CHRISTIAN JENDRECZEK

"Erfolg bedeutet, dass wir alles richtig gemacht haben"

Christian Jendreczek, CEO von Infopulse Europe GmbH (seit 05/24 in die Tietoevry integriert) einem führenden Anbieter von digitalen Ende-zu-Ende-Beratung und Dienstleistungen, hat in seiner beeindruckenden Karriere viele Höhen und Tiefen durchlebt. Somit ist für ihn Erfolg mehr als nur das Erreichen von Zielen. „Erfolg bedeutet mir und somit dem Team, dass wir alles richtig geplant, besprochen und durchgeführt haben“, erklärt er.

Es ist für ihn auch ein Gefühl der Zufriedenheit und Anerkennung für erbrachte Leistungen. Dabei betont er, dass es nicht nur um die Ergebnisse gehe, sondern um den gesamten Prozess. Es geht ihm auch um sein Team, um die Zusammenarbeit und um die Menschen. „Ich bin ein kommunikativer Mensch und lege viel Wert auf Meinungsvielfalt und offene Kommunikation“, beschreibt er seine Motivation. Für ihn ist es essenziell, dass ein Konsens gefunden wird, der von allen mitgetragen wird –insbesondere während der oft herausfordernden Phasen eines „Change-Prozesses“.

Ein prägender Schritt in Christian Jendreczeks Karriere war seine Zeit bei IBM, wo er seine Ausbildung begann. „Die Aufstiegsmöglichkeiten dort waren leistungsbezogen und weniger auf die akademische Qualifikation fokussiert“, erinnert er sich. Besonders wichtig waren für ihn dabei die authentischen Mentoren, die ihm als Vorbilder dienten und ihn auf seinem Weg begleiteten. Diese Erfahrungen formten seine Einstellung zu Führung und Erfolg nachhaltig. Doch der herausforderndste Moment in seiner Karriere kam früh: „Ich bin als Führungskraft gleich im ersten Jahr in die Bewährungsprobe gekommen – Personalabbau und Niederlassungsschließungen im großen Stil“, erzählt er. Die Arbeit in enger Absprache mit den Betriebsräten und das Finden sozialverträglicher Lösungen für jeden einzelnen Mitarbeiter war eine enorme Herausforderung, aber auch ein persönliches Highlight. „Es ging darum, die besten Lösungen für alle zu finden“, sagt er. 

Herr Jendreczek sieht seine größte Stärke in seiner Authentizität.

„Ich bin privat und beruflich dieselbe Person – keine Masken“,

erklärt er. Klare Kommunikation und Ehrlichkeit sind ihm wichtig. „Menschen wünschen sich heute – privat, beruflich und politisch – klare, lösungsorientierte Aussagen“, meint er. Diese Direktheit hat ihm auf seinem Karriereweg geholfen, auch in schwierigen Zeiten.

Natürlich hat es auch Rückschläge gegeben. „Ohne Niederlagen gibt es keinen Beweis für ‚Steherqualitäten‘“, erklärt er. Für ihn waren berufliche Wechsel, die oft neue Herausforderungen mit sich brachten, prägend. „Jeder Neustart ist von Erfahrungen geprägt“, sagt er, und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu:

„Mit der Zeit lernt man, wem man vertraut und wo Abstand einem gut tut.“

So war auch der markante Wendepunkt Christian Jendreczeks Karriere der Moment, als er den „sicheren Konzernhafen“ verließ. „Viele Dinge waren eingefahren und vorgegeben“, erinnert er sich. Der Wechsel brachte ihm neue Erfahrungen, Kollegen und Kunden, aber auch die Notwendigkeit, alte Gewohnheiten und Rituale hinter sich zu lassen. „Man muss bereit sein, sich auf Neues einzulassen und nach vorne zu schauen“, sagt er. Das bedeutet auch gleichzeitig: Man muss Mut zur Lücke haben. Zudem ist es wichtig, zuzuhören und Ratschläge anzunehmen. „Entscheidungen sollte man immer eine Nacht lang überdenken“, rät er jungen Menschen, die Erfolg anstreben. Hast und überstürztes Handeln sind selten gute Berater.

Für ihn ist die „Lust und Freude an Begegnungen und die Zusammenarbeit mit Menschen“ wichtig. Besonders spannend findet er den aktuellen Fokus auf Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, Themen, die seiner Meinung nach Neugier wecken sollten, anstatt Ängste zu schüren.

Auf die Frage, was eine gute Führungskraft ausmacht, hat Jendreczek eine klare Antwort: „Man muss Vorbildcharakter haben, in guten wie in schwierigen Zeiten.“ Für ihn ist eine erfolgreiche Führungskraft jemand, der mit Authentizität und Zielstrebigkeit agiert und das Team stets im Blick hat: „Denn am Ende gewinnt und verliert man immer im Team.“  DU