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Erfolg ist wenn man das tut, was man mit Freude macht!

Warum Kulturschaffende zu unser aller Erfolg beitragen: Jürgen Hunke ist ein ehrlicher und gradliniger Mensch, der als Kind „irgendwas“ mit Sport machen wollte. 42 Jahre war er selbstständig als Unternehmer, Buchautor, Galerist und ist inzwischen Inhaber der Hamburger Kammerspiele.

Hunke: „Es war mehr als ein Zufall, dass ich im Jahre 1993 gefragt wurde, ob ich einem der schönsten Privattheater Deutschlands, den Hamburger Kammerspielen, organisatorisch bzw. finanziell privat helfen könnte.“ Er hatte bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt nie Kontakt mit den organisatorischen und kaufmännischen Gepflogenheiten eines Theaters.

Doch Jürgen Hunke sagt: „Kultur ist für unser Land mit unserer Vergangenheit aber auch für die Zukunft ein wichtiger Baustein für unsere Gesellschaft. Gerade bei Theatern und der Literatur ist es wichtig, Hintergründe zu erklären. Die Vielfältigkeit der Kultur trägt dazu bei.“

Nach einigen Gesprächen, ließ Jürgen Hunke sich überzeugen, durch einige Privatdarlehen die Insolvenz des Theaters abzuwenden. Nach kurzer Zeit gab es für den erfolgreichen Unternehmer nur zwei Möglichkeiten: das Theater selbst zu übernehmen oder das gegebene Geld abzuschreiben.

Jürgen Hunke, der schon immer ungewöhnliche Dinge in seinem Leben gemacht hat, entschied sich für den ersten Weg. Er sagt „Der richtige Zeitpunkt entscheidet darüber, ob man Erfolg hat oder nicht!“. Trotz der schwierigen finanziellen Situation eines Privattheaters, führt Jürgen Hunke die Hamburger Kammerspiele mit viel Freude und Engagement.

Gerade jetzt zur Corona-Pandemie können wir erleben, wie schwer es die Künstler, Schauspieler und auch die Theater haben. Nach mehrmaligen Scheitern von ehemaligen Inhabern, hat er all seine Erfahrungen aus seinem Leben in andere Bereiche übernommen und den Versuch gewagt. Er hat die Herausforderung angenommen das Haus funktionsfähig zu halten.

Er sagt „Rückblickend gesehen darf ich feststellen, dass es ein guter Schritt war, das Theater zu übernehmen.“, denn „Man sollte sein Leben mit Disziplin und Verantwortung führen und immer wieder neue Herausforderungen annehmen.“

von Vanessa Behrend

Galerist und Verlagskaufmann Jürgen Hunke hier bei der Speakers Night im Radisson Blu, Hamburg. © Martin Brinckmann / Speakers Night

Ein Hauch von Fernost in Hamburg

Dieser Mann ist ein wahrer Individualist. Zu sehen ist das deutlich: so trägt er beispielsweise nur rot, schwarz und weiß. Er besitzt eine der größten Buddha-Sammlungen Deutschlands, ist Inhaber der Hamburger Kammerspiele, Galerist und vor allem eins – erfolgreicher Unternehmer. Jürgen Hunke der Gründer und Erfinder eines deutschen Spezial-Vertriebs, der jungen Leuten Altersvorsorge-Produkte anbot. Zur Jahrtausendwende verkaufte er das Unternehmen und macht seitdem nur noch das, was ihm Freude bereitet.

Wir treffen ihn im Block House, in der Nähe seiner Mikado-Galerie am Mittelweg. Er ist hier Stammgast, kennt den Gründer und Inhaber Eugen Block gut. Seine Bestellung: ein vegetarischer Teller mit Grillgemüse, gedünstetem Spinat und einer Ofenkartoffel. Der 76-Jährige achtet sehr auf seine Gesundheit: “Neulich fand man bei Tests in der Charité in Berlin heraus, dass mein körperliches Alter gerade einmal 48 Jahre beträgt.“ Sein Geheimrezept neben einer gesunden Ernährung? „Ich stehe jeden Morgen um fünf Uhr auf, werde anschließend zwei Stunden massiert und gehe in die Dampfsauna.“ Diese Kontinuität beizubehalten ist auch etwas, was er jungen Menschen rät, die erfolgreich sein möchten: „Nach Ritualen leben, möglichst früh aufstehen und das jeden Tag.“ Sofort fragt man sich, wie soll das im Alltag gelingen? „Bei Veranstaltungen bin ich immer als Erster da, denn dann kann ich auch als Erster gehen. Dadurch halte ich meine Rituale immer ein“, sagt Hunke. Das Wichtigste seien für ihn aber immer Ehrlichkeit und Gradlinigkeit. Diese beiden Eigenschaften zählen zu den Stärken des Unternehmers: „Ich kann mich für Dinge ehrlich begeistern und andere dann ebenfalls überzeugen.“

Hunke gestaltet sein Leben seit dem Jahr 2000 so, wie es ihm gefällt. Davor arbeitete er 42 Jahre als selbständiger Unternehmer in den Bereichen Marketing und Unternehmensberatung. Was für ihn Erfolg bedeutet? „In erster Linie Unabhängigkeit!“ Für ihn gehört zur steilen Karriere aber auch eine gewisse Portion Glück: „Der richtige Zeitpunkt entscheidet darüber, ob man Erfolg hat oder nicht“.

Als Kind, wollte er „irgendetwas mit Sport“ machen: „Sportreporter hätte mich interessiert.“ Stattdessen wurde er erfolgreicher Unternehmer. Mit dem Sport hat es aber trotzdem geklappt: Seine Leidenschaft gehört dem HSV, den er als Präsident und im Aufsichtsrat unterstützte.

Doch wie wurde eigentlich aus dem kleinen Jungen aus Gütersloh ein erfolgreicher Unternehmer? Nach der Schule wollte Jürgen Hunke zunächst nach Australien. Mit 18 Jahren war man damals noch nicht volljährig, sondern erst mit 21, also brauchte er die Erlaubnis seiner Eltern. „Meine Mutter war traurig, dass ich nach Australien wollte. Das konnte ich natürlich verstehen. Doch ich wollte es unbedingt“, erinnert sich Hunke. Letztendlich unterschrieben seine Eltern die Einverständniserklärung und es fehlten nur noch letzte Gesundheitschecks im Auswanderungslager in Bremen. Kein so schönes Erlebnis: „Ein Zahnarzt meinte, er müsste mir einen Backenzahn ziehen. Sonst würde ich nicht ausreisen können. Das wollte ich nicht. Nach über einer Stunde Diskussion, habe ich mich dann gegen Australien entschieden.“ Jürgen Hunkes Weg führte ihn dann statt ans anderes Ende der Welt an eine Werbefachschule in Hannover. Aber: „Ich habe nebenbei immer gearbeitet und schnell gemerkt, dass mir auch das Verkaufen liegt.“ Also probierte er sein Talent erstmal bei Markenprodukten aus. Mit Erfolg!

Diese Zeit und das Gelernte von der Werbefachschule inspirierten Jürgen Hunke. Mit nur 26 Jahren entwickelte er seine Idee zur Selbstständigkeit: „An der Werbefachschule habe ich gelernt, was einen Markenartikel ausmacht. Ein Markenartikel zeichnet sich dadurch aus, dass es kein Argument gibt, es nicht zu kaufen und dass es das beste Preis-/Leistungsverhältnis hat“, erklärt Hunke. Seine Idee: dieses Prinzip auf Versicherungen übertragen. 42 Jahre ist er mit der Zeus Vermittlungsgesellschaft mbH selbstständig, kurbelte den gesamten Versicherungsmarkt mit seinen Ideen an.

Am 31.12.1999 verkauft Jürgen Hunke sein Unternehmen: „Damals verabschiedete ich mich bei einer großen Feier. Um Mitternacht zauberte mich Hans Klok aus dem Saal nach draußen, wo ich in ein Auto stieg und direkt zum Flughafen in Frankfurt fuhr. Ich gönnte mir eine viermonatige Auszeit auf Koh Samui.“ Seine Leidenschaft für den asiatischen Kontinent ist nicht zu übersehen. Egal, ob seine Mikado Galerien in Hamburg, Berlin und Timmendorf, das „Haus der Harmonie“, oder seine Wohnhäuser – das asiatische Flair spiegelt sich überall wider. Aktuell beschäftigt sich Hunke vorwiegend mit dem Import und Verkauf asiatischer Kunstwerke und dem Schreiben und Verlegen von Büchern. Sein Wunsch für die Zukunft? „Niemand soll mehr hungern müssen. Das sollte das Mindeste sein. Wer mehr hat, sollte auch mehr geben und das in allen Bereichen.“ Sein Antrieb, jeden Tag neue Ziele in Angriff zu nehmen, ist die pure Liebe am Leben: „Ich möchte noch ein bisschen leben und meine Kinder, Enkelkinder und Freunde weiterhin sehen. Und noch ein bisschen verreisen.“ In Asien gibt es schließlich noch so viele wunderbare Flecken zu entdecken…