Eine Karriere reicht einfach nicht

Er ließ Götz George für den „Tatort“ blankziehen, schrieb das Drehbuch für einen Oscar-nominierten Film und setzte sich als Rechtsanwalt für Studenten ein. Fred Breinersdorfer ist ein echter Allrounder – und ein erfolgreicher noch dazu.

Jurist und Hochschuldozent, Autor und Verleger, Filmproduzent und Regisseur: Was andere Menschen in mehreren Leben nicht unter einen Hut bekommen würden, schafft Fred Breinersdorfer in einem einzigen. Der gebürtige Mannheimer tanzt beruflich auf vielen Hochzeiten – und auf jeder von ihnen erfolgreich. Doch Breinersdorfer selbst sieht sich und sein Wirken wesentlich nüchterner als so mancher Außenstehender: „Die Schule habe ich zwar am Ende gut abgeschlossen, war aber öfters an der Kante zum Durchfallen. Als angehender Jurist war ich zwar erfolgreich in den Examina, aber als Student die Welt politisch zu verbessern, daran bin ich gescheitert. Als Anwalt wiederum konnte ich erfolgreich über 3000 Studenten ins Studium einklagen, als Strafverteidiger aber bin ich gescheitert, weil die Straftäter kein Vertrauen zu mir hatten“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Als ihn die juristische Arbeit nicht mehr so richtig auslasten konnte, wurde er zum Massenmörder – glücklicherweise jedoch nur auf dem Papier. Denn in seinen seit den 1980er-Jahren verfassten Romanen und Drehbüchern dürften es mehr als 200 fiktive Opfer gewesen sein, die er auf die eine oder andere Weise als Autor auf dem Gewissen habe, so Breinersdorfer. Große schriftstellerische Erfolge wurden unter anderem seine Kriminalromane über den später von Günther Maria Halmer verkörperten Anwalt Jean Abel.  Und unter seinen zahlreichen TV-Drehbüchern ragt vor allem der „Tatort“-Klassiker „Zweierlei Blut“ heraus, in dem Götz George alias Kommissar Horst Schimanski nackt auf den Anstoßkreis des Duisburger Wedaustadions gelegt wird.

Wer wie Fred Breinersdorfer auf so vielen Gebieten Erfolg hatte und immer noch hat, der entwickelt mit den Jahren ein Gespür dafür, was es braucht, um wirklich erfolgreich zu ein: „Talent, Mut, einen starken Willen, Selbstkritik, Fairness und mit Anstand auch Mal verlieren zu können.“ Und nach seinem persönlich größten Erfolg gefragt  ist die Antwort eindeutig: das Drehbuch für den Oscar-nominierten Spielfilm „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ verfasst zu haben. Dies habe ihn schon stolz gemacht, gibt Fred Breinersdorfer gerne zu. Wer kann es ihm verdenken?

Von Stefan Ahrens

Als Student durfte er einmal probesitzen – Jahre später erfüllte er sich den Traum einen DeLorean zu kaufen. Bild © Isabella Vosmikova 1997

Der steinige Weg zum Gipfel

Der Kreis der deutschen Oscarpreisträger ist überschaubar. Volker Engel gehört zu diesem erlesenen Kreis. Er hat 1997 für den Film „Independence Day“ den Oscar in der Kategorie „Beste visuelle Effekte“ erhalten – mit 32 Jahren. In Bremerhaven geboren, lebt und arbeitet Engel gemeinsam mit seiner Frau Gesa, einer deutschen Filmproduzentin, seit Jahrzehnten in Los Angeles als Visual-Effects-Supervisor und Filmproduzent.

Es gibt Menschen, die wissen schon als Kind, was sie werden wollen. Und nicht nur das, sie ziehen ihr Ding dann auch durch. Volker Engel gehört dazu. „Nachdem ich mit sechs Jahren Disneys ‚Dschungelbuch‘ gesehen hatte, wollte ich Disney-Zeichner werden. Als ich dann mit 13 Jahren den ersten Star-Wars-Film sah, wollte ich visuelle Effekte machen und neue Welten kreieren. Das war der Grundstein“, spricht Engel über die Filme, die seine Leidenschaft entfacht haben. Was lag da näher, als sich mit 14 Jahren – vom Konfirmationsgeld – eine Super-8-Kamera zu kaufen und mit Filmtricks zu experimentieren? Seinen Eltern ist er für diese Freiheit dankbar. Unterstützung erhält Volker Engel auch in der Schule. Sein Kunstlehrer der Oberstufe unterstützt ihn stark dabei, eine künstlerisch orientierte Ausbildung zu machen. Also geht Volker Engel an die Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und macht 1989 sein Diplom als Grafikdesigner mit Schwerpunkt Trickfilm.

Dann kreuzen sich Engels Wege mit denen des Mannes, der später sein langjähriger Mentor werden soll: Roland Emmerich. Eine Begegnung, für die er heute noch dankbar ist: „Er hat mir durch seine Filmprojekte über mindestens zwei Jahrzehnte eine Plattform geschaffen, auf der ich mich kreativ entfalten konnte. Das war eine spannende Zusammenarbeit, wie ich sie jedem nur wünschen kann.“

Als er gerade mal 23 Jahre alt ist, heuert ihn Regisseur Roland Emmerich als Visual Effects Supervisor für seinen Film „Moon 44“ an. 1995 kommt er auf Emmerichs Einladung nach Los Angeles und wirkt an „Independence Day“ mit. Der Blockbuster wird 1997 für die visuellen Effekte mit einem Oscar ausgezeichnet – das persönliche Highlight seiner Karriere. „Es war mein erstes Filmprojekt in den USA in meinem Beruf als Visual Effects Supervisor und hat mir deshalb so viel bedeutet, weil man dafür von seinen Kollegen aus der Branche nominiert wird.“

Ganz einfach war sein Schritt in die USA nicht, wie Engel sich erinnert. „Es war eine große Herausforderung, als sehr junger Mensch 1995 in die USA zu kommen und in einer fremden Sprache die Leitung eines 300-köpfigen Departments zu übernehmen – inklusive der Verantwortung für ein zweistelliges Millionen-Budget.“ Allerdings konnte er sich damit auch einen Wunsch erfüllen: einen DeLorean. „Während meines Studiums brachte ich einmal meinen alten Opel Ascona zur Reparatur und sah auf dem Hof der Werkstatt einen DeLorean. Er stand zum Verkauf und sollte 50.000 Mark kosten. Ich lebte damals von 300 Mark BAföG im Monat“, sagt Engel lachend. Aber zumindest drinsitzen durfte er kurz. Jahre später bot sich ihm in den USA eine ähnliche Gelegenheit und er hat sich für 15.000 Dollar seinen Autotraum erfüllt.

Erfolg ist für Volker Engel das Ergebnis harter Arbeit. „Dafür braucht man eine enorme Ausdauer und darf sich nicht mit Menschen umgeben, die ständig etwas zu nörgeln haben.“ Er selbst sei hartnäckig – wie ein Langstreckenläufer, sagen seine Mitarbeiter. Für junge, ambitionierte Menschen hat Volker Engel einen Erfolgstipp parat: „Man muss sich klarmachen, dass tatsächlich der Weg das Ziel ist und dass es, bei allem Spaß, den man bei der Arbeit haben wird, ein steiniger Weg zum Gipfel ist. Zwar genießt man die Aussicht von dort eine Weile, aber der Weg zum nächsten Gipfel wird wieder hart und steinig sein, nur diesmal auf eine andere Art. Man kommt von Mal zu Mal besser damit klar, weil man schon mental darauf vorbereitet ist.“

Als Chef seiner eigenen Produktionsfirma Uncharted Territory, die er 1999 mit seinem guten Freund und Kollegen Marc Weigert gründete, hat er den Weg vom einen zum nächsten Gipfel schon unzählige Male beschritten.
hat er den Weg vom einen zum nächsten Gipfel schon unzählige Male beschritten. Mit einem guten Team sei das natürlich einfacher. Seinen Mitarbeitern versucht er, als Kollege auf Augenhöhe zu begegnen. „Viele Mitarbeiter brauchen eine Weile, um sich daran zu gewöhnen.“ Um mit ihnen als Kollegen umgehen zu können, ist ein guter Informationsaustausch nötig: „Ich habe zu oft Kollegen in meinem Beruf erlebt, die das Informationsdefizit von Mitarbeitern ausnutzten, um dadurch ihre Überlegenheit zur Schau zu stellen.“

Außerhalb seiner Firma ist Volker Engel gern sportlich aktiv. Sein Ausgleich zur Arbeit sei Ausdauersport, Yoga und Pilates – zusammen mit seiner Frau Gesa. Auch sie ist im Filmgeschäft tätig. So kann er Privatleben und Beruf gut verbinden. „Meine Frau Gesa ist Produzentin und wir arbeiten gemeinsam an unseren Projekten. Dabei arbeiten wir immer wieder eng mit guten Freunden, wie zum Beispiel Cornelia Funke, zusammen, denn Arbeitszeit ist auch Lebenszeit“, sagt Engel.
Von Renate Kerscher

Bekannt wurde er vor allem durch das Buch „Dieses bescheuerte Herz“ und den gleichnamigen Film Bild © melanie-koravitsch.com

Jeder Profi war mal Anfänger

Einer, der weiß, wie Erfolg geht, ist Lars Amend. Nicht zuletzt als Autor von „It’s All Good“, einem Ratgeber über Erfolg, Glück und Persönlichkeitsentwicklung. Der Schriftsteller hat elf Bücher in elf Jahren veröffentlicht. Bekannt wurde Amend vor allem durch sein Buch und den gleichnamigen Film „Dieses bescheuerte Herz“. Als Schriftsteller ist Lars Amend eher ein „Spätberufener“: Er begann erst mit 29 Jahren, zu schreiben.

„Nach der Schule bin ich ohne Plan nach London gezogen, um in der Musikbranche zu arbeiten. Dort habe ich gelernt, in einem fremden Land klarzukommen, ohne jemanden zu kennen und ohne viel Geld zu verdienen. Zehn Jahre später kam mein erstes Buch auf den Markt, das sofort ein Platz-1-Spiegel-Bestseller wurde“, erzählt Amend. Diese Erfahrung habe ihm gezeigt, dass man keine Angst vorm Scheitern haben darf, sondern es einfach probieren muss. Darin sieht er auch den Schlüssel zu seinem Erfolg: „Go your own way! – Hör auf dein Herz, zieh dein Ding durch und mache nichts, um anderen zu gefallen. Lass dich von Menschen, die deinen Weg schon gegangen sind, ruhig inspirieren, aber werde dein eigener Rockstar.

Wahrer Erfolg hat für Lars Amend nichts mit Geld, schnellen Autos oder großen Häusern zu tun – sondern mit Seelenfrieden. „Wenn du im Innen ruhst, brauchst du keine Bestätigung in Form von Erfolg im Außen mehr. Anders gesagt: Wenn du nichts brauchst, um glücklich zu sein, kann dir dieses Glück auch nicht mehr weggenommen werden. Das ist die höchstmögliche Form von Erfolg, da er durch nichts zerstört werden kann.“

Amend ist allerdings nicht so besonnen und in sich ruhend zur Welt gekommen. Darum hat er sich von seinem ersten Geld, das er mit Anfang 20 beim Radio verdient hat, einen Anzug von Helmut Lang gekauft – für knapp 2000 Euro. „Ich wollte eben dazugehören.“ Heute bedeuten ihm Statussymbole nichts mehr und er ist davon auch nicht beeindruckt. Den Helmut-Lang-Anzug hat er allerdings immer noch. „Ein zeitloser Klassiker.“

Was ihn heute wirklich beeindruckt sind Weltstars wie etwa Paulo Coelho und Rudolf Schenker von der Rockband The Scorpions, mit denen er zusammenarbeiten durfte. „Zeit mit zwei weltweit erfolgreichen Superstars zu verbringen, die auf allen Ebenen den puren Erfolg verkörpern, kann man mit keinem Geld der Welt bezahlen“, schwärmt er noch heute von diesem Karrierehighlight. Ein weiteres solches Highlight war natürlich auch die Verfilmung seines Buches „Dieses bescheuerte Herz“, die zu einem der erfolgreichsten deutschen Kinofilme der letzten Jahre wurde. „Das war schon auch ganz geil.“

Lars Amend scheint auf einer nicht endenden Erfolgswelle zu surfen. Rückschläge? Gab’s immer wieder. „Ein Verleger hat mir einmal aus Eitelkeit und gekränktem Ego ziemlich große Knüppel vor die Beine geworfen und mir das Leben ganz bewusst schwer gemacht. Damals hat mich diese Ungerechtigkeit sehr belastet. Heute weiß ich, dass dies mein Weg sein sollte, um eine wichtige Lektion zu lernen“, stellt Amend fest. Darum ist Durchhaltevermögen eine wichtige Eigenschaft von erfolgreichen Menschen. „Es sind selten die Besten ganz oben, sondern die, die nach Rückschlägen immer wieder aufgestanden sind und es erneut probiert haben, oft über viele Jahre.“

Die Stärken für seinen eigenen Erfolg sieht Amend in seiner Authentizität und in seiner Empathie. „Ich höre gut zu und sehe genau hin.“ Gerade seine Empathie hat auch zu einem markanten Wendepunkt seiner Karriere beigetragen. „Als emphatischer Mensch habe ich einen starken Zugang zu meinen Gefühlen. Als ich jedoch verstanden habe, dass man Entscheidungen, die im Geschäftsleben getroffen werden, niemals persönlich nehmen darf, hat sich mein beruflicher Erfolg auf einen Schlag verdreifacht.“

Gerne lässt er junge Menschen an seinem Erfolg teilhaben und gibt Tipps für deren Karrieren. Besonders hilfreich ist laut Amend der Gedanke, dass jeder Profi einmal ein Anfänger war, der vielleicht für seine Vision ausgelacht wurde. „Das gehört alles dazu.“

Ein großes Thema, das erfolgreiche Menschen umtreibt, ist die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben – gerade weil Zeit eine endliche Ressource ist. Für Lars Amend ist das kein Thema. „Da gibt es bei mir keine Trennung. Eine Work-Life-Balance gibt es bei mir nicht. Bei mir ist alles Life. Ich liebe meine Arbeit, weswegen ich auch keinen Urlaub von meinem Leben brauche.“ Der Mann scheint mit sich und seinem Leben absolut im Reinen zu sein. Ruhe findet er in der täglichen Meditation. „Diese Insel der Kraft, die in mir verborgen liegt und zu der ich immer reisen kann, ist ein großes Geschenk. Ich wünschte, jeder Mensch würde zu dieser Erkenntnis kommen.“
Von Renate Kerscher

“Gar keine Zuschauer, das ist auch Mist”

Seit über 20 Jahren ist Caroline Link im Filmgeschäft erfolgreich. Die 1964 in Bad Nauheim geborene Wahlmünchnerin studierte an der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen Regie. Bekannt ist sie insbesondere für den Kinofilm „Nirgendwo in Afrika“, der 2001 einen Oscar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ erhielt. Ihr neuester Film „Der Junge muss an die frische Luft“ (2018) wurde unter anderem mit dem Deutschen Comedypreis für die „erfolgreichste Kinokomödie“ ausgezeichnet. Wir haben mit ihr über ihre Erfolge und die Herausforderung gesprochen, denen sie sich als Regisseurin stellen muss.

Agentur Baganz/ Soeren Bauer Events 

Wie definieren Sie Erfolg?

Erfolgreich bin ich als Regisseurin, wenn ich ehrlich sagen kann, ich habe mein Ziel erreicht. Mit zunehmendem Alter merke ich, dass mir die Wertschätzung meiner Arbeit am wichtigsten ist. Gute Zuschauerzahlen und Geld alleine machen nicht wirklich zufrieden, aber gar keine Zuschauer, das ist natürlich auch Mist! (lacht)

Was wollten Sie als Kind werden?

Als junge Erwachsene war meine Antwort darauf: „Irgendwas mit Kindern.“ Tatsächlich haben mich Kinderschicksale schon immer sehr interessiert, vor allem dann, wenn die Kinder eine Herausforderung zu bestehen haben.

Was war für Sie ausschlaggebend bei der Berufswahl?

Als junge Frau hätte ich mir das gar nicht zugetraut. Zuerst war ich Assistentin, dann habe ich es gewagt, mich an der Filmhochschule zu bewerben. Es erschien mir verlockend, eine ganze filmische Geschichte selbst zu gestalten.

Was waren wichtige Schritte in Ihrer Karriere?

Nach dem Oscar wurden mir große Projekte angeboten. Ich wollte sie nicht, weil ich gespürt habe, dass ich sie nicht gut machen würde. Nicht weil sie zu groß waren, sondern weil sie von etwas erzählten, was mit mir nichts zu tun hatte. Nach dem Oscar nicht nach Amerika zu gehen, war sicher ebenfalls eine wesentliche Entscheidung.

Ihr bisheriges Karriere-Highlight?

Der Oscar für „Nirgendwo in Afrika“ war natürlich ein Highlight, keine Frage. Aber ebenso hat mich der Deutsche Filmpreis für meine Regie für „Im Winter ein Jahr“ gefreut. Der Film hatte relativ wenig Zuschauer und es hat mich sehr glücklich gemacht, dass meine Arbeit dennoch gewürdigt wurde.

Was waren die größten Herausforderungen für Sie?

Es ist mir sehr schwer gefallen, mich von meinem kleinen Kind für Monate zu verabschieden und in die Welt hinauszuziehen, um Filme zu drehen. Am Drehort hätte ich ständig das Gefühl gehabt, sie kommt zu kurz. Mein Lebenspartner Dominik hat unsere Tochter komplett betreut. Als ich in Marokko gedreht habe, waren das immerhin vier Monate am Stück. Gott sei Dank konnte er sich dafür die Zeit nehmen. Ich empfinde den Regieberuf schon als ziemlich familienfeindlich. Man ist einfach zu oft weg.

Von Franziska Mansen

Der mit fünf Oscars ausgezeichnete Monumentalfilm „Gladiator“ war der erfolgreichste Film in der über 30-jährigen Schauspielkarriere von Ralf Moeller. Bild © Tom König

„Neid erdrückt und macht missmutig“

Er war Mr. Universum und ist seit über 30 Jahren im Filmgeschäft erfolgreich: Ralf Moeller. Der gebürtige Recklinghauser ist einer der wenigen deutschen Schauspieler, der auch in Hollywood seinen Weg gegangen ist. Erfolg ist für Ralf Moeller indes „breit gefächert: sportlich, beruflich, sozial und privat“. Es komme immer auf die Situation an.

„Wenn ich sportlich erfolgreich sein möchte, muss ich jeden Tag vier bis fünf Stunden trainieren.
Das habe ich über zehn Jahre lang gemacht und erreichte so 1986 den Bodybuilding-Weltmeistertitel ,Mr. Universum‘. Fleiß, Disziplin, der Glaube an mich selbst waren da entscheidend, aber auch die Fähigkeit, Niederlagen hinnehmen, wieder aufstehen und weiter machen zu können. Mir ist wichtig, nicht nur an mich zu denken, sondern auch anderen zu helfen.“ Der Träger des Verdienstordens Nordrhein-Westfalens engagiert sich vielfältig für soziale Projekte: Er ist unter anderem Botschafter der Organisation „Skate-Aid“ und unterstützte den „Weißen Ring“ mit einem Videoclip mit dem Titel „Sei stark, hol‘ Dir Hilfe“. Moeller strotz auch mit 60 Jahren nur so vor Tatendrang: „Aktuell stehe ich mit meinem Freund Arnold Schwarzenegger und Michael Fassbender für die Actionkomödie „Kung Fury 2“ vor der Kamera – auch wenn wir leider unterschiedliche Drehtage haben. Kürzlich habe ich mit Bruce Willis in Atlanta gedreht. Dass ich den USA Filme drehen durfte, ist für mich ein Erfolg.“ In den Schoß gefallen ist das dem gelernten Schwimmmeister trotz seines aus dem Bodybuilding resultierenden Bekanntheitsgrades nicht: „Berühmt kann man ja erstmal nur werden, wenn man in einer Sache erfolgreich ist.

Ich musste sehr viel und hart trainieren, um Wettkämpfe zu gewinnen und Werbeverträge zu erhalten. Im Filmgeschäft ist es ähnlich: Es macht keiner für Dich.“

Moeller war es aus seiner Sportlerzeit gewohnt, sich selbst zu vermarkten. Das sollte ihm auch im Filmgeschäft – neben dem Gardemaß von 1,96 Meter bei 131 Kilogramm zu seiner Glanzzeit und seiner gewinnenden Art – nützlich sein. Feuer gefangen hatte er 1988 gleich bei seiner Bildschirmpremiere, eine Gastrolle im „Tatort“ an der Seite von „Schimanski“ Götz George. Bis heute das Highlight. „Gladiator mit seinen fünf Oscars war natürlich der erfolgreichste Film. Das Größte aber war und ist für mich, dass ich damals mit Götz George drehen durfte. Das Ruhrgebiet ist immer noch in mir“, beschreibt Moeller, der seit 2014 auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, seine Verbundenheit zum Pott. Seine Energie beziehe er auch aus seiner veganen Ernährung: „Ich war 40 Jahre lang Fleischesser. Meine Werte haben sich aber eben verbessert, seitdem ich kein Fleisch mehr esse“, so Moeller. „Mit 20 bis 30 Jahren kann der Körper dagegen ankämpfen, aber wenn Du über die 50 und 60 Jahre gehst, dann wird es kritisch – gerade im Magen-Darm-Bereich. Prostatakrebs, Darmkrebs oder hohes Cholesterin – das passiert alles durch Fleischkonsum.“ Er sage nicht, dass die Leute es machen müssen, könne es aber uneingeschränkt empfehlen.

Ein persönlicher Erfolg sei auch sein Fitnesslevel mit 60 Jahren, sein biologisches Alter wurde bei Tests mit 39 Jahren angegeben. „Mir haben sie früher gesagt: ,Wenn Du 55 bist, dann hängt der Bizeps bis zu Kniekehle‘ – das ist nicht der Fall. Mit 27 Jahren konnte ich ja nicht sagen, ob die Besserwisser Recht behalten sollten und ich überhaupt 60 Jahre werde. Jetzt wo ich es bin – 114 Kilo bei 1,95 Meter – freue ich mich, dass es nicht so gekommen ist. Wenn man sich bewusst ernährt und in seinen Körper investiert, dann ist man 60 und später hoffentlich auch mit 70 Jahren noch fit.“ Moeller ist nicht nur ernährungstechnisch mit sich im Reinen: „Bei mir ist das Glas immer halb voll. Ich kann mich auch freuen, wenn andere Leute etwas Schönes haben. Ich bin ein Mensch, der nicht neidisch ist. Neid erdrückt und macht missmutig. Neid blockiert.“ Die Beteiligung an Dutzenden Filmen und Serien erfüllt den Seiteneinsteiger mit Stolz. Nicht nur „Gladiator“, so Moellers Spitzname in den Medien, auch andere Filme hätten Spaß gemacht: „Selbst ,Hai-Alarm auf Mallorca‘, in dem ich 2004 die Hauptrolle gespielt habe, hat immer noch Kultstatus.“ Wenn vor der Baleareninsel wieder ein Hai lande und die Leute nach so vielen Jahren noch sagen würden: „Mensch, wo ist der Möller, wenn man ihn braucht?“, dann sei das schön und er könne darüber lachen. „Man sollte ohnehin zu allem was man gemacht hat, stehen“, findet Ralf Moeller – und wer möchte dem „Gladiator“ schon widersprechen?
Von Robert Torunsky

Erfolg geht Hand in Hand mit Zufriedenheit

©Sascha Fabian

Nicht nur von seinen Freunden wird er „Buschi“ genannt. Dieser Name ist auch in der Öffentlichkeit Programm und das seit über 25 Jahren. 1993 startete Frank Buschmann seine Karriere beim Deutschen SportFernsehen (jetzt SPORT1). Mittlerweile hat Buschi die große Bühne betreten. Seit 2016 moderiert er „Ninja Warriors Germany“ gemeinsam mit Laura Wontorra und Jan Köppen bei RTL, seit 2017 „Eine Liga für sich“ bei Sky, dort kommentiert er auch regelmäßig die Fußballbundesliga sowie die Champions League. Auf Facebook hat er über 450.000 Follower, bei Instagram über 150.000. 2014 erschien der Spiegel Bestseller „Am Ende kackt die Ente“. Man kann sagen, der Mann ist erfolgreich. Doch wenn man ihn auf Erfolg anspricht, tut sich der sonst so schlagfertige Buschi schwer, die richtigen Worte zu finden. „Es gibt zwei Arten von Erfolg. Erfolg nach außen hin, wenn möglichst vielen Leuten gefällt, was Du tust. Und es gibt Erfolg, den man selbst für sich empfindet – ohne Bestätigung“, so der 54-Jährige.

Buschmann hat Erfolg – ohne Zweifel. Für ihn ist Erfolg gleichbedeutend mit Zufriedenheit. „Erfolg hat für mich nichts mit Geld zu tun, nichts mit Schulterklopfen. Natürlich gefällt auch mir das. Doch es gibt andere Dinge, die mich glücklicher machen als der berufliche Erfolg.“ Buschmann lebt mit seiner Lebensgefährtin Lisa Heckl (ebenfalls Moderatorin) in München. Seine beiden Töchter aus erster Ehe wohnen in der Nähe und sind regelmäßig zu Besuch. Darauf legt er großen Wert. „Für mich ist der größte Erfolg derzeit, dass ich meine Kinder auf einem guten Weg sehe. Daran erkenne ich, dass ich trotz Scheidung offensichtlich kein ganz so schlechter Vater bin.“ Wie wichtig die Vaterfigur im Leben ist, weiß Buschmann aus eigener Erfahrung. Sein Vater nahm sich das Leben, als er knapp 19 Jahre alt war. „Ich war nie unglücklicher in meinem Leben als in dem Moment, in dem ich erfuhr, dass mein Vater tot ist“, so Buschmann. Dieser Moment war in vielerlei Hinsicht einschneidend für ihn. „Ich wollte nie Feuerwehrmann oder Polizist werden. Ich wollte schon immer Profibasketballer werden. Aber nicht, um erfolgreich als Person zu werden. Für mich zählte in erster Linie, mit meiner Mannschaft zu gewinnen.“ Wenn es nach seinem Vater gegangen wäre, hätte er Sportmedizin studiert. Doch dessen Tod veränderte vieles. Er entschied sich für den Sportjournalismus. 1993 startete er beim DSF (jetzt SPORT1). Dort konnte er sich austoben. Buschmann weiß, dass dieser Job auch der Grundstein für seinen jetzigen Erfolg ist. „Beim DSF konnte ich lernen. Ich konnte einfach machen und Dinge tun, davon würde heutzutage jeder junge Journalist träumen,“ weiß Buschmann.

Der entscheidende Schritt in seiner Karriere kam 2006 mit dem Anruf der Redaktion von „Schlag den Raab“ und der Frage, ob er die Sendung kommentieren wolle. „Ich habe im ersten Schritt abgesagt. Den Raab fand ich eigentlich gar nicht so dolle und außerdem kannte ich die Sendung nicht.“ Man einigte sich darauf, dass Buschmann eine Sendung kommentiert, um dann zu entscheiden, ob es ihm gefällt. Ihm gefiel es und was folgte waren fast zehn Jahre „Schlag den Raab“. „Das war natürlich in Bezug auf meine Bekanntheit ein wichtiger Schritt. Nach meinen ersten Sendungen konnte man lesen, dass ich mit diesem Job wohl eine neue Form des Fernsehens geprägt habe. Ein Kommentator war im Fernsehen plötzlich mit formatprägend. Das war mir nie so bewusst. Es schmeichelt mir natürlich, aber das ist für mich nicht zwingend ein Erfolg.“

Sogar die Rückschläge in Buschmanns Leben haben ihn eher nach vorne gebracht. „Zusätzlich zum Tod meines Vaters gab es zwei Ereignisse, die mein Leben im Nachgang in die total richtige Richtung geschoben haben. Beruflich die Trennung von SPORT1 und privat die Trennung von meiner damaligen Frau. Natürlich musste ich beides erst einmal verdauen. Aber dann habe ich gemerkt, dass es mir andere Horizonte eröffnet. Ich war schon immer ein Einzelkämpfer. Und gerade in der Zeit nach dem Tod meines Vaters bin ich gnadenlos meinen Weg gegangen. Doch nach den Trennungen habe ich registriert, wie ich bin und was ich ändern muss. Einfach mal zu akzeptieren, dass andere Menschen anders sind als ich. Und mal darüber nachzudenken, wie ich mir so einen Lebensweg vorstelle.“
Könnte Buschmann die Zeit zurückdrehen, dann würde er alles genauso machen. „Die Trennungen gehören zu meiner Geschichte.“ Er ist sich immer treu geblieben und sieht darin auch den Schlüssel zum Erfolg. „Entscheidend ist, dass man gut in dem ist, was man macht. Aber wichtig ist auch, dass man Dinge tut, die einem Spaß machen. Und vor allem musst Du Haltung entwickeln. Es ist wichtig, dass Du jeden Morgen vor dem Spiegel stehst und sagen kannst: Dich wasche ich gerne! Du bist ok. Ob das dann zu einem wie auch immer definierten Erfolg führt, spielt keine Rolle. Wichtig ist: Geh Deinen Weg und denk nicht darüber nach, wie Du Erfolg haben kannst. “  LESEN SIE DAS GANZE INTERVIEW IN DER  PRINT AUSGABE

Von Daniela Ulbing

© MJK

Für Erfolg gibt es keine Gebrauchsanweisung

Sein berufliches Vorbild ist Virgin-Gründer Richard Branson, musikalisch bewundert Martin J. Krug die Rolling Stones. Sein Markenzeichen: Neugierde an völlig unterschiedlichen Themen und Herausforderungen.

Scheinbar unlösbare Probleme hinterfragt der Unternehmer, der sich sowohl als Filmproduzent als auch Marketingexperte einen Namen gemacht hat, geht er mutig oft als Querdenker an. Seine Erfolgsrezepte sind „Selbstvertrauen und eine Menge Arbeitseinsatz. Dinge ohne, Gebrauchsanweisung’ angehen. Ideen entwickeln und konsequent umsetzen.“ So hat der Wahl-Münchner die wichtigsten Herausforderungen seiner Karriere gemeistert – wie erstmal die Bank von seiner beruflichen Vision zu überzeugen und später, zum Beispiel das weltweite Merchandising für Mercedes in der Formel 1 und DTM oder das Kanzler-Portrait des ” Goldenen Schröders fürs Bundeskanzleramt.

. Ausruhen auf Erfolgen kommt für Martin J. Krug nicht infrage: „Letztlich bin ich Dienstleister und freue mich wie zum Beispiel ein Fußballer über ein geschossenes Tor. Juhu & Jubel. Jedoch alles in dem Bewusstsein, dass nach dem Spiel vor dem Spiel ist“, sagt er.

Auch soziales Engagement ist für Martin J. Krug ein wichtiger Pfeiler seines Lebens: 2002 gründete Krug zum Beispiel Power-Child e. V., einen Verein, der sich präventiv gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen einsetzt. „Ohne Nächstenliebe und soziale Verantwortung macht das Leben wenig Sinn. Nicht immer gleich die Welt retten wollen. Oft sind es auch kleine Dinge, die für andere große Bedeutung haben“, erklärt er.
Aber so entspannt der Filmproduzent auf den roten Teppichen wirkt – auch er erlebt Herausforderungen: „Der Job ist nicht selten eine spannende Abenteuerreise, auch manchmal unter bedrohlichen Gewitterwolken.“ Sein Rezept gegen Rückschläge? „Jägermeister“, antwortet er lachend. „Nein, im Ernst – nicht verdrängen. Shit happens, so what. Rein in die lästige Herausforderung. Der Weg ist das Ziel.“

Glück ist für Martin J. Krug nicht in erster Linie beruflicher Erfolg, sondern „die Kombination aus Gesundheit, Zufriedenheit, Liebe, Familie und einem coolen Job.“ In genau definierter Reihenfolge: „Zuerst das Wohl der Familie und dann der Job. Klar, verbringt man in der Regel mehr Zeit in seinem Leben mit dem Job als mit der Familie. Dennoch gibt es bei mir klare Prioritäten. Der Job ist ja teilweise eine zwingende Notwendigkeit, die Familie jedoch das wunderbare Lebenselixier.“ Dazu passt eines seiner nächsten Projekte: das Kinderbuch, das er Tochter Lilly widmet, fertig zu schreiben. Und sein nächster Film.

© www.jochen-alexander-freydank.de

Über Umwege zum Oscar

Jochen Alexander Freydank ist in der DDR geboren und aufgewachsen. Für den Ostberliner Jungen schien Westdeutschland unerreichbar zu sein, von Hollywood ganz zu schweigen. Auch mit seinem Berufsziel Regisseur klappte es anfangs nicht. Und dennoch: Mit 41 Jahren stand Freydank auf der Bühne des Kodak Theatre in Los Angeles und nahm den Oscar in der Kategorie „Bester Kurzfilm“ entgegen.

2009 wurde Jochen Alexander Freydank weltberühmt: Als sein historischer Kurzfilm „Spielzeugland“ den Oscar bekam, konnte er es kaum glauben. Der Berliner Regisseur hatte lange für diesen Film und dessen Finanzierung gekämpft. Vier Jahre, um genau zu sein. Doch hier half ihm seine Hartnäckigkeit weiter. Eine Eigenschaft, die man seiner Erfahrung nach unbedingt haben muss, um im Filmgeschäft zu bestehen. „Und Talent.“ Auch das hat Freydank. Nur wollte dieses Talent lange niemand sehen.

Obwohl Freydank schon früh weiß, dass er Regisseur werden will, will es nicht klappen. Nach dem Abitur volontiert er beim DDR-Fernsehen. Mit dem Fall der Berliner Mauer keimt wieder Hoffnung: Freydank bewirbt sich für eine Ausbildung bei Filmhochschulen im Westen – und kassiert nur Absagen. „Ich weiß gar nicht mehr, waren es fünf oder sechs“, erinnert er sich. Andere hätten sich von ihrem Berufswunsch verabschiedet, doch Freydank nicht. Er verdient sich seinen Unterhalt als Regieassistent, Cutter, Drehbuchautor und Produzent, lernt das Filmhandwerk in der Praxis kennen. 1999 gründet er seine Produktionsfirma, dreht Kurzfilme wie „Spielzeugland“.

Obwohl er nie eine Filmhochschule besucht hat, erreicht Freydank mit 41 Jahren, wovon andere Kollegen nur träumen können: den Oscar. „Erfolg ist gerade in meinem schnelllebigen Beruf etwas, was sehr flüchtig ist“, gibt er zu bedenken. „Man muss sich immer wieder neu beweisen.“ Das heißt: Auf dem Oscar will er sich nicht ausruhen. So hat er inzwischen über ein Dutzend sehr erfolgreicher Fernsehfilme realisiert und wagte sich 2013/14 an die Verfilmung von Franz Kafkas Erzählung „Der Bau“, die ihm ebenfalls international viel Bewunderung einbringt.

Was er jungen Menschen rät? Freydank überlegt. Praxis sei extrem wichtig für diesen Beruf. „Meine Zeit als Producer war spannend, weil ich einen Blick für die andere Seite in der Branche bekommen habe. Und die Arbeit als Cutter hilft mir heute noch beim Drehbuchschreiben. Rückblickend hätte ich mir zwar manchmal einen einfacheren Weg gewünscht, aber ich bin froh darüber, was ich kann und heute machen darf.“

Claudia Rothhammer

“Erfolg ist: Das gefunden zu haben, in dem man talentiert und damit glücklich ist”


Hamburg, 29.4.2019 Speakers Night April 2019 Foto und Copyright: Martin Brinckmann

Wenn man Hinnerk Baumgarten fragt, was ausschlaggebend für seine Berufswahl war, dann kommt die spontane Antwort: „Vor allem die Lust am Sprechen.“ Eigentlich selbstverständlich, denn seit den 90er Jahren ist Baumgarten erfolgreicher Radio-Moderator und seit den 2000ern auch im TV. Für ihn war dieser Schritt hin zum Fernsehen auch der wichtigste seiner Karriere. „Mich reizt es, Dinge auszuprobieren und dann zu spüren, wie es immer leichter wird.“ Doch wie wird es leichter? Wo sieht Baumgarten seine Stärken, die für seinen Erfolg maßgeblich sind?
„Meine Spontanität und, dass ich keine Angst habe, Fehler zu machen. Die gehören dazu und sind immer auch eine Chance.“
Aber wie geht er mit Fehler um, die vielleicht auch Rückschläge in der Karriere bedeuten? „Rückschläge gibt es immer. Wichtig ist, daraus seine Lehren zu ziehen und weiter an sich selbst zu glauben.“ Und somit ist sein Ratschlag an junge Menschen, die den Erfolg anstreben auch klar definiert. „Hab keine Angst vor Fehlern.“ Für Baumgarten ist Erfolg auch immer etwas Neues, das man sich täglich neu erarbeiten muss. Erfolgreich ist man aber auch, wenn man glücklich ist – unabhängig von der beruflichen Karriere. „Es macht mich glücklich, wie ich meine Tochter heranwachsen sehe und erlebe, wie sie immer selbstständiger wird.“ Und dann gibt es da noch sein Hobby: Das Golfspielen. Daraus schöpft er Kraft als Ausgleich für die tägliche Arbeit. Der Weg zum Erfolg ist oft mit einem materiellen Wunsch verbunden, der einen begleitet. Doch Baumgarten sieht das eher pragmatisch. „Etwas bestimmtes war nie meine Triebfeder, aber es macht natürlich Spaß, Geld zu verdienen und sich dadurch eine gewisse Freiheit zu erarbeiten.“
Seiner bisherigen Lebenseinstellung möchte er auch in Zukunft treu bleiben. „Mein Ziel ist weiter zu Fehlern zu stehen, weiter an mich zu glauben und weiter hungrig auf neue Herausforderungen zu bleiben.“ Sein bisheriger Erfolg gibt ihm recht. Eine Eigenschaft, die er nach wie vor lebt: „Mut, aus der Masse raus zuschwimmen.“

 

Von Daniela Fuß

“Erfolg ist für mich schon immer etwas gewesen, was zählbar ist.”

© Maximilian Sydow Photography

Man merkt Anna Kraft an, dass sie einmal Leistungssportlerin war, nicht nur an ihrem durchtrainierten Körper. Wenn man sie auf ihren Erfolg anspricht, dann kommt sofort der Sportsgeist in ihr hoch. „Für mich ist Erfolg immer etwas gewesen, was man sieht. Ein erster Platz, eine Medaille, eine große TV-Show,“ sagt die 34-Jährige lachend, „mein Sportlerherz kann ich einfach nicht abgeben. Erfolg ist für mich einfach, immer die Beste in dem zu sein, was ich mache.“

Dafür hat sie immer hart gearbeitet. Ihr Vater hat in der Familie die Bedeutung von Erfolg hoch gehalten. „Als ich Deutsche Meisterin wurde sagte er ‘Toll, aber nicht ausruhen – sofort weiter.` Und als ich mal Zweite wurde meinte er ‘Nun, damit bist du wohl erste Verliererin.` So etwas prägt.“ Dieser Kampfgeist hat sie auch im Beruf erfolgreich werden lassen. Über das Radio kam sie zum Fernsehen. Sie erinnert sich noch an ihr Casting bei Sky Sport News HD. „Nach dem Casting meinte der damalige Chef Roman Steuer ‘Ich weiß, dass Du Sprinterin bist. Aber gerade bist du nicht 100 Meter, sondern nur 70 Meter gelaufen.` Das hat mich so wahnsinnig angespornt.“ Mittlerweile ist Anna Kraft eine feste Größe in der Sportmoderation. Vor allem im Fußball. Doch sie weiß, dass es Frauen in dem Bereich immer noch schwer haben. „Fehler werden dir als Frau nach wie vor gar nicht oder viel weniger verziehen als bei Männern. Mir stand bisher noch niemand negativ gegenüber, aber du spürst es dennoch. Als Frau musst du einfach mehr leisten.“
Anna Kraft ist allerdings nicht nur erfolgreiche Moderatorin (…)  von Daniela Fuß

LESEN DIE DAS GANZE INTERVIEW IM PRINT-MAGAZIN. IM HANDEL ERHÄLTLICH.

“Nur schön sein reicht nicht!”

© Barbara Meier

Was ist die Definition von Erfolg? Obwohl er Barbara Meier seit Jahren treu begleitet, hat sie das vor dem Interview gegoogelt. Analytisches Vorgehen ist typisch für das Model, das fast Programmiererin geworden wäre. Und doch hat sie sich in der Glamour-Welt ihres Berufs eingelebt, als wäre sie dafür geboren. Vielleicht, weil ihr Traumberuf als Kind, bevor sie Codes und Algorithmen für sich entdeckte, Schauspielerin war. So hat sie es in der Schule in ein Freundschafts-Buch geschrieben.

Heute dreht sie internationale Filme. „Ich glaube, die kleine Barbara wäre stolz auf mich“, sagt Barbara lachend. Aus dem Mädchen vom Land, das einst „Germany’s Next Topmodel“ wurde, ist das Gesicht globaler Marken wie Skechers und Dyson geworden, sie hatte Shootings für die Vogue – eines sogar mit Cartier-Schmuck im hohen zweistelligen Millionenbereich, ist auf der Pariser Fashionweek gelaufen – und hat als Schauspielerin mit Jonathan Rhys Meyers vor der Kamera gestanden, selbst bei den Golden Globes verzückt sie die Fotografen.

Barbaras Vorbilder sind Tilda Swinton, weil sie „unglaublich gut spielt“, Heidi Klum wegen „ihres unschlagbaren Gespürs als Geschäftsfrau“ und Vivienne Westwood wegen ihres „großartigen Engagements für die Umwelt“. Ein Thema für das auch die 33-Jährige brennt. Plastik hat sie weitgehend aus ihrem Alltag verbannt, Reisen bewältigt sie möglichst mit der Bahn. Selbst auf ihrer Hochzeit hat sie auf Luxus wie Feuerwerk zugunsten der Natur verzichtet. Materielles war ihr sowieso nie besonders wichtig. Ihr Ehrgeiz und der Spaß am Erfolg sind es, was Barbara zu Höchstleistungen motiviert. Ihre Karriere beruht nicht nur auf Äußerlichkeiten, sondern vor allem auf klassischen Werten: „Ich bin sehr zuverlässig, ehrlich, diszipliniert und lege großen Wert auf Authentizität. Das wissen viele meiner Kunden sehr zu schätzen. Ich habe keine Angst vor viel Arbeit. Die gehört zum Erfolg dazu. Nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und dabei gut auszusehen, reicht nicht.“

Die Fashion-Branche ist erbarmungslos. „Als Model kann es passieren, dass man zwölf mal am Tag sehr heftige Absagen bekommt. Das härtet ab und hat mich stärker gemacht. Man lernt weiterzukämpfen“, sagt Barbara. Trotz aller Rückschläge würde die Wahl-Wienerin sich wieder in dieses Abenteuer stürzen. Denn für jede Erfahrung – ob gut oder schlecht, und für jeden gemachten Fehler und die Konsequenzen, ist sie dankbar. Das alles ist Teil ihres Wegs zum Erfolg.

 

Von Johanna Reichert

Thomas Jauch:

Thomas Jauch wurde 1958 in Italien geboren und zog mit zwei Jahren mit seinen Eltern nach München. Nach seinem Betriebswirtschaftsstudium im Bereich Marketing und Kommunikation arbeitete Jauch zunächst als Aufnahmeleiter und Regieassistent in der Werbefilmbranche, später als Regieassistent unter anderem bei Wolfgang Petersen, Vadim Glowna und John Frankenheimer.

Als Fernsehregisseur ist Jauch seit 1994 tätig. Er hat sich hauptsächlich mit Krimiproduktionen wie der „Tatort“-Reihe sowie mit Episoden von „Schimanski“, „Die Verbrechen des Professor Capellari“, „Das Duo“ und „Post Mortem“ einen Namen gemacht. Heute lebt Jauch in Hamburg. Er produziert immer noch Krimis, aber auch Komödien, und gibt Gastvorlesungen an der Universität.

Was bedeutet Erfolg für Sie?

„Ich bin dankbar dafür, dass man nicht komplett in die Krimischublade gesteckt wird, sondern auch noch andere Sachen machen kann, wie zum Beispiel mal eine Komödie.“

Was braucht es Ihrer Meinung nach, um erfolgreich zu sein?

„Disziplin. Das versuche ich auch meiner Tochter mitzugeben, Disziplin ist das Wichtigste.“

 

 

Marek Erhardt

Marek Erhardt wurde 1969 als Sohn des Regisseurs Gero Erhardt und Enkel von Heinz Erhardt in Hamburg geboren. 1990 verließ Erhardt drei Monate vor dem Abitur das Gymnasium und ging nach New York, wo er bis 1991 Schauspielunterricht am Herbert Berghoff Studio nahm. Seinen Durchbruch schaffte er noch im selben Jahr mit der Hauptrolle in der Fernsehserie „Freunde fürs Leben“. Erhardt war außerdem Stadionsprecher und Moderator, wurde 2011 sogar für vier Jahre in den Aufsichtsrat des Hamburger Sportvereins gewählt. Er spielte bei den 60. Karl-May-Festspielen die Titelrolle in „Der Ölprinz“, begleitete Zivilfahnder in Hamburg-Billstedt, um sich auf eine Rolle als ziviler Ermittler vorzubereiten, und schrieb darüber sogar ein Buch mit dem Titel „Undercover“. Außerdem ist Erhardt die Werbestimme vieler großer Unternehmen und Sänger des deutschen DJ-Projektes „Nightwatchers“. Seit 2018 spielt er den Hauptkommissar Oskar Schütz in der Serie „SOKO Hamburg“.

Was bedeutet Erfolg für Sie?

„Für mich ist es das Schönste und Beste, das ich mir vorstellen kann, Zeit mit meiner Familie und mit Freunden zu verbringen.“

„Besondere Höhepunkte in meiner Karriere waren, Stadionsprechen beim WM-Finale 2006 im eigenen Land zu sein. Die Serie ‚Freunde fürs Leben‘ und meine aktuelle Serie ‚SOKO Hamburg‘, das macht wahnsinnig viel Spaß und ist ein echtes Highlight.“

Was braucht es Ihrer Meinung nach, um erfolgreich zu sein?

„Man braucht schon ein Quäntchen Selbstbewusstsein. Und man muss sich so breit wie möglich aufstellen.“

„Ich habe vor 25 Jahren angefangen, Werbung zu sprechen, hab’ Synchron gemacht, ein Buch geschrieben, mache Lesungen, moderiere. Sich da nur auf eine Branche zu verlassen, kann ganz schnell in die falsche Richtung führen.“

„Man braucht schon einen relativ strikten Terminplan, um alles unter einen Hut zu bekommen.“

„Das Leben besteht pausenlos aus Rückschlägen. Ich hab sehr schnell gelernt, mit Rückschlägen gut umzugehen. Ich lasse das meine Umwelt nicht spüren, sondern mache es mit mir und meinen engsten Vertrauten alleine aus. Das ist mein Anspruch.“

„Du kannst die Wellen nicht aufhalten, du kannst nur lernen zu surfen.“

Eigentlich hatte er bereits einen Ausbildungsplatz bei der Polizei in Münster. Doch dann kam für Emrah Ertem alles anders. Ein Besuch beim Berufsberater zeigte ihm: Er will in die große Stadt und am besten gleich in einen Beruf einsteigen – und welche Branche wäre für einen Quereinstieg besser geeignet als die Medienbranche? Aus einem großen Interesse für deutsche Kinofilme heraus, entschied er sich nach einiger Recherche für ein Praktikum bei Tiger Cast. Die nächsten Jahre arbeitete er für verschiedene Casting Agenturen, um dann im Jahr 2001 seine eigene Agentur zu gründen.

Wie wird für große Produktionen gecastet? Wir haben bei Casting Director Emrah Ertem, Inhaber von Emrah Ertem Casting, nachgefragt. Er castete unter anderem für Filme wie „Traumfabrik“, „KeinOhrhasen“, „Lommbock“ und „Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft.“. Ertem weiß genau, worauf es ankommt.

Herr Ertem, wie entscheiden Sie, welche Schauspieler zu welcher Rolle passen?
Während ich ein Drehbuch lese, gibt es meistens diesen einen Moment in dem sich mir der Charakter einer Rolle offenbart und ich mir Notizen mache. Desto besser eine Rolle beschrieben ist, desto konkreter wird meine Vorstellung während des Lesens. Anschließend beginne ich zu recherchieren und überlege wer zu der Rolle passen würde. Ich mache der Produktion gerne Quervorschläge für die Besetzung, da die meisten Rollen unterschiedlich interpretiert werden können. Das finde ich viel spannender als immer nur die üblichen Verdächtigen vorzuschlagen.

Was schätzen Sie besonders bei der Zusammenarbeit mit Schauspielern/Schauspielerinnen?
Ganz klar: Authentizität. Jemand der sich nicht ein bisschen verstellt, sondern sich mir authentisch gegenüberstellt. Als Schauspieler/Schauspielerin sollte man immer authentisch bleiben, egal wie viele Filme man vielleicht schon gedreht hat. Das gewissenhafte Erledigen von Aufgaben gehört natürlich ebenfalls dazu.

Welche Film-Projekte sind für Sie als Caster besonders spannend?
Entscheidend ist für mich in erster Linie das Drehbuch. Ich mag Geschichten mit Tiefgang, die dennoch eine gewisse Leichtigkeit mitbringen. Das Genre ist dabei nicht entscheidend. Großes Kino mit großen Bildern fasziniert mich, deswegen war das Casting für den Liebesfilm „Traumfabrik“ für mich ein besonderes Highlight.

Ihr Tipp für Berufsanfänger in der Casting-Branche?
Da fallen mir zwei Sachen ein: Auf jeden Fall viele Praktika absolvieren und möglichst alle wichtigen deutschen Filme schauen. Wer in Deutschland bei einer Casting Agentur arbeitet, wird hauptsächlich für Inlands-Produktionen tätig sein. Ein gutes Film-Wissen ist dabei von Vorteil. Außerdem nehme ich mir gerne morgens Zeit, bevor die Branche anfängt zu arbeiten, um in Ruhe Kaffee zu trinken und Sport zu treiben. So starte ich jeden Tag mit Vorfreude in meinen Beruf.

Wie gehen Sie Dinge an, die noch in der Zukunft liegen?
Ehrlich gesagt, lasse ich es am liebsten einfach fließen. Ich habe mal ein Zitat aufgeschnappt, welches mir besonders gut gefällt: „Du kannst die Wellen nicht aufhalten, du kannst nur lernen zu surfen.“ Ich denke man muss sich immer dem anpassen, was auf einen zukommt. Es genau zu planen, das klappt meistens nicht. Aber das Beste daraus zu machen und weiter zu „surfen“ – das sollte jeder versuchen.

Von Franziska Mansen

Für Amrei

Credit: Max Sonnenschein

In ihrer Wahlheimat Berlin gehen Deutsche ahnungslos an Meryem Uzerli vorbei. Doch Touristen und türkischstämmige Berliner geraten in helle Aufregung, wenn sie ihre „Roxelane“ treffen. Uzerli wurde nicht nur in der Türkei, sondern in 80 weiteren Ländern über Nacht zum Megastar. Die blonde Schauspielerin mit den tiefblauen Augen verdrehte mehr als 400 Millionen Fans weltweit den Kopf – so viele Zuschauer haben die türkische Serie „Muhtesem Yüzyil“ („Das prächtige Jahrhundert“) gesehen. Darin spielte die gebürtige Kasslerin in über 100 Folgen die Lieblingsfrau von Sultan Süleyman.

Frau Uzerli, warum wurden Sie Schauspielerin?
Meryem Uzerli: In meiner Schulzeit hatte ich eine beste Freundin namens Amrei. Ihr Vater war Intendant am Staatstheater Kassel. Wir waren oft dort, hatten eine kleine eigene Theater-AG. Es war für uns beide immer klar, dass dies unser Leben bestimmen würde. Aber Amrei kam bei einem Autounfall ums Leben. Das war ein Schock für mich. In einem Gebet versprach ich ihr, unseren Weg, den wir uns vorgenommen hatten, für sie weiterzugehen. Des Weiteren habe ich schon als kleines Kind zu meiner Mutter gesagt, dass ich zu viele Emotionen in mir trage, als dass im Alltagsleben dafür Platz wäre.

Dieses Versprechen haben Sie auch gehalten und sich am Hamburger Schauspiel-Studio Frese beworben. Dort waren Sie die jüngste Schülerin aller Zeiten. Warum Frese?
Ich hatte mir von allen Schauspielstudios die Unterlagen zuschicken lassen, meine Augen geschlossen und das Schauspiel-Studio Frese herausgezogen. Das war es dann und so sollte es sein. Ich war sehr jung, ja, und ich hatte Hemmungen, mein inneres Potenzial frei herauszulassen. Das Schauspiel-Studio hat mir in den drei Jahren sehr geholfen, eine innere Stärke aufzubauen, die einem hilft, einen guten Start für den eigenen Weg zu finden. Aber an seiner eigenen Stärke, am Mut und allem zu arbeiten, was einen das wahre innere Potenzial entfalten lässt, ist ein Lebensweg, denke ich.

Was haben Sie nach der Schauspielausbildung gemacht?
Ich habe direkt nach der Schauspielausbildung angefangen, Filmfeste zu besuchen. Mir wurde schnell klar, dass die Events von Sören Bauer, sei es nun die „Movie meets Media“ oder die „Directors Cut Night“, sehr wichtig waren, um Networking zu betreiben. Ich hatte allerdings nie eine Einladung. In München bin ich deshalb einmal über den Zaun geklettert und habe mir mein Kleid zerfetzt. Auf der Berlinale bin ich einmal rausgeflogen, weil ich an den Türstehern, die die Bändchen kontrollierten, vorbeigerannt bin. Ach, es war anstrengend und stressig, muss ich sagen. Ich bin froh, jetzt offiziell dabei sein zu dürfen.

Wie sind Sie zu der Serie „Muhtesem Yüzyil” gekommen?
Ich hatte über eine Theaterproduktion eine Schauspielerin kennengelernt, die mich später für das Casting empfohlen hat. DAS GANZE INTERVIEW LESEN SIE IM PRINT-MAGAZIN. AB DEM 30. NOVEMBER 2019 IM HANDEL.