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Frische und gesunde Lebensmittel sind die entscheidenden Zutaten in Daniela Laubingers Erfolgsrezept – privat wie beruflich. Bild © Jürgen Frank

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Daniela Laubinger hilft mit ihrer Natural Weight Loss Company Promis und Topmanager*innen in Hamburg beim Abnehmen. Als sie ihr Konzept vor rund zehn Jahren entwickelte, sorgte es schnell auch in London und Abu Dhabi für Aufsehen.

Medizinstudium bei der Bundeswehr, nebenbei Gebietsleitung in einer Werbeagentur, dann ein Schlenker zu L’Oréal und schließlich die eigene Firma: Daniela Laubinger bezeichnet ihren beruflichen Weg als „durchaus ungewöhnlich“. Anders machen würde sie trotzdem nichts. Warum auch, schließlich ist sie seit mittlerweile zehn Jahren genau da, wo sie immer hinwollte. „Meine eigene Firma zu haben, war schon immer mein größter Wunsch. Selbstständig arbeiten zu können, ist ein großes Geschenk. Und meine Arbeit macht mir sehr, sehr viel Spaß“, sagt sie.

In ihrer Karriere hätte sich einiges gefügt, sagt die 47-Jährige. Auch wenn Daniela Laubinger gerne von Fügung oder Glück spricht, sind das sicherlich nicht die Hauptgründe für ihren Erfolg: Ihr fundiertes Wissen aus dem Medizinstudium, ein einmaliges Konzept, Leidenschaft für ihr Vorhaben, Selbstvertrauen und Freude am Netzwerken ließen schon in den ersten Monaten ihrer Selbstständigkeit opulente Angebote aus Abu Dhabi und London ins Haus flattern.

Aber der Reihe nach. Die erste Fügung: Auf die Idee, sich mit ihrer Natural Weight Loss Company als Ernährungsberaterin selbstständig zu machen, kam Daniela Laubinger nur, weil sie für ihre eigene Hochzeit abnehmen wollte, in sechs Wochen elf Kilo verlor und damit einer Dame auf einer Gartenparty doch recht imponierte. Und weil diese Dame zu der Zeit als Beraterin für eine Schönheitsklinik in Abu Dhabi tätig war, wurde man in den Vereinigten Arabischen Emiraten schnell auf Daniela Laubinger aufmerksam und lud sie ein.

Da sie nicht als Privatperson sondern als Unternehmerin nach Asien reisen wollte, gründete sie im Schnellverfahren eine Firma, schrieb Tag und Nacht an einer Präsentation und saß ein paar Tage später damit im Flugzeug. „Man hat mich im Emirates Palace untergebracht und von Termin zu Termin chauffiert. Dann nahm das Ganze sehr viel Fahrt und gipfelte beim dortigen Gesundheitsminister“, erzählt sie. Nach reichlich Überlegungszeit lehnte Daniela Laubinger das Angebot, mit ihrem Programm in sieben Emiraten zu starten, aber ab. „Ich habe mich auf mein Bauchgefühl verlassen. Ich muss nicht alles um jeden Preis machen. Zwei Wochen im Monat dort vor Ort zu sein, kam für mich einfach nicht infrage.“ Mutig zu sein und auf getroffene Entscheidungen zu vertrauen, hat Daniela Laubinger seitdem unaufhörlich nach vorne gebracht. In ihrer Hamburger Praxis geben sich seit Jahren Topmanager*innen und Promis die Klinke in die Hand.

Auf dem Flug nach Abu Dhabi die zweite Fügung: Während Daniela Laubinger ihrer Präsentation den letzten Feinschliff verpasste, bot ihr ein Sitznachbar an, sich das Ganze als Native Speaker nochmal anzuschauen. Wie die Dame auf dem Gartenfest war er begeistert von Daniela Laubingers Konzept. Später stellte sich heraus, dass er einer der Top Ten plastischen Chirurgen Großbritanniens ist. Auch er bot ihr an, als Ernährungsberaterin in seiner Londoner Praxis zu arbeiten. „Er meinte, das wäre genau das Richtige für seine Patienten. Er gab mir einen Schlüssel für seine Praxis und hat mir die Hand geschüttelt.“ Drei Jahre lang arbeiteten die beiden dann erfolgreich zusammen, bis der gebürtige Amerikaner seine Londoner Praxis aufgab, um wieder in die Heimat zurückzukehren. Das Angebot, die Praxis im Anschluss komplett zu übernehmen, lehnte Daniela Laubinger aus zeitlichen und familiären Gründen ab.

Von Jonas Raab

Das ganze Interview finden Sie in der Printausgabe von Secrets of Success.

©nebenan.de

Ina von nebenan

„Gute Nachbarn sind ein Schatz“, heißt ein Sprichwort in Ungarn. Dem kann Ina Remmers nur zustimmen. Seit fünf Jahren arbeitet sie daran, dass dies auch immer mehr Menschen in Deutschland bewusst wird. Die 37-Jährige ist Mitbegründerin der Plattform nebenan.de, auf der 1,7 Millionen Nachbarn registriert und aktiv sind. Ihre Karriere begann sie in Kreativ- und Designagenturen und war viele Jahre als selbständige Markenberaterin und Kommunikationsstrategin tätig.

Aufgewachsen ist Ina Remmers in der Schwäbischen Alb. Landleben und Idylle pur sozusagen. Jeder kennt jeden, man hilft sich, wo man kann. Als Kind träumte sie davon, eines Tages Polizistin zu sein und für Gerechtigkeit zu sorgen. Mit dem Abi in der Tasche entscheidet sie sich aber für die Kreativbranche, startet ihr Berufsleben in einer Agentur und baut sich in Berlin ein neues Leben auf, einer Stadt, in der zwar Millionen von Menschen leben, das aber häufig anonym Tür an Tür. „Ich kenne Nachbarschaft sozusagen in allen Facetten“, sagt sie. Nach ein paar Jahren wagt sie den Schritt in die Selbstständigkeit. „Es war meine Chance, etwas selbst zu gestalten“, sagt sie. Die neue Freiheit genießt sie.

Aber sie merkt auch: „Die beste Leistung liefere ich ab, wenn ich das Gefühl habe, ich kann mit meiner Arbeit etwas Gutes tun.“ Aber passt Kommerz und Soziales überhaupt zusammen? Die Antwort liefern ihr eines Tages Christian Vollmann und Till Behnke, die von einer Plattform träumen, die Nachbarn zusammenbringt. „Die Entscheidung, ob ich mitmache, fiel in einer Sekunde. Ich habe mir die Idee angehört und sofort gewusst: Ja, das macht Sinn. Das will ich machen.“ Gemeinsam gründen sie 2015 die Plattform. Die Idee kommt an. Nicht nur in den Großstädten, sondern auch in kleineren Städten und sogar auf dem Land. Mit 1,7 Millionen Nutzern ist nebenan.de Deutschlands größtes soziale Netzwerk für Nachbarn. Hier lernen sich täglich Menschen übers Internet kennen, die Tür an Tür wohnen und sich gegenseitig helfen wollen. Laut einer Erhebung erbringen die Nachbarn, die über die Plattform nebenan.de in Kontakt kommen, eine gesellschaftliche Leistung in Höhe von fünf Millionen Euro. Geld, das sich Institutionen, Einrichtungen oder der Staat „einsparen“.

Für Ina Remmers zählt aber der menschliche Aspekt mehr. Wie die Rückmeldungen von Usern zeigen, können ältere Menschen durch die Hilfe ihrer Nachbarn länger alleine zu Hause wohnen bleiben, sind weniger einsam. Junge Familien hingegen haben jemanden, der sie bei der Kinderbetreuung unterstützt oder ihnen den Anfang in einer neuen Stadt erleichtert. Beispiele wie diese gibt es viele. Und genau diese Beispiele machen Ina Remmers glücklich, weil sie weiß, sie kann mit ihrer Arbeit etwas Gutes tun. Der Unternehmenszweck ist nämlich nicht, möglichst hohe Gewinne einzufahren, sondern die Gesellschaft zu unterstützen.

Das ganze Interview können Sie ab dem 4. Dezember 2020 in der Print Ausgabe von Secrets of Success lesen.

Chefsessel statt Fußballfeld

Sie ist die Frau hinter TV-Sendern wie DMAX, TLC, Eurosport 1 und 2, Discovery Channel oder Animal Planet: Susanne Aigner-Drews ist seit 2011 Geschäftsführerin von Discovery Networks Deutschland. Das Sendernetzwerk erreicht 45 Millionen Haushalte, zwölf Millionen Pay-TV-Abonnenten sowie weitere vier Millionen User im Digitalbereich. Unter der Leitung der heute 49-Jährigen wurde das Münchner TV-Unternehmen 2013 in die Liste „Deutschlands beste Arbeitgeber“ aufgenommen.

Susanne Aigner-Drews wollte Journalistin werden, doch sie landete nach ihrem Studium beim Sender DSF nicht bei den Sportkommentatoren, sondern in der Vermarktung. Zum Glück. Denn als Medienmanagerin macht man der heute 49-Jährigen so schnell nichts vor. Ihre Karriere war steil, Aigner-Drews blickt auf 19 Jahre Cheferfahrung zurück. Als sie zur Geschäftsführerin bei der Mediaagentur Mediaplan ernannt wurde, war sie knapp 30. Diese Aufgabe forderte sie heraus. „Diese Zeit war eine sehr steile Lernkurve im Hinblick auf Managementfähigkeiten, Mitarbeiterführung, Durchsetzungsvermögen und persönliche Entwicklung.“

Was ihr geholfen hat, sich an die Spitze hochzuarbeiten? „Eine meiner Stärken ist die Leidenschaft für das, was ich mache. Ich kann sehr gut Zusammenhänge erfassen, strukturieren und daraus nächste Schritte, Handlungen und Aufgaben ableiten und Ziele formulieren.“ Als Chefin ist ihr auch ein gutes Betriebsklima wichtig. „Generell sehe ich mich als Teamplayer, der anderen zuhören kann, aber dann die Entscheidung übernimmt und die Verantwortung trägt. Gerade auch, wenn es um Veränderungen und manchmal nicht so einfache neue Prozesse geht, macht es mir Spaß, mich auf den Change einzustellen und das Team zu motivieren.“

Aigner-Drews versprüht Optimismus, eine gewisse Leichtigkeit – so als ob ihr niemand Steine in den Weg legen könnte. Sie winkt ab: „Mit Schwierigkeiten sind wir tagtäglich konfrontiert. Ich denke aber schon lange nicht mehr in Begriffen wie Hindernisse oder Schwierigkeiten, sondern in Themen, die gelöst werden müssen. Ich analysiere das Thema, finde heraus, wie es entstanden ist, welche Ausmaße und Konsequenzen es hat, welche Lösungsansätze es gibt. Am Ende frage ich mich: Welche Lösung bin ich bereit zu verantworten? Dahinter stehe ich dann auch. Und ich habe gelernt, dass es Situationen gibt, die ich schlichtweg nicht beeinflussen kann und in denen es deshalb keinen Sinn macht, Energie dafür zu verwenden, sie dennoch ändern zu wollen.“

Claudia Rothhammer

Unternehmerin Viola Fuchs bei der Speakers Night in Hamburg © Martin Brinckmann

Risotto statt Stiletto

Die Frau hat Pfeffer: Viola Fuchs hat nicht nur Energie, sie hat sich mit Pfeffer ein kleines Imperium aufgebaut. Ihr Gewürzladen VIOLAS’ Gewürze & Delikatessen, den die heute 52-Jährige 1997 in Hamburg eröffnet hat, ist ein Franchiseunternehmen mit 28 Standorten in Deutschland.

Der Morgen bei Viola Fuchs beginnt mit Kaffee. Aber ihrer hat mehr Pep: Sie trinkt ihn mit einer Prise ihres arabischen Kaffeegewürzes. Der Duft von Zimt, Kardamomsaat, Mazis, Nelken und Piment erinnert an 1001 Nacht, Pfeffer sorgt für den Extrakick. Wenn das den Start in den Tag nicht erleichtert? Für ihren Tag braucht Fuchs auch Energie. „Eine richtige Auszeit, in der ich nichts mache, gibt es nicht“, sagt die Powerfrau. Schon nach dem ersten Schluck aus der Kaffeetasse checkt sie ihre Mails, ihre Facebook- und Instagramseite, geht die Umsätze der Stores durch. „Erst dann wecke ich meine Kinder.“ Das gemeinsame Frühstück ist ihr heilig. „Beruflicher Erfolg ist schön und eine Bestätigung dafür, dass man etwas richtig gemacht hat. Aber es gibt immer jemanden, der noch erfolgreicher ist oder einem den Erfolg neidet. Erfolg ist auch vergänglich, das muss man immer vor Augen haben. Ich lebe in einer glücklichen Partnerschaft und habe drei wundervolle Kinder. Das ist mir wichtig“, sagt Fuchs.

Dass sie zur „Gewürz-Königin“ von Hamburg werden würde, hätte sie selbst nie gedacht. Eigentlich hatte sie in London Design studiert und arbeitete in der Hansestadt als Schuhdesignerin. Doch statt Stilettos kreiert sie heute Risotto-, Reis-, Pasta- und Gewürzmischungen. „Mein Motto ist: Wenn du willst, dass es gut wird, dann mach es selbst!“, sagt Fuchs. „Und Hamburg war an tollen Gewürzprodukten unterversorgt.“ Zuerst gab sie den Hamburgern Nachhilfe in Sachen Pfeffer, doch es bleibt noch viel zu tun. „Der durchschnittliche Supermarkt hat heute das Gewürzsortiment, das wir bereits vor 20 Jahren hatten.“

Ihr Talent wurde Viola Fuchs in die Wiege gelegt. Ihre Großeltern hatten in Wiesbaden einen Gewürzladen, ihre Mutter übernahm eine Filiale in Frankfurt. „Schon als kleines Mädchen liebte ich es, im Gewürzladen mitzuhelfen. Es war wie mein großer Kaufmannsladen. Der Geruch dort war Balsam für meine Seele“, schwärmt Fuchs. Von ihrer Mutter lernte sie viel über Gewürze und ferne Länder. „Noch heute finde ich viele meiner Inspirationen auf Reisen. Auch 21 Jahre nach der Gründung von VIOLAS’ gehe ich noch gerne in die Experimentierküche und probiere Kreationen aus.“

Claudia Rothhammer