Sarna Röser ist die Nachfolgerin des in dritter Generation geführten Familienunternehmens „Karl Röser & Sohn GmbH“./ Foto: Anne Großmann Fotografie

„Die nächste Unternehmer-Generation steht vor gewaltigen Herausforderungen“

Sie ist die designierte Nachfolgerin des Betonröhrenherstellers „Karl Röser & Sohn“, Start-up-Investorin und Vorsitzende des Wirtschaftsverbands DieJungen Unternehmer“, dem größten Verband für Gründer, Jungunternehmer und Unternehmensnachfolger in Deutschland. Außerdem sitzt Sarna Röser im Aufsichtsrat der Fielmann AG und seit Sommer im Beirat der Deutschen Bank – mit gerade mal 34 Jahren.

 

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Das zu erreichen, was ich mir vorgenommen habe.

Wollten Sie immer schon ins Unternehmen einsteigen oder haben Sie sich eher eines Tages der geerbten Verantwortung gebeugt?

Meine Eltern haben mir immer die Freiheit gelassen, selbst zu entscheiden, was ich später einmal werden will. Mir wurde aber im jugendlichen Alter schnell klar, dass ich das Gleiche werden wollte wie meine Eltern: Unternehmerin.

Was haben Sie studiert? War das schon die Vorbereitung auf die Karriere im Familienunternehmen?

Ich habe internationale Betriebswirtschaftslehre und im Anschluss Corporate Social Responsibility studiert, damit ich das nötige Rüstzeug habe, um unser Unternehmen weiterzuführen oder ein neues Unternehmen gründen zu können. Mit BWL ist man meiner Meinung nach nie schlecht beraten…

Warum sind Sie ins Familienunternehmen eingestiegen?

Ich möchte unsere Tradition fortführen und Verantwortung übernehmen. Ich bin mit dem Unternehmertum aufgewachsen. Der Familienbetrieb war immer Bestandteil meines Lebens. Er gehört zu

Für sie bedeutet Erfolg: Das zu erreichen, was ich mir vorgenommen habe. / Foto: Anne Großmann Fotografie

mir – und ich bin Unternehmerin mit Herz und Seele.

Mussten Sie härter arbeiten, um sich zu beweisen, weil Sie die Tochter des Chefs waren?

Das war eigentlich nie ein Thema. Meine Schwester und ich sind quasi im Unternehmen aufgewachsen. Im Familienunternehmen kennt man sich – und respektiert sich. Natürlich ist Grundvoraussetzung, dass man als zukünftige Chefin die nötigen Qualifikationen, Kenntnisse und den Biss mitbringt, das Unternehmen erfolgreich in der nächsten Generation zu führen. Dass die Mitarbeiter sich auf einen verlassen können. Das ist für mich aber einfach auch schon meine Erwartung an mich selbst.

Vor welchen Herausforderungen steht die nächste Unternehmer-Generation der mittelständischen Familienunternehmer?

Auf jeden Fall vor Gewaltigen! Wir werden die Folgen der Pandemie abfedern, den klimagerechten Umbau der Wirtschaft stemmen und die digitale Transformation bewältigen müssen. Da haben wir einiges vor uns.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Anpacken und Handeln. Ich habe gelernt, auch mal ins kalte Wasser zu springen und beherzt und ausdauernd an Dingen dranzubleiben.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie etwas anders machen?

Nein. Ich denke, aus jeder Erfahrung, auch wenn sie mal negativ ist, lernt man. Man wird stärker und es spornt einen an, es beim nächsten Mal besser zu machen. Ich finde, Scheitern ist in Deutschland oft überbewertet. Scheitern kann passieren und gehört dazu. Gerade als Unternehmer ist man oft genug gezwungen, schnell wieder aufzustehen, aus Fehlern zu lernen und die Erfahrung in das nächste Projekt einzubringen.

Was würden Sie einer jungen Frau, die in Ihre Fußstapfen treten möchte, raten?

Sei hartnäckig, sei selbstbewusst, glaub an dich und vor allem: Nutze dein Netzwerk!

Erleben Sie je Diskriminierung?

Sarna Röser gemeinsam mit ihrem Vater Jürgen Röser / Foto: Anne Großmann Fotografie

Diese Erfahrung musste ich zum Glück noch nicht machen, nein.

Eines meiner Ziele als Bundesvorsitzende der Jungen Unternehmer ist, mehr Menschen für das Unternehmertum zu begeistern. Vor allem aber möchte ich mehr Frauen ermutigen, als Nachfolgerinnen ein Familienunternehmen zu übernehmen oder sich mit einem eigenen Unternehmen selbstständig zu machen. Hier müssen wir schon in den Schulen ansetzen: Das Bild einer erfolgreichen Unternehmerin ist eine echte Seltenheit in einem Schulbuch – es geht darum, den Mädchen und Jungen mehr Mut zuzusprechen und eben auch Vorbilder aufzuzeigen.

Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau – stimmt das auch umgekehrt?

Ich glaube, dass das untereinander Austauschen, sich gegenseitig als Sparringspartner zu sehen und sich „gegenseitig“ zu unterstützen unheimlich wichtig ist – egal ob als Frau oder als Mann. Jeder hat seine Stärken, von dem der andere profitieren kann.

Warum sitzen auch heute in noch deutlich mehr Männer in den Führungspositionen? Was muss sich ändern?

Wir sind uns alle einig, dass mehr Frauen den Weg in die Führungsgremien der deutschen Wirtschaft finden sollten. Doch dafür braucht es keine von oben verordnete Quote. Ich bin der Meinung, wir müssen an der Wurzel ansetzen und das „Warum“ lösen. Warum haben wir noch weniger Frauen als Männer in Top-Positionen? Warum gründen weniger Frauen als Männer? Solange sich die Rahmenbedingungen nicht ändern, sich Familie und Beruf nicht endlich reibungslos vereinbaren lassen, hilft uns auch keine Quote – die unsere Freiheiten als Unternehmer bei der Besetzung des Managements im Übrigen massiv beschneidet. Ohne flexible Kita-Öffnungszeiten – uns fehlen momentan über 300 000 Plätze für unter Dreijährige –, ohne gute Ganztagsschulen, ohne Männer, die auch mal länger Elternzeit nehmen als zwei Monate, wird uns kein gesetzlicher Zwang helfen. Und auch dann sind Sichtbarkeit, Selbstvertrauen und Netzwerke die Schlüssel – man muss mehr Frauen vernetzen, Vorbild für die Jüngeren sein und zeigen, wie erfolgreich viele Unternehmerinnen sind. Eine Quote hilft außerdem auch nicht dabei, junge Mädchen für MINT-Fächer zu begeistern.

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