Ab heute ist die dritte Ausgabe von dem Hochglanzmagazin „Secrets of Success“ im Handel erhältlich.

Wir danken allen Interview- und Anzeigenpartner für spannende und interessante Erfolgsgeschichten.

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Viel Spaß beim Lesen und schöne Weihnachtstage!

 

„Sei mutig. Und glaube fest daran, dass das Leben immer nur das Beste für dich will.“

Lebensbejahend und voller Tiefgang: Schauspieler Jan Sosniok./ Bild: © Heiko Richte

Ursprünglich wollte er Modedesigner werden. Handwerklich begabt, näht der junger Jan Sosniok nicht nur seine Kleidung selbst, er schreinert auch – eine Tätigkeit, die ihm auch heute noch als 54-jährigem Schauspieler viel Freude und Ausgleich beschert. Das Leben hatte andere Pläne mit ihm. Das Handwerk rückt bald in die zweite Reihe.

Nachdem seine damalige Freundin den jungen Jan Sosniok zur Teilnahme an einem Modellwettbewerb überredet, führt sein Weg zieht er kurzerhand aus dem beschaulichen Wiehl in Nordrhein-Westfalen nach Berlin. Hier bringt er es unter die Top 10 der „Gesichter ´92“ der Zeitschrift Max – von insgesamt 30.000 Bewerbern! Dass Jan Sosniok aber viel mehr als auffallend gutes Aussehen zu bieten hat, beweist er nicht nur vor der Kamera. Im Gespräch zeigt sich der charismatische Schauspieler facettenreich, lebensbejahend und voller Tiefgang.

Die deutsche Komödie „Das beste Stück“ verschafft ihm 2002 den Durchbruch. Zahlreiche Deutsche Filmpreise und Emmy Awards folgen für seine Rollen als Sven in der Serie „Berlin, Berlin“ und als Dr. Oliver Schmidt in „Danni Lowinski“. Er spielt in Dutzenden von Filmen mit und verkörpert sechs Jahre lang die Sehnsuchtsrolle des Winnetou bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg.

In seiner Instagram-Reihe „Was machst du da?“ widmet sich der Schauspieler seiner großen Leidenschaft und setzt Bauprojekte in Haus und Garten um. / Bild: © Heiko Richter

Jan Sosniok strahlt eine Energie und Lebensfreude aus, die fraglos mitverantwortlich für seinen dauerhaften Erfolg sind. Doch auch Durchhaltevermögen, Zuverlässigkeit und Demut zeichnen ihn aus. Schon sein Vater gibt ihm diese wichtigen Werte mit auf den Weg.

Die Familie und Ehefrau Nadine sind ein wesentlicher Bestandteil seines Lebens und damit auch seiner Karriere. Sie unterstützen ihn, halten ihm den Rücken frei und stehen als ehrliche Ratgeber zur Seite. Bei seiner Familie schöpft er Kraft und genießt den für ihn größten Luxus: Zeit. „Auf der Welt zu sein und all die schönen Dinge zu erleben, die das Leben zu bieten hat“, sei das wahre Glück für ihn.

Keine Erfolgsgeschichte geht immer nur bergauf. Auch Sosniok macht als junger Mann die Erfahrung, dass manche Versprechen leer bleiben. Heute erlaubt er sich erst dann aufrichtige Freude, wenn der versprochene Vertrag auf dem Tisch liegt. Enttäuschungen gehören zu jedem Weg dazu. Sie lassen ihn noch aufmerksamer und auch selbstbewusster werden.

Seine Ehefrau Nadine hält ihm den Rücken frei und steht ihm als ehrliche Ratgeberin immer zur Seite. / Bild: privat

„Selbst wenn ich Fehler mache und es den Anschein macht, dass der Erfolg in die Ferne rückt, so weiß ich, dass dies nur ein Baustein ist, um sich ihm wieder zu nähern“, lernt er aus diesen Erlebnissen. Rückschläge stellen auch die Chance zu persönlichem Wachstum dar, denn für ihn ist klar: „Erfolge sind möglich. Ich möchte ein Teil davon sein.“

Erfolg bedeutet für Jan Sosniok auch, der Gesellschaft etwas Gutes zurückzugeben und sich zu engagieren. Er hat sich der Organisation Kinderschutzengel (www.kinderschutzengel.de) angeschlossen, die herzkranke Kinder unterstützt, und ergänzt, Erfolg gönne er allen Menschen und vor allem „den Menschen, die die Welt durch ihre persönlichen Einsatz für Hilfsbedürftige wertvoller machen“….

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

Seien Sie gespannt, welche spannende Persönlichkeit in den nächsten Tagen folgt! Alle anderen Intervies finden Sie hier.

Bestellen Sie jetzt schon die Printausgabe von “Secrets of Success“! Diese kommt am 13. Dezember 2021 in den Handel.

„Rückschläge sind keine Niederschläge!“

13-fache Boxweltmeisterin in drei Gewichtsklassen: Ramona Kühne. / Bild:privat

Sie ist 13-fache Boxweltmeisterin in drei Gewichtsklassen und drei Weltverbänden, wurde dreimal zur Sportlerin des Jahres gewählt: Ramona Kühne hat sich bis ganz nach oben gekämpft. Sie sagt: Wahre Champions werden im Kopf gemacht.

 

Wie definieren Sie Erfolg?

Erfolg bedeutet für mich, mit dem, was man kann, das zu erreichen, was man will.

Wann wurde Ihnen das klar?

Ich war ein sehr dickes Kind und wurde immer gehänselt. Nachdem ich mit 11 Jahren auf der Straße von zwei größeren Jungs ohne Grund verprügelt worden war, stand für mich fest, dass ich mich zuküntig nicht nur verteidigen, sondern auch allen anderen zeigen möchte, dass man etwas schaffen kann, wenn man es auch will. Seitdem habe ich immer gesagt, dass ich mal mit “Kampfsport” berühmt werden will. Ich hatte damals mit Ju-Jutsu begonnen und schon früh für mich festgestellt, dass Kampfsport mein Ding ist. Anfangs dachte ich noch, ich werde mal in einem “Jackie Chan-Film” mitspielen. (lacht) Seit 2006 bin ich Profiboxerin, was aber nicht bedeutet, dass ich nicht trotzdem noch gerne mal in einem Film eine kleine Rolle spielen möchte!

War Jackie Chan ein Vorbild für Sie, Frau Kühne?

Seit ihrem elften Lebensjahr wusste Ramona Kühne, dass Sie mit Kampfsport berühmt werden will. / Bild: privat

Ja. Er und Manny Pacquiao. Mit den “Jacky Chan”-Filmen entdeckte ich meine Liebe zum Kampfsport. Ich wurde ein großer Fan von ihm, da er nicht nur ein super sympathischer und toller Schauspieler ist, er beherrscht auch noch die Kampfkunst in Perfektion. Manny Pacquiao ist ein philippinischer Profiboxer und Politiker, der für sein Land viel erreicht hat. Er ist der erste und aktuell auch einzige Profiboxer, der in acht Gewichtsklassen Box Weltmeister wurde. Er gilt mit seinen 71 Kämpfen als der beste Boxer aller Zeiten.

Haben Sie neben dem Kampfsport Zeit für eine Berufsausbildung gehabt?

Ja, ich habe eine abgeschlossene Berufsausbildung als Fachangestellte für Bäderbetriebe. Ich bin seit Jahren im Öffentlichen Dienst angestellt. Dort konnte ich auch immer sportlich aktiv bleiben. Aber der Drang mein Hobby, das Boxen, zum Beruf zu machen, war immer in mir und wurde bestärkt, als ich 2001 meinen heutigen Mann Stephan kennenlernte. Er unterstütze mich und meinen Traum, Profi-Boxerin zu werden. Wenn das nicht geklappt hätte, würde ich jetzt wahrscheinlich am Schwimmbecken stehen und meinen erlernten Beruf ausüben. Ich hatte da damals schon überlegt den Meister zu machen, um auch mal Badbetriebsleiterin werden zu können.

Es ist anders gekommen. Was waren Ihre wichtigsten Karriere-Schritte?

Es gab bisher drei wesentliche Karriere-Schritte: Der erste war der ins Profiboxen, den ich ohne die Unterstützung meines Mannes nicht geschafft hätte. Zwar hätte ich es auch alleine versucht. Es wäre aber aus meiner heutigen Sicht und Erfahrung weitaus schwieriger geworden und aller Voraussicht nach nicht so erfolgreich.
Der zweite Schritt für mich war, als ich meinen Mentor und heutigen sehr guten Freund Günter Mainka ( Unternehmer, Speaker, Moderator und Eventexperte) kennenlernte. Er führte mich in die Welt des “Speakers” ein. Er sah Potenzial in mir und meiner Lebensgeschichte. Ich gehöre nunmehr seit 2016 zu den Top 100 Speakern von „Speakers Excellence“. Der dritte Schritt ist gerade voll im Gange: Ich habe mich entschlossen, mich mit einem Boutique-Fitnessboxstudio selbstständig zu machen. Ein eigenes Sportstudio ist schon immer ein Traum von mir gewesen.

Was war das sportliche Highlight Ihrer Karriere?

In meiner Box-Karriere war eigentlich jeder WM-Kampf ein Highlight. Besonders hervorzuheben bleibt der WM Kampf gegen Ina Menzer vor 7000 Zuschauern in der Bördelandhalle und 4,8 Millionen vor den Fernsehern – auch wenn ich ihn verloren habe, .

Seit 2016 steht Kühne auch als Speakerin auf der Bühne und gehört zu den Top 100 Speakern von „Speakers Excellence“ / Bild: privat

Gab es weitere Rückschläge?

Oh ja. Zwei sind für mich besonders hart gewesen. Ich wurde mit 13 Jahren von einem Polizeibus angefahren und 30 Meter durch die Luft gegen einen wartenden BVG Bus geschleudert. Nach der Intensivstation und längerem Klinikaufenthalt hieß es, ich könne keinen Sport mehr machen, geschweige denn Leistungssport. Doch mein Ehrgeiz und Wunsch, Kampfsport zu machen und mal berühmt zu werden, waren so groß, dass ich trotz der Schmerzen weiter zum Ju-Jutsu gegangen bin.
Der nächste Rückschlag bestand eigentlich aus zweien: 2014 und 2016 riss ich mir das Kreuzband, innen und außen, erst im rechten, dann im linken Knie. Beide Male stand ich unmittelbar vor einem Weltmeisterschaftskampf und beide Male hieß es, dass ich mit 34 bzw. 36 schon zu alt sei, um nach so langer und schwerer Verletzung wieder in den Ring zu steigen. Ich gebe zu, dass ich beim ersten Mal tatsächlich in ein unbeschreiblich tiefes Loch fiel und Angst hatte, nicht mehr rauszukommen. Aber mein Wille, mein Ehrgeiz und natürlich auch mein Mann und meine Physiotherapeuten haben mich aufgefangen und unterstützt, wieder fit und vor allem doch wieder Weltmeisterin zu werden.

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

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Spielerisch zum großen Erfolg

Für das Königspaar der Spielebranche bedeutet Erfolg vor allem eins: sich gemeinsam über das Erreichte freuen zu können./ Bild: © Emely Brand

Sie haben das Escape-Room-Erlebnis zum Brettspiel-Knaller gemacht: Inka und Markus Brand aus Gummersbach sind ganz klar Deutschlands Königspaar der Spielebranche. Aus ihrer „Exit“-Reihe, die im „Kosmos“-Verlag erscheint, wurden bisher über sieben Millionen „Erlebnisse“ wie „Die Grabkammer des Pharao“ oder „Der Flug ins Ungewisse“ verkauft. 2019 lösten die Strategie-Serie sogar Monopoly als beliebtestes Spiel ab. Trotzdem arbeitet Markus Brand noch immer nebenbei als Versicherungskaufmann…

 

Sie haben bereits 450 Spiele entwickelt und 150 davon veröffentlicht. Wie hoch ist Ihr jährliches Pensum?

Durch den großen Erfolg von Exit stecken wir in einer besonderen Situation. Wir entwickeln momentan zwischen zehn und zwölf Exit-Produkte pro Jahr. Dadurch kommen die übrigen Spiel-Ideen gerade etwas zu kurz. Aber wir versuchen auch immer ein oder zwei Spiele, die mit Exit nichts zu tun haben, herauszubringen. So wollen wir verhindern, in der Rätselecke abgestellt zu werden.

Sie haben unter anderem den deutschen Kinderspielpreis, den deutschen Spielepreis und den Preis für das Kennerspiel des Jahres gewonnen – manche Auszeichnungen auch mehrfach. Was bedeutet für Sie Erfolg?

In unserem speziellen Fall bedeutet Erfolg, sich gemeinsam über das Erreichte freuen zu können – nicht wie sonst häufig der Fall nur mit dem Partner.

Was raten Sie jungen Menschen, die in Ihre Fußstapfen treten möchten?

Niemals den Kopf in den Sand stecken. Man braucht viel Durchhaltevermögen. Wir haben sieben Jahre lang Spiele entwickelt – in Summe über 60 verschiedene –, bis dann 2006 endlich unser Erstes veröffentlicht wurde.

Glauben Sie an Schicksal?

Jährlich kommen zwischen zehn und zwölf der preisgekrönten „EXIT”-Spiele raus. / Bild: © KOSMOS Verlag

Wir glauben an glückliche Zufälle, an sehr glückliche. Zum Beispiel an den wunderbarsten aller Zufälle: Unsere gemeinsamen Freunde hatten auf ihrer Hochzeit eine vorgegebene Sitzordnung und uns zufällig nebeneinander platziert. Nur so konnten wir uns kennen und lieben lernen, eine Familie gründen und unser Hobby zum Beruf machen.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Wir versuchen immer authentisch, bodenständig und unkompliziert zu sein. Wir lassen nicht zu, dass uns die momentane Erfolgswelle zu Kopf steigt und sind dankbar für das, was wir erleben dürfen.

Was macht Sie aus?

Dass wir nur als Paar funktionieren. Keines unserer Spiele hätte je das Licht der Welt erblickt, wenn wir es nicht gemeinsam entwickelt hätten. Jeder von uns hat andere Stärken, wir ergänzen uns wunderbar und holen so das Beste aus jedem Projekt heraus.

Gibt es eine Rollenverteilung bei der Entwicklung der Spiele?

Der kreative Part wird stets gemeinsam durchlebt, meist am Küchentisch. Inka baut dann die Prototypen und schreibt die Spielregeln, ich korrespondiere mit den Verlagen und beantworte die Mails.

Was inspiriert Sie?

Alles und jeder! Das kann ein Tapetenmuster im Wartezimmer des Arztes sein, ein YouTube-Video, das unser Sohn weitergeleitet hat oder die Anordnung der Clementinen in der Obstschale – aus allem können Spiele- oder Rätselideen entstehen.

2019 löste die Strategie-Serie von Inka und Markus Brand sogar Monopoly als beliebtestes Spiel ab / Bild: © KOSMOS Verlag

Ist es nicht manchmal anstrengend, mit dem Partner zusammenzuarbeiten?

Deswegen bin ich sehr froh, dass ich noch an drei Tagen in der Woche meinem Job als Versicherungskaufmann nachgehen kann und ins Büro fahre. So hängen wir nicht 24/7 aufeinander. Abgesehen davon, haben wir in der Freizeit auch ein paar getrennte Hobbys, so dass jeder von uns genügend Freiraum hat.

Ist das der einzige Grund, warum Sie noch immer als Versicherungsagent arbeiten?

Der Beruf des Versicherungskaufmannes bringt wohl ein Bedürfnis nach Sicherheit mit sich. Ich wollte meiner Familie stets auch finanzielle Sicherheit geben. Der Gedanke, zu hundert Prozent von einem kreativen Job abhängig zu sein, würde mich um den Schlaf bringen. Plötzlich wären wir darauf angewiesen, Spiele zu veröffentlichen, um davon leben zu können. Das würde enormen Druck aufbauen. Und wir sind uns nach wie vor sicher: Druck und Kreativität verträgt sich auf Dauer nicht….

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von “Secrets of Success” nachlesen.

 

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„Wenn ich die Grenzen nicht spüre, weiß ich, ich bin nicht weit genug gegangen“

CureVac co-founder Ingmar Hoerr / Der Pionier in der Entwicklung von RNA-Impfstoffen will vor allem eins: anderen Menschen helfen.

Seine Partner und Investoren heißen Dietmar Hopp, Bill Gates und Elon Musk. Angeblich wollte sich Donald Trump sogar den Impfstoff seines Biopharma-Unternehmen CureVac exklusiv sichern – doch Ingmar Hoerr bleibt cool. Der Biologe, der als Pionier in der Entwicklung von RNA-Impfstoffen gilt, die das entscheidende Werkzeug im Kampf gegen Corona sind, will nur eines – den Menschen helfen. Vor allem auch denen, die in wirtschaftlich unterprivilegierten Ländern leben.

Wie hat es ein kleiner Realschüler zum Gründer einer heute so erfolgreichen Firma gebracht?

Es war ein langer Weg. Aber steinige Wege zeichnen mich aus. Vielleicht hätte ich gar nicht gegründet, wenn ich mir nicht immer alles hätte erkämpfen müssen – gern abseits vom Mainstream. Der Rest meiner Kommilitonen ging zum Beispiel in die USA – und ich nach Indien. Ich habe mich irgendwie darin gesonnt, einsame Pfade zu nehmen, die andere nicht gegangen sind. Das zieht sich durch mein ganzes Leben.

Welchen Tipp haben Sie für junge Leute, die in Ihre Fußstapfen treten möchten?

Überlege es Dir genau: Gehe ich dahin, wo alle lang gehen – oder in Richtungen, die noch keiner gegangen ist? Suche das Pionierhafte. Wenn man es als junger Mensch erfolgreich schafft, sich durchzubeißen, gibt einem das unheimlichen Auftrieb, der einem hilft, in der Zukunft Probleme zu umschiffen oder zu lösen.

Sie wollten mit CureVac als Erstes einen Impfstoff gegen Tollwut entwickeln. Tollwut ist in Deutschland aber etwa so aktuell wie die Pest, kein Mensch sieht darin ein Investment, mit dem sich

Immer wollte der Technologie-Fan sein Unternehmen CureVac großmachen – und hat es geschafft. / Bild: privat

Geld verdienen lässt. Wie haben Sie sich also als Firma finanziert?

Das war schwierig. Wir waren bei allen Investoren, die man so kennt und ich hätte sie schütteln können: Kapiert doch endlich, was wir da machen. Aber die haben sich gar nicht darauf eingelassen. Wir haben uns dann entschieden, unternehmerisch zu handeln und unsere entwickelte RNA selbst an Labore und Unternehmen verkauft. Für uns war wichtig, keine komische Startup-Klitsche zu sein, sondern uns von Anfang an mit Kunden auseinanderzusetzen. Gleichzeitig konnten wir daraus lernen. Unser Hauptziel war es nicht, die Welt retten, sondern unsere Kunden zufriedenzustellen. Wir haben gedacht, unsere Stunde schlägt schon noch.

Wie viele Stunden haben Sie, Herr Hoerr am Tag gearbeitet? Sie hatten ein Unternehmen zu führen, Sie hatten Ihre Forschung und parallel dazu Meetings mit potenziellen Investoren…

Sehr viele. Der Spirit hatte mich total durchdrungen. Ich habe alles persönlich genommen. Wenn ich abgeblitzt bin bei Investoren, dann war das ein Anti-Ingmar-Hoerr-Ergebnis. Ich war CureVac. Auf der anderen Seite war mir irgendwann klar, dass ich delegieren muss. Ich habe mir einen DIN A 4-Zettel genommen, mich in die Mitte geschrieben und darum einen Stern gemacht. Was für Fähigkeiten brauche ich, die mich komplettieren? Mir war klar: Ich bin kein Finanztyp und kein Wissenschaftler. Ich bin Gründer. Die guten Leute, die die eigenen Schwächen kompensieren, damit man sich auf seine Stärken fokussieren kann, sind sicher einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren der Firma.

Gründungsfoto / Bild: privat

Wie bekommt man eigentlich einen Termin bei einem Investor wie Bill Gates?

Man fängt immer klein an und darf nicht zu versessen darauf sein, von heute auf Morgen mit Elan Musk, Bill Gates oder Dietmar Hopp zusammen zu kommen. Man muss Netzwerke gründen. Deswegen sage ich auch jedem Gründer: Geht ungerichtet auf Messen und Gründerkonferenzen und redet mit irgendwelchen Leuten. In einen Small Talk bei einer Konferenz zu kommen, halte ich für viel wertvoller, als vorne ans Pult zu gehen, wo Bill Gates spricht. Den wird man nicht kriegen, weil tausend Leute das Gleiche vorhaben, deshalb bleibt man besser am hintersten Tisch und guckt auf den, der neben einem sitzt. Diese Leute sind die Wichtigeren. Ich glaube, dass jeder von uns über höchstens fünf Kontakte Bill Gates kennt. Man sollte darauf vertrauen, dass das Glück einem begegnet, wenn man sich öffnet und locker bleibt.

Wie pflegen Sie Ihr Netzwerk, Herr Hoerr?

Man darf da nicht zu ungestüm sein. Die wichtigen Leute sind umgeben von Menschen, die unbedingt etwas wollen. Ich glaube, man muss sich um den Menschen an sich kümmern und darf dabei nicht immer eine Agenda im Hinterstübchen haben. Die Persönlichkeit muss sich erst öffnen – und dann entstehen freundschaftliche Verhältnisse, in denen man sich immer wieder sieht oder einen E-Mail-Austausch hat. Man muss sich den Luxus leisten, das Netzwerk zu pflegen. Und dann bekommt man auch seine Audienz bei Bill Gates.

In Ihrem Fall in einem Heizungskeller in Paris…

Das war schon ein bisschen merkwürdig. In unserem digitalen Zeitalter wollte er ein Print-Handout. Mit diesem Ausdruck sind wir dann in den Keller eines Hotels geführt worden. Wir dachten, da will uns jemand veraschen. Aber Bill Gates saß da – direkt im Heizungskeller an einem Tisch. Ich habe natürlich einen Pitch gemacht, aber er wollte den ganzen Einführungskram gar nicht wissen und ist sofort auf Seite 13 oder 14 gesprungen, direkt zu den Daten. Wir sind mühsam hinterhergehoppelt. Und die ganze Zeit hat er keine Mine verzogen. Wir haben erst Tage später erfahren, dass er mitmacht.

Sie wurden im März 2020 durch eine Hirnblutung in dem Moment aus dem Alltag gerissen, als der Startschuss für den Corona-Impfstoff ertönte: Wie hat es sich angefühlt, im großen

CureVac The RNA Printer® V2.0 Tübingen Die besondere Technologie macht den Impfstoff CureVac auch für ärmere Länder attraktiv. / Bild: CuraVac

Moment Ihrer Firma nicht dabei zu sein?

Ich hatte riesige Probleme mit mir selbst, deswegen habe ich das gar nicht so mitgekriegt. Mit hat erst im Juni gedämmert, was draußen los ist. Ich war im Delir und damit quasi in meinem eigenen Lockdown. CureVac konnte nicht auf mich warten. Ich war ein Schatten meiner selbst und hatte große Gedächtnisprobleme. So jemand kann keine Firma leiten.

Was hat Ihnen die Kraft gegeben, sich wieder ins Leben zurück zu kämpfen?

Ich habe immer gekämpft. Nur ging es dieses Mal nicht um irgendwelche Projekte, sondern um mich. Als ich noch nicht reden konnte, habe ich meine Frau lautlos angeschrien: „Ich muss was machen, ich muss kämpfen, das geht so nicht.“ Die Ärzte sagen, dass ich eine ganz geringe Chance zu überleben hatte, sie wundern sich wirklich, dass ich es geschafft habe. Aber ich habe meine ganze Energie darauf verwendet.

Ihre Prioritäten haben sich bestimmt verschoben, oder?

Nicht nur meine Prioritäten, sondern auch mein Lebensziel. Ich wollte immer CureVac groß machen und bin dabei fast draufgegangen. Mein Fokus liegt jetzt auf meiner Familie und mir. Wir holen nach, was wir jahrelang nicht gemacht haben. Ich war nie daheim, sondern auf der ganzen Welt unterwegs. Jetzt für meine sieben Jahre alten Zwillinge da zu sein, ist ein ganz wesentlicher Punkt. Ich freue mich, dass ich das noch rechtzeitig realisiert habe – und nicht erst, wenn meine Söhne in die Pubertät kommen und fragen: Wo war denn der Vater?

Viele Unternehmer denken, Work-Life-Balance ist eher ein Erfolgs-Verhinderer…

Es braucht immer die Grenzerfahrung. Wenn ich die Grenzen nicht spüre, dann weiß ich, ich bin noch nicht weit genug gegangen. Man muss dahin, wo es wehtut. Ich mache gerade Reha-Sport, da ist es genauso – sonst bringt es nichts….

 

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Frank S. Jorga – Co-CEO und Gründer WebID Solutions GmbH / Foto: WebID Solutions GmbH

Wenn du Gründergeist in dir hast, dann gründe

Er gründete mit seinem Bruder 1986 im jugendlichen Alter von 17 Jahren sein erstes Unternehmen, um die Digitalisierung in Deutschland voranzutreiben. Frank S. Jorga und sein Bruder Sven beschäftigten sich mit Videoanimation, benötigten für eine Sekunde Film fünf Stunden Rechnerzeit und waren damit damals technisch ziemlich weit vorn. Als ersten Kunden konnten sie immerhin Fielmann gewinnen.

Später lernte er im Silicon Valley, kehrte nach Deutschland zurück und entwickelte noch später die allseits bekannte Video-Identifikation, die heute bei der Online-Eröffnung von Bankkonten oder Online-Brokern wie Trade Republic zum Einsatz kommt. Als gebürtiger Lübecker ist Frank Jorga mit seiner Heimat im Norden verbunden und hat Standorte in Kiel, Hamburg und Berlin eröffnet. Sein Hochsicherheits-Video-Call-Center befindet sich in Solingen. Zuletzt gelang ihm der Einstieg vom Finanzinvestor AnaCap zur weltweiten Expansion. Frank S. Jorga führt seinen eigenen Podcast, in dem er mit Persönlichkeiten aus verschiedenen Gesellschaftsbereichen zu aktuellen Streitthemen aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft, Technologie und Kultur in spannende Pro-Kontra-Diskussionen geht.

 

Was ist bislang das persönliche Highlight Ihrer Karriere? Und warum?
Das Highlight meiner bisherigen Laufbahn war, als mir die Lösung zweier Probleme gelang, die mich beruflich schon lange beschäftigt hatten: Inmitten des beginnenden Online-Zeitalters musste man immer noch mit seinem Ausweisdokument persönlich erscheinen, wenn es um Identifikationen im hochsicheren Bereich ging. Und für eine rechtsgültige Unterschrift musste man einen Papiervertrag handschriftlich unterzeichnen. Diese „Offline-Einschränkungen“ wollte ich abbauen. Deshalb habe ich nach Feierabend, viele Nächte lang, aus technologischer und rechtlicher Sicht an einer Lösung gearbeitet. Eines Tages war es soweit. Ich hatte einen theoretischen Ansatz entwickelt, der meines Wissens weltweit ein Novum darstellte. Danach begannen die nächsten Schritte: Unternehmensgründung, Patentanmeldung und vieles mehr.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für Ihren Erfolg maßgeblich sind?
Meine Stärke ist mein breites Know-how, das ich bereits vor der Gründung meines Unternehmens im Rahmen von Studium und Beruf erworben habe. So bin ich nicht nur Volljurist und Betriebswirtschaftler, sondern habe auch Expertise in den Bereichen Finanzdienstleistungen und Vertrieb. Alles zusammengenommen hat aus WebID ein erfolgreiches Unternehmen werden lassen. Ich war sicher nicht der erste, der die Idee hatte, Online-Identifikation anzubieten, oder elektronische Unterschriften für die breite Masse anbieten wollte. Aber dank meiner Kenntnisse entstanden tragfähige und rechtssichere Lösungen. Und es entwickelte sich ein Unternehmen, das profitabel arbeitet und ohne Investor groß geworden ist.

Was raten Sie einem (jungen) Menschen der Erfolg haben möchte?

Drei Dinge würde ich nennen:
1. Wenn du Gründergeist in dir hast, dann gründe.
2. Such dir Gründer, die zu dir passen. Eure Zielrichtung muss fachlich UND kulturell identisch sein.
3. Fokussiere dich nicht auf soziales Ansehen oder Geld, sondern darauf, was du mit Leidenschaft machen möchtest.

Was treibt Sie beruflich weiter voran?
WebID steht für ein erfolgreiches Unternehmen „made in Germany“. Diese Erfolgsgeschichte möchte ich weiter ausbauen. Ich mag mein Heimatland und möchte deshalb dazu beitragen, dass

Die Brüder Sven Jorga (links), CTO von WebID, und Frank S. Jorga (rechts), CEO von WebID, gehörten zum Gründerteam von WebID.

Deutschland vorankommt und die Innovationen unseres Wirtschaftsstandorts international Verbreitung finden.
Dazu soll auch WebID beitragen. Zunächst ist es unser Ziel, WebID zum Unicorn zu machen, und danach zu einer globalen Marke.

An welchen Orten finden Sie neue Inspiration? Woraus schöpfen Sie Kraft bzw. was ist Ihr Ausgleich zur täglichen Arbeit?
Die Insel Hiddensee ist ein magischer Ort für mich. Dort habe ich viele Ideen entwickelt und es werden dort sicherlich auch noch weitere entstehen. Leider bin ich viel zu selten auf der Insel, wo es so entspannend ist. Niemand interessiert sich für Business, sondern nur dafür, wo es den nächsten Fisch gibt. Außerdem bin ich ein enthusiastischer Kinogänger und Film-Fan. Ich gehe durchaus auch alleine in die Spätvorstellung, um einen Film zu sehen. Filme ermöglichen es einem, andere Themen einzublenden.

Was ist ein Must-Have in ihrem Beruf?

Ganz klar: Leidenschaft für sein Business.

Können Sie Ihr Erfolgsgeheimnis für uns zusammenfassen?

Ein starker Wille, Dinge neu zu denken und zu verändern, gepaart mit der Überzeugung, dass sich 99,9 % aller Herausforderungen meistern lassen. Mit dieser Herangehensweise konnte ich einen Umstand verändern, der bis dato allgemein als unveränderbar galt: Die Notwendigkeit, sich persönlich mit einem Ausweis zu identifizieren und Verträge handschriftlich zu unterzeichnen. All das ist heute nicht mehr notwendig. Die Menschen müssen nicht mehr durch die Gegend laufen, um ihre Identität nachzuweisen. Außerdem sparen wir tonnenweise Papier.

Was, glauben Sie, ist die wichtigste Eigenschaft, die erfolgreiche Menschen heute brauchen?
Wer Erfolg haben möchte, braucht eine ganz klare Struktur. Außerdem ist ein starker Um- und Durchsetzungswillen notwendig. Dazu kommt eine Vision, Leidenschaft und ein Quäntchen Glück.

Was macht in Ihren Augen eine gute Führungskraft aus?
Zunächst muss dir klar sein: Du hast schon verloren, wenn du versuchst, der beliebteste Mensch im Unternehmen zu sein. Außerdem sollte eine gute Führungskraft keine übermäßige Kontrolle ausüben. Das gängelt die Mitarbeiter und erstickt die Motivation. Wichtig ist außerdem die Fähigkeit, passende Mitarbeiter für das Unternehmen auszuwählen und Talente zu fördern. Nicht zuletzt sollten moderne Führungskräfte in der Lage sein, Verantwortung abzugeben und Mitarbeitern Verantwortung zu übertragen.

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Die Mischung machts: Ihr Führungsstil ist offen und teamorientiert – aber sie kann auch ohne Probleme harte Entscheidungen treffen. Foto© Victor Brott

„Stillstand ist nichts für mich!“

Sie hat ein ganz normales Privatleben, ist dreifache Mutter – und ja, es ist möglich: Gleichzeitig ist Susanna Schneeberger auch im Vorstand der SKF, einem schwedischen Konzern mit 44400 Mitarbeitern, 15 Technologiezentren und 103 Produktionsstandorten, der fast 40 globale Industriesegmente beliefert – und außerdem hat sie mehrere Posten in Aufsichtsräten inne. Die sympathische Karrierefrau ist das perfekte Beispiel, dass man beides haben kann. Und eigentlich sollte das aus Susanna Schneebergers Sicht heute auch gar nichts besonderes mehr sein…

Wer ist Ihr Vorbild?
Mir fallen drei besonders bewunderungswerte Frauen ein. Da sind zunächst Christine Lagarde und Angela Merkel – die beide mehr Einfluss und Macht haben als viele jemals für möglich gehalten haben. Und die beeindruckende Ruth Bader Ginsburg, die sowohl auf persönlicher und gesellschaftlicher Ebene, entgegen aller Erwartungen, mit Selbstvertrauen, Intelligenz, Integrität und Klasse unglaubliches erreicht hat.

Was war ausschlaggebend für Ihre Berufswahl?
Ich wollte immer international arbeiten und hatte bereits in meiner Kindheit den starken Wunsch, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu beeinflussen und Sachen voranzutreiben. Du kannst doppelt so viel schaffen, wie du denkst, hat mir mein Vater als Motivation mit auf den Weg gegeben. Und das bin ich dann auch angegangen; zunächst mit zwei Masterabschlüssen, in International Business und European Affairs. Darauf folgten schnell erste internationale Stationen in den USA, Großbritannien, Frankreich, Schweden und Deutschland.

Was treibt Sie an?
Ich liebe es, Neues zu lernen, mich weiter zu entwickeln und mich von interessanten und kompetenten Menschen inspirieren zu lassen. Ich schätze die Dynamik, die entsteht, wenn Menschen aus verschiedenen Branchen mit unterschiedlichen Perspektiven, Erfahrungen und Hintergründen zusammenfinden. Stillstand ist nichts für mich!

Wie hart ist es als Frau in einer Männer-Domäne zu bestehen?
Ich bin es inzwischen gewohnt, da ich mich bereits im Alter von 13 Jahren politisch engagiert habe und immer wieder in männlich geprägten Umgebungen tätig war. Man muss ein gesundes Maß an Selbstvertrauen haben, da man als Frau auffällt und sich häufiger beweisen muss. In vielen Situationen herrscht nämlich, oft unbewusst, Skepsis und Konkurrenzdenken. Da es heute ein viel größeres Bewusstsein an Vielfaltsthemen gibt, äußert sich dies in vielen Fällen subtiler als früher. Auch, wenn es letztlich immer um Herausforderungen geht, und die sind, egal ob Mann oder Frau, die gleichen.

Wie setzt man sich als Frau durch beziehungsweise wie erarbeitet man sich Respekt?
Mit Professionalität, Ausdauer, Ergebnissen und Führungsstärke. Ich habe das Glück gehabt, dass ich oft umgeben war von Menschen, die an mich und meine Fähigkeiten geglaubt haben und mir Chancen gegeben haben, mich zu beweisen.
Glücklicherweise habe ich eine explizite Diskriminierung nie erlebt, „Mansplaining“ und unbewusste Vorurteile, die dazu geführt haben, dass ich anders behandelt wurde, jedoch sehr wohl.

Werden Sie oft unterschätzt?
Manchmal wird meine eher offene und zumeist freundliche und teamorientierte Art, zumindest in Deutschland, als „lasche Führung“ interpretiert. Wenn es dann zur Sache kommt, merken die Leute aber ziemlich schnell, dass ich auch hart bei Entscheidungen sein kann, eine hohe Erwartungshaltung habe und vollen Einsatz verlange. Für mich ist Freundlichkeit und eine nicht-hierarchische Arbeitsweise kein Gegensatz zu Ergebnisorientierung und Führungsstärke, eher umgekehrt.

Haben Sie Ihre Optik eher den Männern angeglichen oder spielen Sie mit Ihrer Weiblichkeit?
Am Anfang meiner Karriere habe ich meistens dunkle Hosenanzüge und diskrete Blusen getragen. Die letzten 15 Jahre habe ich aber auf Farben gesetzt, Röcke oder Kleider getragen, da das einfach besser zu meiner Persönlichkeit passt.

Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau. Gilt das umgekehrt auch?
Ich glaube an starke Partnerschaften und denke, dass hinter einer starken Frau vielleicht ein noch stärkerer Mann steht als andersrum. Denn die Situation entspricht ja nicht unbedingt der Norm; ein Mann muss mit einer starken Frau umgehen können – das kann er in der Regel nur, wenn er mit sich im Reinen ist.

von Johanna Reichert

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success nachlesen!

Gisbert Brunner ist Uhrenjournalist seit 1981 und Autor von rund dreißig Uhrenbüchern. Seine Beiträge zeichnen sich durch profundes Wissen und ein echtes technisches Verständnis aus, die online u. a. auf Uhrenkosmos zu finden sind. Fotos: © Lang & Heyne

Erfolgreich mit tradierter hoher Uhrmacherkunst, die heute selten geworden ist.

Gisbert Brunner über den Erfolg der Uhrenmanufaktur Lang & Heyne

Ausgewiesenen Kennern sind die Armbanduhren von Lang & Heyne selbstverständlich ein Begriff. Allerdings bleiben diese Zeitmesser mit feinen Manufakturkalibern bei vielen ein ewiger Wunschtraum. Vorzügliches ist bekanntlich rar.

Die Uhren von Lang & Heyne sind ausgesprochen selten. Per annum entstehen in Dresden weniger als 100 Exemplare. Hier heißt es geduldig zu warten, bis der bestellte Zeitmesser endlich eintrifft. Was sie für ihr gutes Geld erwarten dürfen, wissen die Kunden sehr genau. Lang & Heyne liefert nur eigens entwickelte Kaliber auf höchstem Niveau. Uhrwerke mit einer Wertschöpfung von 90 Prozent im eigenen Haus, die in kleinen Ateliers und familiärer Atmosphäre nach allen Regeln überlieferter Handwerkskunst entstehen. Umfangen von Gehäusen, welche dem Anspruch an das konventionell tickende Innenleben, mit und ohne unterschiedlichste Komplikationen, keinen Deut nachsteht. Am Handgelenk betrachtet vermitteln die Uhren die Erkenntnis, dass das Ganze weitaus mehr ist als die Summe seiner Teile.

Die Kreationen sollen überlieferten handwerklichen Kriterien genügen. Seit der Gründung 2001 bis heute musste man diese überlieferten Werte nicht preisgeben. Darunter zählen das Gewand aus angeriebenem Silber und das aus hartem Roségold gefertigte Räderwerk, ganz so wie in den alten Taschenuhren von damals. Bei der Feinbearbeitung und Assemblage duldet die kleine aber feine Manufaktur keine Kompromisse. Die Politur der Stahlteile erfolgt nach guter alter Sitte. Durch die Verwendung von Zinnplatten entsteht der berühmte schwarz wirkende Hochglanz. Bei der Teileform geht es einzig und allein um die Ästhetik und nicht um die Ökonomie bei deren Finissage. Aus diesen Gründen verbringen die Handwerker in den kleinen Ateliers oft Tage damit, bis alle Komponenten die gewünschte Perfektion erhalten haben. Erst dann kann sich ein Uhrmacher an die Montage machen. Bis zum ersten Tick-Tack bleiben alle Schritte einer Person vorbehalten.

Lang & Heyne beweist damit nicht nur ein außergewöhnlich hohes handwerkliches Geschick, sondern auch Flexibilität. Diese erlaubt es, weitere Sonderwünsche wie zum Beispiel spezielle Gravuren nach Rücksprache mit großer Freude zu erfüllen.

Dr. Dejan Hušman hat mit seinem Start-up denovoMATRIX Großes vor. Foto: © Oliver Killi

Stammzellen für alle!

Noch ist denovoMATRIX eine kleine Firma mit fünf Mitarbeitern, aber Geschäftsführer Dr. Dejan Hušman hat große Pläne: Der 31-Jährige will mit seinem Start-up dabei helfen, Stammzellen im großen Stil zu züchten. Damit könnte sein Unternehmen sehr viele Leben retten.

Was genau – für Laien erklärt – machen Sie bei denovoMATRIX?
Wir haben eine Technologie entwickelt, mit der sich Stammzellen viel leichter züchten lassen. Therapien, die mittels dieser Zellen beispielsweise Blut-, Haut- oder Augenkrankheiten heilen, sind ein Trend in der Medizin. Sie ersetzen immer häufiger klassische Medikamente. Wissenschaftler arbeiten auch daran, Organe aus Stammzellen zu drucken. Allerdings war es bisher schwierig, sie massenhaft in hoher Qualität zu züchten. Das Problem konnten wir lösen: Wir haben eine chemische Beschichtung für Laborbehältnisse entwickelt, die die Bedingungen nachbildet, in denen die Zellen im Körper wachsen.

Gab es Rückschläge?
Ja – als wir neue Teammitglieder an Bord geholt haben. An den Punkt zu kommen, dass wir zusammen gut funktionieren, hat uns Monate gekostet – viel länger als gedacht. Es dauert, bis man lernt, seine Aufgaben im Start-up selbst zu definieren, da potenziell viele Wege zum Ziel führen.

Werden Sie ab und zu von Existenzsorgen geplagt?
Unser Glück ist, dass wir denovoMATRIX in Deutschland gegründet haben und nicht in einem Land, in dem Investoren nichts davon halten, wenn sich die Gründer ein angemessenes Gehalt zahlen. Trotzdem mussten wir durch die Coronakrise den Gürtel enger schnallen und Opfer bringen, die unser Team und die Familien der Gründer mittragen mussten. Es ist toll, wie sehr uns alle unterstützen. Ich würde behaupten, wenn es zu Hause nicht passt, kann man nicht erfolgreich sein. Egal, was man beruflich macht.

Sie sind gerade Papa geworden: Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Jaja, die Work-Life-Balance… Ich muss zugeben, dass ich sehr auf meine Arbeit fokussiert bin. Meine Freundin versteht das zwar, aber ich will bewusst versuchen, jetzt auch der Familie mehr Raum zu geben.

Warum lohnt es sich, in denovoMATRIX zu investieren?
Wir haben uns in einer Marktnische positioniert, die bisher unbeachtet geblieben ist – dabei ist sie entscheidend für die Zukunft der Stammzellentherapie. Aus unserer Sicht ist es nur eine Frage der Zeit, wann der Sektor vollkommen erforscht sein wird. Dann schlägt unsere Stunde: Wir bei denovoMATRIX haben den Markt verstanden und haben die richtigen Kontakte, deshalb glauben wir an unseren Erfolg.

CeU-Mitglied Dagmar Wöhrl, der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg Dr. Peter Tschentscher und Kristina Tröger. Foto: Ulrich Tröger

Es gibt Erfolge, die sprechen für sich

Im Jahr 2015 gründete Kristina Tröger den Club europäischer Unternehmerinnen e. V., dessen Netzwerk innerhalb kürzester Zeit auf über 700 Unternehmerinnen und Frauen in oberen Führungspositionen anwuchs. Austausch auf Augenhöhe prägt das hochwertige Clubkonzept, ein unverkrampftes Miteinander, eine hochkarätige Vernetzung, auch mit Männern, die zudem bei den meisten Veranstaltungen als Gäste willkommen sind.
Mittlerweile gilt der CeU als eines der „wichtigsten Power-Netzwerke für Frauen“ (BUNTE) bzw. als „hochkarätiges Unternehmerinnen-Netzwerk“, das „Königinnen des Unternehmertums“ (Frau im Spiegel) in einem „der bundesweit renommiertesten Frauennetzwerke“ (Hamburger Abendblatt) vereint. Dazu passt, dass der Club in einer so einschneidenden Krise wie der Corona-Pandemie schnell einen Weg gefunden hat, proaktiv mit der Situation zu verfahren und gestärkt aus ihr hervorzugehen.

Noch im März 2020 startete der Club die Kampagne „CeUs für CeUs“. Die Mitglieder wurden dazu aufgerufen, bevorzugt Produkte und Dienstleistungen von Mitgliedern einzukaufen und mit Rat und Tat zu unterstützen, wo nötig. Es wurde eine Präsidentinnen-Sprechstunde eingeführt, die allen Mitgliedern für akute Fragestellungen offensteht. Und darüber hinaus startete der Club in den sozialen Netzwerken wie Instagram und Facebook die Initiative „Inside CeU’s“. Dort wurde gezeigt, wie CeU-Mitglieder den neuen Alltag im Corona-Zeitalter erleben und damit umgehen. Die Resonanz auf diese Initiativen war überaus positiv! Sie stärkten den Gemeinschaftsgeist und unterstützten mental und praktisch.

Und natürlich ging CeU auch mit voller Kraft seine Digitalisierung an. Die erste von vielen virtuellen Veranstaltung fand bereits im April 2020 statt. Diese sind mittlerweile fester Bestandteil des Clubprogramms. Zudem wurden neue digitale Formate entwickelt wie beispielsweise CeU Headlines, in deren Rahmen führende Köpfe zu Themen sprechen, die brandaktuell in den Medien diskutiert werden. Mit diesem innovativen Veranstaltungsformat, das CeU in dieser Form und Tagesaktualität mit klassischen analogen Veranstaltungen niemals hätte anbieten können, ist es gelungen, die Vorteile der virtuellen Plattformen optimal zu nutzen, und in dieser schwierigen Situation einen Mehrwert zu generieren.

Das Beispiel des CeU zeigt, wie wichtig es gerade in Krisen ist, sich schnell auf die neue Situation einzustellen und die sich ergebenden Chancen mit innovativen Ansätzen zu nutzen: idealerweise als Teil einer großen und starken Gemeinschaft wie dem Netzwerk des Clubs. Das ist die beste Basis um am Ende gestärkt aus einer solchen Krise hervorzugehen.

Mehr Informationen erhalten Sie unter www.ceu-hamburg.eu

Tim Niedernolte ist TV-Moderator beim ZDF („hallo deutschland“), Buchautor und Keynotespeaker. © Julia Baumgart photography

RESPEKT – DIE KRAFT DIE ALLES VERÄNDERT

Respekt und Erfolg sind eng miteinander verknüpft. Wenn Respekt im Vordergrund steht, betrachten wir die Menschen, denen wir begegnen, mit anderen Augen. Wir nehmen ihre individuellen Stärken und ihre Bedeutung für das große Ganze in den Blick. Dadurch entsteht ein anderes Miteinander. Unserem Gegenüber zu zeigen: Du wirst gesehen, du bist wichtig; gut, dass du da bist – das verändert alles! Denn jeder sehnt sich nach Anerkennung und Beachtung, egal, welche Aufgabe er oder sie hat. Spürbare Wertschätzung und ein sorgsamer Umgang miteinander führen dazu, dass Menschen sich wohl fühlen. Und das setzt ungeahnte Kräfte frei. So entsteht gemeinsamer Erfolg. Gerade in Krisenzeiten ist Respekt ein entscheidender (Erfolgs-) Faktor.

ZEHN IMPULSE

1. Respekt fängt immer bei mir selbst an. Wenn ich mich nicht einmal selbst mit all meinen Bedürfnissen respektiere und auch das, was ich (nicht) habe, (nicht) kann und (nicht) bin – wie sollen meine Respekt-Ressourcen dann für die Menschen in meinem Umfeld reichen?

2. Wenn ich respektvoll leben will, darf es mir nicht egal sein, was den anderen bewegt und was um mich herum passiert.

3. Respekt sieht den Menschen so, wie er ist.

4. Respekt heißt, andere Meinungen – sofern sie nicht menschenverachtend sind – wahrzunehmen und stehen lassen zu können. Die eigene Sichtweise ist weder die
einzig existierende noch muss sie die einzig wahre sein.

5. Respekt erfordert Mut! Es gilt aufzustehen und zu sagen, was dran ist. Und es gilt liebevolle Zeichen zu setzen.

6. Respekt wird sichtbar, indem wir einem anderen Menschen etwas Gutes tun. Einfach so. Mitten im Alltag. Weil sie oder er es verdient hat. Es sind die Kleinigkeiten, die den Unterschied machen.

7. Respektvoll leben heißt dankbar sein. Nicht immer, nicht für alles und jeden – aber viel öfter und bewusster, als wir es meistens tun.

8. Respekt bedeutet: Vertrauen schenken und an jemanden glauben; manchmal sogar stellvertretend für denjenigen selbst.

9. Achtsam reden, unseren Mitmenschen zugewandt sein, hinhören und mitfühlen – das sorgt für frische Luft in unserer Gesellschaft und hilft, den Gestank von Respektlosigkeit zu bekämpfen.

10. Respekt hat immer Luft nach oben. Entscheidend ist, was Sie selbst daraus machen …

BUCHTIPP:

Tim Niedernolte
Respekt!
Die Kraft, die alles verändert – auch mich selbst
ISBN 978-3-96340-132-9

Mit 16 Jahren gründete Josef Brunner sein erstes Unternehmen. © Josef Brunner privat

„Scheitern ist keine Option“

3.000 Mark haben Josef Brunners Eltern in ihren Sohn investiert – er wollte einen Computer zum Programmieren haben. Das Geld war knapp, aber der Junior wurde unterstützt. Daraufhin beendete Brunner die Schule und gründete mit 16 Jahren sein erstes Unternehmen. Über zwanzig Jahre später hat Brunner zig Unternehmen gegründet und gewinnbringend weiterverkauft. Das Investment seiner Eltern war gut angelegt. Doch was treibt einen 16-Jährigen dazu, schon so früh zu gründen?

„Mein Antrieb war der Schmerz. Meine Eltern waren selbstständige Bäcker und wurden damals von Backshops und Supermärkten wegdisrupiert. Daraus ist ein Schmerz entstanden, meine Eltern scheitern zu sehen“, sagt Brunner. Das war sein Antrieb, zu starten. Die Armut und der Schmerz sind tatsächlich etwas, das sich gerade Tech-Unternehmer teilen, wenn es ums Starten geht. „Das Ganze positiv kanalisiert, gibt einem die Energie, immer noch einen Schritt weiterzugehen und härter zu arbeiten“, erklärt Brunner.

Josef Brunner hatte schon sehr früh die Passion zum Programmieren entwickelt. Darum waren seine ersten beiden Unternehmen wohl auch auf IT-Sicherheit spezialisiert. „Das war damals ein Markt, den es noch gar nicht gab. Dementsprechend hatte ich keine Konkurrenz, konnte mich austoben und mein Hobby monetarisieren.“ Das war eine sehr glückliche Fügung für den Jungunternehmer, weil das Timing einfach passte. „Ich hatte wahnsinnig viel Glück.“

Mit 16 Jahren startete Brunner als Unternehmer. Dafür hat er seine Schullaufbahn frühzeitig beendet. „Mit 18 konnte ich meinen Eltern ein Haus kaufen. Das ist für mich immer noch das schönste, weil sie da heute noch drin wohnen und ich ihnen die 3.000 Mark verzinst zurückgeben konnte.“ Den Eltern ein Zuhause zu geben – nachdem sie ziemlich hart getroffen wurden.

Josef Brunner schwimmt auf der Erfolgswelle. Oberflächlich betrachtet. „Rückschläge gibt es jeden Tag“, sagt Brunner – und moniert zugleich, dass oft eine überromantisierte Start-up-Welt konstruiert werde. „Das ist total irreführend bei der Betrachtung der neuen Unternehmergeneration.“ Für ihn sei es schön, dass sich viele junge Leute für die Selbstständigkeit entscheiden würden, aber nachdem medial immer nur das Positive am Unternehmertum ausgebreitet werde, hätten seiner Meinung nach viele keine Vorstellung, worauf sie sich tatsächlich einlassen.

Darum ist Josef Brunner auch als Mentor aktiv und begleitet Menschen in die Selbstständigkeit. „Es gibt diesen “Make it or break it“-Moment im Unternehmertum. Da muss man entscheiden, ob das Ziel es einem wert ist, eine Bibliothek an Narben am Rücken zu sammeln.“ Brunner spricht von Rückschlägen, die einen verändern – auch charakterlich. Aber Rückschläge formen eben auch den Unternehmer. „Ich finde die gut, weil dadurch viel Energie freigesetzt wird. Aber man muss schon so ehrlich sein, dass nicht alles Sonnenschein ist.“

Wenn die Sonne bei Brunner gerade nicht scheint, geht er in die Berge zum Krafttanken. Der Unternehmer wandert gerne, egal zu welcher Jahreszeit und nach Möglichkeit jedes Wochenende. „Je weniger Menschen unterwegs sind, desto besser.“ In den Bergen, bei langen Touren, findet er Inspiration und Erdung zugleich. „Wenn ich im Winter irgendwo in den Bergen bin, dann merke ich, dass die Welt da draußen sehr, sehr hart ist. Das rückt die Sachen wieder in die richtige Perspektive.“

Apropos Perspektive – die Weitsicht hat Brunner manchmal gefehlt. Darum hat er sich gerne an die Hand nehmen lassen. „Ich hatte drei wichtige Mentoren, die mich letztendlich dahin geführt haben, wo ich heute bin. Sonst hätte es vielleicht auch ganz anders ausgehen können.“ Tom Noonan habe ihm den Schubs gegeben, sich mehr Marketing und Vertriebs-Know-how anzueignen, und ihm gezeigt, wie wichtig Firmenkultur und ein Wertesystem sind. John Chambers habe seinen Fokus auf Markttransformationen gelegt.
Von Renate Kerscher

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success nachlesen!

ai Figge (l.) und Andreas Lüning (r.) entwickelten vor 35 Jahren die erste kommerzielle Antivirensoftware der Welt – sie teilen sich heute den Vorstand von G DATA. Foto: G Data

35 Jahre IT-Sicherheit made in Bochum

In einer Gartenlaube entwickelten Andreas Lüning und Kai Figge vor 35 Jahren die erste kommerzielle Antivirensoftware der Welt entwickelt und das Unternehmen G Data auf die Beine gestellt. Durch ständige Anpassung an eine sich rasant verändernde Branche spielen die beiden Freunde im Bereich der Cyber Security heute ganz vorne mit.

Alles begann mit einer 3,5-Zoll-Diskette und zwei Viren, die Andreas Lüning darauf fand. 1987 war das. Kurzerhand schrieb der damalige Student einen Code, um die Viren zu beseitigen und erzählte seinem späteren Geschäftspartner Kai Figge davon. Der wiederum erkannte das Potenzial von Lünings Werk. Fortan trafen sich die beiden in einer Bochumer Gartenlaube, um gemeinsam an einem Programm zu tüfteln. Kurz darauf der große Hit: Das AntiVirenKit, das erste kommerzielle Antivirenprogramm der Welt, war geboren. Seitdem schreibt das Duo aus dem Ruhrgebiet mit G Data seine Erfolgsgeschichte unaufhörlich fort, wenngleich das nicht immer einfach war, und ist heute Teil eines kompetenten Hotspots von IT-Sicherheitsfirmen am Standort Bochum.

„Uns stand das Wasser schon ein paar Mal bis zum Hals“, sagt Andreas Lüning. „Da muss man die Ruhe bewahren.“ Der Grund für manche Unwägbarkeit lag in der rasanten Entwicklung der IT-Branche. Der Erfolgszug von PC und Internet, von iPhone und Co, Lüning und Figge haben alles hautnah miterlebt und sich immer wieder anpassen müssen: In den 1990er-Jahren machten sie viel in Software. Mitte der 2000er beerdigten sie ihre langjährigen Erfolgsschlager PowerRoute, der sich seit der Massentauglichkeit von GPS-Navis überholt hatte, PowerInfo, Logox und DaViDeo. Dann konzentrierten sie sich wieder voll und ganz auf Cyber Security. Und seit 2015 bieten sie neben Antivirensoftware auch IT-Security-Dienstleistungen an. Aus der Gründung von 1987 ist mittlerweile G Data CyberDefense geworden, eine Aktiengesellschaft mit 500 Mitarbeitern, über den ganzen Globus verteilten Niederlassungen und jährlichen Umsätzen im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Den Vorstand teilen sich Figge und Lüning nach wie vor.

Mit dem Begriff Karriere kann Andreas Lüning trotzdem wenig anfangen. „Wann wird man denn erwachsen?“, fragt er lachend. „Mit 19 haben wir komische Programme an Leute verkauft, die diese unbedingt haben wollten. Irgendwann kamen Mitarbeiter dazu, irgendwann ist es eine GmbH geworden und irgendwann eine Aktiengesellschaft. Aber ich bin ja immer noch der Alte“, sagt er. Der Gedanke, dass ihn neue Mitarbeiter vielleicht nur als alten Mann kennen, der im obersten Stock sitzt und irgendwas mit C – also CEO, CTO oder CFO – vor dem Namen trägt, lasse ihn erschrecken.

Kai Figge bezeichnet die zurückliegenden 35 Jahre als dynamischen Prozess. Dennoch hat sich vieles verändert. „Die Welt ist gerade im IT-Bereich viel schneller und komplexer geworden, genau wie die Vertriebs- und Marketingorganisation“, sagt Figge. „Und auch die Mitarbeiterführung funktioniert heute nicht mehr so wie vor dreißig Jahren“, ergänzt sein Geschäftspartner Lüning. Ab einer gewissen Größe komme man nicht mehr umher, Verantwortung abzugeben und müsse das Unternehmen so aufstellen, dass es sich auch selbst organisieren könne. „Als Führungskraft muss man heute viel zuhören und intensiv auf die Menschen eingehen, um zu erkennen, wie sie untereinander agieren und kommunizieren“, sagt Lüning. Da wiederum hakt Figge ein. Man müsse sich die Dinge, die unbewusst laufen, bewusst machen und reflektieren, ist er sich sicher.

Die beiden G Data-Vorstände ergänzen sich perfekt. Das ist wohl auch ein Grund für den jahrzehntelangen Erfolg des gemeinsamen Projekts. Andreas Lüning ist der technisch orientiertere und verantwortet deshalb primär diesen Bereich, dazu das Marketing. Kai Figge kümmert sich um die Finanzen, das Personal, den Vertrieb und die Organisation. Gemeinsam haben sie aus ihrem Gartenlaubenprojekt eines der führenden Unternehmen für Sicherheitstechnologien gemacht. Heute ist G Data der einzige Hersteller von B2B-Sicherheitslösungen, der aus Deutschland kommt und ausschließlich in Deutschland eigene Forschung und Entwicklung betreibt. In Bochum entstehen, auch dank des einzigartigen Netzwerkes vor Ort, moderne Sicherheitslösungen, die auf künstlicher Intelligenz und Graphentechnologie basieren.

Da die G Data-Geschichte seit jeher auch eine Geschichte der Anpassung an einen sich rasant entwickelnden Markt ist, lässt sich die Zukunft schwer voraussagen. „Es ist schwierig, im IT-Bereich weiter als drei bis fünf Jahre nach vorne zu blicken. Das ist Glaskugellesen“, sagt Lüning. Bei einem ist sich Kai Figge aber sicher: „Wir sind in der Vergangenheit auf viele Züge aufgesprungen, die durch Innovationen dann relativ schnell wieder abgefahren waren. Deshalb haben wir uns irgendwann dazu entschieden, uns wieder voll auf Cyber Security zu fokussieren. Das Thema bleibt uns auf Lebenszeit und darüber hinaus erhalten.“
Von Jonas Raab

Er möchte einer der Pioniere einer neuen Richtung der Medizin sein, der Plasmamedizin. Fotos: Kim Pottkämper

„Geht nicht“ – geht bei ihm gar nicht

Dr. Carsten Mahrenholz hat mit seinem Start-up Coldplasmatech chronischen Wunden den Kampf angesagt. Der vielfach ausgezeichnete Gründer ist getrieben vom Ehrgeiz, zu beweisen, dass nichts unmöglich ist.

Was genau macht Ihre Firma?
Am einfachsten kann ich das mit Raumschiff Enterprise erklären: Da gibt es den Dermal Regenerator – ein Handgerät, dass mit blau leuchtenden Strahlen Wunden verschließt. Im Prinzip haben wir genau so etwas entwickelt. Das blaue Leuchten ist in Wirklichkeit allerdings lila und die Technologie dahinter heißt kaltes Plasma. Es handelt sich hierbei um ein aus sich selbst heraus leuchtendes Gas, das im Gegensatz zu den in der Natur vorkommenden, heißen Plasmen kalt erzeugt wird. Wenn es mit Zellen in Kontakt kommt, werden biochemische Prozesse in Gang gesetzt. Bei behandelten Wunden wird das umliegende Gewebe besser durchblutet, das Immunsystem wird angeregt und die Zellen fangen an, sich zu bewegen. Man löst also Wundheilungsprozesse aus. Das funktioniert sogar bei chronischen Wunden.
Es gibt ein weiteres, großes Problem in Krankenhäusern: multiresistente Keime – und sogar hier liefern wir die Lösung. Bakterien und Pilze, die mit kaltem Plasma in Berührung kommen, sterben ab. Unser Unternehmen hat diese Technologie natürlich nicht erfunden, aber wir haben – in Form von Wundauflagen – einen Applikator dafür gebaut. Das war der Schritt, den dieses tolle Verfahren gebraucht hat, um vielen Patienten zu helfen. Unsere Wundauflage kann das kalte Plasma großflächig erzeugen – in nur zwei Minuten Therapie. Für den Behandler ist die Anwendung einfach, er muss eigentlich nur noch auf einen Knopf drücken.

Wie ist die Aufteilung bei Ihnen und Ihrem Mitgründer Tobias Güra – gesellt sich bei Ihnen Gleich und Gleich gern oder ziehen sich eher Ihre Gegensätze an?
Ich bin froh, dass ich jemanden gefunden habe, der mich ergänzt. Ich bin der extrovertierte Stratege, der unkonventionell ist und Sachen komplett neu denkt. Aber diese Eigenschaften sind auch die Grundlagen für meine Schwächen, die wiederum die Stärken von Tobias sind. Er ist viel besser im Mirkomanagement und hat das Auge für einzelne Prozesse. Gemeinsam trauen uns die Mitarbeiter und Partner zu, dass wir die ganz großen Räder drehen.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Sobald ich weiß, dass ich ein Ziel erreichen werde, ist es für mich nur noch ein Meilenstein zum nächsten, größeren Ziel. Ich erlaube mir relativ selten Erfolgsgefühle. Aber vielleicht blicke ich ja irgendwann zurück und kann sagen, dass ich etwas zum Positiven verändern konnte. Bei aller Ernsthaftigkeit und Erfolgsdiskussion ist mir wichtig, das Spielerische zu erhalten. Neben meinem Schreibtisch steht zum Beispiel die Millennium Falcon aus Lego, die ich in Telefonkonferenzen weiterbaue.

Hatten Sie je Existenzängste?
Für mich sind Situationen, in denen andere schlottern würden, eher interessante Herausforderungen. Ich habe Spaß daran, Krisen zu lösen. Es gab mal eine Situation, die war bezeichnend: Eine meiner Freundinnen leidet unter unglaublicher Flugangst. Als wir zusammen Langstrecke geflogen sind, hatte ich sie panisch erwartet, aber sie saß völlig entspannt neben mir – sie sagte mir, der Gedanke beruhige sie, dass ich aufstehen und den Flieger landen würde, sollten beide Piloten ausfallen. Wahrscheinlich hat sie recht damit, das klingt nach mir.

Hat man Ihnen je eine gewisse Hybris unterstellt?
Nein, ich erhebe mich ja nicht über andere. Aber ich habe durchaus eine Aufgabe, bei der Selbstbewusstsein und Sicherheit gefordert sind. Ich bin überzeugt von mir und den Entscheidungen, die ich treffe – das muss ich auch sein. Mein Beruf bringt ständig Situationen mit sich, in denen ich im übertragenen Sinne vor dunklen Räumen stehe, ohne zu wissen, was mich darin erwartet. Von mir wird aber verlangt, dass ich mich dort auskenne und mir sicher bin, wie es darin aussieht, wenn ich das Licht anschalte – bisher hat das auch funktioniert, deswegen folgen mir Leute in diesen Situationen.

Haben Sie eine Freundin oder Kinder?
Ich habe verschiedene Beziehungsformen gelebt und bin jetzt bei einer beeindruckenden Frau an meiner Seite angekommen, die mich auf allen Ebenen ergänzt. Manchmal als Unterstützerin, manchmal als Gegenpart. Aktuell habe ich noch keine Kinder, aber ich freue mich schon jetzt darauf, meinem Nachwuchs die Welt zu zeigen.

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success nachlesen!

Die Coronakrise hat viele in Bedrängnis gebracht. Um die Politik auf die Notsituation der Busbranche aufmerksam zu machen, hat Julien Figur im Mai 2020 eine Busdemo in Hamburg organisiert. Hier sieht man Julien Figur beim Einweisen von Reisebussen. Es waren 150 Busse. Foto: © Constantijn Gubbel bei der Demo in Hamburg dabei.

Einfach losfahren

Mit „Hanse Mondial“ einfach losfahren mit wenig Aufwand – das verspricht Firmengründer Julien Figur seinen Kunden. Zusammen mit seinem Bruder Chris und zwei Freunden, Emmanuel Stover und Tobias Warnecke, lenkt er die Full-Service-Mobilitätsagentur für europaweite Buslogistik sicher und souverän. Auch in schwierigen Zeiten bleibt der 33-Jährige ruhig am Firmensteuer: Obwohl die gesamte Branche wegen Corona in Schieflage geriet, steht die Ampel für die Hamburger Agentur weiterhin auf Erfolgskurs.

Das Coronavirus hat den Alltag aller drastisch verändert, sogar ganze Wirtschaftszweige in die Knie gezwungen. Die Reisebranche wurde durch das Virus an die Wand gefahren. Eine schwierige Zeit auch für Julien Figur. Er nutzte die Zeit, ins Team zu investieren, Prozesse und Strukturen aufzusetzen. Auch sein Netzwerk baute er aus. Denn statt eine eigene Busflotte aufzubauen, setzt „Hanse Mondial“ auf ein bundesweites Netzwerk aus über 1.000 Bus- und Reiseunternehmen, deren Reisebusse und Limousinen er im Auftrag seiner Kunden mietet und einsetzt. Egal, ob jemand komplexe Touren und Routen, regelmäßige Transfers und Shuttlefahrten oder einfache Transfers von A nach B braucht, egal, ob es sich um fünfzig Personen oder 50.000 handelt – Julien Figur und sein Team kümmern sich darum, dass am gewünschten Tag alle pünktlich, sicher und bequem ihr Ziel erreichen. Und auch noch nachhaltig. Gerade das ist Julien Figur wichtig. Denn das Coronavirus zwinge uns zum Umdenken, sagt er.

„Wir müssen nachhaltiger leben und unsere Einstellungen überdenken.“

Unser aller Ziel müsse sein, der nächsten Generation die Erde wohlbehalten zu übergeben. „Aber dafür müssen wir uns und unser gesellschaftliches Verhalten tatsächlich ändern.“

Mobilität, Reisen und Umweltschutz, passt das überhaupt zusammen? Für den 33-Jährigen keine Frage: Wer statt ins Auto in den Reisebus steigt, um von A nach B zu kommen, ist klimaschonend unterwegs, belastet die Erde im Vergleich zum Pkw mit nur einem Viertel an CO2-Ausstoß pro Kilometer. Deshalb will Julien Figur noch viel mehr Menschen dazu bewegen, auf den Reisebus umzusteigen. Im Gespräch mit ihm wird deutlich, wie sehr ihn das Thema Nachhaltigkeit umtreibt. Während des Lockdowns hat er den Podcast „Mobilität der Zukunft“ gestartet. In dem Podcast diskutieren Experten, Meinungsführer und Unternehmer darüber, wie sich Mobilität im Hinblick auf Digitalisierung und Umweltschutz verändern wird. Mit dabei waren bereits Interviewgäste wie z. B. Nachhaltigkeitsaktivist Marc Buckley, Zukunftsforscher Dr. Stefan Carsten und CDU-Politiker Dr. Christoph Ploß. „Die Zukunft sieht in meinen Augen so aus, dass der Mobilitätsmix im urbanen und ländlichen Raum digital und on demand über das Smartphone buchbar sein wird. Die Buslogistik der Zukunft ist autonom“, ist Julien Figur überzeugt. Und genau diese Vision treibt ihn an.

Inspiriert hat ihn sein früherer Chef, ein Visionär. „Von ihm habe ich unglaublich viel gelernt“, sagt Julien Figur. In die Firma kam er eher zufällig. Nach Abitur und Wehrdienst studierte er berufsbegleitend BWL und heuerte bei einem Unternehmen an, dass Busse vermietet. Für ihn goldrichtig, wie sich herausstellte. Er konnte viele Erfahrungen sammeln und eigenverantwortlich arbeiten. „Allerdings habe ich schon in der 8. Klasse immer gesagt, ich will später mein eigener Chef werden“, erinnert sich Julien Figur. Im USA-Urlaub kam er zur Ruhe, dachte viel nach. Am Sandstrand von Florida trifft er eine Entscheidung: „Ich mache mich selbstständig.“ Er wollte nicht wie sein Vater in einem „Konzerndschungel gefangen die Karriereleiter hochklettern“. Sein Vater habe zwar in den Augen vieler Menschen Erfolg gehabt, aber „er war nie wirklich frei“. Aber gerade das ist für Julien Figur die Definition von Erfolg: Freiheit, zum Beispiel die Freiheit, eigene Ideen und Visionen umzusetzen.

Er sagt: „Erfolg messe ich nicht an der Größe eines Hauses, an der Anzahl schneller Autos oder anhand des Bankkontos.“
Von Claudia Rothhammer

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success nachlesen.

Leidenschaft ist alles!

Violinistin Julia Fischer gilt als eines der größten musikalischen Talente unserer Zeit.

Schon als Kind wusste sie, dass Musik ihr Leben bestimmen würde. Auch wenn Julia Fischer sich heute nicht mehr ganz sicher ist, ob sie früher nicht vielleicht doch auch mal gejammert hat, wenn sie Geige üben musste. Aber das Gefühl, etwas verpasst zu haben, seien es nun Verabredungen zum Spielen oder später heiße Partys, hat sie rückblickend nicht. Ihr Erfolgsgeheimnis? „Vermutlich, dass ich nie nach Erfolg strebte“, antwortet die heute 37-Jährige. Dabei spielte sie bereits mit 20 Jahren in der legendären Carnegie Hall in New York, mit 23 Jahren wurde sie die jüngste Professorin Deutschlands und ihre Aufnahme von Bachs Konzerten ist das meistverkaufte klassische Debüt in der iTunes-Geschichte. Heute veröffentlicht sie neue Werke allerdings nur noch auf ihrer eigenen Plattform, dem „JF Club“ – oder auf Vinyl wie die Sonaten von Eugène Ysaÿe, die Anfang 2021 erscheinen. Vinyl ist für sie einfach „ein zukunftsweisenderes Medium als die CD.“ Trotzdem hat die Violinistin noch einen ganzen Stapel davon zu Hause – die sie aber so gut wie nie hört, das ist ihr zu passiv: „In der Regel mache ich Musik selber.“ Sofort gute Laune macht Julia Fischer übrigens der Donauwalzer von Johann Strauss.

Inspiration zieht die Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande aus Gesprächen mit Kollegen, aus der Arbeit mit Studenten oder mit den kleinen Mitgliedern der von ihr gegründeten Kindersinfoniker und aus Konzerten – von denen sie im Jahr etwa 50 mit rund 30 verschiedenen Programmen gibt. Leidenschaft und Besessenheit treiben sie jeden Tag zu neuen Höchstleistungen und neuen Erfolgen an. Mit der Musik Schluss zu machen, das wäre völlig undenkbar für Julia Fischer – ein Ende der internationalen Bühnen-Karriere allerdings nicht: „Ich spiele sehr gerne in München und hier in meiner Umgebung. Auf das interkontinentale Reisen kann ich gut verzichten.“

von Johanna Reichert

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Sie ist aus der Klassikszene nicht mehr wegzudenken: Opernsängerin Eva Lind. © Jens van Zoes

„Immer 110 Prozent geben“

Eine kristallklare Stimme und eine sympathische Ausstrahlung: Eva Lind zählt zu den bekanntesten klassischen Sängerinnen unserer Zeit. Die gebürtige Innsbruckerin stand von Mailand bis New York auf allen großen Bühnen der Welt. Auch aus dem TV ist ihr Gesicht nicht mehr wegzudenken.

Im zarten Alter von drei Jahren wusste Eva Lind schon, was sie später einmal werden will: Opernsängerin. Gemeinsam mit ihren Eltern sah sie damals die Übertragung der Oper „Carmen“ im TV. Da war es um sie geschehen. Ein paar Jahre später – vier an der Zahl – bekam die kleine Eva von ihrer Großmutter eine Langspielplatte mit der Gesamtaufnahme der berühmten „Zauberflöte“ geschenkt. „Wenn niemand zu Hause war, habe ich alle Partien mitgesungen, vom Sarastro bis zur Königin der Nacht“, verrät sie. Dass sie mit 19 Jahren – ihr Gesangsstudium am Tiroler Landeskonservatorium hatte sie da bereits abgeschlossen – ihr Debüt an der Wiener Staatsoper in ebendieser Rolle als „Königin der Nacht“ feiern durfte, bezeichnet Eva Lind als „Traum“, der in Erfüllung ging. Es war der Start in eine steile Karriere.

Seither ist Eva Lind aus der Klassikszene nicht mehr wegzudenken. In den renommiertesten Opernhäusern der Welt stand sie schon auf der Bühne: In Paris, London, New York, Berlin, München, Stuttgart, Zürich, Mailand, Madrid, Buenos Aires, Tokyo oder Shanghai bezauberte sie das anspruchsvolle Publikum in den Paraderollen der Operngeschichte. Dazu moderierte sie in mittlerweile knapp zwei Jahrzehnten schier unzählige TV-Formate im österreichischen und deutschen Fernsehen.

Doch wie erreicht man all das? Eva Linds ganz persönliche Erfolgsformel hat mehrere Komponenten: „Die Stimme wurde mir geschenkt. Dann sind aber natürlich auch Fleiß und Ausdauer ungeheuer wichtig sowie, auf dem Boden zu bleiben und sich realistisch einschätzen zu können“, sagt sie. Besonders wichtig sei allerdings, unbeirrt den Weg einzuschlagen, von dem man selbst überzeugt sei, erklärt sie weiter und fasst ihr Erfolgsrezept schließlich mit einem Zitat von Philosoph Augustinus Aurelius zusammen: „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.“

Diese Begeisterung für klassische Musik war für Eva Lind seit Kindheitstagen Antrieb – und ist es bis heute geblieben. Für ihre Karriere musste die 54-Jährige viel investieren. „Auch wenn man abends strahlend auf der Bühne steht, ist Operngesang körperliche Schwerstarbeit und man muss viele Entbehrungen in Kauf nehmen: stundenlanges Üben, keine Discobesuche als Teenager, vor dem Auftritt keine Schokolade“, verrät sie und lacht. Rückblickend würde sie vielleicht etwas weniger Zeit ins Proben investieren und das Leben mehr genießen, denn Zeit für die wichtigen Dinge im Leben ist für Eva Lind ein Luxus. Auf der anderen Seite: Zu den wichtigsten Dingen in Eva Linds Leben zählt eben die Musik. „Wenn man Musik liebt, dann verschwimmen die Grenzen zwischen Hobby und Beruf“, sagt sie.

Neue Inspiration schöpft Eva Lind in ihrem Garten. Den habe sie gerade in letzter Zeit als Refugium neu entdeckt, verrät sie. „Die körperliche Arbeit, zum Beispiel beim Rasenmähen, Heckenschneiden oder Kartoffelernten macht mir riesigen Spaß, erdet mich und gibt mir neue Kraft.“ Daneben reist sie gerne. Die Welt – vor allem aber Afrika – mit all ihren Facetten zu entdecken, ist Eva Linds große Leidenschaft neben der Musik. „Wenn ich könnte, würde ich mich permanent auf Weltreise befinden. Aber dann steht auch schon wieder die Apfelernte im Garten an“, scherzt sie.
Von Jonas Raab

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Sein Arbeitsplatz sind die Wälder Brandenburgs

Christian Wegner wollte Lehrer werden. Daraus ist nichts geworden. Stattdessen hat er „momox“ gegründet, eine An- und Verkaufsbörse für gebrauchte Bücher. Mittlerweile hat der 41-Jährige die Anteile an seinem Unternehmen, das auf 1500 Mitarbeiter und 250 Millionen Euro Umsatz gewachsen war, extrem erfolgreich verkauft und ist an etwas – noch geheimen – Neuen dran.

Wie startet man ein Unternehmen wie Ihres?
Ich brauche eine Vision, um etwas zu starten. Eine Vision ist für mich ein Film, den man immer und immer wieder im Kopf abspult und der starke Emotionen in einem weckt. Ich sage bewusst „Film“, weil das nicht so esoterisch besetzt ist wie „Traum“.

Worum gehts in Ihrem persönlichen Film?
In meiner Vision dreht sich alles um die Verwertung nicht mehr benötigter Dinge. Ich will dazu beitragen, dass so viele Dinge wie möglich, die derzeit irgendwo verstauben, wieder in den Warenkreislauf gelangen. Ich will erreichen, dass eines Tages genauso viele Sachen gebraucht wie neu gekauft werden und dass möglichst viele Menschen vom Handel damit leben können. Das treibt mich an. Die Angebote, die es gibt, sprechen noch immer nicht genug Menschen an. Das will ich ändern. Ein bisschen ist mir das mit „momox“ bereits gelungen. Aber es gibt natürlich nicht nur Bücher, die irgendwo nutzlos rumliegen. Die meiste Arbeit liegt daher noch vor mir. Sicher gibt es spannendere und größere Filme. Aber das ist eben meiner.

Wie schwer fiel Ihnen der Abschied von Ihrem Baby „momox“?
Schwerer als ich dachte, leichter als man im Allgemeinen denken würde.

Warum haben Sie sich dazu entschieden?
Es war notwendig, weil ich gemerkt habe, dass ich mich in einer Sackgasse befinde. Ich konnte mich nicht mehr verwirklichen, meine Ideen waren nicht mehr gefragt. Aber es war eine tolle Zeit für mich und ich habe unendlich viel gelernt.

Hatten Sie Angst vor dem „Danach“?
Nein, das „Danach“ war mein nächstes Zwischenziel.

Sie gründen gerade eine neue Firma, können Sie schon ein bisschen was verraten?
Erst einmal noch nicht. Wenn ich etwas mache, das nicht funktioniert, lerne ich, dass es so nicht geht und dass ich es anders probieren muss, was dann wiederum ein Schritt nach vorn ist. Aber natürlich ist mir sowas peinlich und unangenehm, weil es stigmatisierend ist. Deshalb lege ich erst einmal los und posaune es nicht rum. Gerade wenn man schon einmal Früchte geerntet hat wie ich, ist die Erwartung, dass man ein kleiner Zauberer ist, bei dem immer alles klappt. Das ist natürlich Quatsch. Aber ich spiele das Spiel mit und versuche, alles was nicht klappt, zu verbergen.

Alles hat angefangen, weil Sie dringend ein bisschen Geld brauchten und sie online Bücher weiterverkauften. Heute haben Sie reichlich Polster. Wie ist Ihr Verhältnis zu Luxus und Vermögen?
Wenn man kein Geld hat, dann will man unbedingt welches haben. Ist man dann reich, stellt man fest, dass sich nicht wirklich viel ändert. Wenn man sich alles leisten kann, wird es wieder langweilig. Plötzlich fängt man dann an, Second Hand zu shoppen und einen Kleinwagen zu kaufen. Am Ende kommt dann irgendwie jeder, der viel Geld hat, zu dem Schluss, dass Geld aber schon auch gut ist und dass es wichtig ist als Brennstoff für Dinge, die man noch vorhat. Ein Unternehmen kann oft schneller mit Geld wachsen als ohne.

Was war Ihre erste große Anschaffung, die Sie sich gegönnt haben?
Ein gebrauchter Mercedes AMG C63. Das Auto hat sechs Monate gehalten, bevor ich es mit 120 km/h gegen die Leitplanke gesetzt habe. Ich hatte einen Schutzengel. Das Auto hatte keinen.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Weg zum Erfolg?
Linearität gibt es nicht. Ständig klappen Dinge nicht. Ständig geht was schief. Ständig gibt es Probleme, die man lösen muss. Das ist Tagesgeschäft. Das gehört dazu.

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

Er revolutioniert mit seiner Plattform „Appinio“ die Marktforschung: Jonathan Kurfess. Fotos: © Karsten Eichhorn

Revolution der Marktforschung

Jonathan Kurfess ist einer von „30 unter 30“, die unsere Zukunft gestalten. Das sagt das Forbes-Magazin. Keine Frage: Der 30-jährige Hamburger hat das Potenzial dazu, die Marktforschung zu revolutionieren. Er kann Unternehmen in wenigen Stunden sagen, wie ihre Zielgruppen ticken. Vorbei die Zeiten, in denen man drei Monate auf ein Ergebnis warten musste. Mit seiner Plattform „Appinio“ erreicht er sogar Zielgruppen, die für klassische Marktforschung kaum noch erreichbar sind: zum Beispiel Millennials.

Wer etwas verkaufen möchte, muss wissen, wie seine Zielgruppe tickt. „Leider ist Marktforschung nicht nur extrem wichtig, sondern auch unverhältnismäßig aufwendig und teuer“, sagt Jonathan Kurfess und denkt dabei an seine Zeit bei einem großen Konsumgüterhersteller. Während er BWL studierte, arbeitete er berufsbegleitend im Marketing. Und hier dauerte es oft Monate, bis ein Marktforschungsinstitut Ergebnisse lieferte, auf deren Basis Entscheidungen getroffen werden. „Ein sehr langsames und träges System“, fand er. Mit 22 Jahren kam er auf die Idee, eine digitale Plattform zu entwickeln, die Marktforschung automatisiert und digitalisiert und somit auch schneller und günstiger ist.

Doch für seine Idee interessierte sich niemand in der Firma. Nach seinem Bachelorabschluss kündigt er, meldet sich arbeitslos. „Das war ein krasser Schritt für mich.“ Ein Jahr gibt er sich Zeit. Mit einem Freund, dem jetzigem CTO, entwickelt er die Plattform in einer kleinen Abstellkammer in Hamburg. Anfangs wird er noch von Marketingprofis belächelt, wenn er die Plattform auf Events vorstellt. Heute, sechs Jahre später, hat er über 700 Firmen in seiner Kundendatei. „Die Hälfte der DAX-Konzerne nutzen Appinio“, freut sich Jonathan Kurfess über seinen Erfolg.

Von Claudia Rothhammer

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Hat schon einen beeindruckenden Weg hinter sich: Westenergie AG Vorstandsmitglied Katherina Reiche. Foto © Westenergie AG

Gewiss kein „Samtpfötchen“

Früher stellvertretende Bundestagsfraktionsvorsitzende der CDU/CSU, Staatssekretärin in zwei Ministerien und Hauptgeschäftsführerin beim Verband kommunaler Unternehmen, nun Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG und Vorsitzende im Nationalen Wasserstoffrat: Seit mehr als zwei Jahrzehnten mischt Powerfrau Katherina Reiche Männerdomänen auf. Dabei ist sie stets Familienmensch geblieben – und genau das ist Teil ihres Erfolgsrezept.

Ohne das iPhone geht bei Katherina Reiche nichts. Denn jemand, der die Geschicke des größten deutschen Verteilnetzbetreibers mit mehr als 15 Standorten leitet und sich dazu in verschiedenen Räten der Bundesregierung engagiert, ist viel unterwegs. „Ich verbringe viel Zeit im Auto. Ohne mein iPhone kann ich nicht arbeiten. Ich kommuniziere viel über SMS und WhatsApp. Übrigens nicht nur beruflich, sondern ich organisiere auch unsere Familie via Smartphone“, verrät Reiche. Doch die dreifache Mutter organisiert die Familie nicht nur, sie lebt die Familie. Im heimischen Brandenburg macht der Tausendsassa seinen Kopf frei für neue Ideen und tankt Energie.

Stichwort Energie: Die begleitet Reiche schon seit Jahrzehnten: Erst während ihres Studiums der Chemie, dann in ihren politischen Betätigungsfeldern und jetzt als Vorstandsvorsitzende bei der Westenergie AG sowieso. „Wer nicht für ein Thema brennt, kann schwerlich Erfolg haben“, sagt sie. Umso mehr erfüllt es die 47-Jährige mit Stolz, dass sie in ihrer Funktion nun einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Energiewende leisten kann. Dieses soziale Gewissen, gepaart mit dem Gespür für aktuelle Entwicklungen, ist Reiches Antrieb, Erfolgsrezept und Ziel zugleich. Denn: „Erfolg geht immer einher mit Verantwortung.“
Von Jonas Raab

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Lukas Mielke gründete bereits als Elftklässler sein erstes Unternehmen. Foto: privat

Ein Höhenflug muss nichts Schlechtes sein

2010 galt Lukas Mielke als Deutschlands jüngster Unternehmer. In der elften Klasse gründete er seine erste Firma, vertrieb Kosmetik und Nahrungsergänzungsmittel. Mit 18 Jahren hatte er 40 Mitarbeiter und den Traum von einer Weltumsegelung. Heute – mit 29 Jahren – hat der Berliner sein Unternehmen längst gewinnbringend verkauft und unterstützt als Investor Startups mit seinem Wissen.

Sie waren extrem jung, als Sie Ihre erste Million verdienten. Hatten Sie irgendwann einen Höhenflug?
Ja, aber ein Höhenflug, der nicht mit Arroganz einhergeht, kann auch zu irrsinnigen und abwegigen Gedankengängen führen, die wiederum in revolutionären Geschäftsideen münden.

Was war Ihre erste große Anschaffung?
Zu Schulzeiten wollte ich immer ein BMW-Cabrio haben. Das habe ich mir gekauft und schnell zu Schrott gefahren. Heute zählt für mich mehr die Möglichkeit, etwas kaufen zu können, wann immer ich möchte.

Wo liegt unternehmerisch Ihr Ziel?
An etwas Großem teilzuhaben, das für die Gesellschaft von Nutzen ist. Deshalb investiere ich in innovative Startups. Neben der finanziellen Beteiligung gibt mir das die Möglichkeit, an vielen verschiedenen Visionen mitzuarbeiten. Das ist eine unglaublich erfüllende Tätigkeit.

Mussten Sie Rückschläge einstecken?
Es gab Zeiten, da führte auch das hundertste Kundengespräch nicht zum Abschluss, der beste Mitarbeiter hat die Firma verlassen und der Kontostand wurde immer niedriger. Einmal hätte mich ein falsch kalkuliertes Geschäftsmodell fast meine Existenz gekostet. Aber auf jeden Rückschlag folgt irgendwann Erfolg.

Von Johanna Reichert

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Dr. Silvia Bentzinger ist die Geschäftsführerin der Marke Seidensticker. Fotos: © Seidensticker

Raus aus der Frauenfalle:
Bloß nicht der Perfektion nachrennen!

2300 Mitarbeiter, 10 Millionen produzierte Teile jährlich und rund 180 Millionen Euro Umsatz: Dr. Silvia Bentzinger ist CEO der berühmten Hemden- und Blusenmarke Seidensticker. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zählt innerhalb der Unternehmensgruppe zu den wichtigsten Themen – rund 75 Prozent der Belegschaft sind weiblich.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Sich selbst treu bleiben. Viele Frauen scheitern daran, weil sie der Illusion von Perfektion nachrennen: Perfekte Geschäftsfrau, perfektes Aussehen, perfekte Mutter, die jeden Kuchen selbst backt, perfekte Gastgeberin, perfekte Ehefrau. Letztlich kommt es darauf an, loszulassen und seinen eigenen Weg zu finden.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriereweg?
Covid-19 ist die größte Herausforderung meiner Karriere. Ich erinnere mich aber auch daran, dass es nicht leicht war, nach der Geburt meiner beiden Kinder beruflich wieder Fuß zu fassen, auch wenn meine Kinder natürlich nicht als Rückschläge zu bezeichnen sind! Es ist zunächst ein kräftezehrender Spagat, morgens am Verhandlungstisch zu sitzen und später am Wickeltisch oder am Fußballplatz zu stehen. Zwei völlig verschiedene Welten, zwischen denen man pendeln muss. Es braucht etwas Zeit, sich daran zu gewöhnen.

Was raten Sie einer jungen Frau, die in Ihre Fußstapfen treten möchte?
Ich werde oft von Frauen am Ende der Elternzeit gefragt: „Kann ich das überhaupt?“ Ja, natürlich. Ich versuche, ihnen Mut zu machen. Wichtig ist: Wer von allen geliebt werden will, ist als Führungskraft nicht geeignet. Daneben zählt: Gegenseitige Unterstützung ist oft der Schlüssel zum Erfolg. Deshalb rate ich allen Frauen, sich ein gutes Netzwerk aufzubauen – privat und beruflich.

Wie besteht man als Frau in einer Männerdomäne?
Ich kann nur raten, nicht locker zu lassen und immer wieder gute Ideen einzubringen. Auch, wenn man manchmal zurückstehen und abwarten muss. Sich für Situationen, die zum Beispiel die Kinder betreffen, zu rechtfertigen oder gar zu entschuldigen, halte ich für völlig falsch.

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Langjährige Freunde und Geschäftspartner: 2009 stieg Benjamin Heindl (re.) bei IServ ein. Bilder: © Alexandra Siering

Der Chef, der das Leergut sortiert

Vor zwanzig Jahren, als Jörg Ludwig noch die Schulbank drückte, entwickelte er einen Schulserver, räumte damit bei „Jugend forscht“ ab und stellte anschließend das Unternehmen IServ auf die Beine, das seither kontinuierlich wächst. Corona ließ dieses Wachstum explodieren.

Herr Ludwig, wie haben Sie Ihre Leidenschaft fürs Programmieren entdeckt?
Technik hat mich schon immer fasziniert. Als ich in der dritten Klasse war, habe ich einen alten Heimcomputer von meinem Opa geschenkt bekommen, angefangen zu programmieren und mich dazu entschieden, dass ich Informatiker werden will.

 

Woher weiß ein Drittklässler, wie man programmiert?
Ich habe mir ein Buch aus der Bücherei geholt und mich da reingefuchst. Ich hatte außerdem das Glück, dass meine Mutter Informatik studiert hat. Die hat mir ein paar Tipps gegeben. Heute geht man ins Internet und findet Anleitungen. Damals war das schwieriger. Zusammen mit ein paar Kumpels habe ich versucht, Spiele zu programmieren. Aber das war natürlich superrudimentär im Vergleich zu 3D-Spielen von heute.

Programmieren Sie heute immer noch selbst?
In den ersten zehn Jahren von IServ war ich alleine für das Programmieren verantwortlich, nebenbei aber auch für Vertrieb, Marketing, Support und Schulungen. Jetzt geht es um Organisation, Personal und Strategie. Meine tägliche Arbeit hat sich langsam vom eigenen Handeln hin zum Management verschoben.

Vermissen Sie es, selbst Hand anzulegen?
Tatsächlich schon. Das Schöne am Programmieren ist, dass ich am Ende des Tages ein Ergebnis sehe. Jetzt schicke ich zehn E-Mails raus und bekomme vielleicht zwei Wochen später eine Rückmeldung. Ich führe unheimlich viele Gespräche, bei denen man nie genau weiß, was sich daraus entwickelt. Ich stelle mich dieser Herausforderung auch gern, aber am Ende des Tages mit einem konkreten Ergebnis nach Hause zu gehen, fehlt mir schon. Aber: Ich sortiere in der Firma gerne das Leergut ein. Da kann ich in Ruhe mal zehn Minuten Flaschen sortieren und sehe hinterher ein Ergebnis. Das ist immer ganz nett.

Was macht in Ihren Augen ein gelungenes Management aus – wie leiten Sie Ihr Team?
Ich versuche, die Mitarbeiter für meine Ziele zu gewinnen und lasse sie selbst die richtigen Lösungen finden. Ich gebe lediglich meine Vision vor, bei der Umsetzung lasse ich den Programmierern freie Hand. Man kann nicht alles selbst machen. Muss man auch gar nicht. Andere Leute können andere Dinge auch wesentlich besser als ich. Ich versuche, meinen Mitarbeitern viel Wertschätzung zu zeigen und Verantwortung zu übermitteln. Man muss den Leuten dann aber auch zugestehen, dass mal Sachen schiefgehen. Ich habe den Vorteil, dass mein Team superengagiert ist und sich sehr viel Mühe gibt. Da klappen Sachen dann eben auch.

Das klingt, als wäre IServ ein ziemlich eingeschworener Haufen, oder?
Ja. Wir frühstücken jeden Morgen zusammen und treffen uns auch außerhalb der Arbeitszeiten zu Spieleabenden. Ich würde mal ganz platt sagen: Ich stelle die Leute in der Regel nach Sympathie ein, weniger nach fachlicher Qualifikation. Natürlich muss am Ende beides zusammenspielen, aber ein klarer Lebenslauf ist für mich nicht entscheidend. Ich will Leute, die für das Thema brennen und Bock darauf haben. Ob sie im Studium die besten Noten hatten, spielt für mich keine Rolle.

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Er macht Pflege(n) leichter

Unsere Gesellschaft wird immer älter – das macht Pflege zu einem zentralen Zukunftsthema. Dr. Alexander König will mit den Assistenz-Systemen seines Start-ups Reactive Robotics das Leben der Patienten und auch der Pflegenden erleichtern. Der 41-jährige Gründer hat in Amerika studiert und war als Postdoktorand sogar an der renommierten Harvard Medical School tätig. Da ist es logisch, dass sein nächstes Ziel ist, auch den US-Markt zu überzeugen.

Wie genau funktionieren Ihre Assistenz-Roboter?
Wir wollen Pflegekräfte und Therapeutinnen in Ihrer Arbeit unterstützen. Dafür haben wir eine Art Exoskelett – eine äußere Stützstruktur – erfunden, die robotisch-assistierte Frühmobilisierung ermöglicht. Die Patienten können in einem speziell entwickelten Intensivbett eine Gangtherapie machen, ohne das Bett verlassen zu müssen. Studien zeigen, dass sich die Liegezeit und das Risiko von Sekundär-Komplikationen dadurch verringert. Bisher wäre diese Therapie aber bei Schwerbetroffenen manuell nur mit hohem Personalaufwand und hoher körperlicher Belastung für die Pflegekraft möglich gewesen. Durch unser System kann sie jetzt durch nur eine Person und ohne großen Kraftaufwand umgesetzt werden.

Was sind die größten Schwierigkeiten in Ihrer Branche?
Bis man ein Produkt in der Realität ausprobieren kann, können Jahre vergehen. Wir haben fast fünf Jahre gearbeitet, bevor wir den ersten Patienten therapieren konnten. Das Medizinproduktegesetz erlaubt Tests mit einem unfertigen, nicht zertifizierten Produkt nur in extrem begrenzten Umfang, also entwickeln die meisten Firmen zu Ende und stellen sich dann erst dem Markt und der Realität. Bis dahin muss man durchhalten.

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Vor zehn Jahren hat Carsten Öztan seine Zahnklinik Ost in Berlin gegründet. Seitdem wächst das Unternehmen ununterbrochen. Foto: Nicole Schnittfincke

„Sie werden doch wohl nicht…“

Seit zehn Jahren wächst Carsten Öztans Zahnklinik Ost unaufhörlich. Der Berliner weiß genau, welche Charakterzüge Unternehmer brauchen, um Widrigkeiten zu meistern und langfristig erfolgreich zu sein.

„Sie werden doch wohl nicht in die Türkenklinik gehen?“ Mit perfiden Aussagen wie dieser machte manch Berliner Zahnarzt vor rund zehn Jahren bei seinen Patienten gegen Carsten Öztan mobil. Der hatte zusammen mit seinem Bruder Jürgen gerade die Zahnklinik Ost gegründet – ein Dorn im Auge mancher Berufskollegen. „Mit Migrationshintergrund muss man immer ein Stück besser sein als andere. Es gelten andere Maßstäbe. Eigentlich bin ich immer Deutscher, aber wenn jemandem etwas missfällt, dann bin ich sofort der Türke“, sagt Ötzan. Sonderlich gestört haben ihn solche Schmähungen, so schlimm und aus der Zeit gefallen sie auch waren, nie. Ganz im Gegenteil: Für ihn waren sie Ansporn, noch mehr dafür zu tun, mit seinem jungen Unternehmen noch schneller zu wachsen. „Wenn das Umfeld nicht versucht hätte, mir solche Steine in den Weg zu legen, könnte es gut sein, dass ich es bei einer Klinik belassen hätte.“ Hat er aber nicht. Mittlerweile sind es drei Kliniken, aufgeteilt unter den beiden Brüdern.

Als Unternehmer müsse man eben psychisch stabil, belastbar und mutig sein, um auch Widrigkeiten zu überstehen, ist sich Öztan sicher. Gerade in den Jahren nach der Klinikgründung, als Öztan das rasante Wachstum seines jungen Unternehmens finanziell nicht immer kompensieren konnte, waren diese Charaktereigenschaften gefragt. Am wichtigsten dabei: Ruhe bewahren. „Ich glaube, das hat man einfach oder man hat es nicht. Wenn ein Banker einem vorrechnet, dass Hunderttausende Euro fehlen, ist es natürlich schwer, ruhig zu bleiben. Aber meine Lebenseinstellung ist: Am Ende wird sowieso alles gut. Das ist schwer zu erklären, aber extrem hilfreich“, sagt der 44-Jährige.

Wenn Öztan von zurückliegenden Herausforderungen, vor allem aber von Meilensteinen und Erfolgen der Zahnklinik Ost spricht, dann immer im Plural. Zum einen, weil er das Unternehmen lange zusammen mit seinem Bruder Jürgen führte, zum anderen, weil es in den Kliniken trotz jährlichem Wachstum von rund 20 Prozent sehr familiär zugeht. „Da ist viel mehr Vertrauensbasis als in anderen Firmen. Die Personen, die seit der Firmengründung dabei sind, sind mittlerweile auch alle in Führungspositionen. Die stehen mir alle sehr nahe. Deshalb spreche ich auch immer von wir.“ Dieses Wir und die Verantwortung für die Belegschaft treiben den Berliner, der seine Stärken vor allem im Zwischenmenschlichen verortet, täglich an.

Carsten Öztans Tage sind lang. „So richtig abschalten kann ich nie. Ich arbeite eigentlich immer, wenn ich wach bin“, sagt er lachend. Seine Freundin könne ein Lied davon singen. „Auch wenn man heute mit Smartphones viel flexibler ist und schneller reagieren kann als früher, zur Ruhe kommt man damit natürlich viel schwieriger. Wenn dann wieder mal die wöchentliche Bildschirmzeit aufploppt, erschrecke ich oft.“ Etwas Ausgleich findet Öztan in seinen Hobbys, für die er sich bewusst Zeit freischaufelt.

Seit einem Marketingkniff im Rahmen der dritten Zahnklinik-Ost-Eröffnung – Öztan stieg damals für einen Box-Showkampf gegen Arthur Abraham in den Ring – boxt der Berliner mit Leidenschaft. Bis zu fünf Mal pro Woche, meist frühmorgens um 5 Uhr. Daneben fotografiert er, spielt Golf und ist gerne in der Natur unterwegs – mit dem Boot oder der Angelrute. Im Gegensatz zum Berufsleben ist er in seiner Freizeit nicht sonderlich erfolgsorientiert. „Beim Angeln geht es mir gar nicht darum, etwas zu fangen. Darin bin ich auch wirklich miserabel. Es geht mir vielmehr darum, ein paar Stunden alleine dazusitzen, ohne dass mich jemand anspricht.“

Luxus bedeutet für Öztan innere Zufriedenheit, ein sorgenfreies Leben und keine getroffene Entscheidung zu bereuen, auch wenn man im Nachhinein weiß, wie man es hätte besser machen können. „Diese Erfahrungen gehören dazu und prägen einen am Ende positiv“, ist er sich sicher. Viel wichtiger sei es für Unternehmer, durch ein Alleinstellungsmerkmal einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz zu haben. Öztans zahnärztliches Spezialgebiet ist das Setzen von Implantaten. Auch das – die Freiheit, sich im Berufsalltag voll auf seine Stärken und Vorlieben konzentrieren zu können – bezeichnet er als Luxus. „Das gleicht dann auch den ganzen Stress gut aus. Ich habe alles, was mich glücklich macht.“

Von Jonas Raab

Angela Nelissen und Christiane Haasis lieben Teamarbeit und machen JobSharing in der Führungsebene. Foto: Unilever

Jobsharing im Chefsessel

Christiane Haasis und Angela Nelissen – kurz: CHAN – betreiben Jobsharing auf höchster Ebene und haben so die perfekte Balance zwischen ihren persönlichen, beruflichen und sozialen Lebensbereichen gefunden. Die beiden sind Chefinnen der Eis- und Teesparte von Unilever. Gearbeitet wird jeweils zu 60 Prozent. Und das nicht, weil sie es müssen, sondern
weil sich CHAN schon vor über zehn Jahren für Jobsharing entschieden und es gemeinsam perfektioniert haben. In der Praxis läuft das so: Die Wochentage sind aufgeteilt, Montag bis Mittwoch ist Christiane Haasis im Büro, Mittwoch bis Freitag Angela Nelissen. Corona hat das ein bisschen durcheinandergewirbelt – aber Flexibilität und Agilität sind für die beiden Tagesgeschäft.

Als Haasis und Nelissen das Jobsharing für sich starten wollten, mussten die beiden Frauen ihren Chef erst davon überzeugen. Jobsharing in Führungspositionen ist ein eher ungewöhnliches Modell. Die beiden durchliefen eine klassische Unilever-Karriere, als sie bei der Marke Dove erstmals zusammentrafen, Nelissen als Markenverantwortliche und Haasis als Operative Chefin für West- & Osteuropa. „Wir waren oft gemeinsam unterwegs, um unsere Pläne von Polen bis Portugal mit den jeweiligen Länderteams umzusetzen. Nach weiteren Stationen im Marketing kreuzten sich dann unsere Wege wieder vor etwa zehn Jahren. Gemeinsam entwickelten wir das Jobsharingmodell für und mit Unilever und führen gemeinsam sehr erfolgreich eine große Business Unit als Vice President für DACH“, erklärt Haasis.

Die Beförderung zum Vice President Refreshment stellt für CHAN auch das bisherige Highlight ihrer Karriere dar. Auf der einen Seite sei die Aufgabe und operative Führung dieser Business Unit mit so einem großen Team sehr herausfordernd gewesen. „Auf der anderen Seite war das ein klares Zeichen pro Jobsharing und zwar intern wie auch extern. Damit hat das Thema Jobsharing nochmal richtig Fahrt aufgenommen“, sagen Haasis und Nelissen. Viele Firmen, u. a. Xing und Microsoft, hätten die beiden daraufhin gebeten, als Keynote Speaker von ihren Erfahrungen zu berichten und das Thema einer breiteren Gruppe von Topmanagern, Topmanagerinnen und Firmen vorzustellen. „Wir lieben Teamarbeit“, sagt Haasis – für sie eine wichtige Eigenschaft, um erfolgreich zu sein. „Zusammen mit ganz unterschiedlichen Individuen eine Vision zu entwickeln und diese dann gemeinsam umzusetzen, das ist unsere Stärke.“ Talent Diversity ist dabei mehr als ein Buzzword für die beiden Frauen.

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Weiß, wie Frauen und Männer noch schöner werden: Schönheitschirurg Dr. Bruce Reith. © Hojabr Riahi

Die Gelegenheit beim Schopfe packen

Seine Partys in München sind legendär. Nicht nur, weil Dr. Bruce Reith jedes Jahr seinen 38. Geburtstag feiert, sondern weil bei ihm die Schönen, Reichen und Intellektuellen feiern. „Wer exzessiv arbeitet, darf auch exzessiv feiern“, sagt der Gastgeber in einem Interview mit Frank Elstner. Der Schönheitsdoc ist beruflich tatsächlich immer auf Achse. Schließlich hat er einige Beauty-Kliniken aufgebaut, in denen er regelmäßig Menschen zu mehr Schönheit verhilft. Vor allem wegen seiner Fingerfertigkeiten bei Schönheitseingriffen und Haartransplantationen ist Bruce Reith gefragt. Aber nicht nur die Promis lieben ihn dafür, auch die Fachwelt setzt auf seine Expertise.

Bruce Reith ist wahnsinnig erfolgreich. Ob am Bodensee, in Düsseldorf, München oder Berlin: Der Schönheitschirurg hat einige namhafte Kliniken mitaufgebaut oder ist daran beteiligt. Mit Promis, den Reichen und Schönen ist er per Du. Nicht nur mit deutschen VIPs, sondern auch mit Hollywoodstars. Klar, dass er den Erfolg auch in vollen Zügen genießt. Aber mit gutem Recht, wie er sagt: „Ich habe mir alles hart erarbeitet, habe nichts dem Zufall überlassen. Denn: Nichts kommt über Nacht. Man muss Chancen erkennen und nutzen.“

Die Gelegenheit beim Schopfe packen, heißt es. Dabei sah es anfangs nicht danach aus, dass Bruce Reith mal Spezialist für Haartransplantation, Fettabsaugung und minimalinvasive Behandlungen werden könnte. Was allerdings früh deutlich wurde: Er ist sehr intelligent. Im Bundeswettbewerb Mathematik gewann er den zweiten Preis. Mit 19 Jahren machte er an der Börse mit Devisenspekulationen seine erste Million. Aber Bruce Reith ist nicht nur ein Meister der Analyse, sondern hat auch ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden. Deshalb fühlt er sich in Gegenwart von Investmentbankern und Spekulanten nicht wohl, wie er sagt. Er schwenkt auf Medizin um, verdient nebenbei „auf ehrliche Art und Weise“ Geld mit typischen Studentenjobs. Aus seiner Studienzeit bleiben ihm zwei Uniabschlüsse, einer in Medizin und einer in Public Health, und die Erkenntnis: Man sollte den Blick auf Wertschöpfung richten, nicht auf Geldschöpfung.

Als Arzt zieht es ihn zur Ästhetischen Chirurgie. So ausgeprägt wie seine Intelligenz ist auch sein Sinn für Ästhetik. Er hat den gewissen Blick dafür. „Ich liebe alles, was schön ist. Vor allem Frauen“, sagt Bruce Reith und lächelt. Seine Freundinnen sind in der Tat immer bildhübsch. Er gibt aber auch zu: „Ich hätte mit dieser Vorliebe aber genauso gut Kunsthändler werden können.“ Zum Glück für seine vielen Patienten ist er aber bei der Chirurgie geblieben, hat bei dem Besten der Besten gelernt und alle Hebel in Bewegung gesetzt, um überhaupt bei ihm arbeiten zu dürfen. „Er ist der Mozart der Chirurgie“, sagt Bruce Reith über seinen Lehrmeister Ivo Pitanguy. Zweieinhalb Jahre war Bruce Reith bei ihm in Rio de Janeiro und hat weit mehr gelernt als chirurgische Techniken. Das Fellowship habe ihn verändert. Die Menschen in Brasilien seien zwar arm, aber nicht unglücklich. „Ich habe gelernt, dass man kein Geld braucht, um glücklich zu sein. Auch das Aussehen ist nicht wichtig, sondern das Gefühl in dir.
Das macht dich glücklich.“ Seitdem definiert Bruce Reith Erfolg für sich neu: „Erfolg macht nicht glücklich. Wenn man aber glücklich ist, ist man auch erfolgreich.“

Von Claudia Rothhammer

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Angelika Schindler-Obenhaus ist Chief Operating Officer bei der GERRY WEBER International AG. © GERRY WEBER

Diese Frau gehört ganz sicher nicht nur in die Küche

Disziplin, Innovation, Stabilität, Erdung – und Penetranz, das sind die Stärken, die Angelika Schindler-Obenhaus stetig die Karriereleiter nach oben steigen ließen. Die 57-Jährige hat kürzlich in den Vorstand der Gerry Weber International AG gewechselt und ist nun als Chief Operating Officer für die wichtigsten Bereiche des Unternehmens verantwortlich: Design, Produktion, Beschaffung und Marketing.

Wenn man von etwas wirklich überzeugt ist, darf man sich von nichts und niemandem aufhalten lassen“ – das ist der Rat der erfolgreichen Geschäftsfrau an junge, weibliche Talente, die in ihre Fußstapfen treten möchten. So hat sie es auch selbst gehalten. Obwohl sie von männlichen Vorgesetzten eigentlich immer gefördert wurde, gab es auch bei Angelika Schindler-Obenhaus Momente, in denen sie sich als Eindringling in eine Männerdomäne fühlte. Zum Beispiel, als sie nach ihrer Berufung in den Vorstand der KATAG AG – nach eigenen Angaben Europas größter Fashion-Dienstleister – als „Quotenfrau“ betitelt wurde. Oder viele Jahre zuvor, bei ihrer Prüfung zur Handelsassistentin als erste Frau im „Herrenausstatter“: „Ich bekam vom damaligen Spartenleiter zu hören, dass Frauen ja normalerweise eher in die Küche und ins Bett gehören“, erinnert sich Angelika Schindler-Obenhaus. Gebremst hat sie dieser Moment der Diskriminierung aber nicht, zu groß war ihr Antrieb – die Leidenschaft für Menschen und Fashion. Heute sei die Situation deutlich besser als zu Beginn ihrer Karriere: „Frauen bieten sich heute viel mehr Möglichkeiten, wenn sie es wollen.“ Auch, weil sie gelernt hätten, besser zu netzwerken. Nur, dass weibliche Führungskräfte – im Gegensatz zu den männlichen Kollegen – noch immer gefragt werden, wie sie es denn schafften, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, das ärgert die Karrierefrau.

Von Johanna Reichert

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Für Ihren Traum, an den Olympischen Spielen in Tokio teilzunehmen, trainiert sie hart. © Alina Reh/privat

„Ich will wissen, wie schnell ich sein kann“

Ihren ersten Laufwettbewerb absolvierte Alina Reh schon als Fünfjährige, mit 17 wurde die Langstreckenläuferin zum ersten Mal Deutsche Meisterin. Ihre Stärken sind Ausdauer und ein ständiger Bewegungsdrang. Für das nächste große Ziel, die Olympischen Spielen in Tokio, trainiert die 23-Jährige 12 bis 14 Mal die Woche.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Wenn man etwas erreicht hat, auf das man lange und akribisch mit viel Disziplin hingearbeitet hat. Das Ergebnis gibt Zufriedenheit und Glücksgefühle. Dann ergibt alles Sinn, was man tut.

Was wollten Sie als Kind werden?
Verkäuferin im Supermarkt meiner Mutter. Ich habe schon während meiner Grundschulzeit dort geholfen. Die Arbeit hat mir immer Freude gemacht und ich unterstütze auch heute meine Mutter in meiner Freizeit.

Haben Sie manchmal das Gefühl, etwas zu verpassen – bei Ihnen heißt es ja, gesunde Ernährung und Training statt Party-Nächte und Katerfrühstück…
Nee, Partys waren zum Glück noch nie meins. Im Gegenteil. Ich gehe früh schlafen und stehe gerne früh auf – ich bin eher ein Morgenmensch. Zum strukturierten Training gehört auch die Regeneration, die mir nicht immer so einfach fällt. Ich würde gerne neben dem Laufen öfter Wandern und Rennradfahren gehen, aber dies passt leider selten in meinen Plan.

Was würden Sie einem jungen Menschen raten, der Profi-Sportler werden möchte?
Zum Profi- Sport kann ich nur raten, wenn man absolute Leidenschaft mitbringt. Man muss zielstrebig sein und seine Scheuklappen aufsetzten, was oftmals sehr egoistisch ist. Ambitionierter Hobbysport in einer Mannschaft oder mit Freunden ist auch richtig schön und liegt manchen besser als die Profi-Karriere. Sich gegen das Profiwerden zu entscheiden, obwohl man viel Talent mitbringt, zeigt auch Stärke!

Von Johanna Reichert

Das ganze Interview können Sie in der Printausgabe von Secrets of Success lesen.

 

Erfolg ist wenn man das tut, was man mit Freude macht!

Warum Kulturschaffende zu unser aller Erfolg beitragen: Jürgen Hunke ist ein ehrlicher und gradliniger Mensch, der als Kind „irgendwas“ mit Sport machen wollte. 42 Jahre war er selbstständig als Unternehmer, Buchautor, Galerist und ist inzwischen Inhaber der Hamburger Kammerspiele.

Hunke: „Es war mehr als ein Zufall, dass ich im Jahre 1993 gefragt wurde, ob ich einem der schönsten Privattheater Deutschlands, den Hamburger Kammerspielen, organisatorisch bzw. finanziell privat helfen könnte.“ Er hatte bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt nie Kontakt mit den organisatorischen und kaufmännischen Gepflogenheiten eines Theaters.

Doch Jürgen Hunke sagt: „Kultur ist für unser Land mit unserer Vergangenheit aber auch für die Zukunft ein wichtiger Baustein für unsere Gesellschaft. Gerade bei Theatern und der Literatur ist es wichtig, Hintergründe zu erklären. Die Vielfältigkeit der Kultur trägt dazu bei.“

Nach einigen Gesprächen, ließ Jürgen Hunke sich überzeugen, durch einige Privatdarlehen die Insolvenz des Theaters abzuwenden. Nach kurzer Zeit gab es für den erfolgreichen Unternehmer nur zwei Möglichkeiten: das Theater selbst zu übernehmen oder das gegebene Geld abzuschreiben.

Jürgen Hunke, der schon immer ungewöhnliche Dinge in seinem Leben gemacht hat, entschied sich für den ersten Weg. Er sagt „Der richtige Zeitpunkt entscheidet darüber, ob man Erfolg hat oder nicht!“. Trotz der schwierigen finanziellen Situation eines Privattheaters, führt Jürgen Hunke die Hamburger Kammerspiele mit viel Freude und Engagement.

Gerade jetzt zur Corona-Pandemie können wir erleben, wie schwer es die Künstler, Schauspieler und auch die Theater haben. Nach mehrmaligen Scheitern von ehemaligen Inhabern, hat er all seine Erfahrungen aus seinem Leben in andere Bereiche übernommen und den Versuch gewagt. Er hat die Herausforderung angenommen das Haus funktionsfähig zu halten.

Er sagt „Rückblickend gesehen darf ich feststellen, dass es ein guter Schritt war, das Theater zu übernehmen.“, denn „Man sollte sein Leben mit Disziplin und Verantwortung führen und immer wieder neue Herausforderungen annehmen.“

von Vanessa Behrend