MATHIAS MESTER


Jede Situation kann Bestleistung erzeugen

22-mal Deutscher Meister, sieben Weltmeistertitel, vier Europameistertitel: Ex-Profisportler und Botschafter des paralympischen Sports  Mathias Mester  blickt auf zahlreiche Erfolge seiner Karriere, die er 2021 beendete, zurück. Die Erfahrungen seiner Sportlerlaufbahn verarbeitet er nun in kreativen Videos, die mehr Aufmerksamkeit für den paralympischen Sport generieren.

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Mit 35 Jahren haben Sie sich vom aktiven Sportwettkampf verabschiedet. Welches Highlight ist besonders in Erinnerung geblieben?

Paralympics 2012, London, 80.000 Menschen im Stadion, ausverkauftes Haus. Ich wusste, nach vorn geht nicht mehr viel. Ich habe meinen Speer zum letzten Versuch genommen, mich zum Publikum gedreht und geklatscht. Allerdings stimmte kein Zuschauer ein und klatschte mit. Als mich die Kamera auf der Anzeigetafel zeigte, applaudierten alle! Dieser Moment hat mich getragen und sorgte dafür, dass es im Wettkampf mein weitester Wurf wurde. Für die Spitze hat es nicht mehr gereicht, aber dieses motivierende Gefühl kann mir keiner nehmen.

Diese einmaligen Erlebnisse erschweren sicherlich die Entscheidung, seine Karriere bewusst zu beenden.

Zweifellos, aber man soll gehen, wenn es am schönsten ist. Am letzten Tag der Para-EM der Leichtathleten im polnischen Bydgoszcz holte ich im Speerwurf mit 36,31 Metern und 29 Zentimetern Vorsprung die fünfte deutsche Goldmedaille.

Wenn einem der Abschluss vergoldet wird, ist es natürlich sehr besonders.

Jetzt nutzen Sie Ihre Popularität für verschiedene Formate, um den Para-Sport in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken.

Genau. Es ist mir wichtig, Menschen (mit Handicap) zu motivieren. Es sind spannende Dinge geplant! Ich möchte weiter im Entertainment-Bereich unterwegs sein und meine Reichweite als Botschafter nutzen. Mit meinem Buch „Klein anfangen, groß rauskommen – Mein verrücktes Leben auf 142,5 cm“ habe ich vor einiger Zeit den Anfang gemacht. Zudem habe ich einen eigenen Podcast, bin in verschiedenen TV-Shows zu Gast oder halte Vorträge. Seit einer Weile bin ich außerdem als Radiomoderator zu hören.

Social Media spielt in diesem Zug eine tragende Rolle. Wie wichtig sind Ihnen diese Plattformen?

Mir macht Social Media sehr viel Spaß. Wenn den Leuten gefällt, welche Inhalte ich poste, motiviert mich dies umso mehr.

Besonders die Beiträge, in denen ich meine Größe zum Thema mache, stoßen auf große Resonanz.

Woher nehmen Sie die ganze Inspiration für diese Projekte?

Gemeinsame Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden ist der größte Ideen­geber.

Ein vertrauensvolles Umfeld bedeutet für mich Luxus und Glück gleichermaßen.

Hinter jedem starken Menschen steht in der Regel auch immer ein starkes Umfeld, das den Weg mitgeht.