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Denkt man an Psychothriller, fällt einem sofort der Besteller Autor Sebastian Fitzek ein.

„Who the fuck is Fitzek?“

Es ist heute kaum vorstellbar, dass ein Sebastian Fitzek seinen Debütroman bei 18 Verlagen einreicht und 15 Absagen erhält. Fitzek – der Erfolgsautor für Psychothriller, der seit 2006 einen Bestseller nach dem anderen schreibt. Die Gatekeeper von damals fassen sich vermutlich immer noch an den Kopf ob der Erfolgsgeschichte Fitzeks: ein Bestseller nach dem anderen, Buchpreise en masse und schließlich die Verfilmung einiger Bücher. Fitzeks Erfolg ist das Ergebnis einer einfachen Prämisse: Er tut, was ihm Spaß macht.

 

 

 

Was war für Sie bei Ihrer Berufswahl ausschlaggebend?
Ich hab schon immer gern gelesen und mich dabei oft gefragt, ob ich auch so eine Geschichte erzählen und schreiben könnte. Dann hab ich es einfach gemacht.

Die Verlage waren eher abweisend, was Ihren Debütroman betraf. Was war der Wendepunkt?
Der Tag, als Droemer Knaur mein erstes Manuskript angenommen hat und ich ein Jahr später das Buch in den Händen hielt.

Wer hat Sie auf diesem Weg am meisten unterstützt?
Ich habe unglaubliches Glück, ich habe viele Unterstützer. Angefangen mit meinen Eltern, die wirklich alles mitgemacht haben, was ich mir so ausgedacht habe. Meine Mutter ist „Schuld“ daran, dass ich Autor geworden bin. Sie hat immer alles von mir gelesen und wenn ich total verzweifelt war über den Müll, den ich fabriziert hatte, und aufgeben wollte, sagte sie, das ist toll, ich will weiterlesen, bitte schreib weiter. Heute muss ich mich bei so vielen Menschen für ihre Unterstützung bedanken, das sehen Sie ja auch an meinen Danksagungen.

Der Weg zum Erfolg ist manchmal auch steinig und mühsam. Was würden Sie jungen Menschen raten, die Erfolg haben möchte?
Einstein sagte einmal: „Jeder ist ein Genie. Aber wenn du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben lang glauben, dass er dumm sei.“
Und ich füge hinzu: Lasst euch umgekehrt nicht davon abhalten, auf einen Baum zu klettern, nur weil andere euch für einen Fisch halten. Hört nicht auf diejenigen, die euch sagen, etwas würde nicht gehen. Seid Fische, die auf Bäume klettern.

Sie haben heute Ihren Weg gefunden und schreiben einen Bestseller nach dem anderen. Wo finden Sie die Inspiration und Kraft für Ihre Werke?
Von meinem Büro aus gucke ich in einen sehr schönen Garten. Aber ich bin nicht der Autor im stillen Kämmerlein, ich brauche Menschen um mich herum, daher arbeite ich in einer Bürogemeinschaft. Meine Ideen stammen eigentlich immer aus der Realität.
Wie jetzt auch zu meinem aktuellen Buch: Eine Leserin erzählte mir, dass sie für das Heimwegtelefon arbeitet, was ich nicht kannte. Also habe ich es recherchiert und es
nimmt eine zentrale Rolle im Thriller ein.

Das komplette Interview können Sie in der Print Ausgabe von “Secrets of Success” lesen. Dieses kommt am 4. Dezember 2020 in den Handel.

Eduard von Anhalt “Movie meets Media” im Hotel Adlon in Berlin Foto: BrauerPhotos / O.Walterscheid

Umgangsformen und Manieren

Wer an zwischenmenschliche Umgangsformen denkt muss sich nicht verkrampfen, sondern einfach nur das tun was er von anderen erwartet. Im Grunde haben Umgangsformen und Manieren vor allem mit Ästhetik zutun.

Im 18. Jahrhundert schrieb der aufgeklärte Schriftsteller Adolph von Knigge „Über den Umgang mit Menschen“, wobei es ihm darum ging zu verhindern, dass junge aufstrebende Menschen aus unteren Schichten sich ihre Zukunft durch falsches Auftreten und schlechte Manieren verbauen. Von den fürstlichen Höfen mit ihren strengen Zeremoniellen, waren zu Knigges Zeiten, vor allem höfische Essmanieren in die Bürgerhäuser und Industriellenhaushalte geschwappt. Plötzlich gab es ein feines Menü mit mehreren Gängen. Auf dem Tisch mit einer Tischdecke lagen plötzlich links und rechts von einem Teller; Messer, Gabel und Löffel. Statt wie bisher nur mit einem Messer Brot und Fleisch zu zerteilen und in den Mund zu stopfte, war jetzt absolut verpönt mit den bloßen Fingern zu essen. Nun wurde gespeist und auch auf die Körperhaltung bei Tisch streng geachtet. Wer das nicht beherrschte gehörte nicht zu den besseren Kreisen und mit ihm konnte man sich nicht sehen lassen, da half es auch nicht, selbst wenn er nach der neusten Mode gekleidet war.

Auch heutzutage beginnt jede zwischenmenschliche Beziehung mit dem Moment des persönlichen Kennenlernens. Zum Beispiel möchte der zukünftige Arbeitgeber – auch wenn Zeugnisse und Beurteilungen noch so gut waren – sich von dem zukünftigen leitenden Angestellten ein eigenes Bild machen. Da steht man sich zum ersten Mal gegenüber, mustert sich und dann ist es am zukünftigen Chef, zuerst die Hand auszustrecken. Der mögliche zukünftige Arbeitgeber hat sich Zeit genommen, er lädt Sie in ein feines Restaurant in der Innenstadt ein. Die Limousine steht bereit, der Chauffeur öffnet seinem Boss die Tür zum rechten Sitz im Fond und sie öffnen die Tür auf der anderen Seite und setzen sich entspannt daneben. Schon beginnt sich ein lockeres Gespräch über aktuelle Neuigkeiten und Nebensächlichkeiten zu entwickeln.

Im Restaurant folgen sie ihm an den Tisch, sie warten bis sich ihr Gastgeber gesetzt hat und ihnen den Platz neben sich oder gegenüber angeboten hat. Jetzt kommt der schlimmste Fehler den ein aufstrebender Arbeitnehmer machen kann, er stützt seine Ellenbogen auf den Tisch und noch schlimmer, er legt den ganzen Unterarm zwischen sich und Teller und das auch noch während er isst. Zusätzlich spricht er auch noch mit vollem Mund. Das wäre das Ende seiner Karriere, zumindest bei einer Firma oder bei einem Konzern, bei dem es zukünftig auch um Verhandlungen auf höchster Ebene geht.

Nur Mut, Sie selber finden Ihre Manieren verbesserungswürdig und Sie sind ein Ästhet. Selbst an den Königshöfen geht es recht unterschiedlich zu. Das spanische Hofzeremoniell hatte immer den Ruf das strengste zu sein. Aber auch dort hat man sich auf die vielen bürgerlichen Tischgäste eingestellt. Allerdings erst wenn König und Königin sich hinsetzen, dürfen sich auch die Gäste setzen. Und eins muss man unbedingt beherzigen: beim Essen gehören die Hände nur bis zu den Handgelenken auf den Tisch und Gabel, Messer und Löffel bitte nur am Griff und nicht darunter anfassen.

Über die überraschenden lockeren Tischsitten beim Galadinner im Buckingham Palace, anlässlich seines Staatsbesuchs in England, soll sich sogar der amerikanische Präsident gewundert haben. Zum Hauptgang gab es gebratenes Perlhuhn und nachdem seine Tischdame die Queen, das Brustfleisch gegessen hatte, trennte sie die Extremitäten vom Gerippe, ergriff die Keule und begann diese entspannt abzunagen. Mr. Trump machte es ihr begeistert nach, doch statt auf die anschließende Fingerbowle zum Waschen der Finger zu warten, wischte dieser seine fettigen Finger an der Serviette ab. Gottseidank nur eine lässliche Sünde und absolut keine Staatsaffäre!
Eduard von Anhalt

Mit Playboy-Gründer Hugh Hefner durfte Florian Boitin, Chefredakteur des deutschen Playboys, eines der letzten großen Interviews führen. Fotos: frei zur Verwendung

„Nehmt keinen Ratschlag an“

Florian Boitin, am 20.04.1967 in München geboren als Florian Christoph Oesterhelt, ist seit 2009 Chefredakteur des deutschen Playboy. Er ist Vater von drei Kindern, Mitglied beim FC Bayern, studierter Kommunikations-Designer, Journalist und Unternehmer. So verantwortete er als Chefredakteur u.a. die Magazine MAXIM, MAXIM FASHION, GRIP – das Motormagazin und MAX.
Ab Dezember 2019 erscheint Playboy Deutschland in der Kouneli Media GmbH, mit Myriam Karsch und Florian Boitin als gleichberechtigte geschäftsführende Gesellschafter.

Was waren Ihre größten Erfolge und Misserfolge?
Simone Thomalla auf den Titel des deutschen Playboy zu packen (immerhin die erfolgreichste Ausgabe der letzten 10 Jahre), das letzte Playboy-Interview mit Playboy-Gründer Hugh Hefner vor seinem Tod geführt zu haben und wegen einer Playboy-Anfrage an Helene Fischer auf dem Titel des Yello-Blattes „Frau Aktuell“ zu landen. Größter Misserfolg? Ein Interview mit dem italienischen Film-Komponisten Ennio Morricone veröffentlicht zu haben, dass so in der Form nie stattgefunden hat

Was wollten Sie als Kind werden?
Erst wollte ich Winnetou werden, dann Karl-Heinz Rummenigge und später Beatle. Ein Indianer, der Fußball spielen kann und die Mädchen zum Kreischen bringt? Wer würde das nicht wollen.

Was war für Sie ausschlaggebend bei Ihrer Berufswahl?
Die tägliche Lektüre des Sportteils der Süddeutschen Zeitung. Ich konnte mir als Jugendlicher nicht vorstellen, dass es einen noch cooleren Job geben könnte, als den des Sportreporters. Kostenlos ins Stadion, beste Plätze und auf Du und Du mit Franz Beckenbauer. Wahnsinn.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die für Ihren Erfolg maßgeblich sind?
Meine größte Stärke ist vielleicht, dass es mir zumeist gelingt, unterschätzt zu werden.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriere-Weg?
Morgens um 9 Uhr ins Verleger-Büro bestellt, um wenig später mit der Kündigung in der Hand zum Aufzug geleitet zu werden, zählt sicher nicht zu den schillerndsten Momenten meiner beruflichen Laufbahn.

Was raten Sie jungen Menschen die Erfolg haben möchten?
Nehmt keinen Ratschlag an. Auch diesen nicht.

Was treibt Sie beruflich voran?
Die Lust am Machen.

Haben Sie eine lustige „Anekdote“ aus Ihrem Erfolgsleben?
Noch nicht lange her. Ich traf im Aufzug eine Praktikantin, eine ehemalige, wie ich dachte. Nach kurzem Plausch fragte ich sie, wo sie denn aktuell beschäftigt sei? Da sah sie mich vollkommen irritiert an und meinte, na bei Dir. Wir setzen die Aufzugfahrt schweigend fort.

Was glauben Sie ist die wichtigste Eigenschaft die erfolgreiche Menschen heute brauchen?
Demut.