„Sehnsüchte sind mein Motor“

Er ist und bleibt der bayerische Sonnyboy mit dem Hang zu schweren Maschinen: Beruflich hat Wolfgang Fierek schon 1985 sehr erfolgreich „Resi mit seim Traktor“ abgeholt, privat bevorzugt er Motorräder. Daran änderte auch ein schwerer Unfall 2003 nichts, bei dem der gelernte Feinmechaniker fast sein rechtes Bein verloren hätte. Mit 70 Jahren sitzt Fierek noch immer fest im (Schauspiel-)Sattel und hat nichts von seinem Charme, mit dem er als „Ein Bayer auf Rügen“ ein Millionenpublikum verzauberte, eingebüßt. Zurzeit spielt der USA-Fan eine Hauptrolle in der ZDF-Serie „Marie fängt Feuer“, rockt mit seiner Band „Freedom Riders“ oder genießt die Zeit mit seiner großen Liebe, der Malerin Djamila Mendil, die er vor 27 Jahren nach einer indianischen Zeremonie der Lakota Sioux im amerikanischen South Dakota geheiratet hat.
Was bedeutet für Sie Erfolg?

Für mich bedeutet Erfolg, mein Leben so zu leben, wie ich mir das vorstelle. Ich plane weder Erfolg noch Anerkennung, ich folge meiner inneren Stimme, meiner Intuition, meinen Gefühlen, wenn dann meine Handlungen Anerkennung finden, ist das für mich Erfolg.

Was waren die wichtigsten Meilensteine in Ihrer Karriere?

Zusätzlich rockt der Schauspieler Wolfgang Fierek mit seiner Band „Freedom Riders“ auf der Bühne. / Foto: privat

Wahrscheinlich war der wichtigste mein Tapetenwechsel von Landsberg am Lech nach München, und zwar nach Schwabing, dort, wo die Musik spielte. Nach meinem Ausscheiden aus der Bundeswehr war ich auf einem Selbstfindungstrip. Dann kam auf einmal das Angebot von Klaus Lemke, den ich über einen Freund kennenlernte, für eine Hauptrolle in einem Fernsehfilm … Da dachte ich: Wolfgang, you made it. Gut, es hat dann doch noch ein bisschen gedauert. Danach kam die „Resi mit dem Traktor“. Wieder wähnte ich mich auf dem Weg nach oben, aber auch diesmal musste ich fighten, um in die Top 100 der Charts zu kommen. Für meinen ersten Gig habe ich neun Eintrittskarten verkauft. Aber ich gab auf der Bühne alles, als ob ich im Wembley-Stadion wäre. Ein Jahr später waren es 1.400 Gäste in derselben Disco und ich gab ein Zusatzkonzert. Geht doch, Wolfgang, sagte ich zu mir …

Wann hatten Sie mal einen heftigen „Wow, ich hab es geschafft“-Moment?

Als ich auf den Wiener Filmball 2010 eingeladen wurde, saß ich mit meiner Frau am Tisch mit Ornella Muti, nicht schlecht, oder? Doch das war es nicht. An diesem Abend hielt Maximilian Schell eine Laudatio und unterbrach sie auf einmal mit den Worten: „Ich habe gehört, der Wolfgang Fierek ist hier?“ Ich wusste nicht, wie mir geschieht. Ich stand von meinem Tisch auf und dann sagte Maximilian: „Ich sehe mir jeden Abend deine Serien auf dem Heimatkanal an, ich muss dir sagen, du bist ein hervorragender Schauspieler, natürlich, amüsant, ehrlich …Kompliment!“ Nach seiner Laudatio ging ich zu ihm und habe mich für seine für mich unvergesslichen Worte bedankt. Das war mein absolutes Highlight, ein Ritterschlag von einem Oscar-Preisträger und hervorragendem Menschen.

Gab es einen materiellen Wunsch, den Sie sich nach Ihrem ersten Erfolg erfüllt haben?

So richtig materielle Wünsche habe ich weniger, eher Träume. Ich wollte immer eine coole Frau an meiner Seite und glücklich sein, wie meine Eltern es waren …

Wolfgang Fierek (r.) gemeinsam mit Patrick Dempsey (l.) beim 24-Stunden-Rennen von Daytona. / Foto: privat

Wer ist Ihr größtes Vorbild?

Das ist und bleibt mein Vater. Daddy war immer gut drauf, einfach ein cooler Typ, bei jedermann beliebt, immer hilfsbereit, freundlich und charmant. Für meinen Vater gab es nichts, was nicht möglich war. Er hat mich im Glauben bestärkt, dass ich alles erreichen kann, wenn ich es nur will und bereit bin, dafür hart zu arbeiten. Außerdem hat er mich immer wieder auf Kurs gebracht. „Runter vom Gas“ waren immer seine Worte, wenn der Bub zu hoch flog. Ab meiner Hochzeit mit meinem persönlichen Engel war es meine Frau.

Welche Ihrer Stärken sind für Sie ein Erfolgs-Booster?

Da wären einige Bausteine, die für den Erfolg einfach wichtig sind: Geduld, Disziplin, Beharrlichkeit, Humor und Teamgeist.

Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?

Ich lebe beides, ohne dabei zu merken, was jetzt was ist.

Wobei haben Sie denn neben dem Beruf gern Erfolg?

Bei meinen Workouts fünfmal die Woche. Nur ned locker lassen!

Was ist Ihr Ausgleich – zum Sport und zur täglichen Arbeit?

Für mich waren immer 70er-Jahre-Rock, Bergwandern und meine Touren mit meinem Motorrad die beste Inspiration und der effektivste Ausgleich. Day Rides mit Freunden sind ein Muss. Da wird die Liebe zum Motorrad und der Natur geteilt, viel gelacht und zum Abschluss gibt es eine gute Brotzeit. Was braucht man mehr?

Auf den Touren mit seinem Motorrad findet der Schauspieler Inspiration und Ausgleich. / Foto: privat

Welche Sehnsüchte haben Sie?

Sehnsüchte sind sehr wichtig für mich. Ich brauche sie wie die Luft zum Leben. Sie sind mein Motor, genauer gesagt.

Gibt es ein Must-have in ihrem Beruf?

Da ich sehr viel beruflich unterwegs bin zu Dreharbeiten oder Gigs, zum Beispiel mit meiner „Freedom Riders“-Band, ist mein Must-have ein Auto, am liebsten mag ich amerikanische Pick-ups. Ein Auto muss cool sein, zuverlässig und eine Hi-Fi-Anlage mit gutem Sound haben. Und einen V8 Motor, wenn’s geht.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Ich halte mich an das Motto:„Per ardua ad astra“ – durch das Unwegsame zu den Sternen.

 

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