Zwischen Lausbubigkeit und Zielstrebigkeit

Simon Brunke verkaufte schon mit 13 Jahren gewinnbringend Ü-Ei-Figuren auf dem Flohmarkt © Exporo AG

Simon Brunke ist Mitbegründer und CEO der Exporo AG. Der gebürtige Hamburger studierte zunächst europäische Unternehmensführung, absolvierte unter anderem Praktika bei Daimler und Axel Springer und gründete bereits 2004 sein erstes Unternehmen, die Aeris GmbH & Co KG. Sein erster Exit folgte 2011 mit der wika AG, wo er als Gründer und Finanzvorstand von 2007 an tätig war. Seit 2014 baute er gemeinsam mit Björn Maronde, Tim Bütecke und Julian Oertzen die Exporo AG auf, Deutschlands führende Plattform für digitale Immobilieninvestments. Mittlerweile hat Exporo über 190 Mitarbeiter – und befindet sich weiterhin im stetigen Wachstum.

Herr Brunke, was wollten Sie als Kind werden?
Simon Brunke: Begeistert haben mich in meiner Kindheit Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga und Dagobert Duck. Eine Mischung aus Eigenständigkeit und Freiheit, Lausbubigkeit und Zielstrebigkeit.

Ihr größtes Vorbild ist?
Mein Vater – seine Grundeinstellung zum Leben hat mich schon immer inspiriert und motiviert. Sowohl in guten als auch in schlechteren Phasen hat er immer positiv gedacht und das Beste aus jeder Situation gemacht. Er hat zwar viel gearbeitet, doch er war immer für die Familie da. Ich hatte viele Freiheiten, aber auch meine Pflichten: Abends spät ins Bett war ok, trotzdem war morgens Rasenmähen angesagt.

Was war für Sie ausschlaggebend bei Ihrer Berufswahl?
Schon mit 13 Jahren habe ich auf Flohmärkten jeden Monat mit Überraschungseier-Figuren gehandelt und während meines BWL-Studiums 2004 meine erste Firma gegründet. Ich war nie angestellt, die Rolle als selbstständiger Unternehmer ist mir sozusagen in die Wiege gelegt worden und hat mir von  Kindheit an große Freude bereitet.

Was waren für Sie bisher Ihre wichtigsten Karriereschritte?
Während meines Studiums gründete ich einen klassischen Maklervertrieb, der auf circa 500 Mitarbeiter anwuchs. 2011 verkaufte ich meine Anteile, 2013 schied ich als Vorstand aus. Die Ineffizienzen des klassischen Vertriebs – egal ob Immobilien, Versicherungen oder andere Produkte – waren unübersehbar, das Potenzial von Fintech-Unternehmen hingegen sehr groß. Mit der Gründung von Exporo im Jahr 2014 verband ich beides: Zusammen mit meinen Mitgründern entwickelten wir eine Plattform für digitale Immobilieninvestments, die es jedem ermöglicht, wie ein Großanleger in professionelle Immobilien zu investieren.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für Ihren Erfolg maßgeblich sind?
Optimismus, Einsatzbereitschaft und Leidenschaft. Vor allem aber meine absolute Überzeugung und Begeisterung für das, woran wir als Firma jeden Tag arbeiten.

Was raten Sie jungen Menschen, die Erfolg haben möchten?
Ich glaube, dass es wichtig ist, eine eigene Idee zu haben und sich zu trauen, diese einfach mal umzusetzen. Eine solche Idee muss das Potenzial haben, ganze Märkte und Industrien zu ändern und dementsprechend auch das Nutzerverhalten.

Wie vereinbaren Sie Ihren Beruf mit dem Privatleben?
In meinen Augen muss es möglich sein, das Privates und Berufliches in Einklang zu bringen. Mir persönlich hilft Sport dabei, und natürlich Familie und gute Freunde. Geht es mir privat gut, kann ich beruflich gut performen. Performe ich beruflich, hat das wieder einen positiven Effekt auf mein Privatleben.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten unterstützt?
Mein Vater und mein Professor, Herr. Dr. Müller-Siebers, haben mich dabei unterstützt, meinen eigenen Weg zu gehen. Und dieser führte schon früh in die Selbstständigkeit, sodass auch das Stehen auf eigenen Beinen mich gefördert und gestärkt hat.

Haben Sie eine lustige Anekdote aus Ihrem Erfolgsleben?
Bei einem Vortrag vor vier Jahren kam aus dem Publikum – alles Vertreter von offenen und geschlossenen Fonds – folgender Kommentar: „Simon, es ist ja eine lustige Idee von euch, digital mit Kleinanlegern eine bis zwei Millionen Euro pro Immobilie einzusammeln. Aber für uns würde sich das nicht lohnen, wir machen immer mindestens 20 Millionen Euro pro Immobilie. Spielt ihr mal ruhig weiter.“ Mittlerweile haben wir bewiesen, wie gut es tatsächlich funktioniert, und etliche Branchenvertreter der „alte Finanzwelt“ möchten über uns Tech, Marketing und Know-how einkaufen.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie etwas anders machen?
Für mich war es lehrreich, zu erfahren, wie gut bestimmte Dinge funktionieren, wenn man sie vernünftig übergibt und seinen Mitarbeitern vertraut. Zu denken, man muss in einem Unternehmen alles selbst machen oder kontrollieren, ist aus meiner Sicht ein großer Fehler.

Wie leiten Sie Ihr Team?
Ich glaube an ein „Führen durch Vorbild“ und an den Teamgeist. Daran arbeite ich täglich. Wir pflegen ein starkes Miteinander bei Exporo. Die Hierarchien sind bewusst flach. Ich bin ein großer Freund davon, Dinge gemeinsam zu machen und demokratisch zu arbeiten.

Wie wichtig ist Ihnen soziales Engagement?
Bei allem Blick auf Wachstum und Zukunft des Unternehmens verlieren wir bei Exporo gesellschaftliche Verantwortung und soziales Engagement nicht aus den Augen. Seit vielen Jahren verfolgen meine Vorstandskollegen und ich deshalb privat verschiedene Hilfsprojekte. Doch auch in die Unternehmenspraxis unserer Plattform ist das freiwillige Engagement längst eingebunden: So hat Exporo in den vergangenen Jahren mit diversen Aktionen beträchtliche Summen Geld eingesammelt und für den guten Zweck gespendet.

 

Von AS

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