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Die beiden Gründer von CIRCLY: Oliver Kremer (l.) und Maximilian Munz / Foto: CIRCLY

Creme aus Café

Oliver Kremer und Maximilian Munz von CIRCLY glauben daran, dass sich gute Hautpflege und umweltbewusster Konsum nicht ausschließen. In Zusammenarbeit mit ausgewählten Lieferanten aus der Getränkeindustrie sammeln die beiden 33-Jährigen Rohstoffe, die wir alle im Alltag konsumieren: Aus verbrauchtem Kaffee und Obstschalen schaffen sie und ihre sechs Mitarbeiter seit 2019 Naturkosmetik, die neue Standards in puncto Ressourcenschonung setzt.

 

Wie ist die Idee entstanden?

In der Vergangenheit arbeiteten Oliver und ich in zahlreichen Beratungsprojekten in den Bereichen Nachhaltigkeit und Wiederaufbereitung. Hierbei lernten wir unter anderem, dass es noch sehr viele Stoffströme gibt, die in der Lebensmittelindustrie verschwendet werden, die jedoch sehr gut für weitere Produkte verwendet werden können. So begannen wir, so viel wie möglich über die Bereiche des Upcyclings zu lernen. Da wir beide zu empfindlicher Haut neigen, war die Idee zu CIRCLY geboren: Upcycling meets Skincare. Ein neues, aber innovatives Konzept mit einem echten Mehrwert für Haut und Umwelt. Mit CIRCLY möchten wir zeigen, dass Naturkosmetik noch einen Schritt weitergedacht werden kann.

Foto: CIRCLY

Wie hat sich Ihr Geschäft bisher entwickelt?

Aktuell sind wir in über 700 Retail-Stores. Wir planen einen weiteren Ausbau im Handel sowie im Online-Vertrieb. Corona hat gezeigt, dass viele Kunden bestimmte Produkte, die sonst offline nachgefragt wurden, nun auch online nachfragen. Wir konnten innerhalb kürzester Zeit über 10.000 KundInnen von unserem Konzept überzeugen. Wir sind uns sicher: Upcycled-Beauty ist ein neuer Megatrend!

Klingt gut. Lief bei dieser Entwicklung alles nach Plan oder gab es auch Überraschungen?

Eine der Überraschungen war die Erkenntnis, im Marketing besser nur den Hauptnutzen herauszustellen, also tolle Hautpflege, statt sich voll auf das Upcycling zu konzentrieren. Gleichzeitig hilft uns dieser Zusatznutzen, unsere Marke spitz im Markt zu positionieren.

Hat sich im Kopf der KundInnen etwas getan im Vergleich zu vor ein paar Jahren?

Upcycling-Power für die Haut: Die CIRCLY-Produkte sind zu 100% nachhaltig. / Foto: CIRCLY

Auf jeden Fall! Nicht nur bedingt durch die Presse, sondern auch durch die Politik erkennt man einen Wandel in der Gesellschaft, bei dem das bestehende Denkmuster hinterfragt und nach neuen, grünen Lösungen gesucht wird.

Was muss sich noch ändern, um die Umwelt zu retten?

Wir alle müssen damit aufhören, Greenwashing zu betreiben und Lösungen, die nicht wirklich umweltfreundlich sind, als umweltfreundlich zu verkaufen! Sinnvoller erscheint mir, kleine Schritte zu gehen und sich um die Nachteile dieser Lösungen bewusst zu sein. So schaffen wir ein besseres Verständnis, welche Schritte noch nötig sind.

 

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

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Heute unterstützt sie als Expertin Kosmetikunternehmen: Klara Ahlers / Foto: privat

„Ich wollte eigentlich ein weiblicher Schimanski werden…“

Sie gilt als die Pionierin der Naturkosmetik: Klara Ahlers entstaubte das Image der Bio-Schönmacher und verpasste ihnen den nötigen Glamour – mit blonder Wallemähne und mörderischen Hacken, die sie ebenso wie ihre Wanderstiefel liebt. Doch von ihrer attraktiven Optik sollte man sich nicht täuschen lassen: Die ehemalige Geschäftsführerin von lavera Naturkosmetik ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau – und noch immer unterwegs, um Naturkosmetik zu demokratisieren. Nach über zwei Jahrzehnten an der Spitze des wohl heute bekanntesten deutschen Unternehmens ihrer Branche, unterstützt Klara Ahlers nun als Expertin Kosmetikunternehmen, das volle Potenzial des wachsenden Naturkosmetikmarktes auszuschöpfen.

 

Als Kind hat man mit Kosmetik nicht so viel am Hut: Was wollten Sie werden, als Sie klein waren?

Ein weiblicher Schimanski. Deshalb habe ich nach der Realschule auch als Vorbereitung darauf eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht. Dann kam aber doch alles anders und ich eröffnete 1988 aus L Freude am Verkaufen mein Naturkosmetik Fachgeschäft in Göttingen, den Cremetopf. Es war einer der ersten Läden dieser Art in Deutschland, nach und nach baute ich das Sortiment mit dem verdienten Geld aus. Den Cremetopf, den ich 2003 verkaufte, gibt es bis heute in der Burgstraße in Göttingen.

Wer ist Ihr größtes Vorbild?

Ich stamme aus sehr bescheidenen Verhältnissen, wir vier Schwestern wuchsen mit unseren Eltern auf dem Land auf. Unser Vater wurde krank, verstarb früh und wir lebten zeitweise mit der Unterstützung von Sozialhilfe. Jedoch bin ich mit starken Frauen aufgewachsen, die viel für ihre Familie in ihren landwirtschaftlichen Betrieben und in ihrem Leben geleistet haben. Das hat mir imponiert und mich geprägt – bis heute!

Gab es einen materiellen Wunsch, den Sie sich nach dem ersten größeren Erfolg erfüllt haben?

2005 erfüllte sie sich ihren größten materiellen Traum und kaufte sich eine Rolex. / Foto: privat

Auf dem Berliner Kurfürstendamm gibt es ein Rolex-Geschäft. Jedes Mal, wenn ich dort vorbeigekommen bin, träumte ich davon, dort irgendwann eine Uhr zu kaufen und dabei einen Champagner und einen Espresso zu trinken. Dieses Verwöhn-Programm konnte ich durchs Schaufenster beobachten. 2005 war es dann so weit. Das Shoppingerlebnis beinhaltete aber auch drei Anrufe bei meiner Bank, da von meiner Kreditkarte nur 2500 Euro abgebucht werden konnten. Das war der unromantische Teil.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Harte Arbeit, Durchhaltevermögen, privater Verzicht und Anstrengungsbereitschaft machen für mich den Weg zum Erfolg aus. Es würde sich natürlich sexier anhören, wenn ich sagen würde, du brauchst nur eine Idee, an die du glaubst, den Glauben an dich selbst und natürlich viele Likes auf Instagram. Erfolg ist ein Marathon, kein Sprint. Als Marathonläuferin kenne ich die Phasen aus Freude spüren, die lange Strecke verfluchen und zeitweise einfach nur durchhalten müssen, jedoch kenne ich auch das große Glück beim Ankommen ins Ziel. Deshalb liebe ich das Wort Anstrengungsbereitschaft – und die wohnt nicht unter einem Dach mit Work-Life-Balance. Wenn ich Erfolg im „klassischen Sinne“ möchte, muss ich bereit sein, sehr viel zu leisten!

Sind Sie gut darin, zumindest eine gewisse Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu halten?

Ich bin zum 4. Mal verheiratet, haben Sie da noch Fragen? Wenn man sich, wie ich, beruflich sehr stark engagiert, braucht man einen Partner, der das nicht nur toleriert, sondern voll und ganz respektiert. Nach 3 nicht funktionierenden Ehen habe ich vor acht Jahren meine Schulhofliebe wiedergefunden, seit drei Jahren sind wir nun sehr glücklich verheiratet. In ihm habe ich den unterstützenden, bestärkenden und liebenden Mann gefunden, den ich brauche – er ist meine große Liebe.

Lassen sich Karriere und Kind überhaupt ohne schlechtes Gewissen vereinbaren?

Mir war es immer wichtig, Mitarbeiter/Innen ihre Möglichkeiten aufzuzeigen. Für viele Frauen ist untergründig irgendwie klar, dass sie, wenn sie nach der Babypause zurück ins Unternehmen kommen, keinen Platz mehr als Führungsperson haben. Das sehe ich zu 100% anders. Ich habe versucht, die Frauen, wenn sie es wollten, auch während der Elternzeit ins Geschehen miteinzubeziehen. Ich bin selbst Mutter und weiß, was geht – und wo es schwierig wird. Um Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, braucht es ein stabiles Netz aus Betreuungsangeboten, Familie und Freunden. Natürlich hatte auch ich oft ein schlechtes Gewissen – gegenüber meinem Beruf, meinem Kind und manchmal auch beidem gleichzeitig, aber dieser Zwiespalt gehört wohl dazu

Wo haben Sie jenseits Ihrer Karriere gern Erfolg?

Beim Sport. 2017 habe ich den Zugspitz- Berglauf geschafft. Nach 16 Kilometern nur bergauf und fast 2.500 Höhenmetern auf der Strecke, war das Gefühl am Ziel anzukommen, unbeschreiblich erfüllend.

Wo können Sie entspannen?

Die Natur und die Bewegung in ihr, sind für mich existenziell und Quelle der Inspiration. Ich kläre auf meinen Märschen eine Menge Dinge für mich, die ich am Wickel habe – oder die mich am Wickel haben!

Was treibt Sie an?

Etwas verändern, verbessern und beizutragen zu können. Den Vorsatz, die Welt verbessern zu wollen, ist mir zu abgehoben, aber Teil der Bio-& Naturkosmetik Bewegung zu sein und etwas Positives, etwas wirklich Gutes, am Markt anzubieten, das gibt mir Energie.

Wovon träumen Sie?

Beruflich gesehen, entwickle ich eines Tages vielleicht noch meine eigene Marke, wenn die Zeit dafür gekommen ist.
Privat möchte ich in Zukunft gerne einen Teil meiner Zeit in Meran, in Südtirol, verbringen und dort zeitweise leben.

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

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Gründer und Geschäfstführer Japheth Ergaw Bild: ALZOE

ALZOE, Naturkosmetik mit Seele

Immer schön natürlich bleiben, so könnte man die Idee zu ALZOE in aller Kürze zusammenfassen. „Denn wir finden, wahre Naturkosmetik sollte mehr können, als ein gutes Image zu genießen.“
Die Naturkosmetik-Manufaktur ALZOE mit dem Sitz in Karlsruhe steht für 100% zertifizierte Naturkosmetik aus Deutschland. Unsere Verbundenheit zur Naturkosmetik spiegelt sich auch in unseren Produkten wider: Wir stehen für 100% vegane, nachhaltige Qualitätsprodukte mit ausgewählten Bio-Rohstoffen auf Pflanzenbasis sowie natürlichen Düften. Das grüne Unternehmen wurde im Februar 2020 von Jungunternehmer Japheth Ergaw gegründet. Wir durften ihn für das Magazin „Secrets of Success“ interviewen.

Wie ist die Idee entstanden?

Die Idee, eine Naturkosmetikmarke zu gründen, ist sehr lange gereift. Unser Credo war stets und ist bis heute: 100% Natur – ohne, wie dies in der Branche leider üblich ist, den kleinen Spielraum zu nutzen, den einem der Gesetzgeber lässt.
Mit Hilfe der Erfahrung und Expertise einer Mitarbeiterin, die früher in einer großen Industriekosmetikfirma tätig war und schon immer Nachhaltigkeit gelebt hat, ist letztlich mit viel Liebe und Zeit ALZOE entstanden.

Ist alles gelaufen, wie geplant oder welche Überraschungen gab es?

Es ist nicht alles gelaufen wie geplant. Wir haben zu Beginn viele Fehler gemacht, aber sind dadurch gewachsen. Dieser Prozess hat viel Zeit in Anspruch genommen. Wir wollten mit ALZOE erst dann an den Start gehen, wenn wir alle Prozesse durchlaufen haben und keine Abstriche mehr machen müssen. Wir hatten eine Entwicklungszeit von knapp 2 Jahren; diese Zeit haben wir uns genommen. Wir wissen, dass nicht viele Firmen sich das leisten können, weil sie schnell ins Wirtschaften und auch ins Geld verdienen kommen müssen. Glücklicherweise haben wir noch andere Standbeine. ALZOE ist für uns eine Herzensangelegenheit. Das, was wir auf diesem Weg gelernt haben, macht unsere Marke jetzt aus.

Wie groß war das persönliche finanzielle und berufliche Risiko?

Glücklicherweise nicht so groß, da ALZOE ein drittes bzw. viertes Standbein ist. Wir sehen ALZOE, wie gesagt, als Herzensangelegenheit und sind mit unserer Muttergesellschaft in anderen Branchen aktiv. Wir können „unser Baby“ in Ruhe wachsen lassen und das macht uns aus. Man merkt der Marke hoffentlich an, dass wir sie mit Liebe und Leidenschaft kreiert haben und Gott sei Dank nicht alles auf eine Karte setzen mussten. Das ist für ein Startup natürlich eine schöne und komfortable Ausgangslage. Wir sind sehr froh und dankbar, so arbeiten zu können.

Welches Ziel verfolgen Sie?

Bild: ALZOE

Wir wollen unsere Manufaktur deutschlandweit, irgendwann vielleicht sogar europaweit, ausdehnen. Wir möchten uns dabei aber in erster Linie immer selbst treu bleiben – das, was uns von vielen anderen unterscheidet, nämlich, dass wir vom eigentlichen Produkt bis zur Verpackung eine 100%ige Naturkosmetikmarke sein wollen, soll unser „Gesicht“ bleiben. Wir möchten informativ sein, die Menschen zum Beispiel mit unseren Blogbeiträgen zum Nachdenken anregen und auch unsere Produktpalette weiter ausbauen.
Transparenz und Loyalität zu unseren Produkten ist uns wichtig. Wir sind stolz darauf, dass wir in unserem Produktionsstandort Wiernsheim ein eigenes Labor haben und egal, wie stark wir wachsen sollten, wir möchten weiterhin sowohl im eigenen Haus als auch handmade produzieren.

Wie schwierig ist es, die richtigen Investoren zu finden? Was müssen diese außer Geld noch mitbringen?

Für uns glücklicherweise nicht so schwierig, da wir diese in Form unserer Muttergesellschaft gefunden haben: Sie war und ist Geldgeberin und stellt uns auch weiterhin die finanziellen Mittel zur Verfügung, die wir benötigen. Wir mussten nicht auf Investorensuche gehen und konnten die Gründung „in house“ abwickeln. Etwas anders als beim klassischen Startup.

Was braucht Ihre Firma, um weiter wachsen zu können?

Wir wollen in den Einzelhandel verstärkt rein und hoffen, dass das die wirtschaftliche Lage zulässt. Wir möchten nach vorne schauen und möchten uns da in den jeweiligen Stores platzieren. Ebenso suchen wir immer nach weitere Kooperationspartnern, die die gleichen Werte und Ziele haben.

Aus Fehlern lernt man: Was war bisher der größte Fehlgriff?

Einen großen Fehlgriff gab es nicht. Dafür aber viele kleine Fehler. Das liegt vor allem auch daran, dass wir zunächst branchenfremd waren und vieles in den zwei Jahren der Entwicklungsphase von der Pike auf lernen mussten. Mittlerweile sind wir sehr gut aufgestellt und können alles selbst umsetzen. Wir sind nun, nach einem umfassenden Prozess, auch in der Lage, zum Ende diesen Jahres eine eigene Naturkosmetikzertifizierung zu erstellen sowie das hauseigene Labor zu zertifizieren. Hier sind vor allem in der Anfangszeit viele Fehler passiert. Wir haben andere Standards als der Fremdzertifizierer, der uns aktuell noch zertifiziert und freuen uns über die Möglichkeit, nun in unserem eigenen Labor zum Beispiel die Rohstoffe testen zu können, die wir verarbeiten. Wir müssen uns nicht mehr nur auf Prüfberichte verlassen, sondern können immer nochmal selbst testen. Das gibt uns und unseren Kunden ein gutes Gefühl, weil wir halten können, was wir versprechen.

Welche Visionen gibt es für die Zukunft?

Wir wollen mit einem gesunden Wachstum nach vorne schauen und uns nur im positiven verändern. Unsere Nachhaltigkeit, Transparenz und Authentizität wollen wir stets beibehalten.

Mit welchen Kleinigkeiten kann man Tag für Tag die Welt ein bisschen besser machen?

Mein Credo: Jeden Tag stehe ich mit einem Lachen auf, bin zuvorkommend und versuche, dieses Lächeln auf den Lippen den ganzen Tag zu bewahren. Nächstenliebe und Freundlichkeit sind die Werte, die mir sehr wichtig sind und die ich auch lebe.

Beschreiben Sie Ihren grünen Lifestyle…

Ich bediene vielleicht rein äußerlich nicht das Klischee eines Menschen mit einem grünen Lifestyle. Aber ich glaube, dass sich die Definition dessen in den letzten 10 Jahren auch deutlich verändert hat. Das stelle ich auch fest, wenn ich unsere Kunden anschaue. Auch sie bedienen meist nicht die „klassischen grünen Klischees“.
Ich definieren ihn für mich so, dass ich mich mit der Natur (und auch der Naturkosmetik) befasse, mich gerne in ihr aufhalte und sie in ihrer Schönheit und Vielfalt mehr und mehr schätzen und zu bewahren lerne. Dazu gehört zum Beispiel auch, Dinge und Prozesse zu hinterfragen. Grüner Lifestyle bedeutet für mich nicht nur der Einkauf im Bioladen, sondern eine ganzheitliche Umstellung, die meist nicht von heute auf morgen kommt, sondern schrittweise erfolgt.

Hat sich bei den Leuten im Kopf etwas getan im Vergleich zu vor ein paar Jahren?

Wir stellen fest, dass „green thinking“ in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und viele Menschen sich damit befassen. Wir haben eine sehr diverse Zielgruppe, die sich gerne mit diesem Thema befasst. Es ist definitiv im Trend „grün“ zu denken und zu handeln, sich um die Umwelt zu kümmern und zu sorgen.

Was muss sich noch ändern, um die Umwelt zu retten?

Das ist natürlich eine schwierige Frage! Ich glaube, wenn jeder zunächst einmal sprichwörtlich vor der eigenen Haustüre kehrt, ist schon viel gewonnen.
Wer die Welt verändern möchte, sollte immer bei sich selbst anfangen!

Bild: ALZOE

Wovon sollte man definitiv die Finger lassen?

Ich glaube, man kann und sollte vor allem in der Kosmetik von den meisten Dingen die Finger lassen, die nicht aus der Natur kommen. Die Natur gibt uns das, was wir Menschen brauchen, auch das, was unsere Haut braucht. Wir schauen auf das, was wir ihn ihr finden können – das reicht. Man sieht das z.B. in unseren Produkten. Gerade wenn man jahrelang keine Naturkosmetik verwendet hat, sollte man seiner Haut jedoch etwas Zeit geben, um sich umzustellen und an die Natur zu gewöhnen. Viele steigen schon nach den ersten Versuchen wieder aus, weil sie sich schnelle Resultate erhoffen oder weil die Haut erst wieder lernen muss, ihre ureigenen Prozesse auszuführen. Ist die Umstellung erst einmal geschafft, sind unsere Kunden dann sehr zufrieden.

Was wünschen Sie sich von den Menschen für die Zukunft?

Mehr (Nächsten)Liebe, mehr Vernunft, mehr Rücksicht, mehr Loyalität und Transparenz – wir sollten einander und unsere Umwelt wertschätzen.

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Gesundheit und ein stabiles & schönes Familienleben – so bin ich aufgewachsen, so wurde ich erzogen. Alles andere ist nice to have, aber nicht mein Hauptfokus.

Was wollten Sie als Kind werden? Und warum?

Ich wollte schon immer Unternehmer werden – genau wie mein Vater, zu dem ich schon immer aufgeschaut habe und dies bis heute tue. Ich bin sehr dankbar, ebenfalls diesen Weg einschlagen und in seine Fußstapfen treten zu können.

Wer ist ihr größtes Vorbild?

Nach der letzten Frage wohl keine Überraschung – mein Vater. Was und wie ich lebe und das, was ich gelernt habe, habe ich zu großen Teilen meinem Vater und natürlich meiner Mutter zu verdanken. Schon als Kind haben mein Bruder und ich zu meinem Vater aufgeschaut und ihn uns zum Vorbild genommen. Er ist nicht nur mein Vater, sondern auch Mentor und best buddy!

Wo sehen Sie die Stärken Ihres Start-ups, die für den Erfolg maßgeblich sind?

Wir sind eine 100% Manufaktur. Dies spiegelt sich im Produkt, als auch in der Verpackung wider. Ebenso zeigt sich das auch in unserem Team. Wer sich selbst auf die Fahne schreibt, aus Überzeugung anders sein zu wollen als andere Naturkosmetikhersteller, muss von Werten angetrieben sein, die weit über den „gesetzlich zugelassenen Rahmen“ hinausgehen. Für mich sind dies vor allem Leitwerte wie Toleranz, Ehrlichkeit, Menschlichkeit, Treue, Zusammenhalt, Geradlinigkeit und Zuverlässigkeit. All dies spiegelt sich auch in der Art, dieses Start-Up-Unternehmen zu führen, wider. Ich arbeite eng und auf Augenhöhe mit meinen Mitarbeitern und Kollegen zusammen und gebe ihnen viel Raum für die Umsetzung ihrer kreativen Ideen.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Weg? Wenn ja, wie haben Sie die überwunden?

Es gab kleinere Rückschläge, die uns jedoch stärker gemacht haben. Durch die Fehler haben wir einiges gelernt und sind da wo wir jetzt stehen.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten unterstützt?

Schon von Anfang an waren dies vor allem unsere Mitarbeiter. Wir haben ein sehr wertvolles Team, für das ich dankbar bin. Wir sind offen, haben flache Hierarchien, jeder kann seine Meinung sagen. Uns verbindet ein meist freundschaftliches Verhältnis.
Daneben natürlich unsere Familien und Freunde, die bisher immer mit wertvollen Ratschlägen und Feedback an unserer Seite standen.

Was ist ein Must-Have in ihrem Beruf?

Ganz klar – mein Handy. Ohne dieses komme ich nicht durch den Alltag. Oft müssen schnelle Entscheidungen gefällt werden und da ist es natürlich essentiell, erreichbar zu sein. Diese ständige Erreichbarkeit ist natürlich in meinem Beruf Fluch und Segen zugleich.

Was ist für Sie Luxus?

Zeit. Mit meiner Lebensgefährtin, mit Freunden und mit meiner Familie – das ist mein höchstes Gut und der größte Luxus. Je älter ich werde, desto mehr lerne ich zu schätzen, was es bedeutet, Zeit zu haben und sie sich zu nehmen. Zu letzterem muss ich mich manchmal disziplinieren.

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Intervies finden Sie hier.

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„Was ich in meiner Karriere gelernt habe? Probleme sollte man als Herausforderungen sehen.“

Lifestyle, Kreativität und Nahbarkeit – für diesen Mix lieben ihre rund 250 000 Follower Laura Noltemeyer. Ihren „Designdschungel“ hat die Hamburgerin mittlerweile zur internationalen Marke ausgebaut und eine eigene Social-Media-Marketing-Agentur gegründet. Das neuste Baby der 32-Jährigen ist die Kosmetik-Marke „Bayage Beauty“, deren Produkte alle vegan sind und frei von Parabenen, Silikon, Mikroplastik und Mineralöl.

 

Interview:

Wie haben Deine Eltern auf Deine Karriere reagiert?

Ich habe einen Master in Architektur, deshalb war das alles nicht so einfach für sie. Meine Eltern hatten sich mit dem Gedanken angefreundet, dass ich Architektin werde. Ich habe mir dann erst mal ein Jahr gegeben und in einer mini-kleinen Wohnung ohne große Fixkosten gewohnt, um auszuprobieren, ob ich mit meinem Konzept erfolgreich werden könnte – ohne dabei Schulden anzuhäufen. Jetzt, fast sieben Jahre später, würde ich sagen, es hat sich gelohnt, dass ich nicht auf die Meinung anderer gehört habe und meine Eltern sagen das auch.

 

Was ist Dein Erfolgsgeheimnis?

Ich versuche, keine Probleme zu sehen, wo keine sind. Und wenn ich etwas mache, bin ich bereit, alles dafür zu geben und bin mir für nichts zu schade.

 

Welche Opfer musst Du denn bringen?

Extrem viele, das sieht man auf Social Media nur nicht. Ich kann nicht einfach mal so mit Freunden bis fünf Uhr morgens feiern oder mich entspannt unter der Woche auf einen Wein treffen, sondern muss viel auslassen, um meine Karriere so professionell zu betreiben, dass es meinem Anspruch an mich selbst genügt.

Das ganze Interview können Sie am 4. Dezember 2020 im Print Magazin Secrets of Success nachlesen.