„Rückschläge sind keine Niederschläge!“

13-fache Boxweltmeisterin in drei Gewichtsklassen: Ramona Kühne. / Bild:privat

Sie ist 13-fache Boxweltmeisterin in drei Gewichtsklassen und drei Weltverbänden, wurde dreimal zur Sportlerin des Jahres gewählt: Ramona Kühne hat sich bis ganz nach oben gekämpft. Sie sagt: Wahre Champions werden im Kopf gemacht.

 

Wie definieren Sie Erfolg?

Erfolg bedeutet für mich, mit dem, was man kann, das zu erreichen, was man will.

Wann wurde Ihnen das klar?

Ich war ein sehr dickes Kind und wurde immer gehänselt. Nachdem ich mit 11 Jahren auf der Straße von zwei größeren Jungs ohne Grund verprügelt worden war, stand für mich fest, dass ich mich zuküntig nicht nur verteidigen, sondern auch allen anderen zeigen möchte, dass man etwas schaffen kann, wenn man es auch will. Seitdem habe ich immer gesagt, dass ich mal mit “Kampfsport” berühmt werden will. Ich hatte damals mit Ju-Jutsu begonnen und schon früh für mich festgestellt, dass Kampfsport mein Ding ist. Anfangs dachte ich noch, ich werde mal in einem “Jackie Chan-Film” mitspielen. (lacht) Seit 2006 bin ich Profiboxerin, was aber nicht bedeutet, dass ich nicht trotzdem noch gerne mal in einem Film eine kleine Rolle spielen möchte!

War Jackie Chan ein Vorbild für Sie, Frau Kühne?

Seit ihrem elften Lebensjahr wusste Ramona Kühne, dass Sie mit Kampfsport berühmt werden will. / Bild: privat

Ja. Er und Manny Pacquiao. Mit den “Jacky Chan”-Filmen entdeckte ich meine Liebe zum Kampfsport. Ich wurde ein großer Fan von ihm, da er nicht nur ein super sympathischer und toller Schauspieler ist, er beherrscht auch noch die Kampfkunst in Perfektion. Manny Pacquiao ist ein philippinischer Profiboxer und Politiker, der für sein Land viel erreicht hat. Er ist der erste und aktuell auch einzige Profiboxer, der in acht Gewichtsklassen Box Weltmeister wurde. Er gilt mit seinen 71 Kämpfen als der beste Boxer aller Zeiten.

Haben Sie neben dem Kampfsport Zeit für eine Berufsausbildung gehabt?

Ja, ich habe eine abgeschlossene Berufsausbildung als Fachangestellte für Bäderbetriebe. Ich bin seit Jahren im Öffentlichen Dienst angestellt. Dort konnte ich auch immer sportlich aktiv bleiben. Aber der Drang mein Hobby, das Boxen, zum Beruf zu machen, war immer in mir und wurde bestärkt, als ich 2001 meinen heutigen Mann Stephan kennenlernte. Er unterstütze mich und meinen Traum, Profi-Boxerin zu werden. Wenn das nicht geklappt hätte, würde ich jetzt wahrscheinlich am Schwimmbecken stehen und meinen erlernten Beruf ausüben. Ich hatte da damals schon überlegt den Meister zu machen, um auch mal Badbetriebsleiterin werden zu können.

Es ist anders gekommen. Was waren Ihre wichtigsten Karriere-Schritte?

Es gab bisher drei wesentliche Karriere-Schritte: Der erste war der ins Profiboxen, den ich ohne die Unterstützung meines Mannes nicht geschafft hätte. Zwar hätte ich es auch alleine versucht. Es wäre aber aus meiner heutigen Sicht und Erfahrung weitaus schwieriger geworden und aller Voraussicht nach nicht so erfolgreich.
Der zweite Schritt für mich war, als ich meinen Mentor und heutigen sehr guten Freund Günter Mainka ( Unternehmer, Speaker, Moderator und Eventexperte) kennenlernte. Er führte mich in die Welt des “Speakers” ein. Er sah Potenzial in mir und meiner Lebensgeschichte. Ich gehöre nunmehr seit 2016 zu den Top 100 Speakern von „Speakers Excellence“. Der dritte Schritt ist gerade voll im Gange: Ich habe mich entschlossen, mich mit einem Boutique-Fitnessboxstudio selbstständig zu machen. Ein eigenes Sportstudio ist schon immer ein Traum von mir gewesen.

Was war das sportliche Highlight Ihrer Karriere?

In meiner Box-Karriere war eigentlich jeder WM-Kampf ein Highlight. Besonders hervorzuheben bleibt der WM Kampf gegen Ina Menzer vor 7000 Zuschauern in der Bördelandhalle und 4,8 Millionen vor den Fernsehern – auch wenn ich ihn verloren habe, .

Seit 2016 steht Kühne auch als Speakerin auf der Bühne und gehört zu den Top 100 Speakern von „Speakers Excellence“ / Bild: privat

Gab es weitere Rückschläge?

Oh ja. Zwei sind für mich besonders hart gewesen. Ich wurde mit 13 Jahren von einem Polizeibus angefahren und 30 Meter durch die Luft gegen einen wartenden BVG Bus geschleudert. Nach der Intensivstation und längerem Klinikaufenthalt hieß es, ich könne keinen Sport mehr machen, geschweige denn Leistungssport. Doch mein Ehrgeiz und Wunsch, Kampfsport zu machen und mal berühmt zu werden, waren so groß, dass ich trotz der Schmerzen weiter zum Ju-Jutsu gegangen bin.
Der nächste Rückschlag bestand eigentlich aus zweien: 2014 und 2016 riss ich mir das Kreuzband, innen und außen, erst im rechten, dann im linken Knie. Beide Male stand ich unmittelbar vor einem Weltmeisterschaftskampf und beide Male hieß es, dass ich mit 34 bzw. 36 schon zu alt sei, um nach so langer und schwerer Verletzung wieder in den Ring zu steigen. Ich gebe zu, dass ich beim ersten Mal tatsächlich in ein unbeschreiblich tiefes Loch fiel und Angst hatte, nicht mehr rauszukommen. Aber mein Wille, mein Ehrgeiz und natürlich auch mein Mann und meine Physiotherapeuten haben mich aufgefangen und unterstützt, wieder fit und vor allem doch wieder Weltmeisterin zu werden.

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