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Wollte sich nie auf ein Genre fest -legen lassen: Oscarpreisträger und Regisseur Stefan Ruzowitzky.© Josef Fischnaller

Zwischen Zähigkeit und Flexibilität

Stefan Ruzowitzky hat ein Tattoo auf seiner Wade. Nicht irgendeins, sondern ein Motiv des Plakats seines ersten Films „Tempo“ von 1996. Er wusste, dass dieser Karriereschritt ihn ohnehin sein ganzes Leben lang begleiten würde und da hat er sich ihn kurzerhand auf dem Körper verewigen lassen.

Der wohl wichtigste Schritt in seiner Karriere kam dann 2008, als er mit „Die Fälscher“ einen Oscar in der Kategorie „Bester nichtenglischsprachiger Film“ erhielt. „Das war natürlich sehr emotional. Und ich war froh, dass er auch genau zu der Zeit kam. Denn es gab bei mir bereits davor Erfolge, aber auch Misserfolge in meiner Karriere und so wusste ich den Oscar auch genau richtig einzuschätzen“, ordnet Ruzowitzky diese Auszeichnung ein.

Stefan Ruzowitzky hat Spaß an seiner Arbeit. Spaß und die Chance, Sachen stets neu zu entdecken und zu gestalten, ist auch das, was ihn immer wieder antreibt. „Ich bin glücklich, wenn ich am Set sitze und neue Welten erschaffen kann. Ich sehe mich eher als Geschichtenerzähler. Dazu gehört alles am Set. Jeder Schauspieler, jede Requisite, jedes Kostüm erzählt in meinem Film seine Geschichte“, antwortet der 58-Jährige auf seine Stärken angesprochen.

Geschichtenerzähler und Regisseur war Ruzowitzky bereits in der Schule. „In der 4. Klasse gab es bei uns in der Grundschule immer ein Theaterstück, auf das ich mich das ganze Schuljahr gefreut hatte. In meinem Jahrgang sollte es dann plötzlich ausfallen, was mir gar nicht gefiel und deshalb habe ich das Theaterstück dann kurzerhand selbst organisiert. Für mich war immer klar, dass ich Regisseur werden möchte. Und heute weiß ich, dass es eine große Gnade ist, wenn man das findet, was man unbedingt machen möchte“, erzählt er.

Seit nunmehr 24 Jahren führt Stefan Ruzowitzky sehr erfolgreich Regie. „Anatomie“ aus dem Jahre 2000 ist sein kommerziell größter Erfolg und war 2000 auch der erfolgreichste deutsche Kinofilm. In seiner Arbeit erfindet er sich immer wieder neu. „Ich nehme für mich in Anspruch, mich selbst auszuprobieren. Horror, Kinderfilme, Drama. Ich wollte nie auf ein Genre festgelegt werden. Dabei fällt man natürlich auch mal auf die Nase. Es ist manchmal wie eine erotische Beziehung zwischen Publikum und Filmemacher.

Das ganze Interview finden Sie in der Printausgabe von Secrets of Success.

Oliver Holy fertigt und vertreibt mit ClassiCon GmbH hochwertige Designmöbel.© Henning Bock für ClassiCon

Was nicht passt, wird passend gemacht!

„Wenn es einem gutgeht, soll es anderen auch gutgehen“. Nach dieser Philosophie führt Oliver Holy auch ClassiCon. Oliver Holy ist Geschäftsführer und Alleininhaber der Münchener ClassiCon GmbH, mit der er klassische und zeitgenössische Designmöbel fertigt. Der älteste Entwurf in der Kollektion stammt aus dem Jahr 1908. Der 47-Jährige stammt aus einer Familie von Modeunternehmern; sein Vater und sein Onkel haben gemeinsam dem Metzinger Bekleidungshersteller Hugo Boss zu Weltruhm verholfen. Nach seinem Jura-Studium an der LMU in München beginnt er 1999 ein Trainee-Programm bei ClassiCon. Nachdem er sämtliche Firmenbereiche kennengelernt hat, wird Holy im Jahr 2001 Geschäftsführer und wenig später Alleininhaber.

Wie definieren Sie Erfolg?
Erfolg lässt sich für mich nicht nur am Umsatz und am Gewinn messen, sondern setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen: Erfolg ist, auf das richtige Produkt oder den richtigen Designer zu setzen, Handwerker und Zulieferer fair zu behandeln und am Ende des Tages trotz allen kommerziellen Drucks noch mit sich selbst im Reinen zu sein.

Sie sind der Urenkel von Hugo Ferdinand Boss, dem Gründer der weltbekannten Modemarke Hugo Boss. Statt für Fashion haben Sie sich für zeitgenössisches Möbeldesign entschieden. Warum keine Bekleidung?
Ich liebe Mode über alles, habe mich aber von kleinauf mehr für Möbel, Design und Architektur interessiert. Ich habe mir schon als kleiner Junge überlegt, wie ich mein Kinderzimmer effektiver gestalten könnte; besonders im Hinblick auf meine Bedürfnisse als Rollstuhlfahrer. Dieser Gestaltungsdrang ist mit den Jahren immer stärker geworden.

Sie sitzen seit Ihrem 8. Lebensjahr im Rollstuhl. Inwieweit hat Sie dies während Ihrer beruflichen Karriere geprägt?
Ich kann gewisse Dinge viel schneller als andere akzeptieren und mich schneller auf neue Herausforderungen einstellen. Ich habe schon früh gelernt, nach Lösungen zu suchen und nicht aufzugeben. Man muss mit den Mitteln arbeiten, die einem zur Verfügung stehen und sollte versuchen, seine Zeit bestmöglich zu nutzen. Sicher habe ich durch den Rollstuhl eine andere Sicht auf die Welt und bin möglicherweise viel erkundungsfreudiger, als ich es vielleicht ohne ihn wäre.

Was würden Sie noch als Ihre persönlichen Stärken ansehen?
Gegenfrage: Was ist wichtiger – sich seiner Stärken oder seiner Schwächen bewusst zu sein? Meine Stärke ist sicherlich, dass ich gut mit Menschen umgehen kann und mit offenen Augen durch die Welt gehe. Außerdem kann ich meinem Bauchgefühl zu einhundert Prozent vertrauen, oftmals auch gegen den Rat aller anderen. Wenn ich von einer Sache überzeugt bin, führe ich sie zum Erfolg….
Von Thomas Clausen

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Michael Manfred Fischer & Jochen James Fischer Bildcredit: Beate Zoellner

Radikal neu denken

„Mein Verständnis von Erfolg hat sich gewandelt“, sagt Michael Manfred Fischer, Gründer und CEO des internationalen Solarbau-Spezialisten SMP Montage. „Durch Corona leben wir plötzlich in einer Welt, in der die alten Muster nicht mehr greifen. Qualität, Planbarkeit, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, Zusammenarbeit – das alles sind Erfolgsmarker, Eckpfeiler der deutschen Industrie, die wir radikal neu denken müssen, wenn wir sie nicht aufgeben wollen. Und zwar jetzt, sofort.“

Einen der wichtigsten Impulse für den Umgang mit einer Zeit im Umbruch erhielt der Unternehmer durch seinen Mentor, Finanzierslegende Jochen James Fischer: „Um weiter intelligent zu wachsen, musst du jeden Tag dreimal um die Ecke denken, so, wie vor dir noch keiner gedacht hat.“

Mit Wachstum kennt Michael Manfred Fischer sich aus: Kein anderer Wirtschaftszweig wächst weltweit so rasant wie der Renewables-Sektor, und kaum ein anderes deutsches Unternehmen hat die internationale Solarwirtschaft so stark geprägt wie SMP Montage. Ein von SMP mitentwickeltes Verfahren zur maximalen Grundflächenausnutzung beim Bau von Solarparks wurde früh zum branchenweiten Industriestandard. 2017 nahm die Financial Times SMP Montage als eines der wachstumsstärksten europäischen Unternehmen in die Liste der „FT 1.000“ auf. Der „FOCUS“ zog nach und wählte SMP unter seine 500 deutschen Wachstums-Champions.

Fischer hat Solarkraftwerke jeder Art geplant und umgesetzt – viele davon neu und ungewöhnlich, einige spektakulär, seit zwei Jahren immer häufiger auf der selbst entwickelten und in Deutschland produzierten Stahlkonstruktion.

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Mutig und voller Tatendrang: Als sie eine neue Perspektive brauchte, wechselte sie von Mezzosopran zu Sopran

„Fehlendes Bewusstsein für Gefahren ist oft ein Turbo für Erfolg“

Sie verkörperte an der Mailänder Scala Strauss’ Salome und Verdis Lady Macbeth an der Metropolitan Opera in New York: Die Opernkarriere von Nadja Michael ist ein Siegesmarsch über die bekanntesten Bühnen dieser Welt. Dabei war ursprünglich eine ganz andere berufliche Zukunft für sie vorgesehen…

Was raten Sie jungen Menschen, die gern in Ihre Fußstapfen treten möchten?
Die internationale Kunstwelt kann beides sein: ein vermintes Feld oder die große Freiheit. Der alles entscheidende Punkt ist, ob man die unbedingte Notwendigkeit für Musik als Beruf fühlt. Wer für sich andere Wege auch nur vorstellbar findet, sollte unbedingt von einer Karriere als Sänger Abstand nehmen. Wer aber ohne jedes Nachdenken jede Minute des Tages an sich arbeitet, wird seinen Platz im Künstlerkosmos finden.

Hatten Sie je Existenzängste?
Seltsamerweise nicht. Vielleicht war das im ersten Jahrzehnt meiner Karriere so, weil ich nie auf die Gagen geschaut habe. Dass ich für meine Auftritte bezahlt wurde, war sozusagen ein glücklicher Nebeneffekt. Diese Einstellung änderte sich, als meine Kinder zur Welt kamen und ich damit für zwei weitere Leben die Verantwortung übernahm. Das hat mir definitiv ein wenig meiner Leichtigkeit genommen. Aber ich würde meine Entscheidung, Mutter zu werden, um nichts in der Welt ändern wollen.

Sie wären beinahe Leistungsschwimmerin geworden. Haben Sie je darüber nachgedacht, wie Ihr Leben gelaufen wäre, wenn Sie diesen Weg weitergegangen wären?
Ehrlich gesagt ist das einfach zu lange her. Ich selbst habe die Entscheidung, den Sport aufzugeben, nicht getroffen, sondern meine Eltern. Es war abzusehen, dass bald das in der DDR übliche Doping starten würde. Das wollten sie mir ersparen. Meine Bedingung war der Wechsel auf die Musikspezialschule. Als das klappte, war ich zufrieden.

Was war die größte Schwierigkeit auf Ihrem Weg zum Erfolg?
Meine Stimme war besonders für den europäischen Geschmack etwas aus der Zeit gefallen. Der Klassikmarkt tendiert zu leichten, lyrischen Stimmen – meine ist groß, dramatisch und individuell ausufernd, wie man es nach dem Krieg bis Ende der 70er-Jahre liebte. Sie passt also weder zu meiner Körperlichkeit noch zum aktuellen Geschmack. Ich sage immer, ich habe aber trotzdem Karriere gemacht. Zu meiner natürlichen Arbeitswut haben sich einige große Unterstützer und die Liebe des Publikums gesellt, besonders in Italien und USA. Mein Aufbaustudium in den USA hat mir im wahrsten Sinne des Wortes eine Welt eröffnet und ich habe meine Karriere – das ist eine große Ausnahme als deutsche Sängerin – vorwiegend in Italien begonnen. Dort weiß man außergewöhnliche Stimme mehr zu würdigen als die akademische Herangehensweise.

Sie haben mitten in Ihrer Karriere von Mezzosopran zu Sopran gewechselt: Ist so ein Schritt nicht gefährlich?
Ja, klar. Wenn man ein Weltklassegolfer ist und dann zum Weltklassetennisspieler werden möchte, ist das mit Risiko verbunden. Ich brauchte jedoch neue Perspektiven, denn alle spannenden Mezzo-Partien hatte ich bereits gesungen. Durch die Geburt meines ersten Kindes hat sich zudem meine Stimme noch vergrößert und im Umfang erweitert. Es war riskant, aber manchmal ist fehlendes Bewusstsein für die drohenden Gefahren ein sehr guter Schutz…

 

Das ganze Interview finden Sie in der Printausgabe von Secrets of Success.

Florian Gallenberger – der Oscarpreisträger kann schon
jetzt auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. © Mathias Bothor

„Erfolg ist die beste Begründung“

 

Florian Gallenberger drehte als erster Deutscher einen großen Spielfilm mit indischen Schauspielern in Kalkutta, blieb hartnäckig, als es ewig dauerte, um in China die Dreh-Genehmigung für sein später gefeiertes Drama „John Rabe“ zu bekommen, und nahm sich über vier Jahre Zeit, das Vertrauen einer abgeschotteten Sekte zu gewinnen, um mit „Colonia Dignidad“ wieder ein Meisterwerk abzuliefern. Seine glänzende Regie-Karriere hat der Oscar-Preisträger vor allem seiner größten Stärke zu verdanken: seinem Durchhaltevermögen.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Erfolg ist ein zweischneidiges Schwert. Leider sind Filme teuer – und um das Geld für einen Film zu bekommen, ist die beste Begründung Erfolg. Innerlich muss man aber loslassen, damit er sich einstellt.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie etwas ändern?
2001, nach dem ich den Oscar gewonnen hatte, saß ich mit den größten Produzenten in Los Angeles zusammen und alle wollten wissen, was ich als Nächstes vorhabe. Das hat mich ein bisschen überfordert. Ich war fast froh, sagen zu können, dass ich jetzt erst mal nach Indien gehe, um dort zu drehen. Ich bereue es absolut nicht, „Schatten der Zeit“ gemacht zu haben, für die Karriere war das aber vielleicht die falsche Antwort. Manchmal denke ich auch, ich hätte zumindest später mal ein Jahr nach Los Angeles gehen sollen, aber dafür lief es zu gut in Deutschland. Vielleicht sticht mich ja irgendwann der Hafer und ich gehe doch noch rüber…

Johanna Reichert

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Bernhard Fragner gründete sein Unternehmen GlobeAir im Jahr 2007 – mittlerweile fliegt die Airline über 984 Flughäfen in Europa an. © GlobeAir AG

Vom Spaß, Unmögliches möglich zu machen

Spaß. Das ist der Antrieb von Bernhard Fragner, der aus dem Nichts sein Luftfahrtunternehmen GlobeAir hochgezogen hat. Heute steuert der 48-Jährige mit der weltgrößten Flotte an „Cessna Citation Mustang“- Jets 984 Flughäfen in Europa an.

Was wollten Sie als Kind werden?
Pilot oder Arzt. Jetzt bin ich wieder auf diesem Pfad. Das war nicht geplant. Bei mir hat mein Vater bestimmt, was ich für eine Ausbildung mache. Er lag nicht falsch, aber es wäre trotzdem nicht mein Wunsch gewesen, Industrieanlagenbau zu studieren. Ich dachte, ich schaffe das nie, aber es ist mir gelungen. Daraus habe ich gelernt, dass man auch Dinge erreichen kann, die aussichtslos scheinen.

Wie startet man ein Unternehmen wie GlobeAir?
Ich lernte den Vorteil des Fliegens zu schätzen, als ich viel in Osteuropa gearbeitet hatte. Allerdings hatte ich dort mit den Überbleibseln des Kommunismus und einer frustrierten Generation zu kämpfen. Ich musste da raus – und dann ist mir die Idee gekommen, dass vielleicht nicht nur ich den Bedarf mit dem Fliegen habe. Aber mir haben alle gesagt, ich kann kein Luftfahrtunternehmen gründen. Das sei unmöglich. Da habe ich mich an mein Erlebnis an der Uni erinnert, als ich selbst dachte, etwas sei unmöglich und dann war es doch möglich. Da der Reiz so groß ist, dass ich es unbedingt versuchen wollte.

Aber braucht man nicht unfassbar viel Startkapital?
Ich war entspannt, weil ich wusste, dass man das findet. Unser Anfangsinvestment waren zwölf Millionen Euro, von denen zehn in Flugzeuge geflossen sind. Der Rest war Working Capital. Es war klar, dass wir in der Anfangsphase richtig Geld verbrennen, aber wir mussten vom Fleck wegkommen.

 

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Nach acht Jahren in Japan, kam Littbarski 2010 nach Deutschland zurück – zum Vfl Wolfsburg. © VfL Wolfsburg

Früher hätte sogar Messi schlechte Karten gehabt

Pierre Littbarski war einer der ersten ausländischen Profifußballer in der japanischen J-League. Ursprünglich wollte Littbarski nur sechs Monate bleiben. Am Ende war er insgesamt acht Jahre im Land des Lächelns, das zu seiner zweiten Heimat wurde.

In Japan konnte er viele Erfolge feiern – sowohl als Spieler als auch als Trainer. Der private Erfolg ist seine Ehefrau, die er dort kennengelernt hat. „Wenn man bedenkt, dass ich zuerst gar nicht dorthin wollte“, erzählt Littbarski, „Ich kannte weder das Land noch die Sprache, wusste nicht, wie die Leute sind. Aber ein ehemaliger Mitspieler von mir, der beim Aufbau der neugegründeten J-League mithalf, bequatschte mich regelrecht und meinte, dass ich dort genau hinpassen würde. Für mich war eigentlich klar, dass ich meinen Koffer für sechs Monate packen, das Geld mitnehmen und dann wieder nach Hause fahren würde.“ Doch dann kam alles anders.
Das Land hat ihn verändert, wie er selbst sagt. Er fand dort eine neue Heimat und Menschen, die ihn sofort begeisterten. „Wie die Menschen dort leben und denken, das ist genau meine Herangehensweise. Sie zeigen Respekt, sie können zuhören, sie sind hilfsbereit. Wenn sie von Dingen überzeugt sind, dann versuchen sie, sie auch sofort umzusetzen.“ So ist Littbarski auch stets seine Ziele angegangen.

Heute kann er auf wirklich viele Erfolge in seinem Leben zurückblicken. Nicht zuletzt auf den WM-Titel, den er mit der deutschen Nationalmannschaft 1990 gewann.
Für ihn waren aber nicht nur die Siege, die am Ende standen, ein Erfolg. „Es ist die Herangehensweise, die mir in dem Moment wichtig ist. Wenn dann am Ende der Erfolg steht, das Ziel, das ich mir gesetzt hatte, dann bin ich zufrieden. Für mich bedeutet der Weg schon Erfolg.“ Fast hätte er den Weg dorthin gar nicht erst starten können. Dabei war sein Leben schon mit fünf Jahren entschieden, wie der heute 60-Jährige lachend erzählt. „Ich wollte immer Fußballer werden. Schule habe ich nur nebenher gemacht. Aber ich war zu klein. Ich kann mich noch an eine Situation erinnern, als ich bei einer Auswahl einmal beobachtet wurde. Nachher sagte der Konditionstrainer: ‚Ey, der is viel zu kleen. Gib dem erst mal ne Butterschnitte, damit der en bisschen wächst.‘ Zu der Zeit hätte sogar Messi schlechte Karten gehabt, denn damals zählte eher Masse als Klasse. Mit 18 habe ich gedacht, dass der Zug abgefahren wäre. Notgedrungen musste ich in die Fußstapfen meines Vaters treten und begann eine Lehre als Finanzbeamter. Es war eher aus der Verzweiflung heraus“, meint Littbarski. Der Zufall wollte es dann so, dass der junge Littbarksi bei den Deutschen A-Jugendmeisterschaften groß aufspielte. Auf dem Weg ins Finale schmissen sie den FC aus dem Wettbewerb und Littbarski fiel dem Manager des 1. FC Köln auf. Der rief den damaligen Cheftrainer Hennes Weisweiler an und nach kurzer Zeit verpflichteten die Kölner den jungen Littbarski. „Ich kam als gefühlte Nr. 26 in der Rangliste dahin. Aber es war meine einzige Chance.“ Und er biss sich mit seiner Art dort durch. Er war nie mit sich zufrieden. Hat nicht aufgehört, an sich zu arbeiten, und dann war da noch seine Spielweise, mit der er schnell die Kölner Fans und Medien begeisterte. „Mir wurde nachgesagt, ich spiele wie die Südamerikaner. Ich habe mit wahnsinnig viel Leidenschaft gespielt. Manchmal hatte ich mich in den ersten siebzig Minuten so verausgabt, dass ich die letzten zwanzig Minuten nicht mehr konnte. Aber ich habe nie aufgegeben.“ Nicht nur sein „südamerikanischer“ Einsatz auf dem Rasen hat die Fans damals überzeugt. Littbarski hatte Humor, den er auch immer wieder dort einsetzte, wo er die Leute nicht nur zum Lachen brachte, sondern auch half, Brücken zu bauen. „Ich habe oft im Training Späße gemacht, wenn ich merkte, dass die Jungs gar keine Lust hatten, zu laufen, und unser Konditionstrainer sich den Mund fusselig geredet hat. Dadurch ist es mir gelungen, sie dazu zu bringen, mitzumachen und alles zu geben. Humor ist ein wichtiger Transporteur für Kommentare, Informationen und Anleitungen. Er löst auch Barrieren auf. Wenn man mit Humor an manche Dinge herangeht, dann ist das die Basis, auf der sich andere Sachen einfacher vermitteln lassen“, meint Littbarski und ergänzt:“

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Der erste Gründer

Thomas Hoppe gründet 2012 sein Start-up „Schülerkarriere“, das Absolventen und Firmen vernetzen soll. Dem damals 21-Jährigen wird als Erstem der Investitionszuschuss für Wagniskapital der Bundesregierung bewilligt, sein junges Unternehmen avanciert zum Vorzeigeobjekt. Immerhin: Die Idee hielt, was sie versprach. „Schülerkarriere“ ist mittlerweile profitabel und greift auf ein riesiges Netzwerk aus rund 4500 Schulen mit mehr als 3,5 Millionen Schülern zurück. Thomas Hoppe ist heute selbst nebenbei Investor – und Dozent an der Fachhochschule des Mittelstands in Hannover.

Wie fanden Ihre Eltern die Idee, ein Start-up zu gründen, statt irgendwo anzuheuern?
Sie haben es erst als Hobby abgetan und nicht gedacht, dass man davon wirklich leben kann. Nachdem die ersten größeren Kunden wie Siemens kamen und wir einige Zeit überlebt haben, waren sie stolz auf mich und unterstützen mich seitdem tatkräftig.

Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich raten?
Informiere dich genau über die Mitgründer und die Investoren. Lasse dir Versprechungen schriftlich geben – der ehrliche Kaufmann ist anscheinend eine aussterbende Art. Zudem würde ich mir raten, den Spagat zwischen Arbeit und Privatem besser zu managen. Die Zeit verfliegt doch sehr schnell. Wollten Sie an irgendeinem Punkt aufgeben?
Wir haben leider mehrfach auf falsches Personal gesetzt. Das hat die Firma zwei, drei Mal an den finanziellen Abgrund gebracht. Es gab eine Zeit, in der ich mir selbst über Monate kein Gehalt zahlen konnte und zusätzlich Geld in die Firma einlegen musste, um die Miete und die Gehälter der Angestellten zu bezahlen. Da habe ich schon etwas gezweifelt. Rückblickend war diese Zeit aber eine wichtige Erfahrung, die mir hilft, erfolgreiche Momente umso mehr wert zu schätzen…

 

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Kompetent, locker und professionell: Moderator Gerhard Delling Bildcredit: © Georg Wendt

Bundesliga statt Bundeskanzler

Für Millionen von Fernsehzuschauern, vor allem für Sport- und insbesondere für Fußballfans, ist Gerhard Delling seit Jahrzehnten ein vertrautes Gesicht. Ob Olympische Spiele oder Bundesliga sowie gelegentlich auch Talkshows oder Nachrichtensendungen: Mit seinem kompetent-professionellen, aber stets auch lockeren Moderationsstil ist der gebürtige Rendsburger längst eine Marke geworden. Sogar eine hochdekorierte: Als kongenialer Partner von Günter Netzer analysierte Delling dreizehn Jahre lang die Spiele der deutschen Fußballnationalmannschaft – und weil die Wortgefechte des ungleichen Duos oft unterhaltsamer waren als das Geschehen auf dem Rasen, gab es den Grimme-Preis dafür.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Das Gelingen einer Aufgabe, die ich mir selbst gestellt habe oder die sich von außen ergeben hat.

Was wollten Sie als Kind werden? Und warum?
Bundeskanzler, weil ich dachte, der sorgt für die richtigen Entscheidungen im Land.

Die tatsächliche Berufswahl lautete dann Journalist – was war dafür ausschlaggebend?
Der Inhalt der Arbeit, das Interesse und der Spaß daran – und die Überzeugung, dass es eine Bedeutung hat.

Gab es einen materiellen Wunsch, der Sie am Anfang bis zum ersten Erfolg begleitet hat?
Ich wollte immer ein eigenes Dach über dem Kopf haben, mit einem kleinen Garten, in den ich nach Belieben hinausgehen konnte. Erstmals erfüllt habe ich mir diesen Wunsch mit Anfang dreißig mit einem kleinen Reihenhaus bei Baden-Baden.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriereweg? Wenn ja, wie haben Sie die überwunden?
Rückschläge gab es immer mal wieder. Aber ich habe versucht, es danach besser zu machen oder eben einen anderen Weg einzuschlagen.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten unterstützt? Hatten Sie einen Mentor?
In Rudi Michel und Armin Hauffe hatte ich zwei hervorragende Ausbilder und Freunde. Auch in Werner Zimmer hatte ich einen verlässlichen Freund, der das Geschäft schon lange gemacht hatte.

Von Rainer Wendl

Das ganze Interview finden Sie in der Printausgabe von Secrets of Success.

 

Jumana Al-Sibai legte seit 2003 eine steile Karriere bei der Robert Bosch GmbH hin – heute ist sie Executive Vice President. Bild: © BDI

„Ich werde gerne mal mit meiner Sekretärin verwechselt“

Ihr Vorbild ist ihr Vater, der aus Syrien nach Deutschland kam und sich trotz unbekannter Sprache durchgekämpfte – und erfolgreicher Arzt wurde. Vielleicht hat Jumana Al-Sibai ihren Ehrgeiz von ihm. Seit 2013 klettert sie bei der Robert Bosch GmbH die Karriereleiter hinauf. Heute ist sie „Executive Vice President“ im Geschäftsbereich „Chassis Systems Control“.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriereweg?
Es lief immer recht gradlinig für mich. Was es gab, waren Situationen, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Als ich die Stelle als Vertriebsleiterin übernahm, haben mich einige Kollegen und Kolleginnen gefragt, ob ich mir das wirklich zutraue – anstatt mir zu gratulieren. Auch nach der Geburt meiner Kinder bekam ich seltsame Sprüche zu hören wie „Eine Mutter gehört doch zu ihren Kinder“. Inzwischen habe ich mir ein dickeres Fell zugelegt!

Was treibt Sie an?
Die größte Energie ziehe ich aus meinem herausragenden Team, meinem Spaß an der Arbeit und dem Gefühl, etwas verändern zu können. Viel gibt mir auch die Tatsache, dass meine Familie stolz auf mich ist – allen voran meine Kinder!

Was raten Sie jungen Frauen, die in Ihre Fußstapfen treten möchten?
Ich coache eine Reihe von Frauen, ihnen gebe ich drei Dinge mit. Erstens: Mach Deinen Job so gut wie möglich – so, dass Du selbst mit Deiner Leistung zufrieden bist. Zweitens: Denk nicht zu viel über die nächsten Schritte nach, sondern konzentriere Dich auf Punkt eins. Drittens: Sei Du selbst, verstell Dich nicht, bleib authentisch – denn nur so wirst Du ernst genommen. Versuch vor allem nicht, ein besserer Mann zu sein.

Erleben Sie je Diskriminierung?
Ich werde gerne mal mit meiner Sekretärin verwechselt. Einmal wollte mich auch jemand bei einem Kundenbesuch losschicken, um den Beamer zu reparieren. Bewusste Diskriminierung habe ich aber noch nicht erlebt.

Hat sich in Sachen Gleichberechtigung seit dem Beginn Ihrer Karriere etwas verändert?
Das würde ich gerne noch entschiedener mit „ja“ beantworten. Immerhin ist es inzwischen normal, dass auch Vorstände Kinder haben und pünktlich gehen müssen, wenn es ein Schulfest gibt! Aber die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für engagierte Männer wie Frauen eine Herausforderung. Für mich braucht es klare Regeln, um die Sphären zu trennen. Dazu gehört, dass ich zu einer festen Zeit nach Hause komme, dass Dienstreisen ein gewisses Maß nicht überschreiten und es klar definierte Gründe gibt, warum ich während der Familienzeit den Laptop aufmache. So gelingt es mir, Balance zu halten.

Von Johanna Reichert

Schauspieler Hans Sigl – viele kennen ihn als den „Bergdoktor“. © fotowunder

„Keine Rückschläge, sondern interessante Erfahrungen“

Er zählt seit vielen Jahren zu den beliebtesten Schauspielern in Deutschlands: Hans Sigl. Dass sich darin die deutschen und die Fans aus seinem österreichischen Heimatland einig sind, lässt sich an zahlreichen Preisen ablesen.

Bereits dreimal wurde der spätestens seit seiner Verkörperung des Martin Gruber in „Der Bergdoktor“ 51-Jährige mit dem österreichischen Fernseh- und Filmpreis „Romy“ als beliebtester männlicher Seriendarsteller ausgezeichnet. In Deutschland bekam er 2015 und 2017 den Publikums- und Medienpreis „Goldene Henne“ verliehen. Diese Auszeichnungen zählen für Hans Sigl „neben vielen wundervollen Theaterpremieren und Filmen“ zu den Highlights seiner Karriere. „Ich freue mich über jeden der Publikumspreise“, sagt Sigl. Noch etwas darüber stehe aber die Freude über die „Goldene Kamera“ 2019, „weil wir sie für das gesamte Team gewonnen haben“. Serien wie „Der Bergdoktor“, in deren Remake Sigl seit 2008 die Hauptrolle des Martin Grubers spielt, seien ein Paradebeispiel für die hervorragende Arbeit aller Beteiligten. Der gebürtige Steirer bezeichnet sich selbst als Teamplayer. „Loyalität ist eine wundervolle Sache, die ich für unverzichtbar halte, und Durchhaltevermögen ist auch nicht gerade hinderlich. Und trotz aller Anspannung, die mein Beruf bietet, sind Humor und Leidenschaft, Empathie und Geradlinigkeit sehr wichtig“, meint Sigl.

Sein eigenes Erfolgsgeheimnis sei letztendlich keines: „Harte Arbeit und dabei sich selbst treu bleiben.“ Gleichzeitig müsse man darauf vertrauen, dass sich Wünsche auch erfüllen. Hans Sigl nennt den „Bergdoc“ seine wichtigste Rolle, „denn er begleitet mich am längsten und die Zeit mit ihm war am prägendsten“. Doch seine lange Bildschirmkarriere begann bereits 1994 mit dem österreichischen Spielfilm „Ich gelobe“. es folgten verschiedenste Serien und Filmrollen einem noch größeren Publikum wurde er durch die in der ORF-ZDF-Coproduktion „SOKO Kitzbühel“ bekannt. Dort verkörperte er zwischen 2001 und 2006 den Major Andreas Blitz.

Dabei sah es lange nicht nach einer Schauspielkarriere aus. „Da ich auf dem Land aufgewachsen bin, wollte ich erst Bauer werden, dann Polizist und am Ende Lehrer. Dazwischen aber Anwalt und dann Therapeut. Ich habe auch einige Semester Anglistik und Psychologie studiert, bevor ich ans Theater gekommen bin“, erinnert sich Sigl. Die Schauspielerei war tatsächlich Liebe auf den ersten Blick. Als er das erste Mal auf der Probebühne hinter den Kulissen des Theaters stand, spürte er die Magie der „Bretter, die die Welt bedeuten“. „Da wusste ich, ich bin angekommen“, lächelt Sigl glücklich. Nach bestandener Ausbildung im Tiroler Landestheater Innsbruck sei es deshalb auch sein sehnlichster Wunsch gewesen, von diesem Beruf leben zu können…
Von Robert Torunsky

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Damit hat Prof. Dr. Reinhard Genzel nicht gerechnet: Gemeinsam mit Roger Penrose und Andrea Ghez hat er für seine Forschung zu Schwarzen Löchern den Nobelpreis für Physik 2020 erhalten. © Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik, Garching

Eine Lebensreise an die Grenze des Universums

Prof. Dr. Reinhard Genzel hat die moderne experimentelle Astrophysik entscheidend mitgeprägt. Für seine Beobachtungen des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße erhielt er – gemeinsam mit Roger Penrose aus Großbritannien und Andrea Ghez aus den USA – 2020 den Nobelpreis für Physik.

Ein gewöhnlicher Arbeitstag in Pandemiezeiten: Professor Dr. Reinhard Genzel befindet sich mit zwanzig Kollegen des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in einem virtuellen Arbeitsraum. Das Telefon klingelt, der Professor nimmt ab und hört die Worte: „This is Stockholm“. Für einen kurzen Moment habe er gedacht, er würde halluzinieren, erinnert sich Genzel an jenen Tag im Oktober 2020. „Das mutete fast schon komisch an. Diese verrückten Zeiten und dann auch noch der Nobelpreis.“ Gewöhnliche Arbeitstage gibt es für Genzel auch Wochen nach diesem Anruf kaum noch. Glückwünsche und Interviewanfragen aus aller Welt prasseln auf ihn ein, tausend Mails wollen beantwortet werden.

Auch wenn Genzel in seinem langen Forscherleben unzählige Preise erhalten hat und nun auch noch die höchste Auszeichnung für einen Wissenschaftler überhaupt – man glaubt ihm sofort, dass sich Erfolg für ihn nicht in Preisen bemisst. Vielmehr ist es der Erkenntnisgewinn, der wissenschaftliche Fortschritt, um den es ihm geht. Ausgeprägten Forscherdrang hatte Genzel schon von klein auf. Zuerst war es die Archäologie, die es ihm angetan hatte. Noch mehr faszinierten ihn jedoch die physikalischen Experimente, die ihm sein Vater, Physiker und Direktor des Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung, zeigte. „Ich wollte Forscher werden. Und es sollte die Physik sein. Die erbliche Vorbelastung schlug also durch.“

Nach seinem Studium im neu gegründeten Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn legte Genzel eine steile, wissenschaftliche Karriere hin, die Ende der 1970er-Jahre in den USA ihre Anfänge nahm. „Die USA war damals für mich das Traumland schlechthin. Ich war ein Nachkriegsdeutscher, vom Gefühl geprägt, kein Deutscher sein zu wollen.“ So ging es für Genzel und seine Frau – er hatte in den Bonner Jahren die angehende Ärztin Orsolya Boroviczeny geheiratet – in das Land der Verheißung. Dort, genauer gesagt bei Nobelpreisträger Charles Hard Townes an der Universität in Berkeley, fand er in den Schwarzen Löchern sein wissenschaftliches Lebensthema. In den Jahrzehnten darauf sollte ihm in mehreren Forschungsphasen der Beweis gelingen, dass sich im Zentrum der Milchstraße ein Schwarzes Loch befindet. Bereits Einstein hatte ein solches vermutet, Genzels Forschung lieferte nun den Beweis dafür. Entscheidende Messungen dafür seien am Paranal-Observatorium der Europäischen Südsternwarte in Chile gelungen, sagt Genzel, der zu diesem Zeitpunkt bereits Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching war. „Die großen Sprünge kamen immer dann zustande, wenn es uns gelang, neue, bessere Instrumente und Teleskope zu bauen. Es gibt aber keinen bestimmten Durchbruch, vielmehr erhärtete sich durch unsere Forschung allmählich die Evidenz, dass wir es bei unserem Beobachtungsobjekt mit einem massereichen Schwarzen Loch von etwa vier Millionen Sonnenmassen zu tun haben.“

Doch wie bleibt man so lange an einem Thema dran? Unabdingbar dafür seien die Ressourcen, sagt Genzel. „Ohne die Max-Planck-Gesellschaft wäre meine Forschung so nicht möglich. Aber auch die europäische Zusammenarbeit ist ganz entscheidend. Erfolg in der Forschung ist heute nur im Team zu erzielen.“ Im Laufe von dreißig Jahren haben in Genzels Team unter anderem sechzig Doktoranden und dreißig Postdocs gearbeitet…

Von Stephanie Burger

Das ganze Interview finden Sie in der Printausgabe von Secrets of Success.

Bildcredit: Max Sonnenschein

Meine Omi ist mein Vorbild!

Leonie Gerner ist ein wahres Multitalent: Angefangen hat sie als Moderedakteurin, arbeitete unter anderem als Freelancerin für Otto, Elle oder Burda Creative. Heute ist sie Moderatorin, Art Direktorin und macht Musik. In der Corona-Zeit hat sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Julian Krohn einen Podcast ins Leben gerufen, der sich mit den Problemen der Berliner Kunst- und Kulturszene beschäftigt. Wir haben mit ihr über die aktuelle Situation, ihren Erfolgsweg und zukünftige Ideen gesprochen.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich vor allem sich selbst auf gewisse Art und Weise zu verwirklichen, sich zu trauen auch mal “nein” zu sagen zu Dingen die vielleicht finanziell attraktiv sind, einen menschlich nicht widerspiegeln!

Wer ist ihr größtes Vorbild?
Meine Omi – von ihr habe ich glaube ich auch meine Begeisterungsfähigkeit. Das hat mich an ihr immer besonders fasziniert – selbst mit 90 Jahren konnte sie sich noch an kleinsten Dingen erfreuen und sie betrachten, als wäre es das erste Mal. Das gleiche Merkmal trägt auch meiner Mutter im Herzen.

Außerdem verfolge ich seit einiger Zeit die US-amerikanische Politikerin Alexandria Ocasio-Cortez, ihre Stärke und Energie ist beeindruckend. Sie engagiert sich für die wichtigen Dinge in der Politik und vertritt richtige Werte. Die Reden der demokratischen Sozialistin (wie sie sich selbst bezeichnet) ziehen einem die Schuhe aus – knaller Frau!

Was war für Sie ausschlaggebend bei Ihrer Berufswahl?
Das ist sehr schwer zu sagen, denn das was ich noch vor wenigen Jahren gemacht habe, gehört jetzt nur noch teilweise zu meinem jetzigen Arbeitsalltag. Damals habe ich mich dazu entschlossen Moderedakteurin zu werden, weil ich mich für Mode interessiert habe und außerdem die Welt sehen wollte. Das ist mir gelungen, ich bin sehr dankbar dafür. Durch meinen Job als Modejournalistin und Art Direktorin habe ich die Welt gesehen. Heute haben sich meine beruflichen Wege verändert, ich habe mich einer neuen Form des Journalismus zugewandt. Mittlerweile bin ich als Moderatorin vor der Kamera zu finden, mit meiner Interview Sendun

Bildcredit: Paul Keuter

g “Berlin Kunterbunt” ist ein Traum für mich in Erfüllung gegangen. Als Founder des Podcasts “SHOW DOWN – Der Kampf um die Feierkultur” den ich zusammen mit meinem Freund und Kollegen Julian Krohn ins Leben gerufen habe, widme ich mich seit Anbeginn der Corona Zeit unserer schwer angeschlagenen Kunst und Kulturszene. Vor allem mit Schwerpunkt auf die Berliner Clubkultur. Die Tatsache, dass ich selbst auch Musik auflege hat mir hier viele Türen geöffnet. In Zusammenarbeit mit einem regionalen Berliner Sender drehe ich außerdem im Moment auch eine Dokumentation zum Thema Clubkultur in Berlin. Diese wird im Jahr 2021 erscheinen.

Was raten Sie einem (jungen) Menschen der Erfolg haben möchte?
So spannend sich etwas auch anfühlt, ein Schritt zurück, genau hinschauen, dann entscheiden und weiter gehen. Wenn man den Mut hat auch mal Unkonventionelles zu machen, aus der Reihe zu tanzen und seine Ideen laut auszusprechen, kann daraus etwas Fantastisches entstehen! Sich selbst treu und dabei aber mutig bleiben ist glaube ich das Geheimrezept.

Welche Sehnsüchte haben Sie?
Mich noch mehr selbst zu verwirklichen und dabei aber auch gleichzeitig was im Außen bewegen. Ein bisschen mehr Struktur hier und da könnte mir nicht schaden ;). Außerdem wünsche ich mir in nicht allzu ferner Zukunft eine Familie zu gründen – man wird sehen was die Zukunft bringt.

Haben Sie eine lustige „Anekdote“ aus Ihrem Erfolgs Leben?
Puh … so viele!!! Mit Johannes Oerding habe ich mich für unser Interview in einer meiner Lieblingsbars, dem “Neulich” in Berlin Neukölln, getroffen. Michi der hinter der Bar für unser Wohlbefinden verantwortlich war, meinte es wohl etwas zu gut mit uns. Am Ende des Interviews war ich der Meinung mindestens genauso gut singen zu können wie Johannes – konnte ich nicht! Das Video gibts noch online auf Youtube ..

Was bedeutet Ihnen der Partner beim Erklimmen der Karriereleiter?
Mein Partner ist neben meinem Bruder Constantin, mein schärfster Kritiker. Was mir hilft, in dieser Branche lohnt es sich, genauer hin zu sehen. Und im Zweifel auch mal “Nein” zu sagen.

Welche Ziele in puncto Erfolg setzen Sie sich für die Zukunft?
Mein Traum wäre es, ein Interview Format wie “Inas Nacht” hosten zu dürfen – ein Format das anspruchsvoll, aber lustig ist und gleichzeitig auch mal aneckt! Aber jetzt freue ich mich erstmal auf das Ergebnis der Dokumentation an der wir seit Wochen arbeiten. Was mich bei allem Stress immer wieder in Balance bringt ist übrigens die Musik – aktuell bin ich mit meinem Freund im Studio, mal schauen was da so passiert 🙂

Mehr Infos über Leonie Gerner auf:

Website LEONIE GERNER 
Podcast: FEIERKULTUR

Denkt man an Psychothriller, fällt einem sofort der Besteller Autor Sebastian Fitzek ein.

„Who the fuck is Fitzek?“

Es ist heute kaum vorstellbar, dass ein Sebastian Fitzek seinen Debütroman bei 18 Verlagen einreicht und 15 Absagen erhält. Fitzek – der Erfolgsautor für Psychothriller, der seit 2006 einen Bestseller nach dem anderen schreibt. Die Gatekeeper von damals fassen sich vermutlich immer noch an den Kopf ob der Erfolgsgeschichte Fitzeks: ein Bestseller nach dem anderen, Buchpreise en masse und schließlich die Verfilmung einiger Bücher. Fitzeks Erfolg ist das Ergebnis einer einfachen Prämisse: Er tut, was ihm Spaß macht.

 

 

 

Was war für Sie bei Ihrer Berufswahl ausschlaggebend?
Ich hab schon immer gern gelesen und mich dabei oft gefragt, ob ich auch so eine Geschichte erzählen und schreiben könnte. Dann hab ich es einfach gemacht.

Die Verlage waren eher abweisend, was Ihren Debütroman betraf. Was war der Wendepunkt?
Der Tag, als Droemer Knaur mein erstes Manuskript angenommen hat und ich ein Jahr später das Buch in den Händen hielt.

Wer hat Sie auf diesem Weg am meisten unterstützt?
Ich habe unglaubliches Glück, ich habe viele Unterstützer. Angefangen mit meinen Eltern, die wirklich alles mitgemacht haben, was ich mir so ausgedacht habe. Meine Mutter ist „Schuld“ daran, dass ich Autor geworden bin. Sie hat immer alles von mir gelesen und wenn ich total verzweifelt war über den Müll, den ich fabriziert hatte, und aufgeben wollte, sagte sie, das ist toll, ich will weiterlesen, bitte schreib weiter. Heute muss ich mich bei so vielen Menschen für ihre Unterstützung bedanken, das sehen Sie ja auch an meinen Danksagungen.

Der Weg zum Erfolg ist manchmal auch steinig und mühsam. Was würden Sie jungen Menschen raten, die Erfolg haben möchte?
Einstein sagte einmal: „Jeder ist ein Genie. Aber wenn du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben lang glauben, dass er dumm sei.“
Und ich füge hinzu: Lasst euch umgekehrt nicht davon abhalten, auf einen Baum zu klettern, nur weil andere euch für einen Fisch halten. Hört nicht auf diejenigen, die euch sagen, etwas würde nicht gehen. Seid Fische, die auf Bäume klettern.

Sie haben heute Ihren Weg gefunden und schreiben einen Bestseller nach dem anderen. Wo finden Sie die Inspiration und Kraft für Ihre Werke?
Von meinem Büro aus gucke ich in einen sehr schönen Garten. Aber ich bin nicht der Autor im stillen Kämmerlein, ich brauche Menschen um mich herum, daher arbeite ich in einer Bürogemeinschaft. Meine Ideen stammen eigentlich immer aus der Realität.
Wie jetzt auch zu meinem aktuellen Buch: Eine Leserin erzählte mir, dass sie für das Heimwegtelefon arbeitet, was ich nicht kannte. Also habe ich es recherchiert und es
nimmt eine zentrale Rolle im Thriller ein.

Das komplette Interview können Sie in der Print Ausgabe von “Secrets of Success” lesen. Dieses kommt am 4. Dezember 2020 in den Handel.

Viele kennen ihn aus der VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“: Orthomol Gründer Nils Glagau Credit_OrthomolGmbH

Mit Biss zum Erfolg

Lebenswege von erfolgreichen Menschen sind selten schnurgerade. Es gibt Kurven, Abzweigungen und manchmal auch Sackgassen. Nils Glagau studierte Ethnologie in Bonn und verbrachte verschiedene Forschungsaufenthalte in Mittelamerika und Tibet. Zu Hause gab es das Familienunternehmen Orthomol – ein Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln. Nach dem frühen Tod des Vaters steigt er 2009 wie selbstverständlich ins Unternehmen ein und übernimmt Verantwortung für 400 Mitarbeiter. Heute peilt Orthomol über 100 Mio. Euro Jahresumsatz an. Zudem ist Glagau gefragter Start-up-Investor und „Löwe“ bei der VOX-Show „Die Höhle der Löwen“.

Die plötzlich Unternehmensübernahme war für Nils Glagau ein markanter Wendepunkt in seiner Karriere. „Nach dem Tod meines Vaters waren da auf einmal über 400 Mitarbeiter, das Unternehmen und die Verantwortung für die Zukunft vieler Familien. In diese Aufgabe musste ich hineinwachsen. Aber mithilfe hoch identifizierter und fachkompetenter Orthomoler fiel dies nicht schwer. Und so lernte ich alle Abteilungen und Abläufe sehr schnell kennen.“

Orthomol mit Sitz in Langenfeld, NRW, ist auf Nahrungsergänzungsmittel mit Mikronährstoffkombinationen spezialisiert. Das Geschäftsmodell war für Glagau zum Zeitpunkt der Übernahme kein böhmisches Dorf. Er schnupperte noch zu Lebzeiten seines Vaters ins Familienbusiness, verfolgte aber zunächst andere berufliche Pläne. Erfahrungen, die ihm heute helfen: „Nach dem Studium und verschiedenen Auslandsaufenthalten habe ich in Bonn eine Bar, einen Kulturtreffpunkt, ins Leben gerufen, um meine Leidenschaft für Mexiko ins Rheinland zu bringen. Dort habe ich viel gelernt – über Unternehmertum, Mitarbeiterführung, das Selbstständigsein, die Fokussierung auf Kunden und die Interaktion mit ihnen.“

Ein Unternehmen zu führen, geht nicht ohne familiäre Unterstützung oder einen Mentor. Für Glagau ist es die Familie, die ihn nicht nur unterstützt, sondern auch viel Verständnis aufbringt, „vor allem, wenn ich doch länger im Büro bleibe oder viele Termine wahrnehmen muss.“ Jederzeit verlassen kann sich Nils Glagau auch auf sein Team bei Orthomol. „Zudem habe ich externe Partner an meiner Seite als starkes Netzwerk, auf das ich bei spezifischen Fragen zugehen kann“, sagt er…

Das ganze Interview können Sie ab 4. Dezember 2020 in der Print Ausgabe von “Secrets of Success” lesen.

© Andreas Panzenberger / panzenberger.com

Mit Ehrgeiz und Struktur zum Erfolg

 

Sieben Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen, elf WM-Titel, sechs Gesamtweltcup- und 67 Einzelweltcupsiege. Anna Schaffelhuber ist die große Ausnahmeathletin im deutschen Parasport. Und neben diesen ganzen sportlichen Erfolgen, den vielen Medaillen und Auszeichnungen hat die 27-jährige ihr Studium der Mathematik und Wirtschaft auf Lehramt abgeschlossen.

„Natürlich bin ich stolz auf meine Siege, aber am wichtigsten ist es mir, dass ich mit dem Weg, den ich gegangen bin, zufrieden bin. Ich habe es auf meine Art gemacht und bin mir treu geblieben. Das ist für mich der größte Erfolg.“

Anna wurde mit einer Querschnittlähmung geboren. Mit fünf Jahren saß sie erstmals auf einem Monoski. „Ich musste tatsächlich erst einmal überredet werden, um mit dem Sport anzufangen. Dann habe ich gemerkt, dass ich im Vergleich zu den anderen gar nicht mal so langsam bin“, sagt Anna lachend. Der Ehrgeiz war geweckt. Mit 14 Jahren wurde sie in den Rennkader des Deutschen Paralympischen Skiteams geholt. Immer wieder angetrieben von ihrem Ehrgeiz. „Das ist meine größte Stärke, aber auch meine größte Schwäche.“ Dazu braucht sie eine gewisse Struktur in ihrem Leben. Sie muss abhaken können, um zu sehen, dass sie auf dem richtigen Weg ist. „Natürlich braucht man ein großes Ziel. Aber wichtig ist es, dieses auf viele kleine Ziele herunterzubrechen, die überschaubar und realistisch sind.“

Anna hat viele Sachen ausprobiert und so auch ihre Grenzen erkannt. Sie arbeitet nach dem Ausschlussverfahren: Erst mal ausprobieren, wenn es klappt, dann weiter. Wenn nicht, dann abhaken. Angesprochen auf Niederlagen und Rückschläge sagt sie sofort: „Ich weiß, dass ich während meiner Karriere viel mehr aus Rückschlägen als aus den Erfolgen gelernt habe.“ Wie kurz vor ihren ersten Olympischen Spielen in Vancouver 2010. „Meine Behinderung hatte sich von heute auf morgen verschlechtert. Mein Monoski hat nicht mehr genau gepasst, alles musste verändert werden und ich musste die Technik wieder neu lernen. Aber vor allem musste ich lernen, das zu akzeptieren und mir neue, kleine Ziele zu setzen.“

Trotz dieses „Neuanfangs“ holte die damals erst 17-Jährige in Vancouver ihre erste Olympiamedaille: Bronze im Super-G. Ihr starker Wille und die große Portion Ehrgeiz brachten sie immer weiter nach vorne. „Ich habe es mir manchmal aber auch selbst schwer gemacht“, sagt sie…

Das ganze Interview können Sie im Print Magazin nachlesen. Das Magazin Secrets of Success kommt am 4. Dezember 2020 in den Handel.

 

Umweltfreundlich verpackt – der Nachhälter ist aus einer biologisch abbaubaren Folie hergestellt, Grünkunft

Die Welt ist im Wandel. Nachhaltigkeit und grüner Lifestyle sind die neuen Schlagworte unserer Gesellschaft. Wir stellen drei Firmen vor, die im Großen – wie im Kleinen – einen wertvollen Beitrag leisten, um den Planeten zu retten.

Schluss mit Plastik!

Im bayerischen Rott hat das Start-up Grünkunft den Heiligen Gral gefunden. Der Betrieb mit 17 Mitarbeitern produziert Ersatzverpackungen aus landwirtschaftlichen Abfällen. Das berühmteste Produkt ist der Nachhälter – ein Beutel, der den klassischen Nusspralinen- oder Pastatüten zum Verwechseln ähnlich sieht – nur dass er aus einer biologisch abbaubaren Folie ist. In nur zwei Jahren ist das Unternehmen von einem Concept Store, der umweltfreundlich verpackte Biolebensmittel verkaufte, zum großen Hoffnungsträger für das Gewissen umweltbewusster Konsumenten gewachsen. Aktuell ist Grünkunft auf der Suche nach einer noch größeren Produktions- und Lagerfläche – das ist dann der dritte Standort. Christoph Kleber (38), der das Unternehmen mit seiner Frau Edna (34) 2017 gründete, bedient allerdings keines der üblichen Ökoklischees. Er ist ein Weltverbesserer mit wirtschaftlichem Background, der Architektur und BWL studiert hat und zuletzt in der Handelsnetzwerkentwicklung eines Automobilkonzerns tätig war.

Wo steht Grünkunft gerade?
Grünkunft ist die Pionierin plastikfreier Verpackung. Aktuell bringen wir zusätzlich zum Nachhälter viele weitere alternative Verpackungslösungen, allesamt hergestellt aus landwirtschaftlichen Abfällen, auf den europäischen Markt. Branchenübergreifend unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre Produkte von Plastikverpackungen zu befreien. Wir kooperieren in der Automobil, Kosmetik- und Textilindustrie bereits mit mehreren internationalen Konzernen und wollen deren Portfolio gemeinsam in eine wegweisende, plastikfreie Zukunft lenken. Wir entwickeln uns vom plastikfreien Food Supplier gerade zum Systemdienstleister und Großhändler für nachhaltige Verpackungslösungen, nicht nur für Lebensmittel, sondern für alle Bereiche, in denen Plastik ersetzt werden kann.

Wie konnten Sie überhaupt etwas entwickeln, bei dem die großen Konzerne bis heute scheinbar nicht weiterkommen?
Das ist eine berechtigte Frage, die ich Ihnen nicht beantworten kann. Letztendlich waren die technischen Hürden ja überwindbar, wie wir erfolgreich bewiesen haben. Der Anfang war allerdings hart. Da wir noch relativ jung waren, haben wir tatsächlich einen Totalverlust riskiert. Gestört hat uns das nie, wir waren uns unserer Sache sicher und besessen von dem Gedanken, unsere Idee voranzutreiben.

Hat Sie jemand für verrückt erklärt?
Viele sogar! Wir hatten mit den unterschiedlichsten Reaktionen gerechnet, die Bandbreite war jedoch noch viel größer als erwartet. Interessanterweise sind die Menschen, die uns früher belächelt haben, genau die, die heute damit angeben, uns zu kennen.

Wie sieht es mit dem wirtschaftlichen Erfolg bei Grünkunft aus?
Wir haben uns in den ersten rund drei Jahren sehr gut behauptet. 2019 konnten wir mehr als 100 Prozent Umsatzwachstum verzeichnen, für kommendes Jahr rechnen wir mit einem Vielfachen davon.

Ist es schwierig, die richtigen Investoren zu finden?
Nein, praktisch wöchentlich klopfen welche an unsere Tür. Es muss vor allem auf persönlicher Ebene stimmen und die Person oder Institution zu unserer Vision passen. Wer nur wirtschaftliche Interessen verfolgt, ist bei uns falsch.

Wo sehen Sie die Stärken Ihres Start-ups?
Fokus ist alles. Wir haben uns von Anfang an auf eine Problemstellung konzentriert und dafür einzigartige Lösungen entwickelt. Einige Unternehmer glauben, möglichst viele verschiedene Leistungen oder Produkte anbieten zu müssen, aber das Gegenteil ist meistens richtig. Man muss nicht alles können – im Gegenteil: Um Erfolg zu haben, reicht es, wenn du eine einzige Sache richtig gut kannst.

Haben die Menschen heute ein stärkeres ökologischen Bewusstsein – im Vergleich zu vor ein paar Jahren?
Definitiv. Bei der Eröffnung unseres Concept Stores in Wasserburg Anfang 2018 war bei vielen die Problematik mit dem Plastik noch nicht im Bewusstsein verankert. Ereignisse und Bewegungen wie Fridays for Future haben dazu beigetragen, dass die Situation jetzt eine ganz andere ist. Heute ist es in vielen Erdteilen schon verpönt, Plastiktüten zu benutzen.

Was muss sich noch ändern, damit wir die Umwelt wirklich retten?
Es gibt sehr vieles, was noch getan werden muss. Verpackung und Abfallvermeidung ist eine sehr wichtige Facette davon, jedoch nicht die einzige. Individual- und globaler Warenverkehr gehören zu den Bereichen mit dem größten Einsparpotenzial bei Energieverbrauch und Emissionen. Es gibt bereits zahlreiche vielversprechende Innovationen für eine grüne Wende. Jetzt liegt es an uns, diese Chancen zu nutzen. Gerade jetzt, während der Coronakrise, müssen wir die Chance nutzen, unser Handeln im Sinne einer enkeltauglichen Zukunft neu auszurichten.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Sich selbst immer wieder zu übertreffen, das ist wahrer Erfolg…

Das ganze Interview können Sie im Print-Magazin nachlesen. Secrets of Success kommt am 4. Dezember 2020 in den Handel.

„Was ich in meiner Karriere gelernt habe? Probleme sollte man als Herausforderungen sehen.“

Lifestyle, Kreativität und Nahbarkeit – für diesen Mix lieben ihre rund 250 000 Follower Laura Noltemeyer. Ihren „Designdschungel“ hat die Hamburgerin mittlerweile zur internationalen Marke ausgebaut und eine eigene Social-Media-Marketing-Agentur gegründet. Das neuste Baby der 32-Jährigen ist die Kosmetik-Marke „Bayage Beauty“, deren Produkte alle vegan sind und frei von Parabenen, Silikon, Mikroplastik und Mineralöl.

 

Interview:

Wie haben Deine Eltern auf Deine Karriere reagiert?

Ich habe einen Master in Architektur, deshalb war das alles nicht so einfach für sie. Meine Eltern hatten sich mit dem Gedanken angefreundet, dass ich Architektin werde. Ich habe mir dann erst mal ein Jahr gegeben und in einer mini-kleinen Wohnung ohne große Fixkosten gewohnt, um auszuprobieren, ob ich mit meinem Konzept erfolgreich werden könnte – ohne dabei Schulden anzuhäufen. Jetzt, fast sieben Jahre später, würde ich sagen, es hat sich gelohnt, dass ich nicht auf die Meinung anderer gehört habe und meine Eltern sagen das auch.

 

Was ist Dein Erfolgsgeheimnis?

Ich versuche, keine Probleme zu sehen, wo keine sind. Und wenn ich etwas mache, bin ich bereit, alles dafür zu geben und bin mir für nichts zu schade.

 

Welche Opfer musst Du denn bringen?

Extrem viele, das sieht man auf Social Media nur nicht. Ich kann nicht einfach mal so mit Freunden bis fünf Uhr morgens feiern oder mich entspannt unter der Woche auf einen Wein treffen, sondern muss viel auslassen, um meine Karriere so professionell zu betreiben, dass es meinem Anspruch an mich selbst genügt.

Das ganze Interview können Sie am 4. Dezember 2020 im Print Magazin Secrets of Success nachlesen.

Prof. Hermann Bühlbecker – der Lambertz Geschäftsführer sponsort lieber Events statt TV-Werbung

Der süße Geschmack des Erfolgs

Aachener Printen sind seit über 330 Jahren das Geschäft der Firma Lambertz, sie machte das Weihnachtsgebäck berühmt und war Hoflieferant der Könige von Preußen, Belgien und der Niederlande. Doch dann ging es bergab. Mit nur 28 Jahren übernahm der Spross der Familie, Hermann Bühlbecker, das Ruder, um das Vermächtnis seiner Vorfahren zu retten.

 

Die Zeiten hatten sich geändert, ein Unternehmen, das nur von einem einzigen Saisonartikel lebt, den es nur an den Fachhandel verkauft, hatte schlechte Chancen zu überleben. Viele Konkurrenten von Lambertz hielten trotzdem an dieser Strategie fest. Heute gibt es sie nicht mehr. Die Firma von Hermann Bühlbecker dagegen floriert. Er hat die Zeichen erkannt, den Lebensmittelhandel für sich gewonnen und Produkte, die nichts mit Weihnachten zu tun haben, entwickelt. Aus dem kleinen Betrieb mit 100 Mitarbeitern in der Hochsaison, ist ein Konzern mit acht Fabriken und 4000 Beschäftigten geworden. Lambertz ist als Gruppe seit dem Jahr 2000 Marktführer im Saisongebäck in Deutschland und der größte Lebkuchenfabrikant weltweit. Das nächste Ziel von Hermann Bühlbecker: den Anteil der saisonunabhängigen Produkte noch zu erhöhen – der Trend geht weiter Richtung gesundem Genuss –, und internationaler zu werden. Derzeit werden nur 25 Prozent des Umsatzes außerhalb Deutschlands erwirtschaftet, aus Sicht des Unternehmers sind aber „sicher 40 Prozent möglich.“ …

DAS GANZE INTERVIEW LESEN SIE IM PRINT-MAGAZIN. AB DEM 4. DEZEMBER 2020 IM HANDEL.

„Es tut uns gut, auch Sachen allein zu machen“

Vier Alben, acht goldene und drei Platinschallplatten, dazu mehr als 150 Millionen Audio- und Videostreams: Glasperlenspiel ist eine der bekanntesten Elektro-Pop-Bands Deutschlands. Privat sind Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg übrigens sogar noch länger als beruflich ein Paar – nämlich schon zwölf Jahre, ein Musikduo sind sie erst seit 2010. Trotz des Erfolgs ist es der Sängerin wichtig, sich nicht komplett im „Wir“ zu verlieren. Deshalb findet sie es ganz gut, auch mal ein Interview allein zu geben…

Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg sind nicht nur ein musikalisches Paar – sondern seit 12 Jahren auch privat Credit: Universal Music

Wann hast Du gedacht: Jetzt haben wir es wirklich geschafft?

Es gab ein paar Schlüsselmomente, in denen ich den Tränen sehr nahe war. Beispielsweise als wir das erste Mal, nach dem der Song „Geiles Leben“ rauskam, auf der Bühne standen und wirklich alle Menschen mitgesungen haben.

 

Was ist Euer Erfolgsgeheimnis?

Bis jetzt, dass wir so gut wie immer das gemacht haben, worauf wir Bock hatten.

 

Wie sehr trifft Dich Kritik? Gerade Musikkritiker und Fans können ja sehr hart sein…

Ich versuche, das immer von mir fernzuhalten und nicht zu viele Kommentare zu lesen. Ich bin ein Fan konstruktiver Kritik, aber mit gemeinen Dingen komm ich meist nicht so gut klar. Ich bin da oft sensibel und die Worte bleiben leider eine Zeitlang – wenn auch nur unterbewusst – im Kopf gespeichert.

 

Hattet Ihr je Existenzängste?

Es lief natürlich nicht immer super. Wir wissen, wie es ist, mit wenig Geld in Berlin zu leben und sich dort etwas aufzubauen. Wir haben immer versucht, das, was wir verdient haben, wieder in unsere Musik zu investieren.

 

Wie lief Euer erster Liveauftritt als Duo?

Eigentlich war es ganz furchtbar. An diesem Abend lief wirklich alles schief: Ich war erkältet und technische Probleme gab es auch. Wir haben nicht überzeugt. Es konnte also nur besser werden…

 

Habt Ihr je ans Aufhören gedacht?

Ans Aufhören nicht, aber ich habe an eine Pause gedacht… Ich glaube, dass es manchmal ganz guttut, sich auch in anderen Dingen auszuprobieren und vielleicht mal Abstand zu dem, was wir seit zehn Jahren machen, zu gewinnen, um dann wieder frisch zu starten. Durch Corona wurde uns die Entscheidung ein kleines bisschen abgenommen und wir haben gemerkt, wie es ist, die Bühne über einen längeren Zeitraum zu vermissen…

 

Was macht Euch aus – beruflich und auch als Paar?

Wir ergänzen uns gut, weil wir sehr unterschiedlich sind. Auf der einen Seite gibt es aus diesem Grund immer wieder Streitpunkte, auf der anderen Seite ist es toll, dass Daniel eher der technische Part ist, unsere Produktionen macht und rational denkt. Ich bin eher der gefühlsbetonte, träumerische Part. Was uns verbindet, ist die Musik und die Kreativität.

AB 4. DEZEMBER 2020 KÖNNEN SIE DAS GANZE INTERVIEW IM PRINT-MAGAZIN NACHLESEN.

Eduard von Anhalt “Movie meets Media” im Hotel Adlon in Berlin Foto: BrauerPhotos / O.Walterscheid

Umgangsformen und Manieren

Wer an zwischenmenschliche Umgangsformen denkt muss sich nicht verkrampfen, sondern einfach nur das tun was er von anderen erwartet. Im Grunde haben Umgangsformen und Manieren vor allem mit Ästhetik zutun.

Im 18. Jahrhundert schrieb der aufgeklärte Schriftsteller Adolph von Knigge „Über den Umgang mit Menschen“, wobei es ihm darum ging zu verhindern, dass junge aufstrebende Menschen aus unteren Schichten sich ihre Zukunft durch falsches Auftreten und schlechte Manieren verbauen. Von den fürstlichen Höfen mit ihren strengen Zeremoniellen, waren zu Knigges Zeiten, vor allem höfische Essmanieren in die Bürgerhäuser und Industriellenhaushalte geschwappt. Plötzlich gab es ein feines Menü mit mehreren Gängen. Auf dem Tisch mit einer Tischdecke lagen plötzlich links und rechts von einem Teller; Messer, Gabel und Löffel. Statt wie bisher nur mit einem Messer Brot und Fleisch zu zerteilen und in den Mund zu stopfte, war jetzt absolut verpönt mit den bloßen Fingern zu essen. Nun wurde gespeist und auch auf die Körperhaltung bei Tisch streng geachtet. Wer das nicht beherrschte gehörte nicht zu den besseren Kreisen und mit ihm konnte man sich nicht sehen lassen, da half es auch nicht, selbst wenn er nach der neusten Mode gekleidet war.

Auch heutzutage beginnt jede zwischenmenschliche Beziehung mit dem Moment des persönlichen Kennenlernens. Zum Beispiel möchte der zukünftige Arbeitgeber – auch wenn Zeugnisse und Beurteilungen noch so gut waren – sich von dem zukünftigen leitenden Angestellten ein eigenes Bild machen. Da steht man sich zum ersten Mal gegenüber, mustert sich und dann ist es am zukünftigen Chef, zuerst die Hand auszustrecken. Der mögliche zukünftige Arbeitgeber hat sich Zeit genommen, er lädt Sie in ein feines Restaurant in der Innenstadt ein. Die Limousine steht bereit, der Chauffeur öffnet seinem Boss die Tür zum rechten Sitz im Fond und sie öffnen die Tür auf der anderen Seite und setzen sich entspannt daneben. Schon beginnt sich ein lockeres Gespräch über aktuelle Neuigkeiten und Nebensächlichkeiten zu entwickeln.

Im Restaurant folgen sie ihm an den Tisch, sie warten bis sich ihr Gastgeber gesetzt hat und ihnen den Platz neben sich oder gegenüber angeboten hat. Jetzt kommt der schlimmste Fehler den ein aufstrebender Arbeitnehmer machen kann, er stützt seine Ellenbogen auf den Tisch und noch schlimmer, er legt den ganzen Unterarm zwischen sich und Teller und das auch noch während er isst. Zusätzlich spricht er auch noch mit vollem Mund. Das wäre das Ende seiner Karriere, zumindest bei einer Firma oder bei einem Konzern, bei dem es zukünftig auch um Verhandlungen auf höchster Ebene geht.

Nur Mut, Sie selber finden Ihre Manieren verbesserungswürdig und Sie sind ein Ästhet. Selbst an den Königshöfen geht es recht unterschiedlich zu. Das spanische Hofzeremoniell hatte immer den Ruf das strengste zu sein. Aber auch dort hat man sich auf die vielen bürgerlichen Tischgäste eingestellt. Allerdings erst wenn König und Königin sich hinsetzen, dürfen sich auch die Gäste setzen. Und eins muss man unbedingt beherzigen: beim Essen gehören die Hände nur bis zu den Handgelenken auf den Tisch und Gabel, Messer und Löffel bitte nur am Griff und nicht darunter anfassen.

Über die überraschenden lockeren Tischsitten beim Galadinner im Buckingham Palace, anlässlich seines Staatsbesuchs in England, soll sich sogar der amerikanische Präsident gewundert haben. Zum Hauptgang gab es gebratenes Perlhuhn und nachdem seine Tischdame die Queen, das Brustfleisch gegessen hatte, trennte sie die Extremitäten vom Gerippe, ergriff die Keule und begann diese entspannt abzunagen. Mr. Trump machte es ihr begeistert nach, doch statt auf die anschließende Fingerbowle zum Waschen der Finger zu warten, wischte dieser seine fettigen Finger an der Serviette ab. Gottseidank nur eine lässliche Sünde und absolut keine Staatsaffäre!
Eduard von Anhalt

Regine Sixt verantwortet das internationale Marketing und prägt die Corporate Identity des Unternehmens © Sixt

Geht nicht – Gibt’s Nicht!

1912 gründete Martin Sixt mit einem Fuhrpark von drei Automobilien die Martin Sixt Autofahrten. 1951 wurde die Autovermietung Auto Sixt gegründet, die Erich Sixt 1969 übernahm und 1986 an die Börse führte. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Regine Sixt, die 1976 ins Unternehmen eintrat, wurden weitere Grundsteine für den heutigen Erfolg gelegt. Regine Sixt verantwortet das internationale Marketing und prägt die Corporate Identity des Unternehmens. Zudem ist sie für Corporate Fashion, die Imagefilme und die internationale Kommunikation verantwortlich. Eine perfekte Gesprächspartnerin zum Thema Erfolg.

Sixt ist eine weltweit erfolgreiche Marke und ein führender internationaler Mobilitätsdienstleister. Worauf basiert der Erfolg des Unternehmens?

Auf harter Arbeit, auf Disziplin, und auf Mut. Wir nutzen die relative Freiheit, die man als Unternehmer hat. Und wir handeln nach dem Prinzip: Geht nicht – gibt’s nicht!

Sixt ist seit 1986 an der Börse und wächst stetig weiter. War das der entscheidende Schritt, der den Weg zum noch größeren Erfolg geebnet hat?

Es war damals sicherlich ein mutiger Schritt – anders als heute, wo ja jedes zweit- und drittklassige Start-up so schnell wie möglich an die Börse möchte, noch ohne richtig Ertrag zu generieren. Der Erfolg an der Börse hat es uns ermöglicht, den weltweiten Expansionskurs mit rasantem Tempo zu realisieren. Wir sind heute in 110 Ländern präsent. Ohne Börsengang hätte unser globaler Erfolg vermutlich etwas länger gedauert. Nur zur Erinnerung: Die Mehrheit der Aktien ist bis heute im Familienbesitz, und daran wird sich auch nichts ändern.

Gab es Rückschläge auf dem Weg zum Erfolg?

Wenn man zurückblickt, muss man fairerweise sagen, dass nicht jedes Projekt erfolgreich war. Straucheln und ab und zu hinzufallen, das gehört dazu, wenn man sich seinen eigenen Weg bahnt. Wichtig ist nur, dass man nie liegen bleibt, sich wieder aufrappelt und weitergeht. Ein paar Kratzer abzubekommen – das gehört einfach dazu.

Das Markenimage von Sixt ist trotz des Alters des Unternehmens von eingestaubt weit entfernt. Wie konnten Sie den Erfolg ins Zeitalter der Globalisierung und Modetrends herüberretten?

Wer am Ball bleiben will, sollte permanent an der Erneuerung der Marke arbeiten. Die Erfolge von gestern sind für uns irrelevant, sogar gefährlich. Das sieht man bei vielen Marktführern, die plötzlich weg vom Fenster waren, weil sie Entwicklungen und Trends ignoriert oder verschlafen haben.

Wer sich heute mit Mobilität beschäftigt, der muss global denken und handeln.

Ihr Mann sagte einmal: „Erfolg ist der größte Feind des Erfolges. Sich darauf auszuruhen wäre fatal.“ Inwieweit steuert Sixt dagegen? Sich auf dem Erfolg auszuruhen – das wäre undenkbar bei Sixt. Dazu dreht sich das Rad zu schnell. Neben meinem Mann Erich Sixt arbeiten unsere Söhne Alexander und Konstantin im Vorstand des Unternehmens. Die beiden legen ein Tempo vor, dass einem schwindlig werden kann. „Immer weiter“, das ist die Devise. Stillstand ist ein Fremdwort bei Sixt.

Ihr Unternehmen wächst seit Jahren rapide, gibt es für ein Familienunternehmen eine natürliche Grenze?

The sky is the limit, sage ich immer. Wer an Begrenzungen glaubt, der wird sie auch erleben. Wer groß denkt und entsprechend handelt, der orientiert sich nicht an den Grenzen, sondern an Chancen. Mit dem nötigen Instinkt erkennt man diese und bleibt in Bewegung. Wir im Mobility-Business haben das internalisiert, denke ich.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie etwas anders machen?

Natürlich gibt es kleine Dinge und den einen oder anderen Fehler, den man nicht wiederholen würde. Ein richtiger Fehler wird es in meinen Augen erst dann, wenn man ihn immer wieder macht, weil man nichts aus ihm gelernt hat.

Was glauben Sie ist die wichtigste Eigenschaft die jemand braucht, um Erfolg zu haben?

Primär geht es um die richtige Lebenseinstellung. Man muss hoch hinauswollen, um nach oben zu kommen. Hindernisse und Schwierigkeiten sind dabei die Stufen, auf denen wir höher steigen. Wir dürfen nur nicht aufhören, vorwärts zu gehen.

Eine Maus werden Sie nicht unbedingt dazu bekommen, ein starker Löwe zu sein. Wer kein Talent zum Führen hat, der sollte sich eine andere Rolle suchen, in der er gut ist und sich wohl fühlt.

Sie leiten als Vorstandsvorsitzende die „Regine Sixt Kinderhilfe Stiftung“. Wie wichtig ist soziales Engagement, wenn man selbst erfolgreich ist?

Wer auf der Sonnenseite des Lebens steht, der hat die Verpflichtung, der Gesellschaft zu dienen und sich um diejenigen zu kümmern, die unverschuldet auf der Schattenseite gelandet sind. Ganz ehrlich: bei manchen sogenannten Erfolgsmenschen scheint ja deren äußerer Erfolg deutlich größer zu sein als ihre Menschlichkeit. Erfolg ohne Mitmenschlichkeit – das wäre für mich kein erfolgreiches, kein lebenswertes Leben.

Können Sie Ihr Erfolgsgeheimnis zusammenfassen?

Mein Erfolg hat kein Geheimnis. Es geht ganz einfach darum, das zu tun und anzupacken, was getan werden muss. Punkt.

 

© Otto Group

Wir brauchen mehr Querdenker!

Alexander Birken, Jahrgang 1964 und geboren in Hamburg, hat am 1. Januar 2017 den Vorstandsvorsitz der Otto Group übernommen. Bereits 1991 stieg Birken im Controlling-Bereich der Otto Group ein und übernahm anschließend u.a. die Verantwortung für das Beteiligungscontrolling der Otto Group im amerikanischen und asiatischen Markt, leitete Birken dann das weltweite Beteiligungscontrolling der Otto Group. Und war von 2002 bis 2004 als Chief Operating Officer der Spiegel Group in Chicago, USA, tätig. Seit 2005 war Birken Mitglied des Vorstandes der Otto Group und maßgeblich für die erfolgreiche Expansion der Otto Group Russia verantwortlich. Zudem verantwortete er operativ die Bereiche Personal, Steuerung und IT von OTTO und war als Konzern-Vorstand für die strategische Weiterentwicklung verschiedener Firmen verantwortlich. Seit dem 1. August 2012 nahm er zusätzlich die Sprecherfunktion der Einzelgesellschaft OTTO wahr. Alexander Birken ist verheiratet und Vater von vier Kindern.

Herr Birken, was bedeutet Erfolg für Sie?
Gut zuzuhören. Wir deutschen Manager sind mit dem Gen geboren worden, dass wir allen erklären können, wie die Welt funktioniert. Eines der Erfolgsgeheimnisse der Menschen, die etwa im Silicon Valley arbeiten, ist dagegen, dass sie nicht senden, sondern Fragen stellen. Die wollen lernen. Ein anderes Beispiel ist Tarek Müller, einer der Chefs von About You. Dem bin ich in seiner Anfangszeit dreimal in einer Woche am Campus in Hamburg begegnet. Beim dritten Mal habe ich ihn dann gefragt: „Tarek, was machst du hier die ganze Zeit?“ Und er hat geantwortet: „Hier sind so viele schlaue Leute, die frage ich alle aus.“ Das ist die neue Mentalität: Die Chefs können die wenigsten Antworten selbst geben, deshalb müssen sie die richtigen Fragen stellen.

Was waren bisher Ihre wichtigsten Karriere-Schritte?
Zu meinen wichtigsten Karriere-Schritte gehört sicherlich mein zweieinhalbjähriger USA-Aufenthalt bei der Spiegel Group. Tatsächlich bin ich seit Kindesbeinen an ein Optimist, aber der amerikanische Grundoptimismus hat mich nochmal extrem geprägt. Und mir viel Rüstzeug mitgegeben.

Was ist bislang das persönliche Highlight Ihrer Karriere?
Der Kulturwandel-Prozess, der seit knapp vier Jahren in der Otto Group läuft, ist mein ganz persönliches Highlight. Wir alle befinden uns in einem gewaltigen Transformationsprozess, unsere Lebens- und Arbeitswelt ändern sich radikal. Und keiner weiß genau, was noch auf uns zukommt. Da ist es sehr beeindruckend zu erleben, wie es einem werteorientierten, eher traditionellen, großen Unternehmen gelingt, sich so zu verändern, dass es zukunftsfähig ist und leistungsfähiger wird. Gelingen kann dies einzig und allein, indem alle Kolleg*innen – auch und gerade wir im Vorstandsteam – ihre Haltung verändern, von lieb gewonnen Gewohnheiten und Verhaltensweisen Abschied nehmen und offen sind für die Zukunft der Arbeit. Wir sind hier wirklich außerordentlich gut vorangekommen und werden diesen spannenden Prozess weiter gestalten.

Was raten Sie jungen Menschen, die Erfolg haben möchten?
Sei du selbst! Wir brauchen viel mehr Querdenker – gerade in diesen Zeiten des extrem schnellen Wandels. Wir brauchen Kolleg*innen, die eine andere Sicht auf Dinge haben, kreative Ideen entwickeln, unpopuläre Meinungen vertreten. Wir brauchen diese Vielfalt, um dauerhaft innovativ zu bleiben und damit am Markt bestehen zu können. Genau das fördern wir übrigens mit dem Kulturwandel 4.0.

Was glauben Sie ist die wichtigste Eigenschaft, die erfolgreiche Menschen heute brauchen?
Ich möchte zwei nennen: Mut und Demut. Wir brauchen den Mut, etwas Neues zu wagen und dabei meist auch ein persönliches Risiko einzugehen. Dann können wir erfolgreich sein. Und wir brauchen Mut für eine neue Art von Führung. Eine Führung, die aber auch demütig anerkennt, dass Führungskräfte nicht mehr die allwissenden Bewohner von Elfenbeintürmen sind. Die erkennt, dass in allen Kolleg*innen Potenziale stecken, die zum Erfolg beitragen.

Wie wichtig ist Ihnen soziales Engagement?
Ohne soziale Kompetenzen bzw. soziales Engagement geht es im familiären, gesellschaftlichen und unternehmerischen Miteinander nicht – ganz unabhängig davon, wie erfolgreich Menschen sind. So zumindest meine Werteauffassung. Ich unterstütze beispielsweise unser Musik-Projekt „The Young ClassX“, das Kindern aus sozial benachteiligten Familien den Zugang zu Musik ermöglicht. Eines meiner Herzenshemen, weshalb es mir leichtfällt, mich hierfür zu engagieren.

 

Frank Thelen – etwas zu bewegen ist sein Antrieb Fotos: © Frank Thelen / frank.io

„Startup-DNA“

Wenn Kinder laufen lernen, fallen sie auch böse hin: Frank Thelen aus der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ weiß nicht nur, wie man Start-ups das Laufen beibringt. Er ist auch tief gefallen. Mit 25 Jahren stand er als Unternehmer vor dem Ruin, hat es aber zurück nach oben geschafft. Heute ist der 44-Jährige für diese schmerzhafte Erfahrung sogar dankbar. Er findet: Richtig auf die Schnauze zu fallen, tut einem Gründer gut.

Wenn Frank Thelen in der „Höhle der Löwen“ sitzt, warten die Zuschauer gebannt auf seine Einschätzung. Der 44-Jährige kennt nicht nur die Tech- und Gründerszene sehr gut, er scheint auch immer den richtigen Riecher zu haben, ob eine Geschäftsidee Potenzial hat. Dass er einmal Deutschlands bekanntester und mit sechs Staffeln dienstältester „Löwe“ werden würde, hätte der Bonner nie gedacht. Seine Eltern vermutlich auch nicht, als ihr Frank so viele Fünfer und Sechser nach Hause brachte, dass er vom Gymnasium flog und auf der Realschule landete. Hätte man ihn damals gefragt, was er sich einmal für seine Zukunft vorstellt, hätte er gesagt: „Eher was Sportliches.“ Auch wenn er leidenschaftlich gerne Skateboard fährt, hatten es ihm früher kleine Bälle angetan. „Als Kind wollte ich mal Tischtennisprofi werden, weil mich der Sport begeistert hat. Ich war auch tatsächlich ganz gut, aber für eine Profikarriere hätte es wohl nicht gereicht“, verrät Thelen.

Gereicht haben dann zumindest die schulischen Leistungen doch noch. Thelen kämpfte sich hoch, konnte studieren und entschied sich für Informatik – um es dann doch wieder abzubrechen. Er hatte nämlich mit 18 Jahren seine erste Firma gegründet, die er ausbauen wollte. Sein Unternehmen stellte ein innovatives Framework zur Herstellung von High-End-Multimedia-CD-ROMs zur Verfügung. Für Interessierte nur so viel: Es war eine schnellere und flexiblere Alternative zur beliebten Macromedia-Director-Plattform. 1996 fusionierte seine erste Firma mit Pro PC zur Marke Create Media, die einige der ersten größeren Websites in Deutschland wie zum Beispiel hallo.de oder bilder.de erstellte und betrieb. 1997 glaubten Investoren so fest an ihn und seine Fähigkeiten, dass er für seine neue Firma Twisd 1,4 Millionen D-Mark Wagniskapital bekam, um einen Linux-basierten Router zu entwickeln und zu vertreiben, der lokale Netzwerke mit dem Internet verband.

Zwei Jahre nach der Firmengründung stand Thelen mit Twisd kurz vor dem Sprung an die Börse und damit mit gerade mal 24 Jahren vor seinem vermeintlich größten Erfolg. Doch dann stürzte alles wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Die Internetblase platzte. Doch Thelen und seine Mitgründer hatten zur Überbrückung der letzten Phase vor dem Börsengang einen Kredit über zwei Millionen D-Mark aufgenommen – und dabei einen ihrer größten Fehler gemacht: Sie haben mit ihrem Privatvermögen gebürgt. Thelen stand plötzlich vor dem Ruin und vor einem riesigen Schuldenberg. „Das war mein größter Rückschlag.“ Er verkroch sich erstmal, sortierte sich neu, suchte nach Auswegen. „Ich konnte glücklicherweise einen Vergleich mit der Bank aushandeln und den Mut und die Willenskraft finden, erneut zu gründen – diesmal erfolgreich.“

Thelen geht ganz offen mit seiner Niederlage um. „Wir lernen mehr durch Schmerz als durch Glück“, gibt er zu bedenken. Und der junge Firmengründer ist gewillt, zu lernen. Zehn Jahre stottert er seine Schulden ab, Monat für Monat. Auch wenn er im Laufe der Jahre alles mit einem Schlag hätte begleichen können, er will die Erinnerung an seine schwerste Zeit nicht so schnell hinter sich lassen. Nach Twisd gründet er die Firma ip.labs, die zum Weltmarktführer für Onlinefotoservices wird: „Das war der wohl wichtigste Karriereschritt und auch einer der wichtigsten Wendepunkte in meinem Leben. Nicht nur, weil das letztendlich zum ersten größeren wirtschaftlichen Erfolg für mich wurde, sondern auch, weil ich aus einer sehr schwierigen Situation heraus erneut gegründet und mir selbst und anderen Gründern gezeigt habe: Wieder aufstehen lohnt sich!“

Thelen ist der festen Überzeugung: „Niemand hat nur Glück und Erfolg.“ Niederlagen gehörten ebenso zum Leben. Die Frage sei nur, wie man mit den Tiefpunkten umgehe. Das will er jungen Gründern mit auf den Weg geben. Auch seine Autobiografie „Startup DNA“ trägt den prägnanten Untertitel „Hinfallen, aufstehen, die Welt verändern.“ Besser könnte man den 44-Jährigen nicht beschreiben. Auch er möchte die Welt verändern. „Mein größtes Vorbild ist Elon Musk, weil er visionär denkt und in fast allen relevanten Zukunftsthemen spürbar involviert ist.“ Dass die Welt vor einem großen Umbruch steht, liegt für Thelen auf der Hand: „Sämtliche Industrien werden in den kommenden Jahrzehnten durch immer wieder neue, technologische Entwicklungen disruptiert. Wer hierfür kein Verständnis hat und nicht vorausschauend handelt, wird abgehängt.“

Dass Deutschland sich selbst abgehängt hat, ist Thelens große Befürchtung. Oder, wie er es ausdrückt: „Internet, Smartphone, Cloud: Europa hat alles verpennt.“ Deshalb treibt ihn jetzt vor allem eines an: „Bisher war es immer die Begeisterung für neue Technologien und die Liebe zum Produkt, an dem ich zu dem Zeitpunkt gebaut habe. Jetzt habe ich zum ersten Mal einen Zehnjahresplan und eine Agenda: Ich möchte einen Technologie-Champion aus Europa mit aufbauen. Wir müssen unsere wirtschaftliche Lage gegenüber den USA und China stärken, damit wir auch in Zukunft noch auf Augenhöhe mit den Weltmächten verhandeln können. Wir brauchen globale Lösungen für Themen wie KI und Klimaschutz. Das spornt mich an.“ Etwas zu bewegen, das ist sein Antrieb und Motor. Das spürt man. Deshalb verwundert es auch nicht, dass er über sich selbst sagt: „Für mich bedeutet Erfolg, jeden Tag ein bisschen besser zu werden und immer wieder an neuen Herausforderungen mit den klügsten Köpfen arbeiten zu dürfen.“

Ihm sei es auch nie wichtig gewesen, einmal ein großer Firmenchef zu sein. „Ich habe schon immer aus Passion heraus gehandelt. Ich habe mich nie aktiv dazu entschieden, Gründer oder Investor zu werden, sondern habe einfach immer mit Herzblut an Produkten gearbeitet, bis daraus Unternehmen entstanden sind. Investor bin ich dann geworden, weil ich mit meinem Kapital etwas an die Start-up-Szene zurückgeben wollte.“ Jungen Gründern rät er: „Wer mit Passion und aus Leidenschaft und tiefster Überzeugung heraus ein Ziel verfolgt, kann es in meinen Augen mit harter Arbeit und Disziplin auch immer schaffen. Wer nur auf Erfolg aus ist, wird es hingegen schwierig haben.“

Claudia Rothhammer

Ljubo Brekalo ist Gründer und CEO der Charter & Share GmbH Bild: Fotos: © Ljubo Brekalo/Charter & Share GmbH

Luxus ist… wenn der Kopf und das Herz organisiert sind

Lieber ein Leben mit Leidenschaft als bequemes Laufenlassen: Auch wenn Ljubo Brekalo in die Gastronomie und Hotellerie geboren wurde, hat er sich doch seine eigene, ganz andere, Laufbahn geschaffen. Mit einer Ausbildung zum Bänker hat der Bayer den Grundstein für seine Karriere als Finanzberater und Unternehmer gelegt. Und vor rund drei Jahren brachte er dann sein neuestes Projekt auf den Weg: die CHARTER&SHARE GmbH und das Produkt „Accelerato(u)r“, das bei exklusiven Touren die Fahrt in Traumautos mit Networking vereint.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Erfolg ist, viel Liebe im eigenen Leben zu haben. Menschen zu lieben. Geliebt zu werden. Meine Arbeit zu lieben. Den Ort zu lieben, an dem ich gerade wohne.

Gab es einen materiellen Wunsch, der Sie begleitet hat und den Sie sich erfüllt haben?
Es ging immer um tolle Autos. Ich habe immer von einem Mercedes E55 AMG geträumt, den ich mir dann auch kaufte.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriereweg?
Ja, öfter. Am schlimmsten traf mich der Diebstahl eines unserer Fahrzeuge aus unserer Flotte im Jahr 2018. Es war finanziell kein Beinbruch, aber die Dreistigkeit, wie es passierte, hat mich emotional sehr beschäftigt.

Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich raten?
Unternehmerisch habe ich mich zu spät um eine Strategie gekümmert. Ob ein Unternehmen wächst oder nicht, ob ich Geld verdiene oder nicht, ob ich gute Beziehungen zu meinen Kunden habe oder nicht, hängt nicht an „der Wirtschaftssituation“, sondern nur an der Strategie. Die liegt einzig und allein beim Unternehmer – niemand anderem.

Außer im täglichen Business: Wo haben Sie noch gern Erfolg?
Sicherheit geben. Das Gefühl, dass uns nichts passieren kann. Dass wir geschützt und versorgt sind.

Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Wenn ich bei meiner Familie und meinen Freunden bin, möchte ich mich anwesend fühlen, lebendig und in Kontakt mit ihnen. Diese Lebendigkeit ist bei uns nur durch Planung möglich, da wir mehrere Unternehmen – auch im Ausland – haben. Wenn wir zusammen sind, dann sind wir das aber auch richtig.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten unterstützt?
Ich habe auch heute noch die größten Unterstützer zu Hause: meine Familie. Und ein besonders guter Freund hat sich während meiner Bankkarriere als bester Mentor gezeigt, ohne solche Menschen geht es nicht.

An welchen Orten finden Sie neue Inspiration?
Mein Prinzip:„Jeden Tag ein Glücksgefühl!“ ist völlig ortsunabhängig. Meine Aufgabe ist, mir selbst jeden Tag eine ordentliche Portion Glück zu organisieren. Durch den schönen Waldspaziergang mit meinem Hund. Ein Glas Rotwein, langsam und mit Genuss getrunken. Oder eine liebevolle Umarmung mit meinen Lieblingsmenschen.

Welche Sehnsüchte haben Sie?
Endlich wieder Musik zu machen.

Was ist ein Must-have in ihrem Beruf?
Es lebt sich besser, wenn du Prinzipien hast. Weil du dann nicht so viel rumeiern musst. Weil du nicht ständig alle Entscheidungen neu treffen musst.

Was ist für Sie Luxus?
Nichts materielles, sondern immaterielles: Wenn alles seinen Platz hat. Wenn mir die Reihenfolge klar ist. Wenn ich weiß, was kommt und ganz entspannt bin. Wenn ich weiß, was zu tun ist und was warten kann. Wenn ich nichts vergesse und an alles gedacht ist – was mir große Gelassenheit bringt. Wenn ich sehe, was wichtig ist und worum ich mich kümmern muss. Der Kopf ist organisiert. Die Hände. Und das Herz.

War Erfolg zu haben früher einfacher als heute?
Die Digitalisierung ist da und verändert merklich unseren Alltag und die Arbeitswelt. Anerkanntes Wissen und Know-how werden auf den Kopf gestellt: Das, was wir noch vor Jahren an der Schule oder Uni gelernt haben, gilt heute häufig schon als veraltet. Wer da mithalten will, muss nicht nur schnell und flexibel dazulernen, sondern braucht ein ganz neues Mindset. Ich glaube, summa summarum ist es heute schwieriger geworden, erfolgreich zu sein, denn es fehlt an der Zeit, all das zu bewältigen.

Was ist die wichtigste Eigenschaft, die erfolgreiche Menschen brauchen?
Es ist nicht so sinnvoll, wenn man des Geldes wegen oder um gemocht zu werden Dinge tut, die man eigentlich nicht tun will. Es ist sinnvoll, die eigenen Wünsche und das persönliche Grundmotiv zu kennen oder genauer zu checken und strikt nach Prinzipen zu handeln, die unverrückbar sind und immer ihre Gültigkeit haben werden.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Dazulernen. Voranschreiten. Dinge verarbeiten. Etwas loslassen. Weiterkommen. Das nennt man vielleicht Entwicklung. So, wie ein Film früher entwickelt wurde. Damit aus einem Farbnegativ etwas Neues, Farbenfrohes entsteht.

Welche Rolle spielt die Herkunft beim Wunsch, erfolgreich zu sein?
Für mich keine, als Kroate habe ich vieles erreicht.

Welche Ziele setzen Sie sich für die Zukunft?
Ich möchte unser neues Produkt, die Accelerato(u)r zum Erfolg bringen. Es vereint vieles, woher ich komme, meine Leidenschaft zu Autos, savoir vivre, Networking und persönliche sowie unternehmerische Entwicklung.

Lutz Marmor spricht als Intendant des NDR bei einer Mitarbeiterversammlung. © NDR Jann Wilken

Langfristig denken

Lutz Marmor hat eine erstklassige Karriere in öffentlichen-rechtlichen Rundfunkanstalten hingelegt: Westdeutscher Rundfunk, Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg, Norddeutscher Rundfunk. Beim NDR ist der 65-Jährige seit 2008 Intendant – noch bis Januar 2020. Geplant war seine Medienkarriere nicht, aber der studierte Betriebswirt ist sehr froh, dass es so gekommen ist. „Mein Lebenslauf sieht im Nachhinein so geplant aus, das war aber gar nicht so. Manchmal ergibt sich etwas und man muss die Chance ergreifen“, sagt Marmor über seinen Werdegang.

„Ich war ja in der Unternehmensberatung tätig und habe für den WDR ein Konzept ausgearbeitet“, erklärt Marmor seinen ersten Berührungspunkt mit der Medienbranche. Schließlich sei er vom WDR gefragt worden, ob er das Konzept selbst umsetzen wolle. „Den WDR und überhaupt Medien fand ich total spannend. Die haben offene Türen bei mir eingerannt“, spricht Lutz Marmor über einen wichtigen Schritt in seiner Karriere.

Später folgte er dem Ruf des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB). Es war ein absolutes Highlight seiner Karriere, die Neugründung einer Rundfunkanstalt mitzuerleben. „Ich bin einen Monat vor Sendestart hingekommen, wir hatten 50 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und kurze Zeit später gut 500.“ Vier Jahre war Lutz Marmor beim ORB. „Die haben sich allerdings wie acht angefühlt“ – so intensiv, aber auch so schön hat er die Zeit in Erinnerung. Darin sieht Marmor auch sein Erfolgsgeheimnis: „Was ich gemacht habe, wollte ich immer bestmöglich machen. Auch mit großem zeitlichen Aufwand.“ Das ist auch sein Rat an junge Menschen. „Das versuchen, was einem liegt, aber dann auch exzellent machen und nicht halbherzig. Bei allem Ehrgeiz sollte aber das Private nicht zu kurz kommen.“

Seine Stärken beschreibt Lutz Marmor so: „Ich bin Mensch geblieben, authentisch, denke langfristig und bin ehrlich. Es bringt nichts, jemanden auszutricksen, weil man sich immer zweimal begegnet. Ich weiß fachlich sehr viel, lasse aber auch den Bauch noch entscheiden.“

Seinen Ausgleich findet der NDR-Intendant beim Sport. Früher sei er Baskenballspieler gewesen und habe sogar ein Team trainiert. „Da will man natürlich gewinnen, wobei man beim Sport auch das Verlieren lernt. Basketball ist ein Mannschaftssport und ich glaube, ich habe viel davon profitiert für mein Berufsleben.“ Doch nicht nur der Sport ist ihm Ausgleich, auch in der ehrenamtlichen Arbeit geht Marmor auf. „Das möchte ich wieder intensiver machen, wenn ich hier aufhöre.“

Von Renate Kerscher

Eine Karriere reicht einfach nicht

Er ließ Götz George für den „Tatort“ blankziehen, schrieb das Drehbuch für einen Oscar-nominierten Film und setzte sich als Rechtsanwalt für Studenten ein. Fred Breinersdorfer ist ein echter Allrounder – und ein erfolgreicher noch dazu.

Jurist und Hochschuldozent, Autor und Verleger, Filmproduzent und Regisseur: Was andere Menschen in mehreren Leben nicht unter einen Hut bekommen würden, schafft Fred Breinersdorfer in einem einzigen. Der gebürtige Mannheimer tanzt beruflich auf vielen Hochzeiten – und auf jeder von ihnen erfolgreich. Doch Breinersdorfer selbst sieht sich und sein Wirken wesentlich nüchterner als so mancher Außenstehender: „Die Schule habe ich zwar am Ende gut abgeschlossen, war aber öfters an der Kante zum Durchfallen. Als angehender Jurist war ich zwar erfolgreich in den Examina, aber als Student die Welt politisch zu verbessern, daran bin ich gescheitert. Als Anwalt wiederum konnte ich erfolgreich über 3000 Studenten ins Studium einklagen, als Strafverteidiger aber bin ich gescheitert, weil die Straftäter kein Vertrauen zu mir hatten“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Als ihn die juristische Arbeit nicht mehr so richtig auslasten konnte, wurde er zum Massenmörder – glücklicherweise jedoch nur auf dem Papier. Denn in seinen seit den 1980er-Jahren verfassten Romanen und Drehbüchern dürften es mehr als 200 fiktive Opfer gewesen sein, die er auf die eine oder andere Weise als Autor auf dem Gewissen habe, so Breinersdorfer. Große schriftstellerische Erfolge wurden unter anderem seine Kriminalromane über den später von Günther Maria Halmer verkörperten Anwalt Jean Abel.  Und unter seinen zahlreichen TV-Drehbüchern ragt vor allem der „Tatort“-Klassiker „Zweierlei Blut“ heraus, in dem Götz George alias Kommissar Horst Schimanski nackt auf den Anstoßkreis des Duisburger Wedaustadions gelegt wird.

Wer wie Fred Breinersdorfer auf so vielen Gebieten Erfolg hatte und immer noch hat, der entwickelt mit den Jahren ein Gespür dafür, was es braucht, um wirklich erfolgreich zu ein: „Talent, Mut, einen starken Willen, Selbstkritik, Fairness und mit Anstand auch Mal verlieren zu können.“ Und nach seinem persönlich größten Erfolg gefragt  ist die Antwort eindeutig: das Drehbuch für den Oscar-nominierten Spielfilm „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ verfasst zu haben. Dies habe ihn schon stolz gemacht, gibt Fred Breinersdorfer gerne zu. Wer kann es ihm verdenken?

Von Stefan Ahrens

Fußballtrainer Christoph Daum ist seinen Weg gegangen und macht andere gerne zu Gewinnern Bild © Christof Sage

Das Optimum anstreben, um das Maximum zu erreichen!

Christoph Daum wollte als Kind die Welt entdecken und verstehen lernen. Deshalb wollte er Forscher werden. Er ist bekanntermaßen Fußballtrainer geworden – zugegeben auf den ersten Blick etwas ganz anderes. Doch wenn man die Welt versteht, dann hat man die Möglichkeit, anderen Menschen zu helfen und für sie da zu sein. Das war ausschlaggebend für seinen Berufswunsch und da passt es auch wieder. „Ich wollte die Möglichkeit haben, andere Menschen dabei zu unterstützen, sich zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten zu entwickeln,“ meint Daum. „Es ist eine unglaubliche Befriedigung, anderen dabei zu helfen, ein Gewinner zu sein beziehungsweise zu werden. Mein Motto: Mache andere zu Gewinnern und du wirst selbst ein Gewinner sein!

Für seine eigene Entwicklung und den angestrebten persönlichen Erfolg hat Daum den harten, aber realistischen Weg gewählt. „Der wichtigste Karriereschritt für mich war die Bereitschaft, Risiken einzugehen, dabei die Komfortzone zu verlassen, ständige Bereitschaft zur Veränderung.“ Damit hat er es geschafft. Auch, wenn er als Spieler selbst keine großen Erfolge feiern konnte, als Trainer kamen sie dann. „Es ging mir immer nur darum, mir selbst zu beweisen, dass nichts unmöglich ist. Der größte Wunsch war, einer der Besten in meinem Bereich zu sein, weil dies eine unglaubliche Befriedigung, eine Bestätigung für alle Investitionen, Verzichte und Rückschläge ist.“

Dafür hat er sich und seinem Umfeld viel abverlangt. So lief er als Trainer von Bayer 04 Leverkusen mit seinen Spielern über Glasscherben. Natürlich gab es auch Rückschläge.„Rückschläge sind ein ständiger Wegbegleiter. Das zu akzeptieren, ist eine Herausforderung. Ich habe gelernt, nie bei den Umständen oder den anderen mit der Analyse zu beginnen, sondern zuerst bei sich selbst. Das Wichtige dabei: Niemals aufgeben! Immer nach Lösungen suchen. Bereit sein, hinzufallen, wieder aufzustehen und weiter zu machen.“ Rückblickend würde Daum einiges anders machen. „Aber ich habe die Dinge aus der Vergangenheit, die Teil meines Lebens sind, akzeptiert, da sie mich zu dem gemacht haben, der ich heute bin.“

Für ihn gibt es kein Erfolgsgeheimnis. Christoph Daum ist seinen Weg gegangen. Nicht immer den leichten, aber für ihn befriedigenden. „Man sollte realistisch träumen und bereit sein, ans Limit zu gehen. Der Erfolg stellt sich zuerst im Kopf ein, dann im Herzen und danach im Leben. Beginne mit 200% bei allem, was Du kannst, was Du willst, was Du tust, damit es wird.“
Daniela Fuß

Der Hamburger Unternehmer Ian Karan. Bild © Berit Stüven

Vom Tellerwäscher zum Millionär

Vom Tellerwäscher zum Multimillionär – was abgedroschen klingt, ist doch eine treffende Zusammenfassung von Ian K. Karans Leben. Genauso gut könnte man über ihn ein ganzes Buch schreiben. Im Juni feierte der Hamburger Unternehmer und ehemalige Wirtschaftssenator seinen 80. Geburtstag.

Ian Karan ist in Ceylon geboren. Sein Start ins Leben war denkbar schlecht. Seine Mutter starb bei der Geburt, sein Vater drei Jahre später im Zweiten Weltkrieg. Mit 16 kommt er durch ein Sportstipendium nach London, 1970 zieht es ihn nach Hamburg, wo er in einem Restaurant als Tellerwäscher arbeitet. In einer Spedition findet Ian Karan Arbeit, engagiert sich, steigt auf, wird mit einer eigenen Containerfirma reich.

Es läuft gut für ihn, bis ihm ein winziges Detail zum Verhängnis wird. 1993 verkauft er seine Firma an einen englischen Konkurrenten, beauftragt die „beste Kanzlei der Stadt“ für die Kaufabwicklung. Doch die Anwälte hatten nicht festgelegt, wann der Kaufpreis an Ian Karan ausbezahlt werden sollte – der Käufer zahlt deshalb keinen Penny. „Das war mein erster und größter Rückschlag, der mir viele Lektionen erteilt hat, die mich 15 Jahre später für meinen größten Erfolg stärkten“, sagt Karan, der dem Vorfall heute sogar etwas Positives abgewinnen kann. „Überwunden habe ich diesen Rückschlag durch Beharrlichkeit und den Willen, das Unrecht zu tilgen, das mir angetan wurde. Meinem jüngeren Ich würde ich aber raten, nicht nur auf das große Bild zu schauen, sondern auch auf das Kleingedruckte“, sagt er. „Erfolg zu haben braucht Glück, und dem Glück kann man nachhelfen, indem man zielorientiert arbeitet.“ Sein Ziel war, wieder auf die Beine zu kommen. Das gelang ihm 1997 mit der Gründung seiner neuen Containerfirma Capital Lease GmbH. „Es war wichtig, dabei auf finanzkräftige Partner zu setzen. Die zu finden, war nicht einfach.“ Aber er schaffte es und arbeitete sich (wieder) von unten nach ganz oben.

Ian Karan ist heute Multimillionär, hat aber nicht vergessen, woher er kommt. Er spendet viel, für ihn ist das eine Selbstverständlichkeit. „Es ist wichtig, dass in Deutschland, wo die Kluft zwischen Arm und Reich größer wird, die besserverdienenden Menschen die Minderbemittelten nicht aus den Augen verlieren. Das Leben ist nur schön, wenn auch der Schwächste mitgenommen wird und kein Anlass zu sozialem Neid erzeugt wird. Hamburg ist in dieser Hinsicht vorbildlich, mit den meisten Stiftungen pro Kopf in Deutschland“, sagt Karan. Mit seiner eigenen Stiftung trägt auch er etwas dazu bei.
Claudia Rothhammer

Er ist der Gründer des Start-ups „Sension“ und des „Autism Glass Project“ an der Stanford University

Der Deutsche, der auszog, um die Welt besser zu machen

Er ist zwar mies in der Schule, programmiert dafür aber schon mit 13 Jahren seine erste App. Mit 14 arbeitet Catalin Voss als iPhone Entwickler, verdient sein erstes Geld; mit 15 macht er ein Praktikum im Silicon Valley mit dem Erfinder des Macintosh, Steve Capps. Zurück in Deutschland hat er nur noch ein Ziel – er will an der Eliteuni Stanford Informatik studieren. Mit 18 Jahren entwickelt Catalin in Stanford eine App für die Datenbrille Google Glass, mit der autistische Kinder üben können, die Emotionen ihres Gegenübers zu erkennen. Bald danach schließt Catalin sich in Kenia zwei lokalen Unternehmern an. Zusammen wollen sie Ladenbesitzer mit künstlicher Intelligenz ausstatten. Das Projekt wurde 2018 von Mastercard aufgekauft.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Die Welt ein Stück besser zu machen. Je größer das Stück, desto größer der Erfolg.

Und was ist Ihr Erfolgsgeheimnis? Sie sind immerhin erst 24 Jahre alt.
Ich habe relativ früh entdeckt, dass auch Menschen, die wir als besonders erfolgreich und darum so unnahbar ansehen, in der Regel doch ganz normale Menschen sind. Und man diese Menschen um Unterstützung bitten kann. Ein paar dieser sehr erfolgreichen Menschen, unter anderen Terry Winograd, Steve Capps, Shea Tate-Di Donna, haben – aus welchem Grund auch immer – an mich geglaubt und mir wichtige Türen geöffnet. So ziemlich alles, was man in meiner bisherigen Karriere Erfolg nennen kann, habe ich ihnen zu verdanken.

Was treibt Sie an?
Ich glaube tatsächlich, dass wir die Welt verbessern können. Und wenn nicht ich, mit all meinen Ressourcen, wer dann?

Wie wichtig ist Ihnen soziales Engagement?
Erfolg verpflichtet, Eigentum verpflichtet, Wissen verpflichtet… Ich halte soziales Engagement für enorm wichtig. Wenn man ein Unternehmen in einem Land aufbaut, in dem es kein funktionierendes Sozialsystem gibt, möchte ich mit meinen Möglichkeiten dafür sorgen, dass die Gesellschaft und die Infrastruktur an dem individuellen Erfolg teilhaben können.

Hat Ihnen jemand zu Beginn gesagt, Sie seien verrückt?
In Deutschland eigentlich alle, denen ich mit 15 oder 16 Jahren erzählte, dass ich ins Silicon Valley ziehen wolle, um in Stanford für 60000 US-Dollar Studiengeld pro Jahr zu studieren, ohne die geringste Idee zu haben, wie ich das Geld zusammen bekommen sollte. Vor meinem Studium hatte ich mir die 60000 US-Dollar für das erste Jahr angespart. Dann kam die Griechenlandkrise, der Euro brach ein, die 60000 US-Dollar waren über Nacht nur noch 40000 wert und ich dachte, das wars mit dem Studieren. Gott sei Dank öffneten sich andere Türen.

War das Ihr heftigster Rückschlag oder gab es noch einen härteren?
Da gab es einige… Das Unternehmen, das ich in meinem ersten Jahr in Stanford gegründet habe, habe ich auf Umsatzbasis hochgezogen. Ein paar Monate nachdem wir soweit waren, Leute einzustellen, die keine Studenten mehr waren, beging einer unserer wichtigsten Kunden Vertragsbruch. Uns fielen vertraglich garantierte Umsätze weg. Da hatte ich als 18-Jähriger gerade einen Familienvater überzeugt, umzuziehen, um zu uns ins Boot zu springen, und konnte ihn auf einmal nicht mehr bezahlen. Das war hart. Es war das erste Mal, dass ich mit so etwas konfrontiert war. Aus dieser Episode habe ich gelernt, dass Geld nicht existiert, solange es nicht auf dem Konto ist, und dass ich mit mehr Puffer wirtschaften muss.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, was würden Sie anders machen?
Ich mache jeden Tag viele Fehler. Ich treffe manchmal die falschen technischen Entscheidungen, was mich und andere dann viel Zeit kostet, oder fange aussichtslose Projekte an. Vor eineinhalb Jahren wollte ich zum Beispiel die Welt mithilfe von Drohnen und dem Geruchssinn von Honigbienen von Landmienen befreien. Das war ein Fehlgriff.

Was ist die wichtigste Eigenschaft, die ein erfolgreicher Mensch braucht?
Es gibt im Englischen ein Wort dafür, das wir so im Deutschen nicht haben: Resourcefulness. Mit dem Begriff ist die Fähigkeit gemeint, Sachen zu bekommen, die nicht auf der Menükarte des Lebens stehen, indem man Ressourcen anzapft, an die man nicht selbstverständlich rankommt, und aus dem, was man hat, das Maximum herauszuziehen vermag.

Was ist ein Must-have in ihrem Beruf?
Ich kann kaum Worte dafür finden, wie wichtig es mir ist, einen guten Businesspartner oder eine gute Businesspartnerin an meiner Seite zu haben. Eine Person, die die gleiche Euphorie empfindet, wenn es funktioniert, und die mit mir leidet, wenn alles den Bach runtergeht.

Welche Rolle spielen sozialer Status und Herkunft beim Erfolg?
Es wäre ignorant und arrogant, zu behaupten, dass das in meiner Geschichte keine Rolle gespielt hätte. Meine Eltern sind Akademiker und gaben mir schon als Kind viele Chancen, meine eigenartigen Interessen zu verfolgen.

Retten Sie irgendwann die Welt?
Im Moment spielen wir Lotto mit unserem Planeten. Leider habe ich noch keine App- oder KI-Idee, die CO2 aus der Luft saugt, so sehr ich mir das auch wünsche.
Von Johanna Reichert