Leidenschaft ist alles!

Violinistin Julia Fischer gilt als eines der größten musikalischen Talente unserer Zeit.

Schon als Kind wusste sie, dass Musik ihr Leben bestimmen würde. Auch wenn Julia Fischer sich heute nicht mehr ganz sicher ist, ob sie früher nicht vielleicht doch auch mal gejammert hat, wenn sie Geige üben musste. Aber das Gefühl, etwas verpasst zu haben, seien es nun Verabredungen zum Spielen oder später heiße Partys, hat sie rückblickend nicht. Ihr Erfolgsgeheimnis? „Vermutlich, dass ich nie nach Erfolg strebte“, antwortet die heute 37-Jährige. Dabei spielte sie bereits mit 20 Jahren in der legendären Carnegie Hall in New York, mit 23 Jahren wurde sie die jüngste Professorin Deutschlands und ihre Aufnahme von Bachs Konzerten ist das meistverkaufte klassische Debüt in der iTunes-Geschichte. Heute veröffentlicht sie neue Werke allerdings nur noch auf ihrer eigenen Plattform, dem „JF Club“ – oder auf Vinyl wie die Sonaten von Eugène Ysaÿe, die Anfang 2021 erscheinen. Vinyl ist für sie einfach „ein zukunftsweisenderes Medium als die CD.“ Trotzdem hat die Violinistin noch einen ganzen Stapel davon zu Hause – die sie aber so gut wie nie hört, das ist ihr zu passiv: „In der Regel mache ich Musik selber.“ Sofort gute Laune macht Julia Fischer übrigens der Donauwalzer von Johann Strauss.

Inspiration zieht die Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande aus Gesprächen mit Kollegen, aus der Arbeit mit Studenten oder mit den kleinen Mitgliedern der von ihr gegründeten Kindersinfoniker und aus Konzerten – von denen sie im Jahr etwa 50 mit rund 30 verschiedenen Programmen gibt. Leidenschaft und Besessenheit treiben sie jeden Tag zu neuen Höchstleistungen und neuen Erfolgen an. Mit der Musik Schluss zu machen, das wäre völlig undenkbar für Julia Fischer – ein Ende der internationalen Bühnen-Karriere allerdings nicht: „Ich spiele sehr gerne in München und hier in meiner Umgebung. Auf das interkontinentale Reisen kann ich gut verzichten.“

von Johanna Reichert

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Sie ist aus der Klassikszene nicht mehr wegzudenken: Opernsängerin Eva Lind. © Jens van Zoes

„Immer 110 Prozent geben“

Eine kristallklare Stimme und eine sympathische Ausstrahlung: Eva Lind zählt zu den bekanntesten klassischen Sängerinnen unserer Zeit. Die gebürtige Innsbruckerin stand von Mailand bis New York auf allen großen Bühnen der Welt. Auch aus dem TV ist ihr Gesicht nicht mehr wegzudenken.

Im zarten Alter von drei Jahren wusste Eva Lind schon, was sie später einmal werden will: Opernsängerin. Gemeinsam mit ihren Eltern sah sie damals die Übertragung der Oper „Carmen“ im TV. Da war es um sie geschehen. Ein paar Jahre später – vier an der Zahl – bekam die kleine Eva von ihrer Großmutter eine Langspielplatte mit der Gesamtaufnahme der berühmten „Zauberflöte“ geschenkt. „Wenn niemand zu Hause war, habe ich alle Partien mitgesungen, vom Sarastro bis zur Königin der Nacht“, verrät sie. Dass sie mit 19 Jahren – ihr Gesangsstudium am Tiroler Landeskonservatorium hatte sie da bereits abgeschlossen – ihr Debüt an der Wiener Staatsoper in ebendieser Rolle als „Königin der Nacht“ feiern durfte, bezeichnet Eva Lind als „Traum“, der in Erfüllung ging. Es war der Start in eine steile Karriere.

Seither ist Eva Lind aus der Klassikszene nicht mehr wegzudenken. In den renommiertesten Opernhäusern der Welt stand sie schon auf der Bühne: In Paris, London, New York, Berlin, München, Stuttgart, Zürich, Mailand, Madrid, Buenos Aires, Tokyo oder Shanghai bezauberte sie das anspruchsvolle Publikum in den Paraderollen der Operngeschichte. Dazu moderierte sie in mittlerweile knapp zwei Jahrzehnten schier unzählige TV-Formate im österreichischen und deutschen Fernsehen.

Doch wie erreicht man all das? Eva Linds ganz persönliche Erfolgsformel hat mehrere Komponenten: „Die Stimme wurde mir geschenkt. Dann sind aber natürlich auch Fleiß und Ausdauer ungeheuer wichtig sowie, auf dem Boden zu bleiben und sich realistisch einschätzen zu können“, sagt sie. Besonders wichtig sei allerdings, unbeirrt den Weg einzuschlagen, von dem man selbst überzeugt sei, erklärt sie weiter und fasst ihr Erfolgsrezept schließlich mit einem Zitat von Philosoph Augustinus Aurelius zusammen: „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.“

Diese Begeisterung für klassische Musik war für Eva Lind seit Kindheitstagen Antrieb – und ist es bis heute geblieben. Für ihre Karriere musste die 54-Jährige viel investieren. „Auch wenn man abends strahlend auf der Bühne steht, ist Operngesang körperliche Schwerstarbeit und man muss viele Entbehrungen in Kauf nehmen: stundenlanges Üben, keine Discobesuche als Teenager, vor dem Auftritt keine Schokolade“, verrät sie und lacht. Rückblickend würde sie vielleicht etwas weniger Zeit ins Proben investieren und das Leben mehr genießen, denn Zeit für die wichtigen Dinge im Leben ist für Eva Lind ein Luxus. Auf der anderen Seite: Zu den wichtigsten Dingen in Eva Linds Leben zählt eben die Musik. „Wenn man Musik liebt, dann verschwimmen die Grenzen zwischen Hobby und Beruf“, sagt sie.

Neue Inspiration schöpft Eva Lind in ihrem Garten. Den habe sie gerade in letzter Zeit als Refugium neu entdeckt, verrät sie. „Die körperliche Arbeit, zum Beispiel beim Rasenmähen, Heckenschneiden oder Kartoffelernten macht mir riesigen Spaß, erdet mich und gibt mir neue Kraft.“ Daneben reist sie gerne. Die Welt – vor allem aber Afrika – mit all ihren Facetten zu entdecken, ist Eva Linds große Leidenschaft neben der Musik. „Wenn ich könnte, würde ich mich permanent auf Weltreise befinden. Aber dann steht auch schon wieder die Apfelernte im Garten an“, scherzt sie.
Von Jonas Raab

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Sein Stil? Abstrakter Expressionismus. Bild © Phil Semelink

Der neue Rockstar der Kunstszene

Bunte Tattoos zieren seinen Körper und sogar sein Gesicht, die Kippe im Mund ist ein häufiges Accessoires zu seinen schrillen Klamotten: Alexander Höller sieht aus wie ein Enfant terrible – hat aber die Manieren eines Traum-Schwiegersohns. Dieser Mix ließ ihn schon mit Anfang 20 zum Shootingstar der Kunst-Branche aufsteigen. Längst zeigt er auf der Art Miami und Arnold Schwarzenegger hat seine Kunst an der Wand. Seinen Stil beschreibt der 24-Jährige als abstrakten Expressionismus, den er mit hochwertigsten Farben aus Frankreich auf reines belgisches Leinen bringt. Manchmal dauert es Jahre, bis die Bilder fertig sind und zum Teil für mehrere Zehntausend Euro an Kunstliebhaber gehen. Sein Diplom an der staatlichen Akademie der bildenden Künste in München hat Alexander aber trotzdem kürzlich gemacht.

Wolltest Du schon immer Künstler werden?
Als ich anfing, mich ernsthaft mit Kunst zu beschäftigen, habe ich gar nicht darüber nachgedacht, dass ich mein Leben komplett der Kunst widmen werde. Und dann habe ich mit 17 Jahren die Schule abgebrochen, um Vollzeit-Künstler zu sein. Mit der Kunst kann ich meine Gefühle und Emotionen sichtbar machen. Als Kind wollte ich aber eigentlich Fußballtorhüter werden. Mein großes Idol war damals Oliver Kahn. Jedes Jahr war ich der Erste, der im Sportgeschäft unserer Kleinstadt sein neues Trikot gekauft hat. Es macht mich stolz, dass Oliver nun eines meiner Bilder besitzt.

Gab es einen materiellen Wunsch, den Du Dir nach dem ersten Erfolg erfüllt hast?
Aktuell gebe ich nicht so viel auf Materielles. Ich habe noch keine teure Uhr und fahre auch noch kein Luxus-Auto. Ich schließe diese Dinge nicht aus, aber im Moment strebe ich sie einfach nicht an. Ich kaufe mir allerdings sehr gerne qualitativ hochwertige Kleidung und auch beim Fliegen und Reisen spare ich nicht. Mein Hauptziel war immer, dass ich mir so viel Material für meine Kunst kaufen kann, wie ich möchte. Das habe ich mir zum Glück relativ schnell erfüllt.

Was sind Deine Stärken?
Konzentration, Disziplin, unangenehmen Situationen aussitzen können. Meine Ungeduld. Die ist gleichzeitig aber auch oft meine größte Schwäche.

Gab es Rückschläge auf Deinem Weg zum Erfolg?
Bis jetzt ging es zum Glück immer steil nach oben. Aber ich bewahre die Ruhe und bilde mir darauf nichts ein. Eine Sternschnuppe verglüht schnell…

Was macht Dich traurig?
Privat, wenn ich Streit mit Menschen habe, die ich eigentlich sehr liebe. Beruflich, wenn ich stundenlang im Atelier sitze und nicht weiterkomme.

Was rätst Du einem jungen Künstler, der gern in Deine Fußstapfen treten möchte?
Man muss und kann sich alles erarbeiten. Aber wenn die anderen Party machen, musst du im Atelier stehen.

Wobei hast Du außerhalb des Ateliers gern Erfolg?

Ich fahre gerne Monoski. Da versuche ich immer bis ans Limit der Geschwindigkeit zu gehen.

Und was treibt Dich beruflich dazu, ans Limit zu gehen?
Mein großes Ziel. Ich möchte noch zu Lebzeiten eine Einzel-Ausstellung im Museum of Modern Art in New York haben.

Was war für Dich bisher der größte Wow-Moment Deiner Karriere?
Als ich Ende 2018 realisiert habe, dass ich 127 Bilder innerhalb von 12 Monaten verkauft hatte. Das war echt krass.

An welchen Orten findest Du neue Inspiration?
Ich bin direkt am Wald aufgewachsen. Seit ich denken kann, bin ich sehr eng mit dem Wald verbunden. Vor allem kann ich dort durchatmen. Ich liebe frische Luft.

Wo arbeitest Du?
Aktuell habe ich ein leerstehendes Gebäude in München als Atelier – vor ein paar Monaten habe ich aber auch noch das daneben gemietet. In etwa einem Jahr will ich in eine Lagerhalle außerhalb von München umziehen, die mindestens zehnmal so viel Fläche hat und direkt am Wald liegt.

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Mutig und voller Tatendrang: Als sie eine neue Perspektive brauchte, wechselte sie von Mezzosopran zu Sopran

„Fehlendes Bewusstsein für Gefahren ist oft ein Turbo für Erfolg“

Sie verkörperte an der Mailänder Scala Strauss’ Salome und Verdis Lady Macbeth an der Metropolitan Opera in New York: Die Opernkarriere von Nadja Michael ist ein Siegesmarsch über die bekanntesten Bühnen dieser Welt. Dabei war ursprünglich eine ganz andere berufliche Zukunft für sie vorgesehen…

Was raten Sie jungen Menschen, die gern in Ihre Fußstapfen treten möchten?
Die internationale Kunstwelt kann beides sein: ein vermintes Feld oder die große Freiheit. Der alles entscheidende Punkt ist, ob man die unbedingte Notwendigkeit für Musik als Beruf fühlt. Wer für sich andere Wege auch nur vorstellbar findet, sollte unbedingt von einer Karriere als Sänger Abstand nehmen. Wer aber ohne jedes Nachdenken jede Minute des Tages an sich arbeitet, wird seinen Platz im Künstlerkosmos finden.

Hatten Sie je Existenzängste?
Seltsamerweise nicht. Vielleicht war das im ersten Jahrzehnt meiner Karriere so, weil ich nie auf die Gagen geschaut habe. Dass ich für meine Auftritte bezahlt wurde, war sozusagen ein glücklicher Nebeneffekt. Diese Einstellung änderte sich, als meine Kinder zur Welt kamen und ich damit für zwei weitere Leben die Verantwortung übernahm. Das hat mir definitiv ein wenig meiner Leichtigkeit genommen. Aber ich würde meine Entscheidung, Mutter zu werden, um nichts in der Welt ändern wollen.

Sie wären beinahe Leistungsschwimmerin geworden. Haben Sie je darüber nachgedacht, wie Ihr Leben gelaufen wäre, wenn Sie diesen Weg weitergegangen wären?
Ehrlich gesagt ist das einfach zu lange her. Ich selbst habe die Entscheidung, den Sport aufzugeben, nicht getroffen, sondern meine Eltern. Es war abzusehen, dass bald das in der DDR übliche Doping starten würde. Das wollten sie mir ersparen. Meine Bedingung war der Wechsel auf die Musikspezialschule. Als das klappte, war ich zufrieden.

Was war die größte Schwierigkeit auf Ihrem Weg zum Erfolg?
Meine Stimme war besonders für den europäischen Geschmack etwas aus der Zeit gefallen. Der Klassikmarkt tendiert zu leichten, lyrischen Stimmen – meine ist groß, dramatisch und individuell ausufernd, wie man es nach dem Krieg bis Ende der 70er-Jahre liebte. Sie passt also weder zu meiner Körperlichkeit noch zum aktuellen Geschmack. Ich sage immer, ich habe aber trotzdem Karriere gemacht. Zu meiner natürlichen Arbeitswut haben sich einige große Unterstützer und die Liebe des Publikums gesellt, besonders in Italien und USA. Mein Aufbaustudium in den USA hat mir im wahrsten Sinne des Wortes eine Welt eröffnet und ich habe meine Karriere – das ist eine große Ausnahme als deutsche Sängerin – vorwiegend in Italien begonnen. Dort weiß man außergewöhnliche Stimme mehr zu würdigen als die akademische Herangehensweise.

Sie haben mitten in Ihrer Karriere von Mezzosopran zu Sopran gewechselt: Ist so ein Schritt nicht gefährlich?
Ja, klar. Wenn man ein Weltklassegolfer ist und dann zum Weltklassetennisspieler werden möchte, ist das mit Risiko verbunden. Ich brauchte jedoch neue Perspektiven, denn alle spannenden Mezzo-Partien hatte ich bereits gesungen. Durch die Geburt meines ersten Kindes hat sich zudem meine Stimme noch vergrößert und im Umfang erweitert. Es war riskant, aber manchmal ist fehlendes Bewusstsein für die drohenden Gefahren ein sehr guter Schutz…

 

Das ganze Interview finden Sie in der Printausgabe von Secrets of Success.

Schauspieler Hans Sigl – viele kennen ihn als den „Bergdoktor“. © fotowunder

„Keine Rückschläge, sondern interessante Erfahrungen“

Er zählt seit vielen Jahren zu den beliebtesten Schauspielern in Deutschlands: Hans Sigl. Dass sich darin die deutschen und die Fans aus seinem österreichischen Heimatland einig sind, lässt sich an zahlreichen Preisen ablesen.

Bereits dreimal wurde der spätestens seit seiner Verkörperung des Martin Gruber in „Der Bergdoktor“ 51-Jährige mit dem österreichischen Fernseh- und Filmpreis „Romy“ als beliebtester männlicher Seriendarsteller ausgezeichnet. In Deutschland bekam er 2015 und 2017 den Publikums- und Medienpreis „Goldene Henne“ verliehen. Diese Auszeichnungen zählen für Hans Sigl „neben vielen wundervollen Theaterpremieren und Filmen“ zu den Highlights seiner Karriere. „Ich freue mich über jeden der Publikumspreise“, sagt Sigl. Noch etwas darüber stehe aber die Freude über die „Goldene Kamera“ 2019, „weil wir sie für das gesamte Team gewonnen haben“. Serien wie „Der Bergdoktor“, in deren Remake Sigl seit 2008 die Hauptrolle des Martin Grubers spielt, seien ein Paradebeispiel für die hervorragende Arbeit aller Beteiligten. Der gebürtige Steirer bezeichnet sich selbst als Teamplayer. „Loyalität ist eine wundervolle Sache, die ich für unverzichtbar halte, und Durchhaltevermögen ist auch nicht gerade hinderlich. Und trotz aller Anspannung, die mein Beruf bietet, sind Humor und Leidenschaft, Empathie und Geradlinigkeit sehr wichtig“, meint Sigl.

Sein eigenes Erfolgsgeheimnis sei letztendlich keines: „Harte Arbeit und dabei sich selbst treu bleiben.“ Gleichzeitig müsse man darauf vertrauen, dass sich Wünsche auch erfüllen. Hans Sigl nennt den „Bergdoc“ seine wichtigste Rolle, „denn er begleitet mich am längsten und die Zeit mit ihm war am prägendsten“. Doch seine lange Bildschirmkarriere begann bereits 1994 mit dem österreichischen Spielfilm „Ich gelobe“. es folgten verschiedenste Serien und Filmrollen einem noch größeren Publikum wurde er durch die in der ORF-ZDF-Coproduktion „SOKO Kitzbühel“ bekannt. Dort verkörperte er zwischen 2001 und 2006 den Major Andreas Blitz.

Dabei sah es lange nicht nach einer Schauspielkarriere aus. „Da ich auf dem Land aufgewachsen bin, wollte ich erst Bauer werden, dann Polizist und am Ende Lehrer. Dazwischen aber Anwalt und dann Therapeut. Ich habe auch einige Semester Anglistik und Psychologie studiert, bevor ich ans Theater gekommen bin“, erinnert sich Sigl. Die Schauspielerei war tatsächlich Liebe auf den ersten Blick. Als er das erste Mal auf der Probebühne hinter den Kulissen des Theaters stand, spürte er die Magie der „Bretter, die die Welt bedeuten“. „Da wusste ich, ich bin angekommen“, lächelt Sigl glücklich. Nach bestandener Ausbildung im Tiroler Landestheater Innsbruck sei es deshalb auch sein sehnlichster Wunsch gewesen, von diesem Beruf leben zu können…
Von Robert Torunsky

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Unter dem Label „dekLart“ verkauft er seine Werke auch bei Instagram. Fotos: privat

Der Künstler der Stars

Vom Maurerlehrling zum Architekturstudenten. Vom Architekten zum angesagtesten , dessen Werke für fünfstellige Beträge über den Tresen gehen: Dennis Klapschus hat eine Karriere im Turbomodus hingelegt. Heute ist er zufrieden, aber noch lange nicht satt.

Multimillionär Robert Geiss, TV-Gigant Dieter Bohlen und Fußballnationalspieler Jonathan Tah haben etwas gemeinsam: Sie alle haben einen knalligen Klapschus. Ein Klapschus? Das ist ein kollagenartiges Sprayart-Kunstwerk des Essener Künstlers Dennis Klapschus. Und es sind bei Weitem nicht die einzigen Promis, die auf seine extravaganten Pop-Art-Werke schwören.

Obwohl Klapschus als Kind einer Handwerkerfamilie schon früh den Traum hatte, später einmal reich zu sein und seine finanzielle Freiheit heute schätzt, ist Geld nicht sein Hauptansporn. „Ich denke, bei jeder Berufswahl sollte der Spaß im Vordergrund stehen“, sagt der 35-Jährige, der mittlerweile auch Porsches, Bentleys oder Birkin Bags als Leinwand nutzt und die bunten Comicfiguren, die seine Werke zieren, in Miami ausstellt. Viel Herzblut und Ehrgeiz haben ihn dorthin gebracht. Vor allem mutig müsse man sein, um Erfolg zu haben, sagt Klapschus. Und man müsse immer an sich glauben, egal was andere sagen: „Ich bin an viele falsche Leute geraten, die einen kleinhalten wollen – leider auch aus dem direkten Umfeld. ‚Nein, das schaffst du eh nicht‘ haben sie gesagt …“

Dass es Klapschus dennoch geschafft hat, verdankt er nicht nur seinem Talent. „Ohne meine Frau wäre das alles nicht möglich gewesen. Meine Frau, meine Kinder und ich, wir sind ein Team und das ist unsere große Stärke“, sagt der zweifache Familienvater. Klapschus vermarktet seine Werke abseits der traditionellen Kunstwege in Eigenregie – unter anderem und vor allem auch bei Instagram – unter dem Label „dekLart“.
Von Jonas Raab

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Trotz vieler Niederlagen hat er es zum Erfolg geschafft: Moderator Daniel Aminati. © Andreas Thümmler

„Ich war immer ein Kämpfer“

Sein Leben glich einer Achterbahnfahrt: Die Kindheit verbrachte Daniel Aminati im Erziehungsheim, dann stieg er kometenhaft zum Popstar auf und landete letztlich unsanft in einem Schuldenberg. Der TV-Moderator ist aber für jeden Moment seiner Geschichte dankbar, besonders für die Schlechten. Denn die haben ihn geformt.

Daniel Aminati hat eine klare Lebensphilosophie: „Ein guter Tag ist, wenn Du mehr gelacht als Dir Gedanken über Probleme gemacht hast. Es gibt für fast alles eine Lösung. Ich möchte mich mehr in der Freude befinden als im Pessimismus“, sagt er. Es ist also nicht nur Fassade, dass der heute 47-Jährige wie ein Sunnyboy wirkt, der auf ruhiger See zum Erfolg gesegelt ist – obwohl er mehr als einem Sturm trotzen musste. Der TV-Star verrät: „Mein Leben wurde extrem von Niederlagen geprägt.

Das fing schon in der Kindheit an. Ich habe keinen Schulabschluss und bin ab meinem zehnten Lebensjahr in insgesamt drei Erziehungsheimen groß geworden – mein Weg war sehr, sehr steinig. Aber wegen des Lebens, das ich hinter mir habe, bin ich jetzt auch der, der ich bin. Ich war immer ein Kämpfer und kein Opfer.

Du lernst laufen nur durchs Hinfallen. Ich glaube, dass jeder Stolperstein Motivation sein kann zu wachsen.“ Wie damals, als er als Mitglied von „Bed & Breakfast“, der ersten deutschen Boyband, das Popstar-Klischee lebte und so einen finanziellen Scherbenhaufen produzierte. „Das wieder in Ordnung zu bringen und zu verstehen, was für mich ein zufriedenes Leben bedeutet, hat Jahre gedauert, war aber auch unfassbar lehrreich für mich. Ich bin zwar durch meine Arbeit noch immer eine Person der Öffentlichkeit, aber in erster Linie achte ich jetzt darauf, Mensch zu sein.

Das ganze Interview können Sie ab 4. Dezember 2020 in der Printausgabe von “Secrets of Success” lesen.

„Ich kann mehr als nur in die Kamera lächeln“

Er ist gelernter Tischler und einer der erfolgreichsten Deutschen auf TikTok: Falco Punch hat weit über neun Millionen Follower, Tendenz steigend. Seinen richtigen Namen hält der 25-Jährige Schleswig-Holsteiner geheim, so viel Privatsphäre will er sich bewahren. Dafür ist bekannt, dass er mit Werbedeals allein 2019 eine sechsstellige Summe machte. Und einen Plattendeal mit Universal Music hat Falco auch. Trotz seines Erfolgs fing das Multi-Talent kürzlich eine Ausbildung zum Mediengestalter an. Die hat er – wie er selbst sagt „leider“ – schon wieder hingeschmissen, um sich bei TikTok noch stärker reinhängen zu können. Es läuft einfach zu gut…

Was ist Dein Erfolgsgeheimnis?
Ich spiele meine Stärken aus und probiere viele Dinge aus. Dabei verstelle ich mich nicht, bleibe immer am Boden und versuche immer meine Reichweite richtig einzusetzen. Außerdem bin ich einer der wenigen, der fast alles selbst macht. Ich gebe das Lenkrad nie ganz ab.

Was unterscheidet Dich von anderen Influencern?
Ich denke, dass der heutige Influencer – oder wie ich lieber sage „Content-Creator “ – ein Alleskönner sein muss. Es ist einfach authentischer, wenn man seine kreative Seite zeigt und damit außergewöhnlich ist. Ich bin einer der wenigen, der fast alles selbst macht. Ich gebe das Lenkrad nie ganz ab.

Wie haben Deine Eltern auf Deine Karriere reagiert?
Ich bin sehr glücklich, dass ich so eine coole Familie hab. Durch ihre Unterstützung konnte ich mir, als ich klein war – so ungefähr zehn Jahre –, meinen Traum erfüllen und lernen, wie man Videos produziert. Ich habe mir alles zuhause selbst beigebracht. Ich wollte schon damals Youtuber werden.

Wie diszipliniert bist Du?
Mal mehr, mal weniger. Als ich meine Ausbildung mit einer 40-Stunden-Woche gemacht habe, habe ich gemerkt, wie diszipliniert ich wirklich bin. Ich habe es tatsächlich geschafft, auch noch Content fürs Internet zu liefern. Leider hatte die Woche nur sieben Tage – das ging auf Dauer nicht.

Wie oft postest Du?
Auf TikTok zwei bis dreimal die Woche. Mir fällt es leichter, einfach zu posten, wenn ich mich gut fühle. Aber ich versuche, die Leute auf Instagram auf dem Laufenden zu halten. Ich arbeite etwa acht bis zehn Stunden pro Tag an meiner Internet-Karriere, aber was ich mache, variiert stark. Es gibt Tage, an denen ich einfach mal nichts produziere. Um kreativ sein zu können, muss ich den Kopf dafür frei haben.

Was treibt Dich an?
Ich mich selbst. Weil ich weiß: Von nichts kommt nichts.

Kannst Du begreifen, wie erfolgreich Du eigentlich bist?
Das habe ich nie richtig wahrgenommen, bis meine Freunde mir klar gemacht haben, wie viele Menschen ich eigentlich weltweit erreiche. Da habe ich erst mal Angst bekommen, weil mir die Verantwortung, die das bedeutet, bewusst wurde. Deswegen glaube ich, man sollte sich nicht so viele Gedanken über seine Reichweite und seinen Erfolg machen. Sonst wird der Stress zu groß.

Welche Deiner Beiträge haben den größten Erfolg?
Es gibt viele Videos, die bis zu 70 Millionen Aufrufe haben. In meinen Augen ist mein Love-Story-Video auf TikTok mit meiner Freundin das Erfolgreichste. Es ist wirklich sehr gut bei den Leuten angekommen.

Wozu möchtest Du Deine Berühmtheit nutzen?
Ich möchte Leute so inspirieren, wie ich auch früher inspiriert wurde. Ich habe es geliebt, Videos wie meine zu schauen. Ich versuche, damit auch immer eine Vorbildfunktion einzunehmen.

DAS GANZE INTERVIEW LESEN SIE IM PRINT-MAGAZIN. AB DEM 4. DEZEMBER 2020 IM HANDEL.

Fotos © Thomas Stachelhaus

Der Chef im Hause Kelly

Joey Kelly ist Geschäftsmann, Extremsportler, Musiker und Speaker. Er kann eigentlich alles – außer faul sein.

Stillstand ist für Joey Kelly die Höchststrafe. Er braucht den Reiz der Herausforderung, ob beruflich oder sportlich. „Obwohl ich schon mehr geschafft habe, als ich mir je erträumt hätte, bin ich noch nicht satt“, sagt der 48-Jährige. Sein Weg hat ihn aus dem Schatten der Familie in eine eigene Karriere geführt – heute ist er Geschäftsmann und Sportler: „Nur, wer kämpft, schafft es. Ich habe kein Talent, aber ich habe Disziplin“, erklärt er seinen Erfolg. Kein Talent? „Ich habe nie etwas gefunden, das ich schnell lerne. Ich musste immer mehr tun als andere, ich musste intensiver meine Instrumente üben und muss länger am Schreibtisch sitzen, muss mehr kämpfen. Ich behaupte, mein einziges Talent ist Ausdauer. Aber man kann sich immer steigern, man darf nur nicht aufgeben.“ Zweifel kennt er trotzdem: „Es gab immer wieder Momente in Wettkämpfen, in denen ich dachte, dass ich es nicht ins Ziel schaffe, ich bin aber immer angekommen – und es hat mich jedes Mal stärker gemacht.“ Ein Fan von Extremsport ist er aber nicht: „Sehr riskante Sachen reizen mich nicht. Meine Intention ist es, möglichst lange zu leben.“ Am gefährlichsten fand er nicht, im Wok einen Berg runterzurasen oder durch die Wüste zu joggen, seine Warnleuchten gingen an, als er für eine Show Pokern lernte: „Ich bin ins Bett gegangen und habe ans Pokern gedacht und nach dem Aufstehen dachte ich sofort wieder daran. Ich habe den Pott heimgeholt, 50 000 Euro gewonnen und wusste, dass ich dieses Spiel nie wieder anfassen darf. Es gibt genügend Menschen, die Haus und Hof verspielt haben.“ Manchmal ist es eben auch eine Herausforderung, etwas nicht zu tun.

 

Joey Kellys sportliches Vorbild ist Luc Van Lierde: „Er ist ein ehemaliger belgischer Triathlet, der als Quereinsteiger die Weltspitze überrollte. Ich habe meinen Sohn nach ihm benannt.“ Und der ist heute ebenfalls auf dem Weg zum Sport-Maniac. „Ich bin sehr stolz auf ihn, er ist unfassbar ehrgeizig“, sagt der begeisterte Papa, der ihn gern auf seine Abenteuer mitnimmt. Nächstes Jahr möchte er als Challenge mit seinen beiden Ältesten in einem alten VW-Bus von Alaska nach Patagonien fahren – ohne Geld. Und: „Mit meiner Tochter und einem meiner Söhne mache ich außerdem Musik als Familie. Er spielt Klavier, sie singt. Das macht unfassbar viel Spaß.“ Ob das Ergebnis aber je als Album erscheint, steht nicht fest. „Ich halte meine Kinder aus der Öffentlichkeit raus, bis sie volljährig sind. Meine Tochter ist erst 14 Jahre alt. Ich will, dass sie selbst entscheiden kann, ob sie das will“, erklärt der Musiker, dessen Weg vorbestimmt war.

„Was ich in meiner Karriere gelernt habe? Probleme sollte man als Herausforderungen sehen.“

Lifestyle, Kreativität und Nahbarkeit – für diesen Mix lieben ihre rund 250 000 Follower Laura Noltemeyer. Ihren „Designdschungel“ hat die Hamburgerin mittlerweile zur internationalen Marke ausgebaut und eine eigene Social-Media-Marketing-Agentur gegründet. Das neuste Baby der 32-Jährigen ist die Kosmetik-Marke „Bayage Beauty“, deren Produkte alle vegan sind und frei von Parabenen, Silikon, Mikroplastik und Mineralöl.

 

Interview:

Wie haben Deine Eltern auf Deine Karriere reagiert?

Ich habe einen Master in Architektur, deshalb war das alles nicht so einfach für sie. Meine Eltern hatten sich mit dem Gedanken angefreundet, dass ich Architektin werde. Ich habe mir dann erst mal ein Jahr gegeben und in einer mini-kleinen Wohnung ohne große Fixkosten gewohnt, um auszuprobieren, ob ich mit meinem Konzept erfolgreich werden könnte – ohne dabei Schulden anzuhäufen. Jetzt, fast sieben Jahre später, würde ich sagen, es hat sich gelohnt, dass ich nicht auf die Meinung anderer gehört habe und meine Eltern sagen das auch.

 

Was ist Dein Erfolgsgeheimnis?

Ich versuche, keine Probleme zu sehen, wo keine sind. Und wenn ich etwas mache, bin ich bereit, alles dafür zu geben und bin mir für nichts zu schade.

 

Welche Opfer musst Du denn bringen?

Extrem viele, das sieht man auf Social Media nur nicht. Ich kann nicht einfach mal so mit Freunden bis fünf Uhr morgens feiern oder mich entspannt unter der Woche auf einen Wein treffen, sondern muss viel auslassen, um meine Karriere so professionell zu betreiben, dass es meinem Anspruch an mich selbst genügt.

Das ganze Interview können Sie am 4. Dezember 2020 im Print Magazin Secrets of Success nachlesen.

„Es tut uns gut, auch Sachen allein zu machen“

Vier Alben, acht goldene und drei Platinschallplatten, dazu mehr als 150 Millionen Audio- und Videostreams: Glasperlenspiel ist eine der bekanntesten Elektro-Pop-Bands Deutschlands. Privat sind Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg übrigens sogar noch länger als beruflich ein Paar – nämlich schon zwölf Jahre, ein Musikduo sind sie erst seit 2010. Trotz des Erfolgs ist es der Sängerin wichtig, sich nicht komplett im „Wir“ zu verlieren. Deshalb findet sie es ganz gut, auch mal ein Interview allein zu geben…

Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg sind nicht nur ein musikalisches Paar – sondern seit 12 Jahren auch privat Credit: Universal Music

Wann hast Du gedacht: Jetzt haben wir es wirklich geschafft?

Es gab ein paar Schlüsselmomente, in denen ich den Tränen sehr nahe war. Beispielsweise als wir das erste Mal, nach dem der Song „Geiles Leben“ rauskam, auf der Bühne standen und wirklich alle Menschen mitgesungen haben.

 

Was ist Euer Erfolgsgeheimnis?

Bis jetzt, dass wir so gut wie immer das gemacht haben, worauf wir Bock hatten.

 

Wie sehr trifft Dich Kritik? Gerade Musikkritiker und Fans können ja sehr hart sein…

Ich versuche, das immer von mir fernzuhalten und nicht zu viele Kommentare zu lesen. Ich bin ein Fan konstruktiver Kritik, aber mit gemeinen Dingen komm ich meist nicht so gut klar. Ich bin da oft sensibel und die Worte bleiben leider eine Zeitlang – wenn auch nur unterbewusst – im Kopf gespeichert.

 

Hattet Ihr je Existenzängste?

Es lief natürlich nicht immer super. Wir wissen, wie es ist, mit wenig Geld in Berlin zu leben und sich dort etwas aufzubauen. Wir haben immer versucht, das, was wir verdient haben, wieder in unsere Musik zu investieren.

 

Wie lief Euer erster Liveauftritt als Duo?

Eigentlich war es ganz furchtbar. An diesem Abend lief wirklich alles schief: Ich war erkältet und technische Probleme gab es auch. Wir haben nicht überzeugt. Es konnte also nur besser werden…

 

Habt Ihr je ans Aufhören gedacht?

Ans Aufhören nicht, aber ich habe an eine Pause gedacht… Ich glaube, dass es manchmal ganz guttut, sich auch in anderen Dingen auszuprobieren und vielleicht mal Abstand zu dem, was wir seit zehn Jahren machen, zu gewinnen, um dann wieder frisch zu starten. Durch Corona wurde uns die Entscheidung ein kleines bisschen abgenommen und wir haben gemerkt, wie es ist, die Bühne über einen längeren Zeitraum zu vermissen…

 

Was macht Euch aus – beruflich und auch als Paar?

Wir ergänzen uns gut, weil wir sehr unterschiedlich sind. Auf der einen Seite gibt es aus diesem Grund immer wieder Streitpunkte, auf der anderen Seite ist es toll, dass Daniel eher der technische Part ist, unsere Produktionen macht und rational denkt. Ich bin eher der gefühlsbetonte, träumerische Part. Was uns verbindet, ist die Musik und die Kreativität.

AB 4. DEZEMBER 2020 KÖNNEN SIE DAS GANZE INTERVIEW IM PRINT-MAGAZIN NACHLESEN.

Seit 24 Jahren ist Schauspieler Erdoğan Atalay das Gesicht der Serie „ Alarm für Cobra 11“ Foto. © cobraeleven_erdogan

„Werden Sie lieber Automechaniker!“

„Ihr Revier ist die Autobahn. Ihre Gegner extrem schnell und gefährlich. Verbrechen ohne Limit!“ Fans wissen bei diesen Zeilen gleich, wovon die Rede ist: von der Actionserie „Alarm für Cobra 11“. Und sofort denkt man an ihn: Erdogan Atalay. Der 53-Jährige ist seit 24 Jahren das Gesicht der Serie.

Donnerstag ist Semir Gerkhans Tag. Dann sehen dem Autobahnkommissar regelmäßig zwei bis drei Millionen beim Verfolgen von Bösewichten zu. Seit der zweiten Folge verkörpert Atalay die Figur und hat damit einen großen Anteil am Erfolg der Serie. Auch für ihn persönlich begann mit der Rolle der Aufstieg als Schauspieler. Sein Talent hat er vom Vater geerbt, der in der Türkei Schauspieler war. „Aber als ich im Berufsbildungszentrum in Hannover meinen Berufswunsch vorstellte, lachte mich der Mitarbeiter dort aus und meinte: Das ist nichts für Sie. Werden Sie lieber Automechaniker!“ Atalay war tief gekränkt. „Insgeheim hat es mich aber bestärkt.“

Damit lernte der junge Atalay sogleich eine wichtige Lektion: „Rückschläge gibt es viele. Wichtig dabei ist, dass man immer wieder versucht, sein Bestes zu geben, auch wenn man oft abgelehnt wird.“ Der 53-Jährige weiß, wovon er spricht. „Ich habe einige beschissene Momente in meiner Laufbahn erlebt. Mich hat mal eine Agentur angerufen und mir eine Rolle angeboten, die ich sehr gerne bekommen hätte. Während des Gesprächs fiel der Dame auf, dass sie sich verwählt hat!“

Aber er gab nicht auf. Oder, wie er es ausdrückt: „Ich bin sehr leidenschaftlich hartnäckig und kämpferisch in meiner Arbeit.“ Mit dieser Einstellung ergatterte er mit 18 Jahren auch seine erste Rolle am Staatstheater in Hannover: „Ich bin in das Betriebsbüro gegangen und habe gesagt: Hallo, Sie machen doch hier Theater. Ich würde gerne mitspielen.“ Atalay lacht: „Wenn die beiden, die das Büro leiteten, nicht so verdutzt über mein völlig naives Auftreten gewesen wären, wäre vielleicht alles anders verlaufen. Aber nachdem sie mich zurechtgewiesen haben, dachten sie vielleicht an ihre eigene Jugend und kamen mir hinterhergelaufen, um mir eine Statistenrolle anzubieten.“

Mit 53 Jahren ist er selbst Chancengeber – als Unterstützer des Kinderhilfswerks „Die Arche“. „Es wäre klasse, wenn man eines Tages sagen könnte: Ich lebe in einem Land, in dem es keine Armut gibt, keine Ausgrenzung oder Diskriminierung, in dem jeder toleriert wird, egal welcher Nationalität oder Religion er angehört. Das wäre mal eine wirkliche Erfolgsgeschichte!“
Claudia Rothhammer

©Myro Wulff Der „Bambi“-Preisträger Francis Fulton-Smith zählt seit den 90er-Jahren zu den meistbeschäftigten Schauspielern Deutschlands.

Der Tausendsassa

Den Berufswunsch „Schauspieler“ hatte Francis Fulton-Smith bereits im Kindesalter– auch wenn es eine Art Zweitbesetzung war. „Ursprünglich wollte ich Cowboy oder Indianer werden, da mich Western fasziniert haben. Als mein Vater mir mit fünf Jahren sagte, ,Das sind Menschen, die für Geld spielen‘, stand fest: Ich werde Schauspieler“, erinnert sich der gebürtige Münchner. Dieses Ziel verfolgte er getreu seiner Devise: „Gib immer zwei Millimeter mehr als alle anderen“. Das sollte sich auszahlen: Für seine glänzende Verkörperung des legendären ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß 2014 in dem Politthriller „Die Spiegel-Affäre“ bekam er u.a. den „Bambi“ und den „Deutschen Schauspielerpreis“ verliehen. Die Hingabe für seinen Beruf unterstreicht die Tatsache, dass Fulton-Smith als Vorbereitung für die Rolle unter ärztlicher Aufsicht 20 Kilo zugenommen hatte. „Ich stelle mich mit eiserner Disziplin ganz in den Dienst der Figuren, die ich verkörpere. Ich werfe den schützenden Brudermantel um sie und verteidige ihr Sein“, nennt Fulton-Smith eines seiner Erfolgsgeheimnisse.

Zunächst stand für den Sohn einer deutschen Fremdsprachenkorrespondentin und eines britischen Jazzmusikers aber das Abitur an. Anschließend verfolgte er konsequent seinen Berufswunsch und absolvierte an der Otto Falckenberg Schule in München seine Ausbildung zum Schauspieler. Die Zeit an der Fachakademie zählt der 53-Jährige rückblickend zu seinen wichtigsten Karriereschritten – neben den Engagements am Staatstheater Braunschweig und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. 2009 wurde Fulton-Smith von den Leserinnen der Zeitschrift „Das Neue Blatt“ für seine Rolle als Dr. Christian Kleist in der Serie „Familie Dr. Kleist“ (ARD) als „Mein Star des Jahres“ gekürt. „Meine Fähigkeit, mich in unterschiedlichste Menschen hineinzuversetzen, genau hinzusehen und hinzuhören, verleiht mir die Kraft und Konzentration für die nötige, authentische Natürlichkeit meines Spiels. Dabei nehme ich mich selbst nicht so wichtig.“

So unterschiedlich wie seine Rollen sind auch die Vorbilder von Francis Fulton-Smith: „Wenn es um den Erfolg geht, sind es Clint Eastwood und Warren Buffett.“ Der Regisseur und Schauspieler Eastwood und der Großunternehmer Buffett werden von drei weiteren Vorbildern komplettiert: „In puncto Menschlichkeit und Anmut bewundere ich Mahatma Ghandi – und auch meine beiden Töchter. Die Klarheit, mit der sie jedes noch so kleine Detail aufnehmen und die Welt entdecken, ist beeindruckend und für mich die pure Inspiration.“

Seine Kreativität nutzt Fulton-Smith nicht nur in seinem Erstberuf: Der Tausendsassa veröffentlichte 2017 sein erstes Sachbuch „Loving se Germans“, in dem der Halbbrite die Unterschiede zwischen Deutschen und Engländern beschreibt. Große Bedeutung haben für ihn auch seine Ausstellungen als Maler. Anfang Dezember 2019 beispielweise in der Galerie Walentowski in Hamburg. Das Hobby übt gleichermaßen Faszination wie auch meditative Wirkung aus.

Abseits der Künste ist er an der Firma IGESOLUTIONS Ltd. beteiligt, die ein Verfahren entwickelt hat, ohne toxische Emissionen und rückstandsfrei nicht-recycelbaren Plastikrestmüll in großen Mengen in Dieselkraftstoff umzuwandeln. Fulton-Smith engagiert sich aber nicht nur für die Umwelt: „Für mein Lebensglück bin ich sehr, sehr dankbar. Deswegen ist es mir ein Herzensanliegen, etwas davon zurückzugeben, um Gutes zu tun und andere Menschen und Projekte zu fördern und zu unterstützen“. Besonders wichtig seien ihm die Initiative „Besonderhaut“ für Kinder mit seltenen Hautkrankheiten von Dr. Nicole Inselkammer und die Deutsche Stiftung Kinderdermatologie.

Wie ist das alles mit dem Privatleben vereinbar? „Ich nutze meine Zeit optimal. Deshalb befinde ich mich immer in ,Einsteinzeit‘: Ich bin immer da, wo ich bin und wo ich bin, ist es immer richtig“, beschreibt Fulton-Smith seine Philosophie. Die Familie und er selbst sind ihm dabei heilig: „Ich nehme mir immer Zeit für meine Kinder und ich habe feste Zeiten pro Woche eingeplant, die ich ,Me-Time‘ nenne.“

Was würde Francis rückblickend seinem jüngeren Ich raten? Eine ganze Menge: „Folge deinem Herzen und halte deine Versprechen. Greife immer nach den Sternen. Sei dankbar, hilfsbereit, gütig und geduldig. Genieße das Leben und die Schönheit des Augenblicks.“ Etwas ändern würde er indes nicht: „Im Moment der Entscheidung formen wir unser Schicksal. An jeder Entscheidung reift man, lernt ständig dazu und wird so genau zu der Person, die man heute ist.“

Apropos Moment: Fulton-Smith freut sich sehr über seine ersten Erfolge als Produzent, wie kürzlich mit dem „Athen-Krimi“ oder dem Thriller „Totenfieber“ in der ARD. „Hier sind schon weitere spannende Projekte in Planung.“ Der Einzelkönner ist auch Mannschaftsspieler: „Ich habe ein Team von Spitzenkräften um mich herum, die es mir ermöglichen, meine Ressourcen optimal zu nutzen. Nicht der Kunde ist König, sondern das Team.“ Die Buchstaben T, E, A und M stünden für ihn dabei für „Together everyone achieves more – gemeinsam erreicht jeder mehr“.

Von Robert Torunsky

Lotto King Karl – der ehrgeizige Musiker hat seine Träume in die Tat umgesetzt. Bild © Patrick Ludolph

Zufriedenheit ist der größtmögliche Erfolg

Wenn man sich mit Lotto King Karl unterhalten möchte, dann muss man Zeit mitbringen. Dabei wird es auf gar keinen Fall langweilig, denn der Mann hat schon viel erlebt und dadurch auch einiges zu erzählen. Vom Marineoffizier über „Der mit dem großen Lottogewinn“ bis hin zum heutigen erfolgreichen Musiker – natürlich mit der ganz großen Liebe zum HSV.

„Als Kind wollte ich Mittelstürmer beim HSV und Torschützenkönig der Bundesliga werden. Damals konnte ich mir keinen cooleren Job vorstellen,“ so Lotto King Karl. Mittlerweile weiß er, dass es noch andere coole Jobs gibt. „Als ich Marineoffizier war, war mir gar nicht bewusst, was für ein cooler Job das ist. Daran denkst Du in dem Moment nicht, wenn Du bei 8 Grad auf der Brücke stehst, Dir der Hagel ins Gesicht schlägt und Du manchmal mit Leuten zusammenarbeiten musst, mit denen Du Dich privat nie treffen würdest. Aber Du lernst, im Team zusammenzuhalten, durchzuhalten und Mut zu haben. Das alles ist mir erst viel später bewusst geworden. Aber das ist wichtig. Irgendwann sollte man erkennen, was man schon geschafft hat. Damit setzt dann eine gewissen Dankbarkeit ein und mit ihr auch der persönliche Erfolg.“

Doch ab wann kann man dankbar sein und ab wann hat man für sich selbst Erfolg? „Es fängt ja immer damit an, dass man gewisse Träume hat, die man erreichen möchte. Da ist es am Anfang ja schon ein Erfolg, wenn man die Miete ohne Probleme zahlen kann. Dann wird man anspruchsvoller in Bezug auf Erfolg. Man sollte sich nur immer die Fragen stellen, wie lange und wie hart man überhaupt arbeiten möchte. Oder umgekehrt: Wann reicht es? Wenn man dann ehrlich zu sich selbst ist, gelangt man automatisch an den Punkt, an dem man sagt: Ich habe mein Ziel und das, was mir wichtig war, erreicht. Damit sind wir dann wieder bei der Zufriedenheit und dem Erfolg.“

Der Weg zum Erfolg kann aber auch schwer sein. „Ich kann mich noch daran erinnern, als meine Band und ich unseren major Plattenvertrag verloren hatten. Wenn eine Plattenfirma einen rauswirft, dann geht die eigentlich davon aus, dass sich die Band auflöst. Doch das kam für uns nicht infrage. Trotzdem war die Trauer erst riesengroß. Wir saßen damals total frustriert an einer Jet-Tankstelle in Hamburg Horn mit einem Sixpack im Arm und haben uns gefragt: Was können wir denn, was diese milliardenschwere Plattenindustrie nicht kann? Und das einzige, was uns einfiel – wir können ehrlich sein und wir können härter arbeiten. Als Philosophie sicherlich toll, aber als Geschäftsgrundlage eher mittelmäßig. Und trotzdem hat es funktioniert. Das war wohl mein wichtigster Karriereschritt.“ Rückschläge und Erfolg gehören für ihn zusammen. „Das liegt in der Natur der Sache. Wichtig dabei ist es, ein gewisses Talent zu besitzen.“

Manchmal ist es auch ein Talent, das im ersten Moment gar nicht als solches gesehen wird und trotzdem zum Erfolg führt. „Vielleicht ist es am Beispiel von Dieter Bohlen gut zu erklären,“ mein Lotto. „Es ist sicher nicht beleidigend, wenn man sagt, dass Bohlen nicht der größte Musiker auf dem Planeten ist. Aber er war in der Lage, mit seiner Personality ein Geschäft zu machen. Dabei hat er immer den kleinsten gemeinsamen Nenner gefunden. Er lebt davon, dass er viele Dinge einfacher macht.“ Sicherlich etwas, das helfen kann: Zu erkennen, wann es kompliziert wird und dass man es dann besser lässt. Wobei man das auf gar keinen Fall mit „aufgeben“ gleichsetzen sollte. Social Media macht es heutzutage ohnehin viel einfacher, bekannt zu werden. Für Lotto King Karl sind die sozialen Netzwerke hilfreich, allerdings auch mit Arbeit verbunden. „Wenn man es bewusst betreibt und ernst nimmt, dann kann man sich auch eine gewisse Unabhängigkeit von der Presse schaffen. „Das habe ich gemacht, als meine Zeit beim HSV zu Ende ging. Ich habe direkt meinen Abschiedsbrief bei Facebook geschrieben. Somit musste ich gar nicht darauf warten, bis mich die Presse anrief und vielleicht auch Sachen behauptete, die ich angeblich gesagt hatte.“

Dass man durch Social Media heutzutage schneller bekannt, wird ist kein Geheimnis. Der Lotto King hat da einen interessanten Vergleich. „Das ist wie damals zu Zeiten von Wolfgang Amadeus Mozart. Der musste von Hof zu Hof gehen , um sein Talent zu zeigen. Er war darauf angewiesen, dass es sich rumsprach. Heutzutage gehen Sie nicht mehr von Hof zu Hof, sondern stellen ihre Arbeit, Ihr Talent ins Netz und wenn es gut ankommt, dann geht es ab.“ Lotto King Karl ist zu einer Zeit bekannt geworden, als soziale Medien in ihrer heutigen Form noch gar nicht existierten. Er war ehrgeizig und hat für seine Träume hart gearbeitet. „Man muss sich seine Position im Leben erst einmal erarbeiten und für sich selbst sehen, wohin der eigene Blick geht. Dabei hilft es, wenn man gelassen bleibt. Zu erkennen und damit klarzukommen, dass es ein paar Dinge gibt, die man einfach nicht mehr erreichen kann. Und da sind wir wieder bei der Erfahrung, die man im Leben schon gemacht hat. Wenn man diese bewusster einsetzt, dann kann man etwas erreichen und ist zufrieden. Vielleicht ist Erfolg ein Zusammenspiel aus Dankbarkeit, Gelassenheit und Zufriedenheit.“

 

Außergewöhnlich schnell und schön

Außergewöhnliche Outfits sind sein Markenzeichen. Aber er ist auch außergewöhnlich schön. So schön, dass Papis Loveday lange als schönstes männliches Model mit dunkler Hautfarbe galt. Dabei wollte er eigentlich nie den Laufsteg erobern, sondern 400-Meter-Bahnen.

© privat

Das Leben schreibt die außergewöhnlichsten Geschichten, so wie im Fall von Loveday. Er wurde vor 42 Jahren in Dakar geboren, wuchs mit sechs Geschwistern und 19 Halbgeschwistern im Senegal auf. Als Kind hätte er sich viele Berufe vorstellen können. Einmal wollte er wie sein Vater Arzt werden, ein anderes Mal in die Fußstapfen seiner Mutter treten, die – für die damalige Zeit außergewöhnlich – nicht nur Mutter war, sondern auch Diplomatin. Aber er hätte auch gerne das Talent seiner Brüder geerbt, die gut Fußball spielten.

Loveday war zwar ein außergewöhnlicher Sportler, aber nicht am Ball. Dafür war er schnell wie der Blitz. Sein Talent verhalf ihm zu einem Sportstipendium, das ihn nach Paris führte. Auch wenn Paris als Modehauptstadt gilt, war der junge Mann aus dem Senegal noch meilenweit weg von den Catwalks dieser Welt. Vielmehr nahm er ein Informatikstudium auf, paukte den Vorlesungsstoff und arbeitete hart an seiner Ausdauer. Beides nahm Loveday ernst. „Wenn du ein Stipendium hast, wird von dir erwartet, dass du auch lieferst. Wenn du nicht lieferst, ist es vorbei.“ Er wollte keinesfalls versagen und zurück, sonst hätte er seine Familie von Paris aus nicht mehr finanziell unterstützen können. Also lernte er fleißig. Aber am Ende stolperte er nicht über eine Informatikprüfung, sondern ausgerechnet beim Training. Er verletzte sich schwer am Rücken. Von einem auf den anderen Tag war sein Traum von der Karriere als Profisportler vorbei. „Ich war am Ende meines Lebens.“

Der Tiefpunkt wurde zur Chance: Beim Training für die Leichtathletik-WM hatte ein Fotograf Aufnahmen von ihm gemacht und sie an eine Modelagentur weitergeleitet. Die waren von dem schönen jungen Mann aus dem Senegal hin und weg. Aber Loveday wollte davon erst gar nichts wissen. „Ich habe mich nie als schön empfunden“, gesteht er. So lehnte er das Angebot der Modelagentur erst einmal ab. „Als es hieß, ich könnte mit dem Geld meine Eltern unterstützen, wurde ich hellhörig und habe gefragt, was ich verdienen kann. Als ich die Summe hörte, war ich dabei.“ Und zwar sowas von dabei: Loveday startete mit Höchstgeschwindigkeit in sein neues Leben, wurde das Gesicht der weltweiten Benetton-Werbekampagne. Er fand Gefallen an seinem neuen Job, bemühte sich, schnell zu lernen und immer besser zu werden. Mit der Leidenschaft und mit dem Engagement, mit dem er damals an seiner Sportkarriere gefeilt hatte, stürzte er sich nun ins Modelbusiness – und schaffte es bis ganz nach oben.

Dennoch lief auf dem Weg hinauf in den Modelolymp nicht alles glatt. Der heute 42-Jährige erinnert sich: „Ich spreche sehr gut Französisch und Italienisch. Auf Castings tat ich so, als ob ich nichts verstehe – und bekam dadurch auch unschöne Einblicke ins Geschäft. Ein Castingdirektor fragte auf Italienisch seine Assistentin: ‚Wer hat denn diesen Schwarzen geschickt? Danach haben wir doch gar nicht gefragt.‘ Ein anderes Mal hieß es: Der ist viel zu dunkel.“ Loveday versuchte, diese Rückschläge und Vorbehalte nicht an sich ranzulassen. Und er wusste: Die Zeiten können sich auch ändern. „Prada war lange Jahre das rassistischste Label ever. Inzwischen werben sie auch mit Schwarzen, weil sie wissen, dass sie sonst viele Kunden verlieren würden.“ So liberal die Modebranche geworden ist, so intolerant werden die Deutschen – und die Hasskommentare im Netz immer mehr. „Als ich vor zehn Jahren nach Deutschland gezogen bin, erschien mir die Gesellschaft liberaler. Ich habe zunehmend mit rassistischen Anfeindungen zu tun. Ich sehne mich zurück nach einem Land ohne AfD und Rassismus.“

Und was war das größte Highlight seiner Karriere? Lovedays Antwort überrascht: „Der Jurorenstuhl bei ‚Austria’s‘ Next Topmodel. Nach meiner jahrelangen internationalen Karriere als Topmodel war es für mich ein Meilenstein, in einem fremden Land in einer fremden Sprache ein entscheidender Teil einer großen TV-Show zu sein. Damals konnte ich noch nicht so gut deutsch wie heute. Dass ich trotzdem gefragt wurde, bedeutet mir viel.“ Er machte seinen Job sogar so gut, dass er der erste Juror und Runway-Coach ist, der bei dem weltweiten TV-Format „Topmodel“ die Show in drei Ländern mitgestaltet: in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Und das als Schwarzer. Darauf bin ich sehr stolz.“

Hinter dem schönen Gesicht sitzt aber auch ein heller Kopf. Loveday ist erfolgreicher Unternehmer, er hat eine eigene Champagnermarke. Er hat es von ganz unten nach ganz oben geschafft. „Auch wenn man, wie ich, aus einfachen Verhältnissen kommt, kann man es schaffen. Es ist nicht unmöglich, wenn auch ungleich schwerer.“ Wichtig sei nur, eine Vision zu haben und sich auf den Weg zu machen, Schritt für Schritt. Auch ein 400-Meter-Lauf beginnt mit dem ersten Schritt.

Claudia Rothhammer

Der mit fünf Oscars ausgezeichnete Monumentalfilm „Gladiator“ war der erfolgreichste Film in der über 30-jährigen Schauspielkarriere von Ralf Moeller. Bild © Tom König

„Neid erdrückt und macht missmutig“

Er war Mr. Universum und ist seit über 30 Jahren im Filmgeschäft erfolgreich: Ralf Moeller. Der gebürtige Recklinghauser ist einer der wenigen deutschen Schauspieler, der auch in Hollywood seinen Weg gegangen ist. Erfolg ist für Ralf Moeller indes „breit gefächert: sportlich, beruflich, sozial und privat“. Es komme immer auf die Situation an.

„Wenn ich sportlich erfolgreich sein möchte, muss ich jeden Tag vier bis fünf Stunden trainieren.
Das habe ich über zehn Jahre lang gemacht und erreichte so 1986 den Bodybuilding-Weltmeistertitel ,Mr. Universum‘. Fleiß, Disziplin, der Glaube an mich selbst waren da entscheidend, aber auch die Fähigkeit, Niederlagen hinnehmen, wieder aufstehen und weiter machen zu können. Mir ist wichtig, nicht nur an mich zu denken, sondern auch anderen zu helfen.“ Der Träger des Verdienstordens Nordrhein-Westfalens engagiert sich vielfältig für soziale Projekte: Er ist unter anderem Botschafter der Organisation „Skate-Aid“ und unterstützte den „Weißen Ring“ mit einem Videoclip mit dem Titel „Sei stark, hol‘ Dir Hilfe“. Moeller strotz auch mit 60 Jahren nur so vor Tatendrang: „Aktuell stehe ich mit meinem Freund Arnold Schwarzenegger und Michael Fassbender für die Actionkomödie „Kung Fury 2“ vor der Kamera – auch wenn wir leider unterschiedliche Drehtage haben. Kürzlich habe ich mit Bruce Willis in Atlanta gedreht. Dass ich den USA Filme drehen durfte, ist für mich ein Erfolg.“ In den Schoß gefallen ist das dem gelernten Schwimmmeister trotz seines aus dem Bodybuilding resultierenden Bekanntheitsgrades nicht: „Berühmt kann man ja erstmal nur werden, wenn man in einer Sache erfolgreich ist.

Ich musste sehr viel und hart trainieren, um Wettkämpfe zu gewinnen und Werbeverträge zu erhalten. Im Filmgeschäft ist es ähnlich: Es macht keiner für Dich.“

Moeller war es aus seiner Sportlerzeit gewohnt, sich selbst zu vermarkten. Das sollte ihm auch im Filmgeschäft – neben dem Gardemaß von 1,96 Meter bei 131 Kilogramm zu seiner Glanzzeit und seiner gewinnenden Art – nützlich sein. Feuer gefangen hatte er 1988 gleich bei seiner Bildschirmpremiere, eine Gastrolle im „Tatort“ an der Seite von „Schimanski“ Götz George. Bis heute das Highlight. „Gladiator mit seinen fünf Oscars war natürlich der erfolgreichste Film. Das Größte aber war und ist für mich, dass ich damals mit Götz George drehen durfte. Das Ruhrgebiet ist immer noch in mir“, beschreibt Moeller, der seit 2014 auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, seine Verbundenheit zum Pott. Seine Energie beziehe er auch aus seiner veganen Ernährung: „Ich war 40 Jahre lang Fleischesser. Meine Werte haben sich aber eben verbessert, seitdem ich kein Fleisch mehr esse“, so Moeller. „Mit 20 bis 30 Jahren kann der Körper dagegen ankämpfen, aber wenn Du über die 50 und 60 Jahre gehst, dann wird es kritisch – gerade im Magen-Darm-Bereich. Prostatakrebs, Darmkrebs oder hohes Cholesterin – das passiert alles durch Fleischkonsum.“ Er sage nicht, dass die Leute es machen müssen, könne es aber uneingeschränkt empfehlen.

Ein persönlicher Erfolg sei auch sein Fitnesslevel mit 60 Jahren, sein biologisches Alter wurde bei Tests mit 39 Jahren angegeben. „Mir haben sie früher gesagt: ,Wenn Du 55 bist, dann hängt der Bizeps bis zu Kniekehle‘ – das ist nicht der Fall. Mit 27 Jahren konnte ich ja nicht sagen, ob die Besserwisser Recht behalten sollten und ich überhaupt 60 Jahre werde. Jetzt wo ich es bin – 114 Kilo bei 1,95 Meter – freue ich mich, dass es nicht so gekommen ist. Wenn man sich bewusst ernährt und in seinen Körper investiert, dann ist man 60 und später hoffentlich auch mit 70 Jahren noch fit.“ Moeller ist nicht nur ernährungstechnisch mit sich im Reinen: „Bei mir ist das Glas immer halb voll. Ich kann mich auch freuen, wenn andere Leute etwas Schönes haben. Ich bin ein Mensch, der nicht neidisch ist. Neid erdrückt und macht missmutig. Neid blockiert.“ Die Beteiligung an Dutzenden Filmen und Serien erfüllt den Seiteneinsteiger mit Stolz. Nicht nur „Gladiator“, so Moellers Spitzname in den Medien, auch andere Filme hätten Spaß gemacht: „Selbst ,Hai-Alarm auf Mallorca‘, in dem ich 2004 die Hauptrolle gespielt habe, hat immer noch Kultstatus.“ Wenn vor der Baleareninsel wieder ein Hai lande und die Leute nach so vielen Jahren noch sagen würden: „Mensch, wo ist der Möller, wenn man ihn braucht?“, dann sei das schön und er könne darüber lachen. „Man sollte ohnehin zu allem was man gemacht hat, stehen“, findet Ralf Moeller – und wer möchte dem „Gladiator“ schon widersprechen?
Von Robert Torunsky

Ein Hauch von Cary Grant

Er brachte als Programmdirektor Stefan Raab zu Pro Sieben und versetzte als EndemolChef Deutschland ins Big-Brother-Fieber. Heute kümmert sich Borris Brandt als Director
Entertainment bei Aida um das gesamte Unterhaltungsprogramm für die Kreuzfahrten der Clubschiff-Flotte. Denn Borris Brandt liebt es einfach, zu unterhalten.

Er wisse zwar nicht mehr, wie der Film hieß, den er damals als Kind im Fernsehen gesehen hat. Aber zwei Dinge wusste Borris Brandt ganz genau, während er den Menschen auf der
Mattscheibe zusah: Der gutaussehende Schauspieler, der die Hauptrolle hatte und all die hübschen Frauen abbekam, hieß Cary Grant – und das, was der da auf dem Bildschirm tat,
das wollte er als Erwachsener auch tun. „Werbekaufmann sein. Flotte Sprüche, schöne Frauen, viel Geld und wenig Arbeit! So zumindest war es bei Cary Grant in diesem Film, den
ich damals sah. Die Erkenntnis, wie falsch der Eindruck im Gegensatz zur Realität war, habe ich erst viel später gewonnen, aber das führte dann zu meiner beruflichen
Weiterentwicklung“, sagt der erfolgreiche Medienunternehmer lachend.

Der gebürtige Hamburger und Sohn des bekannten Schauspielers und Michael-DouglasSynchronsprechers Volker Brandt begab sich also zunächst auf die Spuren von Cary Grants
Filmcharakter und machte eine Ausbildung als Werbekaufmann. Zu Beginn seiner Karriere im Jahr 1985 war er Filialleiter in einem Schallplattenladen, danach folgten Anstellungen als
Werbeleiter bei der Teldec Schallplatten GmbH und von 1991 bis 1995 als Etatdirektor bei der Economia Werbeagentur in Hamburg. Dort war Brandt verantwortlich für das Marketing
von Buena Vista Home Video, Jam FM und einer Reihe von Handelsunternehmen im Bekleidungsbereich.

Einem kurzen Intermezzo als Marketingleiter bei der 20th Century Fox folgte schließlich die berufliche Erfahrung, die ihn wohl am meisten geprägt hat: die Stelle des Programmdirektors
von Pro Sieben. Unter Brandts Ägide erreichte der Privatsender die höchsten Quoten seiner Geschichte, außerdem war er maßgeblich dafür verantwortlich, dass Stefan Raab vom
Musiksender Viva zu dem Münchner Sender wechselte – der Rest ist deutsche Fernsehgeschichte. Brandt war außerdem der erste Programmdirektor der Welt, der vom
niederländischen Medienunternehmen Endemol dessen späteres Erfolgsformat „Big Brother“ gekauft hat. Das führte zu Konflikten mit dem Pro-Sieben-Vorstand und mündete
schließlich in seiner Entlassung. Brandt sagt dazu heute: „Kurz vor dem Höhepunkt meiner Pro-Sieben-Zeit wurde ich von einem neuen Vorstand gefeuert, weil er weder von Formaten noch von der Entwicklung der Gesellschaft und deren Sehverhalten auch nur den Hauch einer Ahnung hatte. Ich habe mir von der Abfindung als Trost erst einmal einen Jaguar
gekauft und bin um den Starnberger See gefahren. Und dann habe ich bei Endemol angefangen. Wie heißt es so schön: Eine Tür zu – eine Tür auf!

Als „Big Brother“ nicht zu Pro Sieben kam, ging Brandt den umgekehrten Weg zu „Big Brother“: 2001 übernahm er die Geschäftsführung von Endemol Deutschland und später die
Präsidentschaft der Endemol Deutschland Holding. Dort brachte er das Format erneut auf den Bildschirm und zeichnete bis 2008 für zahlreiche ambitionierte und kommerziell
erfolgreiche Formate verantwortlich.

Seit 2011 ist Borris Brandt hauptberuflich in seiner Geburtsstadt Hamburg Director Entertainment bei Aida. Unter seiner Führung entsteht das umfangreiche
Unterhaltungsprogramm für die Kreuzfahrtschiffe. Für Brandt ist es der ihn am meisten erfüllende Job seit seinen glorreichen Zeiten bei Pro Sieben: „Egal ob im Fernsehen oder auf
der Aida: Es ist eine tolle Erfahrung, zu wissen, dass ich tatsächlich Dinge bewegen, entscheiden und damit Millionen Menschen glücklich machen kann.“ Einige Maximen habe
er im Laufe seiner langjährigen Karriere dabei für sich entwickelt: „Systematisch an die Aufgaben gehen. Seine Ziele klar definieren, bevor man anfängt. Dranbleiben in guten und
miesen Zeiten, wie in einer Ehe. Und immer wissen, wann Schluss ist.“ Und: „Erfolgreich zu sein erfordert wie zu allen Zeiten vor allem, besser, fleißiger und mutiger zu sein als alle
anderen.“

Ruhe und Inspiration findet Borris Brandt in seinem Haus an der französischen Atlantikküste und im Kreis der Familie und seiner vier Hunde. Luxus bedeutet für ihn als Erfolgsmenschen
mehr von etwas zu haben, als was man eigentlich braucht. „Und großes Glück kommt nur zu demjenigen, der eine Tür dafür offen hält.“

A Little bit of… Erfolg

©AME.Media Sein Hit „Mambo No. 5“ machte Lou Bega 1999 weltberühmt

Monica, Erica, Rita, Tina, Sandra, Mary, Jessica – sieben Frauen, die einen Mann weltberühmt gemacht haben: David Lubega, besser bekannt als Lou Bega. Mit seinem Song „Mambo No. 5“ landete er 1999 einen Welthit und war in über 20 Ländern an der Spitze der Charts. Bis heute ist der Münchner Latin-Pop-Sänger erfolgreich im Musikgeschäft tätig.

Eine Musikkarriere strebte Lou Bega ursprünglich gar nicht an. Als Kind wollte er Tierarzt werden. Gekommen ist es dann anders. 1991 durfte er im Alter von 15 Jahren seine erste CD aufnehmen. Während die ersten Jahre so lala liefen, kam schließlich sein Jahr – 1999. Mit „Mambo No. 5“ landete der damals 24-Jährige einen Welthit. Damit verbindet er auch einen der schönsten Momente seiner Karriere. „Ich war in einer großen deutschen Fernsehshow zu Gast und dort der erste Künstler, der eine Zugabe geben durfte. Das war ein Highlight, von dem ich noch nicht mal zu träumen gewagt habe“, schwärmt Lou Bega noch heute über seinen Auftritt bei Thomas Gottschalk in Wetten, dass..? Nach der Sendung kletterte „Mambo No. 5“ auf Platz 1 der deutschen Charts.

Ausschlaggebend für seinen Erfolg ist seine Authentizität, sagt Bega. „Ich gebe immer alles, für jeden.“ Auf der Bühne gibt er immer Gas, für jedes Publikum – egal wie groß oder klein. Jedes Publikum werde mit Respekt behandelt. Darum steht er auch immer noch gerne auf der Bühne. Das war allerdings nicht immer so. 2001 war nicht sein Jahr. „Ich hatte einen stillen Herzinfarkt, musste meine zweijährige Tour unterbrechen und mein Gesundheitsbewusstsein überdenken.“ Als Rückschlag sieht Bega diese Episode seines Lebens allerdings nicht, sondern eher als Korrektur. Aufgrund seiner Erfahrungen hat er auch einen Tipp für junge Künstler. „Ich rate jedem jungen Mensch: Berechne deinen Wert immer richtig und was du bereit bist, zu geben und auszuhalten. Denn mit Erfolg kommt Stress, oft Krankheit, Unglück und Einsamkeit. All diese Dinge muss man vorher wissen.“

Nach über 20 Jahren im Musikgeschäft kennt er die Branche wie seine Westentasche. Das Must-Have in seinem Beruf? „Sitzfleisch und Geduld.“ 90 Prozent seines Berufs bestehen aus Warten und Reisen. Gleichzeitig müsse man vor allem bei Liveshows auf den Punkt abliefern. Eine Gabe, die Bega hat und auf die sein Erfolg als Sänger gebaut ist. Erfolg ist übrigens nicht sein Antrieb, sondern Freude. „Solange ich Freude an diesem Job habe, reicht mir das.“

Von Renate Kerscher

Erfolg geht Hand in Hand mit Zufriedenheit

©Sascha Fabian

Nicht nur von seinen Freunden wird er „Buschi“ genannt. Dieser Name ist auch in der Öffentlichkeit Programm und das seit über 25 Jahren. 1993 startete Frank Buschmann seine Karriere beim Deutschen SportFernsehen (jetzt SPORT1). Mittlerweile hat Buschi die große Bühne betreten. Seit 2016 moderiert er „Ninja Warriors Germany“ gemeinsam mit Laura Wontorra und Jan Köppen bei RTL, seit 2017 „Eine Liga für sich“ bei Sky, dort kommentiert er auch regelmäßig die Fußballbundesliga sowie die Champions League. Auf Facebook hat er über 450.000 Follower, bei Instagram über 150.000. 2014 erschien der Spiegel Bestseller „Am Ende kackt die Ente“. Man kann sagen, der Mann ist erfolgreich. Doch wenn man ihn auf Erfolg anspricht, tut sich der sonst so schlagfertige Buschi schwer, die richtigen Worte zu finden. „Es gibt zwei Arten von Erfolg. Erfolg nach außen hin, wenn möglichst vielen Leuten gefällt, was Du tust. Und es gibt Erfolg, den man selbst für sich empfindet – ohne Bestätigung“, so der 54-Jährige.

Buschmann hat Erfolg – ohne Zweifel. Für ihn ist Erfolg gleichbedeutend mit Zufriedenheit. „Erfolg hat für mich nichts mit Geld zu tun, nichts mit Schulterklopfen. Natürlich gefällt auch mir das. Doch es gibt andere Dinge, die mich glücklicher machen als der berufliche Erfolg.“ Buschmann lebt mit seiner Lebensgefährtin Lisa Heckl (ebenfalls Moderatorin) in München. Seine beiden Töchter aus erster Ehe wohnen in der Nähe und sind regelmäßig zu Besuch. Darauf legt er großen Wert. „Für mich ist der größte Erfolg derzeit, dass ich meine Kinder auf einem guten Weg sehe. Daran erkenne ich, dass ich trotz Scheidung offensichtlich kein ganz so schlechter Vater bin.“ Wie wichtig die Vaterfigur im Leben ist, weiß Buschmann aus eigener Erfahrung. Sein Vater nahm sich das Leben, als er knapp 19 Jahre alt war. „Ich war nie unglücklicher in meinem Leben als in dem Moment, in dem ich erfuhr, dass mein Vater tot ist“, so Buschmann. Dieser Moment war in vielerlei Hinsicht einschneidend für ihn. „Ich wollte nie Feuerwehrmann oder Polizist werden. Ich wollte schon immer Profibasketballer werden. Aber nicht, um erfolgreich als Person zu werden. Für mich zählte in erster Linie, mit meiner Mannschaft zu gewinnen.“ Wenn es nach seinem Vater gegangen wäre, hätte er Sportmedizin studiert. Doch dessen Tod veränderte vieles. Er entschied sich für den Sportjournalismus. 1993 startete er beim DSF (jetzt SPORT1). Dort konnte er sich austoben. Buschmann weiß, dass dieser Job auch der Grundstein für seinen jetzigen Erfolg ist. „Beim DSF konnte ich lernen. Ich konnte einfach machen und Dinge tun, davon würde heutzutage jeder junge Journalist träumen,“ weiß Buschmann.

Der entscheidende Schritt in seiner Karriere kam 2006 mit dem Anruf der Redaktion von „Schlag den Raab“ und der Frage, ob er die Sendung kommentieren wolle. „Ich habe im ersten Schritt abgesagt. Den Raab fand ich eigentlich gar nicht so dolle und außerdem kannte ich die Sendung nicht.“ Man einigte sich darauf, dass Buschmann eine Sendung kommentiert, um dann zu entscheiden, ob es ihm gefällt. Ihm gefiel es und was folgte waren fast zehn Jahre „Schlag den Raab“. „Das war natürlich in Bezug auf meine Bekanntheit ein wichtiger Schritt. Nach meinen ersten Sendungen konnte man lesen, dass ich mit diesem Job wohl eine neue Form des Fernsehens geprägt habe. Ein Kommentator war im Fernsehen plötzlich mit formatprägend. Das war mir nie so bewusst. Es schmeichelt mir natürlich, aber das ist für mich nicht zwingend ein Erfolg.“

Sogar die Rückschläge in Buschmanns Leben haben ihn eher nach vorne gebracht. „Zusätzlich zum Tod meines Vaters gab es zwei Ereignisse, die mein Leben im Nachgang in die total richtige Richtung geschoben haben. Beruflich die Trennung von SPORT1 und privat die Trennung von meiner damaligen Frau. Natürlich musste ich beides erst einmal verdauen. Aber dann habe ich gemerkt, dass es mir andere Horizonte eröffnet. Ich war schon immer ein Einzelkämpfer. Und gerade in der Zeit nach dem Tod meines Vaters bin ich gnadenlos meinen Weg gegangen. Doch nach den Trennungen habe ich registriert, wie ich bin und was ich ändern muss. Einfach mal zu akzeptieren, dass andere Menschen anders sind als ich. Und mal darüber nachzudenken, wie ich mir so einen Lebensweg vorstelle.“
Könnte Buschmann die Zeit zurückdrehen, dann würde er alles genauso machen. „Die Trennungen gehören zu meiner Geschichte.“ Er ist sich immer treu geblieben und sieht darin auch den Schlüssel zum Erfolg. „Entscheidend ist, dass man gut in dem ist, was man macht. Aber wichtig ist auch, dass man Dinge tut, die einem Spaß machen. Und vor allem musst Du Haltung entwickeln. Es ist wichtig, dass Du jeden Morgen vor dem Spiegel stehst und sagen kannst: Dich wasche ich gerne! Du bist ok. Ob das dann zu einem wie auch immer definierten Erfolg führt, spielt keine Rolle. Wichtig ist: Geh Deinen Weg und denk nicht darüber nach, wie Du Erfolg haben kannst. “  LESEN SIE DAS GANZE INTERVIEW IN DER  PRINT AUSGABE

Von Daniela Ulbing

“Erfolg ist für mich schon immer etwas gewesen, was zählbar ist.”

© Maximilian Sydow Photography

Man merkt Anna Kraft an, dass sie einmal Leistungssportlerin war, nicht nur an ihrem durchtrainierten Körper. Wenn man sie auf ihren Erfolg anspricht, dann kommt sofort der Sportsgeist in ihr hoch. „Für mich ist Erfolg immer etwas gewesen, was man sieht. Ein erster Platz, eine Medaille, eine große TV-Show,“ sagt die 34-Jährige lachend, „mein Sportlerherz kann ich einfach nicht abgeben. Erfolg ist für mich einfach, immer die Beste in dem zu sein, was ich mache.“

Dafür hat sie immer hart gearbeitet. Ihr Vater hat in der Familie die Bedeutung von Erfolg hoch gehalten. „Als ich Deutsche Meisterin wurde sagte er ‘Toll, aber nicht ausruhen – sofort weiter.` Und als ich mal Zweite wurde meinte er ‘Nun, damit bist du wohl erste Verliererin.` So etwas prägt.“ Dieser Kampfgeist hat sie auch im Beruf erfolgreich werden lassen. Über das Radio kam sie zum Fernsehen. Sie erinnert sich noch an ihr Casting bei Sky Sport News HD. „Nach dem Casting meinte der damalige Chef Roman Steuer ‘Ich weiß, dass Du Sprinterin bist. Aber gerade bist du nicht 100 Meter, sondern nur 70 Meter gelaufen.` Das hat mich so wahnsinnig angespornt.“ Mittlerweile ist Anna Kraft eine feste Größe in der Sportmoderation. Vor allem im Fußball. Doch sie weiß, dass es Frauen in dem Bereich immer noch schwer haben. „Fehler werden dir als Frau nach wie vor gar nicht oder viel weniger verziehen als bei Männern. Mir stand bisher noch niemand negativ gegenüber, aber du spürst es dennoch. Als Frau musst du einfach mehr leisten.“
Anna Kraft ist allerdings nicht nur erfolgreiche Moderatorin (…)  von Daniela Fuß

LESEN DIE DAS GANZE INTERVIEW IM PRINT-MAGAZIN. IM HANDEL ERHÄLTLICH.

“Nur schön sein reicht nicht!”

© Barbara Meier

Was ist die Definition von Erfolg? Obwohl er Barbara Meier seit Jahren treu begleitet, hat sie das vor dem Interview gegoogelt. Analytisches Vorgehen ist typisch für das Model, das fast Programmiererin geworden wäre. Und doch hat sie sich in der Glamour-Welt ihres Berufs eingelebt, als wäre sie dafür geboren. Vielleicht, weil ihr Traumberuf als Kind, bevor sie Codes und Algorithmen für sich entdeckte, Schauspielerin war. So hat sie es in der Schule in ein Freundschafts-Buch geschrieben.

Heute dreht sie internationale Filme. „Ich glaube, die kleine Barbara wäre stolz auf mich“, sagt Barbara lachend. Aus dem Mädchen vom Land, das einst „Germany’s Next Topmodel“ wurde, ist das Gesicht globaler Marken wie Skechers und Dyson geworden, sie hatte Shootings für die Vogue – eines sogar mit Cartier-Schmuck im hohen zweistelligen Millionenbereich, ist auf der Pariser Fashionweek gelaufen – und hat als Schauspielerin mit Jonathan Rhys Meyers vor der Kamera gestanden, selbst bei den Golden Globes verzückt sie die Fotografen.

Barbaras Vorbilder sind Tilda Swinton, weil sie „unglaublich gut spielt“, Heidi Klum wegen „ihres unschlagbaren Gespürs als Geschäftsfrau“ und Vivienne Westwood wegen ihres „großartigen Engagements für die Umwelt“. Ein Thema für das auch die 33-Jährige brennt. Plastik hat sie weitgehend aus ihrem Alltag verbannt, Reisen bewältigt sie möglichst mit der Bahn. Selbst auf ihrer Hochzeit hat sie auf Luxus wie Feuerwerk zugunsten der Natur verzichtet. Materielles war ihr sowieso nie besonders wichtig. Ihr Ehrgeiz und der Spaß am Erfolg sind es, was Barbara zu Höchstleistungen motiviert. Ihre Karriere beruht nicht nur auf Äußerlichkeiten, sondern vor allem auf klassischen Werten: „Ich bin sehr zuverlässig, ehrlich, diszipliniert und lege großen Wert auf Authentizität. Das wissen viele meiner Kunden sehr zu schätzen. Ich habe keine Angst vor viel Arbeit. Die gehört zum Erfolg dazu. Nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und dabei gut auszusehen, reicht nicht.“

Die Fashion-Branche ist erbarmungslos. „Als Model kann es passieren, dass man zwölf mal am Tag sehr heftige Absagen bekommt. Das härtet ab und hat mich stärker gemacht. Man lernt weiterzukämpfen“, sagt Barbara. Trotz aller Rückschläge würde die Wahl-Wienerin sich wieder in dieses Abenteuer stürzen. Denn für jede Erfahrung – ob gut oder schlecht, und für jeden gemachten Fehler und die Konsequenzen, ist sie dankbar. Das alles ist Teil ihres Wegs zum Erfolg.

 

Von Johanna Reichert

Secrets of Success – Das Print Magazin

Heute wird das Print-Magazin bei der 20-jährigen Jubiläumsfeier von “Movie meets Media” vorgestellt. Im Hotel Atlantic Kempinski dürfen die geladenen Gäste einen ersten Blick auf das Magazin erhaschen. Ab dem 30.11.2019 ist es dann auch im Handel erhältlich.

Sehen Sie hier, wo Sie eine Ausgabe erwerben können.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.

 

Die Roman-Queen

Die Autorin Gaby Hauptmann ist vielen ein Begriff – schließlich stammen aus ihrer Feder zahlreiche Bestseller-Romane, sowie Kinder – und Jugendbücher. 1995 gelang ihr mit ihrem Buch: „Suche impotenten Mann fürs Leben“ ein internationaler Bestseller-Start. Bis heute folgten viele weitere erfolgreiche Bücher wie zuletzt „Lebenslang mein Ehemann?“ oder davor: „Plötzlich Millionärin – nichts wie weg“, „Scheidung nie – nur Mord“, „Die Italienerin die das ganze Dorf in ihr Bett einlud“. Sechs ihrer Bücher wie „Nur ein toter Mann ist ein guter Mann“, „Die Meute der Erben“, „Hengstparade“ und „Fünf-Sterne-Kerle inklusive“, wurden zudem verfilmt. Wie sie von einer Redakteurin für Rundfunk und Fernsehen zur erfolgreichen Schriftstellerin wurde, hat sie uns im Interview erzählt.

„Die Geburt meiner kleinen Tochter Valeska krempelte mein Leben um. Vorher hatte ich vom eigenen Pressebüro bis zur Freiberuflerin bei SWF3 und HR-Fernsehen alle meine journalistischen Möglichkeiten von der Redakteursarbeit, über Filme machen bis zu einer eigenen Produktion: „Pp-Prominenz privat“ mit 27 Folgen ausgeschöpft. Als alleinerziehende, junge Mutter ging plötzlich nichts mehr. Der Vater meiner Tochter hatte mir zudem durch einen Trick mein Bankkonto leer geräumt, so dass ich finanziell zunächst mal vor dem Nichts stand. Mit einem Baby unter dem Arm kommt man in meinem Beruf nicht weit. Durch einen – für mich – legendären weiblichen Zusammenhalt fasste ich beim HR wieder Fuß und anschließend auch beim damaligen SWF und konnte Filme drehen, Dokumentationen beim SWF, Unterhaltung beim HR. In einer Drehpause bei mir zu Hause am Bodensee kam mir die Idee zu dem Buch „Suche impotenten Mann fürs Leben.“
Ich habe das Buch innerhalb von 6 Wochen geschrieben, während meine Freunde sich um meine kleine Tochter gekümmert haben. Es sprang mir sozusagen aus der Feder – allerdings sah ich meinen Weg nicht als Schriftstellerin, sondern weiterhin als Journalistin. Nach nunmehr 40 Büchern denke ich aber, dass ich wohl auch ein gewisses Talent zum Schreiben habe. Die Themen fliegen mich an und dann macht es mir Spaß, sie weiter zu verfolgen. Die Neugierde, einen Weg zu verfolgen, egal ob fiktiv oder real, war eine stete Begleiterin in meinem Leben – und ist sicherlich auch ein Grund, weshalb ich jetzt die swr-Sendung „Talk am See“ moderiere. Schauen was kommt – und wenn es Hindernisse sind, die sich in den Weg stellen, dann ist es wie in der Reiterei, es wird umso spannender.“

Von AS