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Ob Bonita Grupp oder ihr Bruder in der vierten Generation den Bekleidungshersteller Trigema übernimmt, steht noch nicht fest. / Foto: © TRIGEMA

„Planlosigkeit liegt mir nicht“

Noch ist die Zukunft von Bonita Grupp nicht in Stein gemeißelt – entweder sie oder ihr jüngerer Bruder werden den Bekleidungshersteller Trigema in der vierten Generation übernehmen. Doch fest steht: Die 32-Jährige, die im Familienunternehmen die Verantwortung für das Online-Geschäft und den Personal-Bereich trägt, hat eine große Zukunft als Unternehmerin vor sich.

 

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Erfolg ist nicht entscheidend, aber die Bestätigung, dass man etwas richtig gemacht hat, ist wichtig.

Was Ihr BWL-Studium am King’s College in London schon die Vorbereitung auf die Karriere im Familienunternehmen?

Sicherlich war das eine gute Voraussetzung für den Einstieg ins Familienunternehmen. Mit meinem Master in Wirtschaftsgeschichte an der London School of Economics habe ich aber eher mein persönliches Interessengebiet verfolgt.

Warum sind Sie ins Familienunternehmen eingestiegen?

Unsere Eltern haben meinen Bruder und mich schon in jungen Jahren in die Themen des Familienunternehmens miteinbezogen und wir sind mit der Firma aufgewachsen. Unser Haus steht auf der gegenüberliegenden Straßenseite und als Kinder haben in der Firma gespielt und später auch in den Ferien mitgeholfen.

Mussten Sie anfangs härter arbeiten, um sich zu beweisen, weil Sie die Tochter des Chefs waren?

Es war immer klar, dass wir uns Ansehen und Position erarbeiten müssen. Wenn man jung ins Unternehmen kommt, darf man auch noch Fehler machen. Ich habe in einer untergeordneten Position angefangen und mir mein jetziges Aufgabengebiet gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und meinen Eltern erarbeitet.

Was wollten Sie als Kind werden?

Familie Grupp: Wolfgang Grupp, seine Frau Elisabeth, Tochter Bonita und Sohn Wolfgang junior / Foto: © TRIGEMA

Als Kind hat mich die Design-Abteilung in unserer Firma fasziniert. Ich musste jedoch feststellen, dass meine Begabung nicht im kreativen Bereich liegt.

Wo sehen Sie Ihre Stärken?

Wo meine Stärken liegen, müssen andere beurteilen. Für mich ist es stets wichtig, ein Ziel vor Augen zu haben. Planlosigkeit liegt mir nicht.

Wobei haben Sie außer im täglichen Business noch gern Erfolg?

Ich glaube, es ist nicht immer gut, stets nach Erfolg und Aufmerksamkeit zu suchen, sondern man muss versuchen, mit sich und seiner Umgebung im Einklang zu stehen.

Als erfolgreiche Frau findet man sich manchmal in befremdlichen Situationen wieder: Was war das Dümmste, das je zu Ihnen gesagt wurde?

Ein Politiker hat mir einmal bei einer Veranstaltung nahegelegt, dass ich mich bewusst gegen eine Familiengründung entschieden hätte, da ich aktiv in die Nachfolge eingestiegen bin.

 

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Nach der Friseurausbildung folgte das Mathematikstudium, dann der Doktortitel in Physik – nun ist sie Analog-Astronautin: Dr. Carmen Köhler. / Foto: © Florian Voggeneder

“Ich will Abenteuer leben”

Waschen, föhnen, legen – das hätte der berufliche Alltag von Dr. Carmen Köhler werden können. Ihre Karriere begann mit einer Ausbildung im Friseur-Salon. Heute hat die gebürtige Berlinerin einen Doktortitel in Physik und eine eigene Firma, die sich mit Wetter- und Erdbeobachtungsdaten beschäftigt. Außerdem wurde die 41-Jährige vom Österreichischen Weltraum Forum als Analog Astronautin ausgewählt. Für eine Mars-Mission ist sie bereits bestens gewappnet, nur mit dem Flug ins All hat es bisher nicht geklappt. Aber das kann ja noch kommen.
Was genau macht eine Analog Astronautin?

Ich forsche auf der Erde für Erkenntnisse, die später bei astronautischen Missionen benötigt werden. Wir trainieren Problem-Situationen und proben neue Arbeitsabläufe, die bei einem Flug zum Mond oder zum Mars wichtig werden könnten – auf einem anderen Himmelskörper kann man das ja nicht. Eine Reise zum Mars dauert acht Monate, dann wäre man ein Jahr dort und reist wieder acht Monate zurück. In der Kommunikation rechnen wir im Durchschnitt mit einer Verzögerung von zehn Minuten in jede Richtung. Da kann man nicht mal eben um Hilfe bitten.

Was passiert bei so einer Übung?

Ich hatte bisher zwei Missionen in Mars-ähnlichen Gebieten auf der Erde. Einmal im Oman – und einmal am Kaunertaler Gletscher. Dort ist mir etwas sehr Lustiges und auch ein bisschen Peinliches passiert: Am ersten Tag waren die Medien dabei. Ich trug einen etwa 50 Kilo schweren Raumanzugsimulator – allein den anzuziehen dauert zwei Stunden. Durch die Sonne, die an diesem Tag sehr stark schien, schmolz allerdings das Eis. Ich versank immer mehr und fünf Reporter haben mich dann wieder rausgezogen. Die Schuhe habe ich dabei auch noch verloren. Die waren mir zu groß, weil damals noch alles auf Männer ausgelegt war. Das sah ziemlich witzig aus – wie man auch den Abendnachrichten entnehmen konnte. Auf dem Mars hätte ich so nicht überlebt…

Warum wollten Sie unbedingt Astronautin werden?

Der große Traum der 41-Jährigen Dr. Carmen Köhler: Einmal zum Mond fliegen. / Foto: © Florian Voggeneder

Ich durfte als Kind nach der Schule oft mit meiner Mama Raumschiff Enterprise und MacGyver im Fernsehen sehen. Für mich war ein Astronaut immer wie ein MacGyver auf der Enterprise. Man muss irgendwie alles können. Man muss sozial sein, man muss sich selbst Blut abnehmen können, man ist Ingenieur, man fliegt ins Weltall… Diese Kombination hat mich total fasziniert, deshalb wollte ich Astronautin werden, traute mir das aber nicht zu. Ich hatte aber noch eine zweite Leidenschaft: Mit drei oder vier Jahren habe ich mir schon selbst den Pony geschnitten – und zwar gerade. Mit zehn Jahren durfte ich dann auch schon bei Mama an die Haare. Ich habe dann eine Ausbildung zur Friseurin gemacht und wollte Maskenbildnerin werden.

Wie kam es nach der Ausbildung zur drastischen Kehrtwendung?

Ich hatte einen Kunden, der war BWL-Professor. Bei einem dieser typischen Friseur-Gespräche, die man eben so führt, fragte er mich, was ich gerade lese. Das war ein Buch über einen mathematischen Beweis. Ab da hat er mir immer mathematische Probleme mitgebracht. Nach der Friseurausbildung habe ich dank der Unterstützung meines Umfelds gemerkt, dass ich einfach probieren muss Mathematik zu studieren, weil ich das für mich und meinen Kopf brauchte. Ich schneide aber auch heute noch immer sehr gern Haare…

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Wenn sie gerade nicht Mars-Missionen simuliert, leitet die gebürtige Berlinerin ihre eigene Firma, die sich mit Wetter- und Erdbeobachtungsdaten beschäftigt / Foto: © Florian Voggeneder

Abenteuer leben zu können. Erfolg ist für mich die Mischung aus Glücklichsein, meine Interessen weiterentwickeln und Geld dabei verdienen, mit dem ich mir meine geliebten Bücher und Equipment wie Gleitschirme leisten kann. Das hängt alles zusammen. Mein Erfolgsgeheimnis ist, wenn ich denn überhaupt eines habe, dass ich etwas verfolge, was mir Spaß macht. Nur dann ist man auch gut darin. Mich treibt an, dass es noch wahnsinnig viel gibt, was ich nicht weiß und vieles, das ich noch ausprobieren will.

Sie klingen so furchtlos. Gibt es etwas, das Ihnen Angst macht?

Unwissenheit. Wenn man etwas nicht weiß, kann man damit nicht umgehen.

Wovon träumen Sie?

Ich habe eine Mond-Sehnsucht. Einmal zum Mond zu fliegen ist mein Traum.

Was ist ein Must-have in ihrem Beruf?

Als Mathematikerin und Programmiererin ist eine Frustrationstoleranz sehr wichtig. Es dauert oft lange, eine fehlerfreie Lösung zu finden. Aber ich liebe es zu programmieren: Wenn der Code richtig ist, dann läuft das Programm. Wenn nicht, dann nicht.

Ist es für Ihren Partner manchmal schwer, an der Seite einer so energiegeladenen und erfolgreichen Frau zu bestehen?

Das Erfolgsgeheimnis von Dr. Köhler ist, dass sie nur etwas verfolgt, was ihr Spaß macht. „Nur dann ist man auch gut darin”, so die Doktorin der Physik. / Foto: © Claudia Stix

Wir ergänzen uns gut und sind uns sehr ähnlich. Er ist auch Analog-Astronaut und kennt es nicht anders. Außerdem will er selbst auch ins All.

Was wäre, wenn der Traum bei einem klappt und beim anderen nicht?

Wir sind da ganz entspannt und freuen uns für den anderen. Ich hoffe, dass es bei ihm klappt.

Passen Work-Life-Balance und Erfolg eigentlich zusammen?

Wenn man nur Sachen macht, die einem Spaß machen, hat man das Thema nicht. Aber das Zeit-Management muss man im Auge behalten.

Kann man denn beides haben – eine Karriere als Astronautin und eine Familie?

Absolut! In Amerika sieht man das gut. Da ist das normal. Und man muss schließlich in jedem Beruf sehen, wer sich um die Kinder kümmert.

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Bei ihren Mitarbeiter:innen ist sie bekannt für ihr offenes Ohr und die pragmatischen Lösungsansätze: Geschäftsführerin von „Aldiana Club Resorts“ Stefanie Brandes. / Foto: Aldiana GmbH

„Aufgeben gilt nicht“

Hinter ihr liegen beruflich die mit Abstand härtesten Jahre ihres Lebens: Erst musste Stefanie Brandes, die Geschäftsführerin des Premium Clubanbieters Aldiana, ihre Firma durch Turbulenzen steuern, die die Pleite eines Gesellschafters ausgelöst hat – und dann kam direkt im Anschluss Corona. Geschlafen hat sie schon seit Sommer 2019 kaum mehr ruhig, aber die Leidenschaft, für Aldiana zu kämpfen, brennt nach wie vor in ihr.

Was bedeutet für Sie genau Erfolg?

Erfolg ist für mich, die gesteckten Ziele zu erreichen und dabei das Beste gegeben zu haben. Dabei geht es mir aber nicht nur um harte Fakten wie Umsatz oder Qualität, sondern auch um die „weichen Ziele“. Bin ich zufrieden? Wie begeistert sind die Mitarbeiter_innen und Gäste? Und das Wichtigste: Den Erfolg auch im Team zu feiern und sich darüber zu freuen. Der Applaus der Kollegen spornt für die Zukunft an.

Was bedeutete die Thomas-Cook-Pleite für Aldiana?

Die Thomas-Cook-Insolvenz war definitiv existenzgefährdend für uns. Nicht wegen der gesellschaftlichen Minderheitsanteile, die Thomas Cook hielt, sondern vielmehr wegen des operativen Alltags. Von heute auf morgen hatten wir kein Buchungssystem, keinen Flugeinkauf und keinen Transferservice in einigen Zielgebieten mehr. Außerdem mussten wir kurzfristig auch neue Büroräume für die Aldiana-Zentrale suchen, da wir bis dato im Thomas-Cook-Gebäude ansässig waren. Die Situation hat uns über Nacht erwischt. In weniger als zwei Monaten haben wir ein eigenes Buchungssystem aufgebaut und in vielen Nacht- und Wochenendstunden Gäste manuell wieder auf ihre ursprünglichen Flüge eingebucht. Das war sehr anstrengend, hat aber auch Kräfte in den Teams freigesetzt, die ich so noch nie gesehen habe. Wir hätten uns allerdings nicht vorstellen können, dass es noch schlimmer kommen kann. Bis Anfang Februar 2020 waren wir im Krisen-Modus, dann hatten wir so weit wieder alles im Griff – und im März ging Corona los.

Haben Sie in den letzten knapp drei Jahren überhaupt ein einziges Mal gut geschlafen?

Ihr Führungsstil mag unkonventionell sein, hat ihr Unternehmen aber tapfer durch die Krisen gebracht. / Foto: privat

Offen gesprochen, war die Zeit sehr herausfordernd und hat viel Energie und Nerven gekostet. Das hat zahlreiche schlaflose Nächte nach sich gezogen. Ich fühle mich verantwortlich für mein Team und nehme das ernst. Deshalb fiel und fällt mir das Abschalten schwer. Es beschäftigt mich auch heute noch sehr intensiv.

Wie reagiert man als Geschäftsführerin am besten auf eine Hiobsbotschaft?

Zunächst einmal mit Ruhe. Ich funktioniere dann. Wichtig ist, die Lage so schnell wie möglich zu analysieren, die Fakten zusammenzutragen und ein Krisenteam zusammenzustellen. Bei mir werden die Knie immer erst weich, wenn alles zu meiner Zufriedenheit gelöst ist.

Was haben Sie aus den beiden direkt aufeinander folgenden – wirklich existenzbedrohenden – Krisen gelernt?

Aufgeben gilt nicht und es gibt oft noch Lösungen, die man im ersten Moment nicht sieht. Ganz entscheidend sind die Menschen um dich herum. Es müssen wirklich alle mitziehen, sonst hast Du keine Chance. Ich bin mächtig stolz darauf, was jeder Einzelne in der Aldiana-Familie geleistet hat. Beeindruckt hat mich auch, wie wir gegenseitig auf uns aufgepasst, uns geholfen haben und wie jeder für jeden eingesprungen ist. Aber es wird auch Zeit, dass möglichst bald wieder eine Art von Normalität eintritt, da die Akkus mittlerweile schon sehr leer sind…

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Beim Reiten kommt die Unternehmerin zur Ruhe und findet Inspiration in der Natur. / Foto: privat

Ich habe gelernt, meinen Weg zu gehen, der an der einen oder anderen Stelle als Geschäftsführung auch sehr unkonventionell ist, weil ich mich nicht über meinen Titel identifiziere, sondern über meine Leistung. Ich brauche zum Beispiel keine VIP-Behandlung, wenn ich in einen unserer Aldiana-Clubs komme. Laut meiner engsten Mitarbeiter_innen bin ich ein Mensch, der sehr gut zuhören kann und sehr gute Antennen hat. Kommunikation und Transparenz ist mir sehr wichtig, so dass möglichst effizient gearbeitet werden kann. Darüber hinaus schätzen die Kollegen_innen meine pragmatischen Lösungsansätze und dass man mir oft an der Nasenspitze ansieht, ob ich etwas gut oder schlecht finde.

Was unterscheidet Ihren Führungsstil eventuell von dem männlicher Kollegen?

Hier sind wir schnell bei Klischees. Es gibt unterschiedliche Führungsstile. Ob man diese immer nur an dem Thema Mann oder Frau festmachen kann, bezweifele ich. Wichtig für mich ist es, dass mich Menschen respektieren, weil ich die Dinge so tue, wie ich sie tue. Ich denke, ich kann gut motivieren. Fordern und fördern ist mein Thema. Ich musste aber zum Beispiel auch lernen, die Weichmacher aus meiner Sprache zu entfernen und klar zu kommunizieren, was ich will. Am Anfang habe ich sehr häufig den Konjunktiv verwendet – ein Fehler, den viele Frauen machen…

Wo oder wobei finden Sie Ruhe und Inspiration?

Ich liebe die Natur und in der Corona-Zeit habe ich das Spazierengehen für mich entdeckt. Wenn ich die Gelegenheit habe, dann reite ich im Gelände oder spiele Golf – zugegeben noch im Anfängermodus. Und ich habe meine Begeisterung für die Musik wiedergefunden. Zum Leidwesen meiner Nachbarn lerne ich jetzt Saxofon.

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„Sozial-Kompetenz ist für mich ein Must-have“

Fachkompetenz, Sorgfalt und Empathie sind für Dagmar Wöhrl Must-haves in ihrem Beruf. / Foto: Dagmar Wöhrl

Eigentlich wollte sie Tierärztin werden, aber dafür reichten ihre Noten nicht. Stattdessen studierte Dagmar Wöhrl Jura. Richtige Entscheidung: Heute ist die 67-Jährige eine der bekanntesten Unternehmerinnen Deutschlands. Nach ihrer politischen Karriere kennt das TV-Publikum sie als Jurorin der Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“. Und nicht nur im übertragenen Sinn kann sie mit ihrer Tierliebe doch noch Gutes tun: Neben ihren vielen sozialen Projekten für Menschen in Not engagiert sich die ehemalige Miss Germany für das Nürnberger Tierheim. Obwohl sie als Ehefrau des Unternehmers Hans Rudolf Wöhrl nicht unbedingt arbeiten müsste, war es ihr stets wichtig, finanziell unabhängig zu bleiben und ihr Leben eigenverantwortlich zu führen. Eine Erfolgsgeschichte!

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten großen, materiellen Wunsch, den Sie sich erfüllt haben?
Ein neues Auto! Dieser Wunsch hat zu meinem Ausflug in die Model-Branche geführt. Weil es bei der Miss Germany 1977 einen Neuwagen zu gewinnen gab, habe ich überhaupt teilgenommen. Ich brauchte damals unbedingt ein Auto, weil mein alter Mini den Geist aufgab. (lacht)

Was bedeutet heute für Sie Luxus?
Ich glaube, ich bin kein klassisches Luxus-Girl. Ich habe nicht den Schrank voller Taschen und ich trage auch nicht immer die neusten Schuhe. Luxus bedeutet für mich, mir viele meiner Wünsche selbst erfüllen zu können, ohne jemanden um Erlaubnis fragen zu müssen. Wenn man dann noch die Möglichkeit hat, Menschen zu unterstützen, die nicht auf der Sonnenseite stehen, das ist sehr erfüllend. Mein großes Glück ist, dass meine Mama noch lebt und sie noch Teil meines Lebens ist.

Engagiert sich unter anderem für das Nürnberger Tierheim / Foto: Dagmar Wöhrl

Was war die größte Schwierigkeit, die Sie auf Ihrem Weg zum Erfolg überwinden mussten?
Eine Herausforderung war sicherlich mein Wechsel in die Bundespolitik. Das war eine große Umstellung, auch für meine Familie. Im Jahr war ich mindestens 22 Wochen nicht zu Hause. Das hieß eine komplette Umstellung unseres Familienlebens. Unter der Woche war mein Mann Mutter und Vater in einem. Ich war aus der Ferne für die Hausaufgaben zuständig. Damals war das alles sehr umständlich – Handys gab es noch nicht – und funktionierte nur, wenn wir uns die Aufgaben per Fax hin- und herschickten. Das waren die privaten Herausforderungen. Beruflich musste ich mich als Frau erst einmal behaupten und darum kämpfen, meine vorhandene Expertise als Rechtsanwältin und Unternehmerin auch einbringen zu können.

Wie vereinbaren Sie heute Beruf und Privatleben?
Bei mir haben beide nie in direkter Konkurrenz gestanden. Als Mitglied eines Familienunternehmens gibt man die Firma nicht an der Garderobe ab, sobald man das eigene Zuhause betritt. Die Arbeit hat bei uns immer mit am Essenstisch gesessen, egal ob am Morgen oder am Abend. In der heutigen Zeit kann man von jedem Ort aus arbeiten, sodass ich selbst im Familienurlaub die nötigsten Dinge erledigen kann.

Was war – außer den Noten – eigentlich ausschlaggebend für Ihre Berufswahl?
Mir wurde meine Liebe für Bücher schon in die Schultüte gelegt. Außerdem habe ich akribisch meine Hefte geführt und meine Vorliebe für chronologische Abläufe entdeckt. Als lösungsorientierter Faktenmensch schien mir Jura da perfekt zu passen. Meine weiteren Karriereschritte waren allerdings meistens ungeplant. Dass ich nach meinem zweiten Staatsexamen eine eigene Kanzlei gründen würde, war für mich zwar schon während des Studiums klar, die Übernahme der Rechtsabteilung unseres Familienunternehmens schon weniger. 1990 begann ich, politische Luft zu schnuppern. Dies verdankte ich einem hartnäckigen Anwaltskollegen, der mir zusprach, für die CSU im Stadtrat zu kandidieren. Den vier Jahren im Stadtrat folgten 23 Jahre im Deutschen Bundestag, unter anderem als Parlamentarische Staatsekretärin des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie – das war sicher mit der einschneidendste Schritt.

23 Jahre war sie im Deutschen Bundestag, unter anderem als Parlamentarische Staatsekretärin des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie. / Foto: Dagmar Wöhrl

Gab es auch Rückschläge während Ihrer Karriere?
Natürlich! Ursprünglich sollte ich Luftfahrtkoordinatorin der Bundeskanzlerin werden. Da aber mein Mann zum damaligen Zeitpunkt Luftfahrtunternehmen besaß, erfanden Lufthansa und Opposition einen Interessenkonflikt, indem man suggerierte, dass mein Mann davon profitieren könnte. Dabei wäre das Thema Luftverkehrsrechte gar nicht in meinem Verantwortungsbereich gefallen, sondern hauptsächlich Technologie. Bei einem Mann hätte man nie hinterfragt, was die Frau beruflich macht, bei einer Frau dagegen schon (lacht). Am Ende wurde ich Maritime Koordinatorin der Kanzlerin. Eine Berufung, die ich nicht missen möchte.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten unterstützt?
Mein Mann! Er ist seit bald vierzig Jahren an meiner Seite und ich habe jede berufliche Entscheidung mit ihm zusammengetroffen. Anfang der 80er Jahre war es nicht selbstverständlich, dass sich eine Frau so ohne Weiteres selbst verwirklicht, schon gar nicht, wenn sie mit einem erfolgreichen Unternehmer verheiratet ist. Ich habe aber schon immer meinen Unterhalt selbst verdient, wollte meine Selbständigkeit und Unabhängigkeit nicht aufgeben. Auch als unsere zwei Kinder schon auf der Welt waren, hat mein Mann mich bestärkt, meine beruflich neuen Herausforderungen anzugehen. Ohne seine Unterstützung und die meiner Mama, die sich rührend um ihre Enkel gekümmert hat, wäre meine politische Karriere nicht möglich gewesen.

Apropos Menschen unterstützen: Sie selbst engagieren sich in vielen Projekten für Menschen in Not. Wie wichtig ist Ihnen soziales Engagement?
Sozial-Kompetenz ist für mich ein Must-have. Gerade wenn man erfolgreich ist. Ich würde mir aber wünschen, wenn sich noch mehr sozial engagieren würde, egal, in welchem Bereich sie tätig sind. Dafür braucht es auch keine großen Geldbeiträge. Oftmals hilft es schon, wenn man sich z.B. Zeit nimmt, um älteren Menschen vorzulesen oder einfach zuzuhören. Auch Tierheime freuen sich immer über ehrenamtliche Helfer. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, ohne soziales Engagement zu leben. Mich erfüllt es mit Freude, wenn ich benachteiligten Kindern wenigstens für kurze Zeit mit meinem Tun, ein Lächeln aufs Gesicht zaubern kann. Deshalb bin ich auch stellvertretende Vorsitzende von Unicef Deutschland und Vorstandsmitglied bei der TUI Care Foundation. Und mit unserer eigenen kleinen Stiftung, die wir zu Ehren unseres verstorbenen Sohnes gegründet haben, unterstütze ich auch viele Projekte in Deutschland und der Welt. Unsere Emanuel-Wöhrl-Stiftung konnte z.B. schon in Afrika, Nepal oder Sri Lanka hilfreiche Arbeit leisten. Darauf bin ich wirklich stolz!

Welche weiteren Must-Haves braucht es in Ihrem Beruf?
Fachkompetenz, Sorgfalt und Empathie. Außerdem ist ein gutes Netzwerk das „A“ und „O“ in der heutigen Berufswelt. Daher kann ich nur jedem raten, sich frühzeitig zu vernetzen und dieses Netzwerk auch zu pflegen. Dafür braucht es Kommunikationsfreude, Kreativität und Leidenschaft für die Sache.

Als Jurorin in der TV-Sendung “Die Höhle der Löwen” ist Dagmar Wöhrl schon seit Jahren tätig. / Foto: Dagmar Wöhrl

Von diesen Tipps profitieren sicher auch Ihre Schützlinge bei „Die Höhle der Löwen“. Wie beeinflusst Sie die Arbeit mit den Gründern?
Ich liebe es, mit meinen Start-ups Strategien zu erarbeiten und dann zu sehen, wie diese auch funktionieren. Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn meine Gründer erfolgreich sind! Das beflügelt mich, in dieser Richtung noch weiter aktiv zu sein.

Wie leiten Sie Ihr eigenes Team?
Ich sehe mein Team eher als Partner. Daher habe ich auch schon sehr lange die gleichen Menschen um mich herum. Vertrauen, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit sind Attribute, auf die ich großen Wert lege. Dazu gehört für mich auch, offen für konstruktive Kritik zu sein. So kann ich mich weiterentwickeln und wir erreichen gemeinsam die größten Erfolge.

Welche Ziele in Sachen Erfolg setzen Sie sich persönlich für die Zukunft?
Wirklich neueZiele verfolge ich zurzeit nicht. Wichtig für mich ist, meine Nachfolge in meinen charitativen Projekten zu regeln, damit diese nachhaltig fortgeführt werden können. Dies liegt mir sehr am Herzen.

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Bild: © Michael Vögele

Wenn Kindheitsträume wahr werden

`Hey Oma, schau genau hin, da möchte ich auch einmal dabei sein!´ Das war der Satz, den Christina Obergföll im Alter von 11 Jahren zu ihrer Oma gesagt hat, nachdem sie erstmals die Olympischen Spiele im Fernsehen verfolgt hatte.

„Die vielen Sportler, die vollen Stadien, die Stimmung… All das hat mich so fasziniert, dass für mich in dem Moment klar war, wo die Reise für mich hingehen sollte.“, so die ehemalige Sperrwerferin.

Dieses Ziel, das sie sich als 11-jährige gesetzt hatte, hat sie dann im Alter von 23 Jahren erreicht, als sie bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 teilnehmen konnte. Sicherlich einer der Höhepunkt ihrer sportlichen Karriere. Allerdings muss die deutsche Rekordhalterin und ehemalige Inhaberin des Europarekordes nicht lange überlegen, wenn sie nach dem persönlichen Highlight ihrer Karriere gefragt wird. „Das ist eindeutig die Goldmedaille bei den Weltmeisterschaften 2013 in Moskau. Ich habe in meiner Karriere viele Medaillen gewonnen, aber auf diese Goldene musste ich 8 Jahre warten!“ Das lange Warten war mit hartem Training, vielen anderen Erfolgen aber auch Rückschlägen verbunden. „Jede erfolgreiche Karriere lebt von Höhen und Tiefen. Im Leistungssport sind das Verletzungen oder auch verpasste Platzierungen. Wie 2011.

Bild: © Michael Bode

Bei der WM in Daegu hatte ich mir bereits die Goldmedaille vorgenommen. Doch am Ende des Wettkampfes stand ich als Viertplatzierte mit leeren Händen da. Das war der Tiefpunkt meiner Karriere.“ Nach diesem vierten Platz hatte Christina Obergföll kurz überlegt, alles hinzuwerfen. Doch schnell war ihr klar, dass das ihrer Art und ihrer Einstellung widersprechen würde. „Ich habe nach Rückschlägen immer versucht, etwas Abstand zu finden, andere Dinge auszuprobieren und den Kopf frei zu bekommen. Außerdem wurde mir bewusst, wie wichtig mentale Stärke ist.

Deshalb habe ich angefangen, mit einem Mentaltrainer zu arbeiten.“ Für Christina Obergföll ist neben Durchhaltevermögen und Disziplin eines sehr entscheidend, wenn man Erfolg erreichen möchte. „Setze dir ein klares Ziel und verfolge es konsequent. Soll heißen, du lässt dich durch Niederlagen nicht gleich vom Weg abbringen, sondern lernst aus deinen Fehlern und entwickelst dich dadurch weiter,“ sagt sie und schiebt hinterher: „Failure is part of success!“ Die 40-jährige hat sich nie von ihrem Weg abbringen lassen und kann auf eine erfolgreiche Sportkarriere zurückblicken.

Bild: Christina Obergföll

Während dieser Zeit hat sie auch ihren heutigen Mann kennengelernt. Den ehemaligen Sperrwerfer Boris Obergföll, der auch 2012 ihr Trainer wurde. „Mit Boris im Team gelang mir der Gewinn der lang ersehnten Goldmedaille. Ohne seine neuen Impulse wäre ich vielleicht bis heute die ewige Zweite geblieben.“ Warum ihr Mann ihren Namen bei der Hochzeit angenommen hat, lässt sich übrigens ganz leicht erklären, wie Christina Obergföll verrät: „Während meiner Sportkarriere habe ich sehr häufig mit meinem heutigen Ehemann Wetten abgeschlossen.

Bild: Christina Obergföll

Vor dem Gewinn der Goldmedaille in Moskau 2013, haben wir gewettet: Bei Gold nehmen wir bei der Eheschließung meinen Namen an, bei allen anderen Platzierungen nehmen wir seinen Nachnamen.“ Nun, am Ende gab es Gold und den gemeinsamen Name Obergföll. Die ehemalige Sperrwerferin hat mit ihrer Karriere ihren Kindheitstraum erfüllen können und war über viele Jahre absolute Weltspitze in der Leichtathletik. Mit den richtigen Menschen an seiner Seite kann man viel erreichen. „Ich hatte sowohl die Unterstützung meiner Eltern, als auch immer Glück an gute Trainer „geraten zu sein“.

Ich finde es ungemein wichtig, sich Menschen zu suchen, von denen man was für sein Leben und seine Karriere lernen kann,“ sagt sie und schiebt hinterher …

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

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Man muss auch mal gegen den Strom schwimmen

 

Maßanzüge und Kostüme sind ihre große Leidenschaft. Egal ob moderner Business Anzug, Kleidung im Vintage Stil, historische Kostüme oder individuelle Freizeitkleidung, Bettina Overbeck macht es möglich. Bettina Overbeck aus Hamburg übt den Beruf des Maßschneiders mit großer Begeisterung aus. Seit 2004 ist sie selbständig und seit 2005 Gewandmeisterin. Es entstehen in Ihrem Atelier hochwertige Maßanzüge nach den persönlichen Vorstellungen ihrer Kunden und Kostüme für Shows und Musicals. Edle Materialien und eine hervorragende Verarbeitung mit Liebe zum Detail garantieren hohe Qualität, eine lange Lebensdauer und herrlichen Tragekomfort.

 

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Meine Kunden glücklich zu machen! Erfolg am Kunden ist, dass jeder individuell bleiben kann, und trotzdem gut angezogen ist. Junge Menschen auf dem Weg begleiten.

 

Was wollten Sie als Kind werden?

Ich hätte auf alle Fälle nicht gedacht, dass ich Gewandmeisterin werde. Diesen Wunsch hatte ich erst mit 18 Jahren, und habe den Traum dann erst mit Anfang 30 in die Realität umgesetzt/verwirklicht.

 

Was war für Sie ausschlaggebend bei Ihrer Berufswahl?

Ein Jahr vor dem Abitur habe ich einen Nähkurs gemacht, bei dem wir entwerfen durften. Dieser wurde von einer Dozentin abgehalten. 2x im Jahr Modenschau auf einem Altbau Dachboden in HH Eppendorf stand auf dem Programm. Dafür durfte ich dann erste Kollektionen entwerfen und technisch umsetzen.

 

Was waren für Sie bisher Ihre wichtigsten Karriere-Schritte?

Als einer der wichtigsten Karriere-Schritte würde ich meine Ausbildung am Ernst-Deutsch-Theater als Herrenmaßschneiderin nennen. Daraus folgten dann Jobs beim NDR, bei AIDA und dem Operettenhaus, sowie Theaterproduktionen. Sogar den Grand Prix durfte ich betreuen.

 

Gab es einen materiellen Wunsch der Sie am Anfang bis zum ersten (großen) Erfolg begleitet hat? Meine Firma ist mein größter Erfolg. Ich habe jeden Cent und jede freie Minute in die Firma investiert.

 

Was ist bislang das persönliche Highlight Ihrer Karriere?

Eins meiner persönlichen Highlights war es für die Bühne zu arbeiten und dafür zu sorgen, dass alles perfekt läuft und jeder Darsteller sich selbst im besten Licht präsentieren kann. Diese Einstellung lebe ich auch heute noch mit meinen Privatkunden, indem ich diese individuell perfekt kleiden darf.

 

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für Ihren Erfolg maßgeblich sind?

Ich habe früh gelernt auf eigenen Beinen zu stehen und habe alles selbst erarbeitet. Auch bei Rückschlägen habe ich mich nicht unterkriegen lassen. Ich arbeite termingerecht und pünktlich. Eine der wichtigsten Tugenden.

 

Was ist Ihr persönliches Erfolgsgeheimnis?

Glaubt an euch selbst und an eure Stärken! Aus Rückschlägen lernen! Fehler möglichst kein zweites Mal machen und offen für neue Wege und Ideen sein!

 

Falls es einen markanten Wendepunkt in Ihrer Karriere gab, wie sah der aus?

Ich habe für meinen beruflichen Erfolg richtig gekämpft. Ich hatte zwei kleine Kinder und war alleinerziehend. Mütter sind geniale Manager, da sie dies durch das Multitasking und immer online sein notgedrungen lernen. Ich hatte wenig Geld während der Gewandmeister Ausbildung, weil nebenbei jobben nicht möglich war und habe nachts für die Semesterarbeiten durchgearbeitet.

 

Was würden Sie Ihrem Jüngeren Ich raten?

Meinem jüngeren Ich würde ich raten, die Dinge manchmal gelassener zu sehen. Erstmal abwarten, analysieren und dann entscheiden.

 

Sie haben großes soziales Engagement. Wie äußert sich das?

Ich habe mehrfach Flüchtlingen und sozial Schwachen geholfen, indem ich diese in meinen Betrieb als Mitarbeiter eingestellt habe. Teilweise als Geselle, teilweise als Auszubildende.

 

Wie vereinbaren Sie Ihren Beruf mit dem Privatleben?

Mein Beruf ist mein Privatleben. Da ist ein fließender Übergang, weil ich auch gerne an Sonntagen im Atelier bin. Meine Leidenschaft ist mein Beruf.

 

An welchen Orten finden Sie neue Inspiration?

Ich bin ein Natur-Mensch und habe viele Orte, wo ich neue Inspirationen finde. Zum Beispiel in den Bergen im Schwarzwald und in der französischen Schweiz fühle ich mich immer wohl. Zusätzlich natürlich auch bei meiner Familie, die mir immer sehr viel Kraft gibt. Ich fahre gerne Fahrrad, da ich selbst selten Auto und fast keine Bahn nutze. Das alles ist mein Stressausgleich.

 

Was ist ein Must-Have in ihrem Beruf?

Ich denke die drei wichtigsten Eigenschaften sind: Gespür für Menschen, Integrität und die Zuverlässigkeit. Speziell für meinen Beruf finde ich die Empathie, das Gespür für Farben und Formen, Handwerkliches Können und das Gefühl für Material und Design ausschlaggebend.

 

Wenn Sie nicht das geworden wären, was Sie heute sind, was wären Sie dann?

Dann wäre ich sicherlich Opernsängerin geworden. Ich hätte dann Gesang/ Musik studiert, da ich gesanglich ab dem Alter von 11 Jahren musikalisch ausgebildet wurde. U.a. war ich von 16- 23 Jahren Altistin im Hauptchor Sankt Michaelis.

 

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie etwas anders machen?

So eine Frage ist immer leichter zu stellen, als zu beantworten. Ich folge dem Fluss des Lebens und den Aufgaben, die da kommen.

 

Was ist heute Ihr Antrieb jeden Tag weiterzumachen, nachdem Sie nun erfolgreich sind?

Ich habe nie ausgelernt und interessiere mich immer wieder für Neues

 

Was glauben Sie ist die wichtigste Eigenschaft die erfolgreichen Menschen heute brauchen? Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Zuverlässigkeit, gedankliche Kreativität

 

Welche Rolle spielt sozialer Status bzw. die Herkunft bei dem Wunsch Erfolgreich zu sein?

Keine. Vermutlich definiert sich der Erfolg nur etwas anders. In armen Regionen dieser Welt kann Erfolg schon bedeuten, etwas zu Essen ergattert zu haben, oder sauberes Trinkwasser.

 

Wem -außer der eigenen Familie- würden Sie Erfolg am meisten gönnen und warum?

Erfolg sollte nicht nur bestimmten Menschen vorbehalten sein, deshalb freue ich mich für jeden, der für sich erfolgreich ist.

 

Welche Ziele in puncto Erfolg setzen Sie sich für die Zukunft?

Ich möchte mein Atelier weiterhin langsam und kontinuierlich zum Erfolg führen.

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt!

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Hat schon einen beeindruckenden Weg hinter sich: Westenergie AG Vorstandsmitglied Katherina Reiche. Foto © Westenergie AG

Gewiss kein „Samtpfötchen“

Früher stellvertretende Bundestagsfraktionsvorsitzende der CDU/CSU, Staatssekretärin in zwei Ministerien und Hauptgeschäftsführerin beim Verband kommunaler Unternehmen, nun Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG und Vorsitzende im Nationalen Wasserstoffrat: Seit mehr als zwei Jahrzehnten mischt Powerfrau Katherina Reiche Männerdomänen auf. Dabei ist sie stets Familienmensch geblieben – und genau das ist Teil ihres Erfolgsrezept.

Ohne das iPhone geht bei Katherina Reiche nichts. Denn jemand, der die Geschicke des größten deutschen Verteilnetzbetreibers mit mehr als 15 Standorten leitet und sich dazu in verschiedenen Räten der Bundesregierung engagiert, ist viel unterwegs. „Ich verbringe viel Zeit im Auto. Ohne mein iPhone kann ich nicht arbeiten. Ich kommuniziere viel über SMS und WhatsApp. Übrigens nicht nur beruflich, sondern ich organisiere auch unsere Familie via Smartphone“, verrät Reiche. Doch die dreifache Mutter organisiert die Familie nicht nur, sie lebt die Familie. Im heimischen Brandenburg macht der Tausendsassa seinen Kopf frei für neue Ideen und tankt Energie.

Stichwort Energie: Die begleitet Reiche schon seit Jahrzehnten: Erst während ihres Studiums der Chemie, dann in ihren politischen Betätigungsfeldern und jetzt als Vorstandsvorsitzende bei der Westenergie AG sowieso. „Wer nicht für ein Thema brennt, kann schwerlich Erfolg haben“, sagt sie. Umso mehr erfüllt es die 47-Jährige mit Stolz, dass sie in ihrer Funktion nun einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Energiewende leisten kann. Dieses soziale Gewissen, gepaart mit dem Gespür für aktuelle Entwicklungen, ist Reiches Antrieb, Erfolgsrezept und Ziel zugleich. Denn: „Erfolg geht immer einher mit Verantwortung.“
Von Jonas Raab

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Dr. Silvia Bentzinger ist die Geschäftsführerin der Marke Seidensticker. Fotos: © Seidensticker

Raus aus der Frauenfalle:
Bloß nicht der Perfektion nachrennen!

2300 Mitarbeiter, 10 Millionen produzierte Teile jährlich und rund 180 Millionen Euro Umsatz: Dr. Silvia Bentzinger ist CEO der berühmten Hemden- und Blusenmarke Seidensticker. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zählt innerhalb der Unternehmensgruppe zu den wichtigsten Themen – rund 75 Prozent der Belegschaft sind weiblich.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Sich selbst treu bleiben. Viele Frauen scheitern daran, weil sie der Illusion von Perfektion nachrennen: Perfekte Geschäftsfrau, perfektes Aussehen, perfekte Mutter, die jeden Kuchen selbst backt, perfekte Gastgeberin, perfekte Ehefrau. Letztlich kommt es darauf an, loszulassen und seinen eigenen Weg zu finden.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriereweg?
Covid-19 ist die größte Herausforderung meiner Karriere. Ich erinnere mich aber auch daran, dass es nicht leicht war, nach der Geburt meiner beiden Kinder beruflich wieder Fuß zu fassen, auch wenn meine Kinder natürlich nicht als Rückschläge zu bezeichnen sind! Es ist zunächst ein kräftezehrender Spagat, morgens am Verhandlungstisch zu sitzen und später am Wickeltisch oder am Fußballplatz zu stehen. Zwei völlig verschiedene Welten, zwischen denen man pendeln muss. Es braucht etwas Zeit, sich daran zu gewöhnen.

Was raten Sie einer jungen Frau, die in Ihre Fußstapfen treten möchte?
Ich werde oft von Frauen am Ende der Elternzeit gefragt: „Kann ich das überhaupt?“ Ja, natürlich. Ich versuche, ihnen Mut zu machen. Wichtig ist: Wer von allen geliebt werden will, ist als Führungskraft nicht geeignet. Daneben zählt: Gegenseitige Unterstützung ist oft der Schlüssel zum Erfolg. Deshalb rate ich allen Frauen, sich ein gutes Netzwerk aufzubauen – privat und beruflich.

Wie besteht man als Frau in einer Männerdomäne?
Ich kann nur raten, nicht locker zu lassen und immer wieder gute Ideen einzubringen. Auch, wenn man manchmal zurückstehen und abwarten muss. Sich für Situationen, die zum Beispiel die Kinder betreffen, zu rechtfertigen oder gar zu entschuldigen, halte ich für völlig falsch.

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Angela Nelissen und Christiane Haasis lieben Teamarbeit und machen JobSharing in der Führungsebene. Foto: Unilever

Jobsharing im Chefsessel

Christiane Haasis und Angela Nelissen – kurz: CHAN – betreiben Jobsharing auf höchster Ebene und haben so die perfekte Balance zwischen ihren persönlichen, beruflichen und sozialen Lebensbereichen gefunden. Die beiden sind Chefinnen der Eis- und Teesparte von Unilever. Gearbeitet wird jeweils zu 60 Prozent. Und das nicht, weil sie es müssen, sondern
weil sich CHAN schon vor über zehn Jahren für Jobsharing entschieden und es gemeinsam perfektioniert haben. In der Praxis läuft das so: Die Wochentage sind aufgeteilt, Montag bis Mittwoch ist Christiane Haasis im Büro, Mittwoch bis Freitag Angela Nelissen. Corona hat das ein bisschen durcheinandergewirbelt – aber Flexibilität und Agilität sind für die beiden Tagesgeschäft.

Als Haasis und Nelissen das Jobsharing für sich starten wollten, mussten die beiden Frauen ihren Chef erst davon überzeugen. Jobsharing in Führungspositionen ist ein eher ungewöhnliches Modell. Die beiden durchliefen eine klassische Unilever-Karriere, als sie bei der Marke Dove erstmals zusammentrafen, Nelissen als Markenverantwortliche und Haasis als Operative Chefin für West- & Osteuropa. „Wir waren oft gemeinsam unterwegs, um unsere Pläne von Polen bis Portugal mit den jeweiligen Länderteams umzusetzen. Nach weiteren Stationen im Marketing kreuzten sich dann unsere Wege wieder vor etwa zehn Jahren. Gemeinsam entwickelten wir das Jobsharingmodell für und mit Unilever und führen gemeinsam sehr erfolgreich eine große Business Unit als Vice President für DACH“, erklärt Haasis.

Die Beförderung zum Vice President Refreshment stellt für CHAN auch das bisherige Highlight ihrer Karriere dar. Auf der einen Seite sei die Aufgabe und operative Führung dieser Business Unit mit so einem großen Team sehr herausfordernd gewesen. „Auf der anderen Seite war das ein klares Zeichen pro Jobsharing und zwar intern wie auch extern. Damit hat das Thema Jobsharing nochmal richtig Fahrt aufgenommen“, sagen Haasis und Nelissen. Viele Firmen, u. a. Xing und Microsoft, hätten die beiden daraufhin gebeten, als Keynote Speaker von ihren Erfahrungen zu berichten und das Thema einer breiteren Gruppe von Topmanagern, Topmanagerinnen und Firmen vorzustellen. „Wir lieben Teamarbeit“, sagt Haasis – für sie eine wichtige Eigenschaft, um erfolgreich zu sein. „Zusammen mit ganz unterschiedlichen Individuen eine Vision zu entwickeln und diese dann gemeinsam umzusetzen, das ist unsere Stärke.“ Talent Diversity ist dabei mehr als ein Buzzword für die beiden Frauen.

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Film- und Fernsehunternehmerin Susanne Porsche ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes.

„Ich gebe einfach nicht auf!“

Prof. Susanne Porsche ist als Film- und Fernsehunternehmerin seit über zwanzig Jahren eine feste und erfolgreiche Größe im Mediengeschäft.

Mit einem klaren Ziel vor Augen machte sie sich bereits mit 27 Jahren selbstständig.

„Mein Vater war mein großes Vorbild. Auch er war selbstständig und von ihm wusste ich, dass man als Selbstständige dann selbst und ständig arbeitet. Auch am Wochenende. So habe ich es von Beginn an gemacht. In den ersten Jahren wollte und konnte ich keinen Urlaub nehmen“, weiß sie aus ihren Anfängen zu berichten. Susanne Porsche gründete mehrere Produktionsfirmen, wie 1990 die MPS mediaproductions oder 2007 die summerset GmbH. 2010 übernahm sie die Neue Münchner Fernsehproduktion. Dabei hatte sie ursprünglich Ärztin werden und in die Krebsforschung gehen wollen. Das Medizinstudium begann sie zwar, doch schon bald entdeckte sie ihre Faszination für die Medienlandschaft. Nach einem Vorsprechen wurde sie als Moderatorin engagiert. „Ich muss sagen, dass viele glückliche Umstände meinen Weg geprägt haben, wobei sehr schnell für mich feststand, dass ich Produzentin werden möchte.“ Bis dahin folgten allerdings noch viele Schritte. Sie arbeitete als Regieassistentin, Regisseurin und Redakteurin. „Ich habe alles gemacht und immer Learning by Doing. Ich weiß aber, dass ich damals einfach immer im richtigen Moment am richtigen Platz war.“

Doch allein das perfekte Timing hat aus Susanne Porsche nicht die Erfolgsfrau gemacht, die sie heute ist. Angesprochen auf ihre Stärken kommt die prompte Antwort: „Ich gebe einfach nicht auf! Außerdem bin ich mutig, habe Humor und ich bin ziemlich fleißig, auch wenn das früher nicht sehr angesagt war.“

Seit 1980 ist die heute 68-Jährige als selbstständige Produzentin aktiv. Seit einigen Jahren investiert Susanne Porsche auch in Start-up-Unternehmen. „Das ist für mich Berufung. Ich investiere Geld und möchte, dass es auch fließt. Gleichzeitig treibt mich das aber auch beruflich an. Wenn ich den jungen Menschen mein Wissen vermitteln kann, dann ist das auch ein Erfolg.“

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Frische und gesunde Lebensmittel sind die entscheidenden Zutaten in Daniela Laubingers Erfolgsrezept – privat wie beruflich. Bild © Jürgen Frank

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Daniela Laubinger hilft mit ihrer Natural Weight Loss Company Promis und Topmanager*innen in Hamburg beim Abnehmen. Als sie ihr Konzept vor rund zehn Jahren entwickelte, sorgte es schnell auch in London und Abu Dhabi für Aufsehen.

Medizinstudium bei der Bundeswehr, nebenbei Gebietsleitung in einer Werbeagentur, dann ein Schlenker zu L’Oréal und schließlich die eigene Firma: Daniela Laubinger bezeichnet ihren beruflichen Weg als „durchaus ungewöhnlich“. Anders machen würde sie trotzdem nichts. Warum auch, schließlich ist sie seit mittlerweile zehn Jahren genau da, wo sie immer hinwollte. „Meine eigene Firma zu haben, war schon immer mein größter Wunsch. Selbstständig arbeiten zu können, ist ein großes Geschenk. Und meine Arbeit macht mir sehr, sehr viel Spaß“, sagt sie.

In ihrer Karriere hätte sich einiges gefügt, sagt die 47-Jährige. Auch wenn Daniela Laubinger gerne von Fügung oder Glück spricht, sind das sicherlich nicht die Hauptgründe für ihren Erfolg: Ihr fundiertes Wissen aus dem Medizinstudium, ein einmaliges Konzept, Leidenschaft für ihr Vorhaben, Selbstvertrauen und Freude am Netzwerken ließen schon in den ersten Monaten ihrer Selbstständigkeit opulente Angebote aus Abu Dhabi und London ins Haus flattern.

Aber der Reihe nach. Die erste Fügung: Auf die Idee, sich mit ihrer Natural Weight Loss Company als Ernährungsberaterin selbstständig zu machen, kam Daniela Laubinger nur, weil sie für ihre eigene Hochzeit abnehmen wollte, in sechs Wochen elf Kilo verlor und damit einer Dame auf einer Gartenparty doch recht imponierte. Und weil diese Dame zu der Zeit als Beraterin für eine Schönheitsklinik in Abu Dhabi tätig war, wurde man in den Vereinigten Arabischen Emiraten schnell auf Daniela Laubinger aufmerksam und lud sie ein.

Da sie nicht als Privatperson sondern als Unternehmerin nach Asien reisen wollte, gründete sie im Schnellverfahren eine Firma, schrieb Tag und Nacht an einer Präsentation und saß ein paar Tage später damit im Flugzeug. „Man hat mich im Emirates Palace untergebracht und von Termin zu Termin chauffiert. Dann nahm das Ganze sehr viel Fahrt und gipfelte beim dortigen Gesundheitsminister“, erzählt sie. Nach reichlich Überlegungszeit lehnte Daniela Laubinger das Angebot, mit ihrem Programm in sieben Emiraten zu starten, aber ab. „Ich habe mich auf mein Bauchgefühl verlassen. Ich muss nicht alles um jeden Preis machen. Zwei Wochen im Monat dort vor Ort zu sein, kam für mich einfach nicht infrage.“ Mutig zu sein und auf getroffene Entscheidungen zu vertrauen, hat Daniela Laubinger seitdem unaufhörlich nach vorne gebracht. In ihrer Hamburger Praxis geben sich seit Jahren Topmanager*innen und Promis die Klinke in die Hand.

Auf dem Flug nach Abu Dhabi die zweite Fügung: Während Daniela Laubinger ihrer Präsentation den letzten Feinschliff verpasste, bot ihr ein Sitznachbar an, sich das Ganze als Native Speaker nochmal anzuschauen. Wie die Dame auf dem Gartenfest war er begeistert von Daniela Laubingers Konzept. Später stellte sich heraus, dass er einer der Top Ten plastischen Chirurgen Großbritanniens ist. Auch er bot ihr an, als Ernährungsberaterin in seiner Londoner Praxis zu arbeiten. „Er meinte, das wäre genau das Richtige für seine Patienten. Er gab mir einen Schlüssel für seine Praxis und hat mir die Hand geschüttelt.“ Drei Jahre lang arbeiteten die beiden dann erfolgreich zusammen, bis der gebürtige Amerikaner seine Londoner Praxis aufgab, um wieder in die Heimat zurückzukehren. Das Angebot, die Praxis im Anschluss komplett zu übernehmen, lehnte Daniela Laubinger aus zeitlichen und familiären Gründen ab.

Von Jonas Raab

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©nebenan.de

Ina von nebenan

„Gute Nachbarn sind ein Schatz“, heißt ein Sprichwort in Ungarn. Dem kann Ina Remmers nur zustimmen. Seit fünf Jahren arbeitet sie daran, dass dies auch immer mehr Menschen in Deutschland bewusst wird. Die 37-Jährige ist Mitbegründerin der Plattform nebenan.de, auf der 1,7 Millionen Nachbarn registriert und aktiv sind. Ihre Karriere begann sie in Kreativ- und Designagenturen und war viele Jahre als selbständige Markenberaterin und Kommunikationsstrategin tätig.

Aufgewachsen ist Ina Remmers in der Schwäbischen Alb. Landleben und Idylle pur sozusagen. Jeder kennt jeden, man hilft sich, wo man kann. Als Kind träumte sie davon, eines Tages Polizistin zu sein und für Gerechtigkeit zu sorgen. Mit dem Abi in der Tasche entscheidet sie sich aber für die Kreativbranche, startet ihr Berufsleben in einer Agentur und baut sich in Berlin ein neues Leben auf, einer Stadt, in der zwar Millionen von Menschen leben, das aber häufig anonym Tür an Tür. „Ich kenne Nachbarschaft sozusagen in allen Facetten“, sagt sie. Nach ein paar Jahren wagt sie den Schritt in die Selbstständigkeit. „Es war meine Chance, etwas selbst zu gestalten“, sagt sie. Die neue Freiheit genießt sie.

Aber sie merkt auch: „Die beste Leistung liefere ich ab, wenn ich das Gefühl habe, ich kann mit meiner Arbeit etwas Gutes tun.“ Aber passt Kommerz und Soziales überhaupt zusammen? Die Antwort liefern ihr eines Tages Christian Vollmann und Till Behnke, die von einer Plattform träumen, die Nachbarn zusammenbringt. „Die Entscheidung, ob ich mitmache, fiel in einer Sekunde. Ich habe mir die Idee angehört und sofort gewusst: Ja, das macht Sinn. Das will ich machen.“ Gemeinsam gründen sie 2015 die Plattform. Die Idee kommt an. Nicht nur in den Großstädten, sondern auch in kleineren Städten und sogar auf dem Land. Mit 1,7 Millionen Nutzern ist nebenan.de Deutschlands größtes soziale Netzwerk für Nachbarn. Hier lernen sich täglich Menschen übers Internet kennen, die Tür an Tür wohnen und sich gegenseitig helfen wollen. Laut einer Erhebung erbringen die Nachbarn, die über die Plattform nebenan.de in Kontakt kommen, eine gesellschaftliche Leistung in Höhe von fünf Millionen Euro. Geld, das sich Institutionen, Einrichtungen oder der Staat „einsparen“.

Für Ina Remmers zählt aber der menschliche Aspekt mehr. Wie die Rückmeldungen von Usern zeigen, können ältere Menschen durch die Hilfe ihrer Nachbarn länger alleine zu Hause wohnen bleiben, sind weniger einsam. Junge Familien hingegen haben jemanden, der sie bei der Kinderbetreuung unterstützt oder ihnen den Anfang in einer neuen Stadt erleichtert. Beispiele wie diese gibt es viele. Und genau diese Beispiele machen Ina Remmers glücklich, weil sie weiß, sie kann mit ihrer Arbeit etwas Gutes tun. Der Unternehmenszweck ist nämlich nicht, möglichst hohe Gewinne einzufahren, sondern die Gesellschaft zu unterstützen.

Das ganze Interview können Sie ab dem 4. Dezember 2020 in der Print Ausgabe von Secrets of Success lesen.

Chefsessel statt Fußballfeld

Sie ist die Frau hinter TV-Sendern wie DMAX, TLC, Eurosport 1 und 2, Discovery Channel oder Animal Planet: Susanne Aigner-Drews ist seit 2011 Geschäftsführerin von Discovery Networks Deutschland. Das Sendernetzwerk erreicht 45 Millionen Haushalte, zwölf Millionen Pay-TV-Abonnenten sowie weitere vier Millionen User im Digitalbereich. Unter der Leitung der heute 49-Jährigen wurde das Münchner TV-Unternehmen 2013 in die Liste „Deutschlands beste Arbeitgeber“ aufgenommen.

Susanne Aigner-Drews wollte Journalistin werden, doch sie landete nach ihrem Studium beim Sender DSF nicht bei den Sportkommentatoren, sondern in der Vermarktung. Zum Glück. Denn als Medienmanagerin macht man der heute 49-Jährigen so schnell nichts vor. Ihre Karriere war steil, Aigner-Drews blickt auf 19 Jahre Cheferfahrung zurück. Als sie zur Geschäftsführerin bei der Mediaagentur Mediaplan ernannt wurde, war sie knapp 30. Diese Aufgabe forderte sie heraus. „Diese Zeit war eine sehr steile Lernkurve im Hinblick auf Managementfähigkeiten, Mitarbeiterführung, Durchsetzungsvermögen und persönliche Entwicklung.“

Was ihr geholfen hat, sich an die Spitze hochzuarbeiten? „Eine meiner Stärken ist die Leidenschaft für das, was ich mache. Ich kann sehr gut Zusammenhänge erfassen, strukturieren und daraus nächste Schritte, Handlungen und Aufgaben ableiten und Ziele formulieren.“ Als Chefin ist ihr auch ein gutes Betriebsklima wichtig. „Generell sehe ich mich als Teamplayer, der anderen zuhören kann, aber dann die Entscheidung übernimmt und die Verantwortung trägt. Gerade auch, wenn es um Veränderungen und manchmal nicht so einfache neue Prozesse geht, macht es mir Spaß, mich auf den Change einzustellen und das Team zu motivieren.“

Aigner-Drews versprüht Optimismus, eine gewisse Leichtigkeit – so als ob ihr niemand Steine in den Weg legen könnte. Sie winkt ab: „Mit Schwierigkeiten sind wir tagtäglich konfrontiert. Ich denke aber schon lange nicht mehr in Begriffen wie Hindernisse oder Schwierigkeiten, sondern in Themen, die gelöst werden müssen. Ich analysiere das Thema, finde heraus, wie es entstanden ist, welche Ausmaße und Konsequenzen es hat, welche Lösungsansätze es gibt. Am Ende frage ich mich: Welche Lösung bin ich bereit zu verantworten? Dahinter stehe ich dann auch. Und ich habe gelernt, dass es Situationen gibt, die ich schlichtweg nicht beeinflussen kann und in denen es deshalb keinen Sinn macht, Energie dafür zu verwenden, sie dennoch ändern zu wollen.“

Claudia Rothhammer

Unternehmerin Viola Fuchs bei der Speakers Night in Hamburg © Martin Brinckmann

Risotto statt Stiletto

Die Frau hat Pfeffer: Viola Fuchs hat nicht nur Energie, sie hat sich mit Pfeffer ein kleines Imperium aufgebaut. Ihr Gewürzladen VIOLAS’ Gewürze & Delikatessen, den die heute 52-Jährige 1997 in Hamburg eröffnet hat, ist ein Franchiseunternehmen mit 28 Standorten in Deutschland.

Der Morgen bei Viola Fuchs beginnt mit Kaffee. Aber ihrer hat mehr Pep: Sie trinkt ihn mit einer Prise ihres arabischen Kaffeegewürzes. Der Duft von Zimt, Kardamomsaat, Mazis, Nelken und Piment erinnert an 1001 Nacht, Pfeffer sorgt für den Extrakick. Wenn das den Start in den Tag nicht erleichtert? Für ihren Tag braucht Fuchs auch Energie. „Eine richtige Auszeit, in der ich nichts mache, gibt es nicht“, sagt die Powerfrau. Schon nach dem ersten Schluck aus der Kaffeetasse checkt sie ihre Mails, ihre Facebook- und Instagramseite, geht die Umsätze der Stores durch. „Erst dann wecke ich meine Kinder.“ Das gemeinsame Frühstück ist ihr heilig. „Beruflicher Erfolg ist schön und eine Bestätigung dafür, dass man etwas richtig gemacht hat. Aber es gibt immer jemanden, der noch erfolgreicher ist oder einem den Erfolg neidet. Erfolg ist auch vergänglich, das muss man immer vor Augen haben. Ich lebe in einer glücklichen Partnerschaft und habe drei wundervolle Kinder. Das ist mir wichtig“, sagt Fuchs.

Dass sie zur „Gewürz-Königin“ von Hamburg werden würde, hätte sie selbst nie gedacht. Eigentlich hatte sie in London Design studiert und arbeitete in der Hansestadt als Schuhdesignerin. Doch statt Stilettos kreiert sie heute Risotto-, Reis-, Pasta- und Gewürzmischungen. „Mein Motto ist: Wenn du willst, dass es gut wird, dann mach es selbst!“, sagt Fuchs. „Und Hamburg war an tollen Gewürzprodukten unterversorgt.“ Zuerst gab sie den Hamburgern Nachhilfe in Sachen Pfeffer, doch es bleibt noch viel zu tun. „Der durchschnittliche Supermarkt hat heute das Gewürzsortiment, das wir bereits vor 20 Jahren hatten.“

Ihr Talent wurde Viola Fuchs in die Wiege gelegt. Ihre Großeltern hatten in Wiesbaden einen Gewürzladen, ihre Mutter übernahm eine Filiale in Frankfurt. „Schon als kleines Mädchen liebte ich es, im Gewürzladen mitzuhelfen. Es war wie mein großer Kaufmannsladen. Der Geruch dort war Balsam für meine Seele“, schwärmt Fuchs. Von ihrer Mutter lernte sie viel über Gewürze und ferne Länder. „Noch heute finde ich viele meiner Inspirationen auf Reisen. Auch 21 Jahre nach der Gründung von VIOLAS’ gehe ich noch gerne in die Experimentierküche und probiere Kreationen aus.“

Claudia Rothhammer