Erfolg geht Hand in Hand mit Zufriedenheit

©Sascha Fabian

Nicht nur von seinen Freunden wird er „Buschi“ genannt. Dieser Name ist auch in der Öffentlichkeit Programm und das seit über 25 Jahren. 1993 startete Frank Buschmann seine Karriere beim Deutschen SportFernsehen (jetzt SPORT1). Mittlerweile hat Buschi die große Bühne betreten. Seit 2016 moderiert er „Ninja Warriors Germany“ gemeinsam mit Laura Wontorra und Jan Köppen bei RTL, seit 2017 „Eine Liga für sich“ bei Sky, dort kommentiert er auch regelmäßig die Fußballbundesliga sowie die Champions League. Auf Facebook hat er über 450.000 Follower, bei Instagram über 150.000. 2014 erschien der Spiegel Bestseller „Am Ende kackt die Ente“. Man kann sagen, der Mann ist erfolgreich. Doch wenn man ihn auf Erfolg anspricht, tut sich der sonst so schlagfertige Buschi schwer, die richtigen Worte zu finden. „Es gibt zwei Arten von Erfolg. Erfolg nach außen hin, wenn möglichst vielen Leuten gefällt, was Du tust. Und es gibt Erfolg, den man selbst für sich empfindet – ohne Bestätigung“, so der 54-Jährige.

Buschmann hat Erfolg – ohne Zweifel. Für ihn ist Erfolg gleichbedeutend mit Zufriedenheit. „Erfolg hat für mich nichts mit Geld zu tun, nichts mit Schulterklopfen. Natürlich gefällt auch mir das. Doch es gibt andere Dinge, die mich glücklicher machen als der berufliche Erfolg.“ Buschmann lebt mit seiner Lebensgefährtin Lisa Heckl (ebenfalls Moderatorin) in München. Seine beiden Töchter aus erster Ehe wohnen in der Nähe und sind regelmäßig zu Besuch. Darauf legt er großen Wert. „Für mich ist der größte Erfolg derzeit, dass ich meine Kinder auf einem guten Weg sehe. Daran erkenne ich, dass ich trotz Scheidung offensichtlich kein ganz so schlechter Vater bin.“ Wie wichtig die Vaterfigur im Leben ist, weiß Buschmann aus eigener Erfahrung. Sein Vater nahm sich das Leben, als er knapp 19 Jahre alt war. „Ich war nie unglücklicher in meinem Leben als in dem Moment, in dem ich erfuhr, dass mein Vater tot ist“, so Buschmann. Dieser Moment war in vielerlei Hinsicht einschneidend für ihn. „Ich wollte nie Feuerwehrmann oder Polizist werden. Ich wollte schon immer Profibasketballer werden. Aber nicht, um erfolgreich als Person zu werden. Für mich zählte in erster Linie, mit meiner Mannschaft zu gewinnen.“ Wenn es nach seinem Vater gegangen wäre, hätte er Sportmedizin studiert. Doch dessen Tod veränderte vieles. Er entschied sich für den Sportjournalismus. 1993 startete er beim DSF (jetzt SPORT1). Dort konnte er sich austoben. Buschmann weiß, dass dieser Job auch der Grundstein für seinen jetzigen Erfolg ist. „Beim DSF konnte ich lernen. Ich konnte einfach machen und Dinge tun, davon würde heutzutage jeder junge Journalist träumen,“ weiß Buschmann.

Der entscheidende Schritt in seiner Karriere kam 2006 mit dem Anruf der Redaktion von „Schlag den Raab“ und der Frage, ob er die Sendung kommentieren wolle. „Ich habe im ersten Schritt abgesagt. Den Raab fand ich eigentlich gar nicht so dolle und außerdem kannte ich die Sendung nicht.“ Man einigte sich darauf, dass Buschmann eine Sendung kommentiert, um dann zu entscheiden, ob es ihm gefällt. Ihm gefiel es und was folgte waren fast zehn Jahre „Schlag den Raab“. „Das war natürlich in Bezug auf meine Bekanntheit ein wichtiger Schritt. Nach meinen ersten Sendungen konnte man lesen, dass ich mit diesem Job wohl eine neue Form des Fernsehens geprägt habe. Ein Kommentator war im Fernsehen plötzlich mit formatprägend. Das war mir nie so bewusst. Es schmeichelt mir natürlich, aber das ist für mich nicht zwingend ein Erfolg.“

Sogar die Rückschläge in Buschmanns Leben haben ihn eher nach vorne gebracht. „Zusätzlich zum Tod meines Vaters gab es zwei Ereignisse, die mein Leben im Nachgang in die total richtige Richtung geschoben haben. Beruflich die Trennung von SPORT1 und privat die Trennung von meiner damaligen Frau. Natürlich musste ich beides erst einmal verdauen. Aber dann habe ich gemerkt, dass es mir andere Horizonte eröffnet. Ich war schon immer ein Einzelkämpfer. Und gerade in der Zeit nach dem Tod meines Vaters bin ich gnadenlos meinen Weg gegangen. Doch nach den Trennungen habe ich registriert, wie ich bin und was ich ändern muss. Einfach mal zu akzeptieren, dass andere Menschen anders sind als ich. Und mal darüber nachzudenken, wie ich mir so einen Lebensweg vorstelle.“
Könnte Buschmann die Zeit zurückdrehen, dann würde er alles genauso machen. „Die Trennungen gehören zu meiner Geschichte.“ Er ist sich immer treu geblieben und sieht darin auch den Schlüssel zum Erfolg. „Entscheidend ist, dass man gut in dem ist, was man macht. Aber wichtig ist auch, dass man Dinge tut, die einem Spaß machen. Und vor allem musst Du Haltung entwickeln. Es ist wichtig, dass Du jeden Morgen vor dem Spiegel stehst und sagen kannst: Dich wasche ich gerne! Du bist ok. Ob das dann zu einem wie auch immer definierten Erfolg führt, spielt keine Rolle. Wichtig ist: Geh Deinen Weg und denk nicht darüber nach, wie Du Erfolg haben kannst. “  LESEN SIE DAS GANZE INTERVIEW IN DER  PRINT AUSGABE

Von Daniela Ulbing

„Erfolg ist: Das gefunden zu haben, in dem man talentiert und damit glücklich ist“


Hamburg, 29.4.2019 Speakers Night April 2019 Foto und Copyright: Martin Brinckmann

Wenn man Hinnerk Baumgarten fragt, was ausschlaggebend für seine Berufswahl war, dann kommt die spontane Antwort: „Vor allem die Lust am Sprechen.“ Eigentlich selbstverständlich, denn seit den 90er Jahren ist Baumgarten erfolgreicher Radio-Moderator und seit den 2000ern auch im TV. Für ihn war dieser Schritt hin zum Fernsehen auch der wichtigste seiner Karriere. „Mich reizt es, Dinge auszuprobieren und dann zu spüren, wie es immer leichter wird.“ Doch wie wird es leichter? Wo sieht Baumgarten seine Stärken, die für seinen Erfolg maßgeblich sind?
„Meine Spontanität und, dass ich keine Angst habe, Fehler zu machen. Die gehören dazu und sind immer auch eine Chance.“
Aber wie geht er mit Fehler um, die vielleicht auch Rückschläge in der Karriere bedeuten? „Rückschläge gibt es immer. Wichtig ist, daraus seine Lehren zu ziehen und weiter an sich selbst zu glauben.“ Und somit ist sein Ratschlag an junge Menschen, die den Erfolg anstreben auch klar definiert. „Hab keine Angst vor Fehlern.“ Für Baumgarten ist Erfolg auch immer etwas Neues, das man sich täglich neu erarbeiten muss. Erfolgreich ist man aber auch, wenn man glücklich ist – unabhängig von der beruflichen Karriere. „Es macht mich glücklich, wie ich meine Tochter heranwachsen sehe und erlebe, wie sie immer selbstständiger wird.“ Und dann gibt es da noch sein Hobby: Das Golfspielen. Daraus schöpft er Kraft als Ausgleich für die tägliche Arbeit. Der Weg zum Erfolg ist oft mit einem materiellen Wunsch verbunden, der einen begleitet. Doch Baumgarten sieht das eher pragmatisch. „Etwas bestimmtes war nie meine Triebfeder, aber es macht natürlich Spaß, Geld zu verdienen und sich dadurch eine gewisse Freiheit zu erarbeiten.“
Seiner bisherigen Lebenseinstellung möchte er auch in Zukunft treu bleiben. „Mein Ziel ist weiter zu Fehlern zu stehen, weiter an mich zu glauben und weiter hungrig auf neue Herausforderungen zu bleiben.“ Sein bisheriger Erfolg gibt ihm recht. Eine Eigenschaft, die er nach wie vor lebt: „Mut, aus der Masse raus zuschwimmen.“

 

Von Daniela Fuß

„Erfolg ist für mich schon immer etwas gewesen, was zählbar ist.“

© Maximilian Sydow Photography

Man merkt Anna Kraft an, dass sie einmal Leistungssportlerin war, nicht nur an ihrem durchtrainierten Körper. Wenn man sie auf ihren Erfolg anspricht, dann kommt sofort der Sportsgeist in ihr hoch. „Für mich ist Erfolg immer etwas gewesen, was man sieht. Ein erster Platz, eine Medaille, eine große TV-Show,“ sagt die 34-Jährige lachend, „mein Sportlerherz kann ich einfach nicht abgeben. Erfolg ist für mich einfach, immer die Beste in dem zu sein, was ich mache.“

Dafür hat sie immer hart gearbeitet. Ihr Vater hat in der Familie die Bedeutung von Erfolg hoch gehalten. „Als ich Deutsche Meisterin wurde sagte er ‘Toll, aber nicht ausruhen – sofort weiter.` Und als ich mal Zweite wurde meinte er ‘Nun, damit bist du wohl erste Verliererin.` So etwas prägt.“ Dieser Kampfgeist hat sie auch im Beruf erfolgreich werden lassen. Über das Radio kam sie zum Fernsehen. Sie erinnert sich noch an ihr Casting bei Sky Sport News HD. „Nach dem Casting meinte der damalige Chef Roman Steuer ‘Ich weiß, dass Du Sprinterin bist. Aber gerade bist du nicht 100 Meter, sondern nur 70 Meter gelaufen.` Das hat mich so wahnsinnig angespornt.“ Mittlerweile ist Anna Kraft eine feste Größe in der Sportmoderation. Vor allem im Fußball. Doch sie weiß, dass es Frauen in dem Bereich immer noch schwer haben. „Fehler werden dir als Frau nach wie vor gar nicht oder viel weniger verziehen als bei Männern. Mir stand bisher noch niemand negativ gegenüber, aber du spürst es dennoch. Als Frau musst du einfach mehr leisten.“
Anna Kraft ist allerdings nicht nur erfolgreiche Moderatorin (…)  von Daniela Fuß

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„Nur schön sein reicht nicht!“

© Barbara Meier

Was ist die Definition von Erfolg? Obwohl er Barbara Meier seit Jahren treu begleitet, hat sie das vor dem Interview gegoogelt. Analytisches Vorgehen ist typisch für das Model, das fast Programmiererin geworden wäre. Und doch hat sie sich in der Glamour-Welt ihres Berufs eingelebt, als wäre sie dafür geboren. Vielleicht, weil ihr Traumberuf als Kind, bevor sie Codes und Algorithmen für sich entdeckte, Schauspielerin war. So hat sie es in der Schule in ein Freundschafts-Buch geschrieben.

Heute dreht sie internationale Filme. „Ich glaube, die kleine Barbara wäre stolz auf mich“, sagt Barbara lachend. Aus dem Mädchen vom Land, das einst „Germany’s Next Topmodel“ wurde, ist das Gesicht globaler Marken wie Skechers und Dyson geworden, sie hatte Shootings für die Vogue – eines sogar mit Cartier-Schmuck im hohen zweistelligen Millionenbereich, ist auf der Pariser Fashionweek gelaufen – und hat als Schauspielerin mit Jonathan Rhys Meyers vor der Kamera gestanden, selbst bei den Golden Globes verzückt sie die Fotografen.

Barbaras Vorbilder sind Tilda Swinton, weil sie „unglaublich gut spielt“, Heidi Klum wegen „ihres unschlagbaren Gespürs als Geschäftsfrau“ und Vivienne Westwood wegen ihres „großartigen Engagements für die Umwelt“. Ein Thema für das auch die 33-Jährige brennt. Plastik hat sie weitgehend aus ihrem Alltag verbannt, Reisen bewältigt sie möglichst mit der Bahn. Selbst auf ihrer Hochzeit hat sie auf Luxus wie Feuerwerk zugunsten der Natur verzichtet. Materielles war ihr sowieso nie besonders wichtig. Ihr Ehrgeiz und der Spaß am Erfolg sind es, was Barbara zu Höchstleistungen motiviert. Ihre Karriere beruht nicht nur auf Äußerlichkeiten, sondern vor allem auf klassischen Werten: „Ich bin sehr zuverlässig, ehrlich, diszipliniert und lege großen Wert auf Authentizität. Das wissen viele meiner Kunden sehr zu schätzen. Ich habe keine Angst vor viel Arbeit. Die gehört zum Erfolg dazu. Nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und dabei gut auszusehen, reicht nicht.“

Die Fashion-Branche ist erbarmungslos. „Als Model kann es passieren, dass man zwölf mal am Tag sehr heftige Absagen bekommt. Das härtet ab und hat mich stärker gemacht. Man lernt weiterzukämpfen“, sagt Barbara. Trotz aller Rückschläge würde die Wahl-Wienerin sich wieder in dieses Abenteuer stürzen. Denn für jede Erfahrung – ob gut oder schlecht, und für jeden gemachten Fehler und die Konsequenzen, ist sie dankbar. Das alles ist Teil ihres Wegs zum Erfolg.

 

Von Johanna Reichert

„Du kannst die Wellen nicht aufhalten, du kannst nur lernen zu surfen.“

Eigentlich hatte er bereits einen Ausbildungsplatz bei der Polizei in Münster. Doch dann kam für Emrah Ertem alles anders. Ein Besuch beim Berufsberater zeigte ihm: Er will in die große Stadt und am besten gleich in einen Beruf einsteigen – und welche Branche wäre für einen Quereinstieg besser geeignet als die Medienbranche? Aus einem großen Interesse für deutsche Kinofilme heraus, entschied er sich nach einiger Recherche für ein Praktikum bei Tiger Cast. Die nächsten Jahre arbeitete er für verschiedene Casting Agenturen, um dann im Jahr 2001 seine eigene Agentur zu gründen.

Wie wird für große Produktionen gecastet? Wir haben bei Casting Director Emrah Ertem, Inhaber von Emrah Ertem Casting, nachgefragt. Er castete unter anderem für Filme wie „Traumfabrik“, „KeinOhrhasen“, „Lommbock“ und „Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft.“. Ertem weiß genau, worauf es ankommt.

Herr Ertem, wie entscheiden Sie, welche Schauspieler zu welcher Rolle passen?
Während ich ein Drehbuch lese, gibt es meistens diesen einen Moment in dem sich mir der Charakter einer Rolle offenbart und ich mir Notizen mache. Desto besser eine Rolle beschrieben ist, desto konkreter wird meine Vorstellung während des Lesens. Anschließend beginne ich zu recherchieren und überlege wer zu der Rolle passen würde. Ich mache der Produktion gerne Quervorschläge für die Besetzung, da die meisten Rollen unterschiedlich interpretiert werden können. Das finde ich viel spannender als immer nur die üblichen Verdächtigen vorzuschlagen.

Was schätzen Sie besonders bei der Zusammenarbeit mit Schauspielern/Schauspielerinnen?
Ganz klar: Authentizität. Jemand der sich nicht ein bisschen verstellt, sondern sich mir authentisch gegenüberstellt. Als Schauspieler/Schauspielerin sollte man immer authentisch bleiben, egal wie viele Filme man vielleicht schon gedreht hat. Das gewissenhafte Erledigen von Aufgaben gehört natürlich ebenfalls dazu.

Welche Film-Projekte sind für Sie als Caster besonders spannend?
Entscheidend ist für mich in erster Linie das Drehbuch. Ich mag Geschichten mit Tiefgang, die dennoch eine gewisse Leichtigkeit mitbringen. Das Genre ist dabei nicht entscheidend. Großes Kino mit großen Bildern fasziniert mich, deswegen war das Casting für den Liebesfilm „Traumfabrik“ für mich ein besonderes Highlight.

Ihr Tipp für Berufsanfänger in der Casting-Branche?
Da fallen mir zwei Sachen ein: Auf jeden Fall viele Praktika absolvieren und möglichst alle wichtigen deutschen Filme schauen. Wer in Deutschland bei einer Casting Agentur arbeitet, wird hauptsächlich für Inlands-Produktionen tätig sein. Ein gutes Film-Wissen ist dabei von Vorteil. Außerdem nehme ich mir gerne morgens Zeit, bevor die Branche anfängt zu arbeiten, um in Ruhe Kaffee zu trinken und Sport zu treiben. So starte ich jeden Tag mit Vorfreude in meinen Beruf.

Wie gehen Sie Dinge an, die noch in der Zukunft liegen?
Ehrlich gesagt, lasse ich es am liebsten einfach fließen. Ich habe mal ein Zitat aufgeschnappt, welches mir besonders gut gefällt: „Du kannst die Wellen nicht aufhalten, du kannst nur lernen zu surfen.“ Ich denke man muss sich immer dem anpassen, was auf einen zukommt. Es genau zu planen, das klappt meistens nicht. Aber das Beste daraus zu machen und weiter zu „surfen“ – das sollte jeder versuchen.

Von Franziska Mansen

Für Amrei

Credit: Max Sonnenschein

In ihrer Wahlheimat Berlin gehen Deutsche ahnungslos an Meryem Uzerli vorbei. Doch Touristen und türkischstämmige Berliner geraten in helle Aufregung, wenn sie ihre „Roxelane“ treffen. Uzerli wurde nicht nur in der Türkei, sondern in 80 weiteren Ländern über Nacht zum Megastar. Die blonde Schauspielerin mit den tiefblauen Augen verdrehte mehr als 400 Millionen Fans weltweit den Kopf – so viele Zuschauer haben die türkische Serie „Muhtesem Yüzyil“ („Das prächtige Jahrhundert“) gesehen. Darin spielte die gebürtige Kasslerin in über 100 Folgen die Lieblingsfrau von Sultan Süleyman.

Frau Uzerli, warum wurden Sie Schauspielerin?
Meryem Uzerli: In meiner Schulzeit hatte ich eine beste Freundin namens Amrei. Ihr Vater war Intendant am Staatstheater Kassel. Wir waren oft dort, hatten eine kleine eigene Theater-AG. Es war für uns beide immer klar, dass dies unser Leben bestimmen würde. Aber Amrei kam bei einem Autounfall ums Leben. Das war ein Schock für mich. In einem Gebet versprach ich ihr, unseren Weg, den wir uns vorgenommen hatten, für sie weiterzugehen. Des Weiteren habe ich schon als kleines Kind zu meiner Mutter gesagt, dass ich zu viele Emotionen in mir trage, als dass im Alltagsleben dafür Platz wäre.

Dieses Versprechen haben Sie auch gehalten und sich am Hamburger Schauspiel-Studio Frese beworben. Dort waren Sie die jüngste Schülerin aller Zeiten. Warum Frese?
Ich hatte mir von allen Schauspielstudios die Unterlagen zuschicken lassen, meine Augen geschlossen und das Schauspiel-Studio Frese herausgezogen. Das war es dann und so sollte es sein. Ich war sehr jung, ja, und ich hatte Hemmungen, mein inneres Potenzial frei herauszulassen. Das Schauspiel-Studio hat mir in den drei Jahren sehr geholfen, eine innere Stärke aufzubauen, die einem hilft, einen guten Start für den eigenen Weg zu finden. Aber an seiner eigenen Stärke, am Mut und allem zu arbeiten, was einen das wahre innere Potenzial entfalten lässt, ist ein Lebensweg, denke ich.

Was haben Sie nach der Schauspielausbildung gemacht?
Ich habe direkt nach der Schauspielausbildung angefangen, Filmfeste zu besuchen. Mir wurde schnell klar, dass die Events von Sören Bauer, sei es nun die „Movie meets Media“ oder die „Directors Cut Night“, sehr wichtig waren, um Networking zu betreiben. Ich hatte allerdings nie eine Einladung. In München bin ich deshalb einmal über den Zaun geklettert und habe mir mein Kleid zerfetzt. Auf der Berlinale bin ich einmal rausgeflogen, weil ich an den Türstehern, die die Bändchen kontrollierten, vorbeigerannt bin. Ach, es war anstrengend und stressig, muss ich sagen. Ich bin froh, jetzt offiziell dabei sein zu dürfen.

Wie sind Sie zu der Serie „Muhtesem Yüzyil“ gekommen?
Ich hatte über eine Theaterproduktion eine Schauspielerin kennengelernt, die mich später für das Casting empfohlen hat. DAS GANZE INTERVIEW LESEN SIE IM PRINT-MAGAZIN. AB DEM 30. NOVEMBER 2019 IM HANDEL.

Hollywood, here i come.

Credit: Julia Kieksee

Victoria Jancke – die 1,84m große Schönheit arbeitet erfolgreich als Model. Mit gerade einmal 16 Jahren wurde sie auf der Straße von einem Modelscout entdeckt und ist seitdem heiß gefragt. Sie lief für große Marken, stand unter anderem für Kampagnen von Volkswagen, Polo Ralph Lauren und Michael Michalsky vor der Kamera und lebte eine Zeit lang in Australien. Im Frühjahr diesen Jahres flog die 28-jährige für ein Shooting nach LA – für die neue Parfumkampagne von Playboy. Warum es sie jetzt längerfristig in die USA zieht, hat sie uns im Interview erzählt.

„Mit 16 wurde ich als Model von einem Scout entdeckt. Am Anfang war ich mir nicht sicher ob Modeln das Richtige für mich ist“, erzählt Jancke aus ihrer Anfangszeit als Model. Ihr Tipp, um herauszufinden ob die Modelbranche zu einem passt: „Am besten absolviert man ein paar Testshootings. So ist schnell klar, ob es einem liegt oder nicht:“
Was es braucht um im Modelbusiness erfolgreich zu sein? „Einen gefestigter Charakter. Mit meinen 28Jahren konnte ich schon viel Erfahrung sammeln und weiß wer ich bin. Ich würde Anfängern raten, sich Kritik nicht allzu sehr zu Herzen zu nehmen, denn man kann nicht jedem gerecht werden.“, so Jancke.

Victoria Jancke ist aber nicht nur als Model gefragt, sie ist zudem super sportlich und kann schauspielern: „Ich würde gerne in Action-Filmen mitspielen. Das ist ein Nischen-Genre, wo sportliche Frauen wie ich gesucht werden“. Ihr Vorbild? Uma Thurman. Die Ähnlichkeit mit dem Hollywood-Star ist nicht zu übersehen. „In einer Neu-Auflage von Kill Bill die Tochter von Uma Thurman zu spielen, das wäre mein großer Traum.“, so Jancke.

Die 28-jährige ist ambitioniert und besitzt echten Kampf-Geist. Den musste Sie in ihrem Leben schon mehrfach beweisen: denn sie hat bereits zwei schwere Schicksalsschläge hinter sich. Im Frühjahr 2018 wurde sie auf dem Fahrrad an einer Kreuzung von einem LKW übersehen. Sie hatte Glück im Unglück und überlebte fast unversehrt. Trotzdem hat sie diese Nahtoterfahrung sehr geprägt. Ende des Jahres folgte dann die Diagnose Eierstockkrebs, doch sie konnte ihn besiegen. „Ich habe mir fest vor Augen gehalten, was ich alles noch erleben will.“
Jetzt ist sie bereit für neue Aufgaben: „Derzeit drehe ich in Tschechien für eine Serie und nächstes Jahr erscheint ein deutscher Actionthriller mit mir. Ende des Jahres geht es für mich aber schon in die USA.“ Sie hat sich einen Masterplan überlegt: In zwei Jahren möchte sie sich dort als Schauspielerin etablieren und ihren ersten Hollywood-Film drehen. Einen Vertrag bei einer Agentur hat sie bereits, den nötigen Biss sowieso: „Mit 28 Jahren habe ich einen starken Charakter entwickelt, ich nehme mich so wie ich bin und weiß wo meine Fähigkeiten liegen. Ich nehme mir Kritik nicht allzu sehr zu Herzen.“

Von AS

„Richte dich nicht nach anderen.“

Credit: Jorinde Gersina.

Frau Maag, Sie sind eine der erfolgreichsten Filmproduzentinnen Deutschlands. Besonders bekannt sind Sie für „Die Welle“ (2008), „Die vierte Macht“ (2012) und „Salt and Fire“ (2016) von Werner Herzog. War es schon immer Ihr Wunsch, Filme zu produzieren?

Ich habe schon immer Geschichten geliebt und mich für Menschen interessiert. Das sind meiner Meinung nach die wichtigsten Voraussetzungen, um fiktional zu erzählen. Filmproduzentin zu werden war nie mein Wunsch, das kam eher zufällig und dann sehr schnell. Ich habe nach meinem Abitur ein Praktikum in einer großen Werbefilmproduktion gemacht und das hat mir so gut gefallen, dass ich einfach immer weiter gemacht habe. Geprägt hat mich das französische und amerikanische Kino der 80er und vor allem der 90er Jahre, hier ist auch meine Liebe zum politischen Film begründet.

 

Gab es Menschen die Sie besonders inspiriert haben auf Ihrem Weg?

Ich hatte das Glück, dass ich schon sehr früh mit Leuten gearbeitet habe, die ihre Vision über die Argumente der gängigen Verkaufs- und Marketing Strategien gestellt haben und damit sehr erfolgreich waren. Das hat sich mir tief eingeprägt. In den USA ist man viel offener gegenüber ungewöhnlichen Ideen. In Frankreich hat Film an sich einen viel höheren Stellenwert in der Gesellschaft. In beiden Ländern habe ich viel Zeit verbracht und das hat mich sehr geprägt.

Mit wem haben Sie besonders gern zusammengearbeitet und warum?

Ich arbeite gerne mit visionären Leuten zusammen, die mutig sind und nach vorne denken. Zudem ist es mir sehr wichtig, dass meine Partner sozial kompetent und fair sind. Das ist neben dem Inhalt inzwischen das Hauptkriterium für mich bei einem Deal. Werner Herzog war insofern sehr beeindruckend, weil er wirklich zu hundert Prozent seine Vision verfolgt und gleichzeitig sehr fair und klar mit seinem Team ist.

Was waren für Sie die bisher wichtigsten Schritte in Ihrer Karriere?

Während meines Studiums an der Hochschule für Fernsehen und Film in München habe ich bereits meinen ersten TV Film für Christian Becker produziert, „Das Phantom“, dann kamen Preise, weitere Filme, Serie, Kino. „Die Welle“ bei Christian Becker war sicherlich ein Meilenstein. „Die vierte Macht“ bei UFA Cinema war mein erster internationaler Kinofilm.
„Salt and Fire“ war meine erste Kino Koproduktion mit Hollywood.

Inzwischen schreibe und entwickele ich auch eigene Stoffe und Konzepte. Ich habe nie aufgehört zu arbeiten, weil ich gerne arbeite. Wenn man seine Arbeit liebt, macht man einfach immer weiter.

Wenn heute ein junger Mensch den Wunsch hat, Filme zu produzieren – was würden Sie ihm/ihr raten?

Richte Dich nicht nach anderen, sondern vertraue zu hundert Prozent auf Dich und Deine Intuition. Ich selbst habe das erst spät begriffen.

Woraus schöpfen Sie Kraft?

Ich tanke Kraft in meinem Haus am Ammersee. Ich brauche die Natur und entspannte Menschen um mich herum, um mich zu erholen. Meine Familie und meine Freunde sind das Wichtigste in meinem Leben.

Was ist Ihnen neben dem Erfolg im Berufsleben besonders wichtig?

Neben meiner Familie und meinen Freunden sind mir inzwischen meine Zeit für mich und meine Zufriedenheit extrem wichtig. Der Erfolg ergibt sich daraus.

Was planen Sie als nächste Projekte, worauf können wir uns freuen?

Ich plane derzeit zwei Serienprojekte, ein Stoff davon ist wieder hochpolitisch.

Wie genießen Sie Ihren Erfolg und welche Ziele haben Sie noch für die Zukunft?

Ich freue mich jeden Tag meines Lebens. Ein Zukunftstraum wäre es, einen größeren Teil meines Lebens in der Provence zu verbringen.

 

Von Franziska Mansen