Unter dem Label „dekLart“ verkauft er seine Werke auch bei Instagram. Fotos: privat

Der Künstler der Stars

Vom Maurerlehrling zum Architekturstudenten. Vom Architekten zum angesagtesten , dessen Werke für fünfstellige Beträge über den Tresen gehen: Dennis Klapschus hat eine Karriere im Turbomodus hingelegt. Heute ist er zufrieden, aber noch lange nicht satt.

Multimillionär Robert Geiss, TV-Gigant Dieter Bohlen und Fußballnationalspieler Jonathan Tah haben etwas gemeinsam: Sie alle haben einen knalligen Klapschus. Ein Klapschus? Das ist ein kollagenartiges Sprayart-Kunstwerk des Essener Künstlers Dennis Klapschus. Und es sind bei Weitem nicht die einzigen Promis, die auf seine extravaganten Pop-Art-Werke schwören.

Obwohl Klapschus als Kind einer Handwerkerfamilie schon früh den Traum hatte, später einmal reich zu sein und seine finanzielle Freiheit heute schätzt, ist Geld nicht sein Hauptansporn. „Ich denke, bei jeder Berufswahl sollte der Spaß im Vordergrund stehen“, sagt der 35-Jährige, der mittlerweile auch Porsches, Bentleys oder Birkin Bags als Leinwand nutzt und die bunten Comicfiguren, die seine Werke zieren, in Miami ausstellt. Viel Herzblut und Ehrgeiz haben ihn dorthin gebracht. Vor allem mutig müsse man sein, um Erfolg zu haben, sagt Klapschus. Und man müsse immer an sich glauben, egal was andere sagen: „Ich bin an viele falsche Leute geraten, die einen kleinhalten wollen – leider auch aus dem direkten Umfeld. ‚Nein, das schaffst du eh nicht‘ haben sie gesagt …“

Dass es Klapschus dennoch geschafft hat, verdankt er nicht nur seinem Talent. „Ohne meine Frau wäre das alles nicht möglich gewesen. Meine Frau, meine Kinder und ich, wir sind ein Team und das ist unsere große Stärke“, sagt der zweifache Familienvater. Klapschus vermarktet seine Werke abseits der traditionellen Kunstwege in Eigenregie – unter anderem und vor allem auch bei Instagram – unter dem Label „dekLart“.
Von Jonas Raab

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Trotz vieler Niederlagen hat er es zum Erfolg geschafft: Moderator Daniel Aminati. © Andreas Thümmler

„Ich war immer ein Kämpfer“

Sein Leben glich einer Achterbahnfahrt: Die Kindheit verbrachte Daniel Aminati im Erziehungsheim, dann stieg er kometenhaft zum Popstar auf und landete letztlich unsanft in einem Schuldenberg. Der TV-Moderator ist aber für jeden Moment seiner Geschichte dankbar, besonders für die Schlechten. Denn die haben ihn geformt.

Daniel Aminati hat eine klare Lebensphilosophie: „Ein guter Tag ist, wenn Du mehr gelacht als Dir Gedanken über Probleme gemacht hast. Es gibt für fast alles eine Lösung. Ich möchte mich mehr in der Freude befinden als im Pessimismus“, sagt er. Es ist also nicht nur Fassade, dass der heute 47-Jährige wie ein Sunnyboy wirkt, der auf ruhiger See zum Erfolg gesegelt ist – obwohl er mehr als einem Sturm trotzen musste. Der TV-Star verrät: „Mein Leben wurde extrem von Niederlagen geprägt.

Das fing schon in der Kindheit an. Ich habe keinen Schulabschluss und bin ab meinem zehnten Lebensjahr in insgesamt drei Erziehungsheimen groß geworden – mein Weg war sehr, sehr steinig. Aber wegen des Lebens, das ich hinter mir habe, bin ich jetzt auch der, der ich bin. Ich war immer ein Kämpfer und kein Opfer.

Du lernst laufen nur durchs Hinfallen. Ich glaube, dass jeder Stolperstein Motivation sein kann zu wachsen.“ Wie damals, als er als Mitglied von „Bed & Breakfast“, der ersten deutschen Boyband, das Popstar-Klischee lebte und so einen finanziellen Scherbenhaufen produzierte. „Das wieder in Ordnung zu bringen und zu verstehen, was für mich ein zufriedenes Leben bedeutet, hat Jahre gedauert, war aber auch unfassbar lehrreich für mich. Ich bin zwar durch meine Arbeit noch immer eine Person der Öffentlichkeit, aber in erster Linie achte ich jetzt darauf, Mensch zu sein.

Das ganze Interview können Sie ab 4. Dezember 2020 in der Printausgabe von “Secrets of Success” lesen.

Ab heute im Handel: Die zweite Printausgabe von Secrets of Success!

 

 

 

 

 

Hier können Sie die zweite Ausgabe erwerben.

 

Denkt man an Psychothriller, fällt einem sofort der Besteller Autor Sebastian Fitzek ein.

„Who the fuck is Fitzek?“

Es ist heute kaum vorstellbar, dass ein Sebastian Fitzek seinen Debütroman bei 18 Verlagen einreicht und 15 Absagen erhält. Fitzek – der Erfolgsautor für Psychothriller, der seit 2006 einen Bestseller nach dem anderen schreibt. Die Gatekeeper von damals fassen sich vermutlich immer noch an den Kopf ob der Erfolgsgeschichte Fitzeks: ein Bestseller nach dem anderen, Buchpreise en masse und schließlich die Verfilmung einiger Bücher. Fitzeks Erfolg ist das Ergebnis einer einfachen Prämisse: Er tut, was ihm Spaß macht.

 

 

 

Was war für Sie bei Ihrer Berufswahl ausschlaggebend?
Ich hab schon immer gern gelesen und mich dabei oft gefragt, ob ich auch so eine Geschichte erzählen und schreiben könnte. Dann hab ich es einfach gemacht.

Die Verlage waren eher abweisend, was Ihren Debütroman betraf. Was war der Wendepunkt?
Der Tag, als Droemer Knaur mein erstes Manuskript angenommen hat und ich ein Jahr später das Buch in den Händen hielt.

Wer hat Sie auf diesem Weg am meisten unterstützt?
Ich habe unglaubliches Glück, ich habe viele Unterstützer. Angefangen mit meinen Eltern, die wirklich alles mitgemacht haben, was ich mir so ausgedacht habe. Meine Mutter ist „Schuld“ daran, dass ich Autor geworden bin. Sie hat immer alles von mir gelesen und wenn ich total verzweifelt war über den Müll, den ich fabriziert hatte, und aufgeben wollte, sagte sie, das ist toll, ich will weiterlesen, bitte schreib weiter. Heute muss ich mich bei so vielen Menschen für ihre Unterstützung bedanken, das sehen Sie ja auch an meinen Danksagungen.

Der Weg zum Erfolg ist manchmal auch steinig und mühsam. Was würden Sie jungen Menschen raten, die Erfolg haben möchte?
Einstein sagte einmal: „Jeder ist ein Genie. Aber wenn du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben lang glauben, dass er dumm sei.“
Und ich füge hinzu: Lasst euch umgekehrt nicht davon abhalten, auf einen Baum zu klettern, nur weil andere euch für einen Fisch halten. Hört nicht auf diejenigen, die euch sagen, etwas würde nicht gehen. Seid Fische, die auf Bäume klettern.

Sie haben heute Ihren Weg gefunden und schreiben einen Bestseller nach dem anderen. Wo finden Sie die Inspiration und Kraft für Ihre Werke?
Von meinem Büro aus gucke ich in einen sehr schönen Garten. Aber ich bin nicht der Autor im stillen Kämmerlein, ich brauche Menschen um mich herum, daher arbeite ich in einer Bürogemeinschaft. Meine Ideen stammen eigentlich immer aus der Realität.
Wie jetzt auch zu meinem aktuellen Buch: Eine Leserin erzählte mir, dass sie für das Heimwegtelefon arbeitet, was ich nicht kannte. Also habe ich es recherchiert und es
nimmt eine zentrale Rolle im Thriller ein.

Das komplette Interview können Sie in der Print Ausgabe von “Secrets of Success” lesen. Dieses kommt am 4. Dezember 2020 in den Handel.

Viele kennen ihn aus der VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“: Orthomol Gründer Nils Glagau Credit_OrthomolGmbH

Mit Biss zum Erfolg

Lebenswege von erfolgreichen Menschen sind selten schnurgerade. Es gibt Kurven, Abzweigungen und manchmal auch Sackgassen. Nils Glagau studierte Ethnologie in Bonn und verbrachte verschiedene Forschungsaufenthalte in Mittelamerika und Tibet. Zu Hause gab es das Familienunternehmen Orthomol – ein Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln. Nach dem frühen Tod des Vaters steigt er 2009 wie selbstverständlich ins Unternehmen ein und übernimmt Verantwortung für 400 Mitarbeiter. Heute peilt Orthomol über 100 Mio. Euro Jahresumsatz an. Zudem ist Glagau gefragter Start-up-Investor und „Löwe“ bei der VOX-Show „Die Höhle der Löwen“.

Die plötzlich Unternehmensübernahme war für Nils Glagau ein markanter Wendepunkt in seiner Karriere. „Nach dem Tod meines Vaters waren da auf einmal über 400 Mitarbeiter, das Unternehmen und die Verantwortung für die Zukunft vieler Familien. In diese Aufgabe musste ich hineinwachsen. Aber mithilfe hoch identifizierter und fachkompetenter Orthomoler fiel dies nicht schwer. Und so lernte ich alle Abteilungen und Abläufe sehr schnell kennen.“

Orthomol mit Sitz in Langenfeld, NRW, ist auf Nahrungsergänzungsmittel mit Mikronährstoffkombinationen spezialisiert. Das Geschäftsmodell war für Glagau zum Zeitpunkt der Übernahme kein böhmisches Dorf. Er schnupperte noch zu Lebzeiten seines Vaters ins Familienbusiness, verfolgte aber zunächst andere berufliche Pläne. Erfahrungen, die ihm heute helfen: „Nach dem Studium und verschiedenen Auslandsaufenthalten habe ich in Bonn eine Bar, einen Kulturtreffpunkt, ins Leben gerufen, um meine Leidenschaft für Mexiko ins Rheinland zu bringen. Dort habe ich viel gelernt – über Unternehmertum, Mitarbeiterführung, das Selbstständigsein, die Fokussierung auf Kunden und die Interaktion mit ihnen.“

Ein Unternehmen zu führen, geht nicht ohne familiäre Unterstützung oder einen Mentor. Für Glagau ist es die Familie, die ihn nicht nur unterstützt, sondern auch viel Verständnis aufbringt, „vor allem, wenn ich doch länger im Büro bleibe oder viele Termine wahrnehmen muss.“ Jederzeit verlassen kann sich Nils Glagau auch auf sein Team bei Orthomol. „Zudem habe ich externe Partner an meiner Seite als starkes Netzwerk, auf das ich bei spezifischen Fragen zugehen kann“, sagt er…

Das ganze Interview können Sie ab 4. Dezember 2020 in der Print Ausgabe von “Secrets of Success” lesen.

„Ich kann mehr als nur in die Kamera lächeln“

Er ist gelernter Tischler und einer der erfolgreichsten Deutschen auf TikTok: Falco Punch hat weit über neun Millionen Follower, Tendenz steigend. Seinen richtigen Namen hält der 25-Jährige Schleswig-Holsteiner geheim, so viel Privatsphäre will er sich bewahren. Dafür ist bekannt, dass er mit Werbedeals allein 2019 eine sechsstellige Summe machte. Und einen Plattendeal mit Universal Music hat Falco auch. Trotz seines Erfolgs fing das Multi-Talent kürzlich eine Ausbildung zum Mediengestalter an. Die hat er – wie er selbst sagt „leider“ – schon wieder hingeschmissen, um sich bei TikTok noch stärker reinhängen zu können. Es läuft einfach zu gut…

Was ist Dein Erfolgsgeheimnis?
Ich spiele meine Stärken aus und probiere viele Dinge aus. Dabei verstelle ich mich nicht, bleibe immer am Boden und versuche immer meine Reichweite richtig einzusetzen. Außerdem bin ich einer der wenigen, der fast alles selbst macht. Ich gebe das Lenkrad nie ganz ab.

Was unterscheidet Dich von anderen Influencern?
Ich denke, dass der heutige Influencer – oder wie ich lieber sage „Content-Creator “ – ein Alleskönner sein muss. Es ist einfach authentischer, wenn man seine kreative Seite zeigt und damit außergewöhnlich ist. Ich bin einer der wenigen, der fast alles selbst macht. Ich gebe das Lenkrad nie ganz ab.

Wie haben Deine Eltern auf Deine Karriere reagiert?
Ich bin sehr glücklich, dass ich so eine coole Familie hab. Durch ihre Unterstützung konnte ich mir, als ich klein war – so ungefähr zehn Jahre –, meinen Traum erfüllen und lernen, wie man Videos produziert. Ich habe mir alles zuhause selbst beigebracht. Ich wollte schon damals Youtuber werden.

Wie diszipliniert bist Du?
Mal mehr, mal weniger. Als ich meine Ausbildung mit einer 40-Stunden-Woche gemacht habe, habe ich gemerkt, wie diszipliniert ich wirklich bin. Ich habe es tatsächlich geschafft, auch noch Content fürs Internet zu liefern. Leider hatte die Woche nur sieben Tage – das ging auf Dauer nicht.

Wie oft postest Du?
Auf TikTok zwei bis dreimal die Woche. Mir fällt es leichter, einfach zu posten, wenn ich mich gut fühle. Aber ich versuche, die Leute auf Instagram auf dem Laufenden zu halten. Ich arbeite etwa acht bis zehn Stunden pro Tag an meiner Internet-Karriere, aber was ich mache, variiert stark. Es gibt Tage, an denen ich einfach mal nichts produziere. Um kreativ sein zu können, muss ich den Kopf dafür frei haben.

Was treibt Dich an?
Ich mich selbst. Weil ich weiß: Von nichts kommt nichts.

Kannst Du begreifen, wie erfolgreich Du eigentlich bist?
Das habe ich nie richtig wahrgenommen, bis meine Freunde mir klar gemacht haben, wie viele Menschen ich eigentlich weltweit erreiche. Da habe ich erst mal Angst bekommen, weil mir die Verantwortung, die das bedeutet, bewusst wurde. Deswegen glaube ich, man sollte sich nicht so viele Gedanken über seine Reichweite und seinen Erfolg machen. Sonst wird der Stress zu groß.

Welche Deiner Beiträge haben den größten Erfolg?
Es gibt viele Videos, die bis zu 70 Millionen Aufrufe haben. In meinen Augen ist mein Love-Story-Video auf TikTok mit meiner Freundin das Erfolgreichste. Es ist wirklich sehr gut bei den Leuten angekommen.

Wozu möchtest Du Deine Berühmtheit nutzen?
Ich möchte Leute so inspirieren, wie ich auch früher inspiriert wurde. Ich habe es geliebt, Videos wie meine zu schauen. Ich versuche, damit auch immer eine Vorbildfunktion einzunehmen.

DAS GANZE INTERVIEW LESEN SIE IM PRINT-MAGAZIN. AB DEM 4. DEZEMBER 2020 IM HANDEL.

Mit Themen wie Body Possitivity ist Farina Opoku Vorbild für viele Frauen.

„Niemand muss super skinny sein!“

Mode und Make-up waren immer ihre Leidenschaft! Eigentlich war das Ziel von Farina Opoku nach dem Abschluss ihres Studiums in Journalismus und Unternehmenskommunikation einen Job als Beauty-Redakteurin bei einem Hochglanz-Magazin zu ergattern. Stattdessen schreiben die Journalisten heute aber über sie und ihre Looks. Angefangen hat alles, als die heute so erfolgreiche Influencerin in einem Klamotten-Laden jobbte, um sich die Uni zu finanzieren. Damals postete sie online erste Outfits. Heute folgen ihrem Account Novalanalove 1,2 Millionen Fans, Farina ist damit eine der erfolgreichsten Vertreterinnen ihrer Branche. Eines ihrer wichtigsten Themen: Body-Positivity. Das macht sie zum Vorbild für viele junge Mädchen. Die Kölnerin hat mittlerweile sogar ein eigenes Fashion Label gegründet – weil sie nie die perfekten Sachen in den Shops gefunden hat, um ihre tolle, aber eben etwas weiblichere Figur, perfekt in Szene zu setzen. Der Name ihres Lifestyle-Blogs setzt sich übrigens so zusammen: Nova steht für Neuanfang, Lana für ihr Idol Lana del Rey – und Love ist einfach das Wichtigste für Farina. Es gibt aber auch noch einen zweiten, nicht ganz so bekannten Account: Auf „neverfailedsogood“ zeigt die 29-Jährige ganz uneitel misslungene Fotos, um klar zu machen, dass auch bei ihr nicht immer alles auf Anhieb klappt– und sie auch nicht durchgehend perfekt aussieht. Warum sie das macht? Farina will sich dem Sog der Social-Media-Plastikwelt nicht ergeben. Für sie gilt: Natürlichkeit siegt.

Was würdest Du Mädchen raten, die in Deine Fußstapfen treten möchten?
Dass sie niemals von den falschen Gründen angetrieben werden. Der Spaß und die Kreativität sollten die Motivation sein, wieso sie ihr Leben online teilen möchten und nicht der Erfolg oder das Geld. Auch mein Job bringt Nachteile mit sich, nur sehen die viele auf den ersten Blick nicht.

Wie sieht ein „normaler“ Tag bei Dir aus – und wie viele Stunden am Tag arbeitest Du davon an Deinem Content?

Bei mir gibt es keinen Alltag. Mein Tagesablauf hängt ganz von meinen Partnern, den jeweiligen Kampagnen, Shootings und Events ab. Aber auch abseits davon arbeite ich eigentlich 24/7, da ich versuche, so viel wie möglich in Interaktion mit meiner Community zu sein. Ich beantworte mehrere Stunden am Tag Nachrichten.

In welchen Situationen wird Dir bewusst, wie anders Dein Leben im Vergleich zu früher ist?

Heute kann ich genau das machen, was ich immer wollte, ohne dass mich jemand einschränkt. Ich darf meiner Kreativität freien Lauf lassen und genau das war immer mein Ziel. 
Und genau das ist für mich auch das, was Erfolg bedeutet.

Hattest Du je eine absurde, komische oder auch beängstigende Situation mit einem Fan?
Ich liebe es, Follower auf der Straße zu treffen, denn so bekomme ich zu der „Zahl“ auch Gesichter und das freut mich immer sehr. Vor allem, wenn ich merke, wie lange mich manche online schon begleiten. In meiner alten Wohnung in der Innenstadt hat allerdings einmal jemand durchs Fenster von unten meine Füße gefilmt und das Video nachher ins Netz gestellt. Das war echt etwas creepy…

Wie gehst Du mit Hass und Beschimpfungen im Internet um?
Den ignoriere ich weitestgehend und versuche mich mehr auf die vielen positiven
Feedbacks zu konzentrieren.

Das ganze Interview können Sie in der Print Ausgabe von “Secrets of Success”, die am 4. Dezember 2020 in den Handel kommt, lesen.

McKinsey & Company | photo: Rob Schreuder

„Ich verliere nicht gern“

Er war Arzt, dann Berater bei McKinsey und anschließend in leitender Funktion bei ProSiebenSat.1: Markus Frerker ist ein Berufs-Chamäleon. Heute ist er COO bei Leonine, einem Medienunternehmen, das unter anderem als Dachgesellschaft für die Produktionsfirmen Wiedemann & Berg Film und Odeon Film fungiert.

 

Was wollten Sie als Kind werden?

Ich erinnere mich nur noch daran, dass ich als Jugendlicher Auslandskorrespondent werden wollte, möglichst in einem Krisengebiet. Ich war beeindruckt vom Time Magazine und wollte die Welt verändern.

Warum wurde darauf nichts?

Da gab es sehr konkrete Erlebnisse: Ich war während meiner Wehrdienstzeit in der Pressestelle des Lufttransportkommandos in Münster. Auf die initiale Freude folgten Zweifel, wie viel sich tatsächlich verändern lässt, welche Abhängigkeiten bestehen. Parallel sah ich die Sanitäter, die unmittelbar Menschen helfen konnten. Mit Aussicht auf mehr eigene Wirkung entschied ich mich dann für den Wechsel.

Verändern Sie mit Ihren jetzigen Tätigkeiten die Welt?

Das ist mit Blick auf meine Motivationen zu Beginn meines Berufslebens eine berechtigte Frage. Natürlich war das als Arzt für mich klarer. In der Beratung galt es dann, Unternehmen positiv zu beeinflussen und für Kunden, Mitarbeiter und Investoren einen Unterschied zu machen. In den Medien bleibt meine Hoffnung, dass gute Unterhaltung und Information das Leben von Menschen so positiv beeinflussen, dass die Welt so vielleicht zumindest etwas friedlicher wird.

Die meisten Menschen bleiben in Ihrer Branche. Wie konnten Sie so erfolgreich in Art-fremde Bereiche wechseln?

Die Wechsel waren nie so groß, wie sie scheinen mögen. Als Mediziner kannte ich Beratung nicht, aber dort ist es normal, auch sogenannte Exoten zu beschäftigen. Zum Einstieg wurde ein mehrwöchiger Crash-Kurs mit Dozenten großer Business Schools angeboten. Dank Kollegen und der Auswahl von Projekten, für die ich meist irgendeine relevante Vorerfahrung mitbrachte, klappte es gut. Der Wechsel in die Medien erfolgte dann mit mehr als zehn Jahren Projekterfahrung. ProSiebenSat.1 war einer meiner Hauptklienten bei McKinsey. Für mich galt es immer aufzuholen, was andere, die zielgerichteter ihren Weg verfolgten, mir voraushatten. Fleiß hat eine Rolle gespielt, doch manchmal hat es mir auch geholfen, aus einem anderen Blickwinkel zu kommen.

Wobei haben Sie außerhalb Ihres täglichen Business noch gern Erfolg?

Wenn ich ehrlich bin, bei allem – beim Sport, beim Spiel… ich verliere einfach nicht gerne.

©nebenan.de

Ina von nebenan

„Gute Nachbarn sind ein Schatz“, heißt ein Sprichwort in Ungarn. Dem kann Ina Remmers nur zustimmen. Seit fünf Jahren arbeitet sie daran, dass dies auch immer mehr Menschen in Deutschland bewusst wird. Die 37-Jährige ist Mitbegründerin der Plattform nebenan.de, auf der 1,7 Millionen Nachbarn registriert und aktiv sind. Ihre Karriere begann sie in Kreativ- und Designagenturen und war viele Jahre als selbständige Markenberaterin und Kommunikationsstrategin tätig.

Aufgewachsen ist Ina Remmers in der Schwäbischen Alb. Landleben und Idylle pur sozusagen. Jeder kennt jeden, man hilft sich, wo man kann. Als Kind träumte sie davon, eines Tages Polizistin zu sein und für Gerechtigkeit zu sorgen. Mit dem Abi in der Tasche entscheidet sie sich aber für die Kreativbranche, startet ihr Berufsleben in einer Agentur und baut sich in Berlin ein neues Leben auf, einer Stadt, in der zwar Millionen von Menschen leben, das aber häufig anonym Tür an Tür. „Ich kenne Nachbarschaft sozusagen in allen Facetten“, sagt sie. Nach ein paar Jahren wagt sie den Schritt in die Selbstständigkeit. „Es war meine Chance, etwas selbst zu gestalten“, sagt sie. Die neue Freiheit genießt sie.

Aber sie merkt auch: „Die beste Leistung liefere ich ab, wenn ich das Gefühl habe, ich kann mit meiner Arbeit etwas Gutes tun.“ Aber passt Kommerz und Soziales überhaupt zusammen? Die Antwort liefern ihr eines Tages Christian Vollmann und Till Behnke, die von einer Plattform träumen, die Nachbarn zusammenbringt. „Die Entscheidung, ob ich mitmache, fiel in einer Sekunde. Ich habe mir die Idee angehört und sofort gewusst: Ja, das macht Sinn. Das will ich machen.“ Gemeinsam gründen sie 2015 die Plattform. Die Idee kommt an. Nicht nur in den Großstädten, sondern auch in kleineren Städten und sogar auf dem Land. Mit 1,7 Millionen Nutzern ist nebenan.de Deutschlands größtes soziale Netzwerk für Nachbarn. Hier lernen sich täglich Menschen übers Internet kennen, die Tür an Tür wohnen und sich gegenseitig helfen wollen. Laut einer Erhebung erbringen die Nachbarn, die über die Plattform nebenan.de in Kontakt kommen, eine gesellschaftliche Leistung in Höhe von fünf Millionen Euro. Geld, das sich Institutionen, Einrichtungen oder der Staat „einsparen“.

Für Ina Remmers zählt aber der menschliche Aspekt mehr. Wie die Rückmeldungen von Usern zeigen, können ältere Menschen durch die Hilfe ihrer Nachbarn länger alleine zu Hause wohnen bleiben, sind weniger einsam. Junge Familien hingegen haben jemanden, der sie bei der Kinderbetreuung unterstützt oder ihnen den Anfang in einer neuen Stadt erleichtert. Beispiele wie diese gibt es viele. Und genau diese Beispiele machen Ina Remmers glücklich, weil sie weiß, sie kann mit ihrer Arbeit etwas Gutes tun. Der Unternehmenszweck ist nämlich nicht, möglichst hohe Gewinne einzufahren, sondern die Gesellschaft zu unterstützen.

Das ganze Interview können Sie ab dem 4. Dezember 2020 in der Print Ausgabe von Secrets of Success lesen.

Fotos © Thomas Stachelhaus

Der Chef im Hause Kelly

Joey Kelly ist Geschäftsmann, Extremsportler, Musiker und Speaker. Er kann eigentlich alles – außer faul sein.

Stillstand ist für Joey Kelly die Höchststrafe. Er braucht den Reiz der Herausforderung, ob beruflich oder sportlich. „Obwohl ich schon mehr geschafft habe, als ich mir je erträumt hätte, bin ich noch nicht satt“, sagt der 48-Jährige. Sein Weg hat ihn aus dem Schatten der Familie in eine eigene Karriere geführt – heute ist er Geschäftsmann und Sportler: „Nur, wer kämpft, schafft es. Ich habe kein Talent, aber ich habe Disziplin“, erklärt er seinen Erfolg. Kein Talent? „Ich habe nie etwas gefunden, das ich schnell lerne. Ich musste immer mehr tun als andere, ich musste intensiver meine Instrumente üben und muss länger am Schreibtisch sitzen, muss mehr kämpfen. Ich behaupte, mein einziges Talent ist Ausdauer. Aber man kann sich immer steigern, man darf nur nicht aufgeben.“ Zweifel kennt er trotzdem: „Es gab immer wieder Momente in Wettkämpfen, in denen ich dachte, dass ich es nicht ins Ziel schaffe, ich bin aber immer angekommen – und es hat mich jedes Mal stärker gemacht.“ Ein Fan von Extremsport ist er aber nicht: „Sehr riskante Sachen reizen mich nicht. Meine Intention ist es, möglichst lange zu leben.“ Am gefährlichsten fand er nicht, im Wok einen Berg runterzurasen oder durch die Wüste zu joggen, seine Warnleuchten gingen an, als er für eine Show Pokern lernte: „Ich bin ins Bett gegangen und habe ans Pokern gedacht und nach dem Aufstehen dachte ich sofort wieder daran. Ich habe den Pott heimgeholt, 50 000 Euro gewonnen und wusste, dass ich dieses Spiel nie wieder anfassen darf. Es gibt genügend Menschen, die Haus und Hof verspielt haben.“ Manchmal ist es eben auch eine Herausforderung, etwas nicht zu tun.

 

Joey Kellys sportliches Vorbild ist Luc Van Lierde: „Er ist ein ehemaliger belgischer Triathlet, der als Quereinsteiger die Weltspitze überrollte. Ich habe meinen Sohn nach ihm benannt.“ Und der ist heute ebenfalls auf dem Weg zum Sport-Maniac. „Ich bin sehr stolz auf ihn, er ist unfassbar ehrgeizig“, sagt der begeisterte Papa, der ihn gern auf seine Abenteuer mitnimmt. Nächstes Jahr möchte er als Challenge mit seinen beiden Ältesten in einem alten VW-Bus von Alaska nach Patagonien fahren – ohne Geld. Und: „Mit meiner Tochter und einem meiner Söhne mache ich außerdem Musik als Familie. Er spielt Klavier, sie singt. Das macht unfassbar viel Spaß.“ Ob das Ergebnis aber je als Album erscheint, steht nicht fest. „Ich halte meine Kinder aus der Öffentlichkeit raus, bis sie volljährig sind. Meine Tochter ist erst 14 Jahre alt. Ich will, dass sie selbst entscheiden kann, ob sie das will“, erklärt der Musiker, dessen Weg vorbestimmt war.

Walter Gunz gründete 1979 mit zwei Partnern den Elektronikmarkt „Media Markt“.

„Der Kopf allein kennt keinen Wert“

Er hat aus dem Nichts ein Imperium erschaffen – weil er seine Ideale leben wollte. Media-Markt-Gründer Walter Gunz ist im Kern seines Wesens vor allem Philosoph und Menschenfreund. Dass er außerdem ein Händchen fürs Geschäft hat, machte den heute 74-Jährigen zur Unternehmer Legende. Doch für seine Karriere musste er auch große Opfer bringen.

 

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Erfolg ist das Glück, dass aus dem rechten Handeln etwas Dauerhaftes erfolgt, das einen Wert hat. Und Erfolg ist für mich auch, wenn sich bei einem wie mir, der nicht aus einer reichen Familie kommt und der sein letztes Geld für seinen ersten Media Markt zusammengekratzt hat, materieller Erfolg einstellt. Weil er gemeinsam mit anderen Menschen über viele Jahre richtig gehandelt hat.

 

Was war Ihr letztes großes Erfolgserlebnis?

Dass mich mein junger Hund, dieses sensible, feine, sehr zurückhaltende Wesen, so bedingungslos als Leader liebend anerkannt hat. Das ist nicht selbstverständlich.

 

Wie startet man ein Unternehmen wie Media Markt?

Jeder Handlung geht eine Vision voraus. Ich war vorher bei Karstadt. Da war man eher eine Nummer. Deshalb hatte ich die Vision, mit Menschen zusammen etwas zu erschaffen, bei dem jeder Einzelne mit Freude, ohne dass man viel regulieren muss, Verantwortung übernimmt. So eine Vision wird dann das Ziel. Man muss sich immer drei Fragen stellen: Kann ich? Darf ich? Soll ich? Kann ich – habe ich die Leute, habe ich das Geld und verstehe ich fachlich etwas davon? Darf ich – ist das ethisch zu verantworten, ist das anständig? Und dann kommt die Frage, die sich die wenigsten stellen: Soll ich – will ich das wirklich, ist das für mich vorgesehen? Nur was man gerne tut, wird gut.

 

Kann man Erfolg steuern?

Man kann ihn nicht planen oder machen, aber wenn man die drei Fragen mit ja beantwortet hat und man an sich und die Idee glaubt, stimmen die Voraussetzungen. Jesus hat gesagt „es geschieht dir, wie du geglaubt hast“, er sagte nicht „wie du verdient hast“. Aber selbst, wenn das alles zutrifft, ist der Erfolg kein Automat. Ich hatte genügend Misserfolge, auch bei Dingen, an die ich geglaubt habe.

 

Wann wurde Ihnen bewusst, dass Sie es ganz nach oben geschafft haben?

Vielleicht nach zehn Jahren. Als wir die Metro-Kaufhof-Gruppe reingeholt haben – was eigentlich die erste Fehlentscheidung war. Wir dachten, das könnte eine Win-Win-Situation werden, weil wir wussten, dass wir ins Ausland müssen, wenn wir weiter wachsen wollen. Die Kultur im Konzern war aber eine ganz andere als unsere.

 

Wie schlimm fühlt es sich an, wenn die eigene Vision den Bach runtergeht?

Den Bach ist sie erst runtergegangen, nachdem wir drei Gründer nicht mehr da waren. Dann sind die „grauen Männer“ aus „Momo“ gekommen, Menschen, die ihrem Ego verhaftet sind und kontrollieren wollen. Diesen Prozess konnten wir, als wir noch präsent waren, verhindern. Die großen wirtschaftlichen Erfolge, die es bis zu unserem Ausscheiden gab – und wohlgemerkt nicht mehr danach – haben uns den Rücken gestärkt. Nach unserem Weggang ist das Unternehmen energetisch, geistig, inhaltlich und wirtschaftlich abgeschmiert zu einem Unternehmen wie jedes andere. Wenn einem Dinge entgleiten, die man in Liebe abgegeben hat, ist das schlimm…

Das ganze Interview können Sie im Print Magazin Secrets of Success lesen. Dieses ist ab dem 4. Dezember 2020 im Handel.

 

© Andreas Panzenberger / panzenberger.com

Mit Ehrgeiz und Struktur zum Erfolg

 

Sieben Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen, elf WM-Titel, sechs Gesamtweltcup- und 67 Einzelweltcupsiege. Anna Schaffelhuber ist die große Ausnahmeathletin im deutschen Parasport. Und neben diesen ganzen sportlichen Erfolgen, den vielen Medaillen und Auszeichnungen hat die 27-jährige ihr Studium der Mathematik und Wirtschaft auf Lehramt abgeschlossen.

„Natürlich bin ich stolz auf meine Siege, aber am wichtigsten ist es mir, dass ich mit dem Weg, den ich gegangen bin, zufrieden bin. Ich habe es auf meine Art gemacht und bin mir treu geblieben. Das ist für mich der größte Erfolg.“

Anna wurde mit einer Querschnittlähmung geboren. Mit fünf Jahren saß sie erstmals auf einem Monoski. „Ich musste tatsächlich erst einmal überredet werden, um mit dem Sport anzufangen. Dann habe ich gemerkt, dass ich im Vergleich zu den anderen gar nicht mal so langsam bin“, sagt Anna lachend. Der Ehrgeiz war geweckt. Mit 14 Jahren wurde sie in den Rennkader des Deutschen Paralympischen Skiteams geholt. Immer wieder angetrieben von ihrem Ehrgeiz. „Das ist meine größte Stärke, aber auch meine größte Schwäche.“ Dazu braucht sie eine gewisse Struktur in ihrem Leben. Sie muss abhaken können, um zu sehen, dass sie auf dem richtigen Weg ist. „Natürlich braucht man ein großes Ziel. Aber wichtig ist es, dieses auf viele kleine Ziele herunterzubrechen, die überschaubar und realistisch sind.“

Anna hat viele Sachen ausprobiert und so auch ihre Grenzen erkannt. Sie arbeitet nach dem Ausschlussverfahren: Erst mal ausprobieren, wenn es klappt, dann weiter. Wenn nicht, dann abhaken. Angesprochen auf Niederlagen und Rückschläge sagt sie sofort: „Ich weiß, dass ich während meiner Karriere viel mehr aus Rückschlägen als aus den Erfolgen gelernt habe.“ Wie kurz vor ihren ersten Olympischen Spielen in Vancouver 2010. „Meine Behinderung hatte sich von heute auf morgen verschlechtert. Mein Monoski hat nicht mehr genau gepasst, alles musste verändert werden und ich musste die Technik wieder neu lernen. Aber vor allem musste ich lernen, das zu akzeptieren und mir neue, kleine Ziele zu setzen.“

Trotz dieses „Neuanfangs“ holte die damals erst 17-Jährige in Vancouver ihre erste Olympiamedaille: Bronze im Super-G. Ihr starker Wille und die große Portion Ehrgeiz brachten sie immer weiter nach vorne. „Ich habe es mir manchmal aber auch selbst schwer gemacht“, sagt sie…

Das ganze Interview können Sie im Print Magazin nachlesen. Das Magazin Secrets of Success kommt am 4. Dezember 2020 in den Handel.

 

Umweltfreundlich verpackt – der Nachhälter ist aus einer biologisch abbaubaren Folie hergestellt, Grünkunft

Die Welt ist im Wandel. Nachhaltigkeit und grüner Lifestyle sind die neuen Schlagworte unserer Gesellschaft. Wir stellen drei Firmen vor, die im Großen – wie im Kleinen – einen wertvollen Beitrag leisten, um den Planeten zu retten.

Schluss mit Plastik!

Im bayerischen Rott hat das Start-up Grünkunft den Heiligen Gral gefunden. Der Betrieb mit 17 Mitarbeitern produziert Ersatzverpackungen aus landwirtschaftlichen Abfällen. Das berühmteste Produkt ist der Nachhälter – ein Beutel, der den klassischen Nusspralinen- oder Pastatüten zum Verwechseln ähnlich sieht – nur dass er aus einer biologisch abbaubaren Folie ist. In nur zwei Jahren ist das Unternehmen von einem Concept Store, der umweltfreundlich verpackte Biolebensmittel verkaufte, zum großen Hoffnungsträger für das Gewissen umweltbewusster Konsumenten gewachsen. Aktuell ist Grünkunft auf der Suche nach einer noch größeren Produktions- und Lagerfläche – das ist dann der dritte Standort. Christoph Kleber (38), der das Unternehmen mit seiner Frau Edna (34) 2017 gründete, bedient allerdings keines der üblichen Ökoklischees. Er ist ein Weltverbesserer mit wirtschaftlichem Background, der Architektur und BWL studiert hat und zuletzt in der Handelsnetzwerkentwicklung eines Automobilkonzerns tätig war.

Wo steht Grünkunft gerade?
Grünkunft ist die Pionierin plastikfreier Verpackung. Aktuell bringen wir zusätzlich zum Nachhälter viele weitere alternative Verpackungslösungen, allesamt hergestellt aus landwirtschaftlichen Abfällen, auf den europäischen Markt. Branchenübergreifend unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre Produkte von Plastikverpackungen zu befreien. Wir kooperieren in der Automobil, Kosmetik- und Textilindustrie bereits mit mehreren internationalen Konzernen und wollen deren Portfolio gemeinsam in eine wegweisende, plastikfreie Zukunft lenken. Wir entwickeln uns vom plastikfreien Food Supplier gerade zum Systemdienstleister und Großhändler für nachhaltige Verpackungslösungen, nicht nur für Lebensmittel, sondern für alle Bereiche, in denen Plastik ersetzt werden kann.

Wie konnten Sie überhaupt etwas entwickeln, bei dem die großen Konzerne bis heute scheinbar nicht weiterkommen?
Das ist eine berechtigte Frage, die ich Ihnen nicht beantworten kann. Letztendlich waren die technischen Hürden ja überwindbar, wie wir erfolgreich bewiesen haben. Der Anfang war allerdings hart. Da wir noch relativ jung waren, haben wir tatsächlich einen Totalverlust riskiert. Gestört hat uns das nie, wir waren uns unserer Sache sicher und besessen von dem Gedanken, unsere Idee voranzutreiben.

Hat Sie jemand für verrückt erklärt?
Viele sogar! Wir hatten mit den unterschiedlichsten Reaktionen gerechnet, die Bandbreite war jedoch noch viel größer als erwartet. Interessanterweise sind die Menschen, die uns früher belächelt haben, genau die, die heute damit angeben, uns zu kennen.

Wie sieht es mit dem wirtschaftlichen Erfolg bei Grünkunft aus?
Wir haben uns in den ersten rund drei Jahren sehr gut behauptet. 2019 konnten wir mehr als 100 Prozent Umsatzwachstum verzeichnen, für kommendes Jahr rechnen wir mit einem Vielfachen davon.

Ist es schwierig, die richtigen Investoren zu finden?
Nein, praktisch wöchentlich klopfen welche an unsere Tür. Es muss vor allem auf persönlicher Ebene stimmen und die Person oder Institution zu unserer Vision passen. Wer nur wirtschaftliche Interessen verfolgt, ist bei uns falsch.

Wo sehen Sie die Stärken Ihres Start-ups?
Fokus ist alles. Wir haben uns von Anfang an auf eine Problemstellung konzentriert und dafür einzigartige Lösungen entwickelt. Einige Unternehmer glauben, möglichst viele verschiedene Leistungen oder Produkte anbieten zu müssen, aber das Gegenteil ist meistens richtig. Man muss nicht alles können – im Gegenteil: Um Erfolg zu haben, reicht es, wenn du eine einzige Sache richtig gut kannst.

Haben die Menschen heute ein stärkeres ökologischen Bewusstsein – im Vergleich zu vor ein paar Jahren?
Definitiv. Bei der Eröffnung unseres Concept Stores in Wasserburg Anfang 2018 war bei vielen die Problematik mit dem Plastik noch nicht im Bewusstsein verankert. Ereignisse und Bewegungen wie Fridays for Future haben dazu beigetragen, dass die Situation jetzt eine ganz andere ist. Heute ist es in vielen Erdteilen schon verpönt, Plastiktüten zu benutzen.

Was muss sich noch ändern, damit wir die Umwelt wirklich retten?
Es gibt sehr vieles, was noch getan werden muss. Verpackung und Abfallvermeidung ist eine sehr wichtige Facette davon, jedoch nicht die einzige. Individual- und globaler Warenverkehr gehören zu den Bereichen mit dem größten Einsparpotenzial bei Energieverbrauch und Emissionen. Es gibt bereits zahlreiche vielversprechende Innovationen für eine grüne Wende. Jetzt liegt es an uns, diese Chancen zu nutzen. Gerade jetzt, während der Coronakrise, müssen wir die Chance nutzen, unser Handeln im Sinne einer enkeltauglichen Zukunft neu auszurichten.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Sich selbst immer wieder zu übertreffen, das ist wahrer Erfolg…

Das ganze Interview können Sie im Print-Magazin nachlesen. Secrets of Success kommt am 4. Dezember 2020 in den Handel.

„Stärke ist keine One-Man-Show“

Erst Arzt, dann Wissenschaftler, schließlich Topmanager: Prof. Dr. Christoph Straub hat sich stets weiterentwickelt und leitet heute als Vorstandsvorsitzender die Geschicke der Barmer Krankenkasse. Stillstand ist für ihn im wahrsten Sinne des Wortes ein No-Go.

 

Dass Professor Dr. Christoph Straub irgendwann den Arztkittel überstreifen würde, stand früh fest. Als Kind einer Arztfamilie hat er von klein auf erlebt, wie erfüllend es sein kann, Menschen in schwierigen und mitunter lebensbedrohlichen Situationen zu helfen. Diesen Kindheitstraum hat er sich längst erfüllt. Den Kittel hat er allerdings an den Nagel gehängt.

Heute trägt Christoph Straub Anzug, wenn er zur Arbeit fährt. Für die Gesundheit der Menschen kämpft er als Vorstandsvorsitzender der Barmer Krankenkasse aber nach wie vor. Den Wechsel von der klinischen Medizin erst in die Gesundheitssystemforschung und schließlich ins „reale“ Gesundheitswesen bezeichnet er als einschneidenden Schritt. „Das hat meine Laufbahn geprägt“, sagt der 59-Jährige, überlegt kurz und schiebt nach: „Sonst wäre ich wohl Arzt am Bodensee.“

Nach Vorstandsstationen bei der Techniker Krankenkasse und der Röhn-Klinikum AG wechselte er 2011 zur Barmer – ein Meilenstein in seiner Karriere. Mit dem Wechsel ging die Herausforderung einher, das Unternehmen zu einer leistungsfähigen und nachhaltig agierenden Organisation zu entwickeln. Um das zu erreichen, hat er „eine in der Geschichte der Krankenkasse nicht dagewesene Umstrukturierung“ angestoßen, wie er erklärt. Dafür alle Stakeholder ins Boot zu holen, war eine Mammutaufgabe. Geschafft hat er es dennoch. „Ich denke, eine meiner Stärken ist es, als Vorstandsvorsitzender starke Männer und Frauen um mich herum zu sammeln, um mit ihnen in einem konstruktiv-kritischen Austausch die besten Lösungen für die Kunden und das Unternehmen zu finden. Stärke ist keine One-Man-Show, Stärke basiert auf Teams und auf Vielfalt“, sagt Straub.

Ein Miteinander im Unternehmen ist Christoph Straub besonders wichtig. Erfolg sei schließlich immer das Ergebnis einer offenen, konstruktiv-kritischen Diskussion von vielen, ist er sich sicher.

Das ganze Interview Lesen Sie im Print-Magazin. Ab dem 4. Dezember 2020 im Handel.

„Was ich in meiner Karriere gelernt habe? Probleme sollte man als Herausforderungen sehen.“

Lifestyle, Kreativität und Nahbarkeit – für diesen Mix lieben ihre rund 250 000 Follower Laura Noltemeyer. Ihren „Designdschungel“ hat die Hamburgerin mittlerweile zur internationalen Marke ausgebaut und eine eigene Social-Media-Marketing-Agentur gegründet. Das neuste Baby der 32-Jährigen ist die Kosmetik-Marke „Bayage Beauty“, deren Produkte alle vegan sind und frei von Parabenen, Silikon, Mikroplastik und Mineralöl.

 

Interview:

Wie haben Deine Eltern auf Deine Karriere reagiert?

Ich habe einen Master in Architektur, deshalb war das alles nicht so einfach für sie. Meine Eltern hatten sich mit dem Gedanken angefreundet, dass ich Architektin werde. Ich habe mir dann erst mal ein Jahr gegeben und in einer mini-kleinen Wohnung ohne große Fixkosten gewohnt, um auszuprobieren, ob ich mit meinem Konzept erfolgreich werden könnte – ohne dabei Schulden anzuhäufen. Jetzt, fast sieben Jahre später, würde ich sagen, es hat sich gelohnt, dass ich nicht auf die Meinung anderer gehört habe und meine Eltern sagen das auch.

 

Was ist Dein Erfolgsgeheimnis?

Ich versuche, keine Probleme zu sehen, wo keine sind. Und wenn ich etwas mache, bin ich bereit, alles dafür zu geben und bin mir für nichts zu schade.

 

Welche Opfer musst Du denn bringen?

Extrem viele, das sieht man auf Social Media nur nicht. Ich kann nicht einfach mal so mit Freunden bis fünf Uhr morgens feiern oder mich entspannt unter der Woche auf einen Wein treffen, sondern muss viel auslassen, um meine Karriere so professionell zu betreiben, dass es meinem Anspruch an mich selbst genügt.

Das ganze Interview können Sie am 4. Dezember 2020 im Print Magazin Secrets of Success nachlesen.

Prof. Hermann Bühlbecker – der Lambertz Geschäftsführer sponsort lieber Events statt TV-Werbung

Der süße Geschmack des Erfolgs

Aachener Printen sind seit über 330 Jahren das Geschäft der Firma Lambertz, sie machte das Weihnachtsgebäck berühmt und war Hoflieferant der Könige von Preußen, Belgien und der Niederlande. Doch dann ging es bergab. Mit nur 28 Jahren übernahm der Spross der Familie, Hermann Bühlbecker, das Ruder, um das Vermächtnis seiner Vorfahren zu retten.

 

Die Zeiten hatten sich geändert, ein Unternehmen, das nur von einem einzigen Saisonartikel lebt, den es nur an den Fachhandel verkauft, hatte schlechte Chancen zu überleben. Viele Konkurrenten von Lambertz hielten trotzdem an dieser Strategie fest. Heute gibt es sie nicht mehr. Die Firma von Hermann Bühlbecker dagegen floriert. Er hat die Zeichen erkannt, den Lebensmittelhandel für sich gewonnen und Produkte, die nichts mit Weihnachten zu tun haben, entwickelt. Aus dem kleinen Betrieb mit 100 Mitarbeitern in der Hochsaison, ist ein Konzern mit acht Fabriken und 4000 Beschäftigten geworden. Lambertz ist als Gruppe seit dem Jahr 2000 Marktführer im Saisongebäck in Deutschland und der größte Lebkuchenfabrikant weltweit. Das nächste Ziel von Hermann Bühlbecker: den Anteil der saisonunabhängigen Produkte noch zu erhöhen – der Trend geht weiter Richtung gesundem Genuss –, und internationaler zu werden. Derzeit werden nur 25 Prozent des Umsatzes außerhalb Deutschlands erwirtschaftet, aus Sicht des Unternehmers sind aber „sicher 40 Prozent möglich.“ …

DAS GANZE INTERVIEW LESEN SIE IM PRINT-MAGAZIN. AB DEM 4. DEZEMBER 2020 IM HANDEL.

Katharina Behrends, Geschäftsführerin Universal Networks International Germany
© Foto Gert Krautbauer. Editorial Use Only, Photocredit Mandatory.

„Frauen sollten mutiger sein“

Warum Frauen sich gegenseitig das Leben schwer machen, statt gemeinsam für mehr weibliche Führungskräfte zu kämpfen, das ist Katharina Behrends ein Rätsel. Wer ihr beim Wandern, einem ihrer liebsten Hobbys, begegnet, würde wohl nicht ahnen, dass er eine der mächtigsten Frauen des deutschen Pay-TVs vor sich hat. Sie ist weder der gefürchtete Typ Karrierezicke noch ein Männerschreck – beides wird erfolgreichen Frauen in Deutschland gern unterstellt. Im Gegenteil: Führungspersönlichkeiten wie die Geschäftsführerin von NBC Universal wünscht man sich.

 

 

Interview

Wie hart ist es für eine Frau in einer Männerdomäne zu bestehen?

Es ist ein Unterschied, ob man für ein amerikanisches Unternehmen arbeitet oder für ein Deutsches. In den USA ist man deutlich weiter und das ist die Normalität, die ich kenne. Für mich war es also nicht hart. Insbesondere nicht bei NBC Universal – weil die Hälfte meiner Kolleginnen und Vorgesetzten Frauen waren. Ich habe großartige, beeindruckende Persönlichkeiten kennengelernt, die keine Karrierezicken geworden sind.

 

Nervt es, dass jeder Reporter mit der Frage ums Eck kommt, wie es als Frau in einer Chefposition ist? Einen Mann fragt man sowas nicht.

(Lacht) Da haben Sie eigentlich recht. Aber durch den Nachholbedarf in Vorständen und Aufsichtsräten in deutschen Aktiengesellschaften ist diese Frage berechtigt. Da muss mehr passieren. Am Ende geht es um Leistung und um Führungsqualitäten, die man als Frau natürlich genauso hat wie als Mann. Mittlerweile bin ich ein großer Verfechter einer verbindlichen Quote.

 

Ist es als Quoten-Frau nicht noch schwieriger, ernst genommen zu werden?

Das habe ich auch Jahre lang so gesehen. Aber ich fürchte, wir kommen auf Dauer nicht um eine Quote herum. Wenn man Deutschland mit dem Rest von Europa vergleicht – und mit den USA sowieso – gibt es fast überall sehr viel mehr Frauen in Führungspositionen.

 

Woran liegt das?

In Deutschland scheinen sich besonders Mütter noch immer schwer zu tun Vollzeit zu arbeiten. Im Ausland wird man nie – insbesondere nicht von anderen Frauen – gefragt, warum man Vollzeit arbeitet, wenn man Kinder hat. Außerdem ist die ältere männliche Generation lieber in Männerrunden und will nicht zwingend eine Frau in ihrer Mitte. Bei den jüngeren Männern ist das zum Glück anders. Aber es geht halt relativ langsam voran.

 

Machen es sich Frauen auch gegenseitig schwer? Oft werden erfolgreiche Frauen als unsympathisch abgestempelt…

Das ist ein bisschen so. Leider. Dabei sind es ganz unterschiedliche weibliche Persönlichkeiten, die in Führungspositionen kommen. Für mich war es wichtig, dass ich wusste, was für tolle Kolleginnen da überall auf der Welt sitzen.

 

Was könnten Frauen in Deutschland besser machen?

Wir sollten uns noch besser vernetzen und konkret unterstützen. Und ich würde gern Frauen dazu ermutigen, ja zu sagen, wenn ihnen eine Gelegenheit geboten wird. Ich habe mal einen guten Tipp bekommen: Den nächst höheren Job kann man immer nur dadurch, dass man ihn macht. Frauen sollten mutiger sein und sich trauen, vor dem Vorgesetzten auszusprechen, dass sie bereit für die nächste Rolle sind.

 

Was würden Sie Ihrem jüngeren ich raten?

Gelassener sein. Die Selbstzweifel, die ich am Anfang der Karriere hatte, habe ich heute nicht mehr. Das ist etwas typisch Weibliches. Und wenn es mal schwierig wird, einfach den Job weiter gut machen und Sachen aussitzen. Auch schwierige Situationen ändern sich oft ganz von allein wieder.

 

Halten Sie als weibliche Führungskraft die Augen nach talentierten Frauen offen, die einen Schubs brauchen?

Auf jeden Fall. Ich ermutige. Frauen trauen sich häufig eher zu wenig zu als zu viel. Mir hat mal ein netter Kollege gesagt: „Perception is reality“ – Wahrnehmung ist Realität. Man kann noch so viel arbeiten, wenn nicht sichtbar wird, was man kann, nützt das nichts.

 

Wo sehen Sie Ihre Stärken?

Ich bin authentisch, habe einen guten Kompass, mein Blick fürs Wesentliche ist ausgeprägt und ich bin gut darin Erfolgsstrategien zu entwickeln. In der Medien-Industrie ändert sich ständig wahnsinnig viel – und wenn sich der Markt ändert, muss es das Unternehmen auch. Außerdem bin ich durchsetzungsstark – das ist lustigerweise das, was mir Männer immer sagen. Manchmal denke ich, bei einem Mann würde sowas keiner sagen. Aber bei Frauen scheint das aufzufallen.

 

Haben Männer ein Problem mit starken Frauen?

Abstrakt finden es alle toll, aber konkret vielleicht nicht immer. Es gibt noch Männer, die sich schwer tun mit einer Frau als Vorgesetzter. Ich kenne da auch ein paar Beispiele und hatte schon Machos im Team. Aber die jüngere Generation ist nicht mehr so.

 

Wie entspannen Sie privat? Mit Fernsehen?

Es wäre merkwürdig, wenn ich nicht gerne Serien und Filme ankucken würde. Ich wandere auch gerne. Es ist wichtig, dass man mal nach Außen etwas anderes sieht – oder nach innen wie beim Yoga. Man lernt dabei wie bei einer Waschmaschine die Gedanken wegzuwaschen. Außerdem bin ich seit vielen Jahren Teil eines Lesekreises, wo wir uns über inspirierende Bücher unterhalten.

Karrierekick Gefängnis

 

Wer Karriere machen möchte, muss Biss haben. Das sagt Prof. Dr. Jens Weidner, Autor des Bestsellers „Die Peperoni-Strategie. So setzen Sie Ihre natürliche Aggressivität konstruktiv ein.“ Mit Aggressionen kennt Weidner sich aus. Er arbeitete intensiv mit inhaftierten Gangschlägern in Philadelphia und behandelte zehn Jahre lang Kriminelle für die deutsche Justiz. In dieser Zeit entwickelte er das bekannte Anti-Aggressivitäts-Training (AAT®) für Gewalttäter. Heute verhilft er Führungskräften zu mehr Biss und lehrt Kriminologie und Sozialisationstheorie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg.

 Sein berufliches Leben lang beschäftigt sich Jens Weidner mit Aggressionen. Und zugegeben: Mit dieser Emotion assoziiert man vor allem Negatives, böse Jungs und Schlägertypen. Wer ihm allerdings gegenübersitzt, lernt einen sympathischen, humorvollen Gesprächspartner kennen. So verwundert es auch nicht, wenn er gesteht: „Als Kind wollte ich Pfadfinder werden und bin es auch geworden, um jeden Tag eine gute Tat zu vollbringen.“ Er sagt aber auch: „Heute habe ich diese gute Seite in mir durch einen Lieblingssatz ergänzt, der potenziellen beruflichen Gegenspielern gewidmet ist: one evil action a day keeps the psychiatrist away. Heute bin ich zu 80 % Gutmensch und zu 20 % Mephisto, ein Persönlichkeitsprofil, das für erfolgreiche Menschen extrem empfehlenswert ist, weil es Fairness, Seriosität und partielle Härte gut zusammenbringt.“

Seine Berufswahl war zufällig. Lange wusste er nicht, was er studieren könnte. Als er einen Professor kennenlernte, entschied er sich für dessen Fachgebiet und schrieb sich für ein Studium der Sozialarbeitswissenschaften mit dem Schwerpunkt Kriminologie an der Leuphana Universität in Lüneburg ein. „Kein karrieretaugliches Studium dachte ich, aber wahnsinnig interessant. Das Studium begeisterte ihn. Für ihn eine wichtige Voraussetzung für Erfolg: „Ich rate jungen Menschen: Schau Dich um, entdecke Deine Leidenschaft, entdecke, für was Du brennst. Und wenn Du das weißt, dann gib richtig Gas, werde Experte auf Deinem Gebiet!“

DAS GANZE INTERVIEW LESEN SIE IM PRINT-MAGAZIN. AB DEM 4. DEZEMBER 2020 IM HANDEL.

„Es tut uns gut, auch Sachen allein zu machen“

Vier Alben, acht goldene und drei Platinschallplatten, dazu mehr als 150 Millionen Audio- und Videostreams: Glasperlenspiel ist eine der bekanntesten Elektro-Pop-Bands Deutschlands. Privat sind Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg übrigens sogar noch länger als beruflich ein Paar – nämlich schon zwölf Jahre, ein Musikduo sind sie erst seit 2010. Trotz des Erfolgs ist es der Sängerin wichtig, sich nicht komplett im „Wir“ zu verlieren. Deshalb findet sie es ganz gut, auch mal ein Interview allein zu geben…

Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg sind nicht nur ein musikalisches Paar – sondern seit 12 Jahren auch privat Credit: Universal Music

Wann hast Du gedacht: Jetzt haben wir es wirklich geschafft?

Es gab ein paar Schlüsselmomente, in denen ich den Tränen sehr nahe war. Beispielsweise als wir das erste Mal, nach dem der Song „Geiles Leben“ rauskam, auf der Bühne standen und wirklich alle Menschen mitgesungen haben.

 

Was ist Euer Erfolgsgeheimnis?

Bis jetzt, dass wir so gut wie immer das gemacht haben, worauf wir Bock hatten.

 

Wie sehr trifft Dich Kritik? Gerade Musikkritiker und Fans können ja sehr hart sein…

Ich versuche, das immer von mir fernzuhalten und nicht zu viele Kommentare zu lesen. Ich bin ein Fan konstruktiver Kritik, aber mit gemeinen Dingen komm ich meist nicht so gut klar. Ich bin da oft sensibel und die Worte bleiben leider eine Zeitlang – wenn auch nur unterbewusst – im Kopf gespeichert.

 

Hattet Ihr je Existenzängste?

Es lief natürlich nicht immer super. Wir wissen, wie es ist, mit wenig Geld in Berlin zu leben und sich dort etwas aufzubauen. Wir haben immer versucht, das, was wir verdient haben, wieder in unsere Musik zu investieren.

 

Wie lief Euer erster Liveauftritt als Duo?

Eigentlich war es ganz furchtbar. An diesem Abend lief wirklich alles schief: Ich war erkältet und technische Probleme gab es auch. Wir haben nicht überzeugt. Es konnte also nur besser werden…

 

Habt Ihr je ans Aufhören gedacht?

Ans Aufhören nicht, aber ich habe an eine Pause gedacht… Ich glaube, dass es manchmal ganz guttut, sich auch in anderen Dingen auszuprobieren und vielleicht mal Abstand zu dem, was wir seit zehn Jahren machen, zu gewinnen, um dann wieder frisch zu starten. Durch Corona wurde uns die Entscheidung ein kleines bisschen abgenommen und wir haben gemerkt, wie es ist, die Bühne über einen längeren Zeitraum zu vermissen…

 

Was macht Euch aus – beruflich und auch als Paar?

Wir ergänzen uns gut, weil wir sehr unterschiedlich sind. Auf der einen Seite gibt es aus diesem Grund immer wieder Streitpunkte, auf der anderen Seite ist es toll, dass Daniel eher der technische Part ist, unsere Produktionen macht und rational denkt. Ich bin eher der gefühlsbetonte, träumerische Part. Was uns verbindet, ist die Musik und die Kreativität.

AB 4. DEZEMBER 2020 KÖNNEN SIE DAS GANZE INTERVIEW IM PRINT-MAGAZIN NACHLESEN.

Dennis Diekmeier ist ein echter Familienmensch. Mit seiner Frau hat er vier gemeinsame Kinder: Delani, Dion, Dalina und Divia

„Ich habe mich nie kleinkriegen lassen.“

Man merkt sofort: Dennis Diekmeier ist ein positiver Mensch. Er lacht viel, ist ein Familienmensch, steht im Guinness-Buch der Rekorde, hat einen Kultstatus inne und ist trotzdem kein bisschen abgehoben. Deshalb definiert er Erfolg auch etwas anders. „Aus fußballersicher Sicht ist Erfolg natürlich ein Sieg. Doch es sind auch die vermeidlich kleinen Dinge, die ich als Erfolg werte. Vor Kurzem habe ich mit meiner Tochter Mathe geübt. Als sie mit einer guten Note nach Hause kam, war es nicht nur für sie ein Erfolg. Auch für mich.

Denn entscheidend war, mit ihr gemeinsam daran gearbeitet zu haben,“ sagt der vierfache Vater. Diekmeier wollte schon als Kind Fußballprofi werden. Sein Talent wurde schnell erkannt und er hat hart an seinem Traum gearbeitet. Dazu kam noch die „Faszination Stadion“. Jedes Mal, wenn er mit seinem Vater im Stadion war – vorzugsweise beim HSV – gab ihm das den Rest. „Das hat mich immer wieder umgehauen. Diese Stimmung, die vielen Menschen. Ich hatte nur noch Fußball und den Wunsch, Profi zu werden, im Kopf. Was natürlich meine Lehrer zu der Zeit nicht so toll fanden“, erinnert sich Diekmeier lachend.

Mit seinem gesunden Ehrgeiz und starken Willen ging es für ihn Schritt für Schritt Richtung Erfolg. Mit 14 Jahren wechselte er in die Jugendabteilung von Werder Bremen, ein paar Jahre später spielte er bereits in der 2. Mannschaft. 2008 dann der EM-Titel mit der deutschen U19-Nationalmannschaft. „Das war mein wichtigster Karriereschritt. Nicht nur der Turniersieg. Ich wurde auch mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold ausgezeichnet. Das war der Startschuss.“ Diekmeier wechselte zum 1. FC Nürnberg, ehe er 2010 beim HSV unterschrieb. Dort blieb er bis 2018 und erlangte bei den Hamburgern Kultstatus. Nicht etwa, weil er sein Team von Sieg zu Sieg schoss. Im Gegenteil. In seiner Position als Rechtsverteidiger konnte sich seine Mannschaft auf ihn verlassen. Allerdings schaffte es Diekmeier in elf Jahren als Profi und 293 Spielen nicht, auch nur ein einziges Tor zu schießen.

DAS GANZE INTERVIEW LESEN SIE IM PRINT-MAGAZIN. AB DEM 4. DEZEMBER 2020 IM HANDEL.

 

Eduard von Anhalt “Movie meets Media” im Hotel Adlon in Berlin Foto: BrauerPhotos / O.Walterscheid

Umgangsformen und Manieren

Wer an zwischenmenschliche Umgangsformen denkt muss sich nicht verkrampfen, sondern einfach nur das tun was er von anderen erwartet. Im Grunde haben Umgangsformen und Manieren vor allem mit Ästhetik zutun.

Im 18. Jahrhundert schrieb der aufgeklärte Schriftsteller Adolph von Knigge „Über den Umgang mit Menschen“, wobei es ihm darum ging zu verhindern, dass junge aufstrebende Menschen aus unteren Schichten sich ihre Zukunft durch falsches Auftreten und schlechte Manieren verbauen. Von den fürstlichen Höfen mit ihren strengen Zeremoniellen, waren zu Knigges Zeiten, vor allem höfische Essmanieren in die Bürgerhäuser und Industriellenhaushalte geschwappt. Plötzlich gab es ein feines Menü mit mehreren Gängen. Auf dem Tisch mit einer Tischdecke lagen plötzlich links und rechts von einem Teller; Messer, Gabel und Löffel. Statt wie bisher nur mit einem Messer Brot und Fleisch zu zerteilen und in den Mund zu stopfte, war jetzt absolut verpönt mit den bloßen Fingern zu essen. Nun wurde gespeist und auch auf die Körperhaltung bei Tisch streng geachtet. Wer das nicht beherrschte gehörte nicht zu den besseren Kreisen und mit ihm konnte man sich nicht sehen lassen, da half es auch nicht, selbst wenn er nach der neusten Mode gekleidet war.

Auch heutzutage beginnt jede zwischenmenschliche Beziehung mit dem Moment des persönlichen Kennenlernens. Zum Beispiel möchte der zukünftige Arbeitgeber – auch wenn Zeugnisse und Beurteilungen noch so gut waren – sich von dem zukünftigen leitenden Angestellten ein eigenes Bild machen. Da steht man sich zum ersten Mal gegenüber, mustert sich und dann ist es am zukünftigen Chef, zuerst die Hand auszustrecken. Der mögliche zukünftige Arbeitgeber hat sich Zeit genommen, er lädt Sie in ein feines Restaurant in der Innenstadt ein. Die Limousine steht bereit, der Chauffeur öffnet seinem Boss die Tür zum rechten Sitz im Fond und sie öffnen die Tür auf der anderen Seite und setzen sich entspannt daneben. Schon beginnt sich ein lockeres Gespräch über aktuelle Neuigkeiten und Nebensächlichkeiten zu entwickeln.

Im Restaurant folgen sie ihm an den Tisch, sie warten bis sich ihr Gastgeber gesetzt hat und ihnen den Platz neben sich oder gegenüber angeboten hat. Jetzt kommt der schlimmste Fehler den ein aufstrebender Arbeitnehmer machen kann, er stützt seine Ellenbogen auf den Tisch und noch schlimmer, er legt den ganzen Unterarm zwischen sich und Teller und das auch noch während er isst. Zusätzlich spricht er auch noch mit vollem Mund. Das wäre das Ende seiner Karriere, zumindest bei einer Firma oder bei einem Konzern, bei dem es zukünftig auch um Verhandlungen auf höchster Ebene geht.

Nur Mut, Sie selber finden Ihre Manieren verbesserungswürdig und Sie sind ein Ästhet. Selbst an den Königshöfen geht es recht unterschiedlich zu. Das spanische Hofzeremoniell hatte immer den Ruf das strengste zu sein. Aber auch dort hat man sich auf die vielen bürgerlichen Tischgäste eingestellt. Allerdings erst wenn König und Königin sich hinsetzen, dürfen sich auch die Gäste setzen. Und eins muss man unbedingt beherzigen: beim Essen gehören die Hände nur bis zu den Handgelenken auf den Tisch und Gabel, Messer und Löffel bitte nur am Griff und nicht darunter anfassen.

Über die überraschenden lockeren Tischsitten beim Galadinner im Buckingham Palace, anlässlich seines Staatsbesuchs in England, soll sich sogar der amerikanische Präsident gewundert haben. Zum Hauptgang gab es gebratenes Perlhuhn und nachdem seine Tischdame die Queen, das Brustfleisch gegessen hatte, trennte sie die Extremitäten vom Gerippe, ergriff die Keule und begann diese entspannt abzunagen. Mr. Trump machte es ihr begeistert nach, doch statt auf die anschließende Fingerbowle zum Waschen der Finger zu warten, wischte dieser seine fettigen Finger an der Serviette ab. Gottseidank nur eine lässliche Sünde und absolut keine Staatsaffäre!
Eduard von Anhalt

Prof. Dr. Veit Etzold hat gelernt groß zu denken. Als Key-Note-Speaker berät er Unternehmen in puncto Storytelling. © Pietro Sutera

Der weiße Hai im Weltraum

Die meisten können im Leben höchstens auf eine Karriere zurückblicken, wenn überhaupt – Veit Etzold auf viele. Egal, was der 46-Jährige anpackt, er hat Erfolg damit. Ob als Bankenmanager, Bestsellerautor, Professor, Keynote-Speaker, CEO-Coach – an Veit Etzold kommt keiner im Buchladen oder in den Führungsetagen vorbei. Denn sowohl für Thriller als auch für das Führen von Unternehmen gilt: Nur mit der richtigen Story verschafft man sich Gehör. Mit Storys kennt er sich aus: 15 Bücher hat er bereits geschrieben, zehn davon landeten auf den Spiegel-Bestsellerlisten ganz weit oben.

Nicht nur mit Thrillern und blutrünstigen Mördern begeistert er seine Leser, auch mit Sachbüchern wie „Der weiße Hai im Weltraum“ und „Strategie- Planen, Erklären, Umsetzen“. Veit Etzold weiß: Kommunikation ist heute alles. Dumm nur, wenn einem keiner zuhört. Deshalb bringt er Managern bei, wie sie sich Gehör verschaffen und ihnen vom ersten bis zum letzten Satz aufmerksam zugehört wird. Dabei liest sich sein eigener Werdegang ebenfalls wie eine gute Story: nach Managerposten bei Banken 2002 Start bei der Boston Consulting Group, 2010 erfolgreiche Platzierung des ersten Thrillers „Das Große Tier“ bei einem Verlag, 2012 der Durchbruch mit „Final Cut“, 2017 Professur, 2019 Top-10-Experte laut Erfolgs-Magazin und Nummer eins in Deutschland im Bereich Marketing und Vertrieb.

Doch auch ein erfolgreicher Mann wie Etzold kennt Tiefpunkte: „Nachdem ‚Final Cut‘ sehr erfolgreich war, sackte der Nachfolger ‚Seelenangst‘ erst einmal ab. Ebenso musste ich mal wegen persönlicher Differenzen den Job wechseln und oft gelingen Dinge nicht so, wie man denkt“, räumt der 46-Jährige ein. „Das Einfachste ist, das Ganze zur Kenntnis zu nehmen, daraus zu lernen und dann aber weiterzumachen, als wäre nichts gewesen.“

Und was braucht es noch? „Mit Disziplin die Dinge auch umzusetzen. Daran scheitern die allermeisten. Die sind gut im Reden und Motzen, aber nicht im Machen“, sagt Etzold. Außerdem müsse man sich den Erfolg auch zutrauen. „Ich selbst komme aus einer normalen Familie, bin in einer vierköpfigen Familie und einer Dreizimmerwohnung aufgewachsen. Wer so eine Herkunft hat wie ich, lernt nicht, groß zu denken. Die Schule hilft da auch nicht, im Gegenteil. Das Unternehmerbild, das Schulen bieten, ist voller Abneigung und Hass. Entweder, die Eltern helfen einem beim Großdenken, was nur bei reichen Familien der Fall ist, oder man fängt selbst an, groß zu denken, so wie ich es gemacht habe. Ansonsten bleibt man klein.“

Claudia Rothhammer

Regine Sixt verantwortet das internationale Marketing und prägt die Corporate Identity des Unternehmens © Sixt

Geht nicht – Gibt’s Nicht!

1912 gründete Martin Sixt mit einem Fuhrpark von drei Automobilien die Martin Sixt Autofahrten. 1951 wurde die Autovermietung Auto Sixt gegründet, die Erich Sixt 1969 übernahm und 1986 an die Börse führte. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Regine Sixt, die 1976 ins Unternehmen eintrat, wurden weitere Grundsteine für den heutigen Erfolg gelegt. Regine Sixt verantwortet das internationale Marketing und prägt die Corporate Identity des Unternehmens. Zudem ist sie für Corporate Fashion, die Imagefilme und die internationale Kommunikation verantwortlich. Eine perfekte Gesprächspartnerin zum Thema Erfolg.

Sixt ist eine weltweit erfolgreiche Marke und ein führender internationaler Mobilitätsdienstleister. Worauf basiert der Erfolg des Unternehmens?

Auf harter Arbeit, auf Disziplin, und auf Mut. Wir nutzen die relative Freiheit, die man als Unternehmer hat. Und wir handeln nach dem Prinzip: Geht nicht – gibt’s nicht!

Sixt ist seit 1986 an der Börse und wächst stetig weiter. War das der entscheidende Schritt, der den Weg zum noch größeren Erfolg geebnet hat?

Es war damals sicherlich ein mutiger Schritt – anders als heute, wo ja jedes zweit- und drittklassige Start-up so schnell wie möglich an die Börse möchte, noch ohne richtig Ertrag zu generieren. Der Erfolg an der Börse hat es uns ermöglicht, den weltweiten Expansionskurs mit rasantem Tempo zu realisieren. Wir sind heute in 110 Ländern präsent. Ohne Börsengang hätte unser globaler Erfolg vermutlich etwas länger gedauert. Nur zur Erinnerung: Die Mehrheit der Aktien ist bis heute im Familienbesitz, und daran wird sich auch nichts ändern.

Gab es Rückschläge auf dem Weg zum Erfolg?

Wenn man zurückblickt, muss man fairerweise sagen, dass nicht jedes Projekt erfolgreich war. Straucheln und ab und zu hinzufallen, das gehört dazu, wenn man sich seinen eigenen Weg bahnt. Wichtig ist nur, dass man nie liegen bleibt, sich wieder aufrappelt und weitergeht. Ein paar Kratzer abzubekommen – das gehört einfach dazu.

Das Markenimage von Sixt ist trotz des Alters des Unternehmens von eingestaubt weit entfernt. Wie konnten Sie den Erfolg ins Zeitalter der Globalisierung und Modetrends herüberretten?

Wer am Ball bleiben will, sollte permanent an der Erneuerung der Marke arbeiten. Die Erfolge von gestern sind für uns irrelevant, sogar gefährlich. Das sieht man bei vielen Marktführern, die plötzlich weg vom Fenster waren, weil sie Entwicklungen und Trends ignoriert oder verschlafen haben.

Wer sich heute mit Mobilität beschäftigt, der muss global denken und handeln.

Ihr Mann sagte einmal: „Erfolg ist der größte Feind des Erfolges. Sich darauf auszuruhen wäre fatal.“ Inwieweit steuert Sixt dagegen? Sich auf dem Erfolg auszuruhen – das wäre undenkbar bei Sixt. Dazu dreht sich das Rad zu schnell. Neben meinem Mann Erich Sixt arbeiten unsere Söhne Alexander und Konstantin im Vorstand des Unternehmens. Die beiden legen ein Tempo vor, dass einem schwindlig werden kann. „Immer weiter“, das ist die Devise. Stillstand ist ein Fremdwort bei Sixt.

Ihr Unternehmen wächst seit Jahren rapide, gibt es für ein Familienunternehmen eine natürliche Grenze?

The sky is the limit, sage ich immer. Wer an Begrenzungen glaubt, der wird sie auch erleben. Wer groß denkt und entsprechend handelt, der orientiert sich nicht an den Grenzen, sondern an Chancen. Mit dem nötigen Instinkt erkennt man diese und bleibt in Bewegung. Wir im Mobility-Business haben das internalisiert, denke ich.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie etwas anders machen?

Natürlich gibt es kleine Dinge und den einen oder anderen Fehler, den man nicht wiederholen würde. Ein richtiger Fehler wird es in meinen Augen erst dann, wenn man ihn immer wieder macht, weil man nichts aus ihm gelernt hat.

Was glauben Sie ist die wichtigste Eigenschaft die jemand braucht, um Erfolg zu haben?

Primär geht es um die richtige Lebenseinstellung. Man muss hoch hinauswollen, um nach oben zu kommen. Hindernisse und Schwierigkeiten sind dabei die Stufen, auf denen wir höher steigen. Wir dürfen nur nicht aufhören, vorwärts zu gehen.

Eine Maus werden Sie nicht unbedingt dazu bekommen, ein starker Löwe zu sein. Wer kein Talent zum Führen hat, der sollte sich eine andere Rolle suchen, in der er gut ist und sich wohl fühlt.

Sie leiten als Vorstandsvorsitzende die „Regine Sixt Kinderhilfe Stiftung“. Wie wichtig ist soziales Engagement, wenn man selbst erfolgreich ist?

Wer auf der Sonnenseite des Lebens steht, der hat die Verpflichtung, der Gesellschaft zu dienen und sich um diejenigen zu kümmern, die unverschuldet auf der Schattenseite gelandet sind. Ganz ehrlich: bei manchen sogenannten Erfolgsmenschen scheint ja deren äußerer Erfolg deutlich größer zu sein als ihre Menschlichkeit. Erfolg ohne Mitmenschlichkeit – das wäre für mich kein erfolgreiches, kein lebenswertes Leben.

Können Sie Ihr Erfolgsgeheimnis zusammenfassen?

Mein Erfolg hat kein Geheimnis. Es geht ganz einfach darum, das zu tun und anzupacken, was getan werden muss. Punkt.

 

© Otto Group

Wir brauchen mehr Querdenker!

Alexander Birken, Jahrgang 1964 und geboren in Hamburg, hat am 1. Januar 2017 den Vorstandsvorsitz der Otto Group übernommen. Bereits 1991 stieg Birken im Controlling-Bereich der Otto Group ein und übernahm anschließend u.a. die Verantwortung für das Beteiligungscontrolling der Otto Group im amerikanischen und asiatischen Markt, leitete Birken dann das weltweite Beteiligungscontrolling der Otto Group. Und war von 2002 bis 2004 als Chief Operating Officer der Spiegel Group in Chicago, USA, tätig. Seit 2005 war Birken Mitglied des Vorstandes der Otto Group und maßgeblich für die erfolgreiche Expansion der Otto Group Russia verantwortlich. Zudem verantwortete er operativ die Bereiche Personal, Steuerung und IT von OTTO und war als Konzern-Vorstand für die strategische Weiterentwicklung verschiedener Firmen verantwortlich. Seit dem 1. August 2012 nahm er zusätzlich die Sprecherfunktion der Einzelgesellschaft OTTO wahr. Alexander Birken ist verheiratet und Vater von vier Kindern.

Herr Birken, was bedeutet Erfolg für Sie?
Gut zuzuhören. Wir deutschen Manager sind mit dem Gen geboren worden, dass wir allen erklären können, wie die Welt funktioniert. Eines der Erfolgsgeheimnisse der Menschen, die etwa im Silicon Valley arbeiten, ist dagegen, dass sie nicht senden, sondern Fragen stellen. Die wollen lernen. Ein anderes Beispiel ist Tarek Müller, einer der Chefs von About You. Dem bin ich in seiner Anfangszeit dreimal in einer Woche am Campus in Hamburg begegnet. Beim dritten Mal habe ich ihn dann gefragt: „Tarek, was machst du hier die ganze Zeit?“ Und er hat geantwortet: „Hier sind so viele schlaue Leute, die frage ich alle aus.“ Das ist die neue Mentalität: Die Chefs können die wenigsten Antworten selbst geben, deshalb müssen sie die richtigen Fragen stellen.

Was waren bisher Ihre wichtigsten Karriere-Schritte?
Zu meinen wichtigsten Karriere-Schritte gehört sicherlich mein zweieinhalbjähriger USA-Aufenthalt bei der Spiegel Group. Tatsächlich bin ich seit Kindesbeinen an ein Optimist, aber der amerikanische Grundoptimismus hat mich nochmal extrem geprägt. Und mir viel Rüstzeug mitgegeben.

Was ist bislang das persönliche Highlight Ihrer Karriere?
Der Kulturwandel-Prozess, der seit knapp vier Jahren in der Otto Group läuft, ist mein ganz persönliches Highlight. Wir alle befinden uns in einem gewaltigen Transformationsprozess, unsere Lebens- und Arbeitswelt ändern sich radikal. Und keiner weiß genau, was noch auf uns zukommt. Da ist es sehr beeindruckend zu erleben, wie es einem werteorientierten, eher traditionellen, großen Unternehmen gelingt, sich so zu verändern, dass es zukunftsfähig ist und leistungsfähiger wird. Gelingen kann dies einzig und allein, indem alle Kolleg*innen – auch und gerade wir im Vorstandsteam – ihre Haltung verändern, von lieb gewonnen Gewohnheiten und Verhaltensweisen Abschied nehmen und offen sind für die Zukunft der Arbeit. Wir sind hier wirklich außerordentlich gut vorangekommen und werden diesen spannenden Prozess weiter gestalten.

Was raten Sie jungen Menschen, die Erfolg haben möchten?
Sei du selbst! Wir brauchen viel mehr Querdenker – gerade in diesen Zeiten des extrem schnellen Wandels. Wir brauchen Kolleg*innen, die eine andere Sicht auf Dinge haben, kreative Ideen entwickeln, unpopuläre Meinungen vertreten. Wir brauchen diese Vielfalt, um dauerhaft innovativ zu bleiben und damit am Markt bestehen zu können. Genau das fördern wir übrigens mit dem Kulturwandel 4.0.

Was glauben Sie ist die wichtigste Eigenschaft, die erfolgreiche Menschen heute brauchen?
Ich möchte zwei nennen: Mut und Demut. Wir brauchen den Mut, etwas Neues zu wagen und dabei meist auch ein persönliches Risiko einzugehen. Dann können wir erfolgreich sein. Und wir brauchen Mut für eine neue Art von Führung. Eine Führung, die aber auch demütig anerkennt, dass Führungskräfte nicht mehr die allwissenden Bewohner von Elfenbeintürmen sind. Die erkennt, dass in allen Kolleg*innen Potenziale stecken, die zum Erfolg beitragen.

Wie wichtig ist Ihnen soziales Engagement?
Ohne soziale Kompetenzen bzw. soziales Engagement geht es im familiären, gesellschaftlichen und unternehmerischen Miteinander nicht – ganz unabhängig davon, wie erfolgreich Menschen sind. So zumindest meine Werteauffassung. Ich unterstütze beispielsweise unser Musik-Projekt „The Young ClassX“, das Kindern aus sozial benachteiligten Familien den Zugang zu Musik ermöglicht. Eines meiner Herzenshemen, weshalb es mir leichtfällt, mich hierfür zu engagieren.

 

Frank Thelen – etwas zu bewegen ist sein Antrieb Fotos: © Frank Thelen / frank.io

„Startup-DNA“

Wenn Kinder laufen lernen, fallen sie auch böse hin: Frank Thelen aus der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ weiß nicht nur, wie man Start-ups das Laufen beibringt. Er ist auch tief gefallen. Mit 25 Jahren stand er als Unternehmer vor dem Ruin, hat es aber zurück nach oben geschafft. Heute ist der 44-Jährige für diese schmerzhafte Erfahrung sogar dankbar. Er findet: Richtig auf die Schnauze zu fallen, tut einem Gründer gut.

Wenn Frank Thelen in der „Höhle der Löwen“ sitzt, warten die Zuschauer gebannt auf seine Einschätzung. Der 44-Jährige kennt nicht nur die Tech- und Gründerszene sehr gut, er scheint auch immer den richtigen Riecher zu haben, ob eine Geschäftsidee Potenzial hat. Dass er einmal Deutschlands bekanntester und mit sechs Staffeln dienstältester „Löwe“ werden würde, hätte der Bonner nie gedacht. Seine Eltern vermutlich auch nicht, als ihr Frank so viele Fünfer und Sechser nach Hause brachte, dass er vom Gymnasium flog und auf der Realschule landete. Hätte man ihn damals gefragt, was er sich einmal für seine Zukunft vorstellt, hätte er gesagt: „Eher was Sportliches.“ Auch wenn er leidenschaftlich gerne Skateboard fährt, hatten es ihm früher kleine Bälle angetan. „Als Kind wollte ich mal Tischtennisprofi werden, weil mich der Sport begeistert hat. Ich war auch tatsächlich ganz gut, aber für eine Profikarriere hätte es wohl nicht gereicht“, verrät Thelen.

Gereicht haben dann zumindest die schulischen Leistungen doch noch. Thelen kämpfte sich hoch, konnte studieren und entschied sich für Informatik – um es dann doch wieder abzubrechen. Er hatte nämlich mit 18 Jahren seine erste Firma gegründet, die er ausbauen wollte. Sein Unternehmen stellte ein innovatives Framework zur Herstellung von High-End-Multimedia-CD-ROMs zur Verfügung. Für Interessierte nur so viel: Es war eine schnellere und flexiblere Alternative zur beliebten Macromedia-Director-Plattform. 1996 fusionierte seine erste Firma mit Pro PC zur Marke Create Media, die einige der ersten größeren Websites in Deutschland wie zum Beispiel hallo.de oder bilder.de erstellte und betrieb. 1997 glaubten Investoren so fest an ihn und seine Fähigkeiten, dass er für seine neue Firma Twisd 1,4 Millionen D-Mark Wagniskapital bekam, um einen Linux-basierten Router zu entwickeln und zu vertreiben, der lokale Netzwerke mit dem Internet verband.

Zwei Jahre nach der Firmengründung stand Thelen mit Twisd kurz vor dem Sprung an die Börse und damit mit gerade mal 24 Jahren vor seinem vermeintlich größten Erfolg. Doch dann stürzte alles wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Die Internetblase platzte. Doch Thelen und seine Mitgründer hatten zur Überbrückung der letzten Phase vor dem Börsengang einen Kredit über zwei Millionen D-Mark aufgenommen – und dabei einen ihrer größten Fehler gemacht: Sie haben mit ihrem Privatvermögen gebürgt. Thelen stand plötzlich vor dem Ruin und vor einem riesigen Schuldenberg. „Das war mein größter Rückschlag.“ Er verkroch sich erstmal, sortierte sich neu, suchte nach Auswegen. „Ich konnte glücklicherweise einen Vergleich mit der Bank aushandeln und den Mut und die Willenskraft finden, erneut zu gründen – diesmal erfolgreich.“

Thelen geht ganz offen mit seiner Niederlage um. „Wir lernen mehr durch Schmerz als durch Glück“, gibt er zu bedenken. Und der junge Firmengründer ist gewillt, zu lernen. Zehn Jahre stottert er seine Schulden ab, Monat für Monat. Auch wenn er im Laufe der Jahre alles mit einem Schlag hätte begleichen können, er will die Erinnerung an seine schwerste Zeit nicht so schnell hinter sich lassen. Nach Twisd gründet er die Firma ip.labs, die zum Weltmarktführer für Onlinefotoservices wird: „Das war der wohl wichtigste Karriereschritt und auch einer der wichtigsten Wendepunkte in meinem Leben. Nicht nur, weil das letztendlich zum ersten größeren wirtschaftlichen Erfolg für mich wurde, sondern auch, weil ich aus einer sehr schwierigen Situation heraus erneut gegründet und mir selbst und anderen Gründern gezeigt habe: Wieder aufstehen lohnt sich!“

Thelen ist der festen Überzeugung: „Niemand hat nur Glück und Erfolg.“ Niederlagen gehörten ebenso zum Leben. Die Frage sei nur, wie man mit den Tiefpunkten umgehe. Das will er jungen Gründern mit auf den Weg geben. Auch seine Autobiografie „Startup DNA“ trägt den prägnanten Untertitel „Hinfallen, aufstehen, die Welt verändern.“ Besser könnte man den 44-Jährigen nicht beschreiben. Auch er möchte die Welt verändern. „Mein größtes Vorbild ist Elon Musk, weil er visionär denkt und in fast allen relevanten Zukunftsthemen spürbar involviert ist.“ Dass die Welt vor einem großen Umbruch steht, liegt für Thelen auf der Hand: „Sämtliche Industrien werden in den kommenden Jahrzehnten durch immer wieder neue, technologische Entwicklungen disruptiert. Wer hierfür kein Verständnis hat und nicht vorausschauend handelt, wird abgehängt.“

Dass Deutschland sich selbst abgehängt hat, ist Thelens große Befürchtung. Oder, wie er es ausdrückt: „Internet, Smartphone, Cloud: Europa hat alles verpennt.“ Deshalb treibt ihn jetzt vor allem eines an: „Bisher war es immer die Begeisterung für neue Technologien und die Liebe zum Produkt, an dem ich zu dem Zeitpunkt gebaut habe. Jetzt habe ich zum ersten Mal einen Zehnjahresplan und eine Agenda: Ich möchte einen Technologie-Champion aus Europa mit aufbauen. Wir müssen unsere wirtschaftliche Lage gegenüber den USA und China stärken, damit wir auch in Zukunft noch auf Augenhöhe mit den Weltmächten verhandeln können. Wir brauchen globale Lösungen für Themen wie KI und Klimaschutz. Das spornt mich an.“ Etwas zu bewegen, das ist sein Antrieb und Motor. Das spürt man. Deshalb verwundert es auch nicht, dass er über sich selbst sagt: „Für mich bedeutet Erfolg, jeden Tag ein bisschen besser zu werden und immer wieder an neuen Herausforderungen mit den klügsten Köpfen arbeiten zu dürfen.“

Ihm sei es auch nie wichtig gewesen, einmal ein großer Firmenchef zu sein. „Ich habe schon immer aus Passion heraus gehandelt. Ich habe mich nie aktiv dazu entschieden, Gründer oder Investor zu werden, sondern habe einfach immer mit Herzblut an Produkten gearbeitet, bis daraus Unternehmen entstanden sind. Investor bin ich dann geworden, weil ich mit meinem Kapital etwas an die Start-up-Szene zurückgeben wollte.“ Jungen Gründern rät er: „Wer mit Passion und aus Leidenschaft und tiefster Überzeugung heraus ein Ziel verfolgt, kann es in meinen Augen mit harter Arbeit und Disziplin auch immer schaffen. Wer nur auf Erfolg aus ist, wird es hingegen schwierig haben.“

Claudia Rothhammer

Seit 24 Jahren ist Schauspieler Erdoğan Atalay das Gesicht der Serie „ Alarm für Cobra 11“ Foto. © cobraeleven_erdogan

„Werden Sie lieber Automechaniker!“

„Ihr Revier ist die Autobahn. Ihre Gegner extrem schnell und gefährlich. Verbrechen ohne Limit!“ Fans wissen bei diesen Zeilen gleich, wovon die Rede ist: von der Actionserie „Alarm für Cobra 11“. Und sofort denkt man an ihn: Erdogan Atalay. Der 53-Jährige ist seit 24 Jahren das Gesicht der Serie.

Donnerstag ist Semir Gerkhans Tag. Dann sehen dem Autobahnkommissar regelmäßig zwei bis drei Millionen beim Verfolgen von Bösewichten zu. Seit der zweiten Folge verkörpert Atalay die Figur und hat damit einen großen Anteil am Erfolg der Serie. Auch für ihn persönlich begann mit der Rolle der Aufstieg als Schauspieler. Sein Talent hat er vom Vater geerbt, der in der Türkei Schauspieler war. „Aber als ich im Berufsbildungszentrum in Hannover meinen Berufswunsch vorstellte, lachte mich der Mitarbeiter dort aus und meinte: Das ist nichts für Sie. Werden Sie lieber Automechaniker!“ Atalay war tief gekränkt. „Insgeheim hat es mich aber bestärkt.“

Damit lernte der junge Atalay sogleich eine wichtige Lektion: „Rückschläge gibt es viele. Wichtig dabei ist, dass man immer wieder versucht, sein Bestes zu geben, auch wenn man oft abgelehnt wird.“ Der 53-Jährige weiß, wovon er spricht. „Ich habe einige beschissene Momente in meiner Laufbahn erlebt. Mich hat mal eine Agentur angerufen und mir eine Rolle angeboten, die ich sehr gerne bekommen hätte. Während des Gesprächs fiel der Dame auf, dass sie sich verwählt hat!“

Aber er gab nicht auf. Oder, wie er es ausdrückt: „Ich bin sehr leidenschaftlich hartnäckig und kämpferisch in meiner Arbeit.“ Mit dieser Einstellung ergatterte er mit 18 Jahren auch seine erste Rolle am Staatstheater in Hannover: „Ich bin in das Betriebsbüro gegangen und habe gesagt: Hallo, Sie machen doch hier Theater. Ich würde gerne mitspielen.“ Atalay lacht: „Wenn die beiden, die das Büro leiteten, nicht so verdutzt über mein völlig naives Auftreten gewesen wären, wäre vielleicht alles anders verlaufen. Aber nachdem sie mich zurechtgewiesen haben, dachten sie vielleicht an ihre eigene Jugend und kamen mir hinterhergelaufen, um mir eine Statistenrolle anzubieten.“

Mit 53 Jahren ist er selbst Chancengeber – als Unterstützer des Kinderhilfswerks „Die Arche“. „Es wäre klasse, wenn man eines Tages sagen könnte: Ich lebe in einem Land, in dem es keine Armut gibt, keine Ausgrenzung oder Diskriminierung, in dem jeder toleriert wird, egal welcher Nationalität oder Religion er angehört. Das wäre mal eine wirkliche Erfolgsgeschichte!“
Claudia Rothhammer

Ljubo Brekalo ist Gründer und CEO der Charter & Share GmbH Bild: Fotos: © Ljubo Brekalo/Charter & Share GmbH

Luxus ist… wenn der Kopf und das Herz organisiert sind

Lieber ein Leben mit Leidenschaft als bequemes Laufenlassen: Auch wenn Ljubo Brekalo in die Gastronomie und Hotellerie geboren wurde, hat er sich doch seine eigene, ganz andere, Laufbahn geschaffen. Mit einer Ausbildung zum Bänker hat der Bayer den Grundstein für seine Karriere als Finanzberater und Unternehmer gelegt. Und vor rund drei Jahren brachte er dann sein neuestes Projekt auf den Weg: die CHARTER&SHARE GmbH und das Produkt „Accelerato(u)r“, das bei exklusiven Touren die Fahrt in Traumautos mit Networking vereint.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Erfolg ist, viel Liebe im eigenen Leben zu haben. Menschen zu lieben. Geliebt zu werden. Meine Arbeit zu lieben. Den Ort zu lieben, an dem ich gerade wohne.

Gab es einen materiellen Wunsch, der Sie begleitet hat und den Sie sich erfüllt haben?
Es ging immer um tolle Autos. Ich habe immer von einem Mercedes E55 AMG geträumt, den ich mir dann auch kaufte.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriereweg?
Ja, öfter. Am schlimmsten traf mich der Diebstahl eines unserer Fahrzeuge aus unserer Flotte im Jahr 2018. Es war finanziell kein Beinbruch, aber die Dreistigkeit, wie es passierte, hat mich emotional sehr beschäftigt.

Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich raten?
Unternehmerisch habe ich mich zu spät um eine Strategie gekümmert. Ob ein Unternehmen wächst oder nicht, ob ich Geld verdiene oder nicht, ob ich gute Beziehungen zu meinen Kunden habe oder nicht, hängt nicht an „der Wirtschaftssituation“, sondern nur an der Strategie. Die liegt einzig und allein beim Unternehmer – niemand anderem.

Außer im täglichen Business: Wo haben Sie noch gern Erfolg?
Sicherheit geben. Das Gefühl, dass uns nichts passieren kann. Dass wir geschützt und versorgt sind.

Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Wenn ich bei meiner Familie und meinen Freunden bin, möchte ich mich anwesend fühlen, lebendig und in Kontakt mit ihnen. Diese Lebendigkeit ist bei uns nur durch Planung möglich, da wir mehrere Unternehmen – auch im Ausland – haben. Wenn wir zusammen sind, dann sind wir das aber auch richtig.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten unterstützt?
Ich habe auch heute noch die größten Unterstützer zu Hause: meine Familie. Und ein besonders guter Freund hat sich während meiner Bankkarriere als bester Mentor gezeigt, ohne solche Menschen geht es nicht.

An welchen Orten finden Sie neue Inspiration?
Mein Prinzip:„Jeden Tag ein Glücksgefühl!“ ist völlig ortsunabhängig. Meine Aufgabe ist, mir selbst jeden Tag eine ordentliche Portion Glück zu organisieren. Durch den schönen Waldspaziergang mit meinem Hund. Ein Glas Rotwein, langsam und mit Genuss getrunken. Oder eine liebevolle Umarmung mit meinen Lieblingsmenschen.

Welche Sehnsüchte haben Sie?
Endlich wieder Musik zu machen.

Was ist ein Must-have in ihrem Beruf?
Es lebt sich besser, wenn du Prinzipien hast. Weil du dann nicht so viel rumeiern musst. Weil du nicht ständig alle Entscheidungen neu treffen musst.

Was ist für Sie Luxus?
Nichts materielles, sondern immaterielles: Wenn alles seinen Platz hat. Wenn mir die Reihenfolge klar ist. Wenn ich weiß, was kommt und ganz entspannt bin. Wenn ich weiß, was zu tun ist und was warten kann. Wenn ich nichts vergesse und an alles gedacht ist – was mir große Gelassenheit bringt. Wenn ich sehe, was wichtig ist und worum ich mich kümmern muss. Der Kopf ist organisiert. Die Hände. Und das Herz.

War Erfolg zu haben früher einfacher als heute?
Die Digitalisierung ist da und verändert merklich unseren Alltag und die Arbeitswelt. Anerkanntes Wissen und Know-how werden auf den Kopf gestellt: Das, was wir noch vor Jahren an der Schule oder Uni gelernt haben, gilt heute häufig schon als veraltet. Wer da mithalten will, muss nicht nur schnell und flexibel dazulernen, sondern braucht ein ganz neues Mindset. Ich glaube, summa summarum ist es heute schwieriger geworden, erfolgreich zu sein, denn es fehlt an der Zeit, all das zu bewältigen.

Was ist die wichtigste Eigenschaft, die erfolgreiche Menschen brauchen?
Es ist nicht so sinnvoll, wenn man des Geldes wegen oder um gemocht zu werden Dinge tut, die man eigentlich nicht tun will. Es ist sinnvoll, die eigenen Wünsche und das persönliche Grundmotiv zu kennen oder genauer zu checken und strikt nach Prinzipen zu handeln, die unverrückbar sind und immer ihre Gültigkeit haben werden.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Dazulernen. Voranschreiten. Dinge verarbeiten. Etwas loslassen. Weiterkommen. Das nennt man vielleicht Entwicklung. So, wie ein Film früher entwickelt wurde. Damit aus einem Farbnegativ etwas Neues, Farbenfrohes entsteht.

Welche Rolle spielt die Herkunft beim Wunsch, erfolgreich zu sein?
Für mich keine, als Kroate habe ich vieles erreicht.

Welche Ziele setzen Sie sich für die Zukunft?
Ich möchte unser neues Produkt, die Accelerato(u)r zum Erfolg bringen. Es vereint vieles, woher ich komme, meine Leidenschaft zu Autos, savoir vivre, Networking und persönliche sowie unternehmerische Entwicklung.

Minister Bernd Buchholz (FDP) Bild © MWVATT

Aus Fehlern lernen

Dr. Bernd Buchholz, Jahrgang 1961, ist Jurist, Politiker und seit 2017 Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein. Bereits seit 1981 ist Buchholz Mitglied der FDP. Er war Landesvorsitzender der Jungen Liberalen, Mitglied im FDP-Landesvorstand, Mitglied des Landtags. Von 2009 bis 2012 war der zweifache Familienvater Vorstandsvorsitzender der Gruner + Jahr AG & Co. KG. Erfolg bedeutet für ihn, wenn er selbstgesetzte Ziele erreicht.

Herr Buchholz, was wollten Sie als Kind werden?
Bernd Buchholz: Flugkapitän, weil mich Fliegen bis heute fasziniert.

Sie sind dann doch Jurist geworden, was war dafür ausschlaggebend?
Die Vielfalt der Betätigungsmöglichkeiten.

Was waren für Sie bisher Ihre wichtigsten Karriereschritte?
Vorstandsvorsitzender von Gruner & Jahr und mein jetziges Amt als Wirtschaftsminister.

Was würden Sie als bisheriges Highlight Ihrer Karriere bezeichnen?
Gruner & Jahr erfolgreich durch und aus einer Wirtschaftskrise geführt zu haben.

Gab es einen materiellen Wunsch, den Sie sich zu Ihrem ersten großen Erfolg erfüllt haben?
Ein Motorrad zum Abitur.

Was sind Ihre Stärken, die auch für Ihren Erfolg maßgeblich sind?
Kommunikationsfähigkeit und Durchsetzungsstärke.

Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich raten?
So gut wie möglich das zu machen, was zu machen ist, und nicht zu viel über Karriere nachdenken.

Wie gehen Sie mit Rückschlägen um?
Ich versuche, aus Fehlern zu lernen.

Was treibt Sie beruflich weiter voran?
Etwas verändern zu wollen.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten unterstützt?
Es gab zwei wichtige Mentoren: meinen Doktorvater und den Vorstandsvorsitzenden von G+J.

Was ist Ihr Ort der Inspiration?
Mein Ferienhaus am See.

Und was bedeutet für Sie Luxus?
Zeit ist Luxus. Und liebenswerte Menschen in meiner Umgebung.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie etwas anders machen?
Nö.

Können Sie Ihr Erfolgsgeheimnis für uns zusammenfassen?
Ich hatte Glück und habe hart gearbeitet dafür.

Was glauben Sie ist die wichtigste Eigenschaft, die erfolgreiche Menschen heute brauchen?
Zehn Prozent Inspiration, neunzig Prozent Transpiration.

Welche Ziele in puncto Erfolg setzen Sie sich für die Zukunft?
Erfolg bei der Landtagswahl 2022 mit der FDP.
Von Renate Kerscher

Lutz Marmor spricht als Intendant des NDR bei einer Mitarbeiterversammlung. © NDR Jann Wilken

Langfristig denken

Lutz Marmor hat eine erstklassige Karriere in öffentlichen-rechtlichen Rundfunkanstalten hingelegt: Westdeutscher Rundfunk, Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg, Norddeutscher Rundfunk. Beim NDR ist der 65-Jährige seit 2008 Intendant – noch bis Januar 2020. Geplant war seine Medienkarriere nicht, aber der studierte Betriebswirt ist sehr froh, dass es so gekommen ist. „Mein Lebenslauf sieht im Nachhinein so geplant aus, das war aber gar nicht so. Manchmal ergibt sich etwas und man muss die Chance ergreifen“, sagt Marmor über seinen Werdegang.

„Ich war ja in der Unternehmensberatung tätig und habe für den WDR ein Konzept ausgearbeitet“, erklärt Marmor seinen ersten Berührungspunkt mit der Medienbranche. Schließlich sei er vom WDR gefragt worden, ob er das Konzept selbst umsetzen wolle. „Den WDR und überhaupt Medien fand ich total spannend. Die haben offene Türen bei mir eingerannt“, spricht Lutz Marmor über einen wichtigen Schritt in seiner Karriere.

Später folgte er dem Ruf des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB). Es war ein absolutes Highlight seiner Karriere, die Neugründung einer Rundfunkanstalt mitzuerleben. „Ich bin einen Monat vor Sendestart hingekommen, wir hatten 50 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und kurze Zeit später gut 500.“ Vier Jahre war Lutz Marmor beim ORB. „Die haben sich allerdings wie acht angefühlt“ – so intensiv, aber auch so schön hat er die Zeit in Erinnerung. Darin sieht Marmor auch sein Erfolgsgeheimnis: „Was ich gemacht habe, wollte ich immer bestmöglich machen. Auch mit großem zeitlichen Aufwand.“ Das ist auch sein Rat an junge Menschen. „Das versuchen, was einem liegt, aber dann auch exzellent machen und nicht halbherzig. Bei allem Ehrgeiz sollte aber das Private nicht zu kurz kommen.“

Seine Stärken beschreibt Lutz Marmor so: „Ich bin Mensch geblieben, authentisch, denke langfristig und bin ehrlich. Es bringt nichts, jemanden auszutricksen, weil man sich immer zweimal begegnet. Ich weiß fachlich sehr viel, lasse aber auch den Bauch noch entscheiden.“

Seinen Ausgleich findet der NDR-Intendant beim Sport. Früher sei er Baskenballspieler gewesen und habe sogar ein Team trainiert. „Da will man natürlich gewinnen, wobei man beim Sport auch das Verlieren lernt. Basketball ist ein Mannschaftssport und ich glaube, ich habe viel davon profitiert für mein Berufsleben.“ Doch nicht nur der Sport ist ihm Ausgleich, auch in der ehrenamtlichen Arbeit geht Marmor auf. „Das möchte ich wieder intensiver machen, wenn ich hier aufhöre.“

Von Renate Kerscher

Eine Karriere reicht einfach nicht

Er ließ Götz George für den „Tatort“ blankziehen, schrieb das Drehbuch für einen Oscar-nominierten Film und setzte sich als Rechtsanwalt für Studenten ein. Fred Breinersdorfer ist ein echter Allrounder – und ein erfolgreicher noch dazu.

Jurist und Hochschuldozent, Autor und Verleger, Filmproduzent und Regisseur: Was andere Menschen in mehreren Leben nicht unter einen Hut bekommen würden, schafft Fred Breinersdorfer in einem einzigen. Der gebürtige Mannheimer tanzt beruflich auf vielen Hochzeiten – und auf jeder von ihnen erfolgreich. Doch Breinersdorfer selbst sieht sich und sein Wirken wesentlich nüchterner als so mancher Außenstehender: „Die Schule habe ich zwar am Ende gut abgeschlossen, war aber öfters an der Kante zum Durchfallen. Als angehender Jurist war ich zwar erfolgreich in den Examina, aber als Student die Welt politisch zu verbessern, daran bin ich gescheitert. Als Anwalt wiederum konnte ich erfolgreich über 3000 Studenten ins Studium einklagen, als Strafverteidiger aber bin ich gescheitert, weil die Straftäter kein Vertrauen zu mir hatten“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Als ihn die juristische Arbeit nicht mehr so richtig auslasten konnte, wurde er zum Massenmörder – glücklicherweise jedoch nur auf dem Papier. Denn in seinen seit den 1980er-Jahren verfassten Romanen und Drehbüchern dürften es mehr als 200 fiktive Opfer gewesen sein, die er auf die eine oder andere Weise als Autor auf dem Gewissen habe, so Breinersdorfer. Große schriftstellerische Erfolge wurden unter anderem seine Kriminalromane über den später von Günther Maria Halmer verkörperten Anwalt Jean Abel.  Und unter seinen zahlreichen TV-Drehbüchern ragt vor allem der „Tatort“-Klassiker „Zweierlei Blut“ heraus, in dem Götz George alias Kommissar Horst Schimanski nackt auf den Anstoßkreis des Duisburger Wedaustadions gelegt wird.

Wer wie Fred Breinersdorfer auf so vielen Gebieten Erfolg hatte und immer noch hat, der entwickelt mit den Jahren ein Gespür dafür, was es braucht, um wirklich erfolgreich zu ein: „Talent, Mut, einen starken Willen, Selbstkritik, Fairness und mit Anstand auch Mal verlieren zu können.“ Und nach seinem persönlich größten Erfolg gefragt  ist die Antwort eindeutig: das Drehbuch für den Oscar-nominierten Spielfilm „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ verfasst zu haben. Dies habe ihn schon stolz gemacht, gibt Fred Breinersdorfer gerne zu. Wer kann es ihm verdenken?

Von Stefan Ahrens