Die eigene Leidenschaft als Motor nutzen

Schon als Kind wollte er Menschen helfen und genau das tut er jetzt. Seit 2013 führen Sebastian Bär und sein Bruder Christof Bär das Familienschuhunternehmen BÄR GmbH, das der Vater 1982 gegründet hat. Er ist hauptverantwortlich für die erfolgreiche Zweitmarke Joe Nimble.
Sebastian Bär selbst ist Marathonläufer und erlitt einen Ermüdungsbruch im Vorfuß und besuchte viele Ärzte. Nichts brachte etwas bis er bei einer Internetrecherche auf Lee Saxby stieß. Mit Unterstützung des weltweit renommierten Lauftechnik-Trainers und Experten für natürliche Bewegungsabläufe und Biomechanik kam Bär wieder auf die Beine. Aus diesem Erlebnis entstand die Idee für die neue Marke Joe Nimble – nach dem englischen Adjektiv „nimble“ für beweglich und aktiv. Seit rund zehn Jahren verfolgt Firmengründer Sebastian Bär dabei eine Mission: Läufer sollen ihren Sport dauerhaft schmerzfrei ausüben können.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, ambitionierte Ziele zu erreichen und damit die bisherigen Grenzen des Machbaren zu verschieben. Auch Scheitern kann Erfolg bedeuten, nämlich dann, wenn ich aus der neuen Situation etwas für das zukünftige Vorgehen lerne. Das Schönste am Erfolg: Er vergrößert sich, wenn man ihn teilt. Zum Beispiel im Team: Bei „Joe Nimble“ feiern wir fast täglich kleine Erfolge: Wenn wir positives Feedback direkt von Kunden persönlich an uns gerichtet bekommen oder uns über den Fortschritt spannender Projekte gemeinsam freuen.

Was war für Sie ausschlaggebend bei Ihrer Berufswahl?
Zur Aufbesserung meines Taschengeldes habe ich immer wieder an den Wochenenden auf Verbrauchermessen Schuhe verkauft. Das war ein Knochenjob. Faszinierend und für mich prägend war, immer wieder von Kunden – teilweise sehr emotional – danach zu hören, dass sie aufgrund unserer Schuhe endlich wieder laufen konnten oder keine Schmerzen mehr hatten. Da dachte ich mir: „Das ist grandios, das will ich der ganzen Welt zugänglich machen!“.

Was waren für Sie bisher Ihre wichtigsten Karriereschritte?
Der prägendste Karriereschritt war, als mir die Verantwortung der BÄR-Tochtergesellschaft in Japan übertragen und ich vor Ort eingesetzt wurde. Das war schon mehr als ein Sprung ins kalte Wasser. Durch diese Verantwortung und die vielen Herausforderungen habe ich jedoch viel Nützliches gelernt. Das Business vor Ort war unglaublich hart und die Kultur kam mir fast vor, als sei ich auf einem anderen Planeten gelandet. Sich bemühen und auf die Menschen einlassen, die Sprache zu lernen, um den lokalen Blickwinkel auf das Geschäft besser zu verstehen, hat mir schließlich Türen geöffnet. Demut und Höflichkeit sind sehr präsente Eigenschaften der japanischen Gesellschaft, die ich sehr bewundere.

Was ist bislang das persönliche Highlight Ihrer Karriere?
Als ich den ersten Prototypen des von mir entwickelten Laufschuhkonzeptes aus der Sohlenmontage genommen und ausgeleistet habe und das Ergebnis deutlich besser war, als ich es mir zu diesem Zeitpunkt erhoffen durfte, da war das fast wie die Freude über ein neugeborenes Baby.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für Ihren Erfolg maßgeblich sind?
Für mich gehören zum Erfolg Disziplin, Durchhaltevermögen und ein unbedingter Wille, etwas Großes zu schaffen.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriereweg und wie haben Sie diese überwunden?
Ja, deutlich mehr als ich mir wünsche…Aber auch das gehört zum Erfolg dazu. Ich habe daher gelernt, diese zu relativieren und mir zu sagen: „Morgen, nächste Woche, nächsten Monat sieht es schon ganz anders aus.“ Das hat sich immer bewahrheitet.

Was war die größte Schwierigkeit, die Sie auf Ihrem Weg zum Erfolg überwinden mussten?
Es hat mich aus familiären und wirtschaftlichen Gründen unglaublich viel Mut gekostet, unserem Beirat den Vorschlag zu machen, dass ich die Marke Joe Nimble“ völlig neu ausrichten möchte, räumlich getrennt und mit einem komplett neuen Team. Ich bin dann als One-Man-Show in einen Co-Working Space gezogen und hab mich am ersten Tag gefragt, was in aller Welt ich hier eigentlich tue… In vielen Bereichen fehlte mir Unterstützung – ich musste operativ neu anfangen und in vielen Bereichen schnell dazu lernen, da vieles bis dahin außerhalb meiner Verantwortung gelegen hatte.

Was raten Sie einem (jungen) Menschen, der Erfolg haben möchte?
Niemals den Mut verlieren. Die eigene Leidenschaft, das was einen antreibt, ernst nehmen und als Motor nutzen.

Wobei haben Sie außerdem gerne Erfolg?
Ich möchte gern ein guter Vater und Ehemann sein. Hierbei stelle ich mir jedoch immer wieder die Frage, wie man im familiären Bereich den Erfolg eigentlich misst – schließlich ist die Definition so individuell wie die Menschen. Da ich in meiner Freizeit sehr gerne laufe, habe ich bei Marathons und Trail-Läufen gerne Erfolg – die Ziele sind dabei immer je nach Situation unterschiedlich: Mal ist es eine Position im Lauf und mal eine zeitliche Verbesserung. Im Ziel ist das Erreichte dann immer eine unheimliche Befriedigung für den Aufwand die Monate davor.

Was treibt Sie beruflich weiter voran?
Tatsächlich schöpfe ich die meiste Energie daraus, wenn Kunden uns schildern, wie unsere Schuhe ihr Leben, ihren Sport oder ihre körperlichen Leiden verbessert haben. Das ist meine größte Freude und Motivation, jeden Tag.

Wie vereinbaren Sie Ihren Beruf mit dem Privatleben?
Ganz ehrlich: Ich denke 24/7/365 an Schuhe. Ich träume sogar nachts davon. Ob das gut ist, weiß ich nicht. Meine Familie ist sich dessen bewusst und akzeptiert es, was eine unglaubliche Unterstützung ist. Dennoch habe ich oft Gewissensbisse. Meine Trainingsläufe lege ich daher in die ganz frühen Morgenstunden, oft bei tiefer Dunkelheit, um nicht noch mehr Zeit vom Familienleben abzuziehen.

 

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten unterstützt?
Mein Vater, der Unternehmensgründer unserer Muttergesellschaft „BÄR Schuhe“, ist mir eine große Stütze. Das konnte ich jedoch vor allem in den ersten Jahren nicht immer so annehmen. Erst rückblickend erkenne ich, dass er wirklich immer (!) das Beste für uns wollte und nach diesen Maximen gehandelt hat.

 

 

 

In welchen Orten finden Sie neue Inspiration?
Beim Laufen! Wenn ich Probleme nicht lösen kann, wenn die Last zu groß wird, wenn der Kopf nicht mehr kann, dann gehe ich laufen. Das hilft immer!

Was ist für Sie Luxus?
Einen Tag mit meinen Kindern und meiner Frau in der Natur beim Wandern zu verbringen ist für mich das größte Glück.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie etwas anders machen?
Nein, absolut gar nichts. Denn alles, was ich erlebt habe – im Guten wie im Schlechten, hat mich zu dem gemacht, was ich bin und dorthin geführt, wo ich stehe.

Was ist heute Ihr Antrieb jeden Tag weiter zu machen, nachdem Sie nun erfolgreich sind?
Die Welt und die Herausforderungen im Business verändern sich so rasant, dass das Erreichte schnell überholt sein kann. Ich hätte mir vor fünf Jahren nicht vorstellen können, welch eine Vielzahl an Produkten wir heute erfolgreich vertreiben – und ich bin heute schon gespannt, wie das in weiteren fünf Jahren aussehen wird.

Können Sie Ihr Erfolgsgeheimnis für uns zusammenfassen?
The harder you work, the luckier you get.

Was glauben Sie ist die wichtigste Eigenschaft die erfolgreiche Menschen heute brauchen?
Mut, Leidenschaft und Disziplin – zu jeweils gleichen Teilen.

Welche Ziele in puncto Erfolg setzen Sie sich für die Zukunft?
Ich möchte in meinem Handeln demütig bleiben.

Weitere Informationen zu den Schuhen finden Sie unter www.joe-nimble.com

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