"Erfolg ist die Wahrnehmung von außen"
Er wusste von Anfang an, was er wollte – einen Studenten-Oscar. Und den hat sich Nachwuchs-Regisseur Welf Reinhart schon mit 28 Jahren geschnappt. Noch bevor er mit der Arbeit an seinem Abschlussfilm begonnen hat …
Was ist für Sie Erfolg?
Nur die Wahrnehmung von außen. Der Film, mit dem ich den Studenten-Oscar gewonnen habe, war vorher ein Jahr lang verhältnismäßig unerfolgreich und ich selbst bin auch der gleiche geblieben. Aber durch den Preis wurden der Film und ich plötzlich anders wahrgenommen. Die Kritik von Leuten war wie weggeblasen.
Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Sich von Rückschlägen nicht demotivieren zu lassen. Ich habe die Ausdauer, immer wieder neu zu beginnen oder weiterzumachen, bis ich mal Glück beziehungsweise
Erfolg habe. Und beobachten hilft auch. Mein Ziel war der Studenten-Oscar – schon, als ich mit meinem Studium begonnen habe. Um meine Chancen zu verbessern, habe ich mir alle nominierten und siegreichen Filme der letzten zehn Jahre viele Male angeschaut. Ich wollte rausfinden, was einen Film aus Sicht der Academy so gut macht, dass er ausgezeichnet wird. Das war die beste Schule für mich.
Wussten Sie schon als Kind, dass es für Sie irgendwann zum Film geht?
Ursprünglich wollte ich Polizist werden wie mein Bruder und mein Vater. Aber ich habe eine ganz leichte Rot-Grün-Schwäche, von der ich zwar nichts merke, die aber trotzdem ein Ausschlusskriterium bei der Polizei ist. Ich habe deshalb versucht, die Seh-Tests auswendig zu lernen – das hat auch funktioniert. Aber dadurch war ich so abgelenkt, dass ich beim Konzentrationstest durchgefallen bin. Im Nachhinein bin ich froh, dass es nicht geklappt hat.
Was ist die größte Hürde, die man in Ihrer Branche überwinden muss?
Da gibt es viele. Angefangen von der Bewerbung an der Filmschule, wo pro Schule aus mehr als 400 Bewerbern jedes Jahr nur acht bis zehn genommen werden. Bei mir hat es auch nicht im ersten Anlauf geklappt. Dann die Finanzierung des Studiums – und anschließend die der Filme. Bald stehe ich vor der nächsten Herausforderung: Ich möchte zum Fernsehen, um Arbeitserfahrung zu sammeln und endlich Geld zu verdienen mit dem, was ich liebe: dem Geschichtenerzählen und Filmemachen. JR