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Der größte Karriereschritt der Münchnerin: Die Teilnahme bei der ZDF/KiKASerie „Die Mädchen-WG“. Foto © VERY US a division of WVG Medien GmbH

Mit Empathie nach vorne preschen!

Jolina Marie Ledl weiß mit ihren 17 Jahren schon genau, warum sie bei ihren 322.000 Instagram-Followern so gut ankommt. Die Influencerin, bekannt durch ihre Teilnahme an der ZDF/KiKA-Serie „Die Mädchen-WG“ im Jahre 2016, fasziniert mit ihrer fröhlichen, positiven und nahbaren Art.

Was bedeutet für sie Erfolg?
Für mich bedeutet Erfolg etwas im eigenen Leben gefunden zu haben mit dem man einen Mehrwert schaffen kann. Bei mir ist das beruflich meine Präsenz auf den Sozialen Medien, weil ich hier Positivität verbreiten und wichtige Werte, wie Respekt, Toleranz, Mitgefühl und auch Selbstwertgefühl vermitteln kann. Auch die Möglichkeit für meine Community eine Ansprechpartnerin in vielen Lebensbereichen zu sein, schafft meiner Meinung nach einen gewissen Mehrwert und macht mich glücklich.

Was ist bislang das persönliche Highlight ihrer Karriere? Und warum?
Oh, das ist eine schwierige Frage! Es gab tatsächlich schon sehr viele unterschiedliche Highlights. Ich freue mich eigentlich über alles was bis jetzt in meinem Leben passiert ist. Ein grosses Highlight für mich war die Veröffentlichung meines ersten eigenen Buches „Rock Your Day“. Die Möglichkeit zu bekommen ein eigenes Buch zu schreiben, damit viele Menschen zu erreichen und vielleicht zu inspirieren war echt unglaublich für mich.

Wo sehen sie ihre Stärken, die auch für ihren Erfolg maßgeblich sind?
Meine Stärken liegen darin, dass ich ein offener, positiver und emphatischer Mensch bin. Meine Community kann sich gut mit mir identifizieren, weil ich ja in erster Linie eine Schülerin, ein Teenager bin wie sie, und auch dieselben Alltagsprobleme und Fragen an das Leben habe. Ich bin für die Anderen sehr nahbar. Außerdem bin ich extrem zielstrebig, ich habe einen hohen Anspruch an mich und mein Tun. Meine größte Stärke ist das ich sehr an mich glaube und mich traue sämtliche Möglichkeiten die mir das Leben bietet zu nutzen, ich bin überhaupt nicht ängstlich und scheue mich auch nicht davor mal auf die Nase zu fallen

Wobei haben sie außerdem gerne Erfolg (außerhalb ihres täglichen Berufslebens)?
Ich treibe seit 12 Jahren Leistungssport im Turnen. Hier habe ich mich auch immer sehr auf die Wettkämpfe vorbereitet und wollte natürlich auch Erfolge sehen. Über eine gute Platzierung nach einer Meisterschaft konnte ich mich immer sehr freuen, das Training hatte sich dann gelohnt und die Medaille war das Sahnehäubchen nach getaner Arbeit.  Auch im Bereich Schule ist es mir sehr wichtig erfolgreich zu sein. Ich habe hohe Erwartungen an meine eigene Leistung und nehme mir ausreichend Zeit für schulische Aufgaben. Schule stand für mich trotz allem die letzten Jahre immer an erster Stelle

Was treibt sie beruflich weiter voran?
Durch meine ersten Erfahrungen als Moderatorin für den WG-Kanal auf YouTube von ZDF Kika, habe ich eine kleine neue Leidenschaft gefunden. Mir macht das Moderieren super viel Spaß und es fordert mich auch. Ich hoffe, dass ich noch mehr in diesem Bereich machen darf. Ich möchte beruflich gerne so viel wie möglich ausprobieren. Austesten was mag ich, was liegt mir nicht so, wo sind meine Grenzen.

An welchen Orten finden sie neue Inspiration? Woraus schöpfen sie Kraft bzw. Was ist ihr Ausgleich zur täglichen Arbeit?
Meine Kraft und Motivation schöpfe ich aus dem Reisen und unterwegs sein. Ich liebe es neue Orte zu sehen, neue Leute kennenzulernen und einfach aktiv etwas zu unternehmen. Für mich heißt „neue Energie tanken“ nicht unbedingt auf einer Liege am Strand chillen, sondern vielmehr neues erleben und Abwechslung schaffen.

Was ist ein Must-Have in ihrem Beruf?
Ganz klar mein Handy!! Ohne das geht gar nichts!! Ich mache Fotos mit meinem Handy, bearbeite meine Bilder mit meinem Handy, manage meine Accounts mit meinem Handy und und und

Was ist heute ihr Antrieb jeden Tag weiter zu machen, nachdem sie nun erfolgreich sind?
Das Feedback meiner Community. Zu sehen wie oft ich meine Follower motivieren und gute Laune verbreiten kann, macht mich sehr sehr glücklich und treibt mich jeden Tag an weiter zu machen. Es ist eigentlich ein Geben und Nehmen. Ich motiviere meine Follower und sie motivieren mich, durch ihre Kommentare, Fanedits und Direktnachrichten. Wir haben eine große Familie aufgebaut und bestärken uns gegenseitig. Wenn mir ein Follower z.B. schreibt das er jetzt sein Mobbing Problem angegangen ist und sich endlich Hilfe geholt hat, weil ich das Thema bei mir auf der Seite diskutiert habe, freut mich das unglaublich und treibt mich an mich mit so viel mehr auseinanderzusetzen, was die Mädels und Jungs da draussen beschäftigt, um so ihr Motivator sein zu können.

Wie wichtig ist ihnen ein soziales Engagement bzw. Meinen sie erfolgreiche Menschen sollten sich sozial engagieren und wenn ja wie bzw. in welchem Umfang?
Wie ich oben schon erwähnt hatte, ist mir ein gewisser Mehrwert wichtig, den man durch seine Arbeit schafft. Sich zusammen mit seiner Community sozial zu engagieren ist meiner Meinung nach eine gute Möglichkeit einen Mehrwert zu schaffen. Ich zum Beispiel spende alle meine Einnahmen von meinem Merchshop an SOS Kinderdorf und besuche auch deren Einrichtungen, um meinen Follower diese wertvolle Arbeit näher zu bringen.
Ich finde, wenn man eine Reichweite aufgebaut hat, ist es schön diese auch zu nutzen, um sozialen Projekten zu helfen, sei es durch Spenden oder durch das darauf aufmerksam machen.

Das ganze Interview finden Sie in der Printausgabe von Secrets of Success.

Entwickelte seinen Geschäftssinn schon früh: Oliver Kaltner, Europachef des Start-ups Room. Bild © privat

„Nicht zu früh auf Titel und Geld schielen“

Oliver Kaltner hat so ziemlich alles schon gesehen: Er war Manager bei Nike, Electronic Arts, Sony und Microsoft, Vorstand bei Premiere, CEO des Luxuskameraherstellers Leica und ist nun Europachef beim aufstrebenden Start-up Room. Im Interview lüftet er sein Erfolgsgeheimnis.

 

Herr Kaltner, was wollten Sie als Kind später einmal werden?
Oliver Kaltner: Ich habe schon als kleiner Bub mit dem Kicken angefangen und immer meinen Idolen Rummenigge und Breitner nachgeeifert. Damit waren Feuerwehrmann und Schornsteinfeger raus aus der Berufswahl.

Profifußballer sind Sie heute nicht. Was war bei Ihrer Berufswahl ausschlaggebend?
In meiner Gymnasialzeit habe ich mit allerlei Dingen Handel betrieben: seltene Bravo-Starschnitte, ungewöhnliche Modelle aus der Schlumpf-Sammlung oder CDs. Alles ließ sich gut verpackt mit ordentlichen Gewinnen verkaufen. Es musste also etwas mit Marketing und Sales sein.

Schließlich sind Sie bei diversen internationalen Topfirmen gelandet. Wie schafft man das?
Der beste Weg zum Erfolg ist ein Mix aus Talent, Lernbereitschaft, Motivation, Leidenschaft, Wissen in Tiefe und Breite sowie eine ordentliche Prise Glück. Man sollte nicht zu früh auf Titel und Geld schielen, denn wer wirklich gut ist, wird seinen Marktpreis früh genug gestalten.

Was war Ihr persönliches Highlight in Ihrer Karriere?
Meine Zeit bei Leica. Eine solche Traditionsmarke in einem stark rückläufigen Kameramarkt mit enormer Unterstützung des weltweiten Leica-Teams zu digitalisieren und zu Rekordumsätzen und Rekordträgern zu führen, ist von nachhaltiger Relevanz für mich.
Von Jonas Raab

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Succes lesen.

Viele kennen ihn als „der letzte Bulle“: Schauspieler Henning Baum. Bild © Ian Siepmann

„Das Image vom Traummann schleift sich im Alltag schnell ab“

Durchtrainiert, schelmisches Grinsen und ein Timbre in der Stimme, das Millionen Frauen die Knie weich werden lässt: Henning Baum gilt als der Prototyp des kantigen Traummanns. Stark macht den „letzten Bullen“ aber nicht nur sein tägliches Training, sondern vor allem sein Glaube an Gott.

 

Wie wichtig ist der Faktor Glück, um Erfolg zu haben?
Glück hat auf Dauer nur der Tüchtige. Ein Beispiel: Ich hatte nach meinem Schauspiel-Studium ein Anfänger-Engagement am Theater. Das erste Stück lief gut, aber beim Zweiten habe ich gemerkt, dass ich nicht genug gefordert werde. Da habe ich das Theater wieder verlassen – ohne etwas in der Hinterhand. Ich hatte nur Selbstvertrauen und Gottvertrauen, dass das schon den richtigen Verlauf nehmen wird. Vermutlich ist einer der Schlüssel zum Erfolg und zum erfüllten Dasein bereit zu sein, sicheres Terrain zu verlassen.

Sie sind mehrfacher Vater – wie finden Sie die Balance zwischen Absicherung der Familie und Risikobereitschaft?
Wenn man Familie hat, geht man keine sinnlosen Risiken ein. Aber wenn ich auf mein Berufsleben von 23 Jahren zurückblicke, hatte ich immer wieder Kipp-Punkte: Ob es eine Festanstellung im Ensemble war oder Serien, die erfolgreich liefen – ich habe dort trotz des sicheren Einkommens einfach keine weitere Entwicklung gesehen. Da würden einem viele Leute einen Vogel zeigen. Aber ich habe das Gottvertrauen, dass mir der richtige Weg gewiesen werden wird. Materieller Wohlstand ist zwar sehr angenehm, aber das allein macht Erfolg nicht aus.

Müssen Sie diszipliniert sein?
Ja, sehr. Das ist aber nicht so schlimm, ich habe mich daran gewöhnt. Ich brauche Struktur. Es ist ja nicht so, als würde ich von selbst fit, wach, stark und talentiert bleiben. Ich kann mich also nicht die ganze Zeit gehen lassen. Zeit zu verschwenden geht nicht. Man muss zum Beispiel aufpassen, dass man die Zeit nicht am Handy verdaddelt.

Ich neige leider dazu, Zeit auf Instagram zu vertrödeln…
Ist ja auch hochinteressant. Deshalb habe ich mir selbst eine 15-Minuten-Sperre am Tag für Instragam eingestellt. Nach dieser Zeit erscheint eine Sanduhr und ich kann nicht mehr drauf.

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Dr. Ulrich Ruppe ist ein großer Fan der Formel 1. Seit zehn Jahren lebt er selbst an der Côte d’Azur.

Blockaden überwinden

Durch unsere Arterien, Venen und Kapillaren fließt unser Lebenselixier, das Blut. Ohne dieses Netzwerk geht nichts in unserem Körper. Das merkt man spätestens, wenn es an einer Stelle zu einem Engpass oder Verschluss kommt. Wie gut, dass es Experten wie Dr. Ulrich Ruppe gibt. Seine Praxen liegen im Berliner Ärztezentrum „Helle Mitte“ sowie im „Gesundheitszentrum am Potsdamer Platz“. Der renommierte Gefäßchirurg hat schon vielen Patienten das Leben gerettet, indem er Blockaden in Blutgefäßen beseitigt hat. Auch auf seinem Weg zum Traumberuf musste er Barrieren überwinden.

Seit 25 Jahren ist Ulrich Ruppe niedergelassener Gefäßchirurg mit eigenen Praxen. Er behandelt vor allem Krampfaderpatienten aus Berlin – und durch seine russischen, polnischen und englischen Sprachkenntnisse Männer und Frauen aus der ganzen Welt. Er ist zweifelsohne erfolgreich. Die Patienten vertrauen ihm. Aber wie definiert er Erfolg? An der Zahl seiner Patienten? Den über 10.000 durchgeführten Venenoperationen? „Viele setzen Erfolg leider mit Geld gleich. Schade“, sagt er. Erfolgreich sei in seinen Augen derjenige, der mit dem, was er tut, für sich „und die Welt“ Gutes tut. Zufrieden kann Ulrich Ruppe auf jeden Fall mit seinem Leben sein. Nicht nur, weil er täglich Menschen hilft, sondern auch, weil er sein privates Glück gefunden hat. Er ist mit der ebenso erfolgreichen Unternehmerin und Influencerin Dana Huschert liiert, mit der er die zwölfjährige Tochter Emily Elisabeth hat.

Ulrich Ruppe wusste bereits mit elf, dass er explizit „Chirurg“ werden will, wie seine Helden in der US-Serie M.A.S.H., die in jeder Folge mit dem Skalpell in der Hand Leben retteten. Auf dem Weg zum Traumberuf gab es viele Hürden zu überwinden, an denen andere mutlos aufgegeben hätten. Nicht aber Ulrich Ruppe. Sein „unabdingbarer Wille“ hat ihm geholfen, alle Blockaden zu überwinden.

Eine wichtige Lektion in Sachen „Durchhaltevermögen“ hat er in Leningrad (heute St. Petersburg) gelernt. Dort studierte der gebürtige Ostberliner in den 80er-Jahren sechs Jahre Medizin, erlebte Gorbatschows „Perestroika“ vor Ort. „2 1/2 Stunden Anstehen für Butter bei minus 28 Grad, die dann unmittelbar vor dir ausverkauft ist – das prägt“, lacht er heute. Aber er lernt: Mit Hartnäckigkeit und einem guten Netzwerk kommt man doch noch an Butter – oder an seinen Traumjob.
Von Claudia Rothhammer

 

Das ganze Interview finden Sie in der Printausgabe von Secrets of Success.

Frische und gesunde Lebensmittel sind die entscheidenden Zutaten in Daniela Laubingers Erfolgsrezept – privat wie beruflich. Bild © Jürgen Frank

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Daniela Laubinger hilft mit ihrer Natural Weight Loss Company Promis und Topmanager*innen in Hamburg beim Abnehmen. Als sie ihr Konzept vor rund zehn Jahren entwickelte, sorgte es schnell auch in London und Abu Dhabi für Aufsehen.

Medizinstudium bei der Bundeswehr, nebenbei Gebietsleitung in einer Werbeagentur, dann ein Schlenker zu L’Oréal und schließlich die eigene Firma: Daniela Laubinger bezeichnet ihren beruflichen Weg als „durchaus ungewöhnlich“. Anders machen würde sie trotzdem nichts. Warum auch, schließlich ist sie seit mittlerweile zehn Jahren genau da, wo sie immer hinwollte. „Meine eigene Firma zu haben, war schon immer mein größter Wunsch. Selbstständig arbeiten zu können, ist ein großes Geschenk. Und meine Arbeit macht mir sehr, sehr viel Spaß“, sagt sie.

In ihrer Karriere hätte sich einiges gefügt, sagt die 47-Jährige. Auch wenn Daniela Laubinger gerne von Fügung oder Glück spricht, sind das sicherlich nicht die Hauptgründe für ihren Erfolg: Ihr fundiertes Wissen aus dem Medizinstudium, ein einmaliges Konzept, Leidenschaft für ihr Vorhaben, Selbstvertrauen und Freude am Netzwerken ließen schon in den ersten Monaten ihrer Selbstständigkeit opulente Angebote aus Abu Dhabi und London ins Haus flattern.

Aber der Reihe nach. Die erste Fügung: Auf die Idee, sich mit ihrer Natural Weight Loss Company als Ernährungsberaterin selbstständig zu machen, kam Daniela Laubinger nur, weil sie für ihre eigene Hochzeit abnehmen wollte, in sechs Wochen elf Kilo verlor und damit einer Dame auf einer Gartenparty doch recht imponierte. Und weil diese Dame zu der Zeit als Beraterin für eine Schönheitsklinik in Abu Dhabi tätig war, wurde man in den Vereinigten Arabischen Emiraten schnell auf Daniela Laubinger aufmerksam und lud sie ein.

Da sie nicht als Privatperson sondern als Unternehmerin nach Asien reisen wollte, gründete sie im Schnellverfahren eine Firma, schrieb Tag und Nacht an einer Präsentation und saß ein paar Tage später damit im Flugzeug. „Man hat mich im Emirates Palace untergebracht und von Termin zu Termin chauffiert. Dann nahm das Ganze sehr viel Fahrt und gipfelte beim dortigen Gesundheitsminister“, erzählt sie. Nach reichlich Überlegungszeit lehnte Daniela Laubinger das Angebot, mit ihrem Programm in sieben Emiraten zu starten, aber ab. „Ich habe mich auf mein Bauchgefühl verlassen. Ich muss nicht alles um jeden Preis machen. Zwei Wochen im Monat dort vor Ort zu sein, kam für mich einfach nicht infrage.“ Mutig zu sein und auf getroffene Entscheidungen zu vertrauen, hat Daniela Laubinger seitdem unaufhörlich nach vorne gebracht. In ihrer Hamburger Praxis geben sich seit Jahren Topmanager*innen und Promis die Klinke in die Hand.

Auf dem Flug nach Abu Dhabi die zweite Fügung: Während Daniela Laubinger ihrer Präsentation den letzten Feinschliff verpasste, bot ihr ein Sitznachbar an, sich das Ganze als Native Speaker nochmal anzuschauen. Wie die Dame auf dem Gartenfest war er begeistert von Daniela Laubingers Konzept. Später stellte sich heraus, dass er einer der Top Ten plastischen Chirurgen Großbritanniens ist. Auch er bot ihr an, als Ernährungsberaterin in seiner Londoner Praxis zu arbeiten. „Er meinte, das wäre genau das Richtige für seine Patienten. Er gab mir einen Schlüssel für seine Praxis und hat mir die Hand geschüttelt.“ Drei Jahre lang arbeiteten die beiden dann erfolgreich zusammen, bis der gebürtige Amerikaner seine Londoner Praxis aufgab, um wieder in die Heimat zurückzukehren. Das Angebot, die Praxis im Anschluss komplett zu übernehmen, lehnte Daniela Laubinger aus zeitlichen und familiären Gründen ab.

Von Jonas Raab

Das ganze Interview finden Sie in der Printausgabe von Secrets of Success.

© Christian Hesselmann

Tue, was du liebst oder liebe was du tust.

Ich beschäftige mich nie mit der Frage, ‚Ob‘ etwas funktionieren kann, sondern immer mit dem ‚Wie‘ etwas funktionieren kann. Und genau das zeichnet Philipp J. Müller aus.
Trotz aller Ratschläge seiner Eltern gegen eine Selbstständigkeit wurde Philipp J. Müller mit nur 23 Jahren Unternehmer und gründete seine erste Investmentgesellschaft. Er machte sein Hobby, das er bereits mit 16 Jahren ausübte, an der Börse anzulegen, zum Beruf und das noch im Jahr 1999 während der schweren Börsenkriese. Damit wurde er zum Multimillionär und gründete mehrere Unternehmen in derselben Branche. Im Alter von 33 verkaufte er all seine Firmen und wurde Privatier.
Mit der 2015 gegründeten Finanzakademie, die „PJM Investment Akademie, bietet er ein Ausbildungsprogramm für das eigenverantwortliche und erfolgreiche Anlegen an der Börse an. Sein Credo „Nur mit der richtigen inneren Haltung kann man nachhaltig erfolgreich am Finanzmarkt agieren, seine Ziele erreichen und sein eigener Finanzberater werden.“

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Dass ich etwas Positives in die Welt schicke. Ich sende etwas in meine Umwelt, ich konzentriere mich auf etwas und daraus entsteht ein Erfolg. Zusammengefasst: Erfolg ist: Eine Idee zu haben, sich ein Ziel zu setzen, einen Plan zu machen und ihn umzusetzen und daraus etwas Gutes entstehen zu lassen. Auch monetär.

Was wollten Sie als Kind werden?
Ich wollte in der Bank arbeiten. Andere hatten einen Kaufmannsladen, ich habe gerne mit Geld gespielt. Mein Verständnis als Kind war, dass man etwas brauchte, dafür ging man dann zu Bank, hat Geld bekommen und konnte dann das benötigte kaufen. Es hat mich fasziniert, dass man Menschen helfen kann, in denen man ihnen Geld gibt. Und das wollte ich machen. Helfen.

Wer ist Ihr größtes Vorbild und warum?
Nelson Mandela. 30 Jahre Gefängnis haben ihn nicht gebrochen. Inhaftiert zu sein, hat ihn als Mensch nicht gebrochen und auch nicht seine Überzeugungen.
Er zeigte für mich eine unheimliche Willensstärke und Lebensfreude. Wenn wir alle nur im Ansatz ein bisschen davon ins eigene Leben integrieren könnten, wäre die Welt ein besserer Ort.

Gab es einen materiellen Wunsch, der Sie am Anfang bis zum ersten Erfolg begleitet hat?
Das war für mich ein Porsche 9-11er, damals der Inbegriff des Erfolges. Als ich ihn mir dann leisten konnte, habe ich ihn aber noch eine ganze Weile nicht gekauft. Vielleicht hatte ich unterbewusst die Angst, dass es mich nicht so zufrieden stellen würde, ihn tatsächlich zu besitzen, wie ich es mir erträumt hatte. Genauso kam es dann auch. Ich kaufte ihn mit 30 und habe ihn nur 8 Monate behalten. Es hat mich aber nicht enttäuscht, dass er mir nicht das geben konnte, was ich mit ihm verband, sondern im Gegenteil, ich war sehr glücklich zu merken, dass ich, um mich erfolgreich zu fühlen, kein Statussymbol brauche. Die Zufriedenheit, kam aus meinem Inneren und nicht aus dem eines Sportwagens.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für Ihren Erfolg maßgeblich sind?
Ich beschäftige mich nie mit der Frage, ‚Ob‘ etwas funktionieren kann, sondern immer mit dem ‚Wie‘ etwas funktionieren kann. Mich reizen Herausforderungen, wenn sie mit etwas zu tun haben, an das ich glaube. Ich bin sehr zielstrebig, strategisch und diszipliniert. Das ist in meinem Berufsleben sehr wichtig. Auf der anderen Seite, messe ich mich nicht nur am beruflichen, sondern auch an unserem Familienleben. Wer nur verbissen arbeitet und sein Privatleben völlig vernachlässigt, der verpasst was im Leben und das ist schade. Durch ein erfülltes Familienleben, bin ich auch ausgeglichener, was wiederum meiner Arbeit zu Gute kommt.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriere-Weg und wie haben Sie die über-wunden?
Ja natürlich. Im Berufsleben, genau wie im Privaten gibt es immer mal wieder Momente und Situationen, die man als problematisch oder als Rückschlag empfindet. Dann ist es wichtig, sich wieder aufzurappeln und weiter zu machen. Erst am Ende kann man beurteilen, ob etwas gut oder schlecht gelaufen ist, wenn sich ein Gesamtbild ergibt. Eine Erfolgsgeschichte sieht hinterher natürlich immer super aus, aber es heißt nicht, dass sie nur aus Erfolgen besteht, wie bei einem Mosaik.

Was würden Sie Ihrem Jüngeren Ich raten? Und was raten Sie einem (jungen) Menschen der Erfolg haben möchte?
Tue, was du liebst oder liebe was du tust. Verbringe deine Zeit mit Dingen, die dir gefallen, die dich weiterbringen und mit denen du noch was Gutes tun kannst. Schäme Dich nicht, damit dein Geld zu verdienen, auch wenn andere das belächeln. Wenn du davon überzeugt bist und gewillt hart zu arbeiten, dann stehen die Chancen gut, dass es klappt. Kurz schaffe Dir ein Geschäftsmodell, das dich in deinem ganzen Leben erfüllt, nicht nur beruflich.

Das ganze Interview finden Sie in der Printausgabe von Secrets of Success.

Wollte sich nie auf ein Genre fest -legen lassen: Oscarpreisträger und Regisseur Stefan Ruzowitzky.© Josef Fischnaller

Zwischen Zähigkeit und Flexibilität

Stefan Ruzowitzky hat ein Tattoo auf seiner Wade. Nicht irgendeins, sondern ein Motiv des Plakats seines ersten Films „Tempo“ von 1996. Er wusste, dass dieser Karriereschritt ihn ohnehin sein ganzes Leben lang begleiten würde und da hat er sich ihn kurzerhand auf dem Körper verewigen lassen.

Der wohl wichtigste Schritt in seiner Karriere kam dann 2008, als er mit „Die Fälscher“ einen Oscar in der Kategorie „Bester nichtenglischsprachiger Film“ erhielt. „Das war natürlich sehr emotional. Und ich war froh, dass er auch genau zu der Zeit kam. Denn es gab bei mir bereits davor Erfolge, aber auch Misserfolge in meiner Karriere und so wusste ich den Oscar auch genau richtig einzuschätzen“, ordnet Ruzowitzky diese Auszeichnung ein.

Stefan Ruzowitzky hat Spaß an seiner Arbeit. Spaß und die Chance, Sachen stets neu zu entdecken und zu gestalten, ist auch das, was ihn immer wieder antreibt. „Ich bin glücklich, wenn ich am Set sitze und neue Welten erschaffen kann. Ich sehe mich eher als Geschichtenerzähler. Dazu gehört alles am Set. Jeder Schauspieler, jede Requisite, jedes Kostüm erzählt in meinem Film seine Geschichte“, antwortet der 58-Jährige auf seine Stärken angesprochen.

Geschichtenerzähler und Regisseur war Ruzowitzky bereits in der Schule. „In der 4. Klasse gab es bei uns in der Grundschule immer ein Theaterstück, auf das ich mich das ganze Schuljahr gefreut hatte. In meinem Jahrgang sollte es dann plötzlich ausfallen, was mir gar nicht gefiel und deshalb habe ich das Theaterstück dann kurzerhand selbst organisiert. Für mich war immer klar, dass ich Regisseur werden möchte. Und heute weiß ich, dass es eine große Gnade ist, wenn man das findet, was man unbedingt machen möchte“, erzählt er.

Seit nunmehr 24 Jahren führt Stefan Ruzowitzky sehr erfolgreich Regie. „Anatomie“ aus dem Jahre 2000 ist sein kommerziell größter Erfolg und war 2000 auch der erfolgreichste deutsche Kinofilm. In seiner Arbeit erfindet er sich immer wieder neu. „Ich nehme für mich in Anspruch, mich selbst auszuprobieren. Horror, Kinderfilme, Drama. Ich wollte nie auf ein Genre festgelegt werden. Dabei fällt man natürlich auch mal auf die Nase. Es ist manchmal wie eine erotische Beziehung zwischen Publikum und Filmemacher.

Das ganze Interview finden Sie in der Printausgabe von Secrets of Success.

Oliver Holy fertigt und vertreibt mit ClassiCon GmbH hochwertige Designmöbel.© Henning Bock für ClassiCon

Was nicht passt, wird passend gemacht!

„Wenn es einem gutgeht, soll es anderen auch gutgehen“. Nach dieser Philosophie führt Oliver Holy auch ClassiCon. Oliver Holy ist Geschäftsführer und Alleininhaber der Münchener ClassiCon GmbH, mit der er klassische und zeitgenössische Designmöbel fertigt. Der älteste Entwurf in der Kollektion stammt aus dem Jahr 1908. Der 47-Jährige stammt aus einer Familie von Modeunternehmern; sein Vater und sein Onkel haben gemeinsam dem Metzinger Bekleidungshersteller Hugo Boss zu Weltruhm verholfen. Nach seinem Jura-Studium an der LMU in München beginnt er 1999 ein Trainee-Programm bei ClassiCon. Nachdem er sämtliche Firmenbereiche kennengelernt hat, wird Holy im Jahr 2001 Geschäftsführer und wenig später Alleininhaber.

Wie definieren Sie Erfolg?
Erfolg lässt sich für mich nicht nur am Umsatz und am Gewinn messen, sondern setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen: Erfolg ist, auf das richtige Produkt oder den richtigen Designer zu setzen, Handwerker und Zulieferer fair zu behandeln und am Ende des Tages trotz allen kommerziellen Drucks noch mit sich selbst im Reinen zu sein.

Sie sind der Urenkel von Hugo Ferdinand Boss, dem Gründer der weltbekannten Modemarke Hugo Boss. Statt für Fashion haben Sie sich für zeitgenössisches Möbeldesign entschieden. Warum keine Bekleidung?
Ich liebe Mode über alles, habe mich aber von kleinauf mehr für Möbel, Design und Architektur interessiert. Ich habe mir schon als kleiner Junge überlegt, wie ich mein Kinderzimmer effektiver gestalten könnte; besonders im Hinblick auf meine Bedürfnisse als Rollstuhlfahrer. Dieser Gestaltungsdrang ist mit den Jahren immer stärker geworden.

Sie sitzen seit Ihrem 8. Lebensjahr im Rollstuhl. Inwieweit hat Sie dies während Ihrer beruflichen Karriere geprägt?
Ich kann gewisse Dinge viel schneller als andere akzeptieren und mich schneller auf neue Herausforderungen einstellen. Ich habe schon früh gelernt, nach Lösungen zu suchen und nicht aufzugeben. Man muss mit den Mitteln arbeiten, die einem zur Verfügung stehen und sollte versuchen, seine Zeit bestmöglich zu nutzen. Sicher habe ich durch den Rollstuhl eine andere Sicht auf die Welt und bin möglicherweise viel erkundungsfreudiger, als ich es vielleicht ohne ihn wäre.

Was würden Sie noch als Ihre persönlichen Stärken ansehen?
Gegenfrage: Was ist wichtiger – sich seiner Stärken oder seiner Schwächen bewusst zu sein? Meine Stärke ist sicherlich, dass ich gut mit Menschen umgehen kann und mit offenen Augen durch die Welt gehe. Außerdem kann ich meinem Bauchgefühl zu einhundert Prozent vertrauen, oftmals auch gegen den Rat aller anderen. Wenn ich von einer Sache überzeugt bin, führe ich sie zum Erfolg….
Von Thomas Clausen

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Leitet gleich zwei Spitzenhotels: Stefan Athmann. © Stefan Athmann

„Der Mensch kommt zuerst“

Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, ist eine wichtige Eigenschaft erfolgreicher Menschen. Stefan Athmann ist so jemand, der vor Verantwortung nicht zurückschreckt, sondern davon gepusht und motiviert wird. Darum leitet er auch gleich zwei Spitzenhotels in Berlin – das Schlosshotel Berlin by Patrick Hellmann und das Bristol Berlin. Athmann kennt die Hotellerie aus dem Effeff. Er hat als Hotelfachmann angefangen und sich an die Spitze hochgearbeitet.

Sie sind General Manager zweier Luxushotels. Was würden Sie jungen Menschen raten, die genauso erfolgreich werden wollen?
Ein gutes Netzwerk ist, denke ich, für ein erfolgreiches Berufsleben entscheidend, damit kann man gar nicht früh genug anfangen. Weiterbildung wird künftig noch viel mehr gefragt sein als früher. Auch, der Intuition zu folgen und auf sein Bauchgefühl zu hören, finde ich gerade in unserer heutigen Zeit sehr wichtig. Wenn man wie ich nach 25 Jahren im Job sagen kann, „Ich liebe, was ich tue“, hat man mehr Glück als viele andere….

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Bei mir kommt der Mensch zuerst, danach der Umsatz und das Materielle. Damit bin ich immer gut gefahren und meine Familie und Mitarbeiter haben mir immer den Rücken freigehalten. Das macht mich menschlich und empathisch. Bei mir steht die Tür immer offen und das meine ich so.
Von Renate Kerscher

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Bei Instagram findet man sie unter dem Namen „donnaromina“. Foto: © Instagram.com/donnaromina

Wenn das Hobby zum Beruf wird

Auf ihrem Instagram-Account „donnaromina“ folgen der 26-Jährigen Romina Meier 350 Tausend Fans. Neben lässigen Outfit- und Lifestyle-Bildern überzeugt die lässige Duisburgerin vor allem auch mit ihrem Humor.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, wenn man mit sich und seinem Leben zufrieden ist und man irgendwann nicht sagt ,,hätte ich das damals mal anders gemacht’’.

Was war für Sie ausschlaggebend bei Ihrer Berufswahl? Welche Berufswahl genau?
Ich habe nach meinem Abitur eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement gemacht. Bewusst habe ich mich für diese Ausbildungsstelle entschieden, da diese breit gefächert ist und nach Abschluss viele Weiterbildungsmöglichkeiten bietet. Man ist nicht allzu sehr spezialisiert wie bspw. Bei einer Ausbildung zur Friseurin. Perfekt für die Leute, die in frühen Jahren noch nicht so wirklich wissen, was sie einmal werden möchten. In der Zeit war ich aber schon sehr aktiv auf Social Media und habe da schon die ein oder andere Kooperation abgewickelt. Das ich mit meinem Hobby irgendwann mal Geld verdienen könnte, hätte ich im Traum nicht gedacht.

Was wollten Sie als Kind werden? Und warum?
Meine Mutter hat mir damals immer Jura oder Medizin eingepredigt. Ich habe aber schon schnell in der Schule gemerkt, dass ich kein Lern-Typ bin und viel mehr in der Mode aufging. Ich habe schon im Kindergarten selber entschieden, was ich anziehe und wie mein Outfit aussehen soll. Das erzählt mir meine Mutter heute noch. Damals gab es den Beruf als ,,Influencer’’ nicht. Deshalb war mein Traumberuf Modedesignerin. Das ich irgendwann mal im Social Media Bereich lande, hätte ich mir damals nicht ausmalen können. Schließlich gab es diese neue Welt da noch gar nicht.

Was waren für Sie bisher Ihre wichtigsten Karriere-Schritte? Und warum?
Mein wichtigster Karriere-Schritt war, als ich mich für die Selbstständigkeit entschieden hatte. Ich hatte immer große Zukunfts-Angst und wusste nicht, wohin all das führen wird. Daher habe ich mich auch erst dann dafür entschieden, nachdem ich meine Ausbildung erfolgreich absolviert habe. Man kann schließlich nicht zwei Hasen hinterherlaufen – sonst gehen beide rennen.

Gab es einen materiellen Wunsch der Sie am Anfang bis zum ersten (großen) Erfolg begleitet hat? Und wenn ja was und wann haben Sie Ihn sich erfüllt und warum war es der große Wunsch?
Mein größter Traum damals war die Speedy 30 (oder auch 35) von Louis Vuitton. Von meinem ersten verdienten Gehalt und ein bisschen Zuschuss von Mama habe ich mir meinen Traum relativ schnell erfüllt.

Was würden Sie Ihrem Jüngeren Ich raten? Und was raten Sie einem (jungen) Menschen der Erfolg haben möchte?
Lebe deine Träume. Hab nicht allzu viel Angst vor der Zukunft, gerade dann, wenn du noch jung bist. Ich hatte auch große Zukunftsängste und wollte den Schritt in die Selbstständigkeit nicht wagen. Heute bin ich froh, dass ich all meinen Mut zusammengenommen habe.

Was treibt Sie beruflich weiter voran?
Mein Umfeld. Ich bin sehr dankbar für meine Familie, Freunde und meinen Freund. Ohne sie wäre ich wahrscheinlich nicht da, wo ich heute bin. Von Tag 1 wurde ich unterstützt und mir wird bis heute täglich Mut zugesprochen.

Wie vereinbaren Sie Ihren Beruf mit dem Privatleben?
Mein Freund ist nicht im Bereich Social Media tätig und steht nur hinter der Kamera und berät mich. Er geht einen ,,normalen’’ Job nach und daher fällt es mir auch einfacher von meinem Alltag mal abzuschalten und über andere Dinge zu reden als nur über Instagram / Social Media. Ich stelle es mir super schwierig vor, wenn mein Freund auch Content Creator wäre.

An welchen Orten finden Sie neue Inspiration? Woraus schöpfen Sie Kraft bzw. was ist Ihr Ausgleich zur täglichen Arbeit?
Auf Reisen lasse ich mich gerne inspirieren – sei es von den Orten oder aber auch wenn den Menschen. Ich habe das Gefühl, dass ich in Urlauben nochmal ganz anders aufgehe und der Content hier deutlich einfacher zu gestalten ist.

Was ist ein Must-Have in ihrem Beruf?
Authentizität.

Was ist heute Ihr Antrieb jeden Tag weiter zu machen, nachdem Sie nun erfolgreich sind?
Stehen bleiben kommt für mich nicht in Frage und das funktioniert in dem Business auch nicht. Ob privat oder beruflich – weiterentwickeln sollte man sich immer und vielleicht auch neue Seiten / Stärken entdecken / ausschöpfen.

Können Sie Ihr Erfolgsgeheimnis für uns zusammenfassen?
Es gibt kein Rezept für (m)ein Erfolgsgeheimnis. In gewisser Art und Weise sollte man versuchen sich von der Masse abzuheben aber trotzdem sich selbst treu zu bleiben.

 

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Bildcredit: Max Sonnenschein

Meine Omi ist mein Vorbild!

Leonie Gerner ist ein wahres Multitalent: Angefangen hat sie als Moderedakteurin, arbeitete unter anderem als Freelancerin für Otto, Elle oder Burda Creative. Heute ist sie Moderatorin, Art Direktorin und macht Musik. In der Corona-Zeit hat sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Julian Krohn einen Podcast ins Leben gerufen, der sich mit den Problemen der Berliner Kunst- und Kulturszene beschäftigt. Wir haben mit ihr über die aktuelle Situation, ihren Erfolgsweg und zukünftige Ideen gesprochen.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich vor allem sich selbst auf gewisse Art und Weise zu verwirklichen, sich zu trauen auch mal “nein” zu sagen zu Dingen die vielleicht finanziell attraktiv sind, einen menschlich nicht widerspiegeln!

Wer ist ihr größtes Vorbild?
Meine Omi – von ihr habe ich glaube ich auch meine Begeisterungsfähigkeit. Das hat mich an ihr immer besonders fasziniert – selbst mit 90 Jahren konnte sie sich noch an kleinsten Dingen erfreuen und sie betrachten, als wäre es das erste Mal. Das gleiche Merkmal trägt auch meiner Mutter im Herzen.

Außerdem verfolge ich seit einiger Zeit die US-amerikanische Politikerin Alexandria Ocasio-Cortez, ihre Stärke und Energie ist beeindruckend. Sie engagiert sich für die wichtigen Dinge in der Politik und vertritt richtige Werte. Die Reden der demokratischen Sozialistin (wie sie sich selbst bezeichnet) ziehen einem die Schuhe aus – knaller Frau!

Was war für Sie ausschlaggebend bei Ihrer Berufswahl?
Das ist sehr schwer zu sagen, denn das was ich noch vor wenigen Jahren gemacht habe, gehört jetzt nur noch teilweise zu meinem jetzigen Arbeitsalltag. Damals habe ich mich dazu entschlossen Moderedakteurin zu werden, weil ich mich für Mode interessiert habe und außerdem die Welt sehen wollte. Das ist mir gelungen, ich bin sehr dankbar dafür. Durch meinen Job als Modejournalistin und Art Direktorin habe ich die Welt gesehen. Heute haben sich meine beruflichen Wege verändert, ich habe mich einer neuen Form des Journalismus zugewandt. Mittlerweile bin ich als Moderatorin vor der Kamera zu finden, mit meiner Interview Sendun

Bildcredit: Paul Keuter

g “Berlin Kunterbunt” ist ein Traum für mich in Erfüllung gegangen. Als Founder des Podcasts “SHOW DOWN – Der Kampf um die Feierkultur” den ich zusammen mit meinem Freund und Kollegen Julian Krohn ins Leben gerufen habe, widme ich mich seit Anbeginn der Corona Zeit unserer schwer angeschlagenen Kunst und Kulturszene. Vor allem mit Schwerpunkt auf die Berliner Clubkultur. Die Tatsache, dass ich selbst auch Musik auflege hat mir hier viele Türen geöffnet. In Zusammenarbeit mit einem regionalen Berliner Sender drehe ich außerdem im Moment auch eine Dokumentation zum Thema Clubkultur in Berlin. Diese wird im Jahr 2021 erscheinen.

Was raten Sie einem (jungen) Menschen der Erfolg haben möchte?
So spannend sich etwas auch anfühlt, ein Schritt zurück, genau hinschauen, dann entscheiden und weiter gehen. Wenn man den Mut hat auch mal Unkonventionelles zu machen, aus der Reihe zu tanzen und seine Ideen laut auszusprechen, kann daraus etwas Fantastisches entstehen! Sich selbst treu und dabei aber mutig bleiben ist glaube ich das Geheimrezept.

Welche Sehnsüchte haben Sie?
Mich noch mehr selbst zu verwirklichen und dabei aber auch gleichzeitig was im Außen bewegen. Ein bisschen mehr Struktur hier und da könnte mir nicht schaden ;). Außerdem wünsche ich mir in nicht allzu ferner Zukunft eine Familie zu gründen – man wird sehen was die Zukunft bringt.

Haben Sie eine lustige „Anekdote“ aus Ihrem Erfolgs Leben?
Puh … so viele!!! Mit Johannes Oerding habe ich mich für unser Interview in einer meiner Lieblingsbars, dem “Neulich” in Berlin Neukölln, getroffen. Michi der hinter der Bar für unser Wohlbefinden verantwortlich war, meinte es wohl etwas zu gut mit uns. Am Ende des Interviews war ich der Meinung mindestens genauso gut singen zu können wie Johannes – konnte ich nicht! Das Video gibts noch online auf Youtube ..

Was bedeutet Ihnen der Partner beim Erklimmen der Karriereleiter?
Mein Partner ist neben meinem Bruder Constantin, mein schärfster Kritiker. Was mir hilft, in dieser Branche lohnt es sich, genauer hin zu sehen. Und im Zweifel auch mal “Nein” zu sagen.

Welche Ziele in puncto Erfolg setzen Sie sich für die Zukunft?
Mein Traum wäre es, ein Interview Format wie “Inas Nacht” hosten zu dürfen – ein Format das anspruchsvoll, aber lustig ist und gleichzeitig auch mal aneckt! Aber jetzt freue ich mich erstmal auf das Ergebnis der Dokumentation an der wir seit Wochen arbeiten. Was mich bei allem Stress immer wieder in Balance bringt ist übrigens die Musik – aktuell bin ich mit meinem Freund im Studio, mal schauen was da so passiert 🙂

Mehr Infos über Leonie Gerner auf:

Website LEONIE GERNER 
Podcast: FEIERKULTUR

Katharina Behrends, Geschäftsführerin Universal Networks International Germany
© Foto Gert Krautbauer. Editorial Use Only, Photocredit Mandatory.

„Frauen sollten mutiger sein“

Warum Frauen sich gegenseitig das Leben schwer machen, statt gemeinsam für mehr weibliche Führungskräfte zu kämpfen, das ist Katharina Behrends ein Rätsel. Wer ihr beim Wandern, einem ihrer liebsten Hobbys, begegnet, würde wohl nicht ahnen, dass er eine der mächtigsten Frauen des deutschen Pay-TVs vor sich hat. Sie ist weder der gefürchtete Typ Karrierezicke noch ein Männerschreck – beides wird erfolgreichen Frauen in Deutschland gern unterstellt. Im Gegenteil: Führungspersönlichkeiten wie die Geschäftsführerin von NBC Universal wünscht man sich.

 

 

Interview

Wie hart ist es für eine Frau in einer Männerdomäne zu bestehen?

Es ist ein Unterschied, ob man für ein amerikanisches Unternehmen arbeitet oder für ein Deutsches. In den USA ist man deutlich weiter und das ist die Normalität, die ich kenne. Für mich war es also nicht hart. Insbesondere nicht bei NBC Universal – weil die Hälfte meiner Kolleginnen und Vorgesetzten Frauen waren. Ich habe großartige, beeindruckende Persönlichkeiten kennengelernt, die keine Karrierezicken geworden sind.

 

Nervt es, dass jeder Reporter mit der Frage ums Eck kommt, wie es als Frau in einer Chefposition ist? Einen Mann fragt man sowas nicht.

(Lacht) Da haben Sie eigentlich recht. Aber durch den Nachholbedarf in Vorständen und Aufsichtsräten in deutschen Aktiengesellschaften ist diese Frage berechtigt. Da muss mehr passieren. Am Ende geht es um Leistung und um Führungsqualitäten, die man als Frau natürlich genauso hat wie als Mann. Mittlerweile bin ich ein großer Verfechter einer verbindlichen Quote.

 

Ist es als Quoten-Frau nicht noch schwieriger, ernst genommen zu werden?

Das habe ich auch Jahre lang so gesehen. Aber ich fürchte, wir kommen auf Dauer nicht um eine Quote herum. Wenn man Deutschland mit dem Rest von Europa vergleicht – und mit den USA sowieso – gibt es fast überall sehr viel mehr Frauen in Führungspositionen.

 

Woran liegt das?

In Deutschland scheinen sich besonders Mütter noch immer schwer zu tun Vollzeit zu arbeiten. Im Ausland wird man nie – insbesondere nicht von anderen Frauen – gefragt, warum man Vollzeit arbeitet, wenn man Kinder hat. Außerdem ist die ältere männliche Generation lieber in Männerrunden und will nicht zwingend eine Frau in ihrer Mitte. Bei den jüngeren Männern ist das zum Glück anders. Aber es geht halt relativ langsam voran.

 

Machen es sich Frauen auch gegenseitig schwer? Oft werden erfolgreiche Frauen als unsympathisch abgestempelt…

Das ist ein bisschen so. Leider. Dabei sind es ganz unterschiedliche weibliche Persönlichkeiten, die in Führungspositionen kommen. Für mich war es wichtig, dass ich wusste, was für tolle Kolleginnen da überall auf der Welt sitzen.

 

Was könnten Frauen in Deutschland besser machen?

Wir sollten uns noch besser vernetzen und konkret unterstützen. Und ich würde gern Frauen dazu ermutigen, ja zu sagen, wenn ihnen eine Gelegenheit geboten wird. Ich habe mal einen guten Tipp bekommen: Den nächst höheren Job kann man immer nur dadurch, dass man ihn macht. Frauen sollten mutiger sein und sich trauen, vor dem Vorgesetzten auszusprechen, dass sie bereit für die nächste Rolle sind.

 

Was würden Sie Ihrem jüngeren ich raten?

Gelassener sein. Die Selbstzweifel, die ich am Anfang der Karriere hatte, habe ich heute nicht mehr. Das ist etwas typisch Weibliches. Und wenn es mal schwierig wird, einfach den Job weiter gut machen und Sachen aussitzen. Auch schwierige Situationen ändern sich oft ganz von allein wieder.

 

Halten Sie als weibliche Führungskraft die Augen nach talentierten Frauen offen, die einen Schubs brauchen?

Auf jeden Fall. Ich ermutige. Frauen trauen sich häufig eher zu wenig zu als zu viel. Mir hat mal ein netter Kollege gesagt: „Perception is reality“ – Wahrnehmung ist Realität. Man kann noch so viel arbeiten, wenn nicht sichtbar wird, was man kann, nützt das nichts.

 

Wo sehen Sie Ihre Stärken?

Ich bin authentisch, habe einen guten Kompass, mein Blick fürs Wesentliche ist ausgeprägt und ich bin gut darin Erfolgsstrategien zu entwickeln. In der Medien-Industrie ändert sich ständig wahnsinnig viel – und wenn sich der Markt ändert, muss es das Unternehmen auch. Außerdem bin ich durchsetzungsstark – das ist lustigerweise das, was mir Männer immer sagen. Manchmal denke ich, bei einem Mann würde sowas keiner sagen. Aber bei Frauen scheint das aufzufallen.

 

Haben Männer ein Problem mit starken Frauen?

Abstrakt finden es alle toll, aber konkret vielleicht nicht immer. Es gibt noch Männer, die sich schwer tun mit einer Frau als Vorgesetzter. Ich kenne da auch ein paar Beispiele und hatte schon Machos im Team. Aber die jüngere Generation ist nicht mehr so.

 

Wie entspannen Sie privat? Mit Fernsehen?

Es wäre merkwürdig, wenn ich nicht gerne Serien und Filme ankucken würde. Ich wandere auch gerne. Es ist wichtig, dass man mal nach Außen etwas anderes sieht – oder nach innen wie beim Yoga. Man lernt dabei wie bei einer Waschmaschine die Gedanken wegzuwaschen. Außerdem bin ich seit vielen Jahren Teil eines Lesekreises, wo wir uns über inspirierende Bücher unterhalten.

„Es tut uns gut, auch Sachen allein zu machen“

Vier Alben, acht goldene und drei Platinschallplatten, dazu mehr als 150 Millionen Audio- und Videostreams: Glasperlenspiel ist eine der bekanntesten Elektro-Pop-Bands Deutschlands. Privat sind Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg übrigens sogar noch länger als beruflich ein Paar – nämlich schon zwölf Jahre, ein Musikduo sind sie erst seit 2010. Trotz des Erfolgs ist es der Sängerin wichtig, sich nicht komplett im „Wir“ zu verlieren. Deshalb findet sie es ganz gut, auch mal ein Interview allein zu geben…

Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg sind nicht nur ein musikalisches Paar – sondern seit 12 Jahren auch privat Credit: Universal Music

Wann hast Du gedacht: Jetzt haben wir es wirklich geschafft?

Es gab ein paar Schlüsselmomente, in denen ich den Tränen sehr nahe war. Beispielsweise als wir das erste Mal, nach dem der Song „Geiles Leben“ rauskam, auf der Bühne standen und wirklich alle Menschen mitgesungen haben.

 

Was ist Euer Erfolgsgeheimnis?

Bis jetzt, dass wir so gut wie immer das gemacht haben, worauf wir Bock hatten.

 

Wie sehr trifft Dich Kritik? Gerade Musikkritiker und Fans können ja sehr hart sein…

Ich versuche, das immer von mir fernzuhalten und nicht zu viele Kommentare zu lesen. Ich bin ein Fan konstruktiver Kritik, aber mit gemeinen Dingen komm ich meist nicht so gut klar. Ich bin da oft sensibel und die Worte bleiben leider eine Zeitlang – wenn auch nur unterbewusst – im Kopf gespeichert.

 

Hattet Ihr je Existenzängste?

Es lief natürlich nicht immer super. Wir wissen, wie es ist, mit wenig Geld in Berlin zu leben und sich dort etwas aufzubauen. Wir haben immer versucht, das, was wir verdient haben, wieder in unsere Musik zu investieren.

 

Wie lief Euer erster Liveauftritt als Duo?

Eigentlich war es ganz furchtbar. An diesem Abend lief wirklich alles schief: Ich war erkältet und technische Probleme gab es auch. Wir haben nicht überzeugt. Es konnte also nur besser werden…

 

Habt Ihr je ans Aufhören gedacht?

Ans Aufhören nicht, aber ich habe an eine Pause gedacht… Ich glaube, dass es manchmal ganz guttut, sich auch in anderen Dingen auszuprobieren und vielleicht mal Abstand zu dem, was wir seit zehn Jahren machen, zu gewinnen, um dann wieder frisch zu starten. Durch Corona wurde uns die Entscheidung ein kleines bisschen abgenommen und wir haben gemerkt, wie es ist, die Bühne über einen längeren Zeitraum zu vermissen…

 

Was macht Euch aus – beruflich und auch als Paar?

Wir ergänzen uns gut, weil wir sehr unterschiedlich sind. Auf der einen Seite gibt es aus diesem Grund immer wieder Streitpunkte, auf der anderen Seite ist es toll, dass Daniel eher der technische Part ist, unsere Produktionen macht und rational denkt. Ich bin eher der gefühlsbetonte, träumerische Part. Was uns verbindet, ist die Musik und die Kreativität.

AB 4. DEZEMBER 2020 KÖNNEN SIE DAS GANZE INTERVIEW IM PRINT-MAGAZIN NACHLESEN.

Der mit fünf Oscars ausgezeichnete Monumentalfilm „Gladiator“ war der erfolgreichste Film in der über 30-jährigen Schauspielkarriere von Ralf Moeller. Bild © Tom König

„Neid erdrückt und macht missmutig“

Er war Mr. Universum und ist seit über 30 Jahren im Filmgeschäft erfolgreich: Ralf Moeller. Der gebürtige Recklinghauser ist einer der wenigen deutschen Schauspieler, der auch in Hollywood seinen Weg gegangen ist. Erfolg ist für Ralf Moeller indes „breit gefächert: sportlich, beruflich, sozial und privat“. Es komme immer auf die Situation an.

„Wenn ich sportlich erfolgreich sein möchte, muss ich jeden Tag vier bis fünf Stunden trainieren.
Das habe ich über zehn Jahre lang gemacht und erreichte so 1986 den Bodybuilding-Weltmeistertitel ,Mr. Universum‘. Fleiß, Disziplin, der Glaube an mich selbst waren da entscheidend, aber auch die Fähigkeit, Niederlagen hinnehmen, wieder aufstehen und weiter machen zu können. Mir ist wichtig, nicht nur an mich zu denken, sondern auch anderen zu helfen.“ Der Träger des Verdienstordens Nordrhein-Westfalens engagiert sich vielfältig für soziale Projekte: Er ist unter anderem Botschafter der Organisation „Skate-Aid“ und unterstützte den „Weißen Ring“ mit einem Videoclip mit dem Titel „Sei stark, hol‘ Dir Hilfe“. Moeller strotz auch mit 60 Jahren nur so vor Tatendrang: „Aktuell stehe ich mit meinem Freund Arnold Schwarzenegger und Michael Fassbender für die Actionkomödie „Kung Fury 2“ vor der Kamera – auch wenn wir leider unterschiedliche Drehtage haben. Kürzlich habe ich mit Bruce Willis in Atlanta gedreht. Dass ich den USA Filme drehen durfte, ist für mich ein Erfolg.“ In den Schoß gefallen ist das dem gelernten Schwimmmeister trotz seines aus dem Bodybuilding resultierenden Bekanntheitsgrades nicht: „Berühmt kann man ja erstmal nur werden, wenn man in einer Sache erfolgreich ist.

Ich musste sehr viel und hart trainieren, um Wettkämpfe zu gewinnen und Werbeverträge zu erhalten. Im Filmgeschäft ist es ähnlich: Es macht keiner für Dich.“

Moeller war es aus seiner Sportlerzeit gewohnt, sich selbst zu vermarkten. Das sollte ihm auch im Filmgeschäft – neben dem Gardemaß von 1,96 Meter bei 131 Kilogramm zu seiner Glanzzeit und seiner gewinnenden Art – nützlich sein. Feuer gefangen hatte er 1988 gleich bei seiner Bildschirmpremiere, eine Gastrolle im „Tatort“ an der Seite von „Schimanski“ Götz George. Bis heute das Highlight. „Gladiator mit seinen fünf Oscars war natürlich der erfolgreichste Film. Das Größte aber war und ist für mich, dass ich damals mit Götz George drehen durfte. Das Ruhrgebiet ist immer noch in mir“, beschreibt Moeller, der seit 2014 auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, seine Verbundenheit zum Pott. Seine Energie beziehe er auch aus seiner veganen Ernährung: „Ich war 40 Jahre lang Fleischesser. Meine Werte haben sich aber eben verbessert, seitdem ich kein Fleisch mehr esse“, so Moeller. „Mit 20 bis 30 Jahren kann der Körper dagegen ankämpfen, aber wenn Du über die 50 und 60 Jahre gehst, dann wird es kritisch – gerade im Magen-Darm-Bereich. Prostatakrebs, Darmkrebs oder hohes Cholesterin – das passiert alles durch Fleischkonsum.“ Er sage nicht, dass die Leute es machen müssen, könne es aber uneingeschränkt empfehlen.

Ein persönlicher Erfolg sei auch sein Fitnesslevel mit 60 Jahren, sein biologisches Alter wurde bei Tests mit 39 Jahren angegeben. „Mir haben sie früher gesagt: ,Wenn Du 55 bist, dann hängt der Bizeps bis zu Kniekehle‘ – das ist nicht der Fall. Mit 27 Jahren konnte ich ja nicht sagen, ob die Besserwisser Recht behalten sollten und ich überhaupt 60 Jahre werde. Jetzt wo ich es bin – 114 Kilo bei 1,95 Meter – freue ich mich, dass es nicht so gekommen ist. Wenn man sich bewusst ernährt und in seinen Körper investiert, dann ist man 60 und später hoffentlich auch mit 70 Jahren noch fit.“ Moeller ist nicht nur ernährungstechnisch mit sich im Reinen: „Bei mir ist das Glas immer halb voll. Ich kann mich auch freuen, wenn andere Leute etwas Schönes haben. Ich bin ein Mensch, der nicht neidisch ist. Neid erdrückt und macht missmutig. Neid blockiert.“ Die Beteiligung an Dutzenden Filmen und Serien erfüllt den Seiteneinsteiger mit Stolz. Nicht nur „Gladiator“, so Moellers Spitzname in den Medien, auch andere Filme hätten Spaß gemacht: „Selbst ,Hai-Alarm auf Mallorca‘, in dem ich 2004 die Hauptrolle gespielt habe, hat immer noch Kultstatus.“ Wenn vor der Baleareninsel wieder ein Hai lande und die Leute nach so vielen Jahren noch sagen würden: „Mensch, wo ist der Möller, wenn man ihn braucht?“, dann sei das schön und er könne darüber lachen. „Man sollte ohnehin zu allem was man gemacht hat, stehen“, findet Ralf Moeller – und wer möchte dem „Gladiator“ schon widersprechen?
Von Robert Torunsky

Ein Chef zum Anfassen

Christoph Vilanek hatte dieses Jahr gleich zweimal Grund zum Feiern: Zum einen ist er seit zehn Jahren Vorstandsvorsitzender der freenet AG, zum anderen feierte das Unternehmen selbst seinen 20. Geburtstag. Der gebürtige Österreicher, Chef von rund 4000 Mitarbeitern, ist als zugewandt und bodenständig bekannt. Er hat das „Du“ im Unternehmen durchgängig etabliert, führt einen eigenen Blog. Der 51-Jährige hat auch eine Möglichkeit gefunden, wie ihm Mitarbeiter anonym Fragen stellen können, die er persönlich beantwortet. Und er redet nicht gerne um den heißen Brei herum, sondern nennt die Dinge beim Namen. Ein idealer Gesprächspartner also, wenn es um die Frage geht: Wie wird man erfolgreich?

Herr Vilanek, von einer Karriere wie der Ihren träumen viele. War das immer schon Ihr Ziel?
Christoph Vilanek: Als Kind wollte ich eigentlich Formel-1-Rennfahrer werden, weil Österreicher in dem Sport ziemlich erfolgreich waren. Niki Lauda hat nie Ruhe gegeben, weder als Mensch noch als Unternehmer oder als Sportler. Der Mann ist brennend aus seinem Auto geborgen worden und ein paar Wochen später wieder Rennen gefahren. Das ist schon einmalig.

Statt Formel 1 ist es dann doch ein BWL-Studium geworden. Nach Ihrem Abschluss haben Sie beim Verlag Time-Life International angefangen, sind Geschäftsführer beim Online-Modehandel boo.com geworden, waren für ein paar Jahre bei McKinsey und debitel, bevor sie zu freenet gewechselt sind. Was waren für Sie die wichtigsten Karriereschritte?
Die Rückschläge! Denn nur dann nimmt man sich Zeit, neu nachzudenken, und überlegt gezielt, wie man ohne Netz und doppelten Boden neu an Themen herangehen kann. Nach dem Studium und zehn Jahren Karriere habe ich für gut drei Jahre bei McKinsey gearbeitet. Diese Zeit war für mich am Ende die entscheidende, weil ich nach zehn Jahren autodidaktischer Karriere quasi nochmal die „Schulbank drücken“ musste. Ich habe bei McKinsey wahnsinnig schnell viel gelernt – oder besser gesagt lernen müssen.

Gab es weitere Hürden, die Sie überwinden mussten?
Oh ja! 1998 wurde ich vom Eigentümer meines damaligen Arbeitgebers, heute würde man sagen, hochkant gefeuert. Ich hatte seine Meinung in einer fachlichen Diskussion total falsch eingeschätzt und er präsentierte mir dafür die Rechnung. Heute würde ich sagen, das war jugendlicher Leichtsinn, aber es hat mich definitiv geprägt.

Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich heute raten?
Nicht verbissen sein, nicht eifern, nicht nach oben schielen – einfach machen, selbstbewusst sein. Und an das berüchtigte Quäntchen Glück glauben, denn ohne das wird es nicht gehen. Mich fragen unsere Trainees oft: „Wie macht man Karriere?“ Meine Antwort ist immer dieselbe: „Fragen stellen. Ihr müsst immer fragen, wissbegierig sein, Aufmerksamkeit zeigen.“ Es ist für mich ganz erstaunlich, dass die jungen Leute von Networking sprechen und von eigenen Connections, aber vergessen, dass eine gut gestellte Frage beim Gegenüber mehr Wohlgefühle und Dopamin freisetzt als viele schlaue Bemerkungen.

Für viele ist ein Mentor das entscheidende „Quäntchen Glück“. Wer hat Sie auf Ihrem Weg unterstützt?
Ich könnte einige Leute nennen, deren Einfluss ganz wesentlich war. Besonders eindrucksvoll war zum einen ein Gespräch darüber, warum es nur ein Prinzip der Führung gibt, das Lob, und zum anderen der Aufruf eines Kollegen in der Beratung, doch meine Gedanken einer „intellektuellen Disziplin“ zu unterwerfen. Und natürlich Prof. Dr. Helmut Thoma, „Mr. RTL“. Er hat mich im Mai 2009 zum Vorstandsvorsitzenden der freenet AG gemacht.

War die Ernennung Ihr persönliches Karrierehighlight?
Ja, es fühlte sich einfach wie eine Belohnung an – für die eine oder andere Enttäuschung und Entbehrung vorher. An diesem Tag war ich richtig stolz auf das Erreichte. Vor lauter Freude hatte ich vergessen, meine Frau anzurufen und abends auf dem Nachhauseweg – nach unzähligen SMS und Gratulationsvoicemails – rief ich sie an, und wir sind beide in Tränen ausgebrochen. Da war schon spürbar, dass ich mir im Vorfeld über Jahre selbst Druck aufgebaut habe, der dann plötzlich abfiel.

Sind Sie glücklich?
Ich habe regelmäßig Momente eines totalen Glücksgefühls. Das sind meistens einzelne Augenblicke oder ein paar Minuten. Ich kann nicht sagen, woran ich dieses Gefühl festmache. Ich spreche zum Beispiel oft spontan Leute an und freue mich dann, dass ich nicht der Chef oder CEO bin, sondern einfach der Christoph.

Claudia Rothhammer

Fußball und Kickern sind Claassens Leidenschaft. Zweimal war er bereits Präsident eines Fußballclubs – bei Hannover 96 und bei RCD Mallorca. Fotos: © Syntellix AG

Erfolgreich mit harter und strukturierter Arbeit

Prof. Utz Claassen ist ein Macher, ein Entrepreneur und Stehaufmännchen. Claassen schwimmt gerne auf der Erfolgswelle, bis sie ihn vom Brett reißt. Dann steht er auf und surft die nächste Welle. Sein Abitur macht er mit 17 Jahren mit dem Notendurchschnitt von 0,7. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften und zwischenzeitlich auch der Medizin steigt er bei McKinsey ein und wechselt dann zu Ford, später zu Volkswagen. 1994 wird er Finanzvorstand und Vertreter des Präsidenten bei Seat. Es folgt der Posten des Vorstandsvorsitzenden bei Sartorius und 2003 schließlich bei EnBW. Heute steht Claassen an der Spitze des Medizintechnikherstellers Syntellix, den er 2008 gegründet hat.

Mit Erfolg, aber auch Widrigkeiten kennt er sich aus. Claassen hat viel durch in seiner beruflichen Laufbahn. Er polarisiert. Wenn Claassen auf Fragen antwortet, dann nie wie aus der Pistole geschossen. Er denkt intensiv nach, wägt ab, seine Wortwahl ist wohlüberlegt und freundlich.

Darin sieht er auch eine der Stärken, die für seinen Erfolg maßgeblich sind: „Ich kann mich vernünftig artikulieren.“ Außerdem habe er Kampfgeist, sei fleißig und bringe eine hohe Einsatzbereitschaft mit. Mit diesen Stärken kann er seinen selbstgestellten Ansprüchen gerecht werden und seine Ziele als Topmanager erreichen. Topmanager ist Claassens Berufsbezeichnung. Seit er 17 Jahre alt war, war ihm seine Berufswahl klar. „Ich wollte und will gestalten, verändern und verbessern. Das kann man als Topmanager.“ Als Kind hatte er verschiedene Berufe auf dem Zettel: Statiker, weil der Onkel einer war; Apotheker, weil der Menschen gesund macht; als Gymnasiast wollte er Gehirnchirurg werden, als Kind schwebte ihm eine Karriere als Fußballprofi vor.

Das mit dem Fußballprofi hat nicht geklappt, aber dafür war er zeitweise Fußballpräsident. 1997 für 74 Tage bei Hannover 96. Er wollte sanieren, stieß auf Widerstand, wurde bedroht, zog sich schließlich zurück. Seit 2010 war er Investor bei RCD Mallorca und hatte dort verschiedenen Posten inne – auch wieder als Präsident. Fußball ist eine Herzensangelegenheit für Claassen. Hier kommt er kurz ins Schwärmen, wird dann aber wieder sachlich. „Ein realisierter Traum oder eine genutzte Gelegenheit können sich im Nachhinein als wenig vorteilhaft herausstellen“, sagt er. Ob er irgendetwas nachtrauert? „Nein, es lohnt sich nicht, einer Sache nachzutrauern, weil sich die Vergangenheit nicht ändern lässt. Ärger und Angst sind schlechte Berater.“

Er muss es wissen. Claassen sieht stets das Positive in der jeweiligen Situation. „Jeder einzelne Schritt meiner Karriere war wichtig, weil er mir immer etwas anderes gebracht hat. Und zwar den Eintritt in eine neue Welt mit neuen Perspektiven.“ Trotzdem benennt er durchaus Highlights seiner Karriere. „Karrieretechnisch und medial war meine Position als EnBW-Chef ein Highlight, als ich 38.000 Mitarbeiter hatte. Von der Intensität her war die Seat-Sanierung mein Highlight.“ Auch den emotionalsten Moment seiner Laufbahn als Topmanager teilt Claassen: „2013, als Syntellix den Innovationspreis der deutschen Wirtschaft erhalten hat, hatte ich mich vollständig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, um mich um meine sterbende Mutter zu kümmern. Nur für einen Abend habe ich sie mit der Frau eines Freundes allein gelassen, als ich den Preis in Empfang genommen habe.“ Darum werde er den Preis immer mit seiner Mutter in Verbindung bringen, den er ihr als Zeichen seiner Wertschätzung mit nach Hause gebracht, gezeigt und gewidmet habe.

Neben seiner Mutter war Ferdinand Piëch eine wichtige Person in Claassens Leben. Dessen Tod am 25. August 2019 hat den Topmanager getroffen. „Die Person auf der Welt, die ich außerhalb der Familie am meisten respektiert habe und respektiere, der ich am meisten zu verdanken habe, die mir die meisten wichtigen Referenzpunkte, Förderungen, Forderungen, Herausforderungen, Lehren und Einsichten mitgegeben hat, ist Ferdinand Piëch. Sein kürzliches Ableben ist ein unfassbarer Verlust für unsere Wirtschaft und Gesellschaft gewesen, den viele wahrscheinlich nicht einmal richtig verstanden haben“, sagt Claassen über seinen Mentor.

Heute hat Claassen selbst Mentor-Qualitäten. Jungen Menschen, die ins Topmanagement wollen, gibt Utz Claassen folgenden Tipp mit auf dem Weg: „Sich nicht von der Leichtigkeit des Seins verführen lassen. Mit harter und strukturierter Arbeit kann man die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass das berufliche Glück kommt. Daran habe ich mich immer gehalten.“ Gleichzeitig gibt Claassen aber zu, dass dieser Beruf mit dem Privatleben nicht immer einfach zu vereinbaren sei. „Ich habe zu viel Fokus auf meinem beruflichen Einsatz. Und extrem wenig Freizeit.“ Er könnte sich vorwerfen, zu wenig Freizeit und Privatleben zu haben. „Ich bin privat glücklich, aber objektiv betrachtet habe ich habe ich viel zu wenig Zeit für private Dinge.“ Ein Schicksal, das viele erfolgreiche Menschen mit Claassen teilen. Trotzdem nimmt er sich hin und wieder eine Auszeit. Zum Beispiel, um Tischfußball spielen, zu Hause am eigenen Kickertisch, aber auch auf Turnieren.

Gerne würde Utz Claassen mal einen ganzen Tag „offline“ sein. „Das wäre Luxus für mich.“ Allerdings sei das derzeit unvorstellbar und mit seiner unternehmerischen Verantwortung nicht zu vereinbaren. Verantwortungsgefühl ist ein Must-have in seinem Beruf. „Wer unternehmerisch tätig ist und Personalverantwortung trägt, muss rund um die Uhr Verantwortungsgefühl haben“, sagt Claassen. Verantwortungsgefühl mache seiner Meinung nach auch eine gute Führungskraft aus. „Und Führungsfähigkeit im Umgang mit Menschen. Nicht jeder, der ein guter Fachmann ist, ist auch eine gute Führungskraft.“ Seinen eigenen Führungsstil beschreibt Claassen so: „Jeder ist so frei, wie er gut ist.“

Über Statussymbole spricht Utz Claassen nicht so gerne. Er möchte seine finanziellen Möglichkeiten auch nicht mit seiner offenkundigen Leidenschaft für Autos in Verbindung bringen und bleibt vage, wenn es um seinen privaten Fuhrpark geht. Ein Bentley? „Ich lebe in starken Loyalitäten, und es versteht sich von selbst: Wenn ich ein Fahrzeug käuflich erworben habe, dann eines, das ich mit dem Konzept Piëch-Engineering in Verbindung bringe und das mich auch über meine Arbeitszeit im Volkswagen-Konzern hinaus mit Herrn Piëch verbindet, wann immer ich es fahre.“
Von Renate Kerscher

Der Geschäftsarchitekt

Dominik Matyka spricht fünf Sprachen, studierte internationale Betriebswirtschaft in Wien, London und St. Gallen und promovierte an der TU Berlin. Außerdem gründete er bereits mehrere Unternehmen und verkaufte sie gewinnbringend. Eigentlich könnte er sich entspannt zurücklehnen. Stattdessen ist er 2018 als Chief Advisor bei der Digitalkonferenz DMEXCO eingestiegen und greift jungen Start-ups finanziell unter die Arme. Dabei ist er selbst erst 36.

Engel gibt es: Angel Investors nennt man Menschen, die Existenzgründer nicht nur mit Kapital, sondern auch mit Know-how und Kontakten unterstützen. Aber unter einem Unternehmensengel stellt man sich einen weißhaarigen Mann vor, der das Berufsleben als Manager oder Unternehmer hinter sich hat. Matyka hingegen ist jung, dynamisch, erfrischend anders eben. Trotzdem hat der 36-Jährige Erfahrung, wenn es darum geht, aus einer Idee ein erfolgreiches Unternehmen zu entwickeln.

„Als Kind wollte ich eigentlich Innenarchitekt werden“, verrät der Berliner. Die Kreativität im Job ist geblieben, das Bauen auch. Nur die Branche ist eine andere, wie er selbst sagt: „Ich baue Unternehmen und Businessmodelle und finanziere Firmen, die innovative und kreative Lösungen entwickeln. Ich fühle mich als Digital Business Architect.“ Wie gut er als „Geschäftsarchitekt“ ist, hat er mit seinem dritten und 2008 von ihm selbst gegründeten Unternehmen bewiesen: der datengetriebenen Native-Advertising-Plattform Plista. Er etablierte sie in über 20 Ländern und verkaufte sie Anfang 2014 an WPP. „Das war ein erster wichtiger Meilenstein und gleichzeitig Basis für Stufe zwei. Zusammen mit fünf Partnern haben wir 2016 die Cavalry Ventures gegründet, einen Fonds, der in hoffnungsvolle junge Unternehmen investiert.“

Was er jungen Start-up-Gründern grundsätzlich rät: „Selbstdisziplin, den Glauben an sich selbst und den unbedingten Fokus auf die jeweilige Aufgabe.“ Entsprechend voll ist sein Terminkalender: „Ich arbeite diszipliniert, analytisch, verfüge über ein großes Netzwerk und bemühe mich, Entwicklungen vorauszusehen.“ Er orientiert sich dabei an seinem Vater: „Er hat mir vieles vorgelebt: preußische Tugenden wie Disziplin und harte Arbeit im Beruf einerseits, andererseits den großen Stellenwert von Familie im Privaten.“ So verwundert es auch nicht, dass er den Tag am liebsten mit einem Familienfrühstück beginnt. Seinem kleinen Sohn verdankt Matyka übrigens seine neueste Geschäftsidee: eine portable Babywippe.

Von Claudia Rothhammer

Matthias Dickmann hilft als Meridian-Therapeut den Menschen.

Arbeit muss Spaß machen

Matthias Dickmanns Lebensweg ist bewegt. Er hat im Finanz- und Immobilienwesen gearbeitet, war Vorstandvorsitzender seiner eigenen AG und konnte sich schon in jungen Jahren materiellen Luxus leisten. Heute arbeitet Dickmann als Meridian-Therapeut. Dort, wo die Schulmedizin an ihre Grenzen stößt, hat Matthias Dickmann mit seinen alternativen Heilmethoden schon vielen Menschen geholfen.

Herr Dickmann, was war für Sie ausschlaggebend bei Ihrer Berufswahl?
Matthias Dickmann: Die Arbeit muss Spaß machen, einen Sinn haben und mir ein Gefühl der Zufriedenheit geben mit dem, was ich tue.

Was sehen für Sie als Ihre wichtigsten Karriereschritte?
Der Sprung vom Finanzwesen in die Heilung. Es war an der Zeit für Veränderungen.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für Ihren Erfolg maßgeblich sind?
Ich sehe die Krankheit als Weg, nicht als großes Unheil. Mein Motto: Verändere dein Leben, sonst verändert es dich.

Was würden Sie mit Ihrer heutigen Lebenserfahrung Ihrem jüngeren Ich raten?
Gehe einfach deinen Weg und gib nie auf, wenn du ein Ziel hast, das dich glücklich macht. Egal, wie schwer es wird.

Was treibt Sie weiter voran?
Die Dankbarkeit und Wertschätzung meiner Patienten. Und meine Freizeit, zum Energietanken. Und vor allem meine drei Kinder. Max, mein ältester Sohn, ist jetzt 20 Jahre alt und der jüngste Stearmanflieger von Deutschland. Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht und genau das macht Menschen glücklich.

Welche Begebenheit aus Ihrem Erfolgsleben ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Ich wurde 2015 von einer verzweifelten Mutter um Hilfe gebeten, da ihre Anfang-20-jährige Tochter Mandy einen Krebs hatte, der zum Tod führt. Meine Aufgabe war nicht zu heilen. Ich habe von Anfang an ehrlich mit Mandy darüber gesprochen. Ich versprach ihr, mehr Lebensqualität zu schenken, damit sie jeden Tag genießen kann. Wir haben uns zweieinhalb Jahre lang jeden Monat für vier Tage an der Nordsee getroffen. Und ich würde behaupten, dass wir in dieser Zeit viel Spaß und unvergessliche Momente hatten – auch dank Carmen Geiss und Sven Martinek. Carmen hatte von Mandy gehört, sie haben viel telefoniert und daraus ist eine Freundschaft entstanden. Ihr wurden knapp drei Jahre geschenkt, die sie jede Sekunde voller Freude am Leben genießen konnte.

Das ist eine bewegende Geschichte. Hat sich dadurch Ihre Definition von Luxus verändert?
Luxus bedeutet für mich, Dinge zu besitzen, die man für kein Geld der Welt kaufen kann:
Gesundheit, Liebe, Zeit.

Von Renate Kerscher

Einmal im Jahr läuft Axel Gränitz eine Alpenüberquerung – sein Ausgleich zum Beruf. © Axel Gränitz

Mut zu anderen Wegen

Axel Gränitz zählt sich nicht zu den Managern, die sich für unersetzlich halten. Ganz im Gegenteil. Darum hat er seine Woche klar in Berufs- und Privatleben gegliedert. Beruflich ist er ein Tausendsassa, der die Vielfalt liebt: Gebäudemanagement, Seniorenbetreuung, Reisen, Private Equity, Logistik- und Finanzdienstleistungen sind nur einige der Branchen, in denen er schon aktiv war. „Darin sehe ich meine Stärke. Ich habe immer wieder die Branche gewechselt und dadurch mehr hinterfragt als Brancheninsider“, spricht Gränitz den Kern seines Erfolgs an. Studiert hat der Münchner Politikwissenschaften, aktuell ist er Präsident und CEO der Polygon Group.

Herr Gränitz, Sie haben beruflich viel erlebt. Was war, was ist ausschlaggebend für Ihre Berufswahl?
Axel Gränitz: Vieles im Leben waren Zufälle. Es gab auch immer wieder Rückschläge, die mich veranlasst haben, meine Komfortzone zu verlassen. Im Nachhinein war es genau richtig so.

Sehen Sie darin den Ursprung Ihres Erfolgs?
Zunächst einmal ist Erfolg für jeden Menschen etwas anderes. Für mich ist Erfolg, zu dem, was ich mache eine Rückbestätigung zu bekommen und für mich selbst auch Zufriedenheit zu finden.

Wie schaffen Sie es denn, Ihr Berufsleben mit dem Privatleben zu vereinbaren?
Ich bin seit 30 Jahre immer irgendwo in der Welt unterwegs und so gut wie nie zu Hause. Ein großes Erfolgsrezept ist für mich, dass ich unter der Woche arbeite wie ein Tier, aber die Wochenenden heilig sind. Von Freitag 19 Uhr bis Montag 7 Uhr gehe ich an kein Telefon und setze am Wochenende die Prioritäten auf meine Familie und den Freundeskreis.

Aber muss nicht gerade ein Unternehmer oder ein Manager immer erreichbar und verfügbar sein?
Das glaube ich nicht. Ich denke, ein guter Manager ist der, der seine Arbeit in der vorgegebenen Zeit schafft. Schlechte Manager sind diejenigen, die sich selbst ständig Arbeit machen und sich für unersetzlich halten.

Macht diese Einstellung eine gute Führungskraft aus?
Auch. Eine gute Führungskraft muss meiner Meinung nach emphatisch sein und auf Leute zugehen können. Wichtig ist die Balance zwischen einer klaren Zielvorgabe und die Empathie zu haben, eine Person zu würdigen.

Leiten Sie nach dieser Maßgabe auch Ihr Team?
Ich habe Leute, denen ich Aufgabengebiete gegeben habe, und gehe davon aus, dass sie die Entscheidung selbst treffen. Wenn man Führungskräfte unter sich hat, die versuchen, die Entscheidung auf einen selbst abzuwälzen, dann hat man sie eigentlich schon falsch ausgesucht. Wir arbeiten viel im Team, ich möchte Meinungen hören, aber wenn ich das Gefühl habe, jetzt muss eine Entscheidung getroffen werden, dann treffe ich sie auch – manchmal auch ein falsche. Aber oft ist es besser, eine Entscheidung zu treffen als keine zu treffen.

Gibt es denn Entscheidungen, die Sie aus heutiger Sicht gerne zurücknehmen würden?
Ehrlich gesagt nicht. Ich hatte natürlich persönliche Enttäuschungen und Rückschläge. Im Nachhinein machte das aber immer Sinn, weil es mich unweigerlich dazu geführt hat, dass ich zum Beispiel den Beruf gewechselt und eine bessere Position bekommen habe. Das Leben ist ein Marathon und kein Sprint.

Wo schöpfen Sie nach einem Rückschlag oder einer Enttäuschung neue Kraft?
Da gibt es zwei Dinge. Ich liebe den Tegernsee, dort habe ich mein Boot und die Kombination aus Bergen und See ist für mich wie zwei Wochen Urlaub.
Außerdem laufe ich jedes Jahr eine Alpenüberquerung. Dort kann ich komplett abschalten, bin mit mir und der Natur im Einklang und komme an meine persönlichen Grenzen.

Warum eine Alpenüberquerung?
Ich habe das mal verschenkt und nicht damit gerechnet, dass ich mitlaufen muss. Inzwischen habe ich es schon fünfmal gemacht. 200 Kilometer über den Alpenkamm, jeden Tag acht bis zehn Stunden laufen.

Das spricht auf jeden Fall für Ihr Durchhaltevermögen. Gehört das auch zu den Must-haves in Ihrem Beruf?
Durchaus. Ich halte es aber auch für wichtig, sich ein Ziel zu definieren und dann die Flexibilität zu haben, mit einer gewissen Vernunft die Ziele zu verändern. Das Schlimmste ist Starrköpfigkeit.

Zum Schluss noch: Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Eine Mischung aus Intuition, dem Riecher für das Richtige und dem Mut, andere Wege zu gehen.
Von Renate Kerscher

 

Chefsessel statt Fußballfeld

Sie ist die Frau hinter TV-Sendern wie DMAX, TLC, Eurosport 1 und 2, Discovery Channel oder Animal Planet: Susanne Aigner-Drews ist seit 2011 Geschäftsführerin von Discovery Networks Deutschland. Das Sendernetzwerk erreicht 45 Millionen Haushalte, zwölf Millionen Pay-TV-Abonnenten sowie weitere vier Millionen User im Digitalbereich. Unter der Leitung der heute 49-Jährigen wurde das Münchner TV-Unternehmen 2013 in die Liste „Deutschlands beste Arbeitgeber“ aufgenommen.

Susanne Aigner-Drews wollte Journalistin werden, doch sie landete nach ihrem Studium beim Sender DSF nicht bei den Sportkommentatoren, sondern in der Vermarktung. Zum Glück. Denn als Medienmanagerin macht man der heute 49-Jährigen so schnell nichts vor. Ihre Karriere war steil, Aigner-Drews blickt auf 19 Jahre Cheferfahrung zurück. Als sie zur Geschäftsführerin bei der Mediaagentur Mediaplan ernannt wurde, war sie knapp 30. Diese Aufgabe forderte sie heraus. „Diese Zeit war eine sehr steile Lernkurve im Hinblick auf Managementfähigkeiten, Mitarbeiterführung, Durchsetzungsvermögen und persönliche Entwicklung.“

Was ihr geholfen hat, sich an die Spitze hochzuarbeiten? „Eine meiner Stärken ist die Leidenschaft für das, was ich mache. Ich kann sehr gut Zusammenhänge erfassen, strukturieren und daraus nächste Schritte, Handlungen und Aufgaben ableiten und Ziele formulieren.“ Als Chefin ist ihr auch ein gutes Betriebsklima wichtig. „Generell sehe ich mich als Teamplayer, der anderen zuhören kann, aber dann die Entscheidung übernimmt und die Verantwortung trägt. Gerade auch, wenn es um Veränderungen und manchmal nicht so einfache neue Prozesse geht, macht es mir Spaß, mich auf den Change einzustellen und das Team zu motivieren.“

Aigner-Drews versprüht Optimismus, eine gewisse Leichtigkeit – so als ob ihr niemand Steine in den Weg legen könnte. Sie winkt ab: „Mit Schwierigkeiten sind wir tagtäglich konfrontiert. Ich denke aber schon lange nicht mehr in Begriffen wie Hindernisse oder Schwierigkeiten, sondern in Themen, die gelöst werden müssen. Ich analysiere das Thema, finde heraus, wie es entstanden ist, welche Ausmaße und Konsequenzen es hat, welche Lösungsansätze es gibt. Am Ende frage ich mich: Welche Lösung bin ich bereit zu verantworten? Dahinter stehe ich dann auch. Und ich habe gelernt, dass es Situationen gibt, die ich schlichtweg nicht beeinflussen kann und in denen es deshalb keinen Sinn macht, Energie dafür zu verwenden, sie dennoch ändern zu wollen.“

Claudia Rothhammer

© www.jochen-alexander-freydank.de

Über Umwege zum Oscar

Jochen Alexander Freydank ist in der DDR geboren und aufgewachsen. Für den Ostberliner Jungen schien Westdeutschland unerreichbar zu sein, von Hollywood ganz zu schweigen. Auch mit seinem Berufsziel Regisseur klappte es anfangs nicht. Und dennoch: Mit 41 Jahren stand Freydank auf der Bühne des Kodak Theatre in Los Angeles und nahm den Oscar in der Kategorie „Bester Kurzfilm“ entgegen.

2009 wurde Jochen Alexander Freydank weltberühmt: Als sein historischer Kurzfilm „Spielzeugland“ den Oscar bekam, konnte er es kaum glauben. Der Berliner Regisseur hatte lange für diesen Film und dessen Finanzierung gekämpft. Vier Jahre, um genau zu sein. Doch hier half ihm seine Hartnäckigkeit weiter. Eine Eigenschaft, die man seiner Erfahrung nach unbedingt haben muss, um im Filmgeschäft zu bestehen. „Und Talent.“ Auch das hat Freydank. Nur wollte dieses Talent lange niemand sehen.

Obwohl Freydank schon früh weiß, dass er Regisseur werden will, will es nicht klappen. Nach dem Abitur volontiert er beim DDR-Fernsehen. Mit dem Fall der Berliner Mauer keimt wieder Hoffnung: Freydank bewirbt sich für eine Ausbildung bei Filmhochschulen im Westen – und kassiert nur Absagen. „Ich weiß gar nicht mehr, waren es fünf oder sechs“, erinnert er sich. Andere hätten sich von ihrem Berufswunsch verabschiedet, doch Freydank nicht. Er verdient sich seinen Unterhalt als Regieassistent, Cutter, Drehbuchautor und Produzent, lernt das Filmhandwerk in der Praxis kennen. 1999 gründet er seine Produktionsfirma, dreht Kurzfilme wie „Spielzeugland“.

Obwohl er nie eine Filmhochschule besucht hat, erreicht Freydank mit 41 Jahren, wovon andere Kollegen nur träumen können: den Oscar. „Erfolg ist gerade in meinem schnelllebigen Beruf etwas, was sehr flüchtig ist“, gibt er zu bedenken. „Man muss sich immer wieder neu beweisen.“ Das heißt: Auf dem Oscar will er sich nicht ausruhen. So hat er inzwischen über ein Dutzend sehr erfolgreicher Fernsehfilme realisiert und wagte sich 2013/14 an die Verfilmung von Franz Kafkas Erzählung „Der Bau“, die ihm ebenfalls international viel Bewunderung einbringt.

Was er jungen Menschen rät? Freydank überlegt. Praxis sei extrem wichtig für diesen Beruf. „Meine Zeit als Producer war spannend, weil ich einen Blick für die andere Seite in der Branche bekommen habe. Und die Arbeit als Cutter hilft mir heute noch beim Drehbuchschreiben. Rückblickend hätte ich mir zwar manchmal einen einfacheren Weg gewünscht, aber ich bin froh darüber, was ich kann und heute machen darf.“

Claudia Rothhammer

Unternehmerin Viola Fuchs bei der Speakers Night in Hamburg © Martin Brinckmann

Risotto statt Stiletto

Die Frau hat Pfeffer: Viola Fuchs hat nicht nur Energie, sie hat sich mit Pfeffer ein kleines Imperium aufgebaut. Ihr Gewürzladen VIOLAS’ Gewürze & Delikatessen, den die heute 52-Jährige 1997 in Hamburg eröffnet hat, ist ein Franchiseunternehmen mit 28 Standorten in Deutschland.

Der Morgen bei Viola Fuchs beginnt mit Kaffee. Aber ihrer hat mehr Pep: Sie trinkt ihn mit einer Prise ihres arabischen Kaffeegewürzes. Der Duft von Zimt, Kardamomsaat, Mazis, Nelken und Piment erinnert an 1001 Nacht, Pfeffer sorgt für den Extrakick. Wenn das den Start in den Tag nicht erleichtert? Für ihren Tag braucht Fuchs auch Energie. „Eine richtige Auszeit, in der ich nichts mache, gibt es nicht“, sagt die Powerfrau. Schon nach dem ersten Schluck aus der Kaffeetasse checkt sie ihre Mails, ihre Facebook- und Instagramseite, geht die Umsätze der Stores durch. „Erst dann wecke ich meine Kinder.“ Das gemeinsame Frühstück ist ihr heilig. „Beruflicher Erfolg ist schön und eine Bestätigung dafür, dass man etwas richtig gemacht hat. Aber es gibt immer jemanden, der noch erfolgreicher ist oder einem den Erfolg neidet. Erfolg ist auch vergänglich, das muss man immer vor Augen haben. Ich lebe in einer glücklichen Partnerschaft und habe drei wundervolle Kinder. Das ist mir wichtig“, sagt Fuchs.

Dass sie zur „Gewürz-Königin“ von Hamburg werden würde, hätte sie selbst nie gedacht. Eigentlich hatte sie in London Design studiert und arbeitete in der Hansestadt als Schuhdesignerin. Doch statt Stilettos kreiert sie heute Risotto-, Reis-, Pasta- und Gewürzmischungen. „Mein Motto ist: Wenn du willst, dass es gut wird, dann mach es selbst!“, sagt Fuchs. „Und Hamburg war an tollen Gewürzprodukten unterversorgt.“ Zuerst gab sie den Hamburgern Nachhilfe in Sachen Pfeffer, doch es bleibt noch viel zu tun. „Der durchschnittliche Supermarkt hat heute das Gewürzsortiment, das wir bereits vor 20 Jahren hatten.“

Ihr Talent wurde Viola Fuchs in die Wiege gelegt. Ihre Großeltern hatten in Wiesbaden einen Gewürzladen, ihre Mutter übernahm eine Filiale in Frankfurt. „Schon als kleines Mädchen liebte ich es, im Gewürzladen mitzuhelfen. Es war wie mein großer Kaufmannsladen. Der Geruch dort war Balsam für meine Seele“, schwärmt Fuchs. Von ihrer Mutter lernte sie viel über Gewürze und ferne Länder. „Noch heute finde ich viele meiner Inspirationen auf Reisen. Auch 21 Jahre nach der Gründung von VIOLAS’ gehe ich noch gerne in die Experimentierküche und probiere Kreationen aus.“

Claudia Rothhammer