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Er hatte schon immer eine starke Neigung zur Exzentrik: Regisseur und Autor Oskar Roehler. / Foto: © Gerald von Foris

„Mein Erfolgsgeheimnis ist mein Fanatismus.“

Er ist der Unbeugsame unter den deutschen Filmemachern. Der, der seine Meinung sagt – selbst wenn sie unbequem sein mag. In Deutschland hat Oskar Roehler längst Kultstatus, doch mit seinem letzten Film “Enfant terrible”, einem Porträt über Regielegende Rainer Werner Fassbinder, hat es der Regisseur auch ins offizielle Programm beim Filmfest in Cannes geschafft. Roehlers erträumter Ritterschlag. Oder zumindest fast. Auch als Autor ist er sehr erfolgreich. Mit seinem neusten Roman „Der Mangel“ macht er seine persönliche Tragödie zu einem Lehrstück über die frühe Bundesrepublik. Dieser Roman erzählt von der Kehrseite des Wirtschaftswunders – und von der Rettung durch Kunst.
Ihr großer Traum war es, beim Filmfestival in Cannes für einen Beitrag gefeiert zu werden. 2020 wäre es so weit gewesen – aber dann hat das wegen der Pandemie alles im sehr abgespeckten Rahmen stattgefunden. Hat es Sie trotzdem ein bisschen befriedigt?

Das war jetzt wirklich ein Pech. Wenn dieses Festival stattgefunden hätte, dann wäre ich in Deutschland mit Lorbeerkranz durch die Gegend gelaufen und alle wären auf die Knie gegangen. Aber diese Genugtuung ist halt leider nicht passiert. Es hat zwar jeder erfahren, aber wenn die Presse keine Bilder kriegt und es keinen roten Teppich gibt, kann man nicht viel erwarten. Aber der Festivalchef hat den wunderbaren Satz formuliert “You are now in the family.” Man wird meine nächsten Filme also wahrnehmen…

Also ist die Goldene Palme von Cannes nach wie vor das Ziel? Oder eher ein Oscar?

Ich wollte immer Kunst machen und da ist mir die Palme viel wichtiger als Hollywood. Ich war ein paar Mal eingeladen, in Amerika einen Film zu drehen, aber es hat nie geklappt. Ich habe dazu eine herrliche Anekdote. Mir ist mal ein Manuskript vorgelegt worden, aber ich konnte mir nicht vorstellen, einen Film über zwei schwule Cowboys in den Bergen zu machen und habe abgesagt. Jahre sind vergangen und ich habe das Ganze vergessen. Dann ging ich mit meiner Frau ins Kino und nach zehn Minuten merke ich, dass ich die Geschichte kenne. Der Film „Brokeback Mountain“ wurde ein Welterfolg – und ich habe ihn nicht gemacht.

Haben Sie Ihre Entscheidung bereut?

Gott sei Dank habe ich ihn nicht gedreht. So genial wie Ang Lee hätte ich es nicht hinbekommen. Ich glaube einfach, der mag selbst auch lieber Jungs… Außerdem habe ich Probleme damit, wenn ich mit Leuten zu tun habe, die ihnen in der Hierarchie untergeordnete Leute schlecht behandeln. Das erlebt man in Hollywood oft. Ich habe keinen Bock darauf, in so einem Umfeld zu arbeiten.

Was bedeutet für Sie Erfolg?

De facto war es immer der Ruhm, der mich interessiert hat. Ich wollte berühmt werden. Ich habe mir immer gesagt, ich bin etwas total Besonderes – im Guten wie im Schlechten. Ich hatte immer schon eine sehr starke Neigung zur Exzentrik. Ich bin einfach nicht Mainstream genug und habe noch immer den gleichen Status – den des Außenseiters, der einfach keine Lust hat, sich unterzuordnen. Der Filmakademie zum Beispiel. Da bin ich jetzt aufgetreten.

Wie angepasst muss man für Erfolg sein?

Seine Filme sind weltweit bekannt. Auch als Autor ist er neben seinen Regie-Tätigkeiten sehr erfolgreich. / Foto: © Gerald von Foris

Ich glaube, das ist nicht unbedingt ein Kriterium. Man kann sich gut durchmogeln durch diese schrecklich banale Filmlandschaft. Ich war habe meine Filme in alle wichtigen Länder verkauft. Diese Art von Erfolg war mir aber nie so wichtig. Dafür habe ich mir, als ich neu in Berlin war, die Nase platt gedrückt draußen an der Pariser Bar, wo Fassbinder und andere illustre Erscheinungen gefeiert haben. Da wollte ich dabei sein.

Wie wichtig ist Glück?

Ich hatte zwei wahnsinnig wichtige Sachen in meinem Leben, die mir widerfahren sind. Als es mir damals sehr schlecht ging bei meinem Vater, einem Alkoholiker, tauchte wie ein Sendbote des Himmels eines Tages ein Mann in blauer Livree auf und sagte zu mir, er sei der Fahrer meines Großvaters. Dann sind wir mit der Limousine ins Kempinski gefahren und dort erwarteten meine Großeltern mich bereits. Ich konnte mich gar nicht mehr an sie erinnern. Am nächsten Tag haben sie sich die Wohnung angeguckt, in der ich mit meinem Vater wohnte, mich unter den Arm gepackt und gesagt: Zu deinem Vater, da lassen wir dich nicht mehr zurück. Meine Großmutter hat mir für meinen ersten Film auch 20 000 Mark gegeben. Für meinen Zweiten bin ich dann Klinken putzen gegangen, aber keine Sau wollte mir Geld geben. Dann starb meine Mutter und ich habe über meinen Großvater eine ganze Stange Geld geerbt. Plötzlich konnte ich den Film aus der Portokasse bezahlen. So hatte ich nie mehr so richtig Geldsorgen in größerem Maße.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Fanatismus. Das Durchfechten gegen alle Widerstände. Als ich ein Jahr lang Klinken geputzt habe und nur abgelehnt worden bin, war es schwer nicht aufzugeben. Und dann kam die Kohle – und ich habe den Film wahnsinnig gut verkauft damals. Ich habe ein Vielfaches von dem wiederbekommen, was ich reingesteckt habe. Das war das Allerbeste daran.

Schauen Sie selbst im Kino nur künstlerisch wertvolle Filme oder darf es auch mal ein Bond-Streifen sein?

Nicht unbedingt James Bond, aber zum Beispiel Spider-Man. Ich gucke mir auch gern Horrorfilme an. Eigentlich gehe ich nur in Filme, die mir Spaß machen und das ist garantiert nicht klassisches Intellektuellen-Kino.

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Der Schauspieler Roland Suso Richter gemeinsam mit einem Geparden bei den Dreharbeiten zu „Grzimek”. / Foto: Fotos: © Roland Suso Richter

Erfolg ganz ohne Rampensau-Gen

Er habe keinen Bock mehr auf seinen Job – das musste sich Regisseur Roland Suso Richter anhören, als er beschloss, in Zukunft anders zu arbeiten als die Kollegen. Aber: Das stimmt so nicht! Im Gegenteil. Er wollte einfach weiter Spaß an seinem Beruf haben. Und mit Filmen wie „Der Tunnel“, „Mogadischu“ und die „Zürich-Krimis“ überlebt er seit über 40 Jahren bestens im harten Filmbusiness.
Wie lief Ihr Einstieg ins Filmgeschäft?

Ich machte ein Praktikum in einer Hamburger Werbeagentur und wollte meinen ersten Kurzfilm drehen – ich bin kläglich gescheitert. Niemand wollte umsonst für mich arbeiten. Also zog ich nach München, wo die Filmhochschule ist. Und ein halbes Jahr später drehte ich meinen ersten Kurzfilm. Er hieß „Überflüssig“. Vielleicht war er auch überflüssig – aber nicht für mich. Heiner Lauterbach spielte in dem Film seine erste Rolle! Und der heutige UFA-Geschäftsführer Nico Hofmann war mein Ton-Mann.

Kennen Sie Existenzängste?

Leider ja. Der Kinofilm „Medicus“ stürzte mich in eine Krise. Der Vertrag dafür war schon unterschrieben, da sagte der Produzent den Drehstart ab. Ein Jahr später wurde doch gedreht – allerdings mit einem anderen Regisseur. Diese Erfahrung kostete mich viel Geld und Emotionen. Ich musste mit der Akquise bei null starten und rumfragen, ob jemand etwas für mich hat. Natürlich kam da auch die Sorge auf, wie ich die nächste Miete zahlen soll…

Was bedeutet für Sie Erfolg?

1980 und in den 90er Jahren träumte ich schon vom amerikanischen Kino. Heute mache ich Erfolg daran aber nicht mehr fest: Jemand ist für mich erfolgreich, wenn er Ausdauer hat. Also nach einem Film direkt den nächsten dreht, an sich glaubt, sich selbst treu bleibt. Erfolg heißt für mich auch, nach über 30 Jahren die Liebe zur Arbeit nicht zu verlieren. Bei mir gab es aber vor zwölf Jahren einen Moment, an dem ich dachte: Filme machen kann auch total langweilig sein.

Waren Sie damals versucht, sich neu zu orientieren?

Natürlich habe ich auch andere Leidenschaften wie die Musik oder das Kochen. Aber ich wollte das Drehen nie aufgeben. Also beschloss ich, dass ich etwas ändern sollte und das war mein Plan B.

Am Set des TV Films „Der Weg nach San José“.

Normalerweise treffen sich alle am Set, lesen den Text, proben. Diese erste Interaktion der Schauspieler untereinander während der Probe ist großartig. Aber die wird nie gefilmt. Also änderte ich die Arbeitsweise, drehte direkt ohne Probe mit zwei Kameras. Natürlich sagten einige zu der ungewohnten Arbeitsweise: Der hat keine Lust mehr und will Zeit sparen, deshalb probt der nicht. Da musste ich mich durchsetzen – aber das Ergebnis gibt mir recht.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Viele denken, ein Regisseur muss sagen, was die Schauspieler machen sollen. Aber ich nehme mich zurück und gebe allen das Gefühl, frei zu sein. Ich führe leise Regie, drehe an kleinen Stellschrauben. Mir geht es um den Moment, wenn der Schauspieler vor der Kamera steht – weniger um die technische Welt.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, was würden Sie anders machen?

Manchmal hätte ich mehr Rampensau sein können. Manche sind lauter. Ob ich dann mehr erreicht hätte? Vielleicht. Aber so bin ich nicht.

Ein Dreh ist sehr arbeitsintensiv. Was ist Ihr Ausgleich?

Inzwischen erhole ich mich tatsächlich bei der Arbeit am besten. Ich habe einen niedrigen Blutdruck, beobachte gern, bin Minimalist. Und ich finde es toll, zu wissen, wann ich wo sein muss. Ich werde gebraucht, das ist ein schönes Gefühl.

Welche Ziele peilen Sie als Nächstes an?

Eine Netflix-Serie würde ich gern machen. Da ist die Lust, an ein Ufer zu schwimmen, das ich noch nicht kenne.

Seit einiger Zeit sind Sie mit Ina Paule Klink liiert, die in Ihren „Zürich-Krimis“ mitspielt. Wie klappt das am Set?

Als ich als Regisseur zum „Zürich-Krimi“ kam, hatten wir noch keine Beziehung. Und jetzt ist das eben unser Job und ich finde, das kann auch gut vom Privaten getrennt werden. Paule, muss genau so funktionieren wie die anderen Schauspieler auch. Schauspieler zu sein ist schon Herausforderung genug, das muss man durch private Konstellationen nicht noch verkomplizieren.

Wer hat bei Ihnen zu Hause das Sagen?

Zumindest in der Küche ich – das findet Paule aber nicht schlimm. Wir verstehen uns ausgesprochen gut, vielleicht, weil wir beide Sternzeichen Steinbock sind.

Ist es schwer Beruf und Privatleben zu vereinbaren?

In der Kategorie „Regie“ gewann Roland Suso Richter den „Bayerischen Fernsehpreis“.

Ich bin viel unterwegs, das ist für den Partner nicht immer schön. Das verstehe ich. Manchmal komme ich nur fürs Wochenende und total fertig nach Hause. Da kann sich die Frau kaum auf den Mann einstellen, der gefühlte 18 Stunden vorbeischaut.

Haben Sie mal einen Erfolg besonders gefeiert?

Ich kaufe mir nicht etwas aufgrund des Erfolgs. Aber nach dem „Tunnel“-Dreh habe ich mir zwölf Monate Auszeit gegönnt und einen Teich gebaut. Es war ein großer Teich. Ich habe ein zehn mal zehn Meter großes Loch dafür ausgehoben, die Folie dafür wog gefühlt über 150 Kilogramm. Und ich wollte alles allein machen. Was auch immer mich da geritten hat.

 

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Das 29-jährige Nachwuchstalent der Filmbranche bleibt bescheiden und plant keine Karriere als Blockbuster-Regisseur in Hollyood. / Foto: Murad Abu Eisheh

Auf dem richtigen Weg

Durch den Gewinn des Studenten-Oscars steht der Regisseur Murad Abu Eisheh in einer Reihe mit Regie-Legenden wie Spike Lee. Trotzdem ist Hollywood für ihn vorerst kein Thema.

Mit der „Movie meets Media“ veranstalten die Macher dieser Zeitschrift eines der größten Events der Filmbranche in Deutschland. Deswegen ist es uns wichtig, auch Nachwuchstalente vorzustellen. Als einer der großen Hoffnungsträger gilt spätestens seit dem 21. Oktober der Regisseur Murad Abu Eisheh. An diesem Tag verkündete die US-amerikanische Academy of Motion Picture Arts and Science, dass sein Film „Tala’vision“ den Student Academy Award 2021 in Gold gewonnen hat, den sogenannten Studenten-Oscar. In dem knapp halbstündigen Film geht es um die zerstörte Kindheit eines Mädchens in vom Islamischen Staat besetztem Gebiet.

Mit dem Gewinn steht der 29-Jährige nun in einer Reihe mit Regie-Stars wie John Lasseter („Toy Story“), Spike Lee („Malco

Murad Abu Eisheh ist der erste Regisseur aus der arabischen Welt, der jemals einen Oscar für einen szenischen Film gewann. / Foto Privat

lm X“) und Cary Fukunaga („James Bond – Keine Zeit zu sterben“), die zu Beginn ihrer Karriere ebenfalls den Studenten-Oscar gewannen. „Das fühlt sich immer noch wie ein Traum an“, erzählt der angehende Absolvent der Filmakademie Baden-Württemberg lachend. „Richtig glauben werde ich es erst, wenn ich die Statue in den Händen halte, die Bekanntgabe fand ja ausschließlich digital statt.“

Er ist der erste Regisseur aus der arabischen Welt, der jemals einen Oscar für einen szenischen Film gewann. Seine Mutter brach bei der Nachricht in Tränen aus, natürlich ist die ganze Familie ungeheuer stolz. Dabei waren seine Eltern anfangs nicht begeistert von seinen Karriereplänen: „Mein Vater wollte, dass ich Arzt, Anwalt oder Ingenieur werde, statt mich einer vermeintlich brotlosen Kunst zu widmen“, grinst der Jordanier. Inzwischen stehen alle hinter ihm, und zwar nicht erst seit seinem jüngsten Erfolg.

Bei der Bekanntgabe, dass Murad Abu Eisheh mit seinem Team den Student Academy Award 2021 in Gold gewinnt. / Foto: privat

Schon 2015 konnte der Regisseur Murad Abu Eisheh sein Können erstmals einer breiten Öffentlichkeit zeigen, als er von der jordanischen Regierung beauftragt wurde, Werbespots für die nationalen Streitkräfte
zu drehen. „Das war in der Hochphase des Kriegs gegen den IS“, erinnert er sich. „Es ging darum, der Bevölkerung das Gefühl zu vermitteln, dass die Streitkräfte in der Lage sind, sie und das Land zu schützen.“ Trotz des Gewinns des Studenten-Oscars plant Murad Abu Eisheh keine Karriere als Blockbuster-Regisseur in Hollywood: „Ich möchte mich auch weiterhin den Geschichten widmen, die mich interessieren.

 

Ich habe keinen großen Traum, sondern folge einfach dem Weg, der vor mir liegt, wohin der mich auch führen mag.

Die nötigen Entscheidungen treffe ich unterwegs.“ Erfolg, da ist sich der Studenten-Oscar-Gewinner sicher, sei langfristig sowieso nicht planbar.

 

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Alleine auf der Bühne stehen ist die Königsdisziplin im Showbusiness

Rufus Becks Ratschlag an sein jüngeres Ich: „Alles ist gut, du bist geliebt, jeder Tag ist eine Chance, sei dankbar und höre auf dein Herz.“ / Foto: BrauerPhotos / O.Walterscheid

Rufus Beck sieht sich als Zehnkämpfer der darstellenden Künste. Ein sportlicher Ansatz, den der 65-jährige allerdings auch zu 100 % erfüllt. Passend zu seinem Lebens- und Berufsmotto: „100 % sind Minimum“. Beck ist Schauspieler, Sänger, Regisseur, Sprecher und Produzent. In all diesen „Disziplinen“ kann er Erfolge vorweisen. Dabei ist Beck eher durch Zufall in die Sphäre der darstellenden Künste eingedrungen.

Während seines Studiums der Ethnologie und Philosophie an der Universität Heidelberg arbeitete Beck nebenbei am Stadttheater. „Ich wusste nicht, dass ich das Talent zur Schauspielerei beziehungsweise zum Showbusiness habe. In zwei Theaterproduktionen habe ich dort unter anderem Musik gemacht und kleine Rollen gespielt. Der Regisseur und seine Regieassistentin meinten, ich solle auf eine Schauspielschule gehen. Vielleicht hatte man das eher im Spaß gesagt, aber ich habe das ernst genommen und meine akademische Laufbahn beendet,“ so Beck. Manchmal braucht es ihm Leben andere Menschen, die einem den gewissen Schubs geben. „Ich muss ganz ehrlich sagen, dass viele Menschen mich gefördert haben oder in mir etwas gesehen haben, von dem ich selbst gar nichts ahnte und das mir dann eine völlig neue berufliche Richtung gab.“

Schauspielerin Jo Kern (l.) und Rufus Beck (r.) bei der „Movie meets Media” in München 2020. Foto: © Baganz

Allerdings bringt Beck sehr wohl das nötige Talent und die richtige Einstellung mit, um so lange in dieser Branche erfolgreich sein zu können. „Ich bin jetzt seit über 40 Jahren im Showbusiness und habe so vieles ausprobiert, hatte Höhen und Tiefen, Erfolge und Flops. Entscheidend ist aber immer wieder, sich selbst in Frage zu stellen. Was möchte ich? Wo will ich Hin? Was sagt mir mein Herz? Wie werde ich glücklich?“ Neben etwas Glück, das auch immer zum Erfolg gehört braucht es allerdings auch noch ein paar Eigenschaften, die man mitbringen sollte. „Man sollte eine Vision haben. Der Glaube an sich selbst und dass Träume in Erfüllung gehen können. Und nicht zu vergessen: Leidenschaft für das, was man tut.“

Bei Rufus Beck hat vieles funktioniert, weil er diese Eigenschaften mitbringt und verinnerlicht hat. „Ich hatte zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn die etwas kindliche Vision, einmal alleine auf den größten Bühnen zu stehen und vor einem großen Publikum zu spielen. Das passierte dann wirklich nach vielen Jahren zum ersten Mal 1994 auf der ersten „Tabaluga“ Deutschland Tournee unter anderem in der Olympiahalle München, wo ich die Show als „Magier“ eröffnen durfte und vor 12.000 Menschen agierte.“ Alleine auf der Bühne zu stehen ist die Königsdisziplin im Showbusiness. Und Beck erfüllt diese Disziplin mit Leidenschaft und Bravour.

Doch nicht nur da. Jeder, der Harry Potter gehört hat, kennt seine Stimme. Die Harry Potter-Hörbücher mit Beck als Sprecher haben sich fast 4 Millionen mal verkauft. Überregionale Anerkennung und Schauspielpreise bekam er, als er von 1988-94 am Bayerischen Staatsschauspiel engagiert war….

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Peter Ladkani, Filmregisseur Bild: privat

Glaub an Dich und Deine Fähigkeiten

Nicht jeder kann von sich behaupten, schon einmal gegen Chuck Norris gekämpft zu haben. Peter Ladkani kann es. Auch wenn er gegen Norris am Ende verloren hat. Das ist nur eine von vielen kleinen Anekdoten, die der Regisseur aus seiner langen Laufbahn zu erzählen hat.

Die Chuck-Norris-Geschichte stammt aus dem Jahr 1990 als Peter Ladkani als Stundman in dem US-amerikanischen Actionfilm „Delta Force 2“ mitwirkte. Noch bevor er seine Erfolge als Regisseur und Drehbuchautor feiern konnte, begann der gebürtige Ungar seine Karriere als Schauspieler und Stuntman. Ein Ziel, dass er schon sehr früh verfolgte: „Ich wollte bereits als Kind Filmemacher werden. Doch zuerst habe ich mit acht Jahren angefangen, als Kinder-Darsteller in Ungarn bei mehreren Filmen und TV-Spots mitzuwirken.“ Bis zu seiner eigentlichen Bestimmung, dem Filmemachen, sollten noch einige Jahre und viele erfolgreiche Erfahrungen vergehen. „Meine Liebe zum Film war immer stärker als der Wunsch nach einer geordneten Zukunft. Deshalb bin ich nach dem Abitur erst einmal ins Ausland gegangen und habe in den USA verschiedene Schauspielkurse besucht. Nach zwei Jahren bin ich auf den Philippinen gelandet, um dort als Stuntman zu arbeiten. Ich war

Bild: privat

zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ Aus dieser „richtigen Zeit am richtigen Ort“ hat Ladkani viel gemacht und somit auch den Grundstein für seine Erfolge gelegt. In drei Jahren hat er in 15 internationalen Produktionen mitgewirkt. U.a. in „Born on the 4th of July“ oder „Delta Force 2“.

Nach den Erfahrungen auf den Philippinen kam das Studium der Regie an der Hochschule für Film und Fernsehen in München. Während dieser Zeit realisierte Peter Ladkani bereits mehrere preisgekrönte Kurzfilme. Es folgten 14 Jahre, in denen er weltweit Werbe- und Imagefilme drehte. „Das war eine gute Schule für das Filmemachen. Seitdem drehe ich fürs Fernsehen und habe in den letzten fünf Jahren 28 Filme inszeniert.“ Peter Ladkani weiß, was es braucht, um Erfolg zu haben. „Man muss für seinen Beruf brennen und man sollte seine eigene Handschrift entwickeln, wenn man sich aus der Masse hervorheben möchte. Doch damit alleine ist es nicht getan. Man muss an sich und seine Fähigkeiten glauben. Man muss sich ein Ziel setzen und hart dafür

Der Regisseur (mitte) gemeinsam mit den beiden Hauptdarstellern seiner Serie „Cape Town“ Trond Espen Seim (l.) und Boris Kodjoe (r.) Bild: privat

arbeiten.“ Genauso hat er es gemacht. „Deswegen respektiere ich auch die Menschen, die hart arbeiten, nie aufgeben und die für ihre Karriere nicht über Leichen gehen. Das was zählt und womit man wirklich nach vorne kommt sind: Leidenschaft, Loyalität, Kompetenz, Neugier, Offenheit und Durchhaltevermögen.“

Eigenschaften, die jeder in sich trägt und somit auch jeder seinen persönlichen Erfolg angehen kann. Peter Ladkani, der „Arbeiter“, der Mann, der weiß, dass einem nicht alles in den Schoß fällt. Und der von einem ganz einfachen aber doch so entscheidenden Impuls immer wieder angetrieben wird. „Ich liebe meinen Beruf und habe noch viele Ziele und Träume, die ich verwirklichen möchte.“

 

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Wollte sich nie auf ein Genre fest -legen lassen: Oscarpreisträger und Regisseur Stefan Ruzowitzky.© Josef Fischnaller

Zwischen Zähigkeit und Flexibilität

Stefan Ruzowitzky hat ein Tattoo auf seiner Wade. Nicht irgendeins, sondern ein Motiv des Plakats seines ersten Films „Tempo“ von 1996. Er wusste, dass dieser Karriereschritt ihn ohnehin sein ganzes Leben lang begleiten würde und da hat er sich ihn kurzerhand auf dem Körper verewigen lassen.

Der wohl wichtigste Schritt in seiner Karriere kam dann 2008, als er mit „Die Fälscher“ einen Oscar in der Kategorie „Bester nichtenglischsprachiger Film“ erhielt. „Das war natürlich sehr emotional. Und ich war froh, dass er auch genau zu der Zeit kam. Denn es gab bei mir bereits davor Erfolge, aber auch Misserfolge in meiner Karriere und so wusste ich den Oscar auch genau richtig einzuschätzen“, ordnet Ruzowitzky diese Auszeichnung ein.

Stefan Ruzowitzky hat Spaß an seiner Arbeit. Spaß und die Chance, Sachen stets neu zu entdecken und zu gestalten, ist auch das, was ihn immer wieder antreibt. „Ich bin glücklich, wenn ich am Set sitze und neue Welten erschaffen kann. Ich sehe mich eher als Geschichtenerzähler. Dazu gehört alles am Set. Jeder Schauspieler, jede Requisite, jedes Kostüm erzählt in meinem Film seine Geschichte“, antwortet der 58-Jährige auf seine Stärken angesprochen.

Geschichtenerzähler und Regisseur war Ruzowitzky bereits in der Schule. „In der 4. Klasse gab es bei uns in der Grundschule immer ein Theaterstück, auf das ich mich das ganze Schuljahr gefreut hatte. In meinem Jahrgang sollte es dann plötzlich ausfallen, was mir gar nicht gefiel und deshalb habe ich das Theaterstück dann kurzerhand selbst organisiert. Für mich war immer klar, dass ich Regisseur werden möchte. Und heute weiß ich, dass es eine große Gnade ist, wenn man das findet, was man unbedingt machen möchte“, erzählt er.

Seit nunmehr 24 Jahren führt Stefan Ruzowitzky sehr erfolgreich Regie. „Anatomie“ aus dem Jahre 2000 ist sein kommerziell größter Erfolg und war 2000 auch der erfolgreichste deutsche Kinofilm. In seiner Arbeit erfindet er sich immer wieder neu. „Ich nehme für mich in Anspruch, mich selbst auszuprobieren. Horror, Kinderfilme, Drama. Ich wollte nie auf ein Genre festgelegt werden. Dabei fällt man natürlich auch mal auf die Nase. Es ist manchmal wie eine erotische Beziehung zwischen Publikum und Filmemacher.

Das ganze Interview finden Sie in der Printausgabe von Secrets of Success.

© www.jochen-alexander-freydank.de

Über Umwege zum Oscar

Jochen Alexander Freydank ist in der DDR geboren und aufgewachsen. Für den Ostberliner Jungen schien Westdeutschland unerreichbar zu sein, von Hollywood ganz zu schweigen. Auch mit seinem Berufsziel Regisseur klappte es anfangs nicht. Und dennoch: Mit 41 Jahren stand Freydank auf der Bühne des Kodak Theatre in Los Angeles und nahm den Oscar in der Kategorie „Bester Kurzfilm“ entgegen.

2009 wurde Jochen Alexander Freydank weltberühmt: Als sein historischer Kurzfilm „Spielzeugland“ den Oscar bekam, konnte er es kaum glauben. Der Berliner Regisseur hatte lange für diesen Film und dessen Finanzierung gekämpft. Vier Jahre, um genau zu sein. Doch hier half ihm seine Hartnäckigkeit weiter. Eine Eigenschaft, die man seiner Erfahrung nach unbedingt haben muss, um im Filmgeschäft zu bestehen. „Und Talent.“ Auch das hat Freydank. Nur wollte dieses Talent lange niemand sehen.

Obwohl Freydank schon früh weiß, dass er Regisseur werden will, will es nicht klappen. Nach dem Abitur volontiert er beim DDR-Fernsehen. Mit dem Fall der Berliner Mauer keimt wieder Hoffnung: Freydank bewirbt sich für eine Ausbildung bei Filmhochschulen im Westen – und kassiert nur Absagen. „Ich weiß gar nicht mehr, waren es fünf oder sechs“, erinnert er sich. Andere hätten sich von ihrem Berufswunsch verabschiedet, doch Freydank nicht. Er verdient sich seinen Unterhalt als Regieassistent, Cutter, Drehbuchautor und Produzent, lernt das Filmhandwerk in der Praxis kennen. 1999 gründet er seine Produktionsfirma, dreht Kurzfilme wie „Spielzeugland“.

Obwohl er nie eine Filmhochschule besucht hat, erreicht Freydank mit 41 Jahren, wovon andere Kollegen nur träumen können: den Oscar. „Erfolg ist gerade in meinem schnelllebigen Beruf etwas, was sehr flüchtig ist“, gibt er zu bedenken. „Man muss sich immer wieder neu beweisen.“ Das heißt: Auf dem Oscar will er sich nicht ausruhen. So hat er inzwischen über ein Dutzend sehr erfolgreicher Fernsehfilme realisiert und wagte sich 2013/14 an die Verfilmung von Franz Kafkas Erzählung „Der Bau“, die ihm ebenfalls international viel Bewunderung einbringt.

Was er jungen Menschen rät? Freydank überlegt. Praxis sei extrem wichtig für diesen Beruf. „Meine Zeit als Producer war spannend, weil ich einen Blick für die andere Seite in der Branche bekommen habe. Und die Arbeit als Cutter hilft mir heute noch beim Drehbuchschreiben. Rückblickend hätte ich mir zwar manchmal einen einfacheren Weg gewünscht, aber ich bin froh darüber, was ich kann und heute machen darf.“

Claudia Rothhammer

Thomas Jauch:

Thomas Jauch wurde 1958 in Italien geboren und zog mit zwei Jahren mit seinen Eltern nach München. Nach seinem Betriebswirtschaftsstudium im Bereich Marketing und Kommunikation arbeitete Jauch zunächst als Aufnahmeleiter und Regieassistent in der Werbefilmbranche, später als Regieassistent unter anderem bei Wolfgang Petersen, Vadim Glowna und John Frankenheimer.

Als Fernsehregisseur ist Jauch seit 1994 tätig. Er hat sich hauptsächlich mit Krimiproduktionen wie der „Tatort“-Reihe sowie mit Episoden von „Schimanski“, „Die Verbrechen des Professor Capellari“, „Das Duo“ und „Post Mortem“ einen Namen gemacht. Heute lebt Jauch in Hamburg. Er produziert immer noch Krimis, aber auch Komödien, und gibt Gastvorlesungen an der Universität.

Was bedeutet Erfolg für Sie?

„Ich bin dankbar dafür, dass man nicht komplett in die Krimischublade gesteckt wird, sondern auch noch andere Sachen machen kann, wie zum Beispiel mal eine Komödie.“

Was braucht es Ihrer Meinung nach, um erfolgreich zu sein?

„Disziplin. Das versuche ich auch meiner Tochter mitzugeben, Disziplin ist das Wichtigste.“

 

 

Marek Erhardt

Marek Erhardt wurde 1969 als Sohn des Regisseurs Gero Erhardt und Enkel von Heinz Erhardt in Hamburg geboren. 1990 verließ Erhardt drei Monate vor dem Abitur das Gymnasium und ging nach New York, wo er bis 1991 Schauspielunterricht am Herbert Berghoff Studio nahm. Seinen Durchbruch schaffte er noch im selben Jahr mit der Hauptrolle in der Fernsehserie „Freunde fürs Leben“. Erhardt war außerdem Stadionsprecher und Moderator, wurde 2011 sogar für vier Jahre in den Aufsichtsrat des Hamburger Sportvereins gewählt. Er spielte bei den 60. Karl-May-Festspielen die Titelrolle in „Der Ölprinz“, begleitete Zivilfahnder in Hamburg-Billstedt, um sich auf eine Rolle als ziviler Ermittler vorzubereiten, und schrieb darüber sogar ein Buch mit dem Titel „Undercover“. Außerdem ist Erhardt die Werbestimme vieler großer Unternehmen und Sänger des deutschen DJ-Projektes „Nightwatchers“. Seit 2018 spielt er den Hauptkommissar Oskar Schütz in der Serie „SOKO Hamburg“.

Was bedeutet Erfolg für Sie?

„Für mich ist es das Schönste und Beste, das ich mir vorstellen kann, Zeit mit meiner Familie und mit Freunden zu verbringen.“

„Besondere Höhepunkte in meiner Karriere waren, Stadionsprechen beim WM-Finale 2006 im eigenen Land zu sein. Die Serie ‚Freunde fürs Leben‘ und meine aktuelle Serie ‚SOKO Hamburg‘, das macht wahnsinnig viel Spaß und ist ein echtes Highlight.“

Was braucht es Ihrer Meinung nach, um erfolgreich zu sein?

„Man braucht schon ein Quäntchen Selbstbewusstsein. Und man muss sich so breit wie möglich aufstellen.“

„Ich habe vor 25 Jahren angefangen, Werbung zu sprechen, hab’ Synchron gemacht, ein Buch geschrieben, mache Lesungen, moderiere. Sich da nur auf eine Branche zu verlassen, kann ganz schnell in die falsche Richtung führen.“

„Man braucht schon einen relativ strikten Terminplan, um alles unter einen Hut zu bekommen.“

„Das Leben besteht pausenlos aus Rückschlägen. Ich hab sehr schnell gelernt, mit Rückschlägen gut umzugehen. Ich lasse das meine Umwelt nicht spüren, sondern mache es mit mir und meinen engsten Vertrauten alleine aus. Das ist mein Anspruch.“