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Ein Erfolgsgeheimnis hat der Politiker und Unternehmer nicht. „Zum Erfolg gehört eine Portion Glück“, so der gebürtige Hamburger. / Fotos: privat

Mehr als die Stimme der deutschen Industrie

Wirtschaftsexperte, Honorarprofessor, Politiker… Hans-Olaf Henkel blickt auf viele Karrieren zurück. Er ist kein Typ, der sich ausruht. Denn Glück bedeutet für den gebürtigen Hamburger „immer eine Aufgabe zu haben“.

Wer hätte gedacht, dass DER Wirtschaftsrepräsentant Deutschlands eigentlich Saxofonist werden wollte? Aber der Zufall – im wahrsten Sinne des Wortes – hatte andere Karrierepläne.

Nach seinem Abschluss stolperte Henkel – zufällig – über einePolitik Anzeige des IT-Giganten IBM, wird dort später Europachef. „Alles, was ich erreicht habe, habe ich meiner Lehrzeit bei Kühne & Nagel in Hamburg, meinem Studium an der Akademie für Wirtschaft und Politik und der IBM zu verdanken“, betont der Unternehmer heute. Diese Erfahrung als Lehrling bei Kühne & Nagel hat in ihm die Sehnsucht nach anderen Ländern geweckt.

Erfolg bedeutet für ihn, „ein gesetztes Ziel erreicht oder überschritten zu haben.“ Er selbst hat sich nach seinem ersten Erfolg übrigens einen Jugendtraum erfüllt: „1962 kaufte ich mir am Bodensee eine Segeljolle.“

Und vielleicht wäre Henkels Karriere auch anders verlaufen, hätte er 1972 IBM mit jenen fünf Kollegen verlassen, die damals SAP gründeten. Aber: „Sie haben mich nicht gefragt und wenn sie mich gefragt hätten, hätte ich wohl ‚nein‘ gesagt. Deren Mut hatte ich damals nicht.“

Welche persönlichen Stärken für seine Erfolge maßgeblich waren? „Ich habe keine

Er behält immer die Ruhe: Hans-Olaf Henkel bei einem Schachduell. / Foto: privat

Stärken, habe keine bestimmten Begabungen. Vielleicht ist meine einzige Stärke, keine besonders auffallenden Schwächen zu haben?“ Henkels Karriere hatte viele Wendepunkte: „Entscheidend war, dass ich bei allen Veränderungen etwas Neues lernen konnte.“

Nach seiner Zeit bei IBM, die er meist in Asien, Frankreich und den USA verbrachte, war er von 1995 bis 2000 Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), anschließend Präsident der Leibniz-Gemeinschaft („Nach meiner Karriere in der Wirtschaft eröffnete mir das ganz neue Perspektiven.“) und lehrte dazu über zehn Jahre als Honorarprofessor (ehrenamtlich) an der BWL-Fakultät an der Universität Mannheim.

Die wissenschaftliche Arbeit trieb ihn in die Politik, 2014 wurde er ins Europaparlament gewählt. Das Entscheidende bei jedem Karrierewechsel war dabei für ihn „immer wieder etwas Neues lernen zu können”.

Was sein Erfolgsgeheimnis ist? „Ich habe keins. Wahrscheinlich gehört zum Erfolg eine gehörige Portion Glück, und das hatte ich immer wieder mal.“ Denn natürlich gab es Rückschläge: „Meist waren sie auf zu viel Selbstzufriedenheit zurückzuführen. Sobald ich das merkte, ging es wieder bergauf.“

Überheblichkeit, Selbstzufriedenheit und Arroganz sind für ihn ganz klar keine Erfolgsgaranten. Henkel ist lieber selbstkritisch – auch im Rückblick auf seine getroffenen Entscheidungen: „Ich würde mich nicht wieder für die Einführung des Euro einsetzen, was ich als BDI-Präsident tat.“ Und was würde er heute seinem jüngeren Ich raten: „Beruflich nur das zu tun, was drei Voraussetzungen erfüllt: Es muss Freude machen; man muss das Gefühl haben, es zu können und man muss davon unabhängig von anderen leben können.“ Es gibt übrigens einen Bereich, in dem Hans-Olaf Henkel noch nicht ganz erfolgreich ist. Tenorsaxophon würde er gerne spielen können.

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

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„Jeder sollte versuchen, das Beste zu geben“

 

Peter Merck Geschäftsführer Golf Lounge Hamburg Billwerder / Kommunikationstalent trifft Organisationsfreude: Peter Merck wollte schon als Kind die Olympischen Spiele planen. Heute betreibt er die „Golf Lounge” – Ein Ort, der neben Golf-Trainingsanlage auch EventLocation ist. / Foto: Golf Lounge

In Hamburg betreibt Peter Merck das Golf Lounge Resort. Uns hat der 54-Jährige erzählt, wie seine Begeisterung für Sport ihn antreibt und was die lila Kuh damit zu hat.

Was war ausschlaggebend für Ihre Berufswahl?
Ich wollte schon als Kind die Olmypischen Spiele organisieren. Da kam damals schon meine Leidenschaft für Organisation und für den Sport durch. Als ich mein Wirtschaftsstudium abgeschlossen hatte, wollte ich diesen Strang wieder aufnehmen. Ich habe mich gefragt: Welche Sportarten sind in Deutschland ausbaufähig? Am Anfang bin ich natürlich über Fußball gestolpert, aber da hat keiner auf mich gewartet. Also habe ich weiter geguckt und bin beim Golf gelandet. Das war eine analytische Abwägung, nichts Emotionales.

Woher hat man als Kind den Traum, eine Olympiade zu organisieren?
Ich habe einfach immer Spaß am Organisieren gehabt. Bei einem Kindergeburtstag hatte sich mal jemand die lila Kuh von Milka gewünscht. Alle anderen haben natürlich Schokolade geschenkt. Ich bin zum Bauern um die Ecke gegangen und habe gefragt, ob ich eine Kuh ausleihen und sie als lila Milka Kuh präsentieren kann.

Heute managen Sie Ihr eigenes Golf-Unternehmen. Ihre Golf Lounge in Hamburg zieht gerade an einen neuen Standort. Bisher war es eine dreistöckige Driving Range, Ihr neues Golf Lounge Resort hat einen richtigen Golfplatz. Ein großer Schritt?
Kommt drauf an, wie man es sieht. Die alte Golf Lounge wurde als innerstädtische Trainingsanlage gebaut, für Golfer und Leute, die Golfen lernen wollen. Wir haben aber relativ schnell gemerkt, dass wir auch eine tolle Event-Location sind, mit der wir Unternehmen eine Plattform für Gespräche oder Weiterbildungen bieten können. Im Grunde genommen machen wir jetzt das Gleiche, bloß in groß: Wir bieten wieder Golf an und lassen im Umfeld sehr viele Events laufen.

Ihre Kunden können also auf gewisse Art bei ihnen in den Tag rein leben. Das ja auch Ihre persönliche Definition von Glück, oder?
Ja. Ich schöpfe meine Kraft aus der Natur und den Momenten, die ich in ihr verbringe, egal ob auf dem Land, auf dem Wasser oder in den Bergen.

Dabei hat man als Unternehmer gerade dafür eher wenig Zeit. Wie kriegen Sie Wunsch und Wirklichkeit unter einen Hut?
Ich bin auf der einen Seite sehr ehrgeizig und ungeduldig, weil ich meine Projekte durchbekommen möchte. Andererseits habe ich eine Familie, die mich auffordert, mir Freiräume zu nehmen und am Familienleben teilzunehmen.

Welche weiteren Eigenschaften zeichnen Sie aus?
Mich zeichnet aus, dass ich neugierig bin, dass ich Dinge von unterschiedlichen Blickwinkeln angucke. Ich versuche, immer über den Tellerrand zu schauen. Und es ist für mich wichtig, klare Entscheidungen zu treffen und dafür im Zweifel auch meinen Kopf hinzuhalten.

Dürfen Ihre Mitarbeiter Sie kritisieren?
Absolut! Natürlich ist für mich im Unternehmen Loyalität ist wichtig. Aber ich schätze eine offene Kultur, in der mein Team klar artikuliert, was ihm gefällt und was nicht. Bevor wir große, weitreichende Entscheidungen treffen, versuche ich, jedem zuhören und abzuwägen.

War es für Sie eine Option, beruflich bei dem von Ihren Vorfahren gegründeten Chemie- und Pharma-Konzern Merck einzusteigen?
Nein. Ich fände es nicht klug, die eigene Familie in irgendwelche Positionen zu protegieren. Es ist viel sinnvoller, sich zurückzunehmen und ein operatives Management marschieren zu lassen. Man muss auch überlegen, wo man seine Stärken hat. Ich bin nicht der geborene Analytiker. Ich bin eher jemand, der Menschen zusammenführt und der auf der Ebene der Kommunikation viel bewegen kann.

Gibt es ein Familien-Credo, das Sie leben?
Für mich ist es wichtig, dass wir über die Familie schon im Kindesalter versuchen, Werte zu vermitteln. Dazu gehört ua. Respekt, Toleranz, Verantwortung und eine gewisse Gelassenheit. Das sind Dinge, die nicht von heute auf morgen kommen. Das ist ein langer Prozess. Ich versuche meinen Kindern zu erklären, dass wir eine Vorbildfunktion haben und dass man diese nicht erst als Erwachsener übernimmt, sondern dass das schon in den Kinderschuhen anfängt. Jeder sollte versuchen, sein Bestes zu geben.

Sie engagieren sich auch ehrenamtlich. Wie bringen Sie sich wo ein?

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CeU-Mitglied Dagmar Wöhrl, der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg Dr. Peter Tschentscher und Kristina Tröger. Foto: Ulrich Tröger

Es gibt Erfolge, die sprechen für sich

Im Jahr 2015 gründete Kristina Tröger den Club europäischer Unternehmerinnen e. V., dessen Netzwerk innerhalb kürzester Zeit auf über 700 Unternehmerinnen und Frauen in oberen Führungspositionen anwuchs. Austausch auf Augenhöhe prägt das hochwertige Clubkonzept, ein unverkrampftes Miteinander, eine hochkarätige Vernetzung, auch mit Männern, die zudem bei den meisten Veranstaltungen als Gäste willkommen sind.
Mittlerweile gilt der CeU als eines der „wichtigsten Power-Netzwerke für Frauen“ (BUNTE) bzw. als „hochkarätiges Unternehmerinnen-Netzwerk“, das „Königinnen des Unternehmertums“ (Frau im Spiegel) in einem „der bundesweit renommiertesten Frauennetzwerke“ (Hamburger Abendblatt) vereint. Dazu passt, dass der Club in einer so einschneidenden Krise wie der Corona-Pandemie schnell einen Weg gefunden hat, proaktiv mit der Situation zu verfahren und gestärkt aus ihr hervorzugehen.

Noch im März 2020 startete der Club die Kampagne „CeUs für CeUs“. Die Mitglieder wurden dazu aufgerufen, bevorzugt Produkte und Dienstleistungen von Mitgliedern einzukaufen und mit Rat und Tat zu unterstützen, wo nötig. Es wurde eine Präsidentinnen-Sprechstunde eingeführt, die allen Mitgliedern für akute Fragestellungen offensteht. Und darüber hinaus startete der Club in den sozialen Netzwerken wie Instagram und Facebook die Initiative „Inside CeU’s“. Dort wurde gezeigt, wie CeU-Mitglieder den neuen Alltag im Corona-Zeitalter erleben und damit umgehen. Die Resonanz auf diese Initiativen war überaus positiv! Sie stärkten den Gemeinschaftsgeist und unterstützten mental und praktisch.

Und natürlich ging CeU auch mit voller Kraft seine Digitalisierung an. Die erste von vielen virtuellen Veranstaltung fand bereits im April 2020 statt. Diese sind mittlerweile fester Bestandteil des Clubprogramms. Zudem wurden neue digitale Formate entwickelt wie beispielsweise CeU Headlines, in deren Rahmen führende Köpfe zu Themen sprechen, die brandaktuell in den Medien diskutiert werden. Mit diesem innovativen Veranstaltungsformat, das CeU in dieser Form und Tagesaktualität mit klassischen analogen Veranstaltungen niemals hätte anbieten können, ist es gelungen, die Vorteile der virtuellen Plattformen optimal zu nutzen, und in dieser schwierigen Situation einen Mehrwert zu generieren.

Das Beispiel des CeU zeigt, wie wichtig es gerade in Krisen ist, sich schnell auf die neue Situation einzustellen und die sich ergebenden Chancen mit innovativen Ansätzen zu nutzen: idealerweise als Teil einer großen und starken Gemeinschaft wie dem Netzwerk des Clubs. Das ist die beste Basis um am Ende gestärkt aus einer solchen Krise hervorzugehen.

Mehr Informationen erhalten Sie unter www.ceu-hamburg.eu

Die Coronakrise hat viele in Bedrängnis gebracht. Um die Politik auf die Notsituation der Busbranche aufmerksam zu machen, hat Julien Figur im Mai 2020 eine Busdemo in Hamburg organisiert. Hier sieht man Julien Figur beim Einweisen von Reisebussen. Es waren 150 Busse. Foto: © Constantijn Gubbel bei der Demo in Hamburg dabei.

Einfach losfahren

Mit „Hanse Mondial“ einfach losfahren mit wenig Aufwand – das verspricht Firmengründer Julien Figur seinen Kunden. Zusammen mit seinem Bruder Chris und zwei Freunden, Emmanuel Stover und Tobias Warnecke, lenkt er die Full-Service-Mobilitätsagentur für europaweite Buslogistik sicher und souverän. Auch in schwierigen Zeiten bleibt der 33-Jährige ruhig am Firmensteuer: Obwohl die gesamte Branche wegen Corona in Schieflage geriet, steht die Ampel für die Hamburger Agentur weiterhin auf Erfolgskurs.

Das Coronavirus hat den Alltag aller drastisch verändert, sogar ganze Wirtschaftszweige in die Knie gezwungen. Die Reisebranche wurde durch das Virus an die Wand gefahren. Eine schwierige Zeit auch für Julien Figur. Er nutzte die Zeit, ins Team zu investieren, Prozesse und Strukturen aufzusetzen. Auch sein Netzwerk baute er aus. Denn statt eine eigene Busflotte aufzubauen, setzt „Hanse Mondial“ auf ein bundesweites Netzwerk aus über 1.000 Bus- und Reiseunternehmen, deren Reisebusse und Limousinen er im Auftrag seiner Kunden mietet und einsetzt. Egal, ob jemand komplexe Touren und Routen, regelmäßige Transfers und Shuttlefahrten oder einfache Transfers von A nach B braucht, egal, ob es sich um fünfzig Personen oder 50.000 handelt – Julien Figur und sein Team kümmern sich darum, dass am gewünschten Tag alle pünktlich, sicher und bequem ihr Ziel erreichen. Und auch noch nachhaltig. Gerade das ist Julien Figur wichtig. Denn das Coronavirus zwinge uns zum Umdenken, sagt er.

„Wir müssen nachhaltiger leben und unsere Einstellungen überdenken.“

Unser aller Ziel müsse sein, der nächsten Generation die Erde wohlbehalten zu übergeben. „Aber dafür müssen wir uns und unser gesellschaftliches Verhalten tatsächlich ändern.“

Mobilität, Reisen und Umweltschutz, passt das überhaupt zusammen? Für den 33-Jährigen keine Frage: Wer statt ins Auto in den Reisebus steigt, um von A nach B zu kommen, ist klimaschonend unterwegs, belastet die Erde im Vergleich zum Pkw mit nur einem Viertel an CO2-Ausstoß pro Kilometer. Deshalb will Julien Figur noch viel mehr Menschen dazu bewegen, auf den Reisebus umzusteigen. Im Gespräch mit ihm wird deutlich, wie sehr ihn das Thema Nachhaltigkeit umtreibt. Während des Lockdowns hat er den Podcast „Mobilität der Zukunft“ gestartet. In dem Podcast diskutieren Experten, Meinungsführer und Unternehmer darüber, wie sich Mobilität im Hinblick auf Digitalisierung und Umweltschutz verändern wird. Mit dabei waren bereits Interviewgäste wie z. B. Nachhaltigkeitsaktivist Marc Buckley, Zukunftsforscher Dr. Stefan Carsten und CDU-Politiker Dr. Christoph Ploß. „Die Zukunft sieht in meinen Augen so aus, dass der Mobilitätsmix im urbanen und ländlichen Raum digital und on demand über das Smartphone buchbar sein wird. Die Buslogistik der Zukunft ist autonom“, ist Julien Figur überzeugt. Und genau diese Vision treibt ihn an.

Inspiriert hat ihn sein früherer Chef, ein Visionär. „Von ihm habe ich unglaublich viel gelernt“, sagt Julien Figur. In die Firma kam er eher zufällig. Nach Abitur und Wehrdienst studierte er berufsbegleitend BWL und heuerte bei einem Unternehmen an, dass Busse vermietet. Für ihn goldrichtig, wie sich herausstellte. Er konnte viele Erfahrungen sammeln und eigenverantwortlich arbeiten. „Allerdings habe ich schon in der 8. Klasse immer gesagt, ich will später mein eigener Chef werden“, erinnert sich Julien Figur. Im USA-Urlaub kam er zur Ruhe, dachte viel nach. Am Sandstrand von Florida trifft er eine Entscheidung: „Ich mache mich selbstständig.“ Er wollte nicht wie sein Vater in einem „Konzerndschungel gefangen die Karriereleiter hochklettern“. Sein Vater habe zwar in den Augen vieler Menschen Erfolg gehabt, aber „er war nie wirklich frei“. Aber gerade das ist für Julien Figur die Definition von Erfolg: Freiheit, zum Beispiel die Freiheit, eigene Ideen und Visionen umzusetzen.

Er sagt: „Erfolg messe ich nicht an der Größe eines Hauses, an der Anzahl schneller Autos oder anhand des Bankkontos.“
Von Claudia Rothhammer

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success nachlesen.

Frische und gesunde Lebensmittel sind die entscheidenden Zutaten in Daniela Laubingers Erfolgsrezept – privat wie beruflich. Bild © Jürgen Frank

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Daniela Laubinger hilft mit ihrer Natural Weight Loss Company Promis und Topmanager*innen in Hamburg beim Abnehmen. Als sie ihr Konzept vor rund zehn Jahren entwickelte, sorgte es schnell auch in London und Abu Dhabi für Aufsehen.

Medizinstudium bei der Bundeswehr, nebenbei Gebietsleitung in einer Werbeagentur, dann ein Schlenker zu L’Oréal und schließlich die eigene Firma: Daniela Laubinger bezeichnet ihren beruflichen Weg als „durchaus ungewöhnlich“. Anders machen würde sie trotzdem nichts. Warum auch, schließlich ist sie seit mittlerweile zehn Jahren genau da, wo sie immer hinwollte. „Meine eigene Firma zu haben, war schon immer mein größter Wunsch. Selbstständig arbeiten zu können, ist ein großes Geschenk. Und meine Arbeit macht mir sehr, sehr viel Spaß“, sagt sie.

In ihrer Karriere hätte sich einiges gefügt, sagt die 47-Jährige. Auch wenn Daniela Laubinger gerne von Fügung oder Glück spricht, sind das sicherlich nicht die Hauptgründe für ihren Erfolg: Ihr fundiertes Wissen aus dem Medizinstudium, ein einmaliges Konzept, Leidenschaft für ihr Vorhaben, Selbstvertrauen und Freude am Netzwerken ließen schon in den ersten Monaten ihrer Selbstständigkeit opulente Angebote aus Abu Dhabi und London ins Haus flattern.

Aber der Reihe nach. Die erste Fügung: Auf die Idee, sich mit ihrer Natural Weight Loss Company als Ernährungsberaterin selbstständig zu machen, kam Daniela Laubinger nur, weil sie für ihre eigene Hochzeit abnehmen wollte, in sechs Wochen elf Kilo verlor und damit einer Dame auf einer Gartenparty doch recht imponierte. Und weil diese Dame zu der Zeit als Beraterin für eine Schönheitsklinik in Abu Dhabi tätig war, wurde man in den Vereinigten Arabischen Emiraten schnell auf Daniela Laubinger aufmerksam und lud sie ein.

Da sie nicht als Privatperson sondern als Unternehmerin nach Asien reisen wollte, gründete sie im Schnellverfahren eine Firma, schrieb Tag und Nacht an einer Präsentation und saß ein paar Tage später damit im Flugzeug. „Man hat mich im Emirates Palace untergebracht und von Termin zu Termin chauffiert. Dann nahm das Ganze sehr viel Fahrt und gipfelte beim dortigen Gesundheitsminister“, erzählt sie. Nach reichlich Überlegungszeit lehnte Daniela Laubinger das Angebot, mit ihrem Programm in sieben Emiraten zu starten, aber ab. „Ich habe mich auf mein Bauchgefühl verlassen. Ich muss nicht alles um jeden Preis machen. Zwei Wochen im Monat dort vor Ort zu sein, kam für mich einfach nicht infrage.“ Mutig zu sein und auf getroffene Entscheidungen zu vertrauen, hat Daniela Laubinger seitdem unaufhörlich nach vorne gebracht. In ihrer Hamburger Praxis geben sich seit Jahren Topmanager*innen und Promis die Klinke in die Hand.

Auf dem Flug nach Abu Dhabi die zweite Fügung: Während Daniela Laubinger ihrer Präsentation den letzten Feinschliff verpasste, bot ihr ein Sitznachbar an, sich das Ganze als Native Speaker nochmal anzuschauen. Wie die Dame auf dem Gartenfest war er begeistert von Daniela Laubingers Konzept. Später stellte sich heraus, dass er einer der Top Ten plastischen Chirurgen Großbritanniens ist. Auch er bot ihr an, als Ernährungsberaterin in seiner Londoner Praxis zu arbeiten. „Er meinte, das wäre genau das Richtige für seine Patienten. Er gab mir einen Schlüssel für seine Praxis und hat mir die Hand geschüttelt.“ Drei Jahre lang arbeiteten die beiden dann erfolgreich zusammen, bis der gebürtige Amerikaner seine Londoner Praxis aufgab, um wieder in die Heimat zurückzukehren. Das Angebot, die Praxis im Anschluss komplett zu übernehmen, lehnte Daniela Laubinger aus zeitlichen und familiären Gründen ab.

Von Jonas Raab

Das ganze Interview finden Sie in der Printausgabe von Secrets of Success.

Lotto King Karl – der ehrgeizige Musiker hat seine Träume in die Tat umgesetzt. Bild © Patrick Ludolph

Zufriedenheit ist der größtmögliche Erfolg

Wenn man sich mit Lotto King Karl unterhalten möchte, dann muss man Zeit mitbringen. Dabei wird es auf gar keinen Fall langweilig, denn der Mann hat schon viel erlebt und dadurch auch einiges zu erzählen. Vom Marineoffizier über „Der mit dem großen Lottogewinn“ bis hin zum heutigen erfolgreichen Musiker – natürlich mit der ganz großen Liebe zum HSV.

„Als Kind wollte ich Mittelstürmer beim HSV und Torschützenkönig der Bundesliga werden. Damals konnte ich mir keinen cooleren Job vorstellen,“ so Lotto King Karl. Mittlerweile weiß er, dass es noch andere coole Jobs gibt. „Als ich Marineoffizier war, war mir gar nicht bewusst, was für ein cooler Job das ist. Daran denkst Du in dem Moment nicht, wenn Du bei 8 Grad auf der Brücke stehst, Dir der Hagel ins Gesicht schlägt und Du manchmal mit Leuten zusammenarbeiten musst, mit denen Du Dich privat nie treffen würdest. Aber Du lernst, im Team zusammenzuhalten, durchzuhalten und Mut zu haben. Das alles ist mir erst viel später bewusst geworden. Aber das ist wichtig. Irgendwann sollte man erkennen, was man schon geschafft hat. Damit setzt dann eine gewissen Dankbarkeit ein und mit ihr auch der persönliche Erfolg.“

Doch ab wann kann man dankbar sein und ab wann hat man für sich selbst Erfolg? „Es fängt ja immer damit an, dass man gewisse Träume hat, die man erreichen möchte. Da ist es am Anfang ja schon ein Erfolg, wenn man die Miete ohne Probleme zahlen kann. Dann wird man anspruchsvoller in Bezug auf Erfolg. Man sollte sich nur immer die Fragen stellen, wie lange und wie hart man überhaupt arbeiten möchte. Oder umgekehrt: Wann reicht es? Wenn man dann ehrlich zu sich selbst ist, gelangt man automatisch an den Punkt, an dem man sagt: Ich habe mein Ziel und das, was mir wichtig war, erreicht. Damit sind wir dann wieder bei der Zufriedenheit und dem Erfolg.“

Der Weg zum Erfolg kann aber auch schwer sein. „Ich kann mich noch daran erinnern, als meine Band und ich unseren major Plattenvertrag verloren hatten. Wenn eine Plattenfirma einen rauswirft, dann geht die eigentlich davon aus, dass sich die Band auflöst. Doch das kam für uns nicht infrage. Trotzdem war die Trauer erst riesengroß. Wir saßen damals total frustriert an einer Jet-Tankstelle in Hamburg Horn mit einem Sixpack im Arm und haben uns gefragt: Was können wir denn, was diese milliardenschwere Plattenindustrie nicht kann? Und das einzige, was uns einfiel – wir können ehrlich sein und wir können härter arbeiten. Als Philosophie sicherlich toll, aber als Geschäftsgrundlage eher mittelmäßig. Und trotzdem hat es funktioniert. Das war wohl mein wichtigster Karriereschritt.“ Rückschläge und Erfolg gehören für ihn zusammen. „Das liegt in der Natur der Sache. Wichtig dabei ist es, ein gewisses Talent zu besitzen.“

Manchmal ist es auch ein Talent, das im ersten Moment gar nicht als solches gesehen wird und trotzdem zum Erfolg führt. „Vielleicht ist es am Beispiel von Dieter Bohlen gut zu erklären,“ mein Lotto. „Es ist sicher nicht beleidigend, wenn man sagt, dass Bohlen nicht der größte Musiker auf dem Planeten ist. Aber er war in der Lage, mit seiner Personality ein Geschäft zu machen. Dabei hat er immer den kleinsten gemeinsamen Nenner gefunden. Er lebt davon, dass er viele Dinge einfacher macht.“ Sicherlich etwas, das helfen kann: Zu erkennen, wann es kompliziert wird und dass man es dann besser lässt. Wobei man das auf gar keinen Fall mit „aufgeben“ gleichsetzen sollte. Social Media macht es heutzutage ohnehin viel einfacher, bekannt zu werden. Für Lotto King Karl sind die sozialen Netzwerke hilfreich, allerdings auch mit Arbeit verbunden. „Wenn man es bewusst betreibt und ernst nimmt, dann kann man sich auch eine gewisse Unabhängigkeit von der Presse schaffen. „Das habe ich gemacht, als meine Zeit beim HSV zu Ende ging. Ich habe direkt meinen Abschiedsbrief bei Facebook geschrieben. Somit musste ich gar nicht darauf warten, bis mich die Presse anrief und vielleicht auch Sachen behauptete, die ich angeblich gesagt hatte.“

Dass man durch Social Media heutzutage schneller bekannt, wird ist kein Geheimnis. Der Lotto King hat da einen interessanten Vergleich. „Das ist wie damals zu Zeiten von Wolfgang Amadeus Mozart. Der musste von Hof zu Hof gehen , um sein Talent zu zeigen. Er war darauf angewiesen, dass es sich rumsprach. Heutzutage gehen Sie nicht mehr von Hof zu Hof, sondern stellen ihre Arbeit, Ihr Talent ins Netz und wenn es gut ankommt, dann geht es ab.“ Lotto King Karl ist zu einer Zeit bekannt geworden, als soziale Medien in ihrer heutigen Form noch gar nicht existierten. Er war ehrgeizig und hat für seine Träume hart gearbeitet. „Man muss sich seine Position im Leben erst einmal erarbeiten und für sich selbst sehen, wohin der eigene Blick geht. Dabei hilft es, wenn man gelassen bleibt. Zu erkennen und damit klarzukommen, dass es ein paar Dinge gibt, die man einfach nicht mehr erreichen kann. Und da sind wir wieder bei der Erfahrung, die man im Leben schon gemacht hat. Wenn man diese bewusster einsetzt, dann kann man etwas erreichen und ist zufrieden. Vielleicht ist Erfolg ein Zusammenspiel aus Dankbarkeit, Gelassenheit und Zufriedenheit.“

 

Unternehmerin Viola Fuchs bei der Speakers Night in Hamburg © Martin Brinckmann

Risotto statt Stiletto

Die Frau hat Pfeffer: Viola Fuchs hat nicht nur Energie, sie hat sich mit Pfeffer ein kleines Imperium aufgebaut. Ihr Gewürzladen VIOLAS’ Gewürze & Delikatessen, den die heute 52-Jährige 1997 in Hamburg eröffnet hat, ist ein Franchiseunternehmen mit 28 Standorten in Deutschland.

Der Morgen bei Viola Fuchs beginnt mit Kaffee. Aber ihrer hat mehr Pep: Sie trinkt ihn mit einer Prise ihres arabischen Kaffeegewürzes. Der Duft von Zimt, Kardamomsaat, Mazis, Nelken und Piment erinnert an 1001 Nacht, Pfeffer sorgt für den Extrakick. Wenn das den Start in den Tag nicht erleichtert? Für ihren Tag braucht Fuchs auch Energie. „Eine richtige Auszeit, in der ich nichts mache, gibt es nicht“, sagt die Powerfrau. Schon nach dem ersten Schluck aus der Kaffeetasse checkt sie ihre Mails, ihre Facebook- und Instagramseite, geht die Umsätze der Stores durch. „Erst dann wecke ich meine Kinder.“ Das gemeinsame Frühstück ist ihr heilig. „Beruflicher Erfolg ist schön und eine Bestätigung dafür, dass man etwas richtig gemacht hat. Aber es gibt immer jemanden, der noch erfolgreicher ist oder einem den Erfolg neidet. Erfolg ist auch vergänglich, das muss man immer vor Augen haben. Ich lebe in einer glücklichen Partnerschaft und habe drei wundervolle Kinder. Das ist mir wichtig“, sagt Fuchs.

Dass sie zur „Gewürz-Königin“ von Hamburg werden würde, hätte sie selbst nie gedacht. Eigentlich hatte sie in London Design studiert und arbeitete in der Hansestadt als Schuhdesignerin. Doch statt Stilettos kreiert sie heute Risotto-, Reis-, Pasta- und Gewürzmischungen. „Mein Motto ist: Wenn du willst, dass es gut wird, dann mach es selbst!“, sagt Fuchs. „Und Hamburg war an tollen Gewürzprodukten unterversorgt.“ Zuerst gab sie den Hamburgern Nachhilfe in Sachen Pfeffer, doch es bleibt noch viel zu tun. „Der durchschnittliche Supermarkt hat heute das Gewürzsortiment, das wir bereits vor 20 Jahren hatten.“

Ihr Talent wurde Viola Fuchs in die Wiege gelegt. Ihre Großeltern hatten in Wiesbaden einen Gewürzladen, ihre Mutter übernahm eine Filiale in Frankfurt. „Schon als kleines Mädchen liebte ich es, im Gewürzladen mitzuhelfen. Es war wie mein großer Kaufmannsladen. Der Geruch dort war Balsam für meine Seele“, schwärmt Fuchs. Von ihrer Mutter lernte sie viel über Gewürze und ferne Länder. „Noch heute finde ich viele meiner Inspirationen auf Reisen. Auch 21 Jahre nach der Gründung von VIOLAS’ gehe ich noch gerne in die Experimentierküche und probiere Kreationen aus.“

Claudia Rothhammer