Schlagwortarchiv für: Imker

Nachdem er verschiedene Firmen aufgebaut hat, hat Michael Urban mittlerweile den Job als Geschäftsführer aufgegeben und ist Vollimker. / Foto: © privat

Von Büchern und Bienen

„Wenn ich meine Karriere erst mit 25 oder 30 Jahren begonnen hätte, dann wäre es sicherlich nicht so gut gelaufen,“ sagt Michael Urban. „Denn dann macht man viele Dinge einfach nicht mehr mit so einer Leichtigkeit. Man dreht gedanklich drei Runden mehr und verwirft es dann wieder, weil es doch zu schwierig werden könnte.“

Michael Urban hat nicht viel verworfen – er hat viel gemacht. Und das mit Erfolg. Mit 17 Jahren hat er seine erste Firma gegründet, mit der er die damalige Stadtschülerzeitung herausbrachte. Damals titelte eine Zeitung: „Michael Urban, jüngster Verleger Deutschlands“. Das war sein Einstieg in das Verlagswesen, das er in den Jahren darauf immer mehr aus- und umbaute. „Mit der Zeit kamen plötzlich Kunden mit Druckanfragen auf mich zu. Briefbögen usw. Da dachte ich mir, wenn ich eine Druckermaschine kaufe, dann können wir auch Drucksachen anbieten.“ Ab dem Zeitpunkt druckte Urban Kataloge, Prospekte und alles, was angefragt wurde.

Bis 1993 hatte er eine Druckerei aufgebaut. Richtig durchstarten konnte er aber erst, als er glaubte, alles verloren zu haben, weil sich ein Großauftrag als Schwindel herausstellte und er auf 10000 gedruckten Büchern saß. Doch ein Kontakt zum Weltbild Verlag

Als „jüngster Verleger Deutschlands“ druckte Urban Kataloge, Prospekte und alles, was angefragt wurde.

war seine Rettung. Der Verlag kaufte ihm die Bücher ab und Urban investierte und vergrößerte sein Spektrum.

Mit seinen Computer- und Programmierkenntnissen erstellte er 1994 eine Internetseite und bot dort eigene Bücher an. Das war der Anfang von seinem Unternehmen buch.de. Der zweite große Player am Online-Markt nach Amazon. „Ich überlasse gerne anderen den ersten Platz, als zweiter muss man sich nicht so viel rechtfertigen,“ sagt er lachend. Der 50-jährige hat dennoch alles richtig gemacht, weil er stets die Augen offen hatte und die Chancen, die sich ihm geboten haben, auch genutzt hat. „Ich bin immer losgelaufen und habe die Äpfel und Kirschen, die am Baum hingen, im Vorbeilaufen gepflückt,“ so seine Erklärung. „

Man muss mutig sein und man muss auch immer wieder aufstehen können, analysieren und weitermachen.“

Nachdem er seine Anteile an buch.de Jahre später verkauft hatte, erfüllte er sich einen Kindheitstraum. „Als kleiner Junge war ich mit meinen Eltern im Urlaub und wir hatten vor dem Küchenfenster einen Zitronenbaum. Man musste nur das Fenster aufmachen und konnte die Zitronen pflücken. Das wollte ich auch haben.“ So kaufte sich Urban ein Grundstück auf Gran Canaria und baute dort ein Ferienhaus. Mit einem Zitronenbaum. Das war zugleich der Anfang seiner neuen Karriere. Denn dort kam er auch zu seinem ersten Bienenstamm und entdeckte seine Leidenschaft für die Imkerei. Den Bienenstamm musste er damals kaufen, da sich durch den starken Wind einfach keine Bienen auf sein Grundstück „verfolgen“ und somit auch nicht den Zitronenbaum bestäuben konnten. Aus einer Not

wurde somit seine neue Karriere vorangetrieben – zumindest stand sie da schon unerkannt in den Startlöchern.

Er erfüllte seinen Kindheitstraum von einem eigenen Zitronenbaum. / privat

Für Michael Urban wäre alles so weitergegangen, wenn ihm das Leben nicht einen Spiegel vorgehalten hätte. Bis dahin arbeitete Urban 12 – 14 Stunden am Tag, auch an den Wochenenden. Dann kam die Diagnose Multiple Sklerose und alles wurde anders. Michael Urban war mehr im Krankenhaus als zu Hause. Sein Arzt gab ihm noch fünf Jahre. „Damals brach alles für mich zusammen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich verschiedene andere Firmen aufgebaut. Ich verkaufte alle Firmenanteile. Doch durch die Medikamente, die ich gegen die Krankheit nehmen musste, bekam ich eine

Depression. Fast ein Jahr lang konnte ich nicht das Haus verlassen. Erst langsam wurde es besser. Diese Zeit hat mir aber auch die Augen geöffnet.“ Als es ihm besser ging, übernahm er erstmals in seinem Leben eine Festanstellung als Geschäftsführer in einem Unternehmen. Ein Nine-To-Five-Job, der ihm aber nicht ausreichte. So widmete er sich immer mehr der Imkerei.

Mittlerweile ist Urban zu einem der größten Königinnen- und Bienenzüchter Deutschlands geworden. „Mein Sohn ist auch in die Imkerei eingestiegen und wir produzieren jedes Jahr mehr als 10000 Bienenköniginnen und Bienenvölker, die wir an unsere Kunden verkaufen. So habe ich den Dreh von meinem Zitronenbaum zu meinen Bienen geschafft und somit auch zu meinem heutigen Business.“ Den Job als

Mit seinem Sohn Maximilian plant Michael Urban große Erfolge mit Bienen / Foto: Fotos: © privat

Geschäftsführer hat er aufgegeben und ist mittlerweile Vollimker. Mit seinem Sohn plant er nun andere große Erfolge. Sein Sohn hat mit Kollegen gerade eine Imkergenossenschaft gegründet und Urban steht als Senior und Unterstützer beim Start zur Verfügung. Sie wollen eine neue Honigmarke auf den Markt bringen. „Summstoff“ heißt sie. „Mein Traum ist es, dass die Leuten in fünf Jahren im Supermarkt konkret nach einem Glas „Summstoff“ fragen.“

Wenn man sich seinen Werdegang so ansieht, könnte das auch so kommen. „Ich bin auf meinem Karriereweg immer irgendwo reingestolpert und habe die Gelegenheit genutzt. Dabei kann man auch hinfallen. Aber man muss auch wieder aufstehen und weitermachen.“ Übrigens sind die fünf

Jahre, die ihm der Arzt damals gegeben hat, schon überschritten.

„Ich bin davon überzeugt, dass man sehr viel erreichen kann, wenn man eine Perspektive hat und positiv denkt.“

Wer weiß, ob er so weit gekommen wäre, wenn er nicht schon mit 17 Jahren seine Karriere gestartet hätte.

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!

Einer seiner größten Antriebe sei es, anderen Menschen mit seinem Tun eine Freude zu bereiten. Seinen Mitarbeitern will er ein stabiles Umfeld bieten. / Foto: © STEINERfood

„Du musst für die Sachen brennen.“

Matthias Steiner ist ein Bilderbuchsportler – Olympiasieger, Welt- und Europameister im Gewichtheben, Sportler des Jahres 2008 und ausgezeichnet für hervorragende Leistungen im Sport mit dem staatlichen Ehrenzeichen des Silbernen Lorbeerblatts. Heute hat er sich als Lebensmittelunternehmer etabliert, hält zudem Vorträge und schreibt Bücher über Ernährung..
So bemerkenswert all dies ist, die Geschichte dahinter ist es noch viel mehr. Ein unbändiger Wille, viel Geduld und das Talent, die Dinge zu akzeptieren, die er nicht selbst ändern kann, haben den 39-jährigen Leistungssportler und Unternehmer zu der eindrucksvollen Persönlichkeit gemacht, mit der wir uns heute austauschen dürfen.

Nicht immer geht alles nach Plan. Matthias Steiners Lebensgeschichte ist von vielen Rückschlägen geprägt. Sein Trainer, der ihm so nah wie ein zweiter Vater ist, stirbt nach schwerer Krankheit, als Matthias gerade einmal 17 Jahre alt ist. Wenig später stellen die Ärzte bei ihm Diabetes Typ 1 fest, der sich bei ihm nach einem verschleppten Virusinfekt entwickelt. Diese Autoimmunerkrankung legt ihm nicht nur privat, sondern auch seiner Karriere Steine in den Weg. Nicht nur empfehlen ihm die Ärzte, mit dem Gewichtheben aufzuhören. Die Diagnose verwehrt dem Österreicher überdies die Förderung, die er benötigt, um als Sportler wirklich erfolgreich zu werden. Beim Bundesheer und später als Deutscher bei der Bundeswehr, wird er als „untauglich“ ausgemustert.

Matthias Steiner denkt stattdessen: „Jetzt erst recht.“

Der gebürtige Wiener beantragt 2005 die deutsche Staatsbürgerschaft. Drei lange Jahre muss er darauf warten, lebt und trainiert bereits in Deutschland, darf aber an keinem internationalen Wettkampf teilnehmen, obwohl er leistungsmäßig in den Medaillenrängen gewesen wäre. Die deutsche Einbürgerung führt zum Wendepunkt seiner Karriere. Schon ein halbes Jahr später gewinnt er 2008 bei Olympia in Peking Gold – ein unermesslicher Sieg: Er hebt sage und schreibe 258 Kilogramm für diesen Erfolg, ein Wagnis, mit dem er seine persönliche Bestleistung übertrifft. Der gelernte Installateur wird als Sportler des Jahres ausgezeichnet und erhält die Ehrenauszeichnung des Silbernen Lorbeerblatts. Für ihn ist klar, wie er dies erreichen konnte. Sein Antrieb begründet sich in dem tief verankerten Wunsch, es zu schaffen. Er brennt für die Sache. Nur so, sagt er, kann man seine selbst gesetzten Ziele erreichen.

Erfolg bedeutet für Matthias Steiner, die Dinge umzusetzen, die man sich vorgenommen hat, gleich welcher Dimension.

Der Sieg bei den Olympischen Spielen ist das Highlight seiner Karriere, aber für ihn überdies ein persönlicher Meilenstein.

Als Steiner mit der Vorbereitung beginnt, lebt seine erste Frau Susann noch, die ihn immer unterstützte und den Rücken freihielt, und die mit ihm diesen Weg begann. In einem unverschuldeten Autounfall kommt sie ums Leben. Trotz dieses enormen Verlusts trainiert Steiner weiter. Der Sieg schließlich erlaubt ihm, seine Wut und Trauer in Energie umzuwandeln – und Abschied zu nehmen.

Die Bilder in Peking zeugen von starken Emotionen: Steiner hält nicht nur die Goldmedaille, sondern auch ein Foto seiner verstorbenen Frau in die Kameras. Seine Schicksalsgeschichte und wieviel Kraft es kostete, so viele Hürden zu überwinden, sind ihm ins Gesicht geschrieben.

Große Erfolge sind zu großen Teilen der eigenen Persönlichkeit zu verdanken.

Wie wir mit Schwierigkeiten umgehen, ist ausschlaggebend für unser Leben. Gebe ich auf oder sage ich „Jetzt erst recht“? Eltern, Trainer, geliebte Menschen prägen uns alle und so auch Matthias Steiners Lebensweg. Steiner weiß, dass die Persönlichkeitsentwicklung verantwortlich für die Leistungsentwicklung ist. Er fügt hinzu: Im Sport sei es leichter als in der Wirtschaft, einen vertrauenswürdigen Mentor zu finden, weil es nicht einfach um den eigenen Vorteil, sondern überwiegend um das gemeinsame Ziel geht.

Sein erster Trainer Walter Legel, selbst Gewichtheber, verankert in ihm seine Zielstrebigkeit. Peter Lauterer begleitet ihn später viele Jahre als Trainer, sogar ehrenamtlich. Er führt ihn an die Weltspitze und prägt Steiners optimistische, widerstandsfähige Persönlichkeit maßgeblich.

Das Talent, die Dinge zu akzeptieren, die er nicht ändern kann, und sich voll und ganz für solche einzusetzen, die in seiner Hand liegen, führen ihn zum Erfolg und geben ihm die nötige Energie, immer wieder neue Wege zu beschreiten. Und um die vorausgegangenen Erfolge sinnbringend zu nutzen. Denn „die Dinge umzusetzen, die man sich vorgenommen hat, gleich welcher Dimension,“ ist seine Definition von Erfolg. Diese Selbstbestimmtheit spornt Steiner an, ebenso wie die vorhergegangenen Erfolge. Olympiasieger, Weltmeister- und Europameister wollte er werden. Dies hat er geschafft, daher beendet er 2013 seine Profisportkarriere, um sich neue Ziele fernab des Leistungssports zu setzen.

„Die Titel im Sport motivieren mich immer weiter.“

Mit seiner zweiten Frau, der Journalistin und N24-Moderatorin Inge Steiner geborene Posmyk macht er sich selbständig gibt zunächst sein Wissen zu Motivation, Diabetes und Ernährung in Vorträgen weiter. 45 Kilogramm nimmt er ab und tanzt sich 2015 – fast wie nebenbei – ins Finale der TV-Show „Let´s Dance“. Der Auftritt ist von Leichtigkeit und Lebensfreude geprägt. So ist es kein Zufall, dass er klar sagt:

„Wer erfolgreich sein will, muss mit Freude bei der Sache sein.“

Erfolgreiche Menschen brennen für ihre Arbeit, ihr Unternehmen, ihr Projekt. Dieses Fakt und der Wunsch, etwas Sinnbringendes zu tun, führen ihn zu seinem logischen nächsten Schritt. Sein Buch „Das Steiner Prinzip“ wird 2015 rasch zum Bestseller, gefolgt von seinem zweiten Buch, dem „12-Wochen-Plan“. Parallel zu seiner Autorentätigkeit entwickelt er Low-Carb-Lebensmittel. Nicht nur wollte er schon als Kind Koch werden. Er sieht das auch pragmatisch, frei nach dem Motto: Wenn der einseitige Lebensmittelmarkt keine wohlschmeckende Lösung zum Abnehmen zu bieten hat, entwickelt er eben sein eigenes kohlenhydratarmes Brot. So entstand mit seinem Freund, einem Bäckermeister, eine proteinreiche Variante, die er nun über seine 2020 gegründete STEINERfood GmbH vertreibt.

Seine Arbeit als Lebensmittelunternehmer sei in gewisser Weise gar nicht so anders als die eines Leistungssportlers. „Du fängst klein an und steckst all deine Energie rein und nach und nach stellen sich die Erfolge ein,“ fasst er diesen Tatbestand zusammen. À propos Energie. Woher nimmt er all diese Energie?

Nach wie vor findet der ehemalige Leistungssportler Ausgleich in der Bewegung, sei es beim Radfahren, Gewichtheben oder Bergwandern. Matthias Steiner liebt es aber auch, einfach Zeit in seinem Garten zu verbringen und seine Bienen gedeihen zu sehen. Bei allem Erfolg ist er bescheiden und bodenständig geblieben. Er schöpft Freude aus den einfachen Dingen wie fließendem Wasser und einem ruhigen Zuhause. Matthias Steiner weiß eben, wie man sich aufs Wesentliche konzentriert – ein unverzichtbares Talent für erfolgreiche Menschen.

 

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt die Printausgabe von “Secrets of Success” bei Allmara und erhalten das Magazin bequem nach Hause!