch wenn der ein oder andere denkt, dass ich das nur sage, weil es sich total gut anhört. Selbst meine Lebensgefährtin sagt manchmal: „Hast Du wirklich Lust, du hast doch nur vier, fünf Stunden geschlafen?“ Ja, ich habe Lust, denn ich liebe und lebe meinen Job.

 

Was war für Sie überhaupt ausschlaggebend bei Ihrer Berufswahl, Ralf Dümmel?

Ich bin mehr oder weniger in die Selbstständigkeit so reingerutscht (lacht).

Ich habe gar nicht geplant Geschäftsführer einer Firma zu werden.

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen. Ab sofort können Sie dieses im Handel erwerben oder bei uns bestellen und bequem nach Hause liefern lassen.

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