Valentin Schütt startete seine Karriere bereits mit 16 Jahren. © Valentin Schütt_Sevenmiles

Viel lernen, viel denken und danach viel arbeiten

Valentin Schütt ist wohl das, was man einen „Serial-Entrepreneur“ nennt: Geboren 1979, startete er bereits im Alter von 16 Jahren einen Internethandel mit Telekommunikationsartikeln. Bis heute hat er verschiedenste Projekte und Unternehmen im Internetbereich aufgebaut und verkauft. Er ist Investor und besitzt mehrere Unternehmen. 2014 hat er begonnen, Seven Miles aufzubauen; das Unternehmen ist heute der führende Anbieter von Geschenkgutscheinen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit dem eigenen Produkt „Wunschgutschein“ bietet Seven Miles einen universell einlösbaren Shoppinggutschein an. Valentin Schütt lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Es ist naheliegend, dass er den Start eines Geschäfts mit 16 Jahren als wichtigen Karriereschritt bezeichnet. „So habe ich gelernt, wie man kaufmännisch denkt und arbeitet“, sagt Schütt. Die weiteren Lernprozesse folgten Schlag auf Schlag: Mit Anfang 20 war es die Arbeit mit einem schnell wachsenden Unternehmen, mit Mitte 20 die Erfahrung eines Firmenverkaufs an einen börsennotierten amerikanischen Großkonzern – inklusive des Kennenlernens der Art, wie dort das Geschäft gemanagt wird. Mit Ende 20 wagte er den Schritt vom Unternehmer hin zum Investor, begleitet von all den Herausforderungen, die diese Rolle mit sich bringt. Dass er mit Mitte 30 nochmals ein Unternehmen von Null auf einen neunstelligen Umsatz aufbaute und entsprechende Strukturen schaffte, bezeichnet Schütt „quasi als zweiten Sommer“. Seit Kurzem nun, mit Anfang 40, arbeitet er mit einem global renommierten Investmentfonds im Rücken daran, das Wachstum dieser Firma noch weiter auszubauen.

Alles in allem entspricht dieser Werdegang dem, was Schütt sich einst als Abiturient gewünscht hatte. Damals wollte er Unternehmensberater werden, da er die Aussicht reizvoll fand, viele unterschiedliche Unternehmen und Geschäftsmodelle kennenzulernen. „Als Unternehmer und Investor ist man ständig dabei, sich oder andere zu beraten und zu optimieren, neue Chancen innerhalb der Geschäfte zu erkennen und umzusetzen. Deshalb bin ich nun vielleicht mein eigener Unternehmensberater geworden. Mit ein paar zusätzlichen Aufgaben.“

Dass er diesen „zusätzlichen Aufgaben“ heute gerecht werden kann, hat auch mit Misserfolgen zu tun. Denn diese haben den Unternehmer weitergebracht, wie er erklärt: „Seit meinen ersten Rückschlägen in jungen Jahren, die durch die damalige Börsenkrise ausgelöst wurden, habe ich ständig versucht, mich zu verbessern und mehr darüber zu lernen, welche Risiken und Chancen Geschäftsmodelle haben, wie ich diese möglichst neutral bewerte und beeinflusse – und natürlich, mich immer zu reflektieren und zu lernen, was man bei sich und in seinen Unternehmen verbessern muss.“

Aus diesen Worten spricht ein großer Ehrgeiz. Schütt bestätigt, dass dies ein wesentlicher Charakterzug von ihm ist: „Offen gesprochen war ich immer sehr ehrgeizig. Das ist in beruflichen Dingen auch bis heute so geblieben. Privat bin ich entspannter, ich kann gut damit leben, wenn andere besser Golf spielen oder jemand mich beim Pokern besiegt. Erfolg im Privaten, das sind für mich echte und tiefe Freundschaften, die ich gern und mit viel Energie pflege.“

Gemäß dieser Definition ist Erfolg deckungsgleich mit Glück, denn: „Glück bedeutet für mich, mit Menschen umgeben zu sein, mit denen ich gerne Zeit verbringe“, meint der 40-Jährige. Er macht keinen Unterschied, ob dies in den Firmen, privat oder in der Familie geschieht. Wichtiger sei, alle diese Menschen gesund und glücklich zu sehen. „Wenn dann noch Wasser und Sonne dazukommen, dann sind wir nah an der Perfektion.“

Aus diesen Worten klingt heraus, dass Schütt bei allem Arbeitseifer auch die angenehmen Seiten des Lebens zu genießen weiß. Als größten Luxus bezeichnet er den Zustand, frei und unabhängig zu sein. „So kann man zu fast jedem Zeitpunkt die Dinge umsetzen, die einem am meisten am Herzen liegen. Mir ist bewusst, dass ich sehr privilegiert bin, in dieser Situation zu sein.“
Jungen Menschen, die dieses Privileg ebenfalls erreichen wollen, rät er: „Sucht euch Menschen, die ihr bewundert und die in ihrer Disziplin exzellent sind. Dann kopiert und lernt von ihnen. Sucht euch für jede Facette, die ihr gut beherrschen möchtet, die jeweils eine Person. Und seid nie zu schüchtern, um Rat und Hilfe zu fragen.“ Folgerichtig bringt Schütt sein Erfolgsrezept auf diesen Nenner: „Viel lernen, dann viel nachdenken und danach viel arbeiten.“

Von Rainer Wendl