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Die beiden Gründer von CIRCLY: Oliver Kremer (l.) und Maximilian Munz / Foto: CIRCLY

Creme aus Café

Oliver Kremer und Maximilian Munz von CIRCLY glauben daran, dass sich gute Hautpflege und umweltbewusster Konsum nicht ausschließen. In Zusammenarbeit mit ausgewählten Lieferanten aus der Getränkeindustrie sammeln die beiden 33-Jährigen Rohstoffe, die wir alle im Alltag konsumieren: Aus verbrauchtem Kaffee und Obstschalen schaffen sie und ihre sechs Mitarbeiter seit 2019 Naturkosmetik, die neue Standards in puncto Ressourcenschonung setzt.

 

Wie ist die Idee entstanden?

In der Vergangenheit arbeiteten Oliver und ich in zahlreichen Beratungsprojekten in den Bereichen Nachhaltigkeit und Wiederaufbereitung. Hierbei lernten wir unter anderem, dass es noch sehr viele Stoffströme gibt, die in der Lebensmittelindustrie verschwendet werden, die jedoch sehr gut für weitere Produkte verwendet werden können. So begannen wir, so viel wie möglich über die Bereiche des Upcyclings zu lernen. Da wir beide zu empfindlicher Haut neigen, war die Idee zu CIRCLY geboren: Upcycling meets Skincare. Ein neues, aber innovatives Konzept mit einem echten Mehrwert für Haut und Umwelt. Mit CIRCLY möchten wir zeigen, dass Naturkosmetik noch einen Schritt weitergedacht werden kann.

Foto: CIRCLY

Wie hat sich Ihr Geschäft bisher entwickelt?

Aktuell sind wir in über 700 Retail-Stores. Wir planen einen weiteren Ausbau im Handel sowie im Online-Vertrieb. Corona hat gezeigt, dass viele Kunden bestimmte Produkte, die sonst offline nachgefragt wurden, nun auch online nachfragen. Wir konnten innerhalb kürzester Zeit über 10.000 KundInnen von unserem Konzept überzeugen. Wir sind uns sicher: Upcycled-Beauty ist ein neuer Megatrend!

Klingt gut. Lief bei dieser Entwicklung alles nach Plan oder gab es auch Überraschungen?

Eine der Überraschungen war die Erkenntnis, im Marketing besser nur den Hauptnutzen herauszustellen, also tolle Hautpflege, statt sich voll auf das Upcycling zu konzentrieren. Gleichzeitig hilft uns dieser Zusatznutzen, unsere Marke spitz im Markt zu positionieren.

Hat sich im Kopf der KundInnen etwas getan im Vergleich zu vor ein paar Jahren?

Upcycling-Power für die Haut: Die CIRCLY-Produkte sind zu 100% nachhaltig. / Foto: CIRCLY

Auf jeden Fall! Nicht nur bedingt durch die Presse, sondern auch durch die Politik erkennt man einen Wandel in der Gesellschaft, bei dem das bestehende Denkmuster hinterfragt und nach neuen, grünen Lösungen gesucht wird.

Was muss sich noch ändern, um die Umwelt zu retten?

Wir alle müssen damit aufhören, Greenwashing zu betreiben und Lösungen, die nicht wirklich umweltfreundlich sind, als umweltfreundlich zu verkaufen! Sinnvoller erscheint mir, kleine Schritte zu gehen und sich um die Nachteile dieser Lösungen bewusst zu sein. So schaffen wir ein besseres Verständnis, welche Schritte noch nötig sind.

 

Das ganze Interview können Sie ebenfalls in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Diese ist bereits im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Interviews finden Sie hier.

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Mit guter Laune Müll vermeiden: Gründer:innen von „Saatgutkonfetti” Christoph, Katja und Philip (v.l.n.r.). / Foto: © Saatgutkonfetti

Kompostierbares Konfetti

Erlebe schöne Momente, hinterlasse dabei keinen Müll, sondern säe Wildpflanzen und mach somit gleichzeitig etwas für die Umwelt – das ist die Idee von Philip Weyer (32), Katja Filippenko (34) und Christoph Trimborn (31), mit der sie im April 2019 ihre Firma Saatgutkonfetti gründeten. Inzwischen beschäftigen sie in Kassel 24 MitarbeiterInnen, wo das Saatgutkonfetti in Handarbeit hergestellt wird.
Wie ist die Idee entstanden?

Philip: Konfetti ist so ein symbolisch starkes Produkt. Alle Leute verbinden schöne und positive Momente damit, gleichzeitig werfen wir aber Müll in unsere Umwelt. Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Parallel zu diesen Gedanken habe ich auf dem Weg zur Uni regelmäßig Blumensamen vom Fahrrad geworfen, aus denen dann kleine Pflänzchen an Büschen und Grünflächen wuchsen. Ich bin der Meinung, dass wir sowohl eine höhere Diversität an Wildpflanzen in unseren Städten brauchen, als auch eine größere Toleranz gegenüber Wildwuchs. Entstanden ist aus diesen Gedanken dann letztendlich unser Saatgutkonfetti!

Sind Sie mit dem bisherigen Erfolg zufrieden?

Katja: Wir konnten mit diesem Produkt ein grünes soziales Start Up aufbauen und über 24 Leuten die Möglichkeit geben, mit Sinn und Spaß zu arbeiten und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag für die Umwelt zu leisten. Außerdem war es schön zu sehen, wie viele Menschen Konfetti auch in der ersten COVID-Phase bestellt haben. Wir haben uns riesig gefreut, dass so viele Unternehmen das Saatgutkonfetti ihren KundInnen und MitarbeiterInnen als Geschenk nach Hause

Das Konfetti / Foto: © Saatgutkonfetti

geschickt haben, um sie in dieser Zeit ein wenig aufzumuntern!

Was bedeutet das in Zahlen ausgedrückt?

Katja: Dieses Jahr werden wir voraussichtlich einen Umsatz von einer halben Million Euro machen. Wir wollen unsere Ziele aber nicht nur an wirtschaftlichen Zahlen messen, sondern auch an der Menge an Saatgut, die wir ausbringen. Aktuell haben wir Saatgut für ca. 10.000 Quadratmeter herausgebracht und 1300 Kilogramm schädliches Konfetti durch unser Saatgutkonfetti ersetzt!

Was ist Ihr Antrieb?

Chris: Individuelle und planetare Gesundheit. Zum einen möchten wir so viel herkömmliches Konfetti wie möglich ersetzen, um einen Beitrag gegen unnötige Müllverschmutzung zu leisten. Mit guter Laune soll dann noch mehr als nur “kein Müll” entstehen. Wir wollen unseren Beitrag gegen den Verlust der Artenvielfalt leisten, indem wir heimische Wildpflanzenarten ausbringen, die Heimat- und Nahrungsquellen für

Das Start-up bei “Höhle der Löwen” / Foto: © Saatgutkonfetti

Insekten und andere kleine Tieren sind. Gleichzeitig möchten wir Wissen über unsere Pflanzen- und Tierwelt kommunizieren, zum Beispiel mit unserem Kartenspiel. Denn schützen können wir nur das, was wir kennen.

Warum lohnt es sich in Ihre Firma zu investieren?

Katja: Zum einen sind wir ein stetig wachsendes, regeneratives Business, Der Konfettimarkt ist groß, Konfetti kommt bei vielen verschiedenen Anlässen zum Einsatz. Außerdem verfolgen wir eine zukunftsfähige Vision, nach der wir einen fairen Umgang mit unserer Umwelt anstreben und Produkte kreieren, die mehr können, als “nur nachhaltig” zu sein.

Welche Visionen haben Sie für die Zukunft?

Philip: Zum einen möchten wir mehr Saatgutkonfetti zu einem geringeren Preis anbieten, zum anderen wollen wir neue Zielmärkte erreichen, in denen wir dezentral agieren können. Darüber hinaus werden wir weitere Produkte präsentieren, die auf aktuelle Problematiken hinweisen und unseren KundInnen die Möglichkeit geben, einen positiven Einfluss darauf zu haben.

Wie grün ist Ihr Büroalltag?

Alle lieben Konfetti! Aus „Saatgutkonfetti” werden anschließend Wildpflanzen – so entsteht kein Müll und es wird etwas für die Umwelt gemacht. / Foto: © Saatgutkonfetti

Chris: In unserem Büro- und Fabrikgebäude versuchen wir so viel “grün” wie möglich zu integrieren. Das heißt: Strom aus erneuerbaren Energien, gebrauchte Möbel, viele Pflanzen, eine vegan/vegetarischen Küche und das Weglassen von Reinigungsmitteln beim Säubern unserer Produktionsgeräte, damit wir das Wasser zum Gießen unserer Pflanzen weiterverwenden können.

Welche Erkenntnis nehmen Sie mit aus der Gründungsphase Ihres Unternehmens?

Chris: Die eigene Wohnung in der Kölner Innenstadt an Karneval als öffentlicher Pop Up Shop für Saatgutkonfetti ist nur vor der Party eine gute Idee!

 

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Vegane Sneaker

Sie stehen mit ihrer Marke „Monaco Ducks“ für Nachhaltigkeit, Fairness und Slow Fashion: Gründer Julian Hermsdorf (r.) und Carl Warkentin. / Foto: Monaco Ducks

Monaco Ducks ist das erste klimaneutrale Designer Sneaker Label. Bei der Herstellung der handgefertigten Schuhe kommen Materialien wie Loden, nachhaltiges und zertifiziertes Leder oder eine vegane Lederalternative zum Einsatz. Den beiden Gründern Julian Hermsdorf und Carl Warkentin geht es darum, dass man Design, Lifestyle und Qualität ohne schlechtes Gewissen erleben kann.

Wie ist die Idee entstanden?
Wir haben die Idee im Studium gegründet, sind aber erst mal beide beruflich andere Wege eingeschlagen. Es hat als Hobby begonnen. Wir waren auf der Suche nach nachhaltig und fair produzierten Produkten, zu einem fairen Preis und mit einem hohen Anspruch an Qualität, Komfort und Design. Paradoxerweise gab es das nicht auf dem Markt, daher haben wir es selbst produziert.

Ist bisher alles gelaufen, wie geplant?
Wir sind seit 2017 auf dem Markt. Nicht nur in den letzten zwei Jahren mit Covid 19, sondern generell läuft es im Startup nie wie geplant. Aber das macht uns aus, wir kommen nicht aus der Modeindustrie und gehen Dinge anders an als etablierte Marken.

Wie hoch war zu Beginn das persönliche Risiko?
Sehr hoch. Die ersten Jahre haben wir eigenes Geld investiert und ohne Gehalt gearbeitet.

Die Gründer sind sich einig: Man kann nur langfristig wirtschaftlich erfolgreich sein, wenn man sich dem neuen Wertesystem anpasst. / Foto: Monaco Ducks

Was ist eure Vision?
Wir stehen für echte Nachhaltigkeit, Fairness, Slow Fashion ohne Kompromisse im Design, Lifestyle oder Qualität zu machen. Wir möchten hier weiter als Vorbild vorangehen.

Wie schwierig ist es, dafür die richtigen Investoren zu finden?
Geld am Markt gibt es genug. Uns ist wichtig, dass die Investoren zu uns passen und unsere Vision unterstützen. Im besten Fall gibt es auch einen strategischen Fit und der neue Partner kann uns auch inhaltlich voranbringen.

Warum lohnt es sich in Monaco Ducks zu investieren?
Wir sind first-mover im wachsenden Nachhaltigkeitsmarkt. Und wir gehen in Sachen Nachhaltigkeit und Innovation immer einen Schritt weiter als andere es kommunizieren. Wir sind davon überzeugt, dass der Return on Invest so für die Investoren, Mitarbeiter, Kunden, Umwelt und Gesellschaft gleichermaßen vorhanden ist.

Monaco Ducks” schafft nachhaltige Sneaker-Mode, ohne Kompromisse im Design oder der Qualität zu machen. / Foto: Monaco Ducks

Mit welchen Kleinigkeiten kann man die Welt besser machen?
Da gibt es viele! Wichtig ist es, sich zu informieren. Nachhaltigkeit ist zwar inzwischen als Thema in der Gesellschaft angekommen. Doch das kommuniziert auch jedes Unternehmen heutzutage. Für den Konsumenten ist es schwer, sich ein Bild davon zu machen, was wirklich nachhaltig ist und was nicht. Wenn Fast Fashion Unternehmen recycelte Mode anbieten, sollte man hinterfragen, wie viel davon wirklich recycelt ist und ob Fast Fashion überhaupt nachhaltig sein kann. So ist auch ein veganer Sneaker nicht automatisch nachhaltig. Am einfachsten und vielleicht wichtigsten ist jedoch, den Konsum einfach einzuschränken.

Was muss sich noch ändern, um die Umwelt zu retten?
Unserer Auffassung nach muss v.a. die Wirtschaft eine Vorbildfunktion einnehmen. Es kann kein Wert mehr darin liegen, immer schneller und weiter zu wachsen. Alle Stakeholder, egal ob Gesellschaft, Gesellschafter, Umwelt, Kunden oder Mitarbeiter werden das künftig nicht mehr schätzen. Das Wertesystem ändert sich. Wir glauben, man kann langfristig nur wirtschaftlich erfolgreich sein, wenn man sich dem neuen Wertesystem anpasst. Neue Startup Unternehmen tun sich damit sicherlich leichter als große, etablierte Unternehmen.

“Secrets of Success” ist ab sofort im Handel erhältlich. Auf mykiosk.com können Sie schauen, an welchen Kiosken in Ihrer Nähe, das Magazin ausliegt.

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Gründer und Geschäfstführer Japheth Ergaw Bild: ALZOE

ALZOE, Naturkosmetik mit Seele

Immer schön natürlich bleiben, so könnte man die Idee zu ALZOE in aller Kürze zusammenfassen. „Denn wir finden, wahre Naturkosmetik sollte mehr können, als ein gutes Image zu genießen.“
Die Naturkosmetik-Manufaktur ALZOE mit dem Sitz in Karlsruhe steht für 100% zertifizierte Naturkosmetik aus Deutschland. Unsere Verbundenheit zur Naturkosmetik spiegelt sich auch in unseren Produkten wider: Wir stehen für 100% vegane, nachhaltige Qualitätsprodukte mit ausgewählten Bio-Rohstoffen auf Pflanzenbasis sowie natürlichen Düften. Das grüne Unternehmen wurde im Februar 2020 von Jungunternehmer Japheth Ergaw gegründet. Wir durften ihn für das Magazin „Secrets of Success“ interviewen.

Wie ist die Idee entstanden?

Die Idee, eine Naturkosmetikmarke zu gründen, ist sehr lange gereift. Unser Credo war stets und ist bis heute: 100% Natur – ohne, wie dies in der Branche leider üblich ist, den kleinen Spielraum zu nutzen, den einem der Gesetzgeber lässt.
Mit Hilfe der Erfahrung und Expertise einer Mitarbeiterin, die früher in einer großen Industriekosmetikfirma tätig war und schon immer Nachhaltigkeit gelebt hat, ist letztlich mit viel Liebe und Zeit ALZOE entstanden.

Ist alles gelaufen, wie geplant oder welche Überraschungen gab es?

Es ist nicht alles gelaufen wie geplant. Wir haben zu Beginn viele Fehler gemacht, aber sind dadurch gewachsen. Dieser Prozess hat viel Zeit in Anspruch genommen. Wir wollten mit ALZOE erst dann an den Start gehen, wenn wir alle Prozesse durchlaufen haben und keine Abstriche mehr machen müssen. Wir hatten eine Entwicklungszeit von knapp 2 Jahren; diese Zeit haben wir uns genommen. Wir wissen, dass nicht viele Firmen sich das leisten können, weil sie schnell ins Wirtschaften und auch ins Geld verdienen kommen müssen. Glücklicherweise haben wir noch andere Standbeine. ALZOE ist für uns eine Herzensangelegenheit. Das, was wir auf diesem Weg gelernt haben, macht unsere Marke jetzt aus.

Wie groß war das persönliche finanzielle und berufliche Risiko?

Glücklicherweise nicht so groß, da ALZOE ein drittes bzw. viertes Standbein ist. Wir sehen ALZOE, wie gesagt, als Herzensangelegenheit und sind mit unserer Muttergesellschaft in anderen Branchen aktiv. Wir können „unser Baby“ in Ruhe wachsen lassen und das macht uns aus. Man merkt der Marke hoffentlich an, dass wir sie mit Liebe und Leidenschaft kreiert haben und Gott sei Dank nicht alles auf eine Karte setzen mussten. Das ist für ein Startup natürlich eine schöne und komfortable Ausgangslage. Wir sind sehr froh und dankbar, so arbeiten zu können.

Welches Ziel verfolgen Sie?

Bild: ALZOE

Wir wollen unsere Manufaktur deutschlandweit, irgendwann vielleicht sogar europaweit, ausdehnen. Wir möchten uns dabei aber in erster Linie immer selbst treu bleiben – das, was uns von vielen anderen unterscheidet, nämlich, dass wir vom eigentlichen Produkt bis zur Verpackung eine 100%ige Naturkosmetikmarke sein wollen, soll unser „Gesicht“ bleiben. Wir möchten informativ sein, die Menschen zum Beispiel mit unseren Blogbeiträgen zum Nachdenken anregen und auch unsere Produktpalette weiter ausbauen.
Transparenz und Loyalität zu unseren Produkten ist uns wichtig. Wir sind stolz darauf, dass wir in unserem Produktionsstandort Wiernsheim ein eigenes Labor haben und egal, wie stark wir wachsen sollten, wir möchten weiterhin sowohl im eigenen Haus als auch handmade produzieren.

Wie schwierig ist es, die richtigen Investoren zu finden? Was müssen diese außer Geld noch mitbringen?

Für uns glücklicherweise nicht so schwierig, da wir diese in Form unserer Muttergesellschaft gefunden haben: Sie war und ist Geldgeberin und stellt uns auch weiterhin die finanziellen Mittel zur Verfügung, die wir benötigen. Wir mussten nicht auf Investorensuche gehen und konnten die Gründung „in house“ abwickeln. Etwas anders als beim klassischen Startup.

Was braucht Ihre Firma, um weiter wachsen zu können?

Wir wollen in den Einzelhandel verstärkt rein und hoffen, dass das die wirtschaftliche Lage zulässt. Wir möchten nach vorne schauen und möchten uns da in den jeweiligen Stores platzieren. Ebenso suchen wir immer nach weitere Kooperationspartnern, die die gleichen Werte und Ziele haben.

Aus Fehlern lernt man: Was war bisher der größte Fehlgriff?

Einen großen Fehlgriff gab es nicht. Dafür aber viele kleine Fehler. Das liegt vor allem auch daran, dass wir zunächst branchenfremd waren und vieles in den zwei Jahren der Entwicklungsphase von der Pike auf lernen mussten. Mittlerweile sind wir sehr gut aufgestellt und können alles selbst umsetzen. Wir sind nun, nach einem umfassenden Prozess, auch in der Lage, zum Ende diesen Jahres eine eigene Naturkosmetikzertifizierung zu erstellen sowie das hauseigene Labor zu zertifizieren. Hier sind vor allem in der Anfangszeit viele Fehler passiert. Wir haben andere Standards als der Fremdzertifizierer, der uns aktuell noch zertifiziert und freuen uns über die Möglichkeit, nun in unserem eigenen Labor zum Beispiel die Rohstoffe testen zu können, die wir verarbeiten. Wir müssen uns nicht mehr nur auf Prüfberichte verlassen, sondern können immer nochmal selbst testen. Das gibt uns und unseren Kunden ein gutes Gefühl, weil wir halten können, was wir versprechen.

Welche Visionen gibt es für die Zukunft?

Wir wollen mit einem gesunden Wachstum nach vorne schauen und uns nur im positiven verändern. Unsere Nachhaltigkeit, Transparenz und Authentizität wollen wir stets beibehalten.

Mit welchen Kleinigkeiten kann man Tag für Tag die Welt ein bisschen besser machen?

Mein Credo: Jeden Tag stehe ich mit einem Lachen auf, bin zuvorkommend und versuche, dieses Lächeln auf den Lippen den ganzen Tag zu bewahren. Nächstenliebe und Freundlichkeit sind die Werte, die mir sehr wichtig sind und die ich auch lebe.

Beschreiben Sie Ihren grünen Lifestyle…

Ich bediene vielleicht rein äußerlich nicht das Klischee eines Menschen mit einem grünen Lifestyle. Aber ich glaube, dass sich die Definition dessen in den letzten 10 Jahren auch deutlich verändert hat. Das stelle ich auch fest, wenn ich unsere Kunden anschaue. Auch sie bedienen meist nicht die „klassischen grünen Klischees“.
Ich definieren ihn für mich so, dass ich mich mit der Natur (und auch der Naturkosmetik) befasse, mich gerne in ihr aufhalte und sie in ihrer Schönheit und Vielfalt mehr und mehr schätzen und zu bewahren lerne. Dazu gehört zum Beispiel auch, Dinge und Prozesse zu hinterfragen. Grüner Lifestyle bedeutet für mich nicht nur der Einkauf im Bioladen, sondern eine ganzheitliche Umstellung, die meist nicht von heute auf morgen kommt, sondern schrittweise erfolgt.

Hat sich bei den Leuten im Kopf etwas getan im Vergleich zu vor ein paar Jahren?

Wir stellen fest, dass „green thinking“ in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und viele Menschen sich damit befassen. Wir haben eine sehr diverse Zielgruppe, die sich gerne mit diesem Thema befasst. Es ist definitiv im Trend „grün“ zu denken und zu handeln, sich um die Umwelt zu kümmern und zu sorgen.

Was muss sich noch ändern, um die Umwelt zu retten?

Das ist natürlich eine schwierige Frage! Ich glaube, wenn jeder zunächst einmal sprichwörtlich vor der eigenen Haustüre kehrt, ist schon viel gewonnen.
Wer die Welt verändern möchte, sollte immer bei sich selbst anfangen!

Bild: ALZOE

Wovon sollte man definitiv die Finger lassen?

Ich glaube, man kann und sollte vor allem in der Kosmetik von den meisten Dingen die Finger lassen, die nicht aus der Natur kommen. Die Natur gibt uns das, was wir Menschen brauchen, auch das, was unsere Haut braucht. Wir schauen auf das, was wir ihn ihr finden können – das reicht. Man sieht das z.B. in unseren Produkten. Gerade wenn man jahrelang keine Naturkosmetik verwendet hat, sollte man seiner Haut jedoch etwas Zeit geben, um sich umzustellen und an die Natur zu gewöhnen. Viele steigen schon nach den ersten Versuchen wieder aus, weil sie sich schnelle Resultate erhoffen oder weil die Haut erst wieder lernen muss, ihre ureigenen Prozesse auszuführen. Ist die Umstellung erst einmal geschafft, sind unsere Kunden dann sehr zufrieden.

Was wünschen Sie sich von den Menschen für die Zukunft?

Mehr (Nächsten)Liebe, mehr Vernunft, mehr Rücksicht, mehr Loyalität und Transparenz – wir sollten einander und unsere Umwelt wertschätzen.

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Gesundheit und ein stabiles & schönes Familienleben – so bin ich aufgewachsen, so wurde ich erzogen. Alles andere ist nice to have, aber nicht mein Hauptfokus.

Was wollten Sie als Kind werden? Und warum?

Ich wollte schon immer Unternehmer werden – genau wie mein Vater, zu dem ich schon immer aufgeschaut habe und dies bis heute tue. Ich bin sehr dankbar, ebenfalls diesen Weg einschlagen und in seine Fußstapfen treten zu können.

Wer ist ihr größtes Vorbild?

Nach der letzten Frage wohl keine Überraschung – mein Vater. Was und wie ich lebe und das, was ich gelernt habe, habe ich zu großen Teilen meinem Vater und natürlich meiner Mutter zu verdanken. Schon als Kind haben mein Bruder und ich zu meinem Vater aufgeschaut und ihn uns zum Vorbild genommen. Er ist nicht nur mein Vater, sondern auch Mentor und best buddy!

Wo sehen Sie die Stärken Ihres Start-ups, die für den Erfolg maßgeblich sind?

Wir sind eine 100% Manufaktur. Dies spiegelt sich im Produkt, als auch in der Verpackung wider. Ebenso zeigt sich das auch in unserem Team. Wer sich selbst auf die Fahne schreibt, aus Überzeugung anders sein zu wollen als andere Naturkosmetikhersteller, muss von Werten angetrieben sein, die weit über den „gesetzlich zugelassenen Rahmen“ hinausgehen. Für mich sind dies vor allem Leitwerte wie Toleranz, Ehrlichkeit, Menschlichkeit, Treue, Zusammenhalt, Geradlinigkeit und Zuverlässigkeit. All dies spiegelt sich auch in der Art, dieses Start-Up-Unternehmen zu führen, wider. Ich arbeite eng und auf Augenhöhe mit meinen Mitarbeitern und Kollegen zusammen und gebe ihnen viel Raum für die Umsetzung ihrer kreativen Ideen.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Weg? Wenn ja, wie haben Sie die überwunden?

Es gab kleinere Rückschläge, die uns jedoch stärker gemacht haben. Durch die Fehler haben wir einiges gelernt und sind da wo wir jetzt stehen.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten unterstützt?

Schon von Anfang an waren dies vor allem unsere Mitarbeiter. Wir haben ein sehr wertvolles Team, für das ich dankbar bin. Wir sind offen, haben flache Hierarchien, jeder kann seine Meinung sagen. Uns verbindet ein meist freundschaftliches Verhältnis.
Daneben natürlich unsere Familien und Freunde, die bisher immer mit wertvollen Ratschlägen und Feedback an unserer Seite standen.

Was ist ein Must-Have in ihrem Beruf?

Ganz klar – mein Handy. Ohne dieses komme ich nicht durch den Alltag. Oft müssen schnelle Entscheidungen gefällt werden und da ist es natürlich essentiell, erreichbar zu sein. Diese ständige Erreichbarkeit ist natürlich in meinem Beruf Fluch und Segen zugleich.

Was ist für Sie Luxus?

Zeit. Mit meiner Lebensgefährtin, mit Freunden und mit meiner Familie – das ist mein höchstes Gut und der größte Luxus. Je älter ich werde, desto mehr lerne ich zu schätzen, was es bedeutet, Zeit zu haben und sie sich zu nehmen. Zu letzterem muss ich mich manchmal disziplinieren.

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Umweltfreundlich verpackt – der Nachhälter ist aus einer biologisch abbaubaren Folie hergestellt, Grünkunft

Die Welt ist im Wandel. Nachhaltigkeit und grüner Lifestyle sind die neuen Schlagworte unserer Gesellschaft. Wir stellen drei Firmen vor, die im Großen – wie im Kleinen – einen wertvollen Beitrag leisten, um den Planeten zu retten.

Schluss mit Plastik!

Im bayerischen Rott hat das Start-up Grünkunft den Heiligen Gral gefunden. Der Betrieb mit 17 Mitarbeitern produziert Ersatzverpackungen aus landwirtschaftlichen Abfällen. Das berühmteste Produkt ist der Nachhälter – ein Beutel, der den klassischen Nusspralinen- oder Pastatüten zum Verwechseln ähnlich sieht – nur dass er aus einer biologisch abbaubaren Folie ist. In nur zwei Jahren ist das Unternehmen von einem Concept Store, der umweltfreundlich verpackte Biolebensmittel verkaufte, zum großen Hoffnungsträger für das Gewissen umweltbewusster Konsumenten gewachsen. Aktuell ist Grünkunft auf der Suche nach einer noch größeren Produktions- und Lagerfläche – das ist dann der dritte Standort. Christoph Kleber (38), der das Unternehmen mit seiner Frau Edna (34) 2017 gründete, bedient allerdings keines der üblichen Ökoklischees. Er ist ein Weltverbesserer mit wirtschaftlichem Background, der Architektur und BWL studiert hat und zuletzt in der Handelsnetzwerkentwicklung eines Automobilkonzerns tätig war.

Wo steht Grünkunft gerade?
Grünkunft ist die Pionierin plastikfreier Verpackung. Aktuell bringen wir zusätzlich zum Nachhälter viele weitere alternative Verpackungslösungen, allesamt hergestellt aus landwirtschaftlichen Abfällen, auf den europäischen Markt. Branchenübergreifend unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre Produkte von Plastikverpackungen zu befreien. Wir kooperieren in der Automobil, Kosmetik- und Textilindustrie bereits mit mehreren internationalen Konzernen und wollen deren Portfolio gemeinsam in eine wegweisende, plastikfreie Zukunft lenken. Wir entwickeln uns vom plastikfreien Food Supplier gerade zum Systemdienstleister und Großhändler für nachhaltige Verpackungslösungen, nicht nur für Lebensmittel, sondern für alle Bereiche, in denen Plastik ersetzt werden kann.

Wie konnten Sie überhaupt etwas entwickeln, bei dem die großen Konzerne bis heute scheinbar nicht weiterkommen?
Das ist eine berechtigte Frage, die ich Ihnen nicht beantworten kann. Letztendlich waren die technischen Hürden ja überwindbar, wie wir erfolgreich bewiesen haben. Der Anfang war allerdings hart. Da wir noch relativ jung waren, haben wir tatsächlich einen Totalverlust riskiert. Gestört hat uns das nie, wir waren uns unserer Sache sicher und besessen von dem Gedanken, unsere Idee voranzutreiben.

Hat Sie jemand für verrückt erklärt?
Viele sogar! Wir hatten mit den unterschiedlichsten Reaktionen gerechnet, die Bandbreite war jedoch noch viel größer als erwartet. Interessanterweise sind die Menschen, die uns früher belächelt haben, genau die, die heute damit angeben, uns zu kennen.

Wie sieht es mit dem wirtschaftlichen Erfolg bei Grünkunft aus?
Wir haben uns in den ersten rund drei Jahren sehr gut behauptet. 2019 konnten wir mehr als 100 Prozent Umsatzwachstum verzeichnen, für kommendes Jahr rechnen wir mit einem Vielfachen davon.

Ist es schwierig, die richtigen Investoren zu finden?
Nein, praktisch wöchentlich klopfen welche an unsere Tür. Es muss vor allem auf persönlicher Ebene stimmen und die Person oder Institution zu unserer Vision passen. Wer nur wirtschaftliche Interessen verfolgt, ist bei uns falsch.

Wo sehen Sie die Stärken Ihres Start-ups?
Fokus ist alles. Wir haben uns von Anfang an auf eine Problemstellung konzentriert und dafür einzigartige Lösungen entwickelt. Einige Unternehmer glauben, möglichst viele verschiedene Leistungen oder Produkte anbieten zu müssen, aber das Gegenteil ist meistens richtig. Man muss nicht alles können – im Gegenteil: Um Erfolg zu haben, reicht es, wenn du eine einzige Sache richtig gut kannst.

Haben die Menschen heute ein stärkeres ökologischen Bewusstsein – im Vergleich zu vor ein paar Jahren?
Definitiv. Bei der Eröffnung unseres Concept Stores in Wasserburg Anfang 2018 war bei vielen die Problematik mit dem Plastik noch nicht im Bewusstsein verankert. Ereignisse und Bewegungen wie Fridays for Future haben dazu beigetragen, dass die Situation jetzt eine ganz andere ist. Heute ist es in vielen Erdteilen schon verpönt, Plastiktüten zu benutzen.

Was muss sich noch ändern, damit wir die Umwelt wirklich retten?
Es gibt sehr vieles, was noch getan werden muss. Verpackung und Abfallvermeidung ist eine sehr wichtige Facette davon, jedoch nicht die einzige. Individual- und globaler Warenverkehr gehören zu den Bereichen mit dem größten Einsparpotenzial bei Energieverbrauch und Emissionen. Es gibt bereits zahlreiche vielversprechende Innovationen für eine grüne Wende. Jetzt liegt es an uns, diese Chancen zu nutzen. Gerade jetzt, während der Coronakrise, müssen wir die Chance nutzen, unser Handeln im Sinne einer enkeltauglichen Zukunft neu auszurichten.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Sich selbst immer wieder zu übertreffen, das ist wahrer Erfolg…

Das ganze Interview können Sie im Print-Magazin nachlesen. Secrets of Success kommt am 4. Dezember 2020 in den Handel.