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Lutz Marmor spricht als Intendant des NDR bei einer Mitarbeiterversammlung. © NDR Jann Wilken

Langfristig denken

Lutz Marmor hat eine erstklassige Karriere in öffentlichen-rechtlichen Rundfunkanstalten hingelegt: Westdeutscher Rundfunk, Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg, Norddeutscher Rundfunk. Beim NDR ist der 65-Jährige seit 2008 Intendant – noch bis Januar 2020. Geplant war seine Medienkarriere nicht, aber der studierte Betriebswirt ist sehr froh, dass es so gekommen ist. „Mein Lebenslauf sieht im Nachhinein so geplant aus, das war aber gar nicht so. Manchmal ergibt sich etwas und man muss die Chance ergreifen“, sagt Marmor über seinen Werdegang.

„Ich war ja in der Unternehmensberatung tätig und habe für den WDR ein Konzept ausgearbeitet“, erklärt Marmor seinen ersten Berührungspunkt mit der Medienbranche. Schließlich sei er vom WDR gefragt worden, ob er das Konzept selbst umsetzen wolle. „Den WDR und überhaupt Medien fand ich total spannend. Die haben offene Türen bei mir eingerannt“, spricht Lutz Marmor über einen wichtigen Schritt in seiner Karriere.

Später folgte er dem Ruf des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB). Es war ein absolutes Highlight seiner Karriere, die Neugründung einer Rundfunkanstalt mitzuerleben. „Ich bin einen Monat vor Sendestart hingekommen, wir hatten 50 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und kurze Zeit später gut 500.“ Vier Jahre war Lutz Marmor beim ORB. „Die haben sich allerdings wie acht angefühlt“ – so intensiv, aber auch so schön hat er die Zeit in Erinnerung. Darin sieht Marmor auch sein Erfolgsgeheimnis: „Was ich gemacht habe, wollte ich immer bestmöglich machen. Auch mit großem zeitlichen Aufwand.“ Das ist auch sein Rat an junge Menschen. „Das versuchen, was einem liegt, aber dann auch exzellent machen und nicht halbherzig. Bei allem Ehrgeiz sollte aber das Private nicht zu kurz kommen.“

Seine Stärken beschreibt Lutz Marmor so: „Ich bin Mensch geblieben, authentisch, denke langfristig und bin ehrlich. Es bringt nichts, jemanden auszutricksen, weil man sich immer zweimal begegnet. Ich weiß fachlich sehr viel, lasse aber auch den Bauch noch entscheiden.“

Seinen Ausgleich findet der NDR-Intendant beim Sport. Früher sei er Baskenballspieler gewesen und habe sogar ein Team trainiert. „Da will man natürlich gewinnen, wobei man beim Sport auch das Verlieren lernt. Basketball ist ein Mannschaftssport und ich glaube, ich habe viel davon profitiert für mein Berufsleben.“ Doch nicht nur der Sport ist ihm Ausgleich, auch in der ehrenamtlichen Arbeit geht Marmor auf. „Das möchte ich wieder intensiver machen, wenn ich hier aufhöre.“

Von Renate Kerscher

“Erfolg ist: Das gefunden zu haben, in dem man talentiert und damit glücklich ist”


Hamburg, 29.4.2019 Speakers Night April 2019 Foto und Copyright: Martin Brinckmann

Wenn man Hinnerk Baumgarten fragt, was ausschlaggebend für seine Berufswahl war, dann kommt die spontane Antwort: „Vor allem die Lust am Sprechen.“ Eigentlich selbstverständlich, denn seit den 90er Jahren ist Baumgarten erfolgreicher Radio-Moderator und seit den 2000ern auch im TV. Für ihn war dieser Schritt hin zum Fernsehen auch der wichtigste seiner Karriere. „Mich reizt es, Dinge auszuprobieren und dann zu spüren, wie es immer leichter wird.“ Doch wie wird es leichter? Wo sieht Baumgarten seine Stärken, die für seinen Erfolg maßgeblich sind?
„Meine Spontanität und, dass ich keine Angst habe, Fehler zu machen. Die gehören dazu und sind immer auch eine Chance.“
Aber wie geht er mit Fehler um, die vielleicht auch Rückschläge in der Karriere bedeuten? „Rückschläge gibt es immer. Wichtig ist, daraus seine Lehren zu ziehen und weiter an sich selbst zu glauben.“ Und somit ist sein Ratschlag an junge Menschen, die den Erfolg anstreben auch klar definiert. „Hab keine Angst vor Fehlern.“ Für Baumgarten ist Erfolg auch immer etwas Neues, das man sich täglich neu erarbeiten muss. Erfolgreich ist man aber auch, wenn man glücklich ist – unabhängig von der beruflichen Karriere. „Es macht mich glücklich, wie ich meine Tochter heranwachsen sehe und erlebe, wie sie immer selbstständiger wird.“ Und dann gibt es da noch sein Hobby: Das Golfspielen. Daraus schöpft er Kraft als Ausgleich für die tägliche Arbeit. Der Weg zum Erfolg ist oft mit einem materiellen Wunsch verbunden, der einen begleitet. Doch Baumgarten sieht das eher pragmatisch. „Etwas bestimmtes war nie meine Triebfeder, aber es macht natürlich Spaß, Geld zu verdienen und sich dadurch eine gewisse Freiheit zu erarbeiten.“
Seiner bisherigen Lebenseinstellung möchte er auch in Zukunft treu bleiben. „Mein Ziel ist weiter zu Fehlern zu stehen, weiter an mich zu glauben und weiter hungrig auf neue Herausforderungen zu bleiben.“ Sein bisheriger Erfolg gibt ihm recht. Eine Eigenschaft, die er nach wie vor lebt: „Mut, aus der Masse raus zuschwimmen.“

 

Von Daniela Fuß