Marc Girardelli ist 1997 vom Skirennlauf zurückgetreten und ist seitdem beruflich in vielseitigen Bereichen aktiv. / Fotos: © Marc Girardelli

Die Kunst, zum richtigen Zeitpunkt aus dem Standy-Modus zu erwachen

Marc Girardelli gehörte zwischen 1980 und 1996 zu den erfolgreichsten Skirennläufern. Der gebürtige Österreicher, der während seiner Karriere für Luxemburg startete, gewann fünf Mal den Gesamtweltcup, 46 Weltcuprennen und war vier Mal Weltmeister. „Mein persönliches Highlight war der Gewinn der Streif 1989. Als Slalomfahrer die Streif zu gewinnen, hat schon was.“

Girardelli merkte früh, dass er für den Skirennlauf geschaffen war. „Ich war körperlich und auch von der Einstellung her den meisten anderen Kindern überlegen. Ich fürchtete absolut nichts, aber vor allem die Geschwindigkeit beim Skifahren war für mich schon fast eine Sucht. „Meine Zielstrebigkeit und Hartnäckigkeit für den Erfolg ist eine meiner größten Stärken. Zudem erwache ich erst richtig aus dem Standby-Modus, wenn es wirklich brenzlig wird. Hier kann ich Energien erzeugen, die mich nicht müde machen, bis das Problem gelöst ist. Das war für meine Rennsportkarriere als Mini-Team sehr wichtig“.

Rückschläge in Form von Verletzungen haben den ehemaligen Skirennläufer nie ausgebremst. / Fotos: Fotos: © Marc Girardelli

Rückschläge, in Form von Verletzungen gab es immer wieder. 1983 stürzte er so schwer, dass seine Karriere beendet schien. Sein linkes Knie wickelte es um 360 Grad um die eigene Achse. Die Versicherung stufte ihn zu 15 % Invalidität ein. Doch Girardelli gab nicht auf, und kam stärker zurück als zuvor. In der folgenden Saison gewann er die Weltcupkugel im Slalom vor Stenmark und die große Kugel in den beiden folgenden Jahren. Doch das Verletzungspech holte ihn 1989 wieder ein. Bei seinem Sturz 1989 im Super-G von Sestriere entging er nur knapp einer Querschnittslähmung. Nach einem durch Operationen und Reha verlorenen Winter konnte er sich aber wieder erholen und an seine früheren Erfolge anknüpfen. Noch mehr Kristall und Medaillen bei WM und Olympia waren die Ausbeute.

Für Girardelli sind zwei Faktoren überaus entscheidend, wenn man im Leben weiterkommen möchte. „Zum einen muss man gewillt sein, für den Erfolg auch Schmerzen zu akzeptieren.

Der Drang zur Perfektion ist auch der Schlüssel, um Spaß an seiner Aufgabe zu haben.

Man kann nur Bestleistungen erbringen, wenn man das was man tut, auch liebt. Ansonsten bleibt man wohl bestenfalls im Mittelmaß stecken.

Doch jedes Alter hat seine Grenzen. Mit Anfang 30 war der Körper ausgelaugt und kaputt. Die Willenskraft reichte nicht mehr aus, Weltklasseleistungen zu erbringen. Skirennfahren ist nicht so wie etwa Golf, das man bis ins hohe Alter auf gutem Niveau spielen kann. Skirennfahren erfordert dem Körper alles ab und deshalb kann man diesen Sport nur wenige Jahre auf höchstem Niveau ausüben. 1997 dann sein Rücktritt.

Seitdem arbeitet er im Tourismusbereich, produziert und vertreibt Team-Skiwear für Skiclubs, Skischulen und ganze Skigebiete, arbeitet für Bemer in Liechtenstein, organisiert Events und schreibt Krimis. Kommunikation ist überhaupt eine seiner Leidenschaften, nicht nur für seine beruflichen Aktivitäten sondern generell.

„Ich liebe Kommunikation mit Menschen in fremden Sprachen.

Gerade lerne ich Russisch – nicht gerade einfach. Aber wenn ich es schaffe, mich fließend auf russisch zu unterhalten, dann ist das für mich wie der Gewinn einer Weltcup-Kugel.“ Und man merkt, dass Marc Girardelli nicht nur Spaß an der Sache, sondern am Leben hat.

 

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Sie machte ihre Leidenschaft zum Beruf: Rennfahrerin Christina Tomczyk-Surer. / Foto: URNER

Nicht lange nachdenken – sondern raus aus der Komfortzone

Christina Tomczyk ist im ersten Moment vielleicht nicht jedem ein Begriff. Bei Christina Surer sieht das schon ganz anders aus. Model, Moderatorin und Rennfahrerin. „Ich habe mehrmals mein Hobby zum Beruf machen können. Das ist wirklich ein Privileg,“ sagt die gebürtige Schweizerin.

Ihre Karriere fing bereits sehr früh an. Mit 10 Jahren ist sie beim Hundespaziergang als Model entdeckt worden. Nach der Schule machte sie eine Ausbildung zur Medizinischen Praxisassistentin und mit 19 Jahren kam sie bei der Wahl zur Miss Schweiz ins Finale. Dass sie überhaupt Rennfahrerin wurde, hatte sich über die Jahre ergeben. Die Leidenschaft für ihr Hobby, dem Motorsport, wurde immer größer, bis sie sich entschied, volle Kraft da hereinzustecken und es zu ihrem Beruf zu machen. „Wenn man dann von seinem Hobby rund 20 Jahre leben kann, ist das großes Glück und ich scheine ja dann auch etwas richtig gemacht zu haben. Darauf bin ich stolz und das bedeutet für mich Erfolg.“

Für Christina Tomczyk-Surer sind es viele kleine Schritte, die sie immer wieder nach vorne gebracht haben. Als sie 1994 bei der Schweizer Kart-Meisterschaft ihr Debüt als Rennfahrerin gab, war der Frauenanteil in dieser Sportart sehr überschaubar. Man kann die Baslerin schon als eine Art Vorreiterin bezeichnen und wie sie selbst sagt, ist sie stolz darauf, wenn die Frauen sie als Vorbild sehen.

Und das zu Recht. Denn es verlangt schon einiges an Mut und Können, sich über so lange Zeit so erfolgreich im Rennsport zu beweisen. Allein viermal fuhr Christina Tomczyk-Surer die „Grüne Höller“. „Für mich persönlich ist das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring einer der härtesten Wettkämpfe, sagt die 47-Jährige.” Ein Rennen, das schon so

Heute steht sie wieder vermehrt für Moderationsjobs vor der Kamera und auf der Bühne. / Foto: DTM

manchen Mann zum Schwitzen gebracht hat. Der Rennsport ist zwar nach wie vor eine Männerdomäne, aber Christina Tomczyk-Surer sieht dort gar kein Geschlechterproblem. „Interessanterweise glaubt man oft, dass Männer keine Frauen im Motorsport haben wollen. Ich habe das nie verspürt.

Viele Männer haben mich bei meinem Vorhaben unterstützt.

Ich hatte viele Mentoren, ohne sie wäre ich sicherlich nicht so weit gekommen,“ verrät sie. Neben der Unterstützung von außen hat sie ihre Karriere auch ein kleines bisschen ihrer Spontanität zu verdanken. „Ich hatte schon immer eine große Klappe, die mich allerdings auch oft in Situationen gebraucht hat, in denen ich mich dann selbst gefragte habe ´Was hast Du da schon wieder angestellt? `,“ erzählt sie lachend und ergänzt: „Aber so musste ich oft aus meiner Komfortzone raus und genau das hat mich weitergebracht.

Hätte ich über manche Dinge länger nachgedacht, dann hätte ich sie bestimmt nicht gemacht und somit auch nicht erfahren, wozu ich fähig bin.“

Christina Tomczyk-Surer sieht in der Männerdomäne kein Geschlechterproblem und ist dankbar für die Unterstützung vieler Mentoren. / Foto: jh-press.de

Doch Spontanität allein führt auch nicht immer zum Erfolg. „Man braucht schon Freude an dem, was man tut. Und den Willen und das Durchhaltevermögen auch dranzubleiben, wenn es schwierig wird. Rückschläge haben mich zum Beispiel immer wieder angespornt, um besser zu werden.“ Gerade im Motorsport können Rückschläge auch Unfälle bedeuten. „Auch ich hatte leider Unfälle und da ist es immer wichtig zu analysieren, warum das passiert ist. Man darf nicht sofort aufgeben.“ Christina Tomczyk-Surer ist eine sehr disziplinierte Frau, denn so sehr sie den Rennsport auch liebt, hat sie nach der Geburt ihrer beiden Kinder die Rennen reduziert. Auch ihr Mann, Martin Tomczyk, ist Rennfahrer und beide Elternteile mit einem riskanten Beruf, da fährt man das Arbeitspensum dann auch gerne mal zurück. Aber die Leidenschaft steckt nach wie vor in ihr. „Nachdem unsere Kinder Emily (8) und Lio (6) nun etwas größer sind, kann und will ich beruflich wieder mehr machen. Ich freue mich, wieder vermehrt für Moderationen auf der Bühne oder vor der Kamera zu stehen und auch Fahrevents als Instrukteurin zu begleiten.“

Beim Taekwondo kann die 47-Jährige abschalten und setzt sich auch dort große Ziele. / Foto: KwonRo Kampfsportschule Alicia Osterhammer

Die Baslerin, die mittlerweile mit ihrer Familie im bayerischen Rosenheim wohnt, ist noch lange nicht an ihrem Ziel angekommen und erfindet sich auch gerne neu. „Ich habe immer wieder neue Ideen und Lust auf Neues. Das treibt mich auch immer wieder voran. Seit drei Jahren mache ich Taekwondo. Dabei kann ich abschalten und Kraft tanken. Und auch da habe ich ein Ziel. Ich sag nur Mission Black Belt.“ Christina Tomczyk-Surer hat das gewisse Etwas, was man braucht, um Erfolg zu haben.

Kompetenz, Durchhaltevermögen gepaart mit Freundlichkeit und Respekt.

Und wie sie dann noch verrät: „Immer etwas mehr tun als die anderen und auch etwas mehr auffallen.“

 

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Alexander Leipold als Keynotespeaker bei seinen Motivationsvorträgen „Wer nicht kämpft, hat schon verloren – Glaub an dich“. / Foto: © Nicole Dietzel

„Man sollte nie seine Wurzeln vergessen.“

Deutscher Meister, Europameister, Weltmeister: Freistil-Ringer Alexander Leipold hat in seiner sportlichen Karrierelaufbahn die Spitze erreicht. Trotz unerwarteter Herausforderungen und persönlicher Rückschläge blieb sein Glaube an den Erfolg stets unerschüttert. Eine Einstellung, die er als Motivationscoach und Keynotespeaker weitergeben will.
Als Profisportler haben Sie sich jeden Titel erkämpft. Welcher davon war für Sie am entscheidendsten?

Es war für mich immer wichtig, das nächsthöhere Ziel zu erreichen. Wenn man deutscher Meister ist, will man Europameister werden. Anschließend geht es darum, den Weltmeister zu holen. Für mich war jeder dieser Schritte enorm wichtig, die in gewisser Weise den Weg zum Sieg bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney ebneten.

Rückschläge blieben jedoch nicht aus. Wie sind Sie damit umgegangen?

Alexander Leipold zählt zu den erfolgreichsten Ringern weltweit. 2005 kämpfte Leipold sich nach drei Schlaganfällen erneut zum Weltmeistertitel. / Foto: privat

Leider tauchten einige gesundheitliche Probleme in meiner Anfangszeit als junger Sportler schon auf. Es war sogar so schlimm, dass es hieß: „Der Leipold wird nicht mehr Ringen können!“ Für mich resultierte daraus der Antrieb, es allen zu beweisen. Aber ohne meinen Physiotherapeuten Werner Krass, der immer an meiner Seite stand, wäre dieser Kampf nicht möglich gewesen. Einem jungen Menschen würde ich raten: Höre auf deine innere Stimme, gib jeden Tag dein Bestes und glaube fest an dich.

Basiert auf dem Glauben an sich selbst Ihr Erfolgsgeheimnis?

Es klingt relativ simpel, aber so ist es! Wenn du nicht an dich glaubst, warum sollen es andere Menschen tun? Du brauchst Personen, die dich unterstützen, und eine große Portion an Durchhaltevermögen. Diesen Punkt habe ich talentierten Athleten in meiner Zeit als Bundestrainer stets auf den Weg gegeben. Heute versuche ich als Keynotespeaker, Mitarbeitern und Unternehmensvorständen zu vermitteln, was es heißt, ein Team zu sein und vereint alle Hürden zu nehmen. Diese Erfahrung zu teilen, macht mir viel Freude.

Gibt es ihrer Meinung nach Parameter, die den Erfolg beschleunigen können?

Heute motiviert er als Trainer / Foto: © Peter Hanselmann

Unter Umständen erleichtert der Status oder der soziale Background den Start in ein erfolgreiches Leben. Aber am Ende hängt es von dem eigenen Handeln ab. Wer nachlässig ist, wird selbst von der möglicherweise benachteiligten – aber deutlich ehrgeizigeren – Konkurrenz überholt und abgehängt.

Ein unterschätzter Makel, den Erfolg mit sich bringt?

In gewisser Weise schon. Es ist wichtig, sich in Erinnerung zu rufen, welcher Aufwand und Einsatz hinter dem Erfolg steht. Im gleichen Zuge dürfen erfolgreiche Menschen nie vergessen, wo ihre Wurzeln sind und wer ihnen den Rücken stärkte.

 

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In seinem Element: Heiner Brand ist durch seine emotionalen Auftritte am Spielfeldrand nicht nur Handball-Fans ein Begriff. / Fotos: Detlev Hebel, DHM TOP Referenten, Raymond Casey, Sky, Deutsche Sporthilfe, Unique

Erfolg kann viel bewirken

Heiner Brand ist ein Mann, der auffällt. Sicherlicht hat das auch etwas mit seinem außergewöhnlichen Schnauzbart zu tun. Sein Markenzeichen, von dem er sich nach über zwei Jahrzehnten sogar schon einmal getrennt hatte. Schweren Herzens, aber gleichzeitig mit einem freudigen und vor allem erfolgreichen Gefühl. Nach dem Gewinn der Handball-EM in Slowenien 2004 musste der damalige Bundestrainer ein Versprechen einlösen und ließ sich seinen Schnauzbart live vor Kameras und Fotografen abrasieren. „Ich habe mich in mein Schicksal ergeben und den Bart für den Titel gerne geopfert“, sagte er damals. Danach ließ er ihn wieder wachsen und mit dem Bart kamen noch einige Erfolge dazu.

Dass er solch eine erfolgreiche Trainerkarriere einschlagen würde, war nicht von vorne herein geplant. Auch wenn der sportliche Weg an sich schon vorgegeben war. In einer Handballfamilie aufgewachsen und dann auch noch in Gummersbach, der Handball-Hochburg in Deutschland. Mit 7 Jahren trat er dem VfL Gummersbach bei. Dort begann seine erfolgreiche Karriere. „Der Sprung in die Bundesligamannschaft vom VfL war schon der erste wichtige Karriereschritt. Eineinhalb Jahre danach war ich bereits Nationalspieler. Das war für mich der Weg in den richtigen Spitzensport.“, so Brand. Dabei hatte er eigentlich einen ganz anderen Berufsweg einschlagen wollen. Brand schloss noch während seiner aktiven Zeit ein BWL Studium in Köln ab, mit den Schwerpunkten Steuern und Wirtschaftsprüfung. „Eigentlich sollte mein beruflicher Werdegang auch in diese Richtung gehen. Aber ich habe nach meinem Abschluss gemerkt, dass ich den Sport hätte aufgeben müssen und mich somit für die Sportkarriere entschieden“, sagt Brand, der zwischenzeitlich auch die Versicherungsagentur seines Vaters übernommen hatte. Doch der Sport stand an erster Stelle und der Erfolg gab ihm recht. Mit Gummersbach wurde er u.a. sechs Mal Deutscher Meister, mit der Nationalmannschaft gewann er 1978 den WM-Titel. Nur zwei Wochen nach seinem Abschiedsspiel 1984 wurde er Co-Trainer der Nationalmannschaft. Sein erster Schritt ins Trainergeschäft. Ohne Trainererfahrung. Die Ära Brand als Coach begann dann 1987. Als Bundesliga-Trainer gewann er drei Mal die Deutsche Meisterschaft. Das zweite Trainerkapitel startete 1997. Brand übernahm die Nationalmannschaft und er führte das Team an die Weltspitze.

„Um Erfolg zu haben – und das gilt für alle Lebenslagen – braucht man den Willen und das Durchhaltevermögen. Man muss mit Rückschritten zurecht kommen können.

In einer Handballfamilie in Gummersbach aufgewachsen, war sein Weg schon vorgegeben: Bereits jung startete Brand seine Karriere beim VfL Gummersbach und wurde wenig später Nationalspieler

Gerade im Profisport warten die etablierten Spieler nicht darauf, dass ein junger Spieler nachkommt. Da muss man schon einige Hindernisse überwinden. Das war auch bei mir in Gummersbach, obwohl es meine Heimatstadt ist, ganz ausgeprägt. Es war wirkliche in hartes Durchkämpen,“ erzählt Brand auf die Frage, was man mitbringen muss, um Erfolg zu haben. Seine Stärken hat er im Laufe seiner Karriere bewiesen und es zahlte sich aus.

2007 gelang ihm mit seinem Team das, was ein Jahr zuvor die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nicht geschafft hatte. Der WM-Titel im eigenen Land. Was folgte waren Ehrungen, Auszeichnungen und viele Termine. „Es war ein Jahr, das bei mir am meisten verankert ist. Es war alles so außergewöhnlich. Auf der einen Seite war ich sehr stolz und habe es genossen, so viele Ehrungen zu bekommen, die mir alle sehr viel bedeuten. Auf der anderen Seite hätte ich mir manchmal mehr Ruhe gewünscht. Gerade in der Zeit danach stand ich immer im Mittelpunkt. Das hat mir oft die Lockerheit und Vorfreude auf Veranstaltungen genommen“, erinnert sich Brand. Der Erfolg hat für ihn zwei Seiten. Man profitiert von vielen Dingen und erkennt, dass man seine Ziele, die man sich gesteckt hat, erreicht hat. Allerdings sollte man sich auch reflektieren können.

„Der Erfolg kann dazu beitragen, dass man schnell abhebt. Da gibt es sicherlich viele Beispiele. Es kommt dann darauf an, wen man um sich hat.

Die eigene Familie kann schon eine gewisse Bodenhaftung sein. Aber man sollte sich immer klar machen, woher man kommt, wie man es geschafft hat. Und vor allem sollte man berücksichtigen, dass auch ein klein wenig Glück zum Erfolg gehört. Ich habe bei mir immer wieder den Karriereverlauf überdacht und mir die Wege bewusst gemacht, die ich gegangen bin. Nach dem Motto: Wenn Du zu der Zeit nicht an der Stelle gewesen wärest, dann wäre alles vielleicht anders gelaufen. Man darf den Erfolg nicht als selbstverständlich ansehen und zu hoch einschätzen.“

Handball-Legende trifft auf Fußball-Legende: Heiner Brand (l.) neben Franz Beckenbauer (r.)

Kritisch war Heiner Brand schon immer. Mit sich selbst aber auch mit seinem Umfeld. So trat er 2011 als Bundestrainer zurück. Doch bereut hat er den Schritt nie.

„Ich hatte immer wieder mit der Liga zu kämpfen, die viele Dinge dominiert hat und nicht gerade die Arbeit der Nationalmannschaft unterstützt hat. Das war schon sehr aufreibend für mich.

Hinzu kamen noch zwei nicht so gute Turniere. Da stand mein Entschluss fest. Aber wirklich ausschlaggebend war für mich, dass ich so ein bisschen die Freude verloren hatte. Das sollte immer ein Zeichen sein, um aufzuhören.“
Noch heute ist Brand nicht nur den Handball-Fans ein Begriff. Er hat für viele Bilder gesorgt, die in den Köpfen geblieben sind. So zum Beispiel als er 2007 geschultert von Lars Kaufmann nach dem Halbfinale gegen Frankreich von der Menge in der Köln-Arena bejubelt wurde. Er war der Mann, der über Jahre für den erfolgreichen Handball stand und für einen enormen Hype in der Sportart gesorgt hatte.

„Die richtige Begeisterung kommt mit dem Erfolg zustande“, so der heute 68-jährige. Mittlerweile sieht sich Brand lieber zukünftig in einer ruhigen Rolle.

Seit Jahren vermittelt er seine Erfahrungen als Redner. Beim Sport wie im Businessleben steht das Streben nach Erfolg im Mittelpunkt. „Grundsätzlich gibt es beim Sport und in einem Unternehmen viele Parallelen. Letztendlich geht es um den Umgang mit Menschen, um Teambuilding, Motivation, wie führe ich eine Mannschaft, welches Verhalten lege ich an den Tag und was erwarte ich von meinem Gegenüber. Das sind Dinge, die ich vermitteln kann.“

Zudem ist Brand auch noch als Sky-Experte tätig. Doch in der Zukunft möchte er – wie er lachend sagt – immer mehr in die Rolle des Privatiers eingehen. Heiner Brand hat Handball gelebt und weiß, wenn man sich nicht nur auf sein Talent verlässt, sondern auch die harte Arbeit, die dahinter steckt erkennt und andere Leute mit Respekt behandelt, dann kann man auch Erfolg haben. Doch eins ist ihm besonders wichtig: Man muss Spaß und Freude an dem haben, was man macht. Denn nur dann ist man gut darin.

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Seit 2015 ist Seidel neben ihrer eigenen aktiven Teilnahme am Rennsport auch als Motorsport Instruktorin für Marken wie Mercedes-Benz, Audi, Porsche oder Ferrari aktiv. / Foto: Doreen Seidel

Playboy Bunny braucht PR

Doreen Seidel ist eine außergewöhnliche Frau mit einem außergewöhnlichen Werdegang. 2008 war sie erstmals Playmate des Monats in der deutschen Ausgabe des Playboys. Noch im selben Jahr wurde sie Playmate des Jahrs. Es folgten viele weitere Cover. Allerdings hat die heute 36jährige mehr als nur ihre Schönheit vorzuweisen.

Auf der Rennstrecke fühlt sich Doreen am wohlsten – egal ob im Bunny Outfit oder Rennanzug. / Foto: Playboy

Doreen Seidel hatte schon immer viele Träume, die sie auch größtenteils verwirklicht hat. „Ich habe meine Berufswahl in meinem Leben so oft geändert. Ich höre auf meinen Bauch und habe keine Scheu vor Ungewissem.“ Diese eigene Verwirklichung endet somit nicht mit dem Bunny-Stempel. „Ich gebe zu, der Moment, als ich die Zusage vom Playboy bekommen habe, der große Wendepunkt bei mir war. Er hat mir viele Türen geöffnet.“ Allerdings muss man auch durch diese Türen gehen können. „Es passiert ja nichts, wenn man nichts tut. Ich hatte schon immer eine Macher-Mentalität.“

2011 ging Doreen Seidel ihren nächsten Traum an. Den Rennsport. „2008 war ich bei der DTM als Playboy Bunny gebucht, stand vor dem Rennauto und lächelte in die Kameras. In diesem Moment war mit klar, dass ich viel lieber selbst im Rennauto sitzen will, anstatt mit Hasenohren auf dem Kopf davor zu stehen. Ungefähr 3 Jahre später war es dann so weit. Zum ersten Mal standen die Playboy Bunnys dann vor meinem Auto.

Seitdem ist Doreen Seidel aus dem Rennsport nicht mehr wegzudenken. Sie nahm u.a. an der MINI Trophy als Teil des ADAC GT Masters teil. Es folgten viele weitere Rennen und Podiumsplätze. Zudem ist sie neben ihrer aktiven Karriere am Rennsport auch als Instruktorin für Marken wie Mercedes-Benz, Audio, Porsche oder Ferrari aktiv. Erfolge, auf die sie stolz ist. Denn gerade zu Beginn ihrer Karriere gab es Gegenwind. „Ein Playboy Bunny sitzt im Rennauto. Das schreit nach Lästerei. Alle dachten nur: „Bunny braucht PR“. Es hat viele Jahre gedauert, bis man mich ernst nahm. Aber ich habe einfach weiter gemacht. Meine positiven Momente im Rennsport waren so berauschend, dass ich fast schon süchtig nach dem Erfolgsgefühl wurde.“

„Dem Rennsport gehört meine ganze Energie, meine ganze Leidenschaft.“ / Foto: Audi

Ihr Erfolgsgeheimnis ist relativ simpel aber effektiv. „Ich kann nur jedem raten, seine eigenen Ideen und Wünsche in Angriff zu nehmen. Es gibt für alles 1000 Gründe, es nicht zu tun, aber das bringt einen nicht weiter. Einfach machen, dranbleiben und Kritiker eines Besseren belehren. Ich bin sogar der Überzeugung, dass man nicht einmal der Beste auf seinem Gebiet sein muss, um Erfolg zu haben. Man muss es aber am Meisten wollen“, so ihre Devise.

Mittlerweile lebt sie in den USA, ist mit dem Rennfahrer Romain Thievin verheiratet und hat natürlich noch viele Ziele. „Momentan arbeite ich für Exotics Racing und bin dort einerseits als Rennfahrer tätig aber auch hinter den Kulissen. In Zukunft möchte ich mich mehr auf den Bereich Management fokussieren.“ Doreen Seidel sucht noch nach weiteren Herausforderungen, bis sie mit ihrer Verwirklichung irgendwann fertig ist. Vielleicht ist deshalb auch das Puzzeln eines ihrer Hobbys. „Ich liebe Puzzle und dieses Gefühl, dass richtige Teilchen zu finden, um das Puzzle dann fertig zu stellen.“

 

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Einer seiner größten Antriebe sei es, anderen Menschen mit seinem Tun eine Freude zu bereiten. Seinen Mitarbeitern will er ein stabiles Umfeld bieten. / Foto: © STEINERfood

„Du musst für die Sachen brennen.“

Matthias Steiner ist ein Bilderbuchsportler – Olympiasieger, Welt- und Europameister im Gewichtheben, Sportler des Jahres 2008 und ausgezeichnet für hervorragende Leistungen im Sport mit dem staatlichen Ehrenzeichen des Silbernen Lorbeerblatts. Heute hat er sich als Lebensmittelunternehmer etabliert, hält zudem Vorträge und schreibt Bücher über Ernährung..
So bemerkenswert all dies ist, die Geschichte dahinter ist es noch viel mehr. Ein unbändiger Wille, viel Geduld und das Talent, die Dinge zu akzeptieren, die er nicht selbst ändern kann, haben den 39-jährigen Leistungssportler und Unternehmer zu der eindrucksvollen Persönlichkeit gemacht, mit der wir uns heute austauschen dürfen.

Nicht immer geht alles nach Plan. Matthias Steiners Lebensgeschichte ist von vielen Rückschlägen geprägt. Sein Trainer, der ihm so nah wie ein zweiter Vater ist, stirbt nach schwerer Krankheit, als Matthias gerade einmal 17 Jahre alt ist. Wenig später stellen die Ärzte bei ihm Diabetes Typ 1 fest, der sich bei ihm nach einem verschleppten Virusinfekt entwickelt. Diese Autoimmunerkrankung legt ihm nicht nur privat, sondern auch seiner Karriere Steine in den Weg. Nicht nur empfehlen ihm die Ärzte, mit dem Gewichtheben aufzuhören. Die Diagnose verwehrt dem Österreicher überdies die Förderung, die er benötigt, um als Sportler wirklich erfolgreich zu werden. Beim Bundesheer und später als Deutscher bei der Bundeswehr, wird er als „untauglich“ ausgemustert.

Matthias Steiner denkt stattdessen: „Jetzt erst recht.“

Der gebürtige Wiener beantragt 2005 die deutsche Staatsbürgerschaft. Drei lange Jahre muss er darauf warten, lebt und trainiert bereits in Deutschland, darf aber an keinem internationalen Wettkampf teilnehmen, obwohl er leistungsmäßig in den Medaillenrängen gewesen wäre. Die deutsche Einbürgerung führt zum Wendepunkt seiner Karriere. Schon ein halbes Jahr später gewinnt er 2008 bei Olympia in Peking Gold – ein unermesslicher Sieg: Er hebt sage und schreibe 258 Kilogramm für diesen Erfolg, ein Wagnis, mit dem er seine persönliche Bestleistung übertrifft. Der gelernte Installateur wird als Sportler des Jahres ausgezeichnet und erhält die Ehrenauszeichnung des Silbernen Lorbeerblatts. Für ihn ist klar, wie er dies erreichen konnte. Sein Antrieb begründet sich in dem tief verankerten Wunsch, es zu schaffen. Er brennt für die Sache. Nur so, sagt er, kann man seine selbst gesetzten Ziele erreichen.

Erfolg bedeutet für Matthias Steiner, die Dinge umzusetzen, die man sich vorgenommen hat, gleich welcher Dimension.

Der Sieg bei den Olympischen Spielen ist das Highlight seiner Karriere, aber für ihn überdies ein persönlicher Meilenstein.

Als Steiner mit der Vorbereitung beginnt, lebt seine erste Frau Susann noch, die ihn immer unterstützte und den Rücken freihielt, und die mit ihm diesen Weg begann. In einem unverschuldeten Autounfall kommt sie ums Leben. Trotz dieses enormen Verlusts trainiert Steiner weiter. Der Sieg schließlich erlaubt ihm, seine Wut und Trauer in Energie umzuwandeln – und Abschied zu nehmen.

Die Bilder in Peking zeugen von starken Emotionen: Steiner hält nicht nur die Goldmedaille, sondern auch ein Foto seiner verstorbenen Frau in die Kameras. Seine Schicksalsgeschichte und wieviel Kraft es kostete, so viele Hürden zu überwinden, sind ihm ins Gesicht geschrieben.

Große Erfolge sind zu großen Teilen der eigenen Persönlichkeit zu verdanken.

Wie wir mit Schwierigkeiten umgehen, ist ausschlaggebend für unser Leben. Gebe ich auf oder sage ich „Jetzt erst recht“? Eltern, Trainer, geliebte Menschen prägen uns alle und so auch Matthias Steiners Lebensweg. Steiner weiß, dass die Persönlichkeitsentwicklung verantwortlich für die Leistungsentwicklung ist. Er fügt hinzu: Im Sport sei es leichter als in der Wirtschaft, einen vertrauenswürdigen Mentor zu finden, weil es nicht einfach um den eigenen Vorteil, sondern überwiegend um das gemeinsame Ziel geht.

Sein erster Trainer Walter Legel, selbst Gewichtheber, verankert in ihm seine Zielstrebigkeit. Peter Lauterer begleitet ihn später viele Jahre als Trainer, sogar ehrenamtlich. Er führt ihn an die Weltspitze und prägt Steiners optimistische, widerstandsfähige Persönlichkeit maßgeblich.

Das Talent, die Dinge zu akzeptieren, die er nicht ändern kann, und sich voll und ganz für solche einzusetzen, die in seiner Hand liegen, führen ihn zum Erfolg und geben ihm die nötige Energie, immer wieder neue Wege zu beschreiten. Und um die vorausgegangenen Erfolge sinnbringend zu nutzen. Denn „die Dinge umzusetzen, die man sich vorgenommen hat, gleich welcher Dimension,“ ist seine Definition von Erfolg. Diese Selbstbestimmtheit spornt Steiner an, ebenso wie die vorhergegangenen Erfolge. Olympiasieger, Weltmeister- und Europameister wollte er werden. Dies hat er geschafft, daher beendet er 2013 seine Profisportkarriere, um sich neue Ziele fernab des Leistungssports zu setzen.

„Die Titel im Sport motivieren mich immer weiter.“

Mit seiner zweiten Frau, der Journalistin und N24-Moderatorin Inge Steiner geborene Posmyk macht er sich selbständig gibt zunächst sein Wissen zu Motivation, Diabetes und Ernährung in Vorträgen weiter. 45 Kilogramm nimmt er ab und tanzt sich 2015 – fast wie nebenbei – ins Finale der TV-Show „Let´s Dance“. Der Auftritt ist von Leichtigkeit und Lebensfreude geprägt. So ist es kein Zufall, dass er klar sagt:

„Wer erfolgreich sein will, muss mit Freude bei der Sache sein.“

Erfolgreiche Menschen brennen für ihre Arbeit, ihr Unternehmen, ihr Projekt. Dieses Fakt und der Wunsch, etwas Sinnbringendes zu tun, führen ihn zu seinem logischen nächsten Schritt. Sein Buch „Das Steiner Prinzip“ wird 2015 rasch zum Bestseller, gefolgt von seinem zweiten Buch, dem „12-Wochen-Plan“. Parallel zu seiner Autorentätigkeit entwickelt er Low-Carb-Lebensmittel. Nicht nur wollte er schon als Kind Koch werden. Er sieht das auch pragmatisch, frei nach dem Motto: Wenn der einseitige Lebensmittelmarkt keine wohlschmeckende Lösung zum Abnehmen zu bieten hat, entwickelt er eben sein eigenes kohlenhydratarmes Brot. So entstand mit seinem Freund, einem Bäckermeister, eine proteinreiche Variante, die er nun über seine 2020 gegründete STEINERfood GmbH vertreibt.

Seine Arbeit als Lebensmittelunternehmer sei in gewisser Weise gar nicht so anders als die eines Leistungssportlers. „Du fängst klein an und steckst all deine Energie rein und nach und nach stellen sich die Erfolge ein,“ fasst er diesen Tatbestand zusammen. À propos Energie. Woher nimmt er all diese Energie?

Nach wie vor findet der ehemalige Leistungssportler Ausgleich in der Bewegung, sei es beim Radfahren, Gewichtheben oder Bergwandern. Matthias Steiner liebt es aber auch, einfach Zeit in seinem Garten zu verbringen und seine Bienen gedeihen zu sehen. Bei allem Erfolg ist er bescheiden und bodenständig geblieben. Er schöpft Freude aus den einfachen Dingen wie fließendem Wasser und einem ruhigen Zuhause. Matthias Steiner weiß eben, wie man sich aufs Wesentliche konzentriert – ein unverzichtbares Talent für erfolgreiche Menschen.

 

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Reiner Calmund gemeinsam mit seiner Frau Sylvia, anlässlich seines 70. Geburtstages. / Foto: L. Gode

“Hinfallen darf man – aufstehen muss man!”

Reiner Calmund hat es geschafft, zu einer eigenen Marke zu werden. Wie sagt er von sich selbst: Große Klappe und was dahinter. So lässt sich auch sein schon seit vielen Jahren andauernder Erfolg erklären. Wer mit „Calli“ zu tun hat, der erkennt schnell, dass zwar auch Spaß am Start ist – aber vor allem Professionalität. Denn der Mann weiß, was es heißt, für sein Glück und seinen Erfolg zu arbeiten.

 

Diese Eigenschaft hat er von seiner Mutter geerbt, die auch sein großes Vorbild ist. „Meine Mutter hat sich förmlich krummgelegt, um mir in den ersten schweren Nachkriegszeit-Jahren eine Perspektive für mein Leben zu schaffen. Obwohl mein Vater verstarb, als ich noch nicht einmal eingeschult war, ermöglichte meiner Mutter mir trotz einfacher Verhältnisse mit Herz und Verstand eine gute Zukunft,“ so Calmund.

Dies war die Basis für den Erfolg, den er sich später hart erarbeitete. Dass er sang- und klanglos durch die Prüfung seiner Elektrolehre fiel, weil er die Zahlen auf der Farbtafel nicht richtig lesen konnte, hatte mit seiner Farbenblindheit zu tun. Für ihn Glück im Unglück, denn so machte er stattdessen eine Lehre als Groß- und Außenhandelskaufmann und schloss diese mit einem erfolgreichen Betriebswirtschaftsstudium ab. „Das war das Fundament für meine Karriere.

Ich begann meine duale Zeit bei der Bayer AG. Zunächst war ich halbtags in der Personal-Abteilung Ausland für den internationalen Lohnkosten-Vergleich zuständig und die zweite Tageshälfte als 2. Vorsitzender, Chefscout und Verantwortlicher für die Nachwuchsarbeit für die Fußball-Abteilung im Einsatz. Erst später wurde ich Vollzeit-Manager und Geschäftsführer der Bayer 04 Fußball GmbH.“ Was sich nach einem kleinen Spaziergang anhört, war harte Arbeit. Reiner Calmund weiß, was dahintersteckt, nach oben zu kommen. „Es ist wichtig, sich mit den Themen zu beschäftigen und zu identifizieren, die auf einen zukommen. Leeres Geschwätz ist schnell entlarvt.“ Und auch wenn der mittlerweile 72-jährige immer einen lockeren Spruch auf den Lippen

„Calli“ 1988 beim UEFA-Cup-Sieg mit der Fußballmannschaft vom TSV Bayer 04 Leverkusen./ Foto: © Andreas Pohl

hatte, sein Reden hatte immer Gehalt. Sein Erfolg gibt ihm recht.

1976 startete er seine Karriere bei Bayer Leverkusen. „Calli“ wurde einer der bekanntesten Bundesliga-Manager. Er wusste, was er kann und er wusste was er wollte. Und dafür hat er hart gearbeitet. Das verlangte er auch von seinen Mitarbeitern. „Früher gab es mal ein lustiges Mitarbeiter-Zitat über mich: “Wer beim Calli arbeitet, freut sich aufs Sterben.” Das Leben ist kein

Zuckerschlecken und mit bloßem Gelaber kommt man nicht weit. Zumindest nicht auf Dauer. Reiner Calmund war 27 Jahre bei Bayer Leverkusen tätig. Er hat die Erfolge des Vereins mitgeprägt. Und auch für ihn selbst sind diese Jahre die persönlichen Highlights seiner Karriere. „Es sind die vielen wundervollen Siege in der Bundesliga und den internationalen Wettbewerben mit Bayer 04, das war auch ohne Meistertitel eine Erfolgsstory.“
Doch wenn man so viele Jahre mit dem Erfolg verbunden ist, dann muss man auch mit Rückschlägen rechnen. Auch die kannte Reiner Calmund nur zu gut. „Mein Rücktritt als Fußballchef von Bayer 04 war mit ein paar unschönen Nebengeräuschen verbunden. Doch ich habe ein Motto und das lebe ich auch: „Hinfallen darf man, aber Aufstehen muss man.“

Für Reiner Calmund sind Kompetenz und Leidenschaft die Schlüssel zum Erfolg. „Wer beherzigt, dass das eine ohne das andere nicht geht, der hat schon fast gewonnen. Intelligente Schlaf-Tabletten haben keinen Erfolg,“ so seine klare Aussage. Doch Calmund weiß

Kaum mehr wieder zu erkennen: „Calli“ nach seiner Gewichtsabnahme auf Kreuzfahrt. / Foto: privat

auch, dass man einen starken Halt an seiner Seite braucht. „Ohne meine Frau Sylvia, die für mich ein Sechser im Lotto war und ist, wäre ich nicht so glücklich und erfolgreich.“ Auf seine Art verdeutlicht er diese Aussage: „Sie kennen ja das bekannte Zitat von Martin Luther: „Aus einem traurigen Arsch kommt kein fröhlicher Furz.“ Der Weg zum Erfolg und möglicherweise unter der Brücke pennen, ist oft nicht so groß. Meine Frau Sylvia hat mein Leben in den Griff gekriegt und in die richtigen Bahnen gelenkt.“

Doch ernsthaft: „Ich habe früh gelernt, dass es nur von Vorteil sein kann, von so vielen Menschen wie möglich zu lernen. Man sollte jeden Teilbereich kennenlernen und schauen, wie passt das zu mir? Bleibe ich authentisch? Wirkt das jetzt gestelzt? Man sollte wissen, wohin man will und sich dabei auch nicht scheuen, Ratschläge anzunehmen.“

Reiner Calmund ist mit sich im Reinen. Vielleicht ist es das Alter, vielleicht der Werdegang. Man kann auf jeden Fall einiges von ihm auf dem Weg zum Erfolg lernen. Und wie sagt er so schön: „Das Gefühl, nicht mehr zu müssen, aber noch gewollt zu werden, ist ein schöner Antrieb.“

 

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„Ich musste meine geliebte Sportart früher aufgeben, weil ich mich verbrannt habe“

Sven Hannawald strebt heute nicht mehr nach sportlichem Erfolg, sondern vor allem nach einem Leben in Balance. / Foto: HONKPHOTO

2002 schrieb Sven Hannawald Sportgeschichte. Er war der erste, der alle vier Skispringen der Vierschanzentournee gewinnen konnte. Ein Erfolg, der ein Leben verändern kann. Auch das Leben von Sven Hannawald sollte sich ändern. Allerdings nicht wegen der zahlreichen sportlichen Erfolge bei Olympischen Spielen und diversen Weltmeisterschaften. Das, was sein Leben zwangsläufig verändert hat kam 2004.

Hannawald durchlebte ein Burnout und brauchte Jahre, um dahin zu kommen, wo er jetzt ist. Ein Leben in Balance. „Ich habe viel zu spät erkannt, dass ich nicht 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche an Skispringen denken muss. Ich hätte auch etwas von dem, was ich reingesteckt habe, weglassen können und es hätte meine Leistung sicherlich nicht wesentlich beeinträchtigt. Aber damals habe ich geglaubt – je mehr ich mache, desto besser werde ich. Das war der Weg, den ich mir vorgenommen hatte. Und am Ende hat er mir zwei Seiten aufgezeigt: Den Erfolg, den ich damit errungen habe aber auch meinen Körper, den ich damit kaputt gemacht hatte.“

Die Sehnsucht ist immer mal wieder da, Große Olympiaschanze / Foto: privat

Hannawald begann mit 7 Jahren das Skispringen. Das Erzgebirge ist eine Wintersportregion. Hier regierte damals nicht der Fußball. Als er das erste Mal ein Skispringen im Fernsehen sah, war es für ihn ein Match. Es war die Faszination, mit zwei Skiern durch die Luft zu fliegen. Schon gleich zu Beginn merkte er auch, dass er ein gewisses Mehrtalent als andere hatte. Es fiel ihm leicht, weit zu springen. „Erfolg hieß für mich schon damals, so weit zu springen, wie es mir möglich ist. Dabei war es mir egal, wenn ich dann mal gestürzt bin und nur fünfter wurde. Für mich war es dennoch ein Erfolg, weil ich das erreicht hatte, was ich mir persönlich vorgenommen hatte.“ Sven Hannawald sagt von sich selbst, dass er so gestrickt sei. Es war von Anfang an das innere Gefühl, das ihn über Jahre gleitet hat, was er zu tun und zu lassen hat. Und er gibt zu, dass dieses Gefühl ihn auch in die Sackgasse geführt hat.

Hannawald 2002 bei der Vierschanzentournee mit Zugspitze im Hintergrund. / Foto: Thomas Kohl

„Alles, was ich anfange, möchte ich auch so professionell und perfekt wie möglich machen. Ich war als Kind schon so. Es gab für mich nichts anderes. Deshalb bin ich auch die extremen Wege gegangen. Ich kann es nicht nachvollziehen, nur Spaß bei der Sache zu haben. Mit 12 Jahren bin ich von zu Hause weg und auf die Kinder- und Jugendsportschule gegangen. Ich hatte Heimweh, mir haben meine Eltern gefehlt. Aber mir war das Skispringen wichtiger. Deswegen war es für mich auch ok, den härteren Weg zu gehen. Wenn ich gesprungen bin, dann war das mein Leben. Ich habe gelernt, früh zu akzeptieren, dass es auch Punkte für den Erfolg gibt, die weh tun.“

Der Startschuss für die großen Erfolge fiel in der Saison 1997/98.
2. Bei der Vierschanzentournee. Silber bei der Skiflug-WM in Oberstdorf und im Mannschaftsspringen bei den Olympischen Spielen in Nagano 1998. Auch bei der nordischen Ski-WM 1999 in Ramsau gewann er im Einzelwettbewerb von der Großschanze Silber hinter Martin Schmitt. Beim Mannschaftsspringen von der Großschanze gab es dann die Gold Medaille.

Erstmals Skiflugweltmeister wurde er 2000 im norwegischen Vikersund.
Die Saison 2001/02 sollte dann die erfolgreichste in seiner Karriere werden. Hannawald gewann als erster Skispringer alle vier Teilwettbewerbe der Vierschanzentournee in einer Saison. „Natürlich waren das auch

Sven Hannawald feiert nach seinem letzten Sprung bei der ersten Station des Vierschanzen-Skisprungturniers im süddeutschen Oberstdorf 2001 den ersten Wettbewerb in Oberstdorf. / Foto: Christof Stache

die wichtigsten Punkte meiner Karriere. Es waren die Momente, die man auch genießen kann, ganz oben zu stehen.“ Gleichzeitig gab ihm dieser Erfolg auch wieder den Glauben an sein Tun zurück. „Diese Momente nehmen einem auch jeden Zweifel. Denn dann sieht man auch den Weg, den man bis dahin gemacht hat.

Du darfst den Glauben nie verlieren. Die Tournee zu gewinnen, war so ein Moment. Ein Glaube, an den ich mich seit Kindheit an – über fast zwei Jahrzehnte – geklammert hatte.“
Doch diese Leistung und der damit verbundene Druck kostete enorm viel Energie. Hannawald trainierte noch intensiver – sowohl psychisch als auch physisch. Und so trug diese Leistung sicherlich auch etwas zu seinem Burnout bei.

Burnout – Es ist ein schleichender Prozess. Man nimmt vielleicht kleine Veränderungen bei sich wahr aber man denkt nicht weiter darüber nach und unternimmt auch nichts, um es zu ändern. Hannawald weiß, dass es von einem selbst kommen muss. „Mit meinem Perfektionismus und meinem Ehrgeiz bin ich einfach schwer zu stoppen. Deshalb habe ich auch viel zu spät auf die Zeichen reagiert. Als es mir ganz schlecht ging, half auch kein zweiwöchiger Urlaub mehr. Es waren einfach zu tiefe Risse, die ich mir selbst zugefügt hatte.“

Weil er den Adrinalinpush braucht, kam nach dem Skispringen der Radrennsport. / Foto: privat

Nach der Diagnose Burnout folgten mehrere Wochen Klinikaufenthalt. Am Ende stand dann der sportliche Abgang 2005. „Ich musste meine geliebte Sportart früher aufgeben, weil ich mich verbrannt hatte. Ich musste erst einmal lernen, damit umzugehen – das zu akzeptieren. Vor allem, weil der Kopf schneller frisch ist als der Körper. Gedanklich hatte ich mich schon wieder mit dem Skispringen beschäftigt. Aber der Körper wollte noch nicht mehr.“
Die sportlichen Erfolge haben Hannawald zwar einerseits seinen Traum vom Fliegen genommen aber anderseits auch gezeigt, wie man im Leben landet. Diesen „Sprung“ hat er auch in seiner Biografie „Mein Leben – mein Absturz – meine Landung im Leben“ beschrieben. Ihm ist es wichtig, seine Erfahrungen weiterzugeben.
2016 gründete er mit Sven Ehricht zusammen eine Unternehmensberatung mit dem Schwerpunkt „Corporate Health und Sportlervermarktung. In Workshops und Seminaren berichtet Hannawald über seine Erfahrungen und gibt Tipps für Stressmanagement und nachhaltige Burnout-Prävention.

Gerade in der heutigen Zeit, in der alles so schnell gehen muss, ist es wichtig, auf sich zu achten. „Das Dauergeziehe an einem macht uns krank – doch das muss man erst einmal lernen.“ Hannawald betont, dass er in den Seminaren seine Erfahrung nur als Beispiel aufführen und keine Vorschriften machen kann. „Allerdings wissen die Seminarteilnehmer, was ich gemacht und erreicht habe und dass die Erfolge nicht durch frühes Schlafengehen gekommen sind. Es ist egal, welchen Beruf man hat. Es gilt immer das Gleiche: Man muss auf seine persönlichen Pausen achten. Natürlich kann ich niemandem vorschreiben, wann er Pausen zu machen hat, denn am Ende muss die Arbeit immer erledigt werden. Vor allem, wenn man Erfolg haben möchte. Aber es muss die Balance stimmen.“
Hannawald hat gelernt, auf sich zu achten, auf seinen Körper zu hören und eine gewisse Balance im Leben zu finden. Ruhe und Entspannung findet der heute 46-jährige bei seiner Familie.

„Der Sport hat so lange, so viel Platz in meinem Leben eingenommen. Nach dem Skispringen, kam der Rennsport, weil ich den Adrinalinpush gebraucht hatte. Damals hatte ich keine Zeit für eine Familie. Ich war jemand, der sich nicht hätte binden können. In einem Interview habe ich mal gesagt, dass Familie erst kommt, wenn ich ganz aufgehört habe. Jetzt

bin ich soweit, dass ich gelernt habe, mit der neuen Familie den beruflichen Weg zu integrieren. Ich versuche jeden Tag, das bestmöglich zu managen.“

Sven Hannawald ist schon lange wieder im Leben angekommen. Er hat große sportliche Erfolge feiern können, er hat erfahren müssen, wie es ist, wenn der Perfektionismus und Ehrgeiz nach seinem persönlichen Erfolg einen krank machen kann und er hat den größten Erfolg feiern können, in dem er daraus gelernt hat. „Ich habe gelernt, meiner Stimme wieder zu vertrauen und meinen Weg zu gehen. Aber mit Bedacht. Weil es am Ende auch mein Lebensweg ist.“

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„Man darf es sich nicht immer leicht machen“

Die Athletin ist nahezu jeden Tag auf dem Wasser / Foto: privat

Edina Müller ist eine Ausnahm-Athletin. Allein 2021 gewann sie innerhalb weniger Tage bei den Paralympics und bei der WM die Gold- und Silbermedaille im Kajak – auf zwei verschiedenen Kontinenten. Maßgeblich für ihren Erfolg ist die richtige Selbsteinschätzung und der Rückhalt der Familie

Gold in Tokio, wenige Tage später Silber in Kopenhagen – obwohl Sie kaum Zeit hatten, sich an die Zeitverschiebung zu gewöhnen. Wie haben Sie das geschafft?
Ehrlich gesagt, war ich nicht top vorbereitet für Kopenhagen. Ich war ganz schön platt. Sonst hätte es sicher auch Gold werden können. Natürlich freue ich mich auch über Silber.
Zwei Medaillen in so kurzer Zeit bei zwei unterschiedlichen Wettkämpfen. Das muss Ihnen erst mal jemand nachmachen.

Sind Sie stolz?
Klar bin ich stolz, auch weil die äußeren Umstände nicht immer einfach sind. Ich muss das ja alles selbst finanzieren. In Kopenhagen sollte zum Beispiel das Hotel 220 Euro pro Nacht pro Person kosten. Da waren wir dann halt auf dem Campingplatz. Das war zwar okay, nur kalt. Und ich hatte auf dem Campingplatz keinen Zugang zu den Physiotherapeuten, die sich um uns Athleten kümmern sollten. Die waren im Hotel. Wir haben es dennoch hinbekommen.

Allein in diesem Jahr sind Ihnen Kosten von rund 10.000 Euro entstanden. Wie schaffen Sie es, das zu finanzieren?
Ich bin Einzelsportlerin, da kann ich mir Sponsoren suchen. Theoretisch möchte ich gerne das Geld dafür ausgeben, dass ich top vorbereitet bin. Zum Beispiel mir einen Mentaltrainer nehmen oder noch mal in ein weiteres Trainingslager fahren. Doch meine Förderung ging hauptsächlich dafür drauf, dass ich überhaupt mein Trainingslager und Flüge finanzieren konnte. Und Tokio war natürlich wahnsinnig teuer.

Warum nehmen Sie das alles auf sich?
Das hat verschiedene Gründe. Zum einen bin ich wahnsinnig motiviert und habe einfach Lust, Medaillen zu holen, weil ich das Gefühl habe, damit ist bei mir noch nicht Schluss. Zum anderen ist da mein Sohn. Ich möchte ihm zeigen, dass man nicht freiwillig aufgibt. Dass er, wenn er etwas möchte, es auch schaffen kann.

Olympionikin Birgit Fischer und Edina Müller mit Baby / Foto: privat

Sie sind jetzt 38. Denken Sie allmählich daran, mit dem Leistungssport aufzuhören?
Nein. Ich orientiere mich an Leuten wie der erfolgreichsten deutschen Olympionikin Birgit Fischer, die noch mit 42 Jahren Gold gewonnen hat. So lange es der Körper mitmacht und so lange ich für die Sache brennte gibt es keinen Grund aufzuhören. Ich war dieses Jahr so schnell wie noch nie.

War Ihnen schon als Kind klar, dass Sie Leistungssportlerin werden? Sie haben ja sehr früh angefangen.
Nein. Ich habe immer mit viel Freude Sport getrieben. Ich komme aus einem wahnsinnig sportbegeisterten Haushalt. Meine Mutter ist Fußballfan, außerdem guckt sie Biathlon und Olympia sowieso. Mein Großvater kommt aus Ungarn, hat dort in der zweiten Liga Fußball gespielt. Meine Oma war als Jugendliche in der Handball-Nationalmannschaft. Der Sport war also immer schon in mein Leben integriert.

Sie sitzen seit dem Jahr 2000 im Rollstuhl. Bei dem Unfall waren Sie 16 Jahre alt. Das stelle ich mir sowohl körperlich als auch emotional enorm schwierig vor. Wie sind Sie durch diese Zeit durchgekommen?
Mit 16 ist das Leben ja eh gerade im Umbruch. Nachdem ich den Unfall hatte, habe ich versucht, mich auf andere Sachen zu konzentrieren. Ich bin viel mit Freunden ausgegangen. Erst drei Jahre später hatte ich ein richtiges Tief, kurz vorm Abi. Mir wurde klar, dass ich mir erlauben muss, wegen dieser Tragödie traurig zu sein. Ich glaube, dass dieser Trauerprozess absolut wichtig ist, um damit abschließen zu können und weiterzumachen. Meine Mutter war damals mein Anker. Für sie war das auch nicht einfach, zusammen haben wir uns da raus gezogen. Ich bin der Meinung, wer etwas wirklich aktiv verfolgt, dem öffnen sich immer Türen. Diese Erkenntnis zieht sich durch mein ganzes Leben.

Den Gewinn der Goldmedaille / Foto: privat

Dann würden Sie Ihren Unfall nicht als den lebensverändernden Moment sehen?
Lebensverändernd schon, nur bin ich in einer Situation, die ich selbst beeinflussen kann. Wenn jemand stirbt, kann ich das nicht. Mein Großvater starb, als ich 13 war. Er war meine männliche Bezugsperson und plötzlich einfach weg. Das war schlimm. Natürlich war mein Unfall wie gesagt eine Tragödie, doch nichts, was mich komplett aus der Bahn geworfen hat.

2012 haben Sie Ihre erste paralympische Gold-Medaille im Basketball gewonnen. Warum haben Sie danach die Sportart gewechselt?
Das hatte persönliche Gründe. Die Trainingsumstände passten damals einfach nicht mehr. Im Nachhinein glaube ich, es war einfach an der Zeit aufzuhören. Wenn ich heute zu einem Kajak-Rennen fahre, bin ich aufgeregt und habe Gänsehaut. Solche Momente hatte ich damals beim Basketball nicht mehr.

Was war bisher Ihr größter sportlicher Erfolg?
Das ist schwierig zu sagen, weil ich natürlich mit jedem Erfolg eine besondere Erinnerung verbinde. Die Silbermedaille in Peking bei meinen ersten Paralympischen Spielen war der Wahnsinn. Sich 2012 mit der Mannschaft durchzukämpfen und zusammen Gold zu gewinnen, war auch Wahnsinn. Genauso wie 2016 Silber in Rio: die ersten Paralympics in meiner neuen Sportart. Die Goldmedaille jetzt in Tokio war sicher die am härtesten erkämpfte, auch wegen des Trubels drumherum, weil es für meinen Sohn und meinen Mann so kompliziert war, mich zu begleiten.

Wer ist in solchen Zeiten Ihre größte Stütze?
Meine Mutter hat die Basis für meinen Erfolg als Sportlerin geschaffen. Auf sie konnte ich mich immer zu 100 Prozent verlassen. Dank ihr hatte ich nie Angst, sondern immer das Gefühl, es wird schon gehen. Seit 2012 ist auch mein Partner in so vielen Dingen eine Stütze…..

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„Jeder sollte versuchen, das Beste zu geben“

 

Peter Merck Geschäftsführer Golf Lounge Hamburg Billwerder / Kommunikationstalent trifft Organisationsfreude: Peter Merck wollte schon als Kind die Olympischen Spiele planen. Heute betreibt er die „Golf Lounge” – Ein Ort, der neben Golf-Trainingsanlage auch EventLocation ist. / Foto: Golf Lounge

In Hamburg betreibt Peter Merck das Golf Lounge Resort. Uns hat der 54-Jährige erzählt, wie seine Begeisterung für Sport ihn antreibt und was die lila Kuh damit zu hat.

Was war ausschlaggebend für Ihre Berufswahl?
Ich wollte schon als Kind die Olmypischen Spiele organisieren. Da kam damals schon meine Leidenschaft für Organisation und für den Sport durch. Als ich mein Wirtschaftsstudium abgeschlossen hatte, wollte ich diesen Strang wieder aufnehmen. Ich habe mich gefragt: Welche Sportarten sind in Deutschland ausbaufähig? Am Anfang bin ich natürlich über Fußball gestolpert, aber da hat keiner auf mich gewartet. Also habe ich weiter geguckt und bin beim Golf gelandet. Das war eine analytische Abwägung, nichts Emotionales.

Woher hat man als Kind den Traum, eine Olympiade zu organisieren?
Ich habe einfach immer Spaß am Organisieren gehabt. Bei einem Kindergeburtstag hatte sich mal jemand die lila Kuh von Milka gewünscht. Alle anderen haben natürlich Schokolade geschenkt. Ich bin zum Bauern um die Ecke gegangen und habe gefragt, ob ich eine Kuh ausleihen und sie als lila Milka Kuh präsentieren kann.

Heute managen Sie Ihr eigenes Golf-Unternehmen. Ihre Golf Lounge in Hamburg zieht gerade an einen neuen Standort. Bisher war es eine dreistöckige Driving Range, Ihr neues Golf Lounge Resort hat einen richtigen Golfplatz. Ein großer Schritt?
Kommt drauf an, wie man es sieht. Die alte Golf Lounge wurde als innerstädtische Trainingsanlage gebaut, für Golfer und Leute, die Golfen lernen wollen. Wir haben aber relativ schnell gemerkt, dass wir auch eine tolle Event-Location sind, mit der wir Unternehmen eine Plattform für Gespräche oder Weiterbildungen bieten können. Im Grunde genommen machen wir jetzt das Gleiche, bloß in groß: Wir bieten wieder Golf an und lassen im Umfeld sehr viele Events laufen.

Ihre Kunden können also auf gewisse Art bei ihnen in den Tag rein leben. Das ja auch Ihre persönliche Definition von Glück, oder?
Ja. Ich schöpfe meine Kraft aus der Natur und den Momenten, die ich in ihr verbringe, egal ob auf dem Land, auf dem Wasser oder in den Bergen.

Dabei hat man als Unternehmer gerade dafür eher wenig Zeit. Wie kriegen Sie Wunsch und Wirklichkeit unter einen Hut?
Ich bin auf der einen Seite sehr ehrgeizig und ungeduldig, weil ich meine Projekte durchbekommen möchte. Andererseits habe ich eine Familie, die mich auffordert, mir Freiräume zu nehmen und am Familienleben teilzunehmen.

Welche weiteren Eigenschaften zeichnen Sie aus?
Mich zeichnet aus, dass ich neugierig bin, dass ich Dinge von unterschiedlichen Blickwinkeln angucke. Ich versuche, immer über den Tellerrand zu schauen. Und es ist für mich wichtig, klare Entscheidungen zu treffen und dafür im Zweifel auch meinen Kopf hinzuhalten.

Dürfen Ihre Mitarbeiter Sie kritisieren?
Absolut! Natürlich ist für mich im Unternehmen Loyalität ist wichtig. Aber ich schätze eine offene Kultur, in der mein Team klar artikuliert, was ihm gefällt und was nicht. Bevor wir große, weitreichende Entscheidungen treffen, versuche ich, jedem zuhören und abzuwägen.

War es für Sie eine Option, beruflich bei dem von Ihren Vorfahren gegründeten Chemie- und Pharma-Konzern Merck einzusteigen?
Nein. Ich fände es nicht klug, die eigene Familie in irgendwelche Positionen zu protegieren. Es ist viel sinnvoller, sich zurückzunehmen und ein operatives Management marschieren zu lassen. Man muss auch überlegen, wo man seine Stärken hat. Ich bin nicht der geborene Analytiker. Ich bin eher jemand, der Menschen zusammenführt und der auf der Ebene der Kommunikation viel bewegen kann.

Gibt es ein Familien-Credo, das Sie leben?
Für mich ist es wichtig, dass wir über die Familie schon im Kindesalter versuchen, Werte zu vermitteln. Dazu gehört ua. Respekt, Toleranz, Verantwortung und eine gewisse Gelassenheit. Das sind Dinge, die nicht von heute auf morgen kommen. Das ist ein langer Prozess. Ich versuche meinen Kindern zu erklären, dass wir eine Vorbildfunktion haben und dass man diese nicht erst als Erwachsener übernimmt, sondern dass das schon in den Kinderschuhen anfängt. Jeder sollte versuchen, sein Bestes zu geben.

Sie engagieren sich auch ehrenamtlich. Wie bringen Sie sich wo ein?

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„Ohne Vision, ohne Träume kommt man nicht voran”

Weniger als 100% zu geben, gibt es bei dem gebürtigen Bergisch-Gladbacher nicht. Heute hält er Vorträge über mentale Stärke. / Foto: Fabian Hambüchen

Als Kind hatte Fabian Hambüchen Stuntman werden wollen. Er liebte schon immer das Risiko, das Adrinalin und den Nervenkitzel. Man kann sage: Knapp daneben. Denn diese drei Komponenten fanden sich dann auch in seiner erfolgreichen Karriere als Turner wieder. Fast 30 internationale Medaillen gehen auf Hambüchens Konto. 2016 erreichte er den Höhepunkt und sein Lebensziel. Er gewann bei den Olympischen Spielen in Rio die Goldmedaille am Reck. Danach beendet er seine internationale Karriere.

In seinem Buch „Den Absprung wagen“ nennt er diese Goldmedaille die Vollendung. Eine Vollendung nach vielen Erfolgen und vielen emotionalen Momenten. Allerdings war der Sieg in Rio schon etwas ganz besonders für ihn. „Ich hatte von klein auf den Wunsch, Olympiasieger zu werden. Und nach 25 Jahren Leistungssport, viel harter Arbeit, Durchhaltevermögen und starker Willenskraft hatte ich es geschafft.“ 25 Jahre hat Hambüchen für dieses Lebensziel gekämpft. So lange hält so manche Ehe nicht.

Was braucht man, um sein Ziel zu erreichen? Ausschlaggebend für den 33-jährigen: „Das Durchhaltevermögen, der Glaube an sich selbst und die Vision. Ohne Vision, ohne Träume kommt man nicht voran. Und vor allem muss man bereit sein alles dafür zu geben, um diese Träume zu erreichen – sein Leben dem Sport bzw. dem Erfolg zu widmen.“ Doch auch die Familie und die Freunde sind wichtig. „Wenn man beruflich erfolgreich sein möchte, dann muss das Umfeld drum herum passen. Es muss einen unterstützen, Kraft geben und nicht noch eine zusätzliche Belastung darstellen.“ Bei Hambüchen passte es. Sein Vater Wolfgang Hambüchen war von Beginn an auch sein Trainer. Für die mentale Unterstützung bei dieser doch harten Sportart sorgte sein Onkel Bruno Hambüchen, ein diplomierter Pädagoge mit Spezialisierung auf Mental Coaching.
Hartes Training, mentale Stärke sind allerdings nicht alleine für den Erfolg verantwortlich. „Wenn man Erfolg haben möchte, dann muss man weiterdenken, als schon zuvor. Man muss alle Aspekte und Experten mit einbeziehen, um seine eigene Leistung zu optimieren. Man muss sein eigenes Handeln immer hinterfragen, analysieren und überlegen, was man noch besser machen kann,“ so der Ratschlag von Hambüchen.

Der gebürtige Bergisch-Gladbacher ist kein Mann für halbe Sachen. Wie sähe es aus, wenn er nicht das geworden wäre, was er heute ist und erreicht hat? „Dann wäre ich in einem anderen Bereich gut geworden. Weil ich ein Typ bin, der immer 100% gibt, bei dem was ich anpacke.“ Diese 100 % gibt er nun auch nach dem Ende seiner internationalen Karriere.
Mittlerweile ist er TV-Experte bei Eurosport und berichtete von den Olympischen Spielen in Tokio…

 

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„Rückschläge sind keine Niederschläge!“

13-fache Boxweltmeisterin in drei Gewichtsklassen: Ramona Kühne. / Bild:privat

Sie ist 13-fache Boxweltmeisterin in drei Gewichtsklassen und drei Weltverbänden, wurde dreimal zur Sportlerin des Jahres gewählt: Ramona Kühne hat sich bis ganz nach oben gekämpft. Sie sagt: Wahre Champions werden im Kopf gemacht.

 

Wie definieren Sie Erfolg?

Erfolg bedeutet für mich, mit dem, was man kann, das zu erreichen, was man will.

Wann wurde Ihnen das klar?

Ich war ein sehr dickes Kind und wurde immer gehänselt. Nachdem ich mit 11 Jahren auf der Straße von zwei größeren Jungs ohne Grund verprügelt worden war, stand für mich fest, dass ich mich zuküntig nicht nur verteidigen, sondern auch allen anderen zeigen möchte, dass man etwas schaffen kann, wenn man es auch will. Seitdem habe ich immer gesagt, dass ich mal mit “Kampfsport” berühmt werden will. Ich hatte damals mit Ju-Jutsu begonnen und schon früh für mich festgestellt, dass Kampfsport mein Ding ist. Anfangs dachte ich noch, ich werde mal in einem “Jackie Chan-Film” mitspielen. (lacht) Seit 2006 bin ich Profiboxerin, was aber nicht bedeutet, dass ich nicht trotzdem noch gerne mal in einem Film eine kleine Rolle spielen möchte!

War Jackie Chan ein Vorbild für Sie, Frau Kühne?

Seit ihrem elften Lebensjahr wusste Ramona Kühne, dass Sie mit Kampfsport berühmt werden will. / Bild: privat

Ja. Er und Manny Pacquiao. Mit den “Jacky Chan”-Filmen entdeckte ich meine Liebe zum Kampfsport. Ich wurde ein großer Fan von ihm, da er nicht nur ein super sympathischer und toller Schauspieler ist, er beherrscht auch noch die Kampfkunst in Perfektion. Manny Pacquiao ist ein philippinischer Profiboxer und Politiker, der für sein Land viel erreicht hat. Er ist der erste und aktuell auch einzige Profiboxer, der in acht Gewichtsklassen Box Weltmeister wurde. Er gilt mit seinen 71 Kämpfen als der beste Boxer aller Zeiten.

Haben Sie neben dem Kampfsport Zeit für eine Berufsausbildung gehabt?

Ja, ich habe eine abgeschlossene Berufsausbildung als Fachangestellte für Bäderbetriebe. Ich bin seit Jahren im Öffentlichen Dienst angestellt. Dort konnte ich auch immer sportlich aktiv bleiben. Aber der Drang mein Hobby, das Boxen, zum Beruf zu machen, war immer in mir und wurde bestärkt, als ich 2001 meinen heutigen Mann Stephan kennenlernte. Er unterstütze mich und meinen Traum, Profi-Boxerin zu werden. Wenn das nicht geklappt hätte, würde ich jetzt wahrscheinlich am Schwimmbecken stehen und meinen erlernten Beruf ausüben. Ich hatte da damals schon überlegt den Meister zu machen, um auch mal Badbetriebsleiterin werden zu können.

Es ist anders gekommen. Was waren Ihre wichtigsten Karriere-Schritte?

Es gab bisher drei wesentliche Karriere-Schritte: Der erste war der ins Profiboxen, den ich ohne die Unterstützung meines Mannes nicht geschafft hätte. Zwar hätte ich es auch alleine versucht. Es wäre aber aus meiner heutigen Sicht und Erfahrung weitaus schwieriger geworden und aller Voraussicht nach nicht so erfolgreich.
Der zweite Schritt für mich war, als ich meinen Mentor und heutigen sehr guten Freund Günter Mainka ( Unternehmer, Speaker, Moderator und Eventexperte) kennenlernte. Er führte mich in die Welt des “Speakers” ein. Er sah Potenzial in mir und meiner Lebensgeschichte. Ich gehöre nunmehr seit 2016 zu den Top 100 Speakern von „Speakers Excellence“. Der dritte Schritt ist gerade voll im Gange: Ich habe mich entschlossen, mich mit einem Boutique-Fitnessboxstudio selbstständig zu machen. Ein eigenes Sportstudio ist schon immer ein Traum von mir gewesen.

Was war das sportliche Highlight Ihrer Karriere?

In meiner Box-Karriere war eigentlich jeder WM-Kampf ein Highlight. Besonders hervorzuheben bleibt der WM Kampf gegen Ina Menzer vor 7000 Zuschauern in der Bördelandhalle und 4,8 Millionen vor den Fernsehern – auch wenn ich ihn verloren habe, .

Seit 2016 steht Kühne auch als Speakerin auf der Bühne und gehört zu den Top 100 Speakern von „Speakers Excellence“ / Bild: privat

Gab es weitere Rückschläge?

Oh ja. Zwei sind für mich besonders hart gewesen. Ich wurde mit 13 Jahren von einem Polizeibus angefahren und 30 Meter durch die Luft gegen einen wartenden BVG Bus geschleudert. Nach der Intensivstation und längerem Klinikaufenthalt hieß es, ich könne keinen Sport mehr machen, geschweige denn Leistungssport. Doch mein Ehrgeiz und Wunsch, Kampfsport zu machen und mal berühmt zu werden, waren so groß, dass ich trotz der Schmerzen weiter zum Ju-Jutsu gegangen bin.
Der nächste Rückschlag bestand eigentlich aus zweien: 2014 und 2016 riss ich mir das Kreuzband, innen und außen, erst im rechten, dann im linken Knie. Beide Male stand ich unmittelbar vor einem Weltmeisterschaftskampf und beide Male hieß es, dass ich mit 34 bzw. 36 schon zu alt sei, um nach so langer und schwerer Verletzung wieder in den Ring zu steigen. Ich gebe zu, dass ich beim ersten Mal tatsächlich in ein unbeschreiblich tiefes Loch fiel und Angst hatte, nicht mehr rauszukommen. Aber mein Wille, mein Ehrgeiz und natürlich auch mein Mann und meine Physiotherapeuten haben mich aufgefangen und unterstützt, wieder fit und vor allem doch wieder Weltmeisterin zu werden.

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Bild: © Michael Vögele

Wenn Kindheitsträume wahr werden

`Hey Oma, schau genau hin, da möchte ich auch einmal dabei sein!´ Das war der Satz, den Christina Obergföll im Alter von 11 Jahren zu ihrer Oma gesagt hat, nachdem sie erstmals die Olympischen Spiele im Fernsehen verfolgt hatte.

„Die vielen Sportler, die vollen Stadien, die Stimmung… All das hat mich so fasziniert, dass für mich in dem Moment klar war, wo die Reise für mich hingehen sollte.“, so die ehemalige Sperrwerferin.

Dieses Ziel, das sie sich als 11-jährige gesetzt hatte, hat sie dann im Alter von 23 Jahren erreicht, als sie bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 teilnehmen konnte. Sicherlich einer der Höhepunkt ihrer sportlichen Karriere. Allerdings muss die deutsche Rekordhalterin und ehemalige Inhaberin des Europarekordes nicht lange überlegen, wenn sie nach dem persönlichen Highlight ihrer Karriere gefragt wird. „Das ist eindeutig die Goldmedaille bei den Weltmeisterschaften 2013 in Moskau. Ich habe in meiner Karriere viele Medaillen gewonnen, aber auf diese Goldene musste ich 8 Jahre warten!“ Das lange Warten war mit hartem Training, vielen anderen Erfolgen aber auch Rückschlägen verbunden. „Jede erfolgreiche Karriere lebt von Höhen und Tiefen. Im Leistungssport sind das Verletzungen oder auch verpasste Platzierungen. Wie 2011.

Bild: © Michael Bode

Bei der WM in Daegu hatte ich mir bereits die Goldmedaille vorgenommen. Doch am Ende des Wettkampfes stand ich als Viertplatzierte mit leeren Händen da. Das war der Tiefpunkt meiner Karriere.“ Nach diesem vierten Platz hatte Christina Obergföll kurz überlegt, alles hinzuwerfen. Doch schnell war ihr klar, dass das ihrer Art und ihrer Einstellung widersprechen würde. „Ich habe nach Rückschlägen immer versucht, etwas Abstand zu finden, andere Dinge auszuprobieren und den Kopf frei zu bekommen. Außerdem wurde mir bewusst, wie wichtig mentale Stärke ist.

Deshalb habe ich angefangen, mit einem Mentaltrainer zu arbeiten.“ Für Christina Obergföll ist neben Durchhaltevermögen und Disziplin eines sehr entscheidend, wenn man Erfolg erreichen möchte. „Setze dir ein klares Ziel und verfolge es konsequent. Soll heißen, du lässt dich durch Niederlagen nicht gleich vom Weg abbringen, sondern lernst aus deinen Fehlern und entwickelst dich dadurch weiter,“ sagt sie und schiebt hinterher: „Failure is part of success!“ Die 40-jährige hat sich nie von ihrem Weg abbringen lassen und kann auf eine erfolgreiche Sportkarriere zurückblicken.

Bild: Christina Obergföll

Während dieser Zeit hat sie auch ihren heutigen Mann kennengelernt. Den ehemaligen Sperrwerfer Boris Obergföll, der auch 2012 ihr Trainer wurde. „Mit Boris im Team gelang mir der Gewinn der lang ersehnten Goldmedaille. Ohne seine neuen Impulse wäre ich vielleicht bis heute die ewige Zweite geblieben.“ Warum ihr Mann ihren Namen bei der Hochzeit angenommen hat, lässt sich übrigens ganz leicht erklären, wie Christina Obergföll verrät: „Während meiner Sportkarriere habe ich sehr häufig mit meinem heutigen Ehemann Wetten abgeschlossen.

Bild: Christina Obergföll

Vor dem Gewinn der Goldmedaille in Moskau 2013, haben wir gewettet: Bei Gold nehmen wir bei der Eheschließung meinen Namen an, bei allen anderen Platzierungen nehmen wir seinen Nachnamen.“ Nun, am Ende gab es Gold und den gemeinsamen Name Obergföll. Die ehemalige Sperrwerferin hat mit ihrer Karriere ihren Kindheitstraum erfüllen können und war über viele Jahre absolute Weltspitze in der Leichtathletik. Mit den richtigen Menschen an seiner Seite kann man viel erreichen. „Ich hatte sowohl die Unterstützung meiner Eltern, als auch immer Glück an gute Trainer „geraten zu sein“.

Ich finde es ungemein wichtig, sich Menschen zu suchen, von denen man was für sein Leben und seine Karriere lernen kann,“ sagt sie und schiebt hinterher …

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

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Der DFB-Direktor Nationalmannschaften und Akademie geht seinen eigenen Weg und hat ein sehr klares Bild von dem, was er machen möchte. / Foto: © GES / Markus Gilliar

LANGFRISTIG ERFOLG ZU HABEN, IST HEUTE VIEL SCHWERER

Oliver Bierhoff ist Fußball-Europameister und hat mit dem ersten Golden Goal in der Geschichte das entscheidende Tor bei der EM 1996 in England geschossen. 2004 übernahm er nach seiner aktiven Profikarriere den Posten des Managers beim DFB. „Ich habe den Posten übernommen, obwohl ich zu der Zeit Zweifel hatte, weil er gar nicht in meine damalige Lebensplanung passte. Aber diese Chance war gleichzeitig faszinierend, weil sie dem entsprach, woran ich glaube: Etwas bewegen und gestalten zu können. Mein Engagement war eigentlich auch nur für zwei Jahre vorgesehen“, so der heute 53-Jährige. Bierhoff ist nach wie vor beim DFB – mittlerweile als Direktor Nationalmannschaften und Akademie.

Er ist jemand, der sich gerne von erfolgreichen Menschen inspirieren lässt. Nicht unbedingt wirtschaftlich erfolgreich, sondern Personen, die etwas bewegt haben. Allerdings will er niemanden kopieren. Er geht seinen eigenen Weg und hat ein sehr klares Bild von dem, was er machen möchte. Trotz einer erfolgreichen Zeit im Profifußball hat er als Kind gar nicht von einer Profikarriere geträumt. „An sich hatte ich immer gedacht, dass ich studiere und nebenher hochklassig Fußball im Amateurbereich spielen werde. Dann wurde ich mit 17 Jahren Jugendnationalspieler. Einer meiner Vorteile war, im Westen Deutschlands aufgewachsen zu sein, wo es eine reiche Fußballtradition und viele Vereine gibt. Somit waren meine Chancen größer, einen Profivertrag zu bekommen.“ Allerdings waren seine ersten Profijahre in Deutschland, u. a. beim HSV und bei Borussia Mönchengladbach, eher durchwachsen.

Sein Durchbruch kam in Italien. Er begann in der Serie B bei Ascoli Calcio und wechselte 1995 in die Serie A zu Udinese Calcio. 1998 wurde er Torschützenkönig in Italien. Zu dem Zeitpunkt war er auf dem Höhepunkt seiner Karriere. „Der Schritt nach Italien war für mich der wichtigste meiner Karriere. Weg aus Deutschland, sich erst einmal allein durchboxen. Das war

Direktor Oliver Bierhoff und Manuel Neuer beim Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft in Herzogenaurach / Foto: © GES / Markus Gilliar

eine Herausforderung. Meine Stärken sind Ausdauer und Disziplin. Zudem bin ich sehr kritikfähig“, so Bierhoff. Diese Eigenschaft kommt ihm gerade in seinem Job beim DFB zugute. „Ich bin jemand, der Kritik annimmt, der sich mithilfe von Kritik selbst aufbaut, statt sich von ihr herunterziehen zu lassen. Ich kann mit ihr sehr gut leben. Zumal ich Kritik nicht persönlich nehme. Ich lasse mich nicht verwirren und mich nicht von meinen Zielen und Haltungen abbringen. Die Wertigkeit von Dingen und Situationen definiere ich für mich selbst und nicht über Außenstehende.“

So auch in seinem Job als Direktor des DFB. „Als ich 2004 den Job als Manager des DFB angenommen hatte, war mir die Dimension dessen gar nicht so bewusst. Aber das Projekt mit der WM im eigenen Land war einfach zu spannend“, erzählt Bierhoff. Über die Jahre hat er viel Kritik einstecken müssen und er weiß auch, dass er polarisiert. „Man wirft mir oft Diplomatie vor, dass ich beide Seiten der Medaille betrachte und versuche, einen Mittelweg zu finden. Aber ich übernehme auch Verantwortung und habe den Mut, Dinge anzugehen. Ich bin immer meinen Weg gegangen, auch wenn er vielleicht etwas anders aussah, als der, den andere im Sinn hatten.

Ich war der Erste, der den DFB richtig für die Werbung geöffnet und die Nationalmannschaft damit strukturell nach vorne getrieben hat. Dafür habe ich viel einstecken müssen. aber ich habe diesen Weg gewählt, weil ich von ihm überzeugt war und weil er der richtige ist.“

Kritik von außen gab es auch um die WM 2018. U. a. wurde dem DFB zu wenig Fannähe vorgeworfen, wofür Bierhoff mitverantwortlich gemacht wurde. „Ich nehme Dinge, die passieren, nicht leichtfertig hin, sondern hinterfrage immer wieder unsere Ziele und Maßnahmen, die wir ergreifen.“ Deshalb ist es ihm auch wichtig, neu zu justieren. „Ich wünsche mir, dass der DFB wieder zur Ruhe kommt und dass wir der umarmende und fürsorgliche Verband sind, der wir auch für viele Menschen sein können und müssen. Mit unglaublich erfolgreichen

v.l. Oliver Bierhoff, Hansi Flick (Deutschland) beim Training der deutschen Fussball-Nationalmannschaft in Stuttgart / Foto: © GES / Markus Gilliar

Nationalmannschaften, sowohl der Männer als auch der Frauen.“ Zudem möchte er weitere Projekte zu Ende bringen, die er mit der DFB-Akademie und dem Campus maßgeblich angestoßen hat. „Natürlich verspüre ich auch den Druck und ich verfluche ihn manchmal. Aber dann genieße ich es auch wieder, Entscheidungen treffen und etwas Neues gestalten zu können.“

Bierhoff ist der Meinung, dass es heute viel schwieriger ist, langfristig Erfolg zu haben. „Die Nebengeräusche sind durch die sozialen Medien allgemein viel schneller und intensiver. Man steht sofort im Fokus, wenn etwas passiert. Ich empfinde die Kritik an meiner Person nicht immer gerecht und das enttäuscht mich auch. Aber ich arbeite mit ihr und an mir.

Ich schaffe es, gut zu trennen und zu relativieren. Das hat mir schon oft während meiner Karriere geholfen. Sonst ist es unmöglich, zur Ruhe zu kommen und sich auf seine Aufgaben und Ziele zu fokussieren.“ Oliver Bierhoff war schon immer ein Teamplayer. Doch er weiß auch, dass es einsamer wird, je höher man steigt. Am Ende geht man seinen Weg allein. Deshalb hat er sich auch immer seine Eigenständigkeit bewahrt. Für ihn ist Erfolg, wenn man seine eigenen Fähigkeiten voll ausschöpft, um Dinge zu erreichen.

 

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Für Ihren Traum, an den Olympischen Spielen in Tokio teilzunehmen, trainiert sie hart. © Alina Reh/privat

„Ich will wissen, wie schnell ich sein kann“

Ihren ersten Laufwettbewerb absolvierte Alina Reh schon als Fünfjährige, mit 17 wurde die Langstreckenläuferin zum ersten Mal Deutsche Meisterin. Ihre Stärken sind Ausdauer und ein ständiger Bewegungsdrang. Für das nächste große Ziel, die Olympischen Spielen in Tokio, trainiert die 23-Jährige 12 bis 14 Mal die Woche.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Wenn man etwas erreicht hat, auf das man lange und akribisch mit viel Disziplin hingearbeitet hat. Das Ergebnis gibt Zufriedenheit und Glücksgefühle. Dann ergibt alles Sinn, was man tut.

Was wollten Sie als Kind werden?
Verkäuferin im Supermarkt meiner Mutter. Ich habe schon während meiner Grundschulzeit dort geholfen. Die Arbeit hat mir immer Freude gemacht und ich unterstütze auch heute meine Mutter in meiner Freizeit.

Haben Sie manchmal das Gefühl, etwas zu verpassen – bei Ihnen heißt es ja, gesunde Ernährung und Training statt Party-Nächte und Katerfrühstück…
Nee, Partys waren zum Glück noch nie meins. Im Gegenteil. Ich gehe früh schlafen und stehe gerne früh auf – ich bin eher ein Morgenmensch. Zum strukturierten Training gehört auch die Regeneration, die mir nicht immer so einfach fällt. Ich würde gerne neben dem Laufen öfter Wandern und Rennradfahren gehen, aber dies passt leider selten in meinen Plan.

Was würden Sie einem jungen Menschen raten, der Profi-Sportler werden möchte?
Zum Profi- Sport kann ich nur raten, wenn man absolute Leidenschaft mitbringt. Man muss zielstrebig sein und seine Scheuklappen aufsetzten, was oftmals sehr egoistisch ist. Ambitionierter Hobbysport in einer Mannschaft oder mit Freunden ist auch richtig schön und liegt manchen besser als die Profi-Karriere. Sich gegen das Profiwerden zu entscheiden, obwohl man viel Talent mitbringt, zeigt auch Stärke!

Von Johanna Reichert

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

 

Auf dem Sprung zum Superstar

Eishockey ist für die Amerikaner nicht nur irgendein Sport, sondern eine Leidenschaft – wie bei uns Fußball. Dass sich ein Deutscher in den USA in die Profi-Liga kämpfen kann, ist höchst selten. Moritz Seider aus Zell an der Mosel hat es trotzdem geschafft.

Gerade mal 19 Jahre alt, ist das Ausnahmetalent aus Rheinland-Pfalz auf dem Weg nach ganz oben: Seit Juli 2019 spielt Moritz bei den Detroit Red Wings. Er gilt als die vielleicht vielversprechendste deutsche Eishockey-Hoffnung, Druck empfindet Seider deshalb aber nicht: „Ich sehe das sehr entspannt, die Meinung von Außenstehenden ist mir nicht wichtig.“ Er habe eben gern Erfolg – bei allem, auch jenseits der Eisfläche.

Sein Neustart in den USA läuft gut an, schließlich hat Moritz sein ganzes Leben darauf hingearbeitet. Schon im ersten Profijahr gewann er mit den Adlern Mannheim die Deutsche Meisterschaft und wurde zum DEL-Rookie des Jahres, also zum besten Newcomer der Deutschen Eishockey-Liga, gewählt. Außerdem war Moritz als jüngster deutscher Spieler bei der Weltmeisterschaft in der Slowakei dabei und erzielte gleich bei der Auftaktpartie seinen ersten Treffer im Nationaltrikot.

Die große Stärke von Moritz? „Meine Ruhe führt hoffentlich dazu, meine Jungs mitzuziehen und zum Schluss den Sieg zu holen.“ Mit Niederlagen hat er gelernt zu leben: „Das gehört leider zum Sport dazu, es geht nur darum wieder aufzustehen.“ Das Geheimnis seines Erfolges? „Der tägliche Drang immer noch besser zu werden! Ich will Perfektion und habe mich – einfach gesagt – dem Sport verschrieben. Man darf aber nie den Spaß verlieren.“

In den USA sind viele Eishockey-Profis Superstars. Gefahr, die Bodenhaftung zu verlieren, läuft der Junge aus der Kleinstadt aber nicht: „Warum sollte ich mich über andere stellen, die wahrscheinlich deutlich härter arbeiten und wesentlich mehr zur Gesellschaft beitragen?“ Für ihn ist es Luxus, wenn die Familie glücklich und gesund ist, Materielles interessiert ihn nicht besonders, Moritz hat aus seiner Sicht schon alles, das was er sich wünscht: eine aussichtsreiche Karriere auf dem Eis. Na ja, er hat fast alles – denn noch ist er Single. Einfach wird es aber wohl nicht, rauszufinden, ob ein Mädchen es ernst meint oder nur den coolen Eishockeystar Daten will. Das ist Moritz durchaus bewusst. Aber: „Ich will mich mit so was nicht zu sehr beschäftigen, sondern einfach ein tolles Mädel kennenlernen.“ Und erst mal liegt sein Fokus sowieso woanders: Moritz will die Liga aufmischen – sein erklärtes Ziel ist der große Durchbruch in der NHL.

 

„Meine Stärken sind auch meine Schwächen“

Kisten Bruhn zählte zu den erfolgreichsten Handicap-Schwimmerinnen der Welt. Elf Jahre nachdem ein Motorradunfall ihr Leben komplett veränderte, meldete sich die frühere Schwimmerin zum ersten Mal querschnittsgelähmt als Rollstuhlfahrerin wieder zu einem Wettkampf an und schreibt Geschichte: Die Schleswig-Holsteinerin gewinnt unzählige Medaillen und holt bei den Paralympics dreimal Gold, viermal Silber und viermal Bronze. Heute kämpft sie dafür, dass jedes Schulkind schwimmen lernt – und darum, mit ihrem Schicksal im Reinen zu sein.

 

Was sind Ihre großen Stärken?
Meine Stärken sind ziemlich sicher auch meine Schwächen: Ich bin zielstrebig, aufrichtig, zuverlässig, rücksichtsvoll, sensibel – leider zu sensibel – und sehr organisiert.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Die persönlich gesetzten Ziele zu erreichen. Das können auch einfache Dinge sein, wie jemandem etwas zu sagen, das derjenige vielleicht gar nicht hören oder wissen möchte.

Sie haben 2014 Ihre Schwimmkarriere beendet. Vermissen Sie Ihr Leben als Profi?
Das Wetteifern, die Wettkämpfe und das Leben aus dem Koffer vermisse ich ganz sicher nicht. Aber ich vermisse meine Fitness.

Wofür brennen Sie heute?
Immer noch für das Schwimmen und dafür anderen zu helfen. Mein Beruf beim Unfallkrankenhaus Berlin als Botschafterin für Prävention, Rehabilitation und Sport zusammen mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung ist meine Erfüllung. Ich liebe es zu vermitteln, wie wichtig Bewegung und Sport sind – und zwar für jeden!

Wie oft trainieren Sie noch?
Ich bin noch drei bis sechs Mal pro Woche im Wasser. Diese Stunde am Tag und die drei Kilometer sind für mich nach wie vor Medizin, Freund, Begleiter, Stabilisator und Therapie. Es gibt mir physisch und psychisch ein extrem gutes Gefühl und das hilft mir mit mir, dem Leben und den Herausforderungen klar zu kommen. Es ist meine Balance. Wenn ich die nicht habe, so wie zu Corona-Zeiten, dann habe ich ein Problem und werde unausgeglichen, depressiv und krank.

Welchen Vorteil hat die Sportler-Rente? Wahrscheinlich müssen Sie jetzt nicht mehr so diszipliniert sein, oder?
Ganz im Gegenteil. Jetzt muss ich leider auf andere Art und Weise diszipliniert sein, die mir bis dato gar nicht bewusst war. Sei es beim Essen, beim Tagesablauf oder in der Urlaubsplanung. Es war damals alles durchgetaktet. Das ganze Jahr war verplant. Ich wusste immer, wo ich wann, wieso, wie lange mit wem sein musste. So mag ich das. Ohne Plan und Programm kann ich irgendwie gar nicht sein. Meinen neuen Rhythmus habe ich noch nicht so richtig gefunden.

Hadern Sie noch manchmal mit Ihrem Schicksal?
Wenn ich könnte, würde ich es direkt rückgängig machen wollen. Aber ich bin auch Realist. Es ist, wie es ist. Ich versuche, ein gutes Leben zu leben. Daran arbeite ich Tag für Tag. Wahrscheinlich wie jeder andere auch, nur vielleicht etwas bewusster und mit mehr Wertschätzung und Dankbarkeit der Dinge, Funktionen und Möglichkeiten gegenüber, die ich noch habe und ausarbeiten kann.

Wie haben Sie es geschafft, sich nach dem Unfall ins Leben zurückzukämpfen?
Es war und ist auch heute noch ein steter Kampf. Ohne meine Familie und explizit meine Eltern hätte ich es nicht geschafft. Meine Eltern haben mich nicht geschont oder verhätschelt. So wie ich es brauche, um das Gefühl zu haben, etwas wert zu sein. Es ist, denke ich, für jeden wichtig, Bestätigung zu bekommen und damit auch einen Sinn für sich zu sehen.

Wie kann man sich selbst motivieren, um weiterzukämpfen?
Du musst dein eigener Antrieb sein. Du musst die Initiative ergreifen und sagen, wo deine Grenzen sind. Wenn man sich die Ziele selber und freiwillig setzt, ist es an einem selbst, sie aus eigener Kraft zu erreichen. Oberstes Gebot war für mich immer: betrüge niemanden und schon gar nicht dich selber. Das ist dumm!

Was würden Sie Ihrem Jüngeren Ich raten?
Denke mehr an dich und versuche nicht, es immer allen recht zu machen. Das klappt eh nicht und am Ende kommst du selbst zu kurz.

Woraus schöpfen Sie Kraft?
Geliebt zu werden, ein liebenswerter Mensch zu sein und der Glaube an mich, an die Kraft, die in mir steckt.

Welche beruflichen Ziele möchten Sie noch erreichen?
Dass jedes schulpflichtige Kind schwimmen kann – und ich meine wirklich Schwimmen zu können. Nicht nur nicht unter zu gehen. Das ist so wichtig!

Was würden Sie sich beim Umgang mit Behinderten wünschen?
Weniger Skepsis, weniger unterschätzen, weniger pauschalisieren, weniger Hemmungen, mehr ehrliche Lockerheit und das wirkliche Verstehen für die Begrifflichkeiten wie rollstuhlgerecht, Barriere-Armut, Inklusion und Gleichberechtigung. Wenn wir nicht über das Thema Behinderung reden, wird es noch mehr Hemmungen und Missverständnisse geben. Was mich stört, ist, wenn Menschen ohne Behinderung meinen, sie sind wertvoller für die Gesellschaft. Wenn jemand vor mir steht, mit gesunden Beinen und meint mir sagen zu können, wie ich mein Leben zu leben habe. Wenn mir jemand sagt: Na ja, Frau Bruhn, Sie haben es ja noch gut getroffen. Es hätte ja auch schlimmer kommen können.

Nach acht Jahren in Japan, kam Littbarski 2010 nach Deutschland zurück – zum Vfl Wolfsburg. © VfL Wolfsburg

Früher hätte sogar Messi schlechte Karten gehabt

Pierre Littbarski war einer der ersten ausländischen Profifußballer in der japanischen J-League. Ursprünglich wollte Littbarski nur sechs Monate bleiben. Am Ende war er insgesamt acht Jahre im Land des Lächelns, das zu seiner zweiten Heimat wurde.

In Japan konnte er viele Erfolge feiern – sowohl als Spieler als auch als Trainer. Der private Erfolg ist seine Ehefrau, die er dort kennengelernt hat. „Wenn man bedenkt, dass ich zuerst gar nicht dorthin wollte“, erzählt Littbarski, „Ich kannte weder das Land noch die Sprache, wusste nicht, wie die Leute sind. Aber ein ehemaliger Mitspieler von mir, der beim Aufbau der neugegründeten J-League mithalf, bequatschte mich regelrecht und meinte, dass ich dort genau hinpassen würde. Für mich war eigentlich klar, dass ich meinen Koffer für sechs Monate packen, das Geld mitnehmen und dann wieder nach Hause fahren würde.“ Doch dann kam alles anders.
Das Land hat ihn verändert, wie er selbst sagt. Er fand dort eine neue Heimat und Menschen, die ihn sofort begeisterten. „Wie die Menschen dort leben und denken, das ist genau meine Herangehensweise. Sie zeigen Respekt, sie können zuhören, sie sind hilfsbereit. Wenn sie von Dingen überzeugt sind, dann versuchen sie, sie auch sofort umzusetzen.“ So ist Littbarski auch stets seine Ziele angegangen.

Heute kann er auf wirklich viele Erfolge in seinem Leben zurückblicken. Nicht zuletzt auf den WM-Titel, den er mit der deutschen Nationalmannschaft 1990 gewann.
Für ihn waren aber nicht nur die Siege, die am Ende standen, ein Erfolg. „Es ist die Herangehensweise, die mir in dem Moment wichtig ist. Wenn dann am Ende der Erfolg steht, das Ziel, das ich mir gesetzt hatte, dann bin ich zufrieden. Für mich bedeutet der Weg schon Erfolg.“ Fast hätte er den Weg dorthin gar nicht erst starten können. Dabei war sein Leben schon mit fünf Jahren entschieden, wie der heute 60-Jährige lachend erzählt. „Ich wollte immer Fußballer werden. Schule habe ich nur nebenher gemacht. Aber ich war zu klein. Ich kann mich noch an eine Situation erinnern, als ich bei einer Auswahl einmal beobachtet wurde. Nachher sagte der Konditionstrainer: ‚Ey, der is viel zu kleen. Gib dem erst mal ne Butterschnitte, damit der en bisschen wächst.‘ Zu der Zeit hätte sogar Messi schlechte Karten gehabt, denn damals zählte eher Masse als Klasse. Mit 18 habe ich gedacht, dass der Zug abgefahren wäre. Notgedrungen musste ich in die Fußstapfen meines Vaters treten und begann eine Lehre als Finanzbeamter. Es war eher aus der Verzweiflung heraus“, meint Littbarski. Der Zufall wollte es dann so, dass der junge Littbarksi bei den Deutschen A-Jugendmeisterschaften groß aufspielte. Auf dem Weg ins Finale schmissen sie den FC aus dem Wettbewerb und Littbarski fiel dem Manager des 1. FC Köln auf. Der rief den damaligen Cheftrainer Hennes Weisweiler an und nach kurzer Zeit verpflichteten die Kölner den jungen Littbarski. „Ich kam als gefühlte Nr. 26 in der Rangliste dahin. Aber es war meine einzige Chance.“ Und er biss sich mit seiner Art dort durch. Er war nie mit sich zufrieden. Hat nicht aufgehört, an sich zu arbeiten, und dann war da noch seine Spielweise, mit der er schnell die Kölner Fans und Medien begeisterte. „Mir wurde nachgesagt, ich spiele wie die Südamerikaner. Ich habe mit wahnsinnig viel Leidenschaft gespielt. Manchmal hatte ich mich in den ersten siebzig Minuten so verausgabt, dass ich die letzten zwanzig Minuten nicht mehr konnte. Aber ich habe nie aufgegeben.“ Nicht nur sein „südamerikanischer“ Einsatz auf dem Rasen hat die Fans damals überzeugt. Littbarski hatte Humor, den er auch immer wieder dort einsetzte, wo er die Leute nicht nur zum Lachen brachte, sondern auch half, Brücken zu bauen. „Ich habe oft im Training Späße gemacht, wenn ich merkte, dass die Jungs gar keine Lust hatten, zu laufen, und unser Konditionstrainer sich den Mund fusselig geredet hat. Dadurch ist es mir gelungen, sie dazu zu bringen, mitzumachen und alles zu geben. Humor ist ein wichtiger Transporteur für Kommentare, Informationen und Anleitungen. Er löst auch Barrieren auf. Wenn man mit Humor an manche Dinge herangeht, dann ist das die Basis, auf der sich andere Sachen einfacher vermitteln lassen“, meint Littbarski und ergänzt:“

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Fotos © Thomas Stachelhaus

Der Chef im Hause Kelly

Joey Kelly ist Geschäftsmann, Extremsportler, Musiker und Speaker. Er kann eigentlich alles – außer faul sein.

Stillstand ist für Joey Kelly die Höchststrafe. Er braucht den Reiz der Herausforderung, ob beruflich oder sportlich. „Obwohl ich schon mehr geschafft habe, als ich mir je erträumt hätte, bin ich noch nicht satt“, sagt der 48-Jährige. Sein Weg hat ihn aus dem Schatten der Familie in eine eigene Karriere geführt – heute ist er Geschäftsmann und Sportler: „Nur, wer kämpft, schafft es. Ich habe kein Talent, aber ich habe Disziplin“, erklärt er seinen Erfolg. Kein Talent? „Ich habe nie etwas gefunden, das ich schnell lerne. Ich musste immer mehr tun als andere, ich musste intensiver meine Instrumente üben und muss länger am Schreibtisch sitzen, muss mehr kämpfen. Ich behaupte, mein einziges Talent ist Ausdauer. Aber man kann sich immer steigern, man darf nur nicht aufgeben.“ Zweifel kennt er trotzdem: „Es gab immer wieder Momente in Wettkämpfen, in denen ich dachte, dass ich es nicht ins Ziel schaffe, ich bin aber immer angekommen – und es hat mich jedes Mal stärker gemacht.“ Ein Fan von Extremsport ist er aber nicht: „Sehr riskante Sachen reizen mich nicht. Meine Intention ist es, möglichst lange zu leben.“ Am gefährlichsten fand er nicht, im Wok einen Berg runterzurasen oder durch die Wüste zu joggen, seine Warnleuchten gingen an, als er für eine Show Pokern lernte: „Ich bin ins Bett gegangen und habe ans Pokern gedacht und nach dem Aufstehen dachte ich sofort wieder daran. Ich habe den Pott heimgeholt, 50 000 Euro gewonnen und wusste, dass ich dieses Spiel nie wieder anfassen darf. Es gibt genügend Menschen, die Haus und Hof verspielt haben.“ Manchmal ist es eben auch eine Herausforderung, etwas nicht zu tun.

 

Joey Kellys sportliches Vorbild ist Luc Van Lierde: „Er ist ein ehemaliger belgischer Triathlet, der als Quereinsteiger die Weltspitze überrollte. Ich habe meinen Sohn nach ihm benannt.“ Und der ist heute ebenfalls auf dem Weg zum Sport-Maniac. „Ich bin sehr stolz auf ihn, er ist unfassbar ehrgeizig“, sagt der begeisterte Papa, der ihn gern auf seine Abenteuer mitnimmt. Nächstes Jahr möchte er als Challenge mit seinen beiden Ältesten in einem alten VW-Bus von Alaska nach Patagonien fahren – ohne Geld. Und: „Mit meiner Tochter und einem meiner Söhne mache ich außerdem Musik als Familie. Er spielt Klavier, sie singt. Das macht unfassbar viel Spaß.“ Ob das Ergebnis aber je als Album erscheint, steht nicht fest. „Ich halte meine Kinder aus der Öffentlichkeit raus, bis sie volljährig sind. Meine Tochter ist erst 14 Jahre alt. Ich will, dass sie selbst entscheiden kann, ob sie das will“, erklärt der Musiker, dessen Weg vorbestimmt war.

© Andreas Panzenberger / panzenberger.com

Mit Ehrgeiz und Struktur zum Erfolg

 

Sieben Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen, elf WM-Titel, sechs Gesamtweltcup- und 67 Einzelweltcupsiege. Anna Schaffelhuber ist die große Ausnahmeathletin im deutschen Parasport. Und neben diesen ganzen sportlichen Erfolgen, den vielen Medaillen und Auszeichnungen hat die 27-jährige ihr Studium der Mathematik und Wirtschaft auf Lehramt abgeschlossen.

„Natürlich bin ich stolz auf meine Siege, aber am wichtigsten ist es mir, dass ich mit dem Weg, den ich gegangen bin, zufrieden bin. Ich habe es auf meine Art gemacht und bin mir treu geblieben. Das ist für mich der größte Erfolg.“

Anna wurde mit einer Querschnittlähmung geboren. Mit fünf Jahren saß sie erstmals auf einem Monoski. „Ich musste tatsächlich erst einmal überredet werden, um mit dem Sport anzufangen. Dann habe ich gemerkt, dass ich im Vergleich zu den anderen gar nicht mal so langsam bin“, sagt Anna lachend. Der Ehrgeiz war geweckt. Mit 14 Jahren wurde sie in den Rennkader des Deutschen Paralympischen Skiteams geholt. Immer wieder angetrieben von ihrem Ehrgeiz. „Das ist meine größte Stärke, aber auch meine größte Schwäche.“ Dazu braucht sie eine gewisse Struktur in ihrem Leben. Sie muss abhaken können, um zu sehen, dass sie auf dem richtigen Weg ist. „Natürlich braucht man ein großes Ziel. Aber wichtig ist es, dieses auf viele kleine Ziele herunterzubrechen, die überschaubar und realistisch sind.“

Anna hat viele Sachen ausprobiert und so auch ihre Grenzen erkannt. Sie arbeitet nach dem Ausschlussverfahren: Erst mal ausprobieren, wenn es klappt, dann weiter. Wenn nicht, dann abhaken. Angesprochen auf Niederlagen und Rückschläge sagt sie sofort: „Ich weiß, dass ich während meiner Karriere viel mehr aus Rückschlägen als aus den Erfolgen gelernt habe.“ Wie kurz vor ihren ersten Olympischen Spielen in Vancouver 2010. „Meine Behinderung hatte sich von heute auf morgen verschlechtert. Mein Monoski hat nicht mehr genau gepasst, alles musste verändert werden und ich musste die Technik wieder neu lernen. Aber vor allem musste ich lernen, das zu akzeptieren und mir neue, kleine Ziele zu setzen.“

Trotz dieses „Neuanfangs“ holte die damals erst 17-Jährige in Vancouver ihre erste Olympiamedaille: Bronze im Super-G. Ihr starker Wille und die große Portion Ehrgeiz brachten sie immer weiter nach vorne. „Ich habe es mir manchmal aber auch selbst schwer gemacht“, sagt sie…

Das ganze Interview können Sie im Print Magazin nachlesen. Das Magazin Secrets of Success kommt am 4. Dezember 2020 in den Handel.

 

Dennis Diekmeier ist ein echter Familienmensch. Mit seiner Frau hat er vier gemeinsame Kinder: Delani, Dion, Dalina und Divia

„Ich habe mich nie kleinkriegen lassen.“

Man merkt sofort: Dennis Diekmeier ist ein positiver Mensch. Er lacht viel, ist ein Familienmensch, steht im Guinness-Buch der Rekorde, hat einen Kultstatus inne und ist trotzdem kein bisschen abgehoben. Deshalb definiert er Erfolg auch etwas anders. „Aus fußballersicher Sicht ist Erfolg natürlich ein Sieg. Doch es sind auch die vermeidlich kleinen Dinge, die ich als Erfolg werte. Vor Kurzem habe ich mit meiner Tochter Mathe geübt. Als sie mit einer guten Note nach Hause kam, war es nicht nur für sie ein Erfolg. Auch für mich.

Denn entscheidend war, mit ihr gemeinsam daran gearbeitet zu haben,“ sagt der vierfache Vater. Diekmeier wollte schon als Kind Fußballprofi werden. Sein Talent wurde schnell erkannt und er hat hart an seinem Traum gearbeitet. Dazu kam noch die „Faszination Stadion“. Jedes Mal, wenn er mit seinem Vater im Stadion war – vorzugsweise beim HSV – gab ihm das den Rest. „Das hat mich immer wieder umgehauen. Diese Stimmung, die vielen Menschen. Ich hatte nur noch Fußball und den Wunsch, Profi zu werden, im Kopf. Was natürlich meine Lehrer zu der Zeit nicht so toll fanden“, erinnert sich Diekmeier lachend.

Mit seinem gesunden Ehrgeiz und starken Willen ging es für ihn Schritt für Schritt Richtung Erfolg. Mit 14 Jahren wechselte er in die Jugendabteilung von Werder Bremen, ein paar Jahre später spielte er bereits in der 2. Mannschaft. 2008 dann der EM-Titel mit der deutschen U19-Nationalmannschaft. „Das war mein wichtigster Karriereschritt. Nicht nur der Turniersieg. Ich wurde auch mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold ausgezeichnet. Das war der Startschuss.“ Diekmeier wechselte zum 1. FC Nürnberg, ehe er 2010 beim HSV unterschrieb. Dort blieb er bis 2018 und erlangte bei den Hamburgern Kultstatus. Nicht etwa, weil er sein Team von Sieg zu Sieg schoss. Im Gegenteil. In seiner Position als Rechtsverteidiger konnte sich seine Mannschaft auf ihn verlassen. Allerdings schaffte es Diekmeier in elf Jahren als Profi und 293 Spielen nicht, auch nur ein einziges Tor zu schießen.

DAS GANZE INTERVIEW LESEN SIE IM PRINT-MAGAZIN. AB DEM 4. DEZEMBER 2020 IM HANDEL.

 

Fußballtrainer Christoph Daum ist seinen Weg gegangen und macht andere gerne zu Gewinnern Bild © Christof Sage

Das Optimum anstreben, um das Maximum zu erreichen!

Christoph Daum wollte als Kind die Welt entdecken und verstehen lernen. Deshalb wollte er Forscher werden. Er ist bekanntermaßen Fußballtrainer geworden – zugegeben auf den ersten Blick etwas ganz anderes. Doch wenn man die Welt versteht, dann hat man die Möglichkeit, anderen Menschen zu helfen und für sie da zu sein. Das war ausschlaggebend für seinen Berufswunsch und da passt es auch wieder. „Ich wollte die Möglichkeit haben, andere Menschen dabei zu unterstützen, sich zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten zu entwickeln,“ meint Daum. „Es ist eine unglaubliche Befriedigung, anderen dabei zu helfen, ein Gewinner zu sein beziehungsweise zu werden. Mein Motto: Mache andere zu Gewinnern und du wirst selbst ein Gewinner sein!

Für seine eigene Entwicklung und den angestrebten persönlichen Erfolg hat Daum den harten, aber realistischen Weg gewählt. „Der wichtigste Karriereschritt für mich war die Bereitschaft, Risiken einzugehen, dabei die Komfortzone zu verlassen, ständige Bereitschaft zur Veränderung.“ Damit hat er es geschafft. Auch, wenn er als Spieler selbst keine großen Erfolge feiern konnte, als Trainer kamen sie dann. „Es ging mir immer nur darum, mir selbst zu beweisen, dass nichts unmöglich ist. Der größte Wunsch war, einer der Besten in meinem Bereich zu sein, weil dies eine unglaubliche Befriedigung, eine Bestätigung für alle Investitionen, Verzichte und Rückschläge ist.“

Dafür hat er sich und seinem Umfeld viel abverlangt. So lief er als Trainer von Bayer 04 Leverkusen mit seinen Spielern über Glasscherben. Natürlich gab es auch Rückschläge.„Rückschläge sind ein ständiger Wegbegleiter. Das zu akzeptieren, ist eine Herausforderung. Ich habe gelernt, nie bei den Umständen oder den anderen mit der Analyse zu beginnen, sondern zuerst bei sich selbst. Das Wichtige dabei: Niemals aufgeben! Immer nach Lösungen suchen. Bereit sein, hinzufallen, wieder aufzustehen und weiter zu machen.“ Rückblickend würde Daum einiges anders machen. „Aber ich habe die Dinge aus der Vergangenheit, die Teil meines Lebens sind, akzeptiert, da sie mich zu dem gemacht haben, der ich heute bin.“

Für ihn gibt es kein Erfolgsgeheimnis. Christoph Daum ist seinen Weg gegangen. Nicht immer den leichten, aber für ihn befriedigenden. „Man sollte realistisch träumen und bereit sein, ans Limit zu gehen. Der Erfolg stellt sich zuerst im Kopf ein, dann im Herzen und danach im Leben. Beginne mit 200% bei allem, was Du kannst, was Du willst, was Du tust, damit es wird.“
Daniela Fuß

Der mit fünf Oscars ausgezeichnete Monumentalfilm „Gladiator“ war der erfolgreichste Film in der über 30-jährigen Schauspielkarriere von Ralf Moeller. Bild © Tom König

„Neid erdrückt und macht missmutig“

Er war Mr. Universum und ist seit über 30 Jahren im Filmgeschäft erfolgreich: Ralf Moeller. Der gebürtige Recklinghauser ist einer der wenigen deutschen Schauspieler, der auch in Hollywood seinen Weg gegangen ist. Erfolg ist für Ralf Moeller indes „breit gefächert: sportlich, beruflich, sozial und privat“. Es komme immer auf die Situation an.

„Wenn ich sportlich erfolgreich sein möchte, muss ich jeden Tag vier bis fünf Stunden trainieren.
Das habe ich über zehn Jahre lang gemacht und erreichte so 1986 den Bodybuilding-Weltmeistertitel ,Mr. Universum‘. Fleiß, Disziplin, der Glaube an mich selbst waren da entscheidend, aber auch die Fähigkeit, Niederlagen hinnehmen, wieder aufstehen und weiter machen zu können. Mir ist wichtig, nicht nur an mich zu denken, sondern auch anderen zu helfen.“ Der Träger des Verdienstordens Nordrhein-Westfalens engagiert sich vielfältig für soziale Projekte: Er ist unter anderem Botschafter der Organisation „Skate-Aid“ und unterstützte den „Weißen Ring“ mit einem Videoclip mit dem Titel „Sei stark, hol‘ Dir Hilfe“. Moeller strotz auch mit 60 Jahren nur so vor Tatendrang: „Aktuell stehe ich mit meinem Freund Arnold Schwarzenegger und Michael Fassbender für die Actionkomödie „Kung Fury 2“ vor der Kamera – auch wenn wir leider unterschiedliche Drehtage haben. Kürzlich habe ich mit Bruce Willis in Atlanta gedreht. Dass ich den USA Filme drehen durfte, ist für mich ein Erfolg.“ In den Schoß gefallen ist das dem gelernten Schwimmmeister trotz seines aus dem Bodybuilding resultierenden Bekanntheitsgrades nicht: „Berühmt kann man ja erstmal nur werden, wenn man in einer Sache erfolgreich ist.

Ich musste sehr viel und hart trainieren, um Wettkämpfe zu gewinnen und Werbeverträge zu erhalten. Im Filmgeschäft ist es ähnlich: Es macht keiner für Dich.“

Moeller war es aus seiner Sportlerzeit gewohnt, sich selbst zu vermarkten. Das sollte ihm auch im Filmgeschäft – neben dem Gardemaß von 1,96 Meter bei 131 Kilogramm zu seiner Glanzzeit und seiner gewinnenden Art – nützlich sein. Feuer gefangen hatte er 1988 gleich bei seiner Bildschirmpremiere, eine Gastrolle im „Tatort“ an der Seite von „Schimanski“ Götz George. Bis heute das Highlight. „Gladiator mit seinen fünf Oscars war natürlich der erfolgreichste Film. Das Größte aber war und ist für mich, dass ich damals mit Götz George drehen durfte. Das Ruhrgebiet ist immer noch in mir“, beschreibt Moeller, der seit 2014 auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, seine Verbundenheit zum Pott. Seine Energie beziehe er auch aus seiner veganen Ernährung: „Ich war 40 Jahre lang Fleischesser. Meine Werte haben sich aber eben verbessert, seitdem ich kein Fleisch mehr esse“, so Moeller. „Mit 20 bis 30 Jahren kann der Körper dagegen ankämpfen, aber wenn Du über die 50 und 60 Jahre gehst, dann wird es kritisch – gerade im Magen-Darm-Bereich. Prostatakrebs, Darmkrebs oder hohes Cholesterin – das passiert alles durch Fleischkonsum.“ Er sage nicht, dass die Leute es machen müssen, könne es aber uneingeschränkt empfehlen.

Ein persönlicher Erfolg sei auch sein Fitnesslevel mit 60 Jahren, sein biologisches Alter wurde bei Tests mit 39 Jahren angegeben. „Mir haben sie früher gesagt: ,Wenn Du 55 bist, dann hängt der Bizeps bis zu Kniekehle‘ – das ist nicht der Fall. Mit 27 Jahren konnte ich ja nicht sagen, ob die Besserwisser Recht behalten sollten und ich überhaupt 60 Jahre werde. Jetzt wo ich es bin – 114 Kilo bei 1,95 Meter – freue ich mich, dass es nicht so gekommen ist. Wenn man sich bewusst ernährt und in seinen Körper investiert, dann ist man 60 und später hoffentlich auch mit 70 Jahren noch fit.“ Moeller ist nicht nur ernährungstechnisch mit sich im Reinen: „Bei mir ist das Glas immer halb voll. Ich kann mich auch freuen, wenn andere Leute etwas Schönes haben. Ich bin ein Mensch, der nicht neidisch ist. Neid erdrückt und macht missmutig. Neid blockiert.“ Die Beteiligung an Dutzenden Filmen und Serien erfüllt den Seiteneinsteiger mit Stolz. Nicht nur „Gladiator“, so Moellers Spitzname in den Medien, auch andere Filme hätten Spaß gemacht: „Selbst ,Hai-Alarm auf Mallorca‘, in dem ich 2004 die Hauptrolle gespielt habe, hat immer noch Kultstatus.“ Wenn vor der Baleareninsel wieder ein Hai lande und die Leute nach so vielen Jahren noch sagen würden: „Mensch, wo ist der Möller, wenn man ihn braucht?“, dann sei das schön und er könne darüber lachen. „Man sollte ohnehin zu allem was man gemacht hat, stehen“, findet Ralf Moeller – und wer möchte dem „Gladiator“ schon widersprechen?
Von Robert Torunsky

Kick-Starter

Lea Schüller – Die Sturmhoffnung der DFB-Frauen ©privat

Der Traum von der deutschen Fußballnationalmannschaft – viele haben ihn, aber nur für ganz wenige wird er Realität. Lea Schüller hat es geschafft. Die Kickerin des SGS Essen ist eine der großen Hoffnungsträgerinnen des deutschen Sturms. Mit sieben Jahren sah sie die Europameisterschaft der Herren – und seitdem war ihr klar: Sie muss auf den Platz. Heute ist die 22-Jährige genau dort – und extrem torgefährlich. In 19 Spielen hat sie bereits zehn Tore für die deutschen Fußballfrauen geschossen.

Wie diszipliniert musst Du sein?
Nun, Disziplin gehört mit Sicherheit auch dazu, aber ich bin der Meinung, wenn man ein Ziel verfolgt, das man sich selbst gesetzt hat, dann ist automatisch die Motivation und der Wille da, es auch zu erreichen.

Hast du manchmal das Gefühl, etwas zu verpassen – gesunde Ernährung und Training statt Partynächte und Katerfrühstück gegen Mittag?
Manchmal bin ich schon traurig darüber, wenn ich meinen Freunden absagen muss, aber an sich habe ich nicht das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Ich gehe wahrscheinlich seltener weg als andere Studenten, aber ich muss nicht ganz drauf verzichten. Genauso ist es bei der Ernährung auch. Ich achte schon drauf, was ich esse, aber ich esse gerne gesund und wenn ich Lust auf Pizza habe, dann esse ich die auch.

Wer hat Dich am meisten unterstützt?
Meine Eltern – und das tun sie bis jetzt. Sie sind bei jedem Spiel dabei und ich freue mich jedes Mal, wenn ich sie am Spielfeldrand sehe.

Wann hast Du gedacht: Jetzt habe ich es geschafft?
Ich glaube “geschafft” ist der falsche Begriff. Mein Ziel, in der Bundesliga zu spielen, hatte ich irgendwann erreicht. Genauso wie das Ziel, in der Nationalmannschaft zu spielen. Aber es gibt immer neue Ziele, die es zu erreichen gilt.

Du stehst noch am Anfang Deiner Karriere. Hast Du trotzdem einen Plan für danach?
Ich studiere Wirtschaftsingenieurwesen und würde gerne in der Automobilbranche Fuß fassen. Das ist zumindest mein jetziger Stand.

Welche Erfolgsziele hast Du Dir noch gesetzt?
In der Champions League spielen. Die Deutsche Meisterschaft gewinnen. Dann die Europameisterschaft.

Wie gehst du mir Kritik am Frauenfußball um?
Trifft mich in keinster Weise.

Was ist das Tolle daran, ein weiblicher Fußballprofi zu sein?
Man wird nicht von jedem erkannt. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich erkannt werde oder Fans im Stadion eine Unterschrift wollen oder jemand sagt, dass ich ein Vorbild bin. Aber ich kann auch ganz normal in der Stadt rumlaufen, ohne erkannt zu werden, wie es beispielsweise bei den Männern der Fall ist.

von Johanna Reichert

In der Printausgabe finden Sie dieses Interview auf Seite 120.

Erfolg geht Hand in Hand mit Zufriedenheit

©Sascha Fabian

Nicht nur von seinen Freunden wird er „Buschi“ genannt. Dieser Name ist auch in der Öffentlichkeit Programm und das seit über 25 Jahren. 1993 startete Frank Buschmann seine Karriere beim Deutschen SportFernsehen (jetzt SPORT1). Mittlerweile hat Buschi die große Bühne betreten. Seit 2016 moderiert er „Ninja Warriors Germany“ gemeinsam mit Laura Wontorra und Jan Köppen bei RTL, seit 2017 „Eine Liga für sich“ bei Sky, dort kommentiert er auch regelmäßig die Fußballbundesliga sowie die Champions League. Auf Facebook hat er über 450.000 Follower, bei Instagram über 150.000. 2014 erschien der Spiegel Bestseller „Am Ende kackt die Ente“. Man kann sagen, der Mann ist erfolgreich. Doch wenn man ihn auf Erfolg anspricht, tut sich der sonst so schlagfertige Buschi schwer, die richtigen Worte zu finden. „Es gibt zwei Arten von Erfolg. Erfolg nach außen hin, wenn möglichst vielen Leuten gefällt, was Du tust. Und es gibt Erfolg, den man selbst für sich empfindet – ohne Bestätigung“, so der 54-Jährige.

Buschmann hat Erfolg – ohne Zweifel. Für ihn ist Erfolg gleichbedeutend mit Zufriedenheit. „Erfolg hat für mich nichts mit Geld zu tun, nichts mit Schulterklopfen. Natürlich gefällt auch mir das. Doch es gibt andere Dinge, die mich glücklicher machen als der berufliche Erfolg.“ Buschmann lebt mit seiner Lebensgefährtin Lisa Heckl (ebenfalls Moderatorin) in München. Seine beiden Töchter aus erster Ehe wohnen in der Nähe und sind regelmäßig zu Besuch. Darauf legt er großen Wert. „Für mich ist der größte Erfolg derzeit, dass ich meine Kinder auf einem guten Weg sehe. Daran erkenne ich, dass ich trotz Scheidung offensichtlich kein ganz so schlechter Vater bin.“ Wie wichtig die Vaterfigur im Leben ist, weiß Buschmann aus eigener Erfahrung. Sein Vater nahm sich das Leben, als er knapp 19 Jahre alt war. „Ich war nie unglücklicher in meinem Leben als in dem Moment, in dem ich erfuhr, dass mein Vater tot ist“, so Buschmann. Dieser Moment war in vielerlei Hinsicht einschneidend für ihn. „Ich wollte nie Feuerwehrmann oder Polizist werden. Ich wollte schon immer Profibasketballer werden. Aber nicht, um erfolgreich als Person zu werden. Für mich zählte in erster Linie, mit meiner Mannschaft zu gewinnen.“ Wenn es nach seinem Vater gegangen wäre, hätte er Sportmedizin studiert. Doch dessen Tod veränderte vieles. Er entschied sich für den Sportjournalismus. 1993 startete er beim DSF (jetzt SPORT1). Dort konnte er sich austoben. Buschmann weiß, dass dieser Job auch der Grundstein für seinen jetzigen Erfolg ist. „Beim DSF konnte ich lernen. Ich konnte einfach machen und Dinge tun, davon würde heutzutage jeder junge Journalist träumen,“ weiß Buschmann.

Der entscheidende Schritt in seiner Karriere kam 2006 mit dem Anruf der Redaktion von „Schlag den Raab“ und der Frage, ob er die Sendung kommentieren wolle. „Ich habe im ersten Schritt abgesagt. Den Raab fand ich eigentlich gar nicht so dolle und außerdem kannte ich die Sendung nicht.“ Man einigte sich darauf, dass Buschmann eine Sendung kommentiert, um dann zu entscheiden, ob es ihm gefällt. Ihm gefiel es und was folgte waren fast zehn Jahre „Schlag den Raab“. „Das war natürlich in Bezug auf meine Bekanntheit ein wichtiger Schritt. Nach meinen ersten Sendungen konnte man lesen, dass ich mit diesem Job wohl eine neue Form des Fernsehens geprägt habe. Ein Kommentator war im Fernsehen plötzlich mit formatprägend. Das war mir nie so bewusst. Es schmeichelt mir natürlich, aber das ist für mich nicht zwingend ein Erfolg.“

Sogar die Rückschläge in Buschmanns Leben haben ihn eher nach vorne gebracht. „Zusätzlich zum Tod meines Vaters gab es zwei Ereignisse, die mein Leben im Nachgang in die total richtige Richtung geschoben haben. Beruflich die Trennung von SPORT1 und privat die Trennung von meiner damaligen Frau. Natürlich musste ich beides erst einmal verdauen. Aber dann habe ich gemerkt, dass es mir andere Horizonte eröffnet. Ich war schon immer ein Einzelkämpfer. Und gerade in der Zeit nach dem Tod meines Vaters bin ich gnadenlos meinen Weg gegangen. Doch nach den Trennungen habe ich registriert, wie ich bin und was ich ändern muss. Einfach mal zu akzeptieren, dass andere Menschen anders sind als ich. Und mal darüber nachzudenken, wie ich mir so einen Lebensweg vorstelle.“
Könnte Buschmann die Zeit zurückdrehen, dann würde er alles genauso machen. „Die Trennungen gehören zu meiner Geschichte.“ Er ist sich immer treu geblieben und sieht darin auch den Schlüssel zum Erfolg. „Entscheidend ist, dass man gut in dem ist, was man macht. Aber wichtig ist auch, dass man Dinge tut, die einem Spaß machen. Und vor allem musst Du Haltung entwickeln. Es ist wichtig, dass Du jeden Morgen vor dem Spiegel stehst und sagen kannst: Dich wasche ich gerne! Du bist ok. Ob das dann zu einem wie auch immer definierten Erfolg führt, spielt keine Rolle. Wichtig ist: Geh Deinen Weg und denk nicht darüber nach, wie Du Erfolg haben kannst. “  LESEN SIE DAS GANZE INTERVIEW IN DER  PRINT AUSGABE

Von Daniela Ulbing

“Erfolg ist für mich schon immer etwas gewesen, was zählbar ist.”

© Maximilian Sydow Photography

Man merkt Anna Kraft an, dass sie einmal Leistungssportlerin war, nicht nur an ihrem durchtrainierten Körper. Wenn man sie auf ihren Erfolg anspricht, dann kommt sofort der Sportsgeist in ihr hoch. „Für mich ist Erfolg immer etwas gewesen, was man sieht. Ein erster Platz, eine Medaille, eine große TV-Show,“ sagt die 34-Jährige lachend, „mein Sportlerherz kann ich einfach nicht abgeben. Erfolg ist für mich einfach, immer die Beste in dem zu sein, was ich mache.“

Dafür hat sie immer hart gearbeitet. Ihr Vater hat in der Familie die Bedeutung von Erfolg hoch gehalten. „Als ich Deutsche Meisterin wurde sagte er ‘Toll, aber nicht ausruhen – sofort weiter.` Und als ich mal Zweite wurde meinte er ‘Nun, damit bist du wohl erste Verliererin.` So etwas prägt.“ Dieser Kampfgeist hat sie auch im Beruf erfolgreich werden lassen. Über das Radio kam sie zum Fernsehen. Sie erinnert sich noch an ihr Casting bei Sky Sport News HD. „Nach dem Casting meinte der damalige Chef Roman Steuer ‘Ich weiß, dass Du Sprinterin bist. Aber gerade bist du nicht 100 Meter, sondern nur 70 Meter gelaufen.` Das hat mich so wahnsinnig angespornt.“ Mittlerweile ist Anna Kraft eine feste Größe in der Sportmoderation. Vor allem im Fußball. Doch sie weiß, dass es Frauen in dem Bereich immer noch schwer haben. „Fehler werden dir als Frau nach wie vor gar nicht oder viel weniger verziehen als bei Männern. Mir stand bisher noch niemand negativ gegenüber, aber du spürst es dennoch. Als Frau musst du einfach mehr leisten.“
Anna Kraft ist allerdings nicht nur erfolgreiche Moderatorin (…)  von Daniela Fuß

LESEN DIE DAS GANZE INTERVIEW IM PRINT-MAGAZIN. IM HANDEL ERHÄLTLICH.

“Ständiges reflektieren ist die einzige Chance zum Erfolg”

© Jenn Werner

Marcell Jansen beendete mit nur 29 Jahren seine Karriere als Fußball-Profi. Es waren keine Verletzungen, die ihn zu dieser Entscheidung trieben, es war wohl durchdacht, wie alles in seinem Leben.

„Als Kind war es mein Traum, mal in einem großen Stadion aufzulaufen.“ Das hat Jansen nicht nur einmal geschafft. Er gewann mit dem FC Bayern das Double und durfte als jüngster Spieler der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2006 auflaufen. Mit ihr wurde er WM-Dritter und Vize-Europameister 2008.

Mittlerweile ist er Unternehmer und Präsident des Hamburger SV. Ein außergewöhnlicher Weg. Klar, präzise und erfolgreich. Die dafür benötigten Werte hat er von seinen Eltern mit auf den Weg bekommen. „Meine Eltern haben mir das vorgelebt, was wichtig ist. Selbstkritik, Selbstreflektion und kein Neid. Auch kein Jammern, obwohl es immer wieder genug Gründe im Leben gibt.“ Der erste Erfolg in Jansens Leben war auch der Sprung in den Profifußball. „Ich konnte mein Hobby zum Beruf machen. Auch, wenn das Hobby dann weg ist,“ sagt Jansen. Mit diesen ersten Erfolg, dem Abschluss des Profivertrages kam er auch seinem großen Wunsch näher. „Ich wollte für meine Eltern ein Haus kaufen, als Dankeschön für alles, was sie für mich getan haben. „Von ihnen habe ich gelernt zu reflektieren. Das ist bei Rückschlägen sehr wichtig. Doch ich kann mich in solchen Momenten auch 100% auf ihre Unterstützung verlassen.“ Wenn man Niederlagen richtig einschätzt, dann kann man sie positiv nutzen. „Niederlagen waren für mich die wichtigsten Schritte nach vorne. Egal, ob privat oder Sportlich.“ Dabei helfen Reflexion und Sozialkompetenz. „Ohne diese beiden Eigenschaften kann man vom Herzen nicht glücklich sein!“

Sein Schritt raus aus dem Profifußball kam für viele überraschend, für Jansen selbst war es, wie alles in seinem Leben, wohl überlegt. Das gibt er auch an junge Menschen weiter, die Erfolg anstreben. „Man muss für sich alleine erst einmal den Erfolg definieren und vor allem seinen eigenen Kompetenzbereich finden.“ Sein Kompetenzbereich liegt nun im Gesundheitswesen und Fußball ist wieder zu seinem Hobby geworden. Für Marcell Jansen ist klar: „Erfolg hat man, wenn man sich selbst richtig kennt.“

Von Daniela Fuß