Nach acht Jahren in Japan, kam Littbarski 2010 nach Deutschland zurück – zum Vfl Wolfsburg. © VfL Wolfsburg

Früher hätte sogar Messi schlechte Karten gehabt

Pierre Littbarski war einer der ersten ausländischen Profifußballer in der japanischen J-League. Ursprünglich wollte Littbarski nur sechs Monate bleiben. Am Ende war er insgesamt acht Jahre im Land des Lächelns, das zu seiner zweiten Heimat wurde.

In Japan konnte er viele Erfolge feiern – sowohl als Spieler als auch als Trainer. Der private Erfolg ist seine Ehefrau, die er dort kennengelernt hat. „Wenn man bedenkt, dass ich zuerst gar nicht dorthin wollte“, erzählt Littbarski, „Ich kannte weder das Land noch die Sprache, wusste nicht, wie die Leute sind. Aber ein ehemaliger Mitspieler von mir, der beim Aufbau der neugegründeten J-League mithalf, bequatschte mich regelrecht und meinte, dass ich dort genau hinpassen würde. Für mich war eigentlich klar, dass ich meinen Koffer für sechs Monate packen, das Geld mitnehmen und dann wieder nach Hause fahren würde.“ Doch dann kam alles anders.
Das Land hat ihn verändert, wie er selbst sagt. Er fand dort eine neue Heimat und Menschen, die ihn sofort begeisterten. „Wie die Menschen dort leben und denken, das ist genau meine Herangehensweise. Sie zeigen Respekt, sie können zuhören, sie sind hilfsbereit. Wenn sie von Dingen überzeugt sind, dann versuchen sie, sie auch sofort umzusetzen.“ So ist Littbarski auch stets seine Ziele angegangen.

Heute kann er auf wirklich viele Erfolge in seinem Leben zurückblicken. Nicht zuletzt auf den WM-Titel, den er mit der deutschen Nationalmannschaft 1990 gewann.
Für ihn waren aber nicht nur die Siege, die am Ende standen, ein Erfolg. „Es ist die Herangehensweise, die mir in dem Moment wichtig ist. Wenn dann am Ende der Erfolg steht, das Ziel, das ich mir gesetzt hatte, dann bin ich zufrieden. Für mich bedeutet der Weg schon Erfolg.“ Fast hätte er den Weg dorthin gar nicht erst starten können. Dabei war sein Leben schon mit fünf Jahren entschieden, wie der heute 60-Jährige lachend erzählt. „Ich wollte immer Fußballer werden. Schule habe ich nur nebenher gemacht. Aber ich war zu klein. Ich kann mich noch an eine Situation erinnern, als ich bei einer Auswahl einmal beobachtet wurde. Nachher sagte der Konditionstrainer: ‚Ey, der is viel zu kleen. Gib dem erst mal ne Butterschnitte, damit der en bisschen wächst.‘ Zu der Zeit hätte sogar Messi schlechte Karten gehabt, denn damals zählte eher Masse als Klasse. Mit 18 habe ich gedacht, dass der Zug abgefahren wäre. Notgedrungen musste ich in die Fußstapfen meines Vaters treten und begann eine Lehre als Finanzbeamter. Es war eher aus der Verzweiflung heraus“, meint Littbarski. Der Zufall wollte es dann so, dass der junge Littbarksi bei den Deutschen A-Jugendmeisterschaften groß aufspielte. Auf dem Weg ins Finale schmissen sie den FC aus dem Wettbewerb und Littbarski fiel dem Manager des 1. FC Köln auf. Der rief den damaligen Cheftrainer Hennes Weisweiler an und nach kurzer Zeit verpflichteten die Kölner den jungen Littbarski. „Ich kam als gefühlte Nr. 26 in der Rangliste dahin. Aber es war meine einzige Chance.“ Und er biss sich mit seiner Art dort durch. Er war nie mit sich zufrieden. Hat nicht aufgehört, an sich zu arbeiten, und dann war da noch seine Spielweise, mit der er schnell die Kölner Fans und Medien begeisterte. „Mir wurde nachgesagt, ich spiele wie die Südamerikaner. Ich habe mit wahnsinnig viel Leidenschaft gespielt. Manchmal hatte ich mich in den ersten siebzig Minuten so verausgabt, dass ich die letzten zwanzig Minuten nicht mehr konnte. Aber ich habe nie aufgegeben.“ Nicht nur sein „südamerikanischer“ Einsatz auf dem Rasen hat die Fans damals überzeugt. Littbarski hatte Humor, den er auch immer wieder dort einsetzte, wo er die Leute nicht nur zum Lachen brachte, sondern auch half, Brücken zu bauen. „Ich habe oft im Training Späße gemacht, wenn ich merkte, dass die Jungs gar keine Lust hatten, zu laufen, und unser Konditionstrainer sich den Mund fusselig geredet hat. Dadurch ist es mir gelungen, sie dazu zu bringen, mitzumachen und alles zu geben. Humor ist ein wichtiger Transporteur für Kommentare, Informationen und Anleitungen. Er löst auch Barrieren auf. Wenn man mit Humor an manche Dinge herangeht, dann ist das die Basis, auf der sich andere Sachen einfacher vermitteln lassen“, meint Littbarski und ergänzt:“

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Fotos © Thomas Stachelhaus

Der Chef im Hause Kelly

Joey Kelly ist Geschäftsmann, Extremsportler, Musiker und Speaker. Er kann eigentlich alles – außer faul sein.

Stillstand ist für Joey Kelly die Höchststrafe. Er braucht den Reiz der Herausforderung, ob beruflich oder sportlich. „Obwohl ich schon mehr geschafft habe, als ich mir je erträumt hätte, bin ich noch nicht satt“, sagt der 48-Jährige. Sein Weg hat ihn aus dem Schatten der Familie in eine eigene Karriere geführt – heute ist er Geschäftsmann und Sportler: „Nur, wer kämpft, schafft es. Ich habe kein Talent, aber ich habe Disziplin“, erklärt er seinen Erfolg. Kein Talent? „Ich habe nie etwas gefunden, das ich schnell lerne. Ich musste immer mehr tun als andere, ich musste intensiver meine Instrumente üben und muss länger am Schreibtisch sitzen, muss mehr kämpfen. Ich behaupte, mein einziges Talent ist Ausdauer. Aber man kann sich immer steigern, man darf nur nicht aufgeben.“ Zweifel kennt er trotzdem: „Es gab immer wieder Momente in Wettkämpfen, in denen ich dachte, dass ich es nicht ins Ziel schaffe, ich bin aber immer angekommen – und es hat mich jedes Mal stärker gemacht.“ Ein Fan von Extremsport ist er aber nicht: „Sehr riskante Sachen reizen mich nicht. Meine Intention ist es, möglichst lange zu leben.“ Am gefährlichsten fand er nicht, im Wok einen Berg runterzurasen oder durch die Wüste zu joggen, seine Warnleuchten gingen an, als er für eine Show Pokern lernte: „Ich bin ins Bett gegangen und habe ans Pokern gedacht und nach dem Aufstehen dachte ich sofort wieder daran. Ich habe den Pott heimgeholt, 50 000 Euro gewonnen und wusste, dass ich dieses Spiel nie wieder anfassen darf. Es gibt genügend Menschen, die Haus und Hof verspielt haben.“ Manchmal ist es eben auch eine Herausforderung, etwas nicht zu tun.

 

Joey Kellys sportliches Vorbild ist Luc Van Lierde: „Er ist ein ehemaliger belgischer Triathlet, der als Quereinsteiger die Weltspitze überrollte. Ich habe meinen Sohn nach ihm benannt.“ Und der ist heute ebenfalls auf dem Weg zum Sport-Maniac. „Ich bin sehr stolz auf ihn, er ist unfassbar ehrgeizig“, sagt der begeisterte Papa, der ihn gern auf seine Abenteuer mitnimmt. Nächstes Jahr möchte er als Challenge mit seinen beiden Ältesten in einem alten VW-Bus von Alaska nach Patagonien fahren – ohne Geld. Und: „Mit meiner Tochter und einem meiner Söhne mache ich außerdem Musik als Familie. Er spielt Klavier, sie singt. Das macht unfassbar viel Spaß.“ Ob das Ergebnis aber je als Album erscheint, steht nicht fest. „Ich halte meine Kinder aus der Öffentlichkeit raus, bis sie volljährig sind. Meine Tochter ist erst 14 Jahre alt. Ich will, dass sie selbst entscheiden kann, ob sie das will“, erklärt der Musiker, dessen Weg vorbestimmt war.

© Andreas Panzenberger / panzenberger.com

Mit Ehrgeiz und Struktur zum Erfolg

 

Sieben Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen, elf WM-Titel, sechs Gesamtweltcup- und 67 Einzelweltcupsiege. Anna Schaffelhuber ist die große Ausnahmeathletin im deutschen Parasport. Und neben diesen ganzen sportlichen Erfolgen, den vielen Medaillen und Auszeichnungen hat die 27-jährige ihr Studium der Mathematik und Wirtschaft auf Lehramt abgeschlossen.

„Natürlich bin ich stolz auf meine Siege, aber am wichtigsten ist es mir, dass ich mit dem Weg, den ich gegangen bin, zufrieden bin. Ich habe es auf meine Art gemacht und bin mir treu geblieben. Das ist für mich der größte Erfolg.“

Anna wurde mit einer Querschnittlähmung geboren. Mit fünf Jahren saß sie erstmals auf einem Monoski. „Ich musste tatsächlich erst einmal überredet werden, um mit dem Sport anzufangen. Dann habe ich gemerkt, dass ich im Vergleich zu den anderen gar nicht mal so langsam bin“, sagt Anna lachend. Der Ehrgeiz war geweckt. Mit 14 Jahren wurde sie in den Rennkader des Deutschen Paralympischen Skiteams geholt. Immer wieder angetrieben von ihrem Ehrgeiz. „Das ist meine größte Stärke, aber auch meine größte Schwäche.“ Dazu braucht sie eine gewisse Struktur in ihrem Leben. Sie muss abhaken können, um zu sehen, dass sie auf dem richtigen Weg ist. „Natürlich braucht man ein großes Ziel. Aber wichtig ist es, dieses auf viele kleine Ziele herunterzubrechen, die überschaubar und realistisch sind.“

Anna hat viele Sachen ausprobiert und so auch ihre Grenzen erkannt. Sie arbeitet nach dem Ausschlussverfahren: Erst mal ausprobieren, wenn es klappt, dann weiter. Wenn nicht, dann abhaken. Angesprochen auf Niederlagen und Rückschläge sagt sie sofort: „Ich weiß, dass ich während meiner Karriere viel mehr aus Rückschlägen als aus den Erfolgen gelernt habe.“ Wie kurz vor ihren ersten Olympischen Spielen in Vancouver 2010. „Meine Behinderung hatte sich von heute auf morgen verschlechtert. Mein Monoski hat nicht mehr genau gepasst, alles musste verändert werden und ich musste die Technik wieder neu lernen. Aber vor allem musste ich lernen, das zu akzeptieren und mir neue, kleine Ziele zu setzen.“

Trotz dieses „Neuanfangs“ holte die damals erst 17-Jährige in Vancouver ihre erste Olympiamedaille: Bronze im Super-G. Ihr starker Wille und die große Portion Ehrgeiz brachten sie immer weiter nach vorne. „Ich habe es mir manchmal aber auch selbst schwer gemacht“, sagt sie…

Das ganze Interview können Sie im Print Magazin nachlesen. Das Magazin Secrets of Success kommt am 4. Dezember 2020 in den Handel.

 

Dennis Diekmeier ist ein echter Familienmensch. Mit seiner Frau hat er vier gemeinsame Kinder: Delani, Dion, Dalina und Divia

„Ich habe mich nie kleinkriegen lassen.“

Man merkt sofort: Dennis Diekmeier ist ein positiver Mensch. Er lacht viel, ist ein Familienmensch, steht im Guinness-Buch der Rekorde, hat einen Kultstatus inne und ist trotzdem kein bisschen abgehoben. Deshalb definiert er Erfolg auch etwas anders. „Aus fußballersicher Sicht ist Erfolg natürlich ein Sieg. Doch es sind auch die vermeidlich kleinen Dinge, die ich als Erfolg werte. Vor Kurzem habe ich mit meiner Tochter Mathe geübt. Als sie mit einer guten Note nach Hause kam, war es nicht nur für sie ein Erfolg. Auch für mich.

Denn entscheidend war, mit ihr gemeinsam daran gearbeitet zu haben,“ sagt der vierfache Vater. Diekmeier wollte schon als Kind Fußballprofi werden. Sein Talent wurde schnell erkannt und er hat hart an seinem Traum gearbeitet. Dazu kam noch die „Faszination Stadion“. Jedes Mal, wenn er mit seinem Vater im Stadion war – vorzugsweise beim HSV – gab ihm das den Rest. „Das hat mich immer wieder umgehauen. Diese Stimmung, die vielen Menschen. Ich hatte nur noch Fußball und den Wunsch, Profi zu werden, im Kopf. Was natürlich meine Lehrer zu der Zeit nicht so toll fanden“, erinnert sich Diekmeier lachend.

Mit seinem gesunden Ehrgeiz und starken Willen ging es für ihn Schritt für Schritt Richtung Erfolg. Mit 14 Jahren wechselte er in die Jugendabteilung von Werder Bremen, ein paar Jahre später spielte er bereits in der 2. Mannschaft. 2008 dann der EM-Titel mit der deutschen U19-Nationalmannschaft. „Das war mein wichtigster Karriereschritt. Nicht nur der Turniersieg. Ich wurde auch mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold ausgezeichnet. Das war der Startschuss.“ Diekmeier wechselte zum 1. FC Nürnberg, ehe er 2010 beim HSV unterschrieb. Dort blieb er bis 2018 und erlangte bei den Hamburgern Kultstatus. Nicht etwa, weil er sein Team von Sieg zu Sieg schoss. Im Gegenteil. In seiner Position als Rechtsverteidiger konnte sich seine Mannschaft auf ihn verlassen. Allerdings schaffte es Diekmeier in elf Jahren als Profi und 293 Spielen nicht, auch nur ein einziges Tor zu schießen.

DAS GANZE INTERVIEW LESEN SIE IM PRINT-MAGAZIN. AB DEM 4. DEZEMBER 2020 IM HANDEL.

 

Fußballtrainer Christoph Daum ist seinen Weg gegangen und macht andere gerne zu Gewinnern Bild © Christof Sage

Das Optimum anstreben, um das Maximum zu erreichen!

Christoph Daum wollte als Kind die Welt entdecken und verstehen lernen. Deshalb wollte er Forscher werden. Er ist bekanntermaßen Fußballtrainer geworden – zugegeben auf den ersten Blick etwas ganz anderes. Doch wenn man die Welt versteht, dann hat man die Möglichkeit, anderen Menschen zu helfen und für sie da zu sein. Das war ausschlaggebend für seinen Berufswunsch und da passt es auch wieder. „Ich wollte die Möglichkeit haben, andere Menschen dabei zu unterstützen, sich zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten zu entwickeln,“ meint Daum. „Es ist eine unglaubliche Befriedigung, anderen dabei zu helfen, ein Gewinner zu sein beziehungsweise zu werden. Mein Motto: Mache andere zu Gewinnern und du wirst selbst ein Gewinner sein!

Für seine eigene Entwicklung und den angestrebten persönlichen Erfolg hat Daum den harten, aber realistischen Weg gewählt. „Der wichtigste Karriereschritt für mich war die Bereitschaft, Risiken einzugehen, dabei die Komfortzone zu verlassen, ständige Bereitschaft zur Veränderung.“ Damit hat er es geschafft. Auch, wenn er als Spieler selbst keine großen Erfolge feiern konnte, als Trainer kamen sie dann. „Es ging mir immer nur darum, mir selbst zu beweisen, dass nichts unmöglich ist. Der größte Wunsch war, einer der Besten in meinem Bereich zu sein, weil dies eine unglaubliche Befriedigung, eine Bestätigung für alle Investitionen, Verzichte und Rückschläge ist.“

Dafür hat er sich und seinem Umfeld viel abverlangt. So lief er als Trainer von Bayer 04 Leverkusen mit seinen Spielern über Glasscherben. Natürlich gab es auch Rückschläge.„Rückschläge sind ein ständiger Wegbegleiter. Das zu akzeptieren, ist eine Herausforderung. Ich habe gelernt, nie bei den Umständen oder den anderen mit der Analyse zu beginnen, sondern zuerst bei sich selbst. Das Wichtige dabei: Niemals aufgeben! Immer nach Lösungen suchen. Bereit sein, hinzufallen, wieder aufzustehen und weiter zu machen.“ Rückblickend würde Daum einiges anders machen. „Aber ich habe die Dinge aus der Vergangenheit, die Teil meines Lebens sind, akzeptiert, da sie mich zu dem gemacht haben, der ich heute bin.“

Für ihn gibt es kein Erfolgsgeheimnis. Christoph Daum ist seinen Weg gegangen. Nicht immer den leichten, aber für ihn befriedigenden. „Man sollte realistisch träumen und bereit sein, ans Limit zu gehen. Der Erfolg stellt sich zuerst im Kopf ein, dann im Herzen und danach im Leben. Beginne mit 200% bei allem, was Du kannst, was Du willst, was Du tust, damit es wird.“
Daniela Fuß

Der mit fünf Oscars ausgezeichnete Monumentalfilm „Gladiator“ war der erfolgreichste Film in der über 30-jährigen Schauspielkarriere von Ralf Moeller. Bild © Tom König

„Neid erdrückt und macht missmutig“

Er war Mr. Universum und ist seit über 30 Jahren im Filmgeschäft erfolgreich: Ralf Moeller. Der gebürtige Recklinghauser ist einer der wenigen deutschen Schauspieler, der auch in Hollywood seinen Weg gegangen ist. Erfolg ist für Ralf Moeller indes „breit gefächert: sportlich, beruflich, sozial und privat“. Es komme immer auf die Situation an.

„Wenn ich sportlich erfolgreich sein möchte, muss ich jeden Tag vier bis fünf Stunden trainieren.
Das habe ich über zehn Jahre lang gemacht und erreichte so 1986 den Bodybuilding-Weltmeistertitel ,Mr. Universum‘. Fleiß, Disziplin, der Glaube an mich selbst waren da entscheidend, aber auch die Fähigkeit, Niederlagen hinnehmen, wieder aufstehen und weiter machen zu können. Mir ist wichtig, nicht nur an mich zu denken, sondern auch anderen zu helfen.“ Der Träger des Verdienstordens Nordrhein-Westfalens engagiert sich vielfältig für soziale Projekte: Er ist unter anderem Botschafter der Organisation „Skate-Aid“ und unterstützte den „Weißen Ring“ mit einem Videoclip mit dem Titel „Sei stark, hol‘ Dir Hilfe“. Moeller strotz auch mit 60 Jahren nur so vor Tatendrang: „Aktuell stehe ich mit meinem Freund Arnold Schwarzenegger und Michael Fassbender für die Actionkomödie „Kung Fury 2“ vor der Kamera – auch wenn wir leider unterschiedliche Drehtage haben. Kürzlich habe ich mit Bruce Willis in Atlanta gedreht. Dass ich den USA Filme drehen durfte, ist für mich ein Erfolg.“ In den Schoß gefallen ist das dem gelernten Schwimmmeister trotz seines aus dem Bodybuilding resultierenden Bekanntheitsgrades nicht: „Berühmt kann man ja erstmal nur werden, wenn man in einer Sache erfolgreich ist.

Ich musste sehr viel und hart trainieren, um Wettkämpfe zu gewinnen und Werbeverträge zu erhalten. Im Filmgeschäft ist es ähnlich: Es macht keiner für Dich.“

Moeller war es aus seiner Sportlerzeit gewohnt, sich selbst zu vermarkten. Das sollte ihm auch im Filmgeschäft – neben dem Gardemaß von 1,96 Meter bei 131 Kilogramm zu seiner Glanzzeit und seiner gewinnenden Art – nützlich sein. Feuer gefangen hatte er 1988 gleich bei seiner Bildschirmpremiere, eine Gastrolle im „Tatort“ an der Seite von „Schimanski“ Götz George. Bis heute das Highlight. „Gladiator mit seinen fünf Oscars war natürlich der erfolgreichste Film. Das Größte aber war und ist für mich, dass ich damals mit Götz George drehen durfte. Das Ruhrgebiet ist immer noch in mir“, beschreibt Moeller, der seit 2014 auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, seine Verbundenheit zum Pott. Seine Energie beziehe er auch aus seiner veganen Ernährung: „Ich war 40 Jahre lang Fleischesser. Meine Werte haben sich aber eben verbessert, seitdem ich kein Fleisch mehr esse“, so Moeller. „Mit 20 bis 30 Jahren kann der Körper dagegen ankämpfen, aber wenn Du über die 50 und 60 Jahre gehst, dann wird es kritisch – gerade im Magen-Darm-Bereich. Prostatakrebs, Darmkrebs oder hohes Cholesterin – das passiert alles durch Fleischkonsum.“ Er sage nicht, dass die Leute es machen müssen, könne es aber uneingeschränkt empfehlen.

Ein persönlicher Erfolg sei auch sein Fitnesslevel mit 60 Jahren, sein biologisches Alter wurde bei Tests mit 39 Jahren angegeben. „Mir haben sie früher gesagt: ,Wenn Du 55 bist, dann hängt der Bizeps bis zu Kniekehle‘ – das ist nicht der Fall. Mit 27 Jahren konnte ich ja nicht sagen, ob die Besserwisser Recht behalten sollten und ich überhaupt 60 Jahre werde. Jetzt wo ich es bin – 114 Kilo bei 1,95 Meter – freue ich mich, dass es nicht so gekommen ist. Wenn man sich bewusst ernährt und in seinen Körper investiert, dann ist man 60 und später hoffentlich auch mit 70 Jahren noch fit.“ Moeller ist nicht nur ernährungstechnisch mit sich im Reinen: „Bei mir ist das Glas immer halb voll. Ich kann mich auch freuen, wenn andere Leute etwas Schönes haben. Ich bin ein Mensch, der nicht neidisch ist. Neid erdrückt und macht missmutig. Neid blockiert.“ Die Beteiligung an Dutzenden Filmen und Serien erfüllt den Seiteneinsteiger mit Stolz. Nicht nur „Gladiator“, so Moellers Spitzname in den Medien, auch andere Filme hätten Spaß gemacht: „Selbst ,Hai-Alarm auf Mallorca‘, in dem ich 2004 die Hauptrolle gespielt habe, hat immer noch Kultstatus.“ Wenn vor der Baleareninsel wieder ein Hai lande und die Leute nach so vielen Jahren noch sagen würden: „Mensch, wo ist der Möller, wenn man ihn braucht?“, dann sei das schön und er könne darüber lachen. „Man sollte ohnehin zu allem was man gemacht hat, stehen“, findet Ralf Moeller – und wer möchte dem „Gladiator“ schon widersprechen?
Von Robert Torunsky

Kick-Starter

Lea Schüller – Die Sturmhoffnung der DFB-Frauen ©privat

Der Traum von der deutschen Fußballnationalmannschaft – viele haben ihn, aber nur für ganz wenige wird er Realität. Lea Schüller hat es geschafft. Die Kickerin des SGS Essen ist eine der großen Hoffnungsträgerinnen des deutschen Sturms. Mit sieben Jahren sah sie die Europameisterschaft der Herren – und seitdem war ihr klar: Sie muss auf den Platz. Heute ist die 22-Jährige genau dort – und extrem torgefährlich. In 19 Spielen hat sie bereits zehn Tore für die deutschen Fußballfrauen geschossen.

Wie diszipliniert musst Du sein?
Nun, Disziplin gehört mit Sicherheit auch dazu, aber ich bin der Meinung, wenn man ein Ziel verfolgt, das man sich selbst gesetzt hat, dann ist automatisch die Motivation und der Wille da, es auch zu erreichen.

Hast du manchmal das Gefühl, etwas zu verpassen – gesunde Ernährung und Training statt Partynächte und Katerfrühstück gegen Mittag?
Manchmal bin ich schon traurig darüber, wenn ich meinen Freunden absagen muss, aber an sich habe ich nicht das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Ich gehe wahrscheinlich seltener weg als andere Studenten, aber ich muss nicht ganz drauf verzichten. Genauso ist es bei der Ernährung auch. Ich achte schon drauf, was ich esse, aber ich esse gerne gesund und wenn ich Lust auf Pizza habe, dann esse ich die auch.

Wer hat Dich am meisten unterstützt?
Meine Eltern – und das tun sie bis jetzt. Sie sind bei jedem Spiel dabei und ich freue mich jedes Mal, wenn ich sie am Spielfeldrand sehe.

Wann hast Du gedacht: Jetzt habe ich es geschafft?
Ich glaube „geschafft“ ist der falsche Begriff. Mein Ziel, in der Bundesliga zu spielen, hatte ich irgendwann erreicht. Genauso wie das Ziel, in der Nationalmannschaft zu spielen. Aber es gibt immer neue Ziele, die es zu erreichen gilt.

Du stehst noch am Anfang Deiner Karriere. Hast Du trotzdem einen Plan für danach?
Ich studiere Wirtschaftsingenieurwesen und würde gerne in der Automobilbranche Fuß fassen. Das ist zumindest mein jetziger Stand.

Welche Erfolgsziele hast Du Dir noch gesetzt?
In der Champions League spielen. Die Deutsche Meisterschaft gewinnen. Dann die Europameisterschaft.

Wie gehst du mir Kritik am Frauenfußball um?
Trifft mich in keinster Weise.

Was ist das Tolle daran, ein weiblicher Fußballprofi zu sein?
Man wird nicht von jedem erkannt. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich erkannt werde oder Fans im Stadion eine Unterschrift wollen oder jemand sagt, dass ich ein Vorbild bin. Aber ich kann auch ganz normal in der Stadt rumlaufen, ohne erkannt zu werden, wie es beispielsweise bei den Männern der Fall ist.

von Johanna Reichert

In der Printausgabe finden Sie dieses Interview auf Seite 120.

Erfolg geht Hand in Hand mit Zufriedenheit

©Sascha Fabian

Nicht nur von seinen Freunden wird er „Buschi“ genannt. Dieser Name ist auch in der Öffentlichkeit Programm und das seit über 25 Jahren. 1993 startete Frank Buschmann seine Karriere beim Deutschen SportFernsehen (jetzt SPORT1). Mittlerweile hat Buschi die große Bühne betreten. Seit 2016 moderiert er „Ninja Warriors Germany“ gemeinsam mit Laura Wontorra und Jan Köppen bei RTL, seit 2017 „Eine Liga für sich“ bei Sky, dort kommentiert er auch regelmäßig die Fußballbundesliga sowie die Champions League. Auf Facebook hat er über 450.000 Follower, bei Instagram über 150.000. 2014 erschien der Spiegel Bestseller „Am Ende kackt die Ente“. Man kann sagen, der Mann ist erfolgreich. Doch wenn man ihn auf Erfolg anspricht, tut sich der sonst so schlagfertige Buschi schwer, die richtigen Worte zu finden. „Es gibt zwei Arten von Erfolg. Erfolg nach außen hin, wenn möglichst vielen Leuten gefällt, was Du tust. Und es gibt Erfolg, den man selbst für sich empfindet – ohne Bestätigung“, so der 54-Jährige.

Buschmann hat Erfolg – ohne Zweifel. Für ihn ist Erfolg gleichbedeutend mit Zufriedenheit. „Erfolg hat für mich nichts mit Geld zu tun, nichts mit Schulterklopfen. Natürlich gefällt auch mir das. Doch es gibt andere Dinge, die mich glücklicher machen als der berufliche Erfolg.“ Buschmann lebt mit seiner Lebensgefährtin Lisa Heckl (ebenfalls Moderatorin) in München. Seine beiden Töchter aus erster Ehe wohnen in der Nähe und sind regelmäßig zu Besuch. Darauf legt er großen Wert. „Für mich ist der größte Erfolg derzeit, dass ich meine Kinder auf einem guten Weg sehe. Daran erkenne ich, dass ich trotz Scheidung offensichtlich kein ganz so schlechter Vater bin.“ Wie wichtig die Vaterfigur im Leben ist, weiß Buschmann aus eigener Erfahrung. Sein Vater nahm sich das Leben, als er knapp 19 Jahre alt war. „Ich war nie unglücklicher in meinem Leben als in dem Moment, in dem ich erfuhr, dass mein Vater tot ist“, so Buschmann. Dieser Moment war in vielerlei Hinsicht einschneidend für ihn. „Ich wollte nie Feuerwehrmann oder Polizist werden. Ich wollte schon immer Profibasketballer werden. Aber nicht, um erfolgreich als Person zu werden. Für mich zählte in erster Linie, mit meiner Mannschaft zu gewinnen.“ Wenn es nach seinem Vater gegangen wäre, hätte er Sportmedizin studiert. Doch dessen Tod veränderte vieles. Er entschied sich für den Sportjournalismus. 1993 startete er beim DSF (jetzt SPORT1). Dort konnte er sich austoben. Buschmann weiß, dass dieser Job auch der Grundstein für seinen jetzigen Erfolg ist. „Beim DSF konnte ich lernen. Ich konnte einfach machen und Dinge tun, davon würde heutzutage jeder junge Journalist träumen,“ weiß Buschmann.

Der entscheidende Schritt in seiner Karriere kam 2006 mit dem Anruf der Redaktion von „Schlag den Raab“ und der Frage, ob er die Sendung kommentieren wolle. „Ich habe im ersten Schritt abgesagt. Den Raab fand ich eigentlich gar nicht so dolle und außerdem kannte ich die Sendung nicht.“ Man einigte sich darauf, dass Buschmann eine Sendung kommentiert, um dann zu entscheiden, ob es ihm gefällt. Ihm gefiel es und was folgte waren fast zehn Jahre „Schlag den Raab“. „Das war natürlich in Bezug auf meine Bekanntheit ein wichtiger Schritt. Nach meinen ersten Sendungen konnte man lesen, dass ich mit diesem Job wohl eine neue Form des Fernsehens geprägt habe. Ein Kommentator war im Fernsehen plötzlich mit formatprägend. Das war mir nie so bewusst. Es schmeichelt mir natürlich, aber das ist für mich nicht zwingend ein Erfolg.“

Sogar die Rückschläge in Buschmanns Leben haben ihn eher nach vorne gebracht. „Zusätzlich zum Tod meines Vaters gab es zwei Ereignisse, die mein Leben im Nachgang in die total richtige Richtung geschoben haben. Beruflich die Trennung von SPORT1 und privat die Trennung von meiner damaligen Frau. Natürlich musste ich beides erst einmal verdauen. Aber dann habe ich gemerkt, dass es mir andere Horizonte eröffnet. Ich war schon immer ein Einzelkämpfer. Und gerade in der Zeit nach dem Tod meines Vaters bin ich gnadenlos meinen Weg gegangen. Doch nach den Trennungen habe ich registriert, wie ich bin und was ich ändern muss. Einfach mal zu akzeptieren, dass andere Menschen anders sind als ich. Und mal darüber nachzudenken, wie ich mir so einen Lebensweg vorstelle.“
Könnte Buschmann die Zeit zurückdrehen, dann würde er alles genauso machen. „Die Trennungen gehören zu meiner Geschichte.“ Er ist sich immer treu geblieben und sieht darin auch den Schlüssel zum Erfolg. „Entscheidend ist, dass man gut in dem ist, was man macht. Aber wichtig ist auch, dass man Dinge tut, die einem Spaß machen. Und vor allem musst Du Haltung entwickeln. Es ist wichtig, dass Du jeden Morgen vor dem Spiegel stehst und sagen kannst: Dich wasche ich gerne! Du bist ok. Ob das dann zu einem wie auch immer definierten Erfolg führt, spielt keine Rolle. Wichtig ist: Geh Deinen Weg und denk nicht darüber nach, wie Du Erfolg haben kannst. “  LESEN SIE DAS GANZE INTERVIEW IN DER  PRINT AUSGABE

Von Daniela Ulbing

„Erfolg ist für mich schon immer etwas gewesen, was zählbar ist.“

© Maximilian Sydow Photography

Man merkt Anna Kraft an, dass sie einmal Leistungssportlerin war, nicht nur an ihrem durchtrainierten Körper. Wenn man sie auf ihren Erfolg anspricht, dann kommt sofort der Sportsgeist in ihr hoch. „Für mich ist Erfolg immer etwas gewesen, was man sieht. Ein erster Platz, eine Medaille, eine große TV-Show,“ sagt die 34-Jährige lachend, „mein Sportlerherz kann ich einfach nicht abgeben. Erfolg ist für mich einfach, immer die Beste in dem zu sein, was ich mache.“

Dafür hat sie immer hart gearbeitet. Ihr Vater hat in der Familie die Bedeutung von Erfolg hoch gehalten. „Als ich Deutsche Meisterin wurde sagte er ‘Toll, aber nicht ausruhen – sofort weiter.` Und als ich mal Zweite wurde meinte er ‘Nun, damit bist du wohl erste Verliererin.` So etwas prägt.“ Dieser Kampfgeist hat sie auch im Beruf erfolgreich werden lassen. Über das Radio kam sie zum Fernsehen. Sie erinnert sich noch an ihr Casting bei Sky Sport News HD. „Nach dem Casting meinte der damalige Chef Roman Steuer ‘Ich weiß, dass Du Sprinterin bist. Aber gerade bist du nicht 100 Meter, sondern nur 70 Meter gelaufen.` Das hat mich so wahnsinnig angespornt.“ Mittlerweile ist Anna Kraft eine feste Größe in der Sportmoderation. Vor allem im Fußball. Doch sie weiß, dass es Frauen in dem Bereich immer noch schwer haben. „Fehler werden dir als Frau nach wie vor gar nicht oder viel weniger verziehen als bei Männern. Mir stand bisher noch niemand negativ gegenüber, aber du spürst es dennoch. Als Frau musst du einfach mehr leisten.“
Anna Kraft ist allerdings nicht nur erfolgreiche Moderatorin (…)  von Daniela Fuß

LESEN DIE DAS GANZE INTERVIEW IM PRINT-MAGAZIN. IM HANDEL ERHÄLTLICH.

„Ständiges reflektieren ist die einzige Chance zum Erfolg“

© Jenn Werner

Marcell Jansen beendete mit nur 29 Jahren seine Karriere als Fußball-Profi. Es waren keine Verletzungen, die ihn zu dieser Entscheidung trieben, es war wohl durchdacht, wie alles in seinem Leben.

„Als Kind war es mein Traum, mal in einem großen Stadion aufzulaufen.“ Das hat Jansen nicht nur einmal geschafft. Er gewann mit dem FC Bayern das Double und durfte als jüngster Spieler der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2006 auflaufen. Mit ihr wurde er WM-Dritter und Vize-Europameister 2008.

Mittlerweile ist er Unternehmer und Präsident des Hamburger SV. Ein außergewöhnlicher Weg. Klar, präzise und erfolgreich. Die dafür benötigten Werte hat er von seinen Eltern mit auf den Weg bekommen. „Meine Eltern haben mir das vorgelebt, was wichtig ist. Selbstkritik, Selbstreflektion und kein Neid. Auch kein Jammern, obwohl es immer wieder genug Gründe im Leben gibt.“ Der erste Erfolg in Jansens Leben war auch der Sprung in den Profifußball. „Ich konnte mein Hobby zum Beruf machen. Auch, wenn das Hobby dann weg ist,“ sagt Jansen. Mit diesen ersten Erfolg, dem Abschluss des Profivertrages kam er auch seinem großen Wunsch näher. „Ich wollte für meine Eltern ein Haus kaufen, als Dankeschön für alles, was sie für mich getan haben. „Von ihnen habe ich gelernt zu reflektieren. Das ist bei Rückschlägen sehr wichtig. Doch ich kann mich in solchen Momenten auch 100% auf ihre Unterstützung verlassen.“ Wenn man Niederlagen richtig einschätzt, dann kann man sie positiv nutzen. „Niederlagen waren für mich die wichtigsten Schritte nach vorne. Egal, ob privat oder Sportlich.“ Dabei helfen Reflexion und Sozialkompetenz. „Ohne diese beiden Eigenschaften kann man vom Herzen nicht glücklich sein!“

Sein Schritt raus aus dem Profifußball kam für viele überraschend, für Jansen selbst war es, wie alles in seinem Leben, wohl überlegt. Das gibt er auch an junge Menschen weiter, die Erfolg anstreben. „Man muss für sich alleine erst einmal den Erfolg definieren und vor allem seinen eigenen Kompetenzbereich finden.“ Sein Kompetenzbereich liegt nun im Gesundheitswesen und Fußball ist wieder zu seinem Hobby geworden. Für Marcell Jansen ist klar: „Erfolg hat man, wenn man sich selbst richtig kennt.“

Von Daniela Fuß