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Dr. Ulrich Ruppe ist ein großer Fan der Formel 1. Seit zehn Jahren lebt er selbst an der Côte d’Azur.

Blockaden überwinden

Durch unsere Arterien, Venen und Kapillaren fließt unser Lebenselixier, das Blut. Ohne dieses Netzwerk geht nichts in unserem Körper. Das merkt man spätestens, wenn es an einer Stelle zu einem Engpass oder Verschluss kommt. Wie gut, dass es Experten wie Dr. Ulrich Ruppe gibt. Seine Praxen liegen im Berliner Ärztezentrum „Helle Mitte“ sowie im „Gesundheitszentrum am Potsdamer Platz“. Der renommierte Gefäßchirurg hat schon vielen Patienten das Leben gerettet, indem er Blockaden in Blutgefäßen beseitigt hat. Auch auf seinem Weg zum Traumberuf musste er Barrieren überwinden.

Seit 25 Jahren ist Ulrich Ruppe niedergelassener Gefäßchirurg mit eigenen Praxen. Er behandelt vor allem Krampfaderpatienten aus Berlin – und durch seine russischen, polnischen und englischen Sprachkenntnisse Männer und Frauen aus der ganzen Welt. Er ist zweifelsohne erfolgreich. Die Patienten vertrauen ihm. Aber wie definiert er Erfolg? An der Zahl seiner Patienten? Den über 10.000 durchgeführten Venenoperationen? „Viele setzen Erfolg leider mit Geld gleich. Schade“, sagt er. Erfolgreich sei in seinen Augen derjenige, der mit dem, was er tut, für sich „und die Welt“ Gutes tut. Zufrieden kann Ulrich Ruppe auf jeden Fall mit seinem Leben sein. Nicht nur, weil er täglich Menschen hilft, sondern auch, weil er sein privates Glück gefunden hat. Er ist mit der ebenso erfolgreichen Unternehmerin und Influencerin Dana Huschert liiert, mit der er die zwölfjährige Tochter Emily Elisabeth hat.

Ulrich Ruppe wusste bereits mit elf, dass er explizit „Chirurg“ werden will, wie seine Helden in der US-Serie M.A.S.H., die in jeder Folge mit dem Skalpell in der Hand Leben retteten. Auf dem Weg zum Traumberuf gab es viele Hürden zu überwinden, an denen andere mutlos aufgegeben hätten. Nicht aber Ulrich Ruppe. Sein „unabdingbarer Wille“ hat ihm geholfen, alle Blockaden zu überwinden.

Eine wichtige Lektion in Sachen „Durchhaltevermögen“ hat er in Leningrad (heute St. Petersburg) gelernt. Dort studierte der gebürtige Ostberliner in den 80er-Jahren sechs Jahre Medizin, erlebte Gorbatschows „Perestroika“ vor Ort. „2 1/2 Stunden Anstehen für Butter bei minus 28 Grad, die dann unmittelbar vor dir ausverkauft ist – das prägt“, lacht er heute. Aber er lernt: Mit Hartnäckigkeit und einem guten Netzwerk kommt man doch noch an Butter – oder an seinen Traumjob.
Von Claudia Rothhammer

 

Das ganze Interview finden Sie in der Printausgabe von Secrets of Success.

Frische und gesunde Lebensmittel sind die entscheidenden Zutaten in Daniela Laubingers Erfolgsrezept – privat wie beruflich. Bild © Jürgen Frank

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Daniela Laubinger hilft mit ihrer Natural Weight Loss Company Promis und Topmanager*innen in Hamburg beim Abnehmen. Als sie ihr Konzept vor rund zehn Jahren entwickelte, sorgte es schnell auch in London und Abu Dhabi für Aufsehen.

Medizinstudium bei der Bundeswehr, nebenbei Gebietsleitung in einer Werbeagentur, dann ein Schlenker zu L’Oréal und schließlich die eigene Firma: Daniela Laubinger bezeichnet ihren beruflichen Weg als „durchaus ungewöhnlich“. Anders machen würde sie trotzdem nichts. Warum auch, schließlich ist sie seit mittlerweile zehn Jahren genau da, wo sie immer hinwollte. „Meine eigene Firma zu haben, war schon immer mein größter Wunsch. Selbstständig arbeiten zu können, ist ein großes Geschenk. Und meine Arbeit macht mir sehr, sehr viel Spaß“, sagt sie.

In ihrer Karriere hätte sich einiges gefügt, sagt die 47-Jährige. Auch wenn Daniela Laubinger gerne von Fügung oder Glück spricht, sind das sicherlich nicht die Hauptgründe für ihren Erfolg: Ihr fundiertes Wissen aus dem Medizinstudium, ein einmaliges Konzept, Leidenschaft für ihr Vorhaben, Selbstvertrauen und Freude am Netzwerken ließen schon in den ersten Monaten ihrer Selbstständigkeit opulente Angebote aus Abu Dhabi und London ins Haus flattern.

Aber der Reihe nach. Die erste Fügung: Auf die Idee, sich mit ihrer Natural Weight Loss Company als Ernährungsberaterin selbstständig zu machen, kam Daniela Laubinger nur, weil sie für ihre eigene Hochzeit abnehmen wollte, in sechs Wochen elf Kilo verlor und damit einer Dame auf einer Gartenparty doch recht imponierte. Und weil diese Dame zu der Zeit als Beraterin für eine Schönheitsklinik in Abu Dhabi tätig war, wurde man in den Vereinigten Arabischen Emiraten schnell auf Daniela Laubinger aufmerksam und lud sie ein.

Da sie nicht als Privatperson sondern als Unternehmerin nach Asien reisen wollte, gründete sie im Schnellverfahren eine Firma, schrieb Tag und Nacht an einer Präsentation und saß ein paar Tage später damit im Flugzeug. „Man hat mich im Emirates Palace untergebracht und von Termin zu Termin chauffiert. Dann nahm das Ganze sehr viel Fahrt und gipfelte beim dortigen Gesundheitsminister“, erzählt sie. Nach reichlich Überlegungszeit lehnte Daniela Laubinger das Angebot, mit ihrem Programm in sieben Emiraten zu starten, aber ab. „Ich habe mich auf mein Bauchgefühl verlassen. Ich muss nicht alles um jeden Preis machen. Zwei Wochen im Monat dort vor Ort zu sein, kam für mich einfach nicht infrage.“ Mutig zu sein und auf getroffene Entscheidungen zu vertrauen, hat Daniela Laubinger seitdem unaufhörlich nach vorne gebracht. In ihrer Hamburger Praxis geben sich seit Jahren Topmanager*innen und Promis die Klinke in die Hand.

Auf dem Flug nach Abu Dhabi die zweite Fügung: Während Daniela Laubinger ihrer Präsentation den letzten Feinschliff verpasste, bot ihr ein Sitznachbar an, sich das Ganze als Native Speaker nochmal anzuschauen. Wie die Dame auf dem Gartenfest war er begeistert von Daniela Laubingers Konzept. Später stellte sich heraus, dass er einer der Top Ten plastischen Chirurgen Großbritanniens ist. Auch er bot ihr an, als Ernährungsberaterin in seiner Londoner Praxis zu arbeiten. „Er meinte, das wäre genau das Richtige für seine Patienten. Er gab mir einen Schlüssel für seine Praxis und hat mir die Hand geschüttelt.“ Drei Jahre lang arbeiteten die beiden dann erfolgreich zusammen, bis der gebürtige Amerikaner seine Londoner Praxis aufgab, um wieder in die Heimat zurückzukehren. Das Angebot, die Praxis im Anschluss komplett zu übernehmen, lehnte Daniela Laubinger aus zeitlichen und familiären Gründen ab.

Von Jonas Raab

Das ganze Interview finden Sie in der Printausgabe von Secrets of Success.

© Christian Hesselmann

Tue, was du liebst oder liebe was du tust.

Ich beschäftige mich nie mit der Frage, ‚Ob‘ etwas funktionieren kann, sondern immer mit dem ‚Wie‘ etwas funktionieren kann. Und genau das zeichnet Philipp J. Müller aus.
Trotz aller Ratschläge seiner Eltern gegen eine Selbstständigkeit wurde Philipp J. Müller mit nur 23 Jahren Unternehmer und gründete seine erste Investmentgesellschaft. Er machte sein Hobby, das er bereits mit 16 Jahren ausübte, an der Börse anzulegen, zum Beruf und das noch im Jahr 1999 während der schweren Börsenkriese. Damit wurde er zum Multimillionär und gründete mehrere Unternehmen in derselben Branche. Im Alter von 33 verkaufte er all seine Firmen und wurde Privatier.
Mit der 2015 gegründeten Finanzakademie, die „PJM Investment Akademie, bietet er ein Ausbildungsprogramm für das eigenverantwortliche und erfolgreiche Anlegen an der Börse an. Sein Credo „Nur mit der richtigen inneren Haltung kann man nachhaltig erfolgreich am Finanzmarkt agieren, seine Ziele erreichen und sein eigener Finanzberater werden.“

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Dass ich etwas Positives in die Welt schicke. Ich sende etwas in meine Umwelt, ich konzentriere mich auf etwas und daraus entsteht ein Erfolg. Zusammengefasst: Erfolg ist: Eine Idee zu haben, sich ein Ziel zu setzen, einen Plan zu machen und ihn umzusetzen und daraus etwas Gutes entstehen zu lassen. Auch monetär.

Was wollten Sie als Kind werden?
Ich wollte in der Bank arbeiten. Andere hatten einen Kaufmannsladen, ich habe gerne mit Geld gespielt. Mein Verständnis als Kind war, dass man etwas brauchte, dafür ging man dann zu Bank, hat Geld bekommen und konnte dann das benötigte kaufen. Es hat mich fasziniert, dass man Menschen helfen kann, in denen man ihnen Geld gibt. Und das wollte ich machen. Helfen.

Wer ist Ihr größtes Vorbild und warum?
Nelson Mandela. 30 Jahre Gefängnis haben ihn nicht gebrochen. Inhaftiert zu sein, hat ihn als Mensch nicht gebrochen und auch nicht seine Überzeugungen.
Er zeigte für mich eine unheimliche Willensstärke und Lebensfreude. Wenn wir alle nur im Ansatz ein bisschen davon ins eigene Leben integrieren könnten, wäre die Welt ein besserer Ort.

Gab es einen materiellen Wunsch, der Sie am Anfang bis zum ersten Erfolg begleitet hat?
Das war für mich ein Porsche 9-11er, damals der Inbegriff des Erfolges. Als ich ihn mir dann leisten konnte, habe ich ihn aber noch eine ganze Weile nicht gekauft. Vielleicht hatte ich unterbewusst die Angst, dass es mich nicht so zufrieden stellen würde, ihn tatsächlich zu besitzen, wie ich es mir erträumt hatte. Genauso kam es dann auch. Ich kaufte ihn mit 30 und habe ihn nur 8 Monate behalten. Es hat mich aber nicht enttäuscht, dass er mir nicht das geben konnte, was ich mit ihm verband, sondern im Gegenteil, ich war sehr glücklich zu merken, dass ich, um mich erfolgreich zu fühlen, kein Statussymbol brauche. Die Zufriedenheit, kam aus meinem Inneren und nicht aus dem eines Sportwagens.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für Ihren Erfolg maßgeblich sind?
Ich beschäftige mich nie mit der Frage, ‚Ob‘ etwas funktionieren kann, sondern immer mit dem ‚Wie‘ etwas funktionieren kann. Mich reizen Herausforderungen, wenn sie mit etwas zu tun haben, an das ich glaube. Ich bin sehr zielstrebig, strategisch und diszipliniert. Das ist in meinem Berufsleben sehr wichtig. Auf der anderen Seite, messe ich mich nicht nur am beruflichen, sondern auch an unserem Familienleben. Wer nur verbissen arbeitet und sein Privatleben völlig vernachlässigt, der verpasst was im Leben und das ist schade. Durch ein erfülltes Familienleben, bin ich auch ausgeglichener, was wiederum meiner Arbeit zu Gute kommt.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriere-Weg und wie haben Sie die über-wunden?
Ja natürlich. Im Berufsleben, genau wie im Privaten gibt es immer mal wieder Momente und Situationen, die man als problematisch oder als Rückschlag empfindet. Dann ist es wichtig, sich wieder aufzurappeln und weiter zu machen. Erst am Ende kann man beurteilen, ob etwas gut oder schlecht gelaufen ist, wenn sich ein Gesamtbild ergibt. Eine Erfolgsgeschichte sieht hinterher natürlich immer super aus, aber es heißt nicht, dass sie nur aus Erfolgen besteht, wie bei einem Mosaik.

Was würden Sie Ihrem Jüngeren Ich raten? Und was raten Sie einem (jungen) Menschen der Erfolg haben möchte?
Tue, was du liebst oder liebe was du tust. Verbringe deine Zeit mit Dingen, die dir gefallen, die dich weiterbringen und mit denen du noch was Gutes tun kannst. Schäme Dich nicht, damit dein Geld zu verdienen, auch wenn andere das belächeln. Wenn du davon überzeugt bist und gewillt hart zu arbeiten, dann stehen die Chancen gut, dass es klappt. Kurz schaffe Dir ein Geschäftsmodell, das dich in deinem ganzen Leben erfüllt, nicht nur beruflich.

Das ganze Interview finden Sie in der Printausgabe von Secrets of Success.

Wollte sich nie auf ein Genre fest -legen lassen: Oscarpreisträger und Regisseur Stefan Ruzowitzky.© Josef Fischnaller

Zwischen Zähigkeit und Flexibilität

Stefan Ruzowitzky hat ein Tattoo auf seiner Wade. Nicht irgendeins, sondern ein Motiv des Plakats seines ersten Films „Tempo“ von 1996. Er wusste, dass dieser Karriereschritt ihn ohnehin sein ganzes Leben lang begleiten würde und da hat er sich ihn kurzerhand auf dem Körper verewigen lassen.

Der wohl wichtigste Schritt in seiner Karriere kam dann 2008, als er mit „Die Fälscher“ einen Oscar in der Kategorie „Bester nichtenglischsprachiger Film“ erhielt. „Das war natürlich sehr emotional. Und ich war froh, dass er auch genau zu der Zeit kam. Denn es gab bei mir bereits davor Erfolge, aber auch Misserfolge in meiner Karriere und so wusste ich den Oscar auch genau richtig einzuschätzen“, ordnet Ruzowitzky diese Auszeichnung ein.

Stefan Ruzowitzky hat Spaß an seiner Arbeit. Spaß und die Chance, Sachen stets neu zu entdecken und zu gestalten, ist auch das, was ihn immer wieder antreibt. „Ich bin glücklich, wenn ich am Set sitze und neue Welten erschaffen kann. Ich sehe mich eher als Geschichtenerzähler. Dazu gehört alles am Set. Jeder Schauspieler, jede Requisite, jedes Kostüm erzählt in meinem Film seine Geschichte“, antwortet der 58-Jährige auf seine Stärken angesprochen.

Geschichtenerzähler und Regisseur war Ruzowitzky bereits in der Schule. „In der 4. Klasse gab es bei uns in der Grundschule immer ein Theaterstück, auf das ich mich das ganze Schuljahr gefreut hatte. In meinem Jahrgang sollte es dann plötzlich ausfallen, was mir gar nicht gefiel und deshalb habe ich das Theaterstück dann kurzerhand selbst organisiert. Für mich war immer klar, dass ich Regisseur werden möchte. Und heute weiß ich, dass es eine große Gnade ist, wenn man das findet, was man unbedingt machen möchte“, erzählt er.

Seit nunmehr 24 Jahren führt Stefan Ruzowitzky sehr erfolgreich Regie. „Anatomie“ aus dem Jahre 2000 ist sein kommerziell größter Erfolg und war 2000 auch der erfolgreichste deutsche Kinofilm. In seiner Arbeit erfindet er sich immer wieder neu. „Ich nehme für mich in Anspruch, mich selbst auszuprobieren. Horror, Kinderfilme, Drama. Ich wollte nie auf ein Genre festgelegt werden. Dabei fällt man natürlich auch mal auf die Nase. Es ist manchmal wie eine erotische Beziehung zwischen Publikum und Filmemacher.

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Oliver Holy fertigt und vertreibt mit ClassiCon GmbH hochwertige Designmöbel.© Henning Bock für ClassiCon

Was nicht passt, wird passend gemacht!

„Wenn es einem gutgeht, soll es anderen auch gutgehen“. Nach dieser Philosophie führt Oliver Holy auch ClassiCon. Oliver Holy ist Geschäftsführer und Alleininhaber der Münchener ClassiCon GmbH, mit der er klassische und zeitgenössische Designmöbel fertigt. Der älteste Entwurf in der Kollektion stammt aus dem Jahr 1908. Der 47-Jährige stammt aus einer Familie von Modeunternehmern; sein Vater und sein Onkel haben gemeinsam dem Metzinger Bekleidungshersteller Hugo Boss zu Weltruhm verholfen. Nach seinem Jura-Studium an der LMU in München beginnt er 1999 ein Trainee-Programm bei ClassiCon. Nachdem er sämtliche Firmenbereiche kennengelernt hat, wird Holy im Jahr 2001 Geschäftsführer und wenig später Alleininhaber.

Wie definieren Sie Erfolg?
Erfolg lässt sich für mich nicht nur am Umsatz und am Gewinn messen, sondern setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen: Erfolg ist, auf das richtige Produkt oder den richtigen Designer zu setzen, Handwerker und Zulieferer fair zu behandeln und am Ende des Tages trotz allen kommerziellen Drucks noch mit sich selbst im Reinen zu sein.

Sie sind der Urenkel von Hugo Ferdinand Boss, dem Gründer der weltbekannten Modemarke Hugo Boss. Statt für Fashion haben Sie sich für zeitgenössisches Möbeldesign entschieden. Warum keine Bekleidung?
Ich liebe Mode über alles, habe mich aber von kleinauf mehr für Möbel, Design und Architektur interessiert. Ich habe mir schon als kleiner Junge überlegt, wie ich mein Kinderzimmer effektiver gestalten könnte; besonders im Hinblick auf meine Bedürfnisse als Rollstuhlfahrer. Dieser Gestaltungsdrang ist mit den Jahren immer stärker geworden.

Sie sitzen seit Ihrem 8. Lebensjahr im Rollstuhl. Inwieweit hat Sie dies während Ihrer beruflichen Karriere geprägt?
Ich kann gewisse Dinge viel schneller als andere akzeptieren und mich schneller auf neue Herausforderungen einstellen. Ich habe schon früh gelernt, nach Lösungen zu suchen und nicht aufzugeben. Man muss mit den Mitteln arbeiten, die einem zur Verfügung stehen und sollte versuchen, seine Zeit bestmöglich zu nutzen. Sicher habe ich durch den Rollstuhl eine andere Sicht auf die Welt und bin möglicherweise viel erkundungsfreudiger, als ich es vielleicht ohne ihn wäre.

Was würden Sie noch als Ihre persönlichen Stärken ansehen?
Gegenfrage: Was ist wichtiger – sich seiner Stärken oder seiner Schwächen bewusst zu sein? Meine Stärke ist sicherlich, dass ich gut mit Menschen umgehen kann und mit offenen Augen durch die Welt gehe. Außerdem kann ich meinem Bauchgefühl zu einhundert Prozent vertrauen, oftmals auch gegen den Rat aller anderen. Wenn ich von einer Sache überzeugt bin, führe ich sie zum Erfolg….
Von Thomas Clausen

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Leitet gleich zwei Spitzenhotels: Stefan Athmann. © Stefan Athmann

„Der Mensch kommt zuerst“

Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, ist eine wichtige Eigenschaft erfolgreicher Menschen. Stefan Athmann ist so jemand, der vor Verantwortung nicht zurückschreckt, sondern davon gepusht und motiviert wird. Darum leitet er auch gleich zwei Spitzenhotels in Berlin – das Schlosshotel Berlin by Patrick Hellmann und das Bristol Berlin. Athmann kennt die Hotellerie aus dem Effeff. Er hat als Hotelfachmann angefangen und sich an die Spitze hochgearbeitet.

Sie sind General Manager zweier Luxushotels. Was würden Sie jungen Menschen raten, die genauso erfolgreich werden wollen?
Ein gutes Netzwerk ist, denke ich, für ein erfolgreiches Berufsleben entscheidend, damit kann man gar nicht früh genug anfangen. Weiterbildung wird künftig noch viel mehr gefragt sein als früher. Auch, der Intuition zu folgen und auf sein Bauchgefühl zu hören, finde ich gerade in unserer heutigen Zeit sehr wichtig. Wenn man wie ich nach 25 Jahren im Job sagen kann, „Ich liebe, was ich tue“, hat man mehr Glück als viele andere….

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Bei mir kommt der Mensch zuerst, danach der Umsatz und das Materielle. Damit bin ich immer gut gefahren und meine Familie und Mitarbeiter haben mir immer den Rücken freigehalten. Das macht mich menschlich und empathisch. Bei mir steht die Tür immer offen und das meine ich so.
Von Renate Kerscher

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Michael Manfred Fischer & Jochen James Fischer Bildcredit: Beate Zoellner

Radikal neu denken

„Mein Verständnis von Erfolg hat sich gewandelt“, sagt Michael Manfred Fischer, Gründer und CEO des internationalen Solarbau-Spezialisten SMP Montage. „Durch Corona leben wir plötzlich in einer Welt, in der die alten Muster nicht mehr greifen. Qualität, Planbarkeit, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, Zusammenarbeit – das alles sind Erfolgsmarker, Eckpfeiler der deutschen Industrie, die wir radikal neu denken müssen, wenn wir sie nicht aufgeben wollen. Und zwar jetzt, sofort.“

Einen der wichtigsten Impulse für den Umgang mit einer Zeit im Umbruch erhielt der Unternehmer durch seinen Mentor, Finanzierslegende Jochen James Fischer: „Um weiter intelligent zu wachsen, musst du jeden Tag dreimal um die Ecke denken, so, wie vor dir noch keiner gedacht hat.“

Mit Wachstum kennt Michael Manfred Fischer sich aus: Kein anderer Wirtschaftszweig wächst weltweit so rasant wie der Renewables-Sektor, und kaum ein anderes deutsches Unternehmen hat die internationale Solarwirtschaft so stark geprägt wie SMP Montage. Ein von SMP mitentwickeltes Verfahren zur maximalen Grundflächenausnutzung beim Bau von Solarparks wurde früh zum branchenweiten Industriestandard. 2017 nahm die Financial Times SMP Montage als eines der wachstumsstärksten europäischen Unternehmen in die Liste der „FT 1.000“ auf. Der „FOCUS“ zog nach und wählte SMP unter seine 500 deutschen Wachstums-Champions.

Fischer hat Solarkraftwerke jeder Art geplant und umgesetzt – viele davon neu und ungewöhnlich, einige spektakulär, seit zwei Jahren immer häufiger auf der selbst entwickelten und in Deutschland produzierten Stahlkonstruktion.

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Mutig und voller Tatendrang: Als sie eine neue Perspektive brauchte, wechselte sie von Mezzosopran zu Sopran

„Fehlendes Bewusstsein für Gefahren ist oft ein Turbo für Erfolg“

Sie verkörperte an der Mailänder Scala Strauss’ Salome und Verdis Lady Macbeth an der Metropolitan Opera in New York: Die Opernkarriere von Nadja Michael ist ein Siegesmarsch über die bekanntesten Bühnen dieser Welt. Dabei war ursprünglich eine ganz andere berufliche Zukunft für sie vorgesehen…

Was raten Sie jungen Menschen, die gern in Ihre Fußstapfen treten möchten?
Die internationale Kunstwelt kann beides sein: ein vermintes Feld oder die große Freiheit. Der alles entscheidende Punkt ist, ob man die unbedingte Notwendigkeit für Musik als Beruf fühlt. Wer für sich andere Wege auch nur vorstellbar findet, sollte unbedingt von einer Karriere als Sänger Abstand nehmen. Wer aber ohne jedes Nachdenken jede Minute des Tages an sich arbeitet, wird seinen Platz im Künstlerkosmos finden.

Hatten Sie je Existenzängste?
Seltsamerweise nicht. Vielleicht war das im ersten Jahrzehnt meiner Karriere so, weil ich nie auf die Gagen geschaut habe. Dass ich für meine Auftritte bezahlt wurde, war sozusagen ein glücklicher Nebeneffekt. Diese Einstellung änderte sich, als meine Kinder zur Welt kamen und ich damit für zwei weitere Leben die Verantwortung übernahm. Das hat mir definitiv ein wenig meiner Leichtigkeit genommen. Aber ich würde meine Entscheidung, Mutter zu werden, um nichts in der Welt ändern wollen.

Sie wären beinahe Leistungsschwimmerin geworden. Haben Sie je darüber nachgedacht, wie Ihr Leben gelaufen wäre, wenn Sie diesen Weg weitergegangen wären?
Ehrlich gesagt ist das einfach zu lange her. Ich selbst habe die Entscheidung, den Sport aufzugeben, nicht getroffen, sondern meine Eltern. Es war abzusehen, dass bald das in der DDR übliche Doping starten würde. Das wollten sie mir ersparen. Meine Bedingung war der Wechsel auf die Musikspezialschule. Als das klappte, war ich zufrieden.

Was war die größte Schwierigkeit auf Ihrem Weg zum Erfolg?
Meine Stimme war besonders für den europäischen Geschmack etwas aus der Zeit gefallen. Der Klassikmarkt tendiert zu leichten, lyrischen Stimmen – meine ist groß, dramatisch und individuell ausufernd, wie man es nach dem Krieg bis Ende der 70er-Jahre liebte. Sie passt also weder zu meiner Körperlichkeit noch zum aktuellen Geschmack. Ich sage immer, ich habe aber trotzdem Karriere gemacht. Zu meiner natürlichen Arbeitswut haben sich einige große Unterstützer und die Liebe des Publikums gesellt, besonders in Italien und USA. Mein Aufbaustudium in den USA hat mir im wahrsten Sinne des Wortes eine Welt eröffnet und ich habe meine Karriere – das ist eine große Ausnahme als deutsche Sängerin – vorwiegend in Italien begonnen. Dort weiß man außergewöhnliche Stimme mehr zu würdigen als die akademische Herangehensweise.

Sie haben mitten in Ihrer Karriere von Mezzosopran zu Sopran gewechselt: Ist so ein Schritt nicht gefährlich?
Ja, klar. Wenn man ein Weltklassegolfer ist und dann zum Weltklassetennisspieler werden möchte, ist das mit Risiko verbunden. Ich brauchte jedoch neue Perspektiven, denn alle spannenden Mezzo-Partien hatte ich bereits gesungen. Durch die Geburt meines ersten Kindes hat sich zudem meine Stimme noch vergrößert und im Umfang erweitert. Es war riskant, aber manchmal ist fehlendes Bewusstsein für die drohenden Gefahren ein sehr guter Schutz…

 

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Bei Instagram findet man sie unter dem Namen „donnaromina“. Foto: © Instagram.com/donnaromina

Wenn das Hobby zum Beruf wird

Auf ihrem Instagram-Account „donnaromina“ folgen der 26-Jährigen Romina Meier 350 Tausend Fans. Neben lässigen Outfit- und Lifestyle-Bildern überzeugt die lässige Duisburgerin vor allem auch mit ihrem Humor.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, wenn man mit sich und seinem Leben zufrieden ist und man irgendwann nicht sagt ,,hätte ich das damals mal anders gemacht’’.

Was war für Sie ausschlaggebend bei Ihrer Berufswahl? Welche Berufswahl genau?
Ich habe nach meinem Abitur eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement gemacht. Bewusst habe ich mich für diese Ausbildungsstelle entschieden, da diese breit gefächert ist und nach Abschluss viele Weiterbildungsmöglichkeiten bietet. Man ist nicht allzu sehr spezialisiert wie bspw. Bei einer Ausbildung zur Friseurin. Perfekt für die Leute, die in frühen Jahren noch nicht so wirklich wissen, was sie einmal werden möchten. In der Zeit war ich aber schon sehr aktiv auf Social Media und habe da schon die ein oder andere Kooperation abgewickelt. Das ich mit meinem Hobby irgendwann mal Geld verdienen könnte, hätte ich im Traum nicht gedacht.

Was wollten Sie als Kind werden? Und warum?
Meine Mutter hat mir damals immer Jura oder Medizin eingepredigt. Ich habe aber schon schnell in der Schule gemerkt, dass ich kein Lern-Typ bin und viel mehr in der Mode aufging. Ich habe schon im Kindergarten selber entschieden, was ich anziehe und wie mein Outfit aussehen soll. Das erzählt mir meine Mutter heute noch. Damals gab es den Beruf als ,,Influencer’’ nicht. Deshalb war mein Traumberuf Modedesignerin. Das ich irgendwann mal im Social Media Bereich lande, hätte ich mir damals nicht ausmalen können. Schließlich gab es diese neue Welt da noch gar nicht.

Was waren für Sie bisher Ihre wichtigsten Karriere-Schritte? Und warum?
Mein wichtigster Karriere-Schritt war, als ich mich für die Selbstständigkeit entschieden hatte. Ich hatte immer große Zukunfts-Angst und wusste nicht, wohin all das führen wird. Daher habe ich mich auch erst dann dafür entschieden, nachdem ich meine Ausbildung erfolgreich absolviert habe. Man kann schließlich nicht zwei Hasen hinterherlaufen – sonst gehen beide rennen.

Gab es einen materiellen Wunsch der Sie am Anfang bis zum ersten (großen) Erfolg begleitet hat? Und wenn ja was und wann haben Sie Ihn sich erfüllt und warum war es der große Wunsch?
Mein größter Traum damals war die Speedy 30 (oder auch 35) von Louis Vuitton. Von meinem ersten verdienten Gehalt und ein bisschen Zuschuss von Mama habe ich mir meinen Traum relativ schnell erfüllt.

Was würden Sie Ihrem Jüngeren Ich raten? Und was raten Sie einem (jungen) Menschen der Erfolg haben möchte?
Lebe deine Träume. Hab nicht allzu viel Angst vor der Zukunft, gerade dann, wenn du noch jung bist. Ich hatte auch große Zukunftsängste und wollte den Schritt in die Selbstständigkeit nicht wagen. Heute bin ich froh, dass ich all meinen Mut zusammengenommen habe.

Was treibt Sie beruflich weiter voran?
Mein Umfeld. Ich bin sehr dankbar für meine Familie, Freunde und meinen Freund. Ohne sie wäre ich wahrscheinlich nicht da, wo ich heute bin. Von Tag 1 wurde ich unterstützt und mir wird bis heute täglich Mut zugesprochen.

Wie vereinbaren Sie Ihren Beruf mit dem Privatleben?
Mein Freund ist nicht im Bereich Social Media tätig und steht nur hinter der Kamera und berät mich. Er geht einen ,,normalen’’ Job nach und daher fällt es mir auch einfacher von meinem Alltag mal abzuschalten und über andere Dinge zu reden als nur über Instagram / Social Media. Ich stelle es mir super schwierig vor, wenn mein Freund auch Content Creator wäre.

An welchen Orten finden Sie neue Inspiration? Woraus schöpfen Sie Kraft bzw. was ist Ihr Ausgleich zur täglichen Arbeit?
Auf Reisen lasse ich mich gerne inspirieren – sei es von den Orten oder aber auch wenn den Menschen. Ich habe das Gefühl, dass ich in Urlauben nochmal ganz anders aufgehe und der Content hier deutlich einfacher zu gestalten ist.

Was ist ein Must-Have in ihrem Beruf?
Authentizität.

Was ist heute Ihr Antrieb jeden Tag weiter zu machen, nachdem Sie nun erfolgreich sind?
Stehen bleiben kommt für mich nicht in Frage und das funktioniert in dem Business auch nicht. Ob privat oder beruflich – weiterentwickeln sollte man sich immer und vielleicht auch neue Seiten / Stärken entdecken / ausschöpfen.

Können Sie Ihr Erfolgsgeheimnis für uns zusammenfassen?
Es gibt kein Rezept für (m)ein Erfolgsgeheimnis. In gewisser Art und Weise sollte man versuchen sich von der Masse abzuheben aber trotzdem sich selbst treu zu bleiben.

 

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Florian Gallenberger – der Oscarpreisträger kann schon
jetzt auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. © Mathias Bothor

„Erfolg ist die beste Begründung“

 

Florian Gallenberger drehte als erster Deutscher einen großen Spielfilm mit indischen Schauspielern in Kalkutta, blieb hartnäckig, als es ewig dauerte, um in China die Dreh-Genehmigung für sein später gefeiertes Drama „John Rabe“ zu bekommen, und nahm sich über vier Jahre Zeit, das Vertrauen einer abgeschotteten Sekte zu gewinnen, um mit „Colonia Dignidad“ wieder ein Meisterwerk abzuliefern. Seine glänzende Regie-Karriere hat der Oscar-Preisträger vor allem seiner größten Stärke zu verdanken: seinem Durchhaltevermögen.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Erfolg ist ein zweischneidiges Schwert. Leider sind Filme teuer – und um das Geld für einen Film zu bekommen, ist die beste Begründung Erfolg. Innerlich muss man aber loslassen, damit er sich einstellt.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie etwas ändern?
2001, nach dem ich den Oscar gewonnen hatte, saß ich mit den größten Produzenten in Los Angeles zusammen und alle wollten wissen, was ich als Nächstes vorhabe. Das hat mich ein bisschen überfordert. Ich war fast froh, sagen zu können, dass ich jetzt erst mal nach Indien gehe, um dort zu drehen. Ich bereue es absolut nicht, „Schatten der Zeit“ gemacht zu haben, für die Karriere war das aber vielleicht die falsche Antwort. Manchmal denke ich auch, ich hätte zumindest später mal ein Jahr nach Los Angeles gehen sollen, aber dafür lief es zu gut in Deutschland. Vielleicht sticht mich ja irgendwann der Hafer und ich gehe doch noch rüber…

Johanna Reichert

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Bernhard Fragner gründete sein Unternehmen GlobeAir im Jahr 2007 – mittlerweile fliegt die Airline über 984 Flughäfen in Europa an. © GlobeAir AG

Vom Spaß, Unmögliches möglich zu machen

Spaß. Das ist der Antrieb von Bernhard Fragner, der aus dem Nichts sein Luftfahrtunternehmen GlobeAir hochgezogen hat. Heute steuert der 48-Jährige mit der weltgrößten Flotte an „Cessna Citation Mustang“- Jets 984 Flughäfen in Europa an.

Was wollten Sie als Kind werden?
Pilot oder Arzt. Jetzt bin ich wieder auf diesem Pfad. Das war nicht geplant. Bei mir hat mein Vater bestimmt, was ich für eine Ausbildung mache. Er lag nicht falsch, aber es wäre trotzdem nicht mein Wunsch gewesen, Industrieanlagenbau zu studieren. Ich dachte, ich schaffe das nie, aber es ist mir gelungen. Daraus habe ich gelernt, dass man auch Dinge erreichen kann, die aussichtslos scheinen.

Wie startet man ein Unternehmen wie GlobeAir?
Ich lernte den Vorteil des Fliegens zu schätzen, als ich viel in Osteuropa gearbeitet hatte. Allerdings hatte ich dort mit den Überbleibseln des Kommunismus und einer frustrierten Generation zu kämpfen. Ich musste da raus – und dann ist mir die Idee gekommen, dass vielleicht nicht nur ich den Bedarf mit dem Fliegen habe. Aber mir haben alle gesagt, ich kann kein Luftfahrtunternehmen gründen. Das sei unmöglich. Da habe ich mich an mein Erlebnis an der Uni erinnert, als ich selbst dachte, etwas sei unmöglich und dann war es doch möglich. Da der Reiz so groß ist, dass ich es unbedingt versuchen wollte.

Aber braucht man nicht unfassbar viel Startkapital?
Ich war entspannt, weil ich wusste, dass man das findet. Unser Anfangsinvestment waren zwölf Millionen Euro, von denen zehn in Flugzeuge geflossen sind. Der Rest war Working Capital. Es war klar, dass wir in der Anfangsphase richtig Geld verbrennen, aber wir mussten vom Fleck wegkommen.

 

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Nach acht Jahren in Japan, kam Littbarski 2010 nach Deutschland zurück – zum Vfl Wolfsburg. © VfL Wolfsburg

Früher hätte sogar Messi schlechte Karten gehabt

Pierre Littbarski war einer der ersten ausländischen Profifußballer in der japanischen J-League. Ursprünglich wollte Littbarski nur sechs Monate bleiben. Am Ende war er insgesamt acht Jahre im Land des Lächelns, das zu seiner zweiten Heimat wurde.

In Japan konnte er viele Erfolge feiern – sowohl als Spieler als auch als Trainer. Der private Erfolg ist seine Ehefrau, die er dort kennengelernt hat. „Wenn man bedenkt, dass ich zuerst gar nicht dorthin wollte“, erzählt Littbarski, „Ich kannte weder das Land noch die Sprache, wusste nicht, wie die Leute sind. Aber ein ehemaliger Mitspieler von mir, der beim Aufbau der neugegründeten J-League mithalf, bequatschte mich regelrecht und meinte, dass ich dort genau hinpassen würde. Für mich war eigentlich klar, dass ich meinen Koffer für sechs Monate packen, das Geld mitnehmen und dann wieder nach Hause fahren würde.“ Doch dann kam alles anders.
Das Land hat ihn verändert, wie er selbst sagt. Er fand dort eine neue Heimat und Menschen, die ihn sofort begeisterten. „Wie die Menschen dort leben und denken, das ist genau meine Herangehensweise. Sie zeigen Respekt, sie können zuhören, sie sind hilfsbereit. Wenn sie von Dingen überzeugt sind, dann versuchen sie, sie auch sofort umzusetzen.“ So ist Littbarski auch stets seine Ziele angegangen.

Heute kann er auf wirklich viele Erfolge in seinem Leben zurückblicken. Nicht zuletzt auf den WM-Titel, den er mit der deutschen Nationalmannschaft 1990 gewann.
Für ihn waren aber nicht nur die Siege, die am Ende standen, ein Erfolg. „Es ist die Herangehensweise, die mir in dem Moment wichtig ist. Wenn dann am Ende der Erfolg steht, das Ziel, das ich mir gesetzt hatte, dann bin ich zufrieden. Für mich bedeutet der Weg schon Erfolg.“ Fast hätte er den Weg dorthin gar nicht erst starten können. Dabei war sein Leben schon mit fünf Jahren entschieden, wie der heute 60-Jährige lachend erzählt. „Ich wollte immer Fußballer werden. Schule habe ich nur nebenher gemacht. Aber ich war zu klein. Ich kann mich noch an eine Situation erinnern, als ich bei einer Auswahl einmal beobachtet wurde. Nachher sagte der Konditionstrainer: ‚Ey, der is viel zu kleen. Gib dem erst mal ne Butterschnitte, damit der en bisschen wächst.‘ Zu der Zeit hätte sogar Messi schlechte Karten gehabt, denn damals zählte eher Masse als Klasse. Mit 18 habe ich gedacht, dass der Zug abgefahren wäre. Notgedrungen musste ich in die Fußstapfen meines Vaters treten und begann eine Lehre als Finanzbeamter. Es war eher aus der Verzweiflung heraus“, meint Littbarski. Der Zufall wollte es dann so, dass der junge Littbarksi bei den Deutschen A-Jugendmeisterschaften groß aufspielte. Auf dem Weg ins Finale schmissen sie den FC aus dem Wettbewerb und Littbarski fiel dem Manager des 1. FC Köln auf. Der rief den damaligen Cheftrainer Hennes Weisweiler an und nach kurzer Zeit verpflichteten die Kölner den jungen Littbarski. „Ich kam als gefühlte Nr. 26 in der Rangliste dahin. Aber es war meine einzige Chance.“ Und er biss sich mit seiner Art dort durch. Er war nie mit sich zufrieden. Hat nicht aufgehört, an sich zu arbeiten, und dann war da noch seine Spielweise, mit der er schnell die Kölner Fans und Medien begeisterte. „Mir wurde nachgesagt, ich spiele wie die Südamerikaner. Ich habe mit wahnsinnig viel Leidenschaft gespielt. Manchmal hatte ich mich in den ersten siebzig Minuten so verausgabt, dass ich die letzten zwanzig Minuten nicht mehr konnte. Aber ich habe nie aufgegeben.“ Nicht nur sein „südamerikanischer“ Einsatz auf dem Rasen hat die Fans damals überzeugt. Littbarski hatte Humor, den er auch immer wieder dort einsetzte, wo er die Leute nicht nur zum Lachen brachte, sondern auch half, Brücken zu bauen. „Ich habe oft im Training Späße gemacht, wenn ich merkte, dass die Jungs gar keine Lust hatten, zu laufen, und unser Konditionstrainer sich den Mund fusselig geredet hat. Dadurch ist es mir gelungen, sie dazu zu bringen, mitzumachen und alles zu geben. Humor ist ein wichtiger Transporteur für Kommentare, Informationen und Anleitungen. Er löst auch Barrieren auf. Wenn man mit Humor an manche Dinge herangeht, dann ist das die Basis, auf der sich andere Sachen einfacher vermitteln lassen“, meint Littbarski und ergänzt:“

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Der erste Gründer

Thomas Hoppe gründet 2012 sein Start-up „Schülerkarriere“, das Absolventen und Firmen vernetzen soll. Dem damals 21-Jährigen wird als Erstem der Investitionszuschuss für Wagniskapital der Bundesregierung bewilligt, sein junges Unternehmen avanciert zum Vorzeigeobjekt. Immerhin: Die Idee hielt, was sie versprach. „Schülerkarriere“ ist mittlerweile profitabel und greift auf ein riesiges Netzwerk aus rund 4500 Schulen mit mehr als 3,5 Millionen Schülern zurück. Thomas Hoppe ist heute selbst nebenbei Investor – und Dozent an der Fachhochschule des Mittelstands in Hannover.

Wie fanden Ihre Eltern die Idee, ein Start-up zu gründen, statt irgendwo anzuheuern?
Sie haben es erst als Hobby abgetan und nicht gedacht, dass man davon wirklich leben kann. Nachdem die ersten größeren Kunden wie Siemens kamen und wir einige Zeit überlebt haben, waren sie stolz auf mich und unterstützen mich seitdem tatkräftig.

Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich raten?
Informiere dich genau über die Mitgründer und die Investoren. Lasse dir Versprechungen schriftlich geben – der ehrliche Kaufmann ist anscheinend eine aussterbende Art. Zudem würde ich mir raten, den Spagat zwischen Arbeit und Privatem besser zu managen. Die Zeit verfliegt doch sehr schnell. Wollten Sie an irgendeinem Punkt aufgeben?
Wir haben leider mehrfach auf falsches Personal gesetzt. Das hat die Firma zwei, drei Mal an den finanziellen Abgrund gebracht. Es gab eine Zeit, in der ich mir selbst über Monate kein Gehalt zahlen konnte und zusätzlich Geld in die Firma einlegen musste, um die Miete und die Gehälter der Angestellten zu bezahlen. Da habe ich schon etwas gezweifelt. Rückblickend war diese Zeit aber eine wichtige Erfahrung, die mir hilft, erfolgreiche Momente umso mehr wert zu schätzen…

 

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Kompetent, locker und professionell: Moderator Gerhard Delling Bildcredit: © Georg Wendt

Bundesliga statt Bundeskanzler

Für Millionen von Fernsehzuschauern, vor allem für Sport- und insbesondere für Fußballfans, ist Gerhard Delling seit Jahrzehnten ein vertrautes Gesicht. Ob Olympische Spiele oder Bundesliga sowie gelegentlich auch Talkshows oder Nachrichtensendungen: Mit seinem kompetent-professionellen, aber stets auch lockeren Moderationsstil ist der gebürtige Rendsburger längst eine Marke geworden. Sogar eine hochdekorierte: Als kongenialer Partner von Günter Netzer analysierte Delling dreizehn Jahre lang die Spiele der deutschen Fußballnationalmannschaft – und weil die Wortgefechte des ungleichen Duos oft unterhaltsamer waren als das Geschehen auf dem Rasen, gab es den Grimme-Preis dafür.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Das Gelingen einer Aufgabe, die ich mir selbst gestellt habe oder die sich von außen ergeben hat.

Was wollten Sie als Kind werden? Und warum?
Bundeskanzler, weil ich dachte, der sorgt für die richtigen Entscheidungen im Land.

Die tatsächliche Berufswahl lautete dann Journalist – was war dafür ausschlaggebend?
Der Inhalt der Arbeit, das Interesse und der Spaß daran – und die Überzeugung, dass es eine Bedeutung hat.

Gab es einen materiellen Wunsch, der Sie am Anfang bis zum ersten Erfolg begleitet hat?
Ich wollte immer ein eigenes Dach über dem Kopf haben, mit einem kleinen Garten, in den ich nach Belieben hinausgehen konnte. Erstmals erfüllt habe ich mir diesen Wunsch mit Anfang dreißig mit einem kleinen Reihenhaus bei Baden-Baden.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriereweg? Wenn ja, wie haben Sie die überwunden?
Rückschläge gab es immer mal wieder. Aber ich habe versucht, es danach besser zu machen oder eben einen anderen Weg einzuschlagen.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten unterstützt? Hatten Sie einen Mentor?
In Rudi Michel und Armin Hauffe hatte ich zwei hervorragende Ausbilder und Freunde. Auch in Werner Zimmer hatte ich einen verlässlichen Freund, der das Geschäft schon lange gemacht hatte.

Von Rainer Wendl

Das ganze Interview finden Sie in der Printausgabe von Secrets of Success.

 

Jumana Al-Sibai legte seit 2003 eine steile Karriere bei der Robert Bosch GmbH hin – heute ist sie Executive Vice President. Bild: © BDI

„Ich werde gerne mal mit meiner Sekretärin verwechselt“

Ihr Vorbild ist ihr Vater, der aus Syrien nach Deutschland kam und sich trotz unbekannter Sprache durchgekämpfte – und erfolgreicher Arzt wurde. Vielleicht hat Jumana Al-Sibai ihren Ehrgeiz von ihm. Seit 2013 klettert sie bei der Robert Bosch GmbH die Karriereleiter hinauf. Heute ist sie „Executive Vice President“ im Geschäftsbereich „Chassis Systems Control“.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriereweg?
Es lief immer recht gradlinig für mich. Was es gab, waren Situationen, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Als ich die Stelle als Vertriebsleiterin übernahm, haben mich einige Kollegen und Kolleginnen gefragt, ob ich mir das wirklich zutraue – anstatt mir zu gratulieren. Auch nach der Geburt meiner Kinder bekam ich seltsame Sprüche zu hören wie „Eine Mutter gehört doch zu ihren Kinder“. Inzwischen habe ich mir ein dickeres Fell zugelegt!

Was treibt Sie an?
Die größte Energie ziehe ich aus meinem herausragenden Team, meinem Spaß an der Arbeit und dem Gefühl, etwas verändern zu können. Viel gibt mir auch die Tatsache, dass meine Familie stolz auf mich ist – allen voran meine Kinder!

Was raten Sie jungen Frauen, die in Ihre Fußstapfen treten möchten?
Ich coache eine Reihe von Frauen, ihnen gebe ich drei Dinge mit. Erstens: Mach Deinen Job so gut wie möglich – so, dass Du selbst mit Deiner Leistung zufrieden bist. Zweitens: Denk nicht zu viel über die nächsten Schritte nach, sondern konzentriere Dich auf Punkt eins. Drittens: Sei Du selbst, verstell Dich nicht, bleib authentisch – denn nur so wirst Du ernst genommen. Versuch vor allem nicht, ein besserer Mann zu sein.

Erleben Sie je Diskriminierung?
Ich werde gerne mal mit meiner Sekretärin verwechselt. Einmal wollte mich auch jemand bei einem Kundenbesuch losschicken, um den Beamer zu reparieren. Bewusste Diskriminierung habe ich aber noch nicht erlebt.

Hat sich in Sachen Gleichberechtigung seit dem Beginn Ihrer Karriere etwas verändert?
Das würde ich gerne noch entschiedener mit „ja“ beantworten. Immerhin ist es inzwischen normal, dass auch Vorstände Kinder haben und pünktlich gehen müssen, wenn es ein Schulfest gibt! Aber die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für engagierte Männer wie Frauen eine Herausforderung. Für mich braucht es klare Regeln, um die Sphären zu trennen. Dazu gehört, dass ich zu einer festen Zeit nach Hause komme, dass Dienstreisen ein gewisses Maß nicht überschreiten und es klar definierte Gründe gibt, warum ich während der Familienzeit den Laptop aufmache. So gelingt es mir, Balance zu halten.

Von Johanna Reichert

Schauspieler Hans Sigl – viele kennen ihn als den „Bergdoktor“. © fotowunder

„Keine Rückschläge, sondern interessante Erfahrungen“

Er zählt seit vielen Jahren zu den beliebtesten Schauspielern in Deutschlands: Hans Sigl. Dass sich darin die deutschen und die Fans aus seinem österreichischen Heimatland einig sind, lässt sich an zahlreichen Preisen ablesen.

Bereits dreimal wurde der spätestens seit seiner Verkörperung des Martin Gruber in „Der Bergdoktor“ 51-Jährige mit dem österreichischen Fernseh- und Filmpreis „Romy“ als beliebtester männlicher Seriendarsteller ausgezeichnet. In Deutschland bekam er 2015 und 2017 den Publikums- und Medienpreis „Goldene Henne“ verliehen. Diese Auszeichnungen zählen für Hans Sigl „neben vielen wundervollen Theaterpremieren und Filmen“ zu den Highlights seiner Karriere. „Ich freue mich über jeden der Publikumspreise“, sagt Sigl. Noch etwas darüber stehe aber die Freude über die „Goldene Kamera“ 2019, „weil wir sie für das gesamte Team gewonnen haben“. Serien wie „Der Bergdoktor“, in deren Remake Sigl seit 2008 die Hauptrolle des Martin Grubers spielt, seien ein Paradebeispiel für die hervorragende Arbeit aller Beteiligten. Der gebürtige Steirer bezeichnet sich selbst als Teamplayer. „Loyalität ist eine wundervolle Sache, die ich für unverzichtbar halte, und Durchhaltevermögen ist auch nicht gerade hinderlich. Und trotz aller Anspannung, die mein Beruf bietet, sind Humor und Leidenschaft, Empathie und Geradlinigkeit sehr wichtig“, meint Sigl.

Sein eigenes Erfolgsgeheimnis sei letztendlich keines: „Harte Arbeit und dabei sich selbst treu bleiben.“ Gleichzeitig müsse man darauf vertrauen, dass sich Wünsche auch erfüllen. Hans Sigl nennt den „Bergdoc“ seine wichtigste Rolle, „denn er begleitet mich am längsten und die Zeit mit ihm war am prägendsten“. Doch seine lange Bildschirmkarriere begann bereits 1994 mit dem österreichischen Spielfilm „Ich gelobe“. es folgten verschiedenste Serien und Filmrollen einem noch größeren Publikum wurde er durch die in der ORF-ZDF-Coproduktion „SOKO Kitzbühel“ bekannt. Dort verkörperte er zwischen 2001 und 2006 den Major Andreas Blitz.

Dabei sah es lange nicht nach einer Schauspielkarriere aus. „Da ich auf dem Land aufgewachsen bin, wollte ich erst Bauer werden, dann Polizist und am Ende Lehrer. Dazwischen aber Anwalt und dann Therapeut. Ich habe auch einige Semester Anglistik und Psychologie studiert, bevor ich ans Theater gekommen bin“, erinnert sich Sigl. Die Schauspielerei war tatsächlich Liebe auf den ersten Blick. Als er das erste Mal auf der Probebühne hinter den Kulissen des Theaters stand, spürte er die Magie der „Bretter, die die Welt bedeuten“. „Da wusste ich, ich bin angekommen“, lächelt Sigl glücklich. Nach bestandener Ausbildung im Tiroler Landestheater Innsbruck sei es deshalb auch sein sehnlichster Wunsch gewesen, von diesem Beruf leben zu können…
Von Robert Torunsky

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Damit hat Prof. Dr. Reinhard Genzel nicht gerechnet: Gemeinsam mit Roger Penrose und Andrea Ghez hat er für seine Forschung zu Schwarzen Löchern den Nobelpreis für Physik 2020 erhalten. © Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik, Garching

Eine Lebensreise an die Grenze des Universums

Prof. Dr. Reinhard Genzel hat die moderne experimentelle Astrophysik entscheidend mitgeprägt. Für seine Beobachtungen des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße erhielt er – gemeinsam mit Roger Penrose aus Großbritannien und Andrea Ghez aus den USA – 2020 den Nobelpreis für Physik.

Ein gewöhnlicher Arbeitstag in Pandemiezeiten: Professor Dr. Reinhard Genzel befindet sich mit zwanzig Kollegen des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in einem virtuellen Arbeitsraum. Das Telefon klingelt, der Professor nimmt ab und hört die Worte: „This is Stockholm“. Für einen kurzen Moment habe er gedacht, er würde halluzinieren, erinnert sich Genzel an jenen Tag im Oktober 2020. „Das mutete fast schon komisch an. Diese verrückten Zeiten und dann auch noch der Nobelpreis.“ Gewöhnliche Arbeitstage gibt es für Genzel auch Wochen nach diesem Anruf kaum noch. Glückwünsche und Interviewanfragen aus aller Welt prasseln auf ihn ein, tausend Mails wollen beantwortet werden.

Auch wenn Genzel in seinem langen Forscherleben unzählige Preise erhalten hat und nun auch noch die höchste Auszeichnung für einen Wissenschaftler überhaupt – man glaubt ihm sofort, dass sich Erfolg für ihn nicht in Preisen bemisst. Vielmehr ist es der Erkenntnisgewinn, der wissenschaftliche Fortschritt, um den es ihm geht. Ausgeprägten Forscherdrang hatte Genzel schon von klein auf. Zuerst war es die Archäologie, die es ihm angetan hatte. Noch mehr faszinierten ihn jedoch die physikalischen Experimente, die ihm sein Vater, Physiker und Direktor des Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung, zeigte. „Ich wollte Forscher werden. Und es sollte die Physik sein. Die erbliche Vorbelastung schlug also durch.“

Nach seinem Studium im neu gegründeten Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn legte Genzel eine steile, wissenschaftliche Karriere hin, die Ende der 1970er-Jahre in den USA ihre Anfänge nahm. „Die USA war damals für mich das Traumland schlechthin. Ich war ein Nachkriegsdeutscher, vom Gefühl geprägt, kein Deutscher sein zu wollen.“ So ging es für Genzel und seine Frau – er hatte in den Bonner Jahren die angehende Ärztin Orsolya Boroviczeny geheiratet – in das Land der Verheißung. Dort, genauer gesagt bei Nobelpreisträger Charles Hard Townes an der Universität in Berkeley, fand er in den Schwarzen Löchern sein wissenschaftliches Lebensthema. In den Jahrzehnten darauf sollte ihm in mehreren Forschungsphasen der Beweis gelingen, dass sich im Zentrum der Milchstraße ein Schwarzes Loch befindet. Bereits Einstein hatte ein solches vermutet, Genzels Forschung lieferte nun den Beweis dafür. Entscheidende Messungen dafür seien am Paranal-Observatorium der Europäischen Südsternwarte in Chile gelungen, sagt Genzel, der zu diesem Zeitpunkt bereits Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching war. „Die großen Sprünge kamen immer dann zustande, wenn es uns gelang, neue, bessere Instrumente und Teleskope zu bauen. Es gibt aber keinen bestimmten Durchbruch, vielmehr erhärtete sich durch unsere Forschung allmählich die Evidenz, dass wir es bei unserem Beobachtungsobjekt mit einem massereichen Schwarzen Loch von etwa vier Millionen Sonnenmassen zu tun haben.“

Doch wie bleibt man so lange an einem Thema dran? Unabdingbar dafür seien die Ressourcen, sagt Genzel. „Ohne die Max-Planck-Gesellschaft wäre meine Forschung so nicht möglich. Aber auch die europäische Zusammenarbeit ist ganz entscheidend. Erfolg in der Forschung ist heute nur im Team zu erzielen.“ Im Laufe von dreißig Jahren haben in Genzels Team unter anderem sechzig Doktoranden und dreißig Postdocs gearbeitet…

Von Stephanie Burger

Das ganze Interview finden Sie in der Printausgabe von Secrets of Success.

Bildcredit: Max Sonnenschein

Meine Omi ist mein Vorbild!

Leonie Gerner ist ein wahres Multitalent: Angefangen hat sie als Moderedakteurin, arbeitete unter anderem als Freelancerin für Otto, Elle oder Burda Creative. Heute ist sie Moderatorin, Art Direktorin und macht Musik. In der Corona-Zeit hat sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Julian Krohn einen Podcast ins Leben gerufen, der sich mit den Problemen der Berliner Kunst- und Kulturszene beschäftigt. Wir haben mit ihr über die aktuelle Situation, ihren Erfolgsweg und zukünftige Ideen gesprochen.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich vor allem sich selbst auf gewisse Art und Weise zu verwirklichen, sich zu trauen auch mal “nein” zu sagen zu Dingen die vielleicht finanziell attraktiv sind, einen menschlich nicht widerspiegeln!

Wer ist ihr größtes Vorbild?
Meine Omi – von ihr habe ich glaube ich auch meine Begeisterungsfähigkeit. Das hat mich an ihr immer besonders fasziniert – selbst mit 90 Jahren konnte sie sich noch an kleinsten Dingen erfreuen und sie betrachten, als wäre es das erste Mal. Das gleiche Merkmal trägt auch meiner Mutter im Herzen.

Außerdem verfolge ich seit einiger Zeit die US-amerikanische Politikerin Alexandria Ocasio-Cortez, ihre Stärke und Energie ist beeindruckend. Sie engagiert sich für die wichtigen Dinge in der Politik und vertritt richtige Werte. Die Reden der demokratischen Sozialistin (wie sie sich selbst bezeichnet) ziehen einem die Schuhe aus – knaller Frau!

Was war für Sie ausschlaggebend bei Ihrer Berufswahl?
Das ist sehr schwer zu sagen, denn das was ich noch vor wenigen Jahren gemacht habe, gehört jetzt nur noch teilweise zu meinem jetzigen Arbeitsalltag. Damals habe ich mich dazu entschlossen Moderedakteurin zu werden, weil ich mich für Mode interessiert habe und außerdem die Welt sehen wollte. Das ist mir gelungen, ich bin sehr dankbar dafür. Durch meinen Job als Modejournalistin und Art Direktorin habe ich die Welt gesehen. Heute haben sich meine beruflichen Wege verändert, ich habe mich einer neuen Form des Journalismus zugewandt. Mittlerweile bin ich als Moderatorin vor der Kamera zu finden, mit meiner Interview Sendun

Bildcredit: Paul Keuter

g “Berlin Kunterbunt” ist ein Traum für mich in Erfüllung gegangen. Als Founder des Podcasts “SHOW DOWN – Der Kampf um die Feierkultur” den ich zusammen mit meinem Freund und Kollegen Julian Krohn ins Leben gerufen habe, widme ich mich seit Anbeginn der Corona Zeit unserer schwer angeschlagenen Kunst und Kulturszene. Vor allem mit Schwerpunkt auf die Berliner Clubkultur. Die Tatsache, dass ich selbst auch Musik auflege hat mir hier viele Türen geöffnet. In Zusammenarbeit mit einem regionalen Berliner Sender drehe ich außerdem im Moment auch eine Dokumentation zum Thema Clubkultur in Berlin. Diese wird im Jahr 2021 erscheinen.

Was raten Sie einem (jungen) Menschen der Erfolg haben möchte?
So spannend sich etwas auch anfühlt, ein Schritt zurück, genau hinschauen, dann entscheiden und weiter gehen. Wenn man den Mut hat auch mal Unkonventionelles zu machen, aus der Reihe zu tanzen und seine Ideen laut auszusprechen, kann daraus etwas Fantastisches entstehen! Sich selbst treu und dabei aber mutig bleiben ist glaube ich das Geheimrezept.

Welche Sehnsüchte haben Sie?
Mich noch mehr selbst zu verwirklichen und dabei aber auch gleichzeitig was im Außen bewegen. Ein bisschen mehr Struktur hier und da könnte mir nicht schaden ;). Außerdem wünsche ich mir in nicht allzu ferner Zukunft eine Familie zu gründen – man wird sehen was die Zukunft bringt.

Haben Sie eine lustige „Anekdote“ aus Ihrem Erfolgs Leben?
Puh … so viele!!! Mit Johannes Oerding habe ich mich für unser Interview in einer meiner Lieblingsbars, dem “Neulich” in Berlin Neukölln, getroffen. Michi der hinter der Bar für unser Wohlbefinden verantwortlich war, meinte es wohl etwas zu gut mit uns. Am Ende des Interviews war ich der Meinung mindestens genauso gut singen zu können wie Johannes – konnte ich nicht! Das Video gibts noch online auf Youtube ..

Was bedeutet Ihnen der Partner beim Erklimmen der Karriereleiter?
Mein Partner ist neben meinem Bruder Constantin, mein schärfster Kritiker. Was mir hilft, in dieser Branche lohnt es sich, genauer hin zu sehen. Und im Zweifel auch mal “Nein” zu sagen.

Welche Ziele in puncto Erfolg setzen Sie sich für die Zukunft?
Mein Traum wäre es, ein Interview Format wie “Inas Nacht” hosten zu dürfen – ein Format das anspruchsvoll, aber lustig ist und gleichzeitig auch mal aneckt! Aber jetzt freue ich mich erstmal auf das Ergebnis der Dokumentation an der wir seit Wochen arbeiten. Was mich bei allem Stress immer wieder in Balance bringt ist übrigens die Musik – aktuell bin ich mit meinem Freund im Studio, mal schauen was da so passiert 🙂

Mehr Infos über Leonie Gerner auf:

Website LEONIE GERNER 
Podcast: FEIERKULTUR

Für den berühmtesten Werber Jean-Remy von Matt ist Erfolg die nasse Seife auf dem Boden deiner Dusche. © Yves Borgwardt

Erfolg ist eine nasse Seife.

Diesen Werber kennt ganz Deutschland: Jean-Remy von Matt, 68. Werbeslogans wie „Bild dir deine Meinung“, „Geiz ist Geil“ und „Wer hat`s erfunden? Ricola“ sind nur einige der bekannten Kampagnen, die in seiner Agentur Jung von Matt entworfen worden. Die Agentur gründete der in Belgien geborene Schweizer 1991 gemeinsam mit Holger Jung. Zahlreiche Auszeichnungen wie „Independent Agency of the Year“ bei Cannes Lions folgten.

Herr von Matt, was wollten Sie als Kind werden?
Ich wollte Bauer werden, meinte mit dem Begriff aber etwas anderes – nämlich jemanden, der baut. Also Architekt. Architekten bauen für Generationen. Darum beneide ich sie. Während die Halbwertzeit unserer Konzepte und Ideen immer kürzer wird. Jedes Tattoo-Studio schafft heute nachhaltigere Ergebnisse.

Hatten Sie ein Vorbild?
Neben den vielen sehr beeindruckenden Menschen, für die und mit denen ich in meinen 45 Jahren an der Werbefront arbeiten durfte, ist es immer noch meine radikal lösungsorientierte Mutter. Ein Cousin beschrieb sie sehr treffend mit dem Satz: Bei Edith war nichts kompliziert.

Was war für Sie ausschlaggebend bei Ihrer Berufswahl?
In den 60er Jahren wurde Werbung durch einige herausragende Persönlichkeiten revolutioniert, die die ersten wirklich kreativen Kampagnen schufen. Das hat mich als Jugendlicher fasziniert, das wollte ich auch.

Fällt Ihnen eine Kampagne ein, die Sie besonders fasziniert hat?
Meine Marienerscheinung war die Kampagne, mit der Herausforderer Avis in den 60er Jahren den Marktführer Hertz angriff. Sie faszinierte mich so sehr, dass ich jeden Text bis zum letzten Wort auswendig konnte.

Was ist bislang das persönliche Highlight Ihrer Karriere?
Das für mich wertvollste waren die ganzen Begegnungen mit herausragenden Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur, Sport, Politik – bis hin zum Handshake mit dem Papst.
Seit 36 Jahren arbeite ich unter anderem mit Erich Sixt zusammen und profitiere vom Scharfsinn und Bauchgefühl dieses großen Unternehmers. Als er mir vor einem Jahr das Du anbot, war das für mich mehr wert als jede Auszeichnung.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriereweg?
Die Kreativindustrie ist voller Unwägbarkeiten, so dass einem jeden Tag kleinere und jedes Jahr größere Rückschläge sicher sind. Dass man aus jedem von ihnen lernen etwas kann, macht sie leichter erträglich. Hinschmeißen war jedenfalls für mich nie eine Option. Erst recht nicht seit ich als Mitinhaber einer Agentur Verantwortung für Partner, Kolleginnen und Kollegen trage.

Was bedeutet Erfolg für Sie?
Erfolg ist die nasse Seife auf dem Boden deiner Dusche. Du musst dich krumm machen, um sie zu erreichen. Und schon rutscht sie dir aus der Hand und ist wieder etwas weiter weg.

Was glauben Sie ist die wichtigste Eigenschaft die erfolgreiche Menschen heute brauchen?
Erfolg hat nach wie vor sehr viel mit der Begeisterungsfähigkeit für ein Thema zu tun hat. Der Rest ist dann Talent und Fleiß. Nachhaltiger Erfolg war früher einfacher. Heute, in der Agilität des digitalen Lebens, ist es wiederum einfacher, einen kurzfristigen Erfolg zu landen und dafür den berühmten 15-Minuten-Ruhm zu geniessen.

Was macht für Sie eine gute Führungskraft aus?
Am wichtigsten ist, ein Vorbild zu sein, auch was Einsatz angeht. Als wir anfingen, hatten wir vor allem ein Ziel – das beste Produkt herstellen. Doch da wir weder intelligenter noch kreativer waren als unsere Wettbewerber, half nur eins: früher im Büro und später zufrieden sein als alle anderen.

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Unter dem Label „dekLart“ verkauft er seine Werke auch bei Instagram. Fotos: privat

Der Künstler der Stars

Vom Maurerlehrling zum Architekturstudenten. Vom Architekten zum angesagtesten , dessen Werke für fünfstellige Beträge über den Tresen gehen: Dennis Klapschus hat eine Karriere im Turbomodus hingelegt. Heute ist er zufrieden, aber noch lange nicht satt.

Multimillionär Robert Geiss, TV-Gigant Dieter Bohlen und Fußballnationalspieler Jonathan Tah haben etwas gemeinsam: Sie alle haben einen knalligen Klapschus. Ein Klapschus? Das ist ein kollagenartiges Sprayart-Kunstwerk des Essener Künstlers Dennis Klapschus. Und es sind bei Weitem nicht die einzigen Promis, die auf seine extravaganten Pop-Art-Werke schwören.

Obwohl Klapschus als Kind einer Handwerkerfamilie schon früh den Traum hatte, später einmal reich zu sein und seine finanzielle Freiheit heute schätzt, ist Geld nicht sein Hauptansporn. „Ich denke, bei jeder Berufswahl sollte der Spaß im Vordergrund stehen“, sagt der 35-Jährige, der mittlerweile auch Porsches, Bentleys oder Birkin Bags als Leinwand nutzt und die bunten Comicfiguren, die seine Werke zieren, in Miami ausstellt. Viel Herzblut und Ehrgeiz haben ihn dorthin gebracht. Vor allem mutig müsse man sein, um Erfolg zu haben, sagt Klapschus. Und man müsse immer an sich glauben, egal was andere sagen: „Ich bin an viele falsche Leute geraten, die einen kleinhalten wollen – leider auch aus dem direkten Umfeld. ‚Nein, das schaffst du eh nicht‘ haben sie gesagt …“

Dass es Klapschus dennoch geschafft hat, verdankt er nicht nur seinem Talent. „Ohne meine Frau wäre das alles nicht möglich gewesen. Meine Frau, meine Kinder und ich, wir sind ein Team und das ist unsere große Stärke“, sagt der zweifache Familienvater. Klapschus vermarktet seine Werke abseits der traditionellen Kunstwege in Eigenregie – unter anderem und vor allem auch bei Instagram – unter dem Label „dekLart“.
Von Jonas Raab

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Denkt man an Psychothriller, fällt einem sofort der Besteller Autor Sebastian Fitzek ein.

„Who the fuck is Fitzek?“

Es ist heute kaum vorstellbar, dass ein Sebastian Fitzek seinen Debütroman bei 18 Verlagen einreicht und 15 Absagen erhält. Fitzek – der Erfolgsautor für Psychothriller, der seit 2006 einen Bestseller nach dem anderen schreibt. Die Gatekeeper von damals fassen sich vermutlich immer noch an den Kopf ob der Erfolgsgeschichte Fitzeks: ein Bestseller nach dem anderen, Buchpreise en masse und schließlich die Verfilmung einiger Bücher. Fitzeks Erfolg ist das Ergebnis einer einfachen Prämisse: Er tut, was ihm Spaß macht.

 

 

 

Was war für Sie bei Ihrer Berufswahl ausschlaggebend?
Ich hab schon immer gern gelesen und mich dabei oft gefragt, ob ich auch so eine Geschichte erzählen und schreiben könnte. Dann hab ich es einfach gemacht.

Die Verlage waren eher abweisend, was Ihren Debütroman betraf. Was war der Wendepunkt?
Der Tag, als Droemer Knaur mein erstes Manuskript angenommen hat und ich ein Jahr später das Buch in den Händen hielt.

Wer hat Sie auf diesem Weg am meisten unterstützt?
Ich habe unglaubliches Glück, ich habe viele Unterstützer. Angefangen mit meinen Eltern, die wirklich alles mitgemacht haben, was ich mir so ausgedacht habe. Meine Mutter ist „Schuld“ daran, dass ich Autor geworden bin. Sie hat immer alles von mir gelesen und wenn ich total verzweifelt war über den Müll, den ich fabriziert hatte, und aufgeben wollte, sagte sie, das ist toll, ich will weiterlesen, bitte schreib weiter. Heute muss ich mich bei so vielen Menschen für ihre Unterstützung bedanken, das sehen Sie ja auch an meinen Danksagungen.

Der Weg zum Erfolg ist manchmal auch steinig und mühsam. Was würden Sie jungen Menschen raten, die Erfolg haben möchte?
Einstein sagte einmal: „Jeder ist ein Genie. Aber wenn du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben lang glauben, dass er dumm sei.“
Und ich füge hinzu: Lasst euch umgekehrt nicht davon abhalten, auf einen Baum zu klettern, nur weil andere euch für einen Fisch halten. Hört nicht auf diejenigen, die euch sagen, etwas würde nicht gehen. Seid Fische, die auf Bäume klettern.

Sie haben heute Ihren Weg gefunden und schreiben einen Bestseller nach dem anderen. Wo finden Sie die Inspiration und Kraft für Ihre Werke?
Von meinem Büro aus gucke ich in einen sehr schönen Garten. Aber ich bin nicht der Autor im stillen Kämmerlein, ich brauche Menschen um mich herum, daher arbeite ich in einer Bürogemeinschaft. Meine Ideen stammen eigentlich immer aus der Realität.
Wie jetzt auch zu meinem aktuellen Buch: Eine Leserin erzählte mir, dass sie für das Heimwegtelefon arbeitet, was ich nicht kannte. Also habe ich es recherchiert und es
nimmt eine zentrale Rolle im Thriller ein.

Das komplette Interview können Sie in der Print Ausgabe von „Secrets of Success“ lesen. Dieses kommt am 4. Dezember 2020 in den Handel.

Viele kennen ihn aus der VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“: Orthomol Gründer Nils Glagau Credit_OrthomolGmbH

Mit Biss zum Erfolg

Lebenswege von erfolgreichen Menschen sind selten schnurgerade. Es gibt Kurven, Abzweigungen und manchmal auch Sackgassen. Nils Glagau studierte Ethnologie in Bonn und verbrachte verschiedene Forschungsaufenthalte in Mittelamerika und Tibet. Zu Hause gab es das Familienunternehmen Orthomol – ein Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln. Nach dem frühen Tod des Vaters steigt er 2009 wie selbstverständlich ins Unternehmen ein und übernimmt Verantwortung für 400 Mitarbeiter. Heute peilt Orthomol über 100 Mio. Euro Jahresumsatz an. Zudem ist Glagau gefragter Start-up-Investor und „Löwe“ bei der VOX-Show „Die Höhle der Löwen“.

Die plötzlich Unternehmensübernahme war für Nils Glagau ein markanter Wendepunkt in seiner Karriere. „Nach dem Tod meines Vaters waren da auf einmal über 400 Mitarbeiter, das Unternehmen und die Verantwortung für die Zukunft vieler Familien. In diese Aufgabe musste ich hineinwachsen. Aber mithilfe hoch identifizierter und fachkompetenter Orthomoler fiel dies nicht schwer. Und so lernte ich alle Abteilungen und Abläufe sehr schnell kennen.“

Orthomol mit Sitz in Langenfeld, NRW, ist auf Nahrungsergänzungsmittel mit Mikronährstoffkombinationen spezialisiert. Das Geschäftsmodell war für Glagau zum Zeitpunkt der Übernahme kein böhmisches Dorf. Er schnupperte noch zu Lebzeiten seines Vaters ins Familienbusiness, verfolgte aber zunächst andere berufliche Pläne. Erfahrungen, die ihm heute helfen: „Nach dem Studium und verschiedenen Auslandsaufenthalten habe ich in Bonn eine Bar, einen Kulturtreffpunkt, ins Leben gerufen, um meine Leidenschaft für Mexiko ins Rheinland zu bringen. Dort habe ich viel gelernt – über Unternehmertum, Mitarbeiterführung, das Selbstständigsein, die Fokussierung auf Kunden und die Interaktion mit ihnen.“

Ein Unternehmen zu führen, geht nicht ohne familiäre Unterstützung oder einen Mentor. Für Glagau ist es die Familie, die ihn nicht nur unterstützt, sondern auch viel Verständnis aufbringt, „vor allem, wenn ich doch länger im Büro bleibe oder viele Termine wahrnehmen muss.“ Jederzeit verlassen kann sich Nils Glagau auch auf sein Team bei Orthomol. „Zudem habe ich externe Partner an meiner Seite als starkes Netzwerk, auf das ich bei spezifischen Fragen zugehen kann“, sagt er…

Das ganze Interview können Sie ab 4. Dezember 2020 in der Print Ausgabe von „Secrets of Success“ lesen.

„Ich kann mehr als nur in die Kamera lächeln“

Er ist gelernter Tischler und einer der erfolgreichsten Deutschen auf TikTok: Falco Punch hat weit über neun Millionen Follower, Tendenz steigend. Seinen richtigen Namen hält der 25-Jährige Schleswig-Holsteiner geheim, so viel Privatsphäre will er sich bewahren. Dafür ist bekannt, dass er mit Werbedeals allein 2019 eine sechsstellige Summe machte. Und einen Plattendeal mit Universal Music hat Falco auch. Trotz seines Erfolgs fing das Multi-Talent kürzlich eine Ausbildung zum Mediengestalter an. Die hat er – wie er selbst sagt „leider“ – schon wieder hingeschmissen, um sich bei TikTok noch stärker reinhängen zu können. Es läuft einfach zu gut…

Was ist Dein Erfolgsgeheimnis?
Ich spiele meine Stärken aus und probiere viele Dinge aus. Dabei verstelle ich mich nicht, bleibe immer am Boden und versuche immer meine Reichweite richtig einzusetzen. Außerdem bin ich einer der wenigen, der fast alles selbst macht. Ich gebe das Lenkrad nie ganz ab.

Was unterscheidet Dich von anderen Influencern?
Ich denke, dass der heutige Influencer – oder wie ich lieber sage „Content-Creator “ – ein Alleskönner sein muss. Es ist einfach authentischer, wenn man seine kreative Seite zeigt und damit außergewöhnlich ist. Ich bin einer der wenigen, der fast alles selbst macht. Ich gebe das Lenkrad nie ganz ab.

Wie haben Deine Eltern auf Deine Karriere reagiert?
Ich bin sehr glücklich, dass ich so eine coole Familie hab. Durch ihre Unterstützung konnte ich mir, als ich klein war – so ungefähr zehn Jahre –, meinen Traum erfüllen und lernen, wie man Videos produziert. Ich habe mir alles zuhause selbst beigebracht. Ich wollte schon damals Youtuber werden.

Wie diszipliniert bist Du?
Mal mehr, mal weniger. Als ich meine Ausbildung mit einer 40-Stunden-Woche gemacht habe, habe ich gemerkt, wie diszipliniert ich wirklich bin. Ich habe es tatsächlich geschafft, auch noch Content fürs Internet zu liefern. Leider hatte die Woche nur sieben Tage – das ging auf Dauer nicht.

Wie oft postest Du?
Auf TikTok zwei bis dreimal die Woche. Mir fällt es leichter, einfach zu posten, wenn ich mich gut fühle. Aber ich versuche, die Leute auf Instagram auf dem Laufenden zu halten. Ich arbeite etwa acht bis zehn Stunden pro Tag an meiner Internet-Karriere, aber was ich mache, variiert stark. Es gibt Tage, an denen ich einfach mal nichts produziere. Um kreativ sein zu können, muss ich den Kopf dafür frei haben.

Was treibt Dich an?
Ich mich selbst. Weil ich weiß: Von nichts kommt nichts.

Kannst Du begreifen, wie erfolgreich Du eigentlich bist?
Das habe ich nie richtig wahrgenommen, bis meine Freunde mir klar gemacht haben, wie viele Menschen ich eigentlich weltweit erreiche. Da habe ich erst mal Angst bekommen, weil mir die Verantwortung, die das bedeutet, bewusst wurde. Deswegen glaube ich, man sollte sich nicht so viele Gedanken über seine Reichweite und seinen Erfolg machen. Sonst wird der Stress zu groß.

Welche Deiner Beiträge haben den größten Erfolg?
Es gibt viele Videos, die bis zu 70 Millionen Aufrufe haben. In meinen Augen ist mein Love-Story-Video auf TikTok mit meiner Freundin das Erfolgreichste. Es ist wirklich sehr gut bei den Leuten angekommen.

Wozu möchtest Du Deine Berühmtheit nutzen?
Ich möchte Leute so inspirieren, wie ich auch früher inspiriert wurde. Ich habe es geliebt, Videos wie meine zu schauen. Ich versuche, damit auch immer eine Vorbildfunktion einzunehmen.

DAS GANZE INTERVIEW LESEN SIE IM PRINT-MAGAZIN. AB DEM 4. DEZEMBER 2020 IM HANDEL.

©nebenan.de

Ina von nebenan

„Gute Nachbarn sind ein Schatz“, heißt ein Sprichwort in Ungarn. Dem kann Ina Remmers nur zustimmen. Seit fünf Jahren arbeitet sie daran, dass dies auch immer mehr Menschen in Deutschland bewusst wird. Die 37-Jährige ist Mitbegründerin der Plattform nebenan.de, auf der 1,7 Millionen Nachbarn registriert und aktiv sind. Ihre Karriere begann sie in Kreativ- und Designagenturen und war viele Jahre als selbständige Markenberaterin und Kommunikationsstrategin tätig.

Aufgewachsen ist Ina Remmers in der Schwäbischen Alb. Landleben und Idylle pur sozusagen. Jeder kennt jeden, man hilft sich, wo man kann. Als Kind träumte sie davon, eines Tages Polizistin zu sein und für Gerechtigkeit zu sorgen. Mit dem Abi in der Tasche entscheidet sie sich aber für die Kreativbranche, startet ihr Berufsleben in einer Agentur und baut sich in Berlin ein neues Leben auf, einer Stadt, in der zwar Millionen von Menschen leben, das aber häufig anonym Tür an Tür. „Ich kenne Nachbarschaft sozusagen in allen Facetten“, sagt sie. Nach ein paar Jahren wagt sie den Schritt in die Selbstständigkeit. „Es war meine Chance, etwas selbst zu gestalten“, sagt sie. Die neue Freiheit genießt sie.

Aber sie merkt auch: „Die beste Leistung liefere ich ab, wenn ich das Gefühl habe, ich kann mit meiner Arbeit etwas Gutes tun.“ Aber passt Kommerz und Soziales überhaupt zusammen? Die Antwort liefern ihr eines Tages Christian Vollmann und Till Behnke, die von einer Plattform träumen, die Nachbarn zusammenbringt. „Die Entscheidung, ob ich mitmache, fiel in einer Sekunde. Ich habe mir die Idee angehört und sofort gewusst: Ja, das macht Sinn. Das will ich machen.“ Gemeinsam gründen sie 2015 die Plattform. Die Idee kommt an. Nicht nur in den Großstädten, sondern auch in kleineren Städten und sogar auf dem Land. Mit 1,7 Millionen Nutzern ist nebenan.de Deutschlands größtes soziale Netzwerk für Nachbarn. Hier lernen sich täglich Menschen übers Internet kennen, die Tür an Tür wohnen und sich gegenseitig helfen wollen. Laut einer Erhebung erbringen die Nachbarn, die über die Plattform nebenan.de in Kontakt kommen, eine gesellschaftliche Leistung in Höhe von fünf Millionen Euro. Geld, das sich Institutionen, Einrichtungen oder der Staat „einsparen“.

Für Ina Remmers zählt aber der menschliche Aspekt mehr. Wie die Rückmeldungen von Usern zeigen, können ältere Menschen durch die Hilfe ihrer Nachbarn länger alleine zu Hause wohnen bleiben, sind weniger einsam. Junge Familien hingegen haben jemanden, der sie bei der Kinderbetreuung unterstützt oder ihnen den Anfang in einer neuen Stadt erleichtert. Beispiele wie diese gibt es viele. Und genau diese Beispiele machen Ina Remmers glücklich, weil sie weiß, sie kann mit ihrer Arbeit etwas Gutes tun. Der Unternehmenszweck ist nämlich nicht, möglichst hohe Gewinne einzufahren, sondern die Gesellschaft zu unterstützen.

Das ganze Interview können Sie ab dem 4. Dezember 2020 in der Print Ausgabe von Secrets of Success lesen.

© Andreas Panzenberger / panzenberger.com

Mit Ehrgeiz und Struktur zum Erfolg

 

Sieben Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen, elf WM-Titel, sechs Gesamtweltcup- und 67 Einzelweltcupsiege. Anna Schaffelhuber ist die große Ausnahmeathletin im deutschen Parasport. Und neben diesen ganzen sportlichen Erfolgen, den vielen Medaillen und Auszeichnungen hat die 27-jährige ihr Studium der Mathematik und Wirtschaft auf Lehramt abgeschlossen.

„Natürlich bin ich stolz auf meine Siege, aber am wichtigsten ist es mir, dass ich mit dem Weg, den ich gegangen bin, zufrieden bin. Ich habe es auf meine Art gemacht und bin mir treu geblieben. Das ist für mich der größte Erfolg.“

Anna wurde mit einer Querschnittlähmung geboren. Mit fünf Jahren saß sie erstmals auf einem Monoski. „Ich musste tatsächlich erst einmal überredet werden, um mit dem Sport anzufangen. Dann habe ich gemerkt, dass ich im Vergleich zu den anderen gar nicht mal so langsam bin“, sagt Anna lachend. Der Ehrgeiz war geweckt. Mit 14 Jahren wurde sie in den Rennkader des Deutschen Paralympischen Skiteams geholt. Immer wieder angetrieben von ihrem Ehrgeiz. „Das ist meine größte Stärke, aber auch meine größte Schwäche.“ Dazu braucht sie eine gewisse Struktur in ihrem Leben. Sie muss abhaken können, um zu sehen, dass sie auf dem richtigen Weg ist. „Natürlich braucht man ein großes Ziel. Aber wichtig ist es, dieses auf viele kleine Ziele herunterzubrechen, die überschaubar und realistisch sind.“

Anna hat viele Sachen ausprobiert und so auch ihre Grenzen erkannt. Sie arbeitet nach dem Ausschlussverfahren: Erst mal ausprobieren, wenn es klappt, dann weiter. Wenn nicht, dann abhaken. Angesprochen auf Niederlagen und Rückschläge sagt sie sofort: „Ich weiß, dass ich während meiner Karriere viel mehr aus Rückschlägen als aus den Erfolgen gelernt habe.“ Wie kurz vor ihren ersten Olympischen Spielen in Vancouver 2010. „Meine Behinderung hatte sich von heute auf morgen verschlechtert. Mein Monoski hat nicht mehr genau gepasst, alles musste verändert werden und ich musste die Technik wieder neu lernen. Aber vor allem musste ich lernen, das zu akzeptieren und mir neue, kleine Ziele zu setzen.“

Trotz dieses „Neuanfangs“ holte die damals erst 17-Jährige in Vancouver ihre erste Olympiamedaille: Bronze im Super-G. Ihr starker Wille und die große Portion Ehrgeiz brachten sie immer weiter nach vorne. „Ich habe es mir manchmal aber auch selbst schwer gemacht“, sagt sie…

Das ganze Interview können Sie im Print Magazin nachlesen. Das Magazin Secrets of Success kommt am 4. Dezember 2020 in den Handel.

 

Umweltfreundlich verpackt – der Nachhälter ist aus einer biologisch abbaubaren Folie hergestellt, Grünkunft

Die Welt ist im Wandel. Nachhaltigkeit und grüner Lifestyle sind die neuen Schlagworte unserer Gesellschaft. Wir stellen drei Firmen vor, die im Großen – wie im Kleinen – einen wertvollen Beitrag leisten, um den Planeten zu retten.

Schluss mit Plastik!

Im bayerischen Rott hat das Start-up Grünkunft den Heiligen Gral gefunden. Der Betrieb mit 17 Mitarbeitern produziert Ersatzverpackungen aus landwirtschaftlichen Abfällen. Das berühmteste Produkt ist der Nachhälter – ein Beutel, der den klassischen Nusspralinen- oder Pastatüten zum Verwechseln ähnlich sieht – nur dass er aus einer biologisch abbaubaren Folie ist. In nur zwei Jahren ist das Unternehmen von einem Concept Store, der umweltfreundlich verpackte Biolebensmittel verkaufte, zum großen Hoffnungsträger für das Gewissen umweltbewusster Konsumenten gewachsen. Aktuell ist Grünkunft auf der Suche nach einer noch größeren Produktions- und Lagerfläche – das ist dann der dritte Standort. Christoph Kleber (38), der das Unternehmen mit seiner Frau Edna (34) 2017 gründete, bedient allerdings keines der üblichen Ökoklischees. Er ist ein Weltverbesserer mit wirtschaftlichem Background, der Architektur und BWL studiert hat und zuletzt in der Handelsnetzwerkentwicklung eines Automobilkonzerns tätig war.

Wo steht Grünkunft gerade?
Grünkunft ist die Pionierin plastikfreier Verpackung. Aktuell bringen wir zusätzlich zum Nachhälter viele weitere alternative Verpackungslösungen, allesamt hergestellt aus landwirtschaftlichen Abfällen, auf den europäischen Markt. Branchenübergreifend unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre Produkte von Plastikverpackungen zu befreien. Wir kooperieren in der Automobil, Kosmetik- und Textilindustrie bereits mit mehreren internationalen Konzernen und wollen deren Portfolio gemeinsam in eine wegweisende, plastikfreie Zukunft lenken. Wir entwickeln uns vom plastikfreien Food Supplier gerade zum Systemdienstleister und Großhändler für nachhaltige Verpackungslösungen, nicht nur für Lebensmittel, sondern für alle Bereiche, in denen Plastik ersetzt werden kann.

Wie konnten Sie überhaupt etwas entwickeln, bei dem die großen Konzerne bis heute scheinbar nicht weiterkommen?
Das ist eine berechtigte Frage, die ich Ihnen nicht beantworten kann. Letztendlich waren die technischen Hürden ja überwindbar, wie wir erfolgreich bewiesen haben. Der Anfang war allerdings hart. Da wir noch relativ jung waren, haben wir tatsächlich einen Totalverlust riskiert. Gestört hat uns das nie, wir waren uns unserer Sache sicher und besessen von dem Gedanken, unsere Idee voranzutreiben.

Hat Sie jemand für verrückt erklärt?
Viele sogar! Wir hatten mit den unterschiedlichsten Reaktionen gerechnet, die Bandbreite war jedoch noch viel größer als erwartet. Interessanterweise sind die Menschen, die uns früher belächelt haben, genau die, die heute damit angeben, uns zu kennen.

Wie sieht es mit dem wirtschaftlichen Erfolg bei Grünkunft aus?
Wir haben uns in den ersten rund drei Jahren sehr gut behauptet. 2019 konnten wir mehr als 100 Prozent Umsatzwachstum verzeichnen, für kommendes Jahr rechnen wir mit einem Vielfachen davon.

Ist es schwierig, die richtigen Investoren zu finden?
Nein, praktisch wöchentlich klopfen welche an unsere Tür. Es muss vor allem auf persönlicher Ebene stimmen und die Person oder Institution zu unserer Vision passen. Wer nur wirtschaftliche Interessen verfolgt, ist bei uns falsch.

Wo sehen Sie die Stärken Ihres Start-ups?
Fokus ist alles. Wir haben uns von Anfang an auf eine Problemstellung konzentriert und dafür einzigartige Lösungen entwickelt. Einige Unternehmer glauben, möglichst viele verschiedene Leistungen oder Produkte anbieten zu müssen, aber das Gegenteil ist meistens richtig. Man muss nicht alles können – im Gegenteil: Um Erfolg zu haben, reicht es, wenn du eine einzige Sache richtig gut kannst.

Haben die Menschen heute ein stärkeres ökologischen Bewusstsein – im Vergleich zu vor ein paar Jahren?
Definitiv. Bei der Eröffnung unseres Concept Stores in Wasserburg Anfang 2018 war bei vielen die Problematik mit dem Plastik noch nicht im Bewusstsein verankert. Ereignisse und Bewegungen wie Fridays for Future haben dazu beigetragen, dass die Situation jetzt eine ganz andere ist. Heute ist es in vielen Erdteilen schon verpönt, Plastiktüten zu benutzen.

Was muss sich noch ändern, damit wir die Umwelt wirklich retten?
Es gibt sehr vieles, was noch getan werden muss. Verpackung und Abfallvermeidung ist eine sehr wichtige Facette davon, jedoch nicht die einzige. Individual- und globaler Warenverkehr gehören zu den Bereichen mit dem größten Einsparpotenzial bei Energieverbrauch und Emissionen. Es gibt bereits zahlreiche vielversprechende Innovationen für eine grüne Wende. Jetzt liegt es an uns, diese Chancen zu nutzen. Gerade jetzt, während der Coronakrise, müssen wir die Chance nutzen, unser Handeln im Sinne einer enkeltauglichen Zukunft neu auszurichten.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Sich selbst immer wieder zu übertreffen, das ist wahrer Erfolg…

Das ganze Interview können Sie im Print-Magazin nachlesen. Secrets of Success kommt am 4. Dezember 2020 in den Handel.

„Stärke ist keine One-Man-Show“

Erst Arzt, dann Wissenschaftler, schließlich Topmanager: Prof. Dr. Christoph Straub hat sich stets weiterentwickelt und leitet heute als Vorstandsvorsitzender die Geschicke der Barmer Krankenkasse. Stillstand ist für ihn im wahrsten Sinne des Wortes ein No-Go.

 

Dass Professor Dr. Christoph Straub irgendwann den Arztkittel überstreifen würde, stand früh fest. Als Kind einer Arztfamilie hat er von klein auf erlebt, wie erfüllend es sein kann, Menschen in schwierigen und mitunter lebensbedrohlichen Situationen zu helfen. Diesen Kindheitstraum hat er sich längst erfüllt. Den Kittel hat er allerdings an den Nagel gehängt.

Heute trägt Christoph Straub Anzug, wenn er zur Arbeit fährt. Für die Gesundheit der Menschen kämpft er als Vorstandsvorsitzender der Barmer Krankenkasse aber nach wie vor. Den Wechsel von der klinischen Medizin erst in die Gesundheitssystemforschung und schließlich ins „reale“ Gesundheitswesen bezeichnet er als einschneidenden Schritt. „Das hat meine Laufbahn geprägt“, sagt der 59-Jährige, überlegt kurz und schiebt nach: „Sonst wäre ich wohl Arzt am Bodensee.“

Nach Vorstandsstationen bei der Techniker Krankenkasse und der Röhn-Klinikum AG wechselte er 2011 zur Barmer – ein Meilenstein in seiner Karriere. Mit dem Wechsel ging die Herausforderung einher, das Unternehmen zu einer leistungsfähigen und nachhaltig agierenden Organisation zu entwickeln. Um das zu erreichen, hat er „eine in der Geschichte der Krankenkasse nicht dagewesene Umstrukturierung“ angestoßen, wie er erklärt. Dafür alle Stakeholder ins Boot zu holen, war eine Mammutaufgabe. Geschafft hat er es dennoch. „Ich denke, eine meiner Stärken ist es, als Vorstandsvorsitzender starke Männer und Frauen um mich herum zu sammeln, um mit ihnen in einem konstruktiv-kritischen Austausch die besten Lösungen für die Kunden und das Unternehmen zu finden. Stärke ist keine One-Man-Show, Stärke basiert auf Teams und auf Vielfalt“, sagt Straub.

Ein Miteinander im Unternehmen ist Christoph Straub besonders wichtig. Erfolg sei schließlich immer das Ergebnis einer offenen, konstruktiv-kritischen Diskussion von vielen, ist er sich sicher.

Das ganze Interview Lesen Sie im Print-Magazin. Ab dem 4. Dezember 2020 im Handel.

„Was ich in meiner Karriere gelernt habe? Probleme sollte man als Herausforderungen sehen.“

Lifestyle, Kreativität und Nahbarkeit – für diesen Mix lieben ihre rund 250 000 Follower Laura Noltemeyer. Ihren „Designdschungel“ hat die Hamburgerin mittlerweile zur internationalen Marke ausgebaut und eine eigene Social-Media-Marketing-Agentur gegründet. Das neuste Baby der 32-Jährigen ist die Kosmetik-Marke „Bayage Beauty“, deren Produkte alle vegan sind und frei von Parabenen, Silikon, Mikroplastik und Mineralöl.

 

Interview:

Wie haben Deine Eltern auf Deine Karriere reagiert?

Ich habe einen Master in Architektur, deshalb war das alles nicht so einfach für sie. Meine Eltern hatten sich mit dem Gedanken angefreundet, dass ich Architektin werde. Ich habe mir dann erst mal ein Jahr gegeben und in einer mini-kleinen Wohnung ohne große Fixkosten gewohnt, um auszuprobieren, ob ich mit meinem Konzept erfolgreich werden könnte – ohne dabei Schulden anzuhäufen. Jetzt, fast sieben Jahre später, würde ich sagen, es hat sich gelohnt, dass ich nicht auf die Meinung anderer gehört habe und meine Eltern sagen das auch.

 

Was ist Dein Erfolgsgeheimnis?

Ich versuche, keine Probleme zu sehen, wo keine sind. Und wenn ich etwas mache, bin ich bereit, alles dafür zu geben und bin mir für nichts zu schade.

 

Welche Opfer musst Du denn bringen?

Extrem viele, das sieht man auf Social Media nur nicht. Ich kann nicht einfach mal so mit Freunden bis fünf Uhr morgens feiern oder mich entspannt unter der Woche auf einen Wein treffen, sondern muss viel auslassen, um meine Karriere so professionell zu betreiben, dass es meinem Anspruch an mich selbst genügt.

Das ganze Interview können Sie am 4. Dezember 2020 im Print Magazin Secrets of Success nachlesen.

Prof. Hermann Bühlbecker – der Lambertz Geschäftsführer sponsort lieber Events statt TV-Werbung

Der süße Geschmack des Erfolgs

Aachener Printen sind seit über 330 Jahren das Geschäft der Firma Lambertz, sie machte das Weihnachtsgebäck berühmt und war Hoflieferant der Könige von Preußen, Belgien und der Niederlande. Doch dann ging es bergab. Mit nur 28 Jahren übernahm der Spross der Familie, Hermann Bühlbecker, das Ruder, um das Vermächtnis seiner Vorfahren zu retten.

 

Die Zeiten hatten sich geändert, ein Unternehmen, das nur von einem einzigen Saisonartikel lebt, den es nur an den Fachhandel verkauft, hatte schlechte Chancen zu überleben. Viele Konkurrenten von Lambertz hielten trotzdem an dieser Strategie fest. Heute gibt es sie nicht mehr. Die Firma von Hermann Bühlbecker dagegen floriert. Er hat die Zeichen erkannt, den Lebensmittelhandel für sich gewonnen und Produkte, die nichts mit Weihnachten zu tun haben, entwickelt. Aus dem kleinen Betrieb mit 100 Mitarbeitern in der Hochsaison, ist ein Konzern mit acht Fabriken und 4000 Beschäftigten geworden. Lambertz ist als Gruppe seit dem Jahr 2000 Marktführer im Saisongebäck in Deutschland und der größte Lebkuchenfabrikant weltweit. Das nächste Ziel von Hermann Bühlbecker: den Anteil der saisonunabhängigen Produkte noch zu erhöhen – der Trend geht weiter Richtung gesundem Genuss –, und internationaler zu werden. Derzeit werden nur 25 Prozent des Umsatzes außerhalb Deutschlands erwirtschaftet, aus Sicht des Unternehmers sind aber „sicher 40 Prozent möglich.“ …

DAS GANZE INTERVIEW LESEN SIE IM PRINT-MAGAZIN. AB DEM 4. DEZEMBER 2020 IM HANDEL.

Katharina Behrends, Geschäftsführerin Universal Networks International Germany
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„Frauen sollten mutiger sein“

Warum Frauen sich gegenseitig das Leben schwer machen, statt gemeinsam für mehr weibliche Führungskräfte zu kämpfen, das ist Katharina Behrends ein Rätsel. Wer ihr beim Wandern, einem ihrer liebsten Hobbys, begegnet, würde wohl nicht ahnen, dass er eine der mächtigsten Frauen des deutschen Pay-TVs vor sich hat. Sie ist weder der gefürchtete Typ Karrierezicke noch ein Männerschreck – beides wird erfolgreichen Frauen in Deutschland gern unterstellt. Im Gegenteil: Führungspersönlichkeiten wie die Geschäftsführerin von NBC Universal wünscht man sich.

 

 

Interview

Wie hart ist es für eine Frau in einer Männerdomäne zu bestehen?

Es ist ein Unterschied, ob man für ein amerikanisches Unternehmen arbeitet oder für ein Deutsches. In den USA ist man deutlich weiter und das ist die Normalität, die ich kenne. Für mich war es also nicht hart. Insbesondere nicht bei NBC Universal – weil die Hälfte meiner Kolleginnen und Vorgesetzten Frauen waren. Ich habe großartige, beeindruckende Persönlichkeiten kennengelernt, die keine Karrierezicken geworden sind.

 

Nervt es, dass jeder Reporter mit der Frage ums Eck kommt, wie es als Frau in einer Chefposition ist? Einen Mann fragt man sowas nicht.

(Lacht) Da haben Sie eigentlich recht. Aber durch den Nachholbedarf in Vorständen und Aufsichtsräten in deutschen Aktiengesellschaften ist diese Frage berechtigt. Da muss mehr passieren. Am Ende geht es um Leistung und um Führungsqualitäten, die man als Frau natürlich genauso hat wie als Mann. Mittlerweile bin ich ein großer Verfechter einer verbindlichen Quote.

 

Ist es als Quoten-Frau nicht noch schwieriger, ernst genommen zu werden?

Das habe ich auch Jahre lang so gesehen. Aber ich fürchte, wir kommen auf Dauer nicht um eine Quote herum. Wenn man Deutschland mit dem Rest von Europa vergleicht – und mit den USA sowieso – gibt es fast überall sehr viel mehr Frauen in Führungspositionen.

 

Woran liegt das?

In Deutschland scheinen sich besonders Mütter noch immer schwer zu tun Vollzeit zu arbeiten. Im Ausland wird man nie – insbesondere nicht von anderen Frauen – gefragt, warum man Vollzeit arbeitet, wenn man Kinder hat. Außerdem ist die ältere männliche Generation lieber in Männerrunden und will nicht zwingend eine Frau in ihrer Mitte. Bei den jüngeren Männern ist das zum Glück anders. Aber es geht halt relativ langsam voran.

 

Machen es sich Frauen auch gegenseitig schwer? Oft werden erfolgreiche Frauen als unsympathisch abgestempelt…

Das ist ein bisschen so. Leider. Dabei sind es ganz unterschiedliche weibliche Persönlichkeiten, die in Führungspositionen kommen. Für mich war es wichtig, dass ich wusste, was für tolle Kolleginnen da überall auf der Welt sitzen.

 

Was könnten Frauen in Deutschland besser machen?

Wir sollten uns noch besser vernetzen und konkret unterstützen. Und ich würde gern Frauen dazu ermutigen, ja zu sagen, wenn ihnen eine Gelegenheit geboten wird. Ich habe mal einen guten Tipp bekommen: Den nächst höheren Job kann man immer nur dadurch, dass man ihn macht. Frauen sollten mutiger sein und sich trauen, vor dem Vorgesetzten auszusprechen, dass sie bereit für die nächste Rolle sind.

 

Was würden Sie Ihrem jüngeren ich raten?

Gelassener sein. Die Selbstzweifel, die ich am Anfang der Karriere hatte, habe ich heute nicht mehr. Das ist etwas typisch Weibliches. Und wenn es mal schwierig wird, einfach den Job weiter gut machen und Sachen aussitzen. Auch schwierige Situationen ändern sich oft ganz von allein wieder.

 

Halten Sie als weibliche Führungskraft die Augen nach talentierten Frauen offen, die einen Schubs brauchen?

Auf jeden Fall. Ich ermutige. Frauen trauen sich häufig eher zu wenig zu als zu viel. Mir hat mal ein netter Kollege gesagt: „Perception is reality“ – Wahrnehmung ist Realität. Man kann noch so viel arbeiten, wenn nicht sichtbar wird, was man kann, nützt das nichts.

 

Wo sehen Sie Ihre Stärken?

Ich bin authentisch, habe einen guten Kompass, mein Blick fürs Wesentliche ist ausgeprägt und ich bin gut darin Erfolgsstrategien zu entwickeln. In der Medien-Industrie ändert sich ständig wahnsinnig viel – und wenn sich der Markt ändert, muss es das Unternehmen auch. Außerdem bin ich durchsetzungsstark – das ist lustigerweise das, was mir Männer immer sagen. Manchmal denke ich, bei einem Mann würde sowas keiner sagen. Aber bei Frauen scheint das aufzufallen.

 

Haben Männer ein Problem mit starken Frauen?

Abstrakt finden es alle toll, aber konkret vielleicht nicht immer. Es gibt noch Männer, die sich schwer tun mit einer Frau als Vorgesetzter. Ich kenne da auch ein paar Beispiele und hatte schon Machos im Team. Aber die jüngere Generation ist nicht mehr so.

 

Wie entspannen Sie privat? Mit Fernsehen?

Es wäre merkwürdig, wenn ich nicht gerne Serien und Filme ankucken würde. Ich wandere auch gerne. Es ist wichtig, dass man mal nach Außen etwas anderes sieht – oder nach innen wie beim Yoga. Man lernt dabei wie bei einer Waschmaschine die Gedanken wegzuwaschen. Außerdem bin ich seit vielen Jahren Teil eines Lesekreises, wo wir uns über inspirierende Bücher unterhalten.